Tom Taylor

With A Little Help From My Friends

DC Comics

Titel: Universe’s Finest (dt. Fünf gegen Vandal Savage)

Autor/Zeichner: Tom Taylor, Peter J. Tomasi, Frank Tieri/Robson Rocha, Doug Mahnke, Alex Konat, Elia Bonetti, Guiseppe Cafaro

Erschienen: 2016 (Batman/Superman #28-32, #33-34, Annual #3), Paperback 2017 (Batman Superman Vol. 6)


„We’re more than friends, Bruce … We’re super-friends.“ (Superman)
„Say that again, and we’re most definitely not.“ (Batman)

Batman hat seine Prinzipien. Zum Beispiel, dass niemanden um Hilfe bittet. Jedenfalls nicht gern. Trotzdem gibt es ihn auch als Teamplayer. Ob mit der Bat-Family, der Justice League – oder eben als World’s Finest-Zweiergespann mit Superman. Im letzten Band der Batman/Superman-Serie fragt zunächst Superman um Rat: Auf dem Mond liegt die Leiche eines Riesenaliens, daneben ein kombiniertes Symbol beider Helden. Sie finden heraus, dass das etwas mit Krypton zu tun hat – und dann wird Batman auch noch von Lobo gejagt. Der Kampf zwischen Batman und Lobo ist das erste Highlight des Bandes. Schön gezeichnet ist das Ganze auch noch.

Danach folgen zwei Kapitel aus der Storyline The Final Days of Superman, deren Lektüre für sich genommen wenig Sinn ergibt, wenn man den Rest nicht kennt. In Kürze: Superman stirbt, zusammen mit Batman und Wonder Woman verfolgen sie einen neuen Superman nach China. Sie kämpfen gegen chinesische Superhelden, darunter den Yeti … Whatever.

Interessant wird es am Ende, in der dritten Geschichte: Criss Cross erzählt, wie sich einige Schurken von Batman und Superman in einer New Yorker Bar treffen und eine Wette abschließen, welchen Helden sie zu Fall bringen können. Batmans Schurken nehmen sich Superman vor, Supermans Schurken greifen Batman an. Es kommt zu einem amüsanten Doppelkampf mit Killer Croc, Livewire, Bane, Major Disaster, Poison Ivy und Atomic Skull. Batman fährt das Batmobil und trägt den Kampfanzug aus Batman v Superman, Superman wird von Bane übers Knie gelegt – zum Schluss gibt sich sogar Lex Luthor die Ehre. Alles Nonsens, nicht ernst zu nehmen, nicht ernst gemeint, aber so kurzweilig, witzig und (meistens) so ansprechend gezeichnet, dass es ein Riesenspaß für Fans ist.

Mehr solcher Geschichten hätten der Serie gut getan, leider blieb sie aber meist hinter den Erwartungen zurück. Schade eigentlich, aber immerhin ist das Finale sehr gelungen.

Mehr zum Thema:

 

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Krieg um den Weltfrieden

Batman versus Superman, Teil 28: Injustice – Year One (2013)

DC Comics

DC Comics

Titel: Injustice – Gods Among Us: Year One (Vol. 1-2) (dt. Injustice – Götter unter uns)

Autor/Zeichner: Tom Taylor/Jheremy Raapack, Mike S. Miller u.a.

Erschienen: 2013 (Mini-Serie #1-12, Paperback 2013/2014/2016 Complete Edition), dt. Panini 2013-2014 (4 Bände)


„I am calling for an immediate world-wide ceasefire. All hostilities will stop immediately — or I will stop them. It’s over.“ (Superman)

Das Spiel Injustice ist der wahrgewordene feuchte Traum der Fanboys: Eine Kampfarena für Superhelden und -schurken. Story? Gibt’s zwar auch, muss aber nicht sein. Die Vorgeschichte dazu wird in einer Comic-Mini-Serie erzählt. Wer Comics zu Games verachtet, sollte diesem eine Chance geben: die Story lohnt sich.

