Mariko Tamaki

Arkham Rising: Magere Ausbeute

DC Comics

Titel: Detective Comics Vol. 3: Arkham Rising

Autorin/Zeichner: Stephanie Phillips, Mariko Tamaki, Matthew Rosenberg/David Lapham

Erschienen: 2022 (Detective Comics #1044-1046, Annual 2021), Hardcover 2022


„Did the inmates bring the madness with them? Or did it seep from the walls of the building itself …? … Infecting anyone who entered.“ (Batman)

Nach der Zerstörung von Arkham Asylum am „A-Day“ (siehe The Cowardly Lot), bei dem fast alle Insassen umgekommen sein sollen (wer’s glaubt), wird nun eine neue Anstalt errichtet: Arkham Tower, mitten in der Stadt. Doch das Ding ist nicht mal fertig, da gibt’s schon Ärger damit. Bauarbeiter werden verletzt, einer haut sich plötzlich den Schädel an der Wand ein und attackiert andere. Es stellt sich mal wieder die Frage, ob Arkham selbst den Wahnsinn hervorbringt, als wäre es verflucht. Dann taucht auch noch ein alter Mann auf, der die Baustelle zerstören will. Harley Quinn hilft Batman dabei, das Schlimmste zu verhindern.

Und dann jagen Batman und Nightwing einen Irren namens Peter Faust alias „The Meager Man“. Einst hat dieser versucht, Bruce Waynes Eltern umzubringen, diese Episode scheint aber keinen großen Eindruck bei Bruce hinterlassen zu haben, wenn davon noch nie die Rede war. Dann hat der gute Thomas Wayne Faust das Leben gerettet, nun zieht er wieder durch die Gegend und will Unschuldige meucheln, gekleidet in ein Kostüm aus Hühnerknochen …

Batman muss sich eine Standpauke von Nightwing anhören: „It’s not working, Batman. Taking sick people and locking them in boxes for years. The revolving doors of Arkham. The mass escapes at Blackgate.“ Batman weiß das natürlich längst. Deshalb hofft er, dass Arkham Tower ein Neuanfang sein wird …

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Two-Face an einem schlechten Tag

DC Comics

Titel: Batman: One Bad Day – Two Face

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Javier Fernandez

Erschienen: 2022 (One-shot)


„I hate it when villains aren’t just villains.“ (Batgirl)

Es geht weiter in der Reihe der schlechten Tage nach dem Vorbild von The Killing Joke, nach dem Riddler ist diesmal Two-Face dran. Dieser bekommt zu Beginn eine zweite Chance. Zugegeben: Es ist nicht die erste zweite Chance und Bürgermeister Nakano glaubt nicht an zweite Chancen, aber aus irgendeinem unerfindlichen Grund gibt er dem Mann mit den zwei Hälften, dem Massenmörder mit der gespaltenen Persönlichkeit trotzdem eine und macht ihn wieder zum Bezirksstaatsanwalt – und das obwohl sich Harvey Dent nicht mal das Gesicht wiederherstellen lässt. Aber all das scheint Nakano (der Superschurken eigentlich hasst wie Superhelden) nichts auszumachen, vielleicht weil er (verzeiht den schlechten Scherz) auf einem Auge blind ist …

Wie dem auch sei: Kurz darauf erhält Two-Face einen Drohbrief. Sein Vater, Harvey Dent Senior, soll bei der Feier seines 88. Geburtstags sterben. Harvey Junior bittet Batman um Hilfe, der schaltet seine Batgirls ein, um das Schlimmste zu verhindern. Auch die Polizei beschützt die illustre Gesellschaft, zu der sogar Bruce Wayne eingeladen ist.

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Batman mutiert zum Monster

DC Comics

Titel: Detective Comics Vol. 2 Fear State

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Dan Mora u.a.

