Bruce Wayne allein gegen Big Brother

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DC Comics

Titel: Future State: Batman – Dark Detective

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Dan Mora u.a.

Erschienen: 2021 (Dark Detective #1-4; Future State: Catwoman #1-2; Future State: Harley Quinn #1-2; Future State: Robin Eternal #1-2; Future State: Batman/Superman #1-2), Paperback 2021


„Batman is dead. Long live Batman.“

Gotham ist eine totalitäre Überwachungsdiktatur geworden. Superhelden sind verboten und zusammen mit den Schurken weggesperrt. Wer noch frei ist, wird verfolgt. Bruce Wayne ist tot, aber ein neuer Batman hat seine Nachfolge angetreten (siehe The Next Batman). Aber natürlich scheint es nur so, denn Bruce lebt – und will den Magistrate und die Peacekeepers ausschalten, die die Stadt beherrschen. Bruce fehlen zwar die üblichen Ressourcen wie Technik, Geld und Verbündete, aber der wahre Batman kann improvisieren.

Er bastelt sich ein Kostüm zusammen, ganz Oldschool mit lila Handschuhen (siehe auch Zero Year), dazu Ledermantel und selbstgemalter gelber Fledermaus auf der Brust. Und dann zieht er los gegen Drohnen, bevor die totale Überwachung in Gotham einsetzt. Dabei nutzt er das Vertrauen eines Verschwörungstheoretikers aus.

Mariko Tamaki erzählt in Future State: Dark Detective ihre erste größere Batman-Story (nach Detective Comics #1027 und bevor sie Detective Comics übernimmt) und sie macht das sehr souverän. Es beginnt bereits mit einer schönen Metapher wie „Gotham is a funeral no one’s attending“ und setzt Bruces inneren Monolog in bester Hardboiled-Manier fort, wie es Frank Miller bereits zur Meisterschaft trieb.

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Bruce trifft Jace: Zwei Batmen in Future State (DC Comics).

Wir sehen, wie Batman von Peacekeeper-01 angeschossen wird und mit dem Leben davonkommt, dann wie er als neuer Batman gegen Roboter kämpft und dabei auch auf den neuen Batman trifft. Hier könnte es eine spektakuläre Kampfszene geben. Aber Tamaki umgeht das übliche Muster, indem sie die beiden bloß einander fragen lässt: „Who the hell are you?“ Das hat eine gewisse Situationskomik, ohne ins Lächerliche zu kippen. Nach ein paar guten Ratschlägen geht man getrennter Wege. Sehr schön.

Dan Mora bringt mit seinen Zeichnungen die Figuren zum Leben in einem Stil, der an Greg Capullo erinnert, dazu leuchtet die düstere Zukunft in bunten Farben. Und wenn dann auch noch eine spektakuläre Doppelseite mit splitterförmigen Panels eine Kampfszene illustriert, wertet das auch eine sonst simple Story um einiges auf.

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Gesplitterte Panels: Dark Detective #4 (DC Comics)

Außerdem sieht man wie Batman und Superman am Anfang der Krise in Gotham gegen Menschen mit Tierköpfen und anderen fiesen Mutationen kämpfen. Andere Geschichten in dem Sammelband widmen sich Catwoman, Harley Quinn und Robin. Die habe ich mir gespart, da Lebenszeit begrenzt und kostbar ist.

>> Batman 2020-2029

3 Kommentare

  1. Oh, Überraschung…Bruce Wayne ist doch nicht tot. Geht das nur mir so, oder macht man seitens DC den „Next Batman“ mit einer solchen Story nicht irgendwie…obsolet? Ich meine wer will denn bitte den „Nachfolger“ sehen, wenn der „echte“ Batman plötzlich auch noch da rum rennt? Ich meine…technisch gesehen ist der „Next Batman“ dann ja gar nicht der amtierende Batman. Somit ist er weder Fisch noch Fleisch und für mich damit noch uninteressanter geworden als zuvor. Ich meine er ist damit nichts weiter als „Batwing 2.0“, wenn man so will.
    Hätte man da nicht straight sein müssen und sagen: Okay, Bruce ist tot und Mr. Fox hier ist nun DER eine Batman. Das jetzt ist so wischiwaschi, damit macht man sich selbst unglaubwürdig und den „Next Batman“ quasi überflüssig. Durch diese Inkonsequenz nimmt man sich hier selbst die Chance, mal wirklich mutig und innovativ zu sein und sich wirklich mal was zu trauen. Schade.

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    1. Stimmt: Das ist (mal wieder) inkonsequent. DC will es eben allen recht machen, um neue Leser zu gewinnen und alte nicht zu vergraulen. Aber hier ist wirklich eine verpasste Chance. Die guten Batman-Stories, die mehr wagen, sind derzeit ohnehin abseits der Mainstream-Continuity zu suchen.

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