Ein Turm voller Narren

DC Comics

Titel: Shadows of the Bat: The Tower

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Ivan Reis u.a.

Erschienen: 2022 (Detective Comics #1047-1058), Hardcover 2022


Arkham Asylum ist Geschichte. Nach der Zerstörung beim A-Day (Infinite Frontier #0) hat die Stadt Arkham Tower errichtet, ein Hochhaus mitten in Gotham. Da scheint alles super zu sein. Der Leiter Dr. Tobias Wear verspricht nicht nur Sicherheit und zufriedene Patienten, sondern sogar eine flotte Wunderheilung. Doch natürlich ist nichts so, wie es zunächst scheint: Ein paar Tage später bricht wieder das Chaos in Arkham aus.

Da Batman nicht in der Stadt ist, müssen seine Stellvertreter helfen: Nightwing, Batwoman und die Batgirls (Oracle, Batgirl, Spoiler, Huntress). Sie finden heraus, dass Dr. Wear ein Betrüger ist, der die Patienten mit Psycho Pirate in Schach hält sowie das organisierte Verbrechen mit Drogen versorgt. Wear will mit der Masche bloß die finanziellen Mittel der Stadt abschöpfen. (Eine Methode übrigens, die so umständlich wie realitätsfern ist.) Damit ist im Grunde nichts gespoilert, das ist schon sehr früh klar.

Mehr Schadensbegrenzung als Detektivarbeit

Leider schon so früh, sodass wir nur noch erfahren, wie unsere Heldinnen dahinterkommen. Batwoman gibt sich als Ärztin aus, Nightwing mal als Putzkraft, mal als Arzt, ohne dass es auffällt, Huntress lässt sich als Patientin einweisen. Die Hauptprobleme erledigen sich eigentlich von selbst, das fragile Kartenhaus bricht in sich zusammen, die Schurken fallen übereinander her. Dann gilt es nur noch zu verhindern, dass alles noch schlimmer wird.

Trotz dieser Schwächen in Sachen Logik und Spannungsbogen und trotz der Länge von zwölf Kapiteln liest sich die Story flott weg, ohne zu langweilen, was vielleicht auch der vielen Abwechslung und den wirklich hervorragenden Zeichnungen zu verdanken ist. (Die teilweise auch großzügig die Seiten füllen, was immer wieder verdächtig ist.) Anfangs ist die Geschichte noch sehr dialoglastig, die zweite Hälfte setzt mehr auf Action. Dazu sehen wir Schurken wie Mr. Freeze, Pinguin, Harley Quinn und (schon wieder) Scarecrow in kleineren Rollen. Man vermisst Batman nicht – und ist doch auch froh, wenn er zum Schluss aushilft, um da einzugreifen, wo Batwoman scheitert. (Sendet ein fragwürdiges Signal, aber okay.) Ansonsten hilft er bloß bei der Handarbeit mit – das hätten die anderen auch ohne ihn geschafft.

Damit ist The Tower noch lange keine 40 US-Dollar oder Euro wert, aber bislang ist es das beste Batman-Werk von Autorin Mariko Tamaki – wenn man es auf leichte Unterhaltung anlegt. Etwas schwerere Kost ist die in diesen Detective-Ausgaben fortlaufende Back-up-Story House of Gotham. Sie erscheint gesammelt in einem eigenen Band. Davon später mehr.

>> Batman 2020-2029


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