Lois Lane ist schwanger von Superman. Der Joker entführt sie, klaut eine Atombombe, verkabelt Lois‘ Herz mit einem Zünder. Nachdem er Superman einem Angstgas aussetzt, sieht dieser in Lois Doomsday und tötet sie. Daraufhin wird Metropolis vernichtet, Millionen Menschen sterben. Superman dreht durch, ermordet den Joker und verkündet eine neue Weltordnung: mit Krieg ist Schluss. Schurken werden nicht geduldet. Der selbsternannte Wächter und seine Gefolgsleute erzwingen den Frieden – auch untereinander. Doch Batman ist dagegen und versammelt eine Allianz von Helden gegen die Diktatur von Superman. Dabei macht er sogar gemeinsame Sache mit dem US-Präsidenten. (In The Dark Knight Returns ist es andersrum, da pakiert Superman mit der Regierung.) Es kommt zu Verrat, Enttäuschung und einigen Tragödien. Vertrauen geht verloren, Freundschaften zerbrechen, Existenzen und Identitäten gehen zugrunde, Helden sterben.

Obwohl der Comic das alles sehr abgehetzt und in großen Bildern erzählt, bleibt die Geschichte nicht so oberflächlich, wie es zunächst scheint. Einzelne Kapitel legen den Fokus auf die Konflikte der einzelnen Protagonisten, wie etwa die ethische Grundsatzfrage, wie legitim es ist, Frieden zu forcieren. Es ist der Konflikt der Superhelden: einerseits sollen sie die Menschen retten, andererseits sollen sie sich auch nicht zu sehr einmischen. Sollen sie sich nur um Meta-Bedrohungen kümmern oder auch um Kriegstreiber, Menschenrechtsverletzer und Wirtschaftskriminelle? Und ist Mord gerechtfertigt, wenn man dadurch Massenmord verhindern kann? Die Figuren kommen in Gewissensnöte und verhandeln die Grundfrage. Es ist die Frage nach der Rolle Gottes und der Selbstverantwortung des Menschen. Es geht also um nichts Geringeres als die Theodizee.

Die Idee, Superman als totalitären Herrscher darzustellen, ist nicht neu. Schon Mark Millar hat das in seinem Klassiker Red Son (dt. Genosse Superman) getan, womit er bloß eine Idee aus World’s Finest #247 (1977) aufgegriffen hat. Bei Injustice geht der Faschismus aber auf ein Trauma zurück, den Verlust seiner zweiten Heimat und seiner Frau. Damit wird Superman wie Batman. Auch in seinen Methoden nähert er sich Batman an, indem er darauf setzt, Menschen Angst einzujagen. Batman wiederum ist die Stimme der Humanität, die mahnt, dass er Zweck nicht die Mittel heiligt. Er bleibt der unbestechliche Idealist. Die World’s Finest tauschen die Rollen.

Batman und Superman liefern sich zunächst ein Wortgefecht, in dem die Frage aufkommt, was Batman an Supermans Stelle täte. Batmans Antwort ist einfach: Superman sei der bessere Mensch von ihnen. Aber nach all dem Unheil, das Superman in bester Absicht anrichtet, ändert sich Batmans Meinung. Am Ende läuft alles auf ein Duell zwischen den beiden hinaus. Doch anders als erwartet wird es kein Kampf auf Augenhöhe. Superman wird nicht durch Kryptonit oder rotes Licht geschwächt, Batman nicht durch einen Anzug gestärkt. Der Dunkle Ritter weigert sich, Gewalt anzuwenden, weil er sich sonst nicht zurückhalten könnte. „I don’t think I can beat you without killing you“, sagt Batman. „And I’m not like you. I’m not a murderer.“ Superman tötet seinen Gegner nicht – er bricht ihm bloß das Rückgrat (wie einst Bane).

Injustice #12: Superman bricht Batman (DC Comics)

Injustice #12: Superman bricht Batman (DC Comics)

So packend die Story ist, leider schwankt die Qualität der Zeichnungen stark, da eine Reihe von Künstlern daran mitgewirkt hat. Manche Seiten sind grandios, andere mäßig. Trotzdem lohnt sich die Lektüre sehr, wenn man eine spannende wie hochdramatische Erzählung abseits der Continuity lesen will – auch wenn man das Spiel dazu nicht kennt.

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