Animation

Wie „Batman: The Animated Series“ entstanden ist

Batman in The Animated Series (Warner Bros.)

Für mich repräsentiert sie Batman schlechthin: The Animated Series aus den 90er-Jahren. Keine andere TV-Serie und wahrscheinlich auch kein Film wird der Quintessenz von Batman so gerecht wie diese Zeichentrickserie: Das düstere Gotham als Film Noir-Setting, das zeitlose Art déco-Design, die wunderbare Dynamik der Animation, die aufs Wesentlichste reduziert ist, die perfekt getroffenen Figuren, und natürlich Geschichten, die ans Herz gehen hinterlassen einen tiefen Eindruck. Die eingängige Orchestermusik verleiht dem Ganzen die Würde einer edlen Hollywood-Produktion.

Nein, das ist eigentlich keine Serie für Kinder, sondern eine für Erwachsene. Eine für Genießer. Eine, die das Kunststück vollbringt, Batman ernst zu nehmen. Sie ist in fast 30 Jahren so gut wie gar nicht gealtert. Viele Episoden gehören zu den besten Batman-Geschichten, die je geschrieben wurden. Einige haben Comic-Klassiker neu erzählt, andere haben auch die Comics beeinflusst: Mister Freeze wird erstmals zu einer tragischen Figur, ebenso wie Clayface und Two-Face. Harley Quinn wurde dafür erfunden und ist heute fast so bekannt wie der Joker.

Da eine deutsche Blu-ray-Ausgabe dieses Meisterwerks leider immer noch fehlt, kann man sich zumindest damit trösten, dass Warner Bros. eine 99-Minuten-Dokumentation auf YouTube gestellt hat: Darin erklären die Macher, Bruce Timm und Eric Radomsky, neben dem Autor Paul Dini, Batman-Sprecher Kevin Conroy und anderen, wie es zu der Entstehung dieses Klassikers kam, der stark von den Superman-Cartoons der 40er und von Tim Burtons Batman-Film beeinflusst ist.

In der Doku wird deutlich, welche historische Bedeutung die Serie hat: Damals befanden sich Zeichentrickserien für Kinder in einem Tief. Die Qualität war mies, die Storys langweilig, der Humor platt – Kreativität wurde von Zensur erstickt. („Super-Friends“ war ein Beispiel dafür.) Insofern stellte Batman: The Animated Series einen radikalen Bruch damit dar. Die Serie war ein Wagnis. So etwas gab es bis dahin nicht. Und sie setzte Maßstäbe, an denen sich alles Spätere wird messen lassen müssen.

Der Titel der Doku versteht sich daher von selbst: The Heart of Batman.

>> Liste der Batman-TAS-Episoden

Trailer zu Superman: Red Son

Superman: Red Son (dt. Genosse Superman) von Mark Millar ist nicht nur eine der interessantesten Elseworlds-Storys, es ist auch einer der besten Superman-Comics überhaupt. Die Prämisse: Was wäre, wenn Kal-El als Kind in der Sowjetunion gelandet wäre? Die Antwort: Er wäre ein Diktator geworden. Superman kämpft darin gegen einen Batman in Pelzmütze und einen Lex Luthor, der kein Schurke, sondern der Held der Geschichte ist.

Im Jahr 2020 kommt Red Son als Zeichentrickfilm als Direct-to-Video heraus. Einen Starttermin gibt es noch nicht, aber man kann sich schon einen ersten Eindruck im Trailer verschaffen. Regisseur Sam Liu war bereits für die Verfilmung der Batman-Elseworlds-Story Gotham by Gaslight und The Killing Joke verantwortlich.

Joker in Batman: The Animated Series

Joker mit Bombe

Wenn vom Joker im Film die Rede ist, ist meistens nur die Rede von Cesar Romero, Jack Nicholson, Heath Ledger, Jared Leto und Joaquin Phoenix. Dabei wird oft einer übersehen, weil er nie zu sehen, sondern nur zu hören war: Mark Hamill. Er hat den Joker in Batman: The Animated Series gesprochen. Und diese Rolle ist noch viel interessanter als Luke Skywalker.

