Superman trifft Spider-Man (Teil 1)

DC Comics/Marvel

Titel: Superman vs The Amazing Spider-Man: The Battle of the Century

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Ross Andru

Erschienen: 1976, Neuauflage 1995; dt. Dino 1999


Vor 60 Jahren erschien erstmals Spider-Man, in Amazing Fantasy #15. 16 Jahre später traf er auf Superman. Dieser 92-seitige „Battle of the Century“ war das erste offizielle Crossover zwischen zwei Superhelden von DC und Marvel, auf das noch viele folgen sollten.

Die Story verläuft formelhaft nach dem Schema: Zwei Schurken schließen sich zusammen, die Helden kämpfen zunächst gegeneinander, dann miteinander und besiegen die Schurken. Doch mehr haben die Fans von damals wohl nicht erwartet und Fans von heute können daran noch genauso ihren Spaß haben.

Spider-Man schlägt Superman, dann andersrum. (DC/Marvel)

Autor Gerry Conway verschwendet keine Zeit damit, irgendwelche Dimensionssprünge zu erklären, sondern verortet einfach Superman und Spider-Man in einem gemeinsamen Universum. Dennoch wendet er viel Zeit dafür auf, die beiden einzuführen, falls jemand im Jahr 1976 noch nicht weiß, wer Superman oder Spider-Man ist. Der eine nimmt Lex Luthor hops, der andere Doctor Octopus, dann kommen die beiden Superschurken in denselben Knast, was sich als keine gute Idee erweist, weil die beiden gemeinsam ausbrechen und Lois Lane und Mary-Jane Watson entführen, die sich zufällig am selben Ort befinden.

Schwindende Kräfte: Spider-Man kommt gegen Superman nicht an.

Das zweite Drittel ist dem „Kampf des Jahrhunderts“ gewidmet – und der ergibt zwar gar keinen Sinn, ist aber so episch und spektakulär wie möglich inszeniert. In wunderbarster Weise verschwenderisch geht man hier mit dem Platz um, Zeichner Ross Andru füllt hier eine Reihe von Doppelseiten mit dynamischen Figuren und graziösen Posen, an denen man sich kaum satt sehen kann. Zuerst vermöbelt Spider-Man (dank verstärkter Kräfte) Superman, dann schwinden die Kräfte wieder und er schlägt sich die Hände am Stählernen kaputt – herrlich.

Nach diesem Highlight kann das letzte Drittel nicht mehr mithalten. Die Helden fliegen nach Kenia, wo sich Lex Luthor mal eben so eine geheime Raketenbasis gebaut hat (wie ein echter Bondschurke), dann geht’s ins All, um die Welt mit einem Riesenlaser zu beschießen und sie mit Stürmen und Tsunamis zu vernichten. Doc Ock findet das nicht so toll. Vielleicht hätte man vorher das gemeinsame Ziel besprechen sollen.

Doch wer will schon bei der Story spitzfindig sein? Hier geht es um reinen Spaß – und der wird geboten. J. Jonah Jameson ist fies wie immer, Peter Parker rettet Lois, Mary-Jane rügt Lois für ihren mangelnden Feminismus, auch Clark Kent wird gedemütigt. Ach, es ist ein Fest! – Höchste Zeit für eine Neuauflage (zusammen mit der Fortsetzung von 1981).

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