Animation

Neuer Trailer: „Batman: The Doom That Came to Gotham“

DC hat seine Elseworlds-Story The Doom that Came to Gotham (dt. Schatten über Gotham, 2000) als Animationsfilm adaptiert. Er soll am 28. März 2023 erscheinen. Der Trailer verspricht viel Mystik, Magie und Monster, darunter auch bekannte Gestalten wie Etrigan, Green Arrow, Ra’s al Ghul, Mr. Freeze, Killer Croc, Two-Face und James Gordon.

Die Vorlage stammt von Autor Mike Mignola (Gotham by Gaslight, Hellboy) und liefert ein altbekanntes Horrorrezept aus 20er-Jahre-Nostalgie, H.P. Lovecraft und Batman. Überzeugt war ich von dem Comic nicht, als ich ihn vor einigen Jahren las, aber vielleicht wird der Film unterhaltsamer – auch wenn ich kein großer Freund von diesem Zaubergedöns bin.

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Poison Ivy in Batman: The Animated Series

In der großartigen Batman-Zeichentrickserie der 90er ist Poison Ivy wie auch Catwoman vor allem eine Umweltaktivistin. Wir erfahren nicht, wie sie entstanden ist, wir wissen nur, dass sie Botanikerin ist. Aber woher ihr starkes Immunsystem kommt, wird nie erklärt. Die Autoren haben sich dazu entschieden, die Figur als Geheimnis einzuführen.

Pamela Isley ist zunächst die Geliebte von Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent (bevor er Two-Face wird). Er ist ihr total verfallen, will sie heiraten, obwohl er sie kaum kennt. Dann wird er vor den Augen von Bruce Wayne ohnmächtig und landet im Krankenhaus – wegen einer Vergiftung. Poison Ivy will sich an ihm rächen, weil er beim Spatenstich für ein neues Gefängnis dabei war und weil beim Bau später eine vom aussterben bedrohte Rosenart vernichtet wurde.

Vielleicht hätte Ivy etwas subtiler dabei vorgehen können, denn die Verantwortliche ist schnell gefunden, Batman spürt Ivy in einem Gewächshaus auf, das mit einer Falltür versehen ist und in dem eine riesige fleischfressende Pflanze ihre Tentakel ausfährt. Zum Schluss gelingt es ihm, der Schurkin ein Gegenmittel abzuluchsen und sie in den Knast zu bringen, den sie so sehr hasst …

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Pinguin in Batman: The Animated Series

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Hoch die Flossen! Pinguin im DeVito-Stil. (Warner Bros.)

Der Pinguin von Danny DeVito in Batman Returns hat einen so großen Eindruck gemacht, dass die Figur in Batman: The Animated Series ihm nachempfunden wurde: mit langen schwarzen Haaren und Flossenhänden – wenn auch nicht ganz so düster, um kindgerecht zu sein. Und das ist auch schon das Problem. Denn so sehr sich die Macher der meist großartigen Serie bemüht haben, die schaurige Figur fürs junge Publikum anzupassen, haben sie vergessen, ihm als Charakter eine Tiefe zu verleihen wie bei anderen bis dato eindimensionalen Figuren wie Mr. Freeze.

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Pinguin mit Dolch im Kampf mit Batman.

Das geht schon ungünstig los mit einer Episode, in der weder der Pinguin noch Batman im Vordergrund stehen, sondern Kinder (I’ve Got Batman in My Basement, S01E13). Batman erwischt zwei Handlanger, die ein großes funkelndes Fabergé-Ei klauen, dann hat er es mit einem Riesengeier zu tun. Nach einer späteren Konfrontation mit dem Pinguin wird Batman von einer Rauchbombe außer Gefecht gesetzt, kann sich mit Mühe ins Batmobil retten. Zufällig sehen das zwei Kinder und sie bringen ihn mit dem Auto zu sich nach Hause, wo sie ihn im Keller gesund pflegen. Später bricht der Pinguin dort ein und wird nach Kevin-Allein-Zuhaus-Manier abgewehrt, bevor Batman wieder zu sich kommt und sich einen Kampf mit dem kleinen Dicken liefert.

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Mad Hatter in Batman: The Animated Series

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Jervis Tetch als Mad Hatter mit Alice. (Warner Bros.)

