Bill Finger

US-Autor (1914-1974), Co-Erfinder von Batman, Robin, Joker, Catwoman, Two-Face, Riddler, Mad Hatter u.a. Finger schrieb Batman-Comics bis in die 60er Jahre. Erst seit 2015 wird seine Co-Autorschaft an Batman offiziell anerkannt und er wird zusammen mit Zeichner Bob Kane genannt.

Batman als Feuerwehrmann

Titel: The Third Alarm for Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1955 (Batman #96), Hardcover 2023 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 10)


Einmal wird das Batmobil sogar zum Feuerwehrauto: Batman und Robin spielen „Fire-Detectives“, um für Brandverhütung zu werben und um die Ursache hinter einer Reihe von Bränden zu finden. Seltsam ist nur der Grund dafür: Die Brände, sagt Batman, kosteten die Versicherungsunternehmen Millionen. Es geht also nicht primär um Schäden für die Besitzer oder gar die Gefahr für Leib und Leben, nein, es geht darum, die Kosten für Versicherer zu minimieren. Batman ist hier leider mal wieder kein Held des kleinen Mannes, sondern ein Beschützer der Reichen. (Daher geht es auch so oft um Juwelenraub – auch das kein Problem der Unterschicht.)

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Batmobil als Oldtimer

DC Comics

Titel: Gotham City’s Strangest Race

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1955 (Detective Comics #219), Hardcover 2023 (Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 10)


Ihr glaubt, ihr wisst schon alles über das Batmobil? Darüber wurde alles schon gesagt? Dachte ich auch – und dann fand ich diese Story, in der das Batmobil zu einem Oldtimer wurde. Seltsam, das über ein Auto zu sagen, das aus den 30ern oder – in der neueren Version – aus den 50ern stammt, aber Batman ging 1955 noch weiter zurück, nämlich ins Jahr 1905.

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Batman und Robin als Roboter

DC Comics

Der Fortschritt schreitet unaufhaltsam voran – mit all seinen Vor- und Nachteilen. Die Technik soll uns das Leben erleichtern, heißt es, und in einigen Fällen erleichtert sie uns sogar vom Leben. Schon immer war die Angst da, dass Maschinen uns Jobs kosten – und bisher hat sich das zwar bestätigt, es wurden aber auch immer neue, andere Jobs geschaffen. Aber was ist mit der sich rasant entwickelnden künstlichen Intelligenz? Macht sich der Mensch mit ihr überflüssig?

Auch Batman beschäftigt diese Frage, und das bereits im Jahr 1952. Der Dunkle Ritter war schon immer angewiesen auf Technik. Um nicht zu sagen: ein Technik-Freak. Ohne Gadgets kein Batman. Sein Batmobil ist stets auf dem neuesten Stand, wenn nicht gar der Zeit voraus, ganz zu schweigen vom Batplane und anderen fantastischen Erfindungen. Doch 1952 (Batman #70) führt die Polizei einen „Robot Cop“ ein, der äußerlich kaum von einem Menschen zu unterscheiden ist, aber dafür fast alles besser kann, vor allem ist er unverwundbar.

Erfunden hat ihn ein gewisser Mr. Weir, der ihn aus der Ferne steuert. Er bietet den Androiden Commissioner Gordon an und der lässt ihn daraufhin im Wettkampf mit Batman testen. Batman ist zwar schneller, auch mit dem Batmobil, aber der Roboter bewährt sich beim Kampf gegen Ganoven und wird bald zum Polizisten erklärt. Gemeinsam mit Batman zieht er los und bildet mit ihm ein gutes Team. (Robin ist verletzt.) Seine einzige Schwäche: Magnetismus.

Doch schon bald hat er Batman den Rang abgelaufen. Die Zeitungen titeln: „Is Batman’s usefulness at an end?“ Und tatsächlich muss unser Held feststellen, dass Commissioner Gordon bereits das Batsignal einmotten lässt. Batman soll sich künftig nur noch im Archiv nützlich machen. Trostpreis: eigene Sekretärin. Aber Batman als Bürohengst? Abgelöst von einer Maschine? Die Demütigung könnte kaum größer sein!

Doch dann stellt sich bei einem Einsatz heraus, dass der Roboter noch eine Schwachstelle hat: In der Nähe von Röntgenstrahlen setzt er aus. Eine Bleiverkleidung würde ihn zu schwerfällig machen, also ist das Experiment beendet. „It will take more than a machine to replace Batman — I found that out!“, sagt Gordon, der alte Heuchler. Ein Reporter bekräftigt: „Tonight Batman proved in another way that metal can’t replace flesh and blood.“

Doch das ist erst der Anfang …

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Eine Comic-Biographie für Bill Finger

Carlsen

Titel: Bill Finger – Der wahre Schöpfer des Dunklen Ritters

Autor/Zeichner: Julian Voloj/Erez Zadok

Erschienen: 2023 (Hardcover, Carlsen)


Die kleine Athena soll in ihrer Schulklasse etwas über ihre Großeltern erzählen: „Mein Großvater hat Batman erfunden“, sagt sie stolz – und wird dafür ausgelacht und gehänselt: „Warum bist du dann nicht superreich?“ Doch es ist wahr: Athenas Großvater ist Bill Finger, der Mann, der Batman zu dem machte, was er ist: mit dem ikonischen Kostüm, der Geheimidentität als Bruce Wayne, Gotham City, Robin und den bekannten Schurken: Joker, Pinguin, Two-Face, Catwoman, Riddler, Scarecrow, Clayface und Mad Hatter.

