Frank Miller: American Genius (Doku)

Im Jahr 2024 ist der Dokumentarfilm Frank Miller: American Genius erschienen. Nun gibt es ihn mittlerweile nicht nur bei Prime Video, sondern auch gratis auf YouTube zu sehen. Der Film schaut zurück auf Millers Karriere und lässt neben dem Meister auch Weggefährten wie Neal Adams, Stan Lee, Jim Shooter, Klaus Janson, Bill Sienkiewicz (Elektra: Assassin), Dave Gibbons (Martha Washington) und Robert Rodriguez (Sin City) zu Wort kommen. Darüber hinaus zeigt er den Meister bei der Arbeit mit Feder und Pinsel.

Anders als in seinen kürzlich erschienenen Memoiren Push the Wall (2026) erfährt man auch etwas über Millers Leben, nicht nur über seine Kindheit. Er spricht auch offen über seine Alkoholabhängigkeit, die ihn offensichtlich schwer gezeichnet hat und ihn älter aussehen lässt, als er ist. Der Film zeigt auch die negativen Reaktionen auf umstrittene Comics wie das propagandistische Holy Terror (2011) sowie die misslungene Verfilmung von Will Eisners The Spirit, allerdings äußert sich Miller nicht zu jeder Kritik. Klar wird nur: Auch ein angebliches Genie ist vor Fehlgriffen nicht gefeit. Zuletzt hat Miller allerdings zu viele davon gehabt. Eine davon ist, dass er sich von der rechtsextremen Fake-News Plattform Breitbart hat einspannen lassen – etwas, das er mittlerweile bereut.

Eingefleischten Fans wird die Doku wahrscheinlich nicht viel Neues erzählen. Zu kursorisch eilt der Film durch fast 40 Jahre Comicgeschichte, zu sehr springt er hin und her und verliert gegen Ende seinen Fokus. Auch wenn zuweilen die Kameraführung dilettantisch wirkt und die Interviews wegen der dürftigen Tonqualität oft schlecht zu verstehen sind, ist die Doku allein schon wegen der vielen Zeitzeugengespräche sehenswert.

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