Trauer um Alfred

DC Comics

Titel: Batman: Pennyworth R.I.P.

Autor/Zeichner: James Tynion IV, Peter J. Tomasi/Eddy Barrows u.a.

Erschienen: 2020 (One-shot)


Lange habe ich versucht, diese Wendung (anders als DC) nicht zu spoilern, aber jetzt muss es leider raus: Alfred Pennyworth stirbt in City of Bane – der Schurke dreht ihm den Hals um. Aber Alfred bringt das Opfer auch zum Teil freiwillig, um die Stadt zu retten. Ein harter Schlag für alle. Die Bat-Family verliert nicht ihren Butler, sondern ihr eigentliches Herz.

Darum geht es in Pennyworth R.I.P. Nachdem Batman ein Krankenhaus zu Ehren von Alfred errichtet hat, kommt die Familie in einer Bar zusammen, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Jeder darf mal erzählen, wie er ihnen aus der Patsche geholfen hat. Dabei erweist sich Alfred mal wieder als Alleskönner, der auch selbst in die Rolle von Batman schlüpft. Um Damian abzuholen, zieht er sich das Kostüm an, um Red Hood zu retten, steigt er selbst in Batmans Panzer, um Red Robins verlorene Waffen wiederzubeschaffen, wird er zum Katzendieb – ein wenig übertrieben, aber der Mann ist einfach zu gut für diese Welt gewesen.

Mit Batgirl geht er sogar Bergsteigen und Nightwing erwischt ihn dabei, wie er Blumen in Crime Alley für Thomas und Martha Wayne niederlegt. Seine Botschaft an Batman: Auch wenn er einen hohen Preis zahlen musste, hat der Tod der Waynes durch die Entstehung von Batman viele Menschenleben gerettet.

Batmans Mitschuld am Tod

Bruce Wayne muss sich harte Vorwürfe von Barbara gefallen lassen. In Krisen sei es immer Alfred gewesen, der die Familie zusammengehalten habe, während Batman stets schmollte und den einsamen Wolf spielte. Ihr größter Vorwurf: Als Bane Gotham übernahm und Alfred starb, hat Bruce mit Selina Strandurlaub gemacht. Bruce hat zu seiner Rechtfertigung nichts zu sagen. Er bleibt stumm.

Pennyworth R.I.P. ist ein nachdenkliches und melancholisches Comic, das auf 41 sensibel gezeichneten Seiten die Bedeutung von Alfred herausstreicht und ihn angemessen würdigt. Dass Batman selbst dabei so schlecht wegkommt, ist durchaus angemessen. In City of Bane hat er sich wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Es bleibt nur zu wünschen, dass er sich durch diesen Verlust weiterentwickeln wird. Zuweilen wirkte der Held zu irrational in seinem Verhalten.

Nun ist es so, dass in Superheldencomics zwar jeder mal sterben muss (Alfred stirbt sogar schon zum zweiten Mal, das erste Mal war in Detective Comics #328, 1964), aber jeder kehrt auch irgendwann wieder zurück. Beim ersten Mal wurde das äußerst bemüht gelöst, aber das waren auch ganz andere Zeiten. Jetzt bin ich sehr gespannt, was sich die Autoren diesmal einfallen lassen. Hoffentlich kommt die Rückkehr nicht zu früh, denn so wichtig Alfred auch ist – es muss auch mal eine lange Zeit lang ohne ihn gehen, sonst verkommt diese Katastrophe schnell zur Anekdote in der Batman-Geschichte.

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