Joker in der Finsternis

In 14 Folgen der drei Staffeln spielt der Joker die Hauptrolle, oder zumindest eine tragende. Einige Folgen basieren auf Comics aus den 50ern („Joker’s Millions“ (Die Erbschaft, S03E07), 70ern („The Laughing Fish“ (Immer nur Fisch, S01E34, „Almost Got ′Im“ (Fast erwischt, S01E46 ) andere auf Comics zur Serie, die später adaptiert wurden: „Holiday Knights“ (Giftige Frauen, S03E01) und „Mad Love“ (Die Piranha-Falle, S03E21).  Außerdem gibt es noch eine Hommage ans Golden Age in der Folge „Legends of the Dark Knight“ (Die Legende lebt, S03E19). Da ich viele Episoden bereits besprochen habe, beschränke ich mich hier nur auf die bisher ausgelassenen.

Joker freut sich auf sein nächstes Opfer.

Obwohl sich die Serie an Kinder richtet, ist hier der Joker vor allem ein irrer Mörder. Die Auswirkungen der Gewalt werden zwar meistens verhindert, aber man sieht in jeder Folge, dass der Joker skrupellos ist. Das macht aber seinen extrem schwarzen Humor aus. Der Joker ist hier, anders als oft in den Comics, wirklich witzig. Die Pointen zünden, aber vieles ist auch einfach der starken Überzeichnung und eben der Stimme geschuldet, die übrigens auch in der deutschen Synchronfassung überzeugt.

In „The Last Laugh“ (Eine Stadt voller Narren, S01E04) lässt er erstmals sein Joker-Gas los. Das geschieht, indem er es über ein Müllschiff überträgt, mit dem er über den Fluss von Gotham zieht. Das Gas ist zwar nicht tödlich, aber wenn man es länger einatmet, wird man für immer wahnsinnig. Auch Alfred trifft es und er fängt daraufhin an, in Wayne Manor zu randalieren. Der ‚Clown Prince of Crime‘ nutzt die allgemeine Heiterkeit, um in der Stadt einzukaufen, ohne zu bezahlen.

Dieser Müll macht alle glücklich.

Es zeigt sich: Der Joker hat aber nicht nur gute Kenntnisse in Chemie, sondern auch in Technik. Denn einer seiner Handlanger ist ein möderischer Roboter à la Terminator. Bereits in „Christmas With the Joker“ (Weihnachten mit dem Joker, S01E02) hat er (noch primitivere) Joker-Roboter und Joker-Kampfflieger gegen Batman eingesetzt. Hier betreibt er auch ein grinsendes U-Boot.

Woher er die Ressourcen dafür hat, bleibt unklar. Anders als bei Two-Face oder Clayface wird seine Vorgeschichte nie erzählt (bis auf eine kurze Rückblende in Mad Love, in der man sieht, wie Batman ihn in den Säuretank stößt). Vielmehr wird hier der Joker begründet, der sich jedes Mal eine andere rührselige Kindheit ausdenkt, um seine Taten zu rechtfertigen – was später Vorbild für den Joker im Film The Dark Knight wurde.

Joker als Partyclown – mit Bombeneinlage.

Immer wieder ist der Joker auf mörderischer Mission: In „Joker’s Favor“ (Das große Zittern, S01E22) soll Commissioner Gordon bei einer Feier ihm zu Ehren sterben, in „Be A Clown“ (Tödliche Clownereien, S01E09) will er den Bürgermeister auf der Geburtstagsfeier seines Sohnes in die Luft jagen – dass Kinder unter den Opfern sein können, ist ihm offenbar egal – und in „Joker’s Wild“ (Ein Clown sieht rot, S01E41) soll ein ganzes Casino dran glauben, weil der Betreiber sich erdreistet hat, sich seinen Namen und sein Gesicht fürs Konzept auszuleihen. Der Joker ist ein Egomane, der schnell zu reizen ist. Und genau das soll ausgenutzt werden, um das Casino in die Luft jagen zu lassen und damit Versicherungsbetrug zu begehen. Bei allem Wahnsinn bleibt der Clown arg berechenbar.

