Batman und der Film Freak

DC Comics

Titel: The Film Freak/Reeling/Box-Office Smash

Autor/Zeichner: Doug Moench/Gene Colan, Tom Mandrake

Erschienen: 1986 (Batman #395, Detective Comics #562, Batman #396), Paperback 2025 (DC Finest: Batman – Red Skies)


Ein neuer Schurke treibt in Gotham sein Unwesen. Er hat zwar kein auffälliges Kostüm, sondern trägt bloß Lederkluft und Glatze. Dafür hat er eine Masche: Er liebt Filme und zitiert bei seinen Taten die großen Klassiker. So ballert er zunächst vom Dach auf Polizisten und redet in Filmdialogen. Reporterin Julia Pennyworth findet schnell einen Namen für den Missetäter: Film Freak. Obwohl er keine besonderen Fähigkeiten hat, können ihn Batman und Catwoman auch mit vereinten Kräften nicht aufhalten und er entkommt.

Die beiden finden heraus, dass der Film Freak früher der erfolglose Schauspieler Burt Weston war (wohl eine Anspielung auf Adam West und Burt Ward). Um seiner Karriere einen Kick zu geben, hat er einst den Kollegen Al Jacobs beauftragt, einen Mord an ihm vorzutäuschen. In aller Öffentlichkeit, auf der Gotham Bay Bridge, hat Al so getan, als würde er Burt erschießen, und ihn dann von der Brücke geworfen. Doch der Publicity Stunt ging in die Hose. Keinen hat es interessiert. So sind die Leute in Gotham. Nicht mal ein kaltblütiger Mord auf einer Brücke haut sie noch vom Hocker …

Von Hitchcock zu King Kong

Robin (Jason Todd) ist eifersüchtig auf das neue Dynamische Duo, das Batman und Catwoman bilden. Deshalb sucht er sich einen neuen Partner: Harvey Bullock! Der ist nämlich selbst ein ausgewiesener Filmexperte und gemeinsam können sie die Hinweise auf die nächsten Tatorte herausfinden – denken sie jedenfalls, denn sie fallen auch auf eine Finte herein. Als erstes wird Julia Pennyworth zum Opfer – in einer unfreiwilligen Neuinszenierung von Alfred Hitchcock’s Psycho unter der Dusche!

Überhaupt wird viel Hitchcock zitiert: zunächst To Catch A Thief (dt. Über den Dächern von Nizza), Rear Window (dt. Das Fenster zum Hof) und im Finale The Man Who Knew Too Much (dt. Der Mann, der zu viel wusste). Da soll bei einer Filmpremiere eine Bombe hochgehen. Der inszenierte Mord spielt auf The Sting (dt. Der Clou) an, ein Angriff im Affenkostüm bedient sich bei King Kong bzw. Planet der Affen (das ist etwas bemüht) und dann noch Blow Up (ebenfalls bemüht), außerdem dürfen natürlich auch Der Pate und Taxi Driver nicht fehlen.

Ein schöner Insider-Gag: In einer Ausstellung soll Burgess Merediths falsche Nase ausgestellt sein, sagt Jason – eine Anspielung auf den Pinguin in der TV-Serie der 60er.

Verwandlungskünstler Film Freak

Ansonsten ist der Film Freak aber ein sehr unsympathischer, eindimensionaler Gegner. Ironischerweise hat Burt früher unter den eindimensionalen Heldenrollen gelitten, die er spielen sollte. Nun ist er selbst ein platter Schurke, der es bloß auf Rache abgesehen hat und dabei nicht nur „affigen“ Aufwand betreibt, sondern damit auch noch zu lange durchkommt, weil Batman und Co. sich dabei etwas blöd anstellen und sich von einer Pistole beeindrucken lassen.

Einmal schafft es der Film Freak sogar, innerhalb von Sekunden einen Mann abzustechen, die Leiche im Schrank zu verstecken, sich dessen Klamotten anzuziehen und eine Maske anzulegen, um die eingreifenden Helden zu täuschen. In einer Batman-Story muss es anscheinend albern zugehen. So, als würden die bunten Kostüme das erzwingen. Aber was am meisten nervt: Es wird zu oft alles, was bisher geschah, wiederholt und durch die zwei konkurrierenden Ermittlerpaare darf man alles zweimal herausfinden – ein zu großes Zugeständnis an Gelegenheitsleser. Aber die Film Freaks im Publikum werden vielleicht ihre Freude haben, weitere Zitate zu identifizieren.

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