Erschienen: 2021 (Detective Comics #1040-1046, Batman Secret Files: Huntress #1), Hardcover 2022


Fear State? Ach ja, da war noch was … Das Hauptevent mag vorbei sein, aber es gibt noch diese Ergänzung in Detective Comics, die man – wie die meisten Tie-ins – nicht braucht.

Doch zuvor beendet Autorin Mariko Tamaki ihre Story rund um Roland Worth (Detective Comics Vol. 1: The Neighborhood). Zur Erinnerung: Dieser Millionär bezichtigt immer noch Bruce Wayne für den Mord an seiner Tochter. Ganz ohne Beweise will er ihn töten (lassen). Dafür hat er auch eine Polizeiwache in die Luft gejagt. Bruce hat’s überlebt, meldet sich nun wieder bei der Polizei (wie ein guter Bürger), lässt sich erneut festnehmen, kommt aber nach einer Nacht frei, weil sein Alibi überzeugt. Dafür steht jetzt sein Haus in Flammen.

Mr. Worth verbündet sich mit dem Pinguin und fordert Batmans Anwesenheit. Dann bekommt er das Vile-Serum verabreicht, das ihn vorübergehend zum Monster mutieren lässt, das Worths Tochter umgebracht hat. (Interessante Logik.) Dank Huntress kann er aus dem Schlamassel rauskommen, ohne selbst zum Mörder zu werden.

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Bruce Waynes mörderische Nachbarn

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DC Comics

Titel: The Neighborhood (Detective Comics Vol. 1)

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Dan Mora, Viktor Bogdanovic u.a.

Erschienen: 2021 (Detective Comics #1034-1039), Hardcover 2022


Zwischen Joker War und Future State versucht Bruce Wayne sich als Mittelloser durchzuschlagen. Statt Wayne Manor muss der verarmte Milliardär nun in ein Reihenhaus in der Stadt ziehen, allerdings ein sehr schönes Reihenhaus, ein Altbau, mitten in einer gutsituierten Nachbarschaft. Doch kaum hat er seine Nachbarn kennenlernt, wird eine von ihnen –  Sarah Worth – entführt und ermordet. Bruce gerät unter Verdacht. Und ihr Vater, Roland Worth, ein Schwergewicht, dem halb Gotham gehört, sinnt auf brutale Rache …

Während Batman, Huntress und Oracle den wahren Mörder jagen und dabei auf Lady Clayface treffen, wird Bruce Wayne zwischenzeitlich festgenommen und Mr. Worth jagt die Polizeiwache in die Luft. Spätestens hier ist jegliches Verständnis für den trauernden Vater ebenfalls vernichtet. Erst recht verblüfft es, als er nach seiner Festnahme wieder freigelassen wird. Aber wir wissen ja: Geld gewinnt immer – wenn es auch verrückt macht. Intelligenter wird die Story dadurch aber nicht.

ACHTUNG SPOILER!

Und leider bringt Worths fanatischer Kampf gegen Batman weder Mehrwert noch Erkenntnis. Der Mörder ist ein bloß ein x-beliebiges Monster, das von Menschen Besitz ergreift und aus reiner Bosheit tötet. Wie öde. Aus der potenziellen Gesellschaftskritik an der High Society wird eine banale Horrorstory.

Autorin Mariko Tamaki (die erste Frau seit Devin Grayson, die über längere Zeit an einer Batman-Serie schreiben darf und die erste für Detective Comics) legt eine sympathisch erzählte Geschichte vor, die zwar Detective Comics ihrem Namen wieder gerecht werden lässt, aber leider hinter ihrem Potenzial zurückbleibt. Verdächtig ist es immer, wenn so verschwenderisch mit Platz umgegangen wird wie hier. Zwar freut es das Auge, wenn die Zeichner Dan Mora und Victor Bogdanovic (dessen Stil sehr an Greg Capullo erinnert) sich mit prächtigen Splash Pages austoben dürfen, aber es bestätigt auch den Eindruck, dass hier nicht viel zu erzählen ist.