Der Joker ist sich trotz seines Narzissmus nicht zu fein, auf Hilfe zurückzugreifen. Einmal ist es ein Kind (der Junge des Bürgermeisters), dann ist es ein armer Niemand, der ihn auf der Straße angepöbelt hat und ihm daraufhin einen Gefallen erweisen muss. In „Joker’s Favor“ ist es zum ersten Mal auch Harley Quinn. Da ist sie noch eine kuriose Randerscheinung, die sich als Polizistin verkleidet, schnell festgenommen wird und hinterher bereut, nicht auf die Kosmetikerinnen-Schule gegangen zu sein. (Später, im Comic Mad Love, wird eine Psychologin aus ihr.)

In der zweiten Staffel hat Harley Quinn ihren ersten großen Auftritt: In „Harlequinade“ (dt. Ein Bomben-Spaß, S02E07) muss sie Batman helfen, den Joker davon abzuhalten, die ganze Stadt in die Luft zu jagen. Der hat nämlich eine Atombombe gestohlen und will damit Batman, die Polizei und alle anderen, die er hasst, auf einmal vernichten – zur Not geht er dabei auch selbst drauf. Der Joker erreicht als ‚Harlequin of Hate‘ hier seinen Höhepunkt: als ‚Jester of Genocide‘.

Joker in Batman TAS: Harlequinade

Joker als Kamikaze-Flieger

Durch das Zusammenspiel des Teams Batman & Harley gibt es viel zu lachen. Und auch hier wird die pathologische Beziehung deutlich, die Harley mit Joker verbindet. (Kurz zuvor war der Comic Mad Love erschienen.) Denn auch wenn seine Handlangerin erkennt, dass er sich nicht um sie schert, und sie ihn daraufhin umbringen will, kehrt sie am Ende doch in seine Arme zurück. Joker nimmt den Mordversuch an ihm gelassen. Er wollte ja sowieso sterben …

Der Joker ist vor allem ein Showman alter Schule: Er verkleidet sich als Clown, hat sein Geheimversteck („Ha-Hacienda“) in einem stillgelegten Freizeitpark. Er will Aufmerksamkeit und Anerkennung, aber vor allem ist er Alleinunterhalter in dem Sinne, dass er am liebsten sich selbst bespaßt: In Mad Love muss seine Rache an Batman ein Meisterwerk sein.

In „Make Em Laugh“ (Lach dich tot, S02E18) hat er  – wie in The Killing Joke – Ambitionen, ein großer Comedian zu sein. Nachdem er, verkleidet als „Smilin‘ Shecky Rimshot“ („Shecky, der Charmebolzen“), bei einem Comedy-Wettbewerb abgelehnt wurde, weil er die Anmeldefrist verpasst hat, rächt er sich an der Jury, indem er die drei Mitglieder mit Mad Hatters Gedankenkontroll-Chips verrückt macht. Sie glauben daraufhin, Superschurken zu sein.

Condiment King in Batman TAS

Condiment King

Der eine hält sich für den Condiment King („Gewürz-König“) und läuft mit einer Unterhose herum, der andere raubt als „Pack Rat“ Müll, die dritte schwingt als „Mighty Mom“ den Wischmop. Für Batman sind diese Gestalten eher lästig, für den Zuschauer sorgen sie für absurde Unterhaltung.

Joker: Smilin' Shecky Rimshot

Joker als Shecky, der Charmebolzen

Der Joker schnappt sich den Comedy-Pokal auch ohne dass er sich genötigt sieht, ihn zu gewinnen, denn er meint, ihn verdient zu haben. Allerdings hätte er Chancen gehabt, denn bei seinem ersten Auftritt haben tatsächlich die Leute über seine Witze gelacht – bevor er von der Bühne geholt wurde.

Batman und Robin auf dem Clownsballon.

Die Episode endet mit einer Blamage: Nach einem Finale auf einem Clown-Luftballon verliert der Joker seine Hose und wird zum Gespött der Leute. Damit wird er seiner alten Rolle aus dem Golden Age gerecht: die der Lachnummer.

„Eine Schande ist das: der Joker in Unterhosen.“

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Der falsche Hush

Hush hält Joker gefangen. (Warner Bros.)

