Opfer für Opa

DC Comics

DC Comics

Titel: The Resurrection of Ra’s al Ghul (dt. Die Auferstehung von Ra’s al Ghul)

Autor/Zeichner: Grant Morrison, Paul Dini u.a./Tony S. Daniel u.a.

Erschienen: 2007-2008 (Paperback 2008), dt. Panini 2008


„Sometimes, looking at the ‚big picture‘ can paralyze you, right? Well I’m tired of analyzing everything to death …“ (Tim Drake)

Wie wir schon öfter festgestellt haben, stirbt in der Welt der Superhelden niemand für immer. Schon gar nicht totzukriegen ist Ra’s al Ghul. Er ist das beste Beispiel für die ständige Erneuerung im Wechsel von Tod und Auferstehung. Selbst nachdem er in Death and the Maidens (dt. Der Tod und die Mädchen) wirklich gestorben ist, war klar, dass seine Wiederkehr nur eine Frage der Zeit war. Doch die Wiedergeburt gestaltet sich schwierig. Ra’s kehrt zunächst als ziemlich übel zugerichtete Mumie zurück. Um wieder zurück zu alter Frische zu finden, soll sein Enkel, Bruce Waynes Sohn Damian, als Körperspender herhalten. Der Kleine hat verständlicherweise keine Lust, sich für seinen Opa zu opfern – und auch seine Eltern haben etwas dagegen. Während Batman in Asien herumturnt, fällt die League of Assassins über Wayne Manor her, Talia heuert ein paar Killer-Miezen an, die ihn beschützen sollen, Nightwing und Robin helfen aus. Währenddessen will auch ein anderer mächtiger Greis, der bloß Sensei genannt wird, die Auferstehung seines Erzfeindes verhindern.

Schließlich ist Damian aber nicht mehr so wichtig und Batman muss sich entscheiden, ob er seinen Sohn oder seinen Adoptivsohn Tim Drake für Ra’s opfern möchte. Die salomonische Lösung findet sich in anderen Trägern. Und hier hakt die Logik der Story am meisten: Wenn Ra’s einen Körper braucht, der seine DNA trägt, warum ist er zunächst hinter Damian her, wenn es schließlich auch andere Spender tun?

Interessant ist in der Geschichte aber ein Seitenaspekt: Robin Tim Drake, der von Ra’s in Versuchung geführt wird, die Seiten zu wechseln, verhandelt mit Nightwing an der Lazarusgrube die Frage, ob es zulässig ist, die Toten ins Leben zurückzuholen. Spannender als die Keilerei zwischen den beiden ist der Dialog: Tim hat drei Menschen verloren, die ihm wichtig waren (seinen Vater, Spoiler und Superboy), auch Nightwing kennt die Verlusterfahrung, aber die Konsequenz daraus wäre, alle wiederzubeleben – und das wäre untragbar. Der zentrale Satz in der Diskussion: „… in a world where Jason Todd can come back … then why can’t my dad …?“

So bietet The Resurrection of Ra’s al Ghul actionlastiges Schwertkampf-Abenteuer, bei dem Batman zwar eine untergeordnete Rolle spielt, aber dafür eine ungewöhnliche Rüstung tragen darf. Im Mittelpunkt stehen die drei Robins und ihr Verhältnis zueinander. Über das übliche Gut-gegen-Böse-Spiel hinaus werden zwei große Familiendramen geboten, in denen die Charaktere vor allem viele Konflikte untereinander austragen müssen. So sehen wir dabei zu, wie sich Damian von seiner Mutter lossagt – ganz einfach weil Papa Batman der coolere Elternteil ist. Getrübt wird das Lesevergnügen leider etwas durch die stark variierende Qualität der Zeichnungen.

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