Jervis Tetch war ein Räuber, ein Hutsammler, ein Hobby-Neurologe und IT-Techniker, aber eins war er nicht: ein Hutmacher. Vor allem ging schnell der Bezug zum Vorbild aus Alice im Wunderland verloren, der nur beim ersten Auftritt des Mad Hatters 1948 vorhanden war. Das ändert sich in Batman: The Animated Series. Gleichzeitig wird zum ersten Mal ein Charakter aus der bisher eindimensionalen Figur.

Tetch ist hier zunächst ein (britischer) Wissenschaftler, der für Bruce Wayne arbeitet (Episode Mad as a Hatter/Der Verrückte Hutmacher S01E27). Von seiner direkten Vorgesetzten wird er unter Druck gesetzt, Resultate zu liefern. Mittels seiner Geräte bringt er Ratten Manieren bei, dann überträgt er die Gedankenkontrolle auf Menschen.

Auslöser ist die Liebe: Tetch schwärmt für seine Sekretärin, die junge Alice. Doch die ist bereits vergeben und interessiert sich nicht für ihren älteren Chef mit dem Überbiss, sondern hat einen Verehrer in ihrem Alter. Kurz überlegt Tetch, ihre Liebe mit seiner Technik zu erwirken, aber er lässt es, denn er will keine seelenlose Marionette.

Als Alice von ihrem Freund sitzen gelassen wird, wittert Jervis seine Chance und führt sie aus. Um sie zu beeindrucken, zieht er sich an wie der Mad Hatter aus Alice im Wunderland, weil es sein Lieblingsbuch ist und ein Plakat vom Hutmacher in seinem Labor hängt. Eine seltsame Masche, aber er setzt dabei auch seine Karten zur Gedankenkontrolle ein, sodass Jervis und Alice etwa im Restaurant vorzugsweise behandelt werden. Als ihn zwei Räuber angreifen, steckt er ihnen zwei seiner Karten in die Stirnbänder und befiehlt ihnen, von der Brücke zu springen – was Batmans Aufmerksamkeit erregt.

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Batman im Wunderland: Grinsekatze und Kaninchen. (Warner Bros.)

Alle Mühe ist jedoch vergebens, als Alice und ihr Freund wieder zusammenfinden. Dann entführt er Alice und bringt sie in einen Vergnüngspark im Wunderland-Stil. Dabei macht er aus ihr dann doch die Marionette, indem er sie in die Titelrolle zwingt. Batman kämpft gegen lauter willenlosen Menschen in Rollen aus dem Wunderland: Walross, Zimmermann, Kaninchen, Grinsekatze und die Herzkönigin. Durch die Gedankenkontrolle haben sie Superkräfte.

Mit dieser Episode erhält der Mad Hatter erstmals eine Vorgeschichte und Persönlichkeit – wie auch andere bis dato unterbelichtete Batman-Schurken (Two-Face, Clayface und Mister Freeze).

Alternative Traumwelt für Bruce Wayne

In Perchance to Dream erschafft der Mad Hatter eine Traumwelt für Bruce Wayne, in der seine Eltern noch leben und er nicht mehr Batman ist. Was es damit auf sich hat, wird erst am Ende klar, als die Illusion zerbricht und Bruce Wayne gegen Batman kämpft. Der Hatter erscheint, als Bruce Batman die Maske vom Gesicht reißt, und erklärt ihm, er sei auch nur eine Konstruktion. Indirekt zitiert er aus Alice Hinter den Spiegeln, als er die Meta-Frage stellt: „Are you the dreamer, or merely part of somebody else’s dream?“

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Hinter Batmans Maske steckt der Mad Hatter. (Warner Bros.)

Bruce befreit sich aus dem Traum, indem er sich von einem Turm stürzt. Nachdem er erwacht, offenbart ihm der (wahre) Hatter, er habe Batman ein perfektes Leben erschaffen wollen, damit er sich aus seinem heraushält. Eine überraschende Wendung: Statt Rache will der Hatter eine Win-Win-Situation schaffen.

Interessanterweise haben sich die Autoren von der Comicstory  Identity Crisis (Detective Comics #633, 1991) inspirieren lassen (wo die Auflösung aber eine ganz andere ist), die ist wiederum inspiriert von Alan Moores For the Man Who Has Everything. Hier hat man Mad Hatter also neue Fähigkeiten angedichtet, die in die Richtung von Matrix und Inception vorausweisen (wobei diese vom Roman Simulacron-3 inspiriert sind, der später als Welt am Draht und als The 13th Floor verfilmt wurde).