Titel: Batman: Hush

Regie/Drehbuch: Justin Copeland/Ernie Altbacker

Erschienen: 2019 (Direct-to-Video)


ACHTUNG: SPOILER!!!

Man nehme alle großen Schurken, verstricke sie in eine Verschwörung gegen Batman, packe eine Liebelei mit Catwoman hinein und würze das Ganze mit Superman und einem alten Freund aus Bruce Waynes Jugend. Richtig gemixt kommt Hush heraus – eine der besten Batman-Storylines des 21. Jahrhunderts.

Von daher müsste es ein Leichtes sein, den Comic von Jeph Loeb und Jim Lee zu verfilmen. Theoretisch. Denn wie Animationsversuche von The Killing Joke zeigen, stellt ein Klassiker als Vorlage noch längst keine Garantie für einen guten Film dar. Und so ist es leider auch hier.

Ivy küsst Catwoman …

Batman: Hush ändert zunächst den ersten Gegner: Statt Killer Croc tritt Bane auf. Die Änderung leuchtet nicht ein, wahrscheinlich hat man einfach nur auf den bekannteren Namen gesetzt, auch wenn Bane deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt – was übrigens auch im Film bemerkt wird. Auch wenn es interessant wäre, nicht immer nur die üblichen Verdächtigen zu zeigen, ist diese Änderung noch zu verschmerzen.

Ivy küsst Superman.

Am Ende fehlt die Jason-Todd-Szene, was verständlich ist, denn Red Hood ist in den Filmen längst etabliert und die Szene hätte keinen Effekt mehr. (Der Film spielt auch unmittelbar nach Death of Superman.) Auch andere kleinere Änderungen (Batgirl statt Huntress, Catwoman stürzt Lois vom Dach) sind akzeptabel.

Doch im Laufe der Handlung stellt sich heraus, dass sogar das Herzstück des Comics fehlt: Die Rückblenden in Bruce Waynes Jugend mit Thomas Elliot, im Comic wunderbar von Jim Lee inszeniert, existieren nicht. Dadurch wird Thomas zu einem sehr oberflächlichen Charakter reduziert. Und das hat einen Grund …

JETZT KOMMT DER SPOILER!

Denn Thomas ist gar nicht Hush, sondern Riddler. Im Comic stellt sich dieser zwar als graue Eminenz heraus, aber hier bleibt Thomas Elliot tot und der Riddler ist der wahre Bösewicht. Entweder wollte man es sich leicht machen, um Zeit zu sparen, oder man wollte auch den Comiclesern eine Überraschung bieten.

So ehrenwert der Trend erscheinen mag, dem Riddler zu mehr Ernsthaftigkeit zu verhelfen: Gelungen ist der Versuch nicht. Denn dadurch wird Hush nur zu einem billigen Gimmick einer typischen Schurken-Aktion. Ohne persönliche Vendetta wirkt die Verschwörung hohl. Und dementsprechend langatmig wirkt die scheinbar nicht enden wollende Prügelei im Finale. Nicht mal Batman nimmt den Riddler ernst.

Batman küsst Catwoman – und zwar oft …

Ansonsten wird in dem Film nicht nur geprügelt, sondern auch viel geküsst. Das liegt natürlich vor allem an der Liebesgeschichte. Batman offenbart sich Catwoman, aber am Ende scheitert die Beziehung. Batman will Riddler vor dem Feuer retten, Catwoman hindert ihn daran, der Riddler stürzt in den Tod. Erst dadurch wird deutlich, dass die beiden zu verschieden sind, um ein Paar zu sein. Das wiederum ist ein viel stärkeres Ende als im Comic, wo es bloß um Batmans mangelndes Vertrauen geht.

Trotzdem gilt: Hush sollte lieber gelesen werden. Den Film kann man sich sparen.

Batman: Hush (Warner Bros.)

Batman: Hush (Warner Bros.)

>> Liste der Batman-Filme

Vorschau auf Animationsserie „Harley Quinn“

Harley Quinn bekommt im Oktober eine eigene Zeichentrickserie auf dem Streamingdienst DC Universe. Die erste Vorschau, die zugleich ein Blick hinter die Kulissen ist, zeigt, dass es eine Serie für Erwachsene sein wird: Knochen brechen, Blut fließt, Köpfe explodieren – und es wird geflucht.