Etwas mehr Tiefe gewinnt das Ganze durch die Backup-Storys, mit denen wieder an die alte Anthologie-Tradition von Detective Comics angeknüpft wird. Hier bekommen Nebenfiguren wie Huntress, Pinguin aber auch Lucius Fox ihre kleine Bühne, am Ende wird dann die Vorgeschichte des Monsters nachgereicht, was niemand braucht.

Doch auch das rechtfertigt keinen Preis von 30 Euro. Nicht mal 20. Und schon gar nicht zwei kostbare Stunden Lebenszeit.

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Bruce Wayne allein gegen Big Brother

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DC Comics

Titel: Future State: Batman – Dark Detective

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Dan Mora u.a.

Erschienen: 2021 (Dark Detective #1-4; Future State: Catwoman #1-2; Future State: Harley Quinn #1-2; Future State: Robin Eternal #1-2; Future State: Batman/Superman #1-2), Paperback 2021


„Batman is dead. Long live Batman.“

Gotham ist eine totalitäre Überwachungsdiktatur geworden. Superhelden sind verboten und zusammen mit den Schurken weggesperrt. Wer noch frei ist, wird verfolgt. Bruce Wayne ist tot, aber ein neuer Batman hat seine Nachfolge angetreten (siehe The Next Batman). Aber natürlich scheint es nur so, denn Bruce lebt – und will den Magistrate und die Peacekeepers ausschalten, die die Stadt beherrschen. Bruce fehlen zwar die üblichen Ressourcen wie Technik, Geld und Verbündete, aber der wahre Batman kann improvisieren.

Er bastelt sich ein Kostüm zusammen, ganz Oldschool mit lila Handschuhen (siehe auch Zero Year), dazu Ledermantel und selbstgemalter gelber Fledermaus auf der Brust. Und dann zieht er los gegen Drohnen, bevor die totale Überwachung in Gotham einsetzt. Dabei nutzt er das Vertrauen eines Verschwörungstheoretikers aus.

Mariko Tamaki erzählt in Future State: Dark Detective ihre erste größere Batman-Story (nach Detective Comics #1027 und bevor sie Detective Comics übernimmt) und sie macht das sehr souverän. Es beginnt bereits mit einer schönen Metapher wie „Gotham is a funeral no one’s attending“ und setzt Bruces inneren Monolog in bester Hardboiled-Manier fort, wie es Frank Miller bereits zur Meisterschaft trieb.

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Bruce trifft Jace: Zwei Batmen in Future State (DC Comics).

Wir sehen, wie Batman von Peacekeeper-01 angeschossen wird und mit dem Leben davonkommt, dann wie er als neuer Batman gegen Roboter kämpft und dabei auch auf den neuen Batman trifft. Hier könnte es eine spektakuläre Kampfszene geben. Aber Tamaki umgeht das übliche Muster, indem sie die beiden bloß einander fragen lässt: „Who the hell are you?“ Das hat eine gewisse Situationskomik, ohne ins Lächerliche zu kippen. Nach ein paar guten Ratschlägen geht man getrennter Wege. Sehr schön.

Dan Mora bringt mit seinen Zeichnungen die Figuren zum Leben in einem Stil, der an Greg Capullo erinnert, dazu leuchtet die düstere Zukunft in bunten Farben. Und wenn dann auch noch eine spektakuläre Doppelseite mit splitterförmigen Panels eine Kampfszene illustriert, wertet das auch eine sonst simple Story um einiges auf.

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Gesplitterte Panels: Dark Detective #4 (DC Comics)

Außerdem sieht man wie Batman und Superman am Anfang der Krise in Gotham gegen Menschen mit Tierköpfen und anderen fiesen Mutationen kämpfen. Andere Geschichten in dem Sammelband widmen sich Catwoman, Harley Quinn und Robin. Die habe ich mir gespart, da Lebenszeit begrenzt und kostbar ist.

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