Hatters Sorgenpüppchen

In The Worry Men (Die Sorgenpüppchen, S01E65) arbeitet der Hatter ebenfalls zunächst hinter den Kulissen: Er verteilt an die High Society Gothams kleine Puppen, die Sorgen vertreiben sollen, wenn man sie sich unters Kopfkissen legt. Tatsächlich aber brachte er die Reichen damit nur dazu, ihm ihr Geld zu geben.

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Mad Hatter verkauft Sorgenpuppen. (Warner Bros.)

Am Ende erklärt Tetch, er habe danach dem Verbrechen abschwören wollen: Er wollte sich eine Insel kaufen, um dort einen Laden für Sonnenhüte aufzumachen: „Aber Inseln, selbst die kleinsten kosten Geld! Sehr viel Geld!“ Und so manipulierte er einen „Eingeborenen“, der die kleinen Figürchen herstellte, um sie mit seinen Mikrochips auszustatten. Dieser treibt dann in einem „Eingeborenen“-Kostüm mit Lendenschurz etc. das Geld ein und kämpft mit Batman.

Im Finale schickt der Hatter noch eine Reihe Roboter auf Batman los, die wie seine klassischen Gegner aussehen: Riddler, Pinguin, Harley Quinn und Joker.

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Albtraum für Schurken: Batman als Sorgenpuppe. (Warner Bros.)

Als Tetch wieder in Arkham ist, liegt ein Batman-Püppchen unter seinem Kopfkissen, das ihn von einem ehrlichen Lebenswandel träumen lässt – es scheinen sehr unruhige Träume zu sein.

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Neue Animationsserie: „Batman – Caped Crusader“

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DC Comics

DC hat eine neue Batman-Animationsserie angekündigt: Batman – Caped Crusader soll auf HBO Max erscheinen. Produziert wird sie von Bruce Timm (Batman: The Animated Series), J.J. Abrams (LostStar Trek, Star Wars VII & IX) und Matt Reeves (The Batman).

Ein Startdatum ist nicht angegeben, aber dafür das Versprechen, dass die Serie im Geiste von Batman TAS inszeniert sein soll: Batman und seine Schurken sollen neu erfunden werden mit anspruchsvollem Storytelling, ausgefeilten Charakteren und intensiver Action in einer visuell beeindruckenden Welt.

Detective Comics #31

DC Comics

Bilder aus der Serie oder Filmmaterial gibt es leider noch nicht zu sehen, lediglich ein Promobild, das einen Batman mit langen, teufelsgleichen Ohren über Gotham zeigt – ganz wie auf dem Cover zu Detective Comics #31. Dieser Retrostil könnte eine Rückkehr zu den Wurzeln andeuten, und tatsächlich ist der offiziellen Ankündigung von „noir roots“ die Rede.

Außerdem wurde zeitgleich eine neue Superman-Serie angekündigt: My Adventures With Superman, eine Coming-of-Age-Story im Anime-Stil.

Und da wir schon von Animation sprechen: Der zweite Trailer zum Zweiteiler The Long Halloween ist raus. Viel Spaß dabei.

Mit Kung-Fu gegen Schlangen

Warner Bros.

Titel: Batman – Soul of the Dragon

Drehbuch: Jeremy Adams

Erschienen: 2021 (Direct-to-Video)


Bruce Wayne hat bekanntlich viele seiner Fähigkeiten im Fernen Osten erlernt. In Soul of the Dragon ist er nach Nanda Parbat gereist, wo er von einem Meister namens O-Sensei ausgebildet wurde. Dabei hat er Shiva, Richard Dragon, Jade, Ben Turner und Rip Jagger kennengelernt. Und natürlich war Bruce der fanatischste von allen. Während andere irgendwann aufgeben, sinnloserweise auf einen glühenden Stein einzuschlagen, prügelt Bruce sich stumpf die Knöchel blutig. Dort bewachen sie auch ein geheimnisvolles Tor, das den bösen Schlangengott Naga fernhält. O-Sensei opfert sich, um ihn zurückzudrängen.

Richard Dragon, Shiva, Ben Turner und im Hintergrund Batman: „Soul of the Dragon“. (Warner Bros.)