Mit dabei wird natürlich der Joker sein (gesprochen von Alan Tudyk), von dem sich Harley (gesprochen von Kaley Cuoco) immer noch zu emanzipieren versucht, aber auch Poison Ivy, Clayface, Riddler, Batman und Wonder Woman werden eine Rolle spielen.

Harley Quinns Look orientiert sich zunächst an Batman: The Animated Series, dann aber an dem Punk-Stil aus dem Suicide Squad-Spielfilm, der sich auch in den Comics niedergeschlagen hat.

Wo und wann Harley Quinn auf Deutsch erscheinen wird, steht noch nicht fest.

Man-Bat in Batman: The Animated Series

Batman versus Man-Bat

Batman versus Man-Bat: On Leather Wings.

Titel: On Leather Wings/Terror in the Sky (dt. Auf mächtigen Schwingen/Terror am Himmel)

Drehbuch: Mitch Brian/Steve Perry, Mark Saraceni

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series S01E01/45)


Die legendäre Batman: The Animated Series beginnt nicht mit dem jungen Bruce Wayne und dem Mord an den Eltern. Sie beginnt mit Man-Bat. Eine interessante Wahl, denn durch die Ähnlichkeit zu Batman entsteht sogleich ein zusätzlicher Konflikt.

Ein ominöser Fledermausmensch raubt Pharma-Unternehmen aus. Die Polizei vermutet dahinter das Werk von Batman und beginnt, ihn zu jagen. Der Held muss versuchen, seine Unschuld zu beweisen, indem er den Schuldigen findet. Bruce Wayne sucht den Fledermausforscher Dr. March auf, der Menschen mit Fledermaus-Serum widerstandsfähiger machen will, damit sie eine mögliche Apokalypse überleben. Dann kommt Batman hinter das Geheimnis: Marchs Kollege Kirk Langstrom verwandelt sich in das Zwitterwesen.

Kirk Langstrom

Kirk Langstrom

Batman jagt Man-Bat durch Gotham, während die Polizei Batman jagt. Harvey Bullock führt die Truppe an, während Commissioner Gordon ihn zurückhält und Partei für Batman ergreift. Am Ende entwickelt Batman ein Gegenmittel, heilt Langstrom und bringt ihn zurück zu seiner Frau Francine.

She-Bat heult den Mond an

She-Bat heult den Mond an

Im zweiten Teil, Terror in the Sky, ist es – ACHTUNG SPOILER – Francine, die sich in eine Fledermaus verwandelt und Gotham in Angst versetzt. Zunächst verdächtigt Batman Kirk Langstrom, dann lernt er auf die harte Tour, dass es die Person ist, mit der er am wenigsten gerechnet hat. Dr. March hat nämlich seine Forschungen fortgesetzt und ein neues Serum entwickelt. Durch Zufall ist Francine damit in Berührung gekommen und verwandelt sich, ohne sich hinterher daran erinnern zu können.

Francine Langstrom verwandelt sich in She-Bat

Francine Langstrom verwandelt sich.

Als sie Kirk schon per Flieger verlassen will, folgt er ihr und in der Luft kommt es zur Verwandlung. Aus Francine wird She-Bat. Wieder muss Batman eingreifen und sie zurückverwandeln.

Batman liegt im Schnee

Batman am Boden

Auch wenn die Serie damit im Grunde den Comics folgt, fehlt ihr das Drama. In der zweiten Folge raubt She-Bat zu Beginn Obst, um es selbst zu fressen. Das ist kein interessanter Einfall, der die Handlung voranbrächte. Stattdessen setzt man mehr auf das Mysterium, das – zumindest für Comic-Leser – längst keins mehr ist. Durch die Geheimniskrämerei bleiben die Charaktere eher oberflächlich, anders als zum Beispiel Two-Face oder Clayface, die für ihre Origins Doppelfolgen bekommen haben und dadurch an Tiefe gewannen.