Bis in die 60er schrieb Bill Finger Batman-Storys, doch stand der Autor lange im Schatten von Bob Kane. Fast 80 Jahre lang galt der Zeichner als alleiniger Schöpfer Batmans, heimste Ruhm und Reichtum ein. Erst seit 2016 heißt es offiziell: „Batman created by Bob Kane with Bill Finger“.

Nachdem der Autor Marc Tyler Nobleman 2012 ein Kinderbuch zu dem Thema herausgebracht hat, für das er intensiv über Finger recherchierte, und Hulu seine Doku Batman & Bill herausgebracht hat, legen nun Julian Voloj und Erez Zadok eine Comicbiographie vor. Voloj hat bereits 2018 Superman-Mitschöpfer Joe Schuster eine Graphic Novel gewimdet, der ein ähnlich trauriges Schicksal erlitt: verarmt und fast vergessen.

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Batmans Zug, Bus, Panzer und Rakete

Batman ist nicht nur per Batmobil unterwegs, er fliegt nicht nur per Batgyro und Batplane, er taucht nicht nur mit dem Sub-Batmarine ab. Batman nutzte schon früh auch alle möglichen Verkehrsmittel wie Züge, Busse, Panzer und sogar Raketen. Die Umstände waren dabei sehr unterschiedlich. Mal ging es um Werbung, dann um Heldenverehrung, mal bekam das Batmobil ein Upgrade, dann wurde es sehr rätselhaft. Aber der Reihe nach.

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Batman als „Aquaman“

DC Comics

„I’ve become a human fish!“ (Batman)

Warum heißt es eigentlich „Meerjungfrau“? Warum müssen es unbedingt Jungfrauen sein, die unter Wasser leben? Pflanzen die sich nicht fort? Und warum gibt es analog dazu keinen „Meerjungmann“? Wahrscheinlich weil es auch keine „Jungmänner“ gibt, auch wenn diese noch „jungfräulich“ sind. Hier heißt es einfach „Wassermann“. Stecken hinter dem Wort „Meerjungfrau“ etwa erotische Phantasien von Seemännern? Doch verzetteln wir uns nicht in Gender-Sprachkritik, überlassen wir dieses Minenfeld lieber anderen. Hier soll es darum gehen, dass auch Batman einst zum „Wassermann“ wurde – eine Art „Aquaman„.

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Mr. Hydro, der Wasserschurke

DC Comics

Titel: The Water Crimes of Mr. Hydro

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1952 (Batman #74), Hardcover 2020 (Golden Age Omnibus Vol. 8)


Darf ich vorstellen: Tim Flagg, Häftling, Wasserträger für das Baseballteam im Knast. Zu gerne würde er mitmachen beim nächsten Ausbruchsversuch, er wolle helfen, er habe Grips, sagt er, aber da kriegt er nur seinen Wassereimer über den Kopf und gesagt: Du warst schon immer nur ein „Water-Boy“ und das ist alles, wozu du je gut warst. Man lacht ihn aus. Die Schmach sitzt tief. Da beschließt er, es allen zu zeigen und aus der Not eine Tugend zu machen. „I’ll show ‚em what can be done with water!“

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Batman sucht sein Cape

DC Comics

Titel: The Great Bat-Cape Hunt

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Batman #101), Hardcover 2022 (Batman: The Silver Age Omnibus Vol. 1)


Einmal hat jemand herausgefunden, dass Bruce Wayne Batman ist. Er schickte dem Helden ein Cape und nähte die Botschaft auf einem Zettel ein. Zum Glück bedeutete das nicht das Ende der Karriere, denn bald darauf war der Mann tot … Etwas suspekt, wenn Bruce das so erzählt, aber sprechen wir ihn im Zweifel frei – aus Mangel an Beweisen.

Jedenfalls bricht dann Hurrikan Hannah über Gotham ein und das Dynamische Duo fährt los, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Als Batman gerade sein Leben riskiert, um ein loses Schild einer Drogerie zu sichern, fliegt ihm sein Cape davon. Das Dumme ist nur: Alfred hat die Capes vertauscht – es ist das mit dem Hinweis auf Batmans wahre Identität!

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Der zweite Two-Face: Harvey Apollo

Schauspieler Harvey Apollo sagt vor Gericht aus. (DC Comics)

Titel: Half Man – Half Monster

Autor/Zeichner: Bill Finger/Jack Burnley

Erschienen: 1946 (The Sunday Classics #138-146), Hardcover 1990/2007


Drei Jahre nach dem vorläufigen Ende von Harvey Kents Karriere als Two-Face (Detective Comics #80, 1943) taucht auf den Sonntagsseiten der Batman-Zeitungscomics eine neue Variante auf: Harvey Apollo, ein Schauspieler, der als Zeuge vor Gericht gegen den Polizistenmörder Lucky Sheldon aussagt und eine doppelköpfige Münze als Beweismittel identifiziert.