Jahre später kommt die Band wieder zusammen, um gegen den Oberfiesling Jeffrey Burr zu kämpfen, der seine Prostituierten nach Gebrauch (anders kann man das leider nicht nennen) Schlangen zum Fraß vorwirft und dabei zuschaut. Burr führt den Kult Kobra an und will Naga befreien, um – na klar – die Welt zu beherrschen. Dafür stiehlt er das Schwert, mit dem man das Tor öffnen kann.

Soul of the Dragon lebt vor allem von der Nostalgie. Der Animationsfilm ist eine Hommage an die Kung-Fu-Filme der 70er, dazu gibt es James-Bond-Anleihen, fernöstliche Weisheiten, Mystizismus und irgendwo dazwischen auch Batman. Und das ist schon das erste Problem. Denn es ist anders als der Titel verspricht, kein Batman-Film, sondern der Titelheld ist nur einer von einigen – und während die anderen in zivil kämpfen, fällt er mit seinem Kostüm als Fremdkörper heraus. Wahrscheinlich ist er deswegen auch nur meist als Bruce Wayne zu sehen.

Man kann aber auch nicht behaupten, dass man sich für die anderen Charaktere interessiert. Richard Dragon und Co. bleiben oberflächlich, keiner bekommt genug Raum, völlig eindimensional gerät der Schurke, der einfach nur sehr böse ist. Dazu gibt es flache, selten geistreiche Sprüche und zum Schluss gleitet die Handlung in völlige Albernheiten hinab, wenn abgetrennte Arme zu Schlangenmenschen werden und sogar Finger Schlangenform annehmen.

Ansonsten ist Soul of the Dragon mal wieder so ein DC-Animationsfilm, der genauso aussieht wie alle anderen und daher auch visuell uninteressant bleibt. Einzig nennenswert sind die Kampfszenen. Das scheint auch der einzige Reiz gewesen zu sein, diesen Film zu machen. Aber das allein reicht leider nicht, um ein erwachsenes Publikum zu begeistern (und dafür ist der Film gemacht, für Kinder ist er viel zu brutal). Das Ende bleibt offen, als könnte es noch eine Fortsetzung geben, aber nötig ist sie bestimmt nicht.

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Neue Filme: „The Long Halloween“ und „Soul of the Dragon“

Batman: The Long Halloween (Cover)

Batman: The Long Halloween (DC Comics)

DC hat drei neue Zeichentrickfilme für 2021 angekündigt, darunter zwei Batman-Filme: Zum einen eine Adaption des Klassikers Batman: The Long Halloween, zum anderen eine neue Story: Batman: Soul of the Dragon. Darüber hinaus soll auch Justice Society: World War II erscheinen, über den noch nichts bekannt ist. So wurde es beim IGN-Panel von DC Fandome zu Superman: Man of Tomorrow angekündigt.

The Long Halloween soll, wie schon die Adaption von The Dark Knight Returns, als Zweiteiler herauskommen, der erste Teil ist für den Sommer, der zweite für den Herbst angekündigt. Es handelt sich ursprünglich um eine Storyline von Jeph Loeb und Tim Sale, die von Batmans Anfangszeit nach dem Year One handelt. Batman sucht den Serienmörder Holiday, der an Feiertagen Mitglieder der Mafia tötet. Dabei begegnet er auch klassischen Schurken wie dem Joker, Poison Ivy und Catwoman. The Long Halloween erzählt zugleich die Entstehungsgeschichte von Two-Face, fortgesetzt wurde sie in Dark Victory. Beide Teile zählen zu den besten Batman-Comics.

Batman: Soul of the Dragon (Warner Bros.)

Der Film Batman: Soul of the Dragon wird angekündigt als ein Kung-Fu-Abenteuer im Stil der 70er Jahre. Batman trifft dabei auf Bronze Tiger, Richard Dragon, Lady Shiva, O-Sensei und Jeffrey Burr (Kobra). Regie führen wird Veteran Sam Liu, der bereits The Killing Joke und Gotham by Gaslight adaptiert hat.

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Die Rache des Rätselkönigs

Verkanntes Genie: Edward Nigma als Riddler.

Wie übersetzt man Riddler? In der deutschen Fassung von Batman hält die Welt in Atem, des Spielfilms von 1966, hieß er noch „Rätselknacker“, obwohl er die Rätsel eher aufgab, als sie zu lösen. In der Comicversion hieß er 1969 noch „Mr. Sphinx“ – sehr geistreich (Superman 3, Ehapa Verlag). In Batman: The Animated Series nennt er sich „Rätselkönig“. Das ist zwar ziemlich anmaßend, aber es ist zumindest nah dran am Selbstverständnis des Schurken. Drei Episoden werden ihm gewidmet.