Das dürfte auch der Grund sein, weshalb Man-Bat weder in Staffel 2 noch in Staffel 3 auftaucht.

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden
>> Liste der Man-Bat-Comics

Ein Trailer zu „Batman: Hush“

Hush gehört zu den beliebtesten und wichtigsten Batman-Storylines des 21. Jahrhunderts. In diesem Sommer erscheint auf Blu-ray eine Zeichentrick-Adaption des Comics von Jeph Loeb und Jim Lee. Im ersten Trailer sieht man viele vertraute Szenen und Gesichter: Joker, Harley Quinn, Poison Ivy und Catwoman, auch Nightwing wird eine Rolle spielen.

Batman: Hush (Warner Bros.)

Batman: Hush (Warner Bros.)

Batman wird gesprochen von Jason O’Mara, der ihm bereits für Son of Batman, Batman vs. Robin und Bad Blood seine Stimme geliehen hat.

UPDATE: Batman: Hush erscheint am 20. Juli als Download und am 13. August als Blu-ray. Einen deutschen Veröffentlichungstermin gibt es noch nicht.

Neue Trailer zu Justice League und Doom Patrol

Der nächste DC-Animationsfilm, Justice League vs. The Fatal Five, erscheint am 30. März 2019 digital und am 16. April 2019 auf Blu-ray (zumindest in den USA). Der Trailer zeigt ein Team aus Superman, Batman, Wonder Woman, Green Lantern (Jessica Cruz), das auf die Legion of the Superheroes aus der Zukunft trifft. Es wird der insgesamt achte Justice League-Zeichentrickfilm sein.

Batman wird wieder gesprochen von Kevin Conroy. Er hat bereits Batman in The Animated Series und anderen Zeichentrickfilmen seine Stimme geliehen und ist mit mittlerweile 27 Jahren der dienstälteste Batman-Darsteller.

Und da wir gerade bei Trailern sind: Hier ist noch eine ausführliche Vorschau zur Live-Action-Serie Doom Patrol, die in den USA gerade beim Streamingdienst DC Universe angelaufen ist und bereits viel Lob bekommen hat. Ob die Serie in Deutschland, wie auch Titans, auf Netflix erscheint, ist noch unklar. Der Trailer ist allerdings vielversprechend.

Die Zeit im Würgegriff

Titel: The Clock King/Time Out of Joint

Drehbuch: David Wise/Alan Burnett, Steve Perry

Erschienen: 1992/1994 (Batman: The Animated Series S01E25, S02E08)


Der Clock King erlebt in Batman TAS ein Comeback als Temple Fugate, einen steifen Spießer, der sein Leben nach einem strengen Zeitplan lebt, aber deshalb auch furchtbar angespannt ist, wenn mal etwas nicht nach Plan läuft. Im Zug gibt ihm der spätere Bürgermeister Hamilton Hill den Rat, sich mal locker zu machen und zur Abwechslung seine Kaffeepause 15 Minuten später zu machen – und rauszugehen statt im Büro zu hocken. Fugate tut, wie geraten, aber durch eine Reihe unglücklicher Zufälle kommt er zu spät zu einer wichtigen Gerichtsverhandlung und sein Unternehmen geht pleite.

Temple Fugate alias Clock King

Sieben Jahre später nimmt er Rache an Bürgermeister Hill. Als „Clock King“ (Uhrenkönig) trägt Fugate eine Brille mit Uhrenzeigern und einen Gehstock, der wie ein Zeiger geformt ist. Hill soll von den Zeigern einer Uhr zerquetscht werden. In der spannendsten Szene geht Batman fast drauf, als er von Fugate in einem Safe eingeschlossen wird. Während Batman der Sauerstoff ausgeht, muss er eine Bombe wegschaffen …

Time Out of Joint

Um eine Sprengladung geht es auch in der zweiten Episode mit dem Clock King: Um seine Rache an Hill zu vollenden, stiehlt er von einem Wissenschaftler ein Gerät, mit der er die Zeit selbst manipulieren kann. Damit kann er das Geschehen um sich herum anhalten und sich unbemerkt an den Bürgermeister ranschleichen.