Apollo war in den Comicheften der Rufname des attraktiven Staatsanwalts Harvey Kent. Nun wird er zum Nachnamen eines Theaterdarstellers, der auch den Gerichtssaal als Bühne nutzt – und dann vom Angeklagten Säure ins Gesicht geworfen bekommt. Für einen Schauspieler ist die Entstellung der Gesichtshälfte ein weitaus schlimmeres Schicksal, wenn auch das Resultat dasselbe ist: Harvey wird zum gespaltenen Schurken Two-Face, der die verhängnisvolle Münze über sein Leben entscheiden lässt.

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Batman und der Hutsammler

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DC Comics

Titel: The Mad Hatter of Gotham City 

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Detective Comics #230)


Die heute klassischen Batman-Schurken waren in ihrer Anfangszeit eher seltene Erscheinungen. Bis auf Joker, Pinguin und Catwoman kamen z.B. Clayface, Riddler und Scarecrow nur zweimal vor, bevor sie für Jahre verschwanden. Der Mad Hatter hatte im Golden Age nur einen Auftritt (1948) und dann erst acht Jahre später wieder, als bereits das Silver Age anbrach. Niemand scheint ihn vermisst zu haben. Nur Robin äußert zu Beginn den Wunsch, endlich mal den Hatter zu schnappen, obwohl sie das bereits getan haben und es bislang kein Wiedersehen gab.

Doch während der erste Verrückte Hutmacher ein kleines, glattrasiertes Männlein mit übergroßem Hut war (wie sein Vorbild aus Alice im Wunderland), ist der neue Hutmacher ein rothaariger Schnurbartträger in Normalgröße, ohne Hut auf dem Kopf, dafür mit einer Sammelleidenschaft für Hüte, weshalb es umso seltsamer erscheint, dass er selbst keinen trägt. Auch mit einem Hutmacher hat er – Achtung Kalauer – nichts am Hut.

Jervis Tetch will Batmans Maske

Diesem Mad Hatter (Jervis Tetch ist sein Name) scheint es ganz gut zu gehen. Er lebt in einem riesigen Anwesen mit Kaminzimmer und einer stattlichen Sammlung an Kopfbedeckungen, die er alle geklaut hat. Nur noch eine fehlt ihm: Batmans Maske. (Es mutet seltsam an, „cowl“ hier wörtlich mit „Kutte“ zu übersetzen.) Tetch hat auch einen Plan: Er hat aus der Zeitung erfahren, wo Batman das nächste Mal auftauchen wird. Dort schlägt er zu. Wie gut, dass der Maskierte Rächer eine so öffentliche Figur ist …

Erstes Ziel: Ein Mittagessen in einem Lokal namens Green Derby, dessen Dach von einem riesigen Hut (einer Melone) geziert wird. Als Batman und Robin den Laden betreten wollen, schlingt sich ein Lasso um Batman und zieht ihn aufs Dach. Statt sich gegen die Angreifer zu wehren (zum Beispiel mit den Beinen), wartet er darauf, dass Robin sich die Melone vom Portier schnappt und damit den Mad Hatter bewirft. Das allein reicht, um den Schurken und seinen Handlanger in die Flucht zu schlagen. Verfolgung? Nö.

Die vertrahlte Maske

Zweiter Versuch: Tetch gibt sich als Bildhauer aus, der eine Statue von Batman anfertigt. Unter einem Vorwand bittet der ihn, sich seiner Maske zu entledigen. Obwohl Batman das falsche Spiel sofort durchschaut, spielt er es mit und setzt sich dann beim Angriff einen übergroßen Hut mit Augenschlitzen auf, damit man ihn nicht erkennt. Eine Statue geht zu Bruch, wieder haut Tetch ab, ohne dass jemand auch nur daran denkt, ihm zu folgen.

Dritter Versuch: Batman besucht ein Labor für Experimente mit radioaktivem Material. Was er dort will, bleibt ein Rätsel. Plötzlich gibt aber seine Maske Strahlung ab. Tetch gibt sich als Laborant aus, um die Maske stehlen zu können. Wieder fällt Batman drauf rein. Dann setzt er sich den Helm eines Strahlenanzugs an und folgt dem Gauner diesmal mit dem Batplane. Ein Geigerzähler zeigt ihm, wohin Tetch flieht – nämlich nach Hause.

Das war ja einfach. Noch einfacher ist das Finale: Batman entwindet einen Turban und haut Tetch mit dem Tuch auf die Finger. Zum Schluss setzt es den obligatorischen Haken und der Hatter wird unter Hüten begraben. Ab in den Knast.

Diese Story inspirierte auch die ersten Mad-Hatter-Folge der Batman-TV-Serie mit Adam West: „The Thirteenth Hat/Batman Stands Pat“ (dt. Der 13. Hut).

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