Edward Nygma (hier mit y geschrieben) arbeitet als Computerspielentwickler für Daniel Mockridge. Er hat den Bestseller Das Rätsel des Minotaurus erschaffen, ein Spiel, das sogar Robin in seinen Bann zieht. Doch dann entlässt ihn Mockridge einfach ohne Vorwarnung. Als Nygma erklärt, sein Genie sei für die Firma unentbehrlich entgegnet sein Chef nur: „If You’re So Smart, Why Aren’t You Rich?“ (S01E40)

Mörderischer Minotaurus.

Zwei Jahre später rächt sich Nygma, indem er in einen grünen Anzug steigt und seinen ehemaligen Arbeitgeber entführt. Batman und Robin müssen ihn aus einem riesigen Labyrinth befreien, bevor ein mechanischer Minotaurus Mockridge tötet. Dabei müssen sie Rätsel lösen und Fallen ausweichen. Nygma ist also nicht nur ein Experte für Computerspiele, sondern auch ein Genie in Sachen Roboter, denn er hat offenbar auch technische Wunder wie eine fliegende Riesenhand konstruiert. Batman weiß, sich die Waffe zunutze zu machen.

Riddler quält Gordon in seiner virutellen Welt.

In der Fortsetzung stellt sich die Frage: What is Reality? (S01E48) Nachdem der Riddler die Computersysteme von Banken, der Börse und der Polizei hackt, um alle Spuren seiner Identität auszulöschen, lässt er der Polizei einen Riesencomputer liefern. Mit Virtual Reality-Helmen können sich Batman und Robin in eine digitale Spielewelt versetzen. Von dort müssen sie Commissioner James Gordon befreien. Unterwegs muss Batman wieder Rätsel lösen und gegen Todesfallen kämpfen, Robin hilft ihm mit Kommentaren aus dem Off – im Grunde folgt die Geschichte demselben Schema wie die erste Episode.

Dunkler Rittler reloaded: Batman in neuer Rüstung.

VR war Anfang der 90er noch eine spannende Zukunftsvision. Interessanterweise nimmt diese Episode aber einen Film wie Matrix vorweg. Schon hier kann man nicht einfach den Stecker ziehen, wenn man aus der künstlichen Welt im Kopf ausbrechen will, weil man sonst stirbt. Schon hier entdeckt Batman wie später Neo, dass er nicht der Willkür von Riddlers Welt ausgesetzt ist, sondern sie nach eigenen Regeln nutzen kann, weil er sich selbst kontrolliert.

Gefangen in der Virtual Reality: Riddler.

Am Ende ist es der Riddler, dem seine eigene Erfindung zum Verhängnis wird, weil er von ihr überfordert wird. Er endet in einem katatonischen Zustand. Was er aber eigentlich mit der Aktion bezwecken wollte, bleibt das ungelöste Rätsel dieser Episode.

Resozialisierung für den Rätselkönig?

In der zweiten Staffel versucht Edward Nygma, ein neues Leben anzufangen (Riddler’s Reform, dt. Der Rätselkönig S02E14). Er wird aus Arkham entlassen und schließt einen Vertrag mit einem Spielzeughersteller. Der Riddler wird zur Handesmarke. Aber Batman wird den Verdacht nicht los, dass der Rätselkönig immer noch Raubzüge plant. Antiquitäten werden gestohlen, dann Juwelen. Nygma beteuert seine Unschuld. Sieht Batman schon Hinweise und Rätsel, wo keine sind?

Edward Nygmas Genie kommt auch bei Frauen gut an.

Natürlich nicht. Der Riddler führt Böses im Schilde. Aber warum, wenn er doch offenbar ausgesorgt hat? Ganz einfach: Er kann nicht anders. Der Riddler ist ein zwanghafter Spieler, besessen von Rätseln. Das klingt zwar wie eine typische Erklärung für Batmans Schurken, aber in dieser Folge hat man zum ersten Mal den Eindruck, dass es sich wirklich um einen Charakter handelt. Edward Nygma genießt den Ruhm, Frauen interessieren sich für ihn, er nimmt Teil am Leben der High Society.