Batman und Robin kriegen die Maschine zu spüren, als Fugate sie am Batmobil befestigt – dann rast die Zeit um sie herum. Die Szene ist skurril: Einerseits klopft Batman schlaue Sprüche in Sachen Physik, andererseits denkt niemand daran, das Batmobil abzuschleppen, das zwei Tage lang auf der Straße den Verkehr blockiert.

Der Erfinder der Zeitmaschine

Wie dem auch sei: Im Finale muss Batman eine Bombe beseitigen. Schlau wie er ist, befestigt er das Zeit-Gerät daran und verlangsamt die Explosion, so kann er damit wegrennen. Die Szene erinnert natürlich an den Kinofilm Batman hält die Welt in Atem, in der Batman versucht, eine Bombe loszuwerden. Allerdings ist hier die Lage etwas ernster …

Batman rennt mit der Bombe

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Ra’s al Ghul in The Animated Series

Ra’s al Ghul in Batman: TAS

Batmans erste Begegnung mit Ra’s al Ghul in The Animated Series hält sich weitgehend an die ersten Comics aus den 70ern. Zunächst wird in Off Balance (S01E50) Talia mit der Society of Shadows eingeführt, die in den Comics League of Assassins heißt, allerdings ist hier der Schurke Count Vertigo, eine Figur, die erst 1978 – also nach Ra’s al Ghul – in den Comics auftauchte.

Count Vertigo

Die Story in BTAS weicht stark ab: Die Schattenkrieger stehlen einen Ultraschallbohrer von Wayne Enterprises. Talia hilft Batman, sie wiederzubeschaffen. Count Vertigo, der mittels eines Monokels Schwindel verursachen kann, nimmt beide gefangen. Am Ende besiegen sie den Schurken zwar, aber Talia haut mit der Kanone ab. Allerdings hat Batman vorgesorgt. Schließlich sehen wir, wer Talias Vater ist.

Her mit der Kanone: Talia

Die Episode gehört zu den schwächeren der Serie. Es fehlt sowohl eine spannende Handlung, ein interessanter Gegner als auch eine Anziehung zwischen Batman und Talia. Bemerkenswert: Die Folge beginnt auf der Freiheitsstatue von Gotham – ein Hinweis darauf, dass sich die Stadt an New York orientiert (und schon immer damit gemeint war).

Freiheitsstatue von Gotham

Die Qualität steigert sich in dem Zweiteiler The Demon’s Quest (S01E60-61), geschrieben von Dennis O’Neil, der sich an seinen Skripten für Daughter of the Demon (Batman #232) und The Demon Lives Again (Batman #244) orientiert. Ra’s al Ghul entführt Robin, um Batman zu testen und bietet ihm hinterher Tochter Talia und sein Imperium an. Der Auftakt ist deshalb bemerkenswert, weil die Folge damit beginnt, dass Robin in seinem Studentenwohnheim entführt wird. Der Täter ist ein Mann in einer Maske, die an einen Schakal erinnert. Erst dann wird die Titlecard mit dem Namen der Episode eingeblendet.

Batman gegen Panther

Der Rest der Episode ist sehr ähnlich aufgebaut: Batman folgt der Schnitzeljagd nach Kalkutta, besiegt dort Attentäter, fliegt nach Malaysia (fehlt in den Comics), besiegt einen Panther (in den Comic ein fleckiger Leopard), fliegt nach Nepal, besiegt dort Attentäter und findet Robin.

Ra’s al Ghul mit Maske

Der größte Unterschied: Ra’s al Ghul erzählt Batman schon bei der etwas von seinen Plänen, die Welt zu reinigen. Allerdings bleibt es nur bei Andeutungen. Trotzdem weiß Batman später, dass Ra’s die halbe Menschheit auf dem Gewissen hat, obwohl erst ganz am Ende des zweiten Teils der Schurke seinen Plan erklärt.

Heiter mit Aussicht auf Wahnsinn: Ra’s hat Spaß nach Lazarus-Kur

Ra’s stirbt und wird in der Lazarus-Grotte (so der deutsche Name) wiederbelebt, er dreht durch, will seine Tochter in die Grube werfen, doch sie bringt ihn mit einer Backpfeife zur Vernunft. Sein Plan besteht darin, alle Lazarus-Grotten der Welt zu sprengen und die Menschheit in der Brühe auszulöschen. Ein solcher Plot fehlt in den Storys der 70er. Es bleibt nur bei Andeutungen. Das ist in der Serie besser gelöst, denn da ist ganz klar, was der Schurke will und es gibt nicht nur einen Konflikt um Talia und Ra’s Nachfolge, sondern eine Gefahr für die ganze Welt, die Batman abwenden muss.

Ra’s und Batman beim Duell

Am Ende kommt es zu dem ikonischen Schwertkampf oben ohne in der Wüste aus The Demon Lives Again (Batman #244). Es ist allerdings etwas unelegant gelöst, wie Batman sein Oberteil verliert: Sinnloserweise zerreißen es die Schergen, obwohl sie ihn nur durchsuchen sollen. Im Comic zieht sich Batman einfach aus, was ja auch sinnvoll ist bei einem Duell in brütender Hitze. Kurz: Die Serie übernimmt das Beste aus den Comics und rafft alles zu einer viel stimmigeren Erzählung zusammen.

Talia und Batman küssen sich

Zwei Wiedersehen gibt es in der zweiten Staffel. Avatar (S02E04) ist wieder eine schwächere Episode, in der Ra’s al Ghul eine altägyptische Schriftrolle stiehlt und damit in Ägypten eine Grabkammer sucht, in der er sich ewiges Leben erhofft. Er erlebt dann eine böse Überraschung wie Jack Torrance in Zimmer 237 aus Shining … Die Sache endet in einem Mumien-B-Movie-Finale mit grünen Schlamm-Monstern. Nicht der Rede wert.

Böse Mumie mit Monstern

Obwohl Ra’s Bruce und Talia beinahe umbringt, erbarmt sich am Ende seine Tochter und befreit ihren Vater, als Batman ihn den Behören übergeben will. Die Familie lässt Batman in der Wüste sitzen. Immerhin lässt ihm Ubu eine Flasche Wasser da. Warum sie aber durch die Wüste reiten, wenn sie bereits in Kairo waren und nur zum Flughafen fahren müssten, bleibt das größte Rätsel der Folge.

Talia bedroht Batman

Die Folge Showdown (S02E13) ist eine Ausnahme-Erscheinung. Es handelt sich kaum um eine Batman-Story. Held der Geschichte ist der Revolverheld Jonah Hex und die Haupthandlung spielt im Wilden Westen. In der Gegenwart entführt Ra’s al Ghul einen Unbekannten aus einem Altenheim, Batman und Robin folgen ihm zum Flughafen und hören sich einen Bericht an, den Ra’s ihnen hinterlassen hat. Im Jahr 1883 versucht Ra’s al Ghul mit einem Kriegsluftschiff, die Eisenbahn zu zerstören und sich in Washington zum Herrscher der USA machen zu lassen. Jonah Hex jagt dessen Handlanger Arcady Duvall.

Jonah Hex

Das Steampunk-Abenteuer ergibt nicht wirklich den tieferen Sinn, den es vorgibt: Ra’s al Ghul prangert im 19. Jahrhundert eine Umweltzerstörung an, die kaum nennenswert ist, bläst aber mit seinem dampfbetriebenen Luftschiff selbst mächtig viel Rauch (und CO2) in die Luft. Dann warnt er zwar die Menschen vor dem bevorstehenden Beschuss, lässt aber ohne Rücksicht auf Verluste auf eine Stadt losballern.

Ra’s al Ghul mit Arcady Duvall

Am Ende stellt sich heraus, dass Duvall Ra’s Sohn ist und es um nichts anderes als eine Familienzusammenführung geht. Ra’s schlägt Batman vor, die Klingen ein anderes Mal zu kreuzen und das Dynamische Duo lässt ihn ziehen.

Ra’s al Ghul mit Sohn

Weitere Auftritte in dem Serien-Universum hat Ra’s al Ghul in Superman: The Animated Series („The Demon Reborn“) und in Batman Beyond („Out of the Past“).

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