Am Ende lockt er Batman in eine Todesfalle und jagt ihn scheinbar in die Luft. Danach wirft er sein Riddler-Kostüm ins Feuer. Als Batman dann aber wieder vor ihm steht, fragt er ihn, wie er da rausgekommen ist, aber er erfährt es nicht – das macht ihn rasend. Wobei die Lösung dafür ziemlich simpel ist: Batman versteckt sich in einem Tresor. Es stellt sich eher die Frage, wie er da wieder rausgekommen ist …

Damit hat der Riddler zum Schluss noch den Auftritt in der Serie bekommen, den er verdient hat. In der dritten Staffel (bzw. vierten: The New Batman Adventures) kommt er nicht mehr vor. Schade – man hätte mehr daraus machen können. In den Comicserien Batman Adventures und Gotham Adventures kommt er dafür noch einige Male zum Zuge.

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Wie „Batman: The Animated Series“ entstanden ist

Batman in The Animated Series (Warner Bros.)

Für mich repräsentiert sie Batman schlechthin: The Animated Series aus den 90er-Jahren. Keine andere TV-Serie und wahrscheinlich auch kein Film wird der Quintessenz von Batman so gerecht wie diese Zeichentrickserie: Das düstere Gotham als Film Noir-Setting, das zeitlose Art déco-Design, die wunderbare Dynamik der Animation, die aufs Wesentlichste reduziert ist, die perfekt getroffenen Figuren, und natürlich Geschichten, die ans Herz gehen hinterlassen einen tiefen Eindruck. Die eingängige Orchestermusik verleiht dem Ganzen die Würde einer edlen Hollywood-Produktion.

Nein, das ist eigentlich keine Serie für Kinder, sondern eine für Erwachsene. Eine für Genießer. Eine, die das Kunststück vollbringt, Batman ernst zu nehmen. Sie ist in fast 30 Jahren so gut wie gar nicht gealtert. Viele Episoden gehören zu den besten Batman-Geschichten, die je geschrieben wurden. Einige haben Comic-Klassiker neu erzählt, andere haben auch die Comics beeinflusst: Mister Freeze wird erstmals zu einer tragischen Figur, ebenso wie Clayface und Two-Face. Harley Quinn wurde dafür erfunden und ist heute fast so bekannt wie der Joker.

Da eine deutsche Blu-ray-Ausgabe dieses Meisterwerks leider immer noch fehlt, kann man sich zumindest damit trösten, dass Warner Bros. eine 99-Minuten-Dokumentation auf YouTube gestellt hat: Darin erklären die Macher, Bruce Timm und Eric Radomsky, neben dem Autor Paul Dini, Batman-Sprecher Kevin Conroy und anderen, wie es zu der Entstehung dieses Klassikers kam, der stark von den Superman-Cartoons der 40er und von Tim Burtons Batman-Film beeinflusst ist.

In der Doku wird deutlich, welche historische Bedeutung die Serie hat: Damals befanden sich Zeichentrickserien für Kinder in einem Tief. Die Qualität war mies, die Storys langweilig, der Humor platt – Kreativität wurde von Zensur erstickt. („Super-Friends“ war ein Beispiel dafür.) Insofern stellte Batman: The Animated Series einen radikalen Bruch damit dar. Die Serie war ein Wagnis. So etwas gab es bis dahin nicht. Und sie setzte Maßstäbe, an denen sich alles Spätere wird messen lassen müssen.

Der Titel der Doku versteht sich daher von selbst: The Heart of Batman.

>> Liste der Batman-TAS-Episoden

Trailer zu Superman: Red Son

Superman: Red Son (dt. Genosse Superman) von Mark Millar ist nicht nur eine der interessantesten Elseworlds-Storys, es ist auch einer der besten Superman-Comics überhaupt. Die Prämisse: Was wäre, wenn Kal-El als Kind in der Sowjetunion gelandet wäre? Die Antwort: Er wäre ein Diktator geworden. Superman kämpft darin gegen einen Batman in Pelzmütze und einen Lex Luthor, der kein Schurke, sondern der Held der Geschichte ist.

Im Jahr 2020 kommt Red Son als Zeichentrickfilm als Direct-to-Video heraus. Einen Starttermin gibt es noch nicht, aber man kann sich schon einen ersten Eindruck im Trailer verschaffen. Regisseur Sam Liu war bereits für die Verfilmung der Batman-Elseworlds-Story Gotham by Gaslight und The Killing Joke verantwortlich.