Absolute Batman Vol. 3: Devil’s Workshop

DC Comics

Autor/Zeichner: Scott Snyder, Daniel Warren Johnson/Nick Dragotta, Jock u.a.

Erschienen: 2025-2026 (Absolute Batman 2025 Annual #1, Absolute Batman #15-18, Absolute Batman Ark M Special #1), Hardcover/Paperback 2026


Der absolute Berserker-Batman ist zurück – und dieses Mal endlich mit dem Joker. Eingeführt wurde er als unheimlicher Mann, der niemals lacht. Hier wird seine Vorgeschichte erzählt als Mann, der niemals stirbt. Jack Grimm lebt schon seit dem 19. Jahrhundert, hat bereits im Kindesalter als Clown angefangen und mit Lachgas experimentiert, später wurde er reich mit Filmen und Videospielen. Seine ewige Jugend verdankt er Kindern, deren Zellen er anzapft. In seiner Freizeit mutiert er zum Monster und frisst zum Spaß Menschen auf einsamen Inseln. Und er ist eine Art Anti-Bruce-Wayne, der einen Butler samt Höhle hat.

Maximale Grausamkeit ist das Rezept von Scott Snyders Absolute Batman und das wird mit jedem weiteren Band weiter getoppt. Jeder Schurke ist hier ein noch schrecklicheres Monster als der zuvor. Im Ark M Special erschießt eine Frau grundlos ihre eigenen Kinder, nachdem sie vom Tod ihres Mannes erfährt. In der Anstalt werden die Insassen von ihrem Kind bei lebendigem Leib verbrannt. Auch Poison Ivy erweist sich als Maximalmutant, einer Mischung aus Mensch und Pflanze, sondern auch aus Tieren, Insekten (als wären sie keine Tiere) und Bakterien – und sieht dadurch noch schrecklicher aus als je zuvor.

Jokers Vorgeschichte ohne Handlung

Kurz gesagt: Es ist einfach alles übertrieben an diesen Geschichten. Leider gilt dies nicht fürs Storytelling. Statt dass Batman Detektiv spielt und alle Geheimnisse selbst lüftet, lässt er sich Jokers Vorgeschichte einfach von Alfred Pennyworth nacherzählen, weil der als MI6-Agent längst über alles Bescheid weiß. Bruce Waynes Eigenleistung besteht nur darin, Alfred die volle Wahrheit aus der Nase zu ziehen, weil der abgebrühte Geheimagent selbst zu fassungslos ob der Grausamkeit ist, die er schildern muss. Aber für uns Leser ist das nur mäßig spannend, alles einfach dargeboten zu bekommen, ohne dass es in die Handlung eingebunden wäre. Den Joker als Antagonisten für Batman einzusetzen, spart man sich für später auf. Hier wird nur geteasert.

Batman arbeitet hier mal wieder mit brachialen Methoden: Einen Kentauren schlägt er nieder, bei Poison Ivy hat er Kettensägen an den Armen, gegen Neonazis kommen Prügel, Streitaxt, ein Bulldozer und Flammenwerfer zum Einsatz. Auch wenn es durchaus befriedigend ist, mitanzusehen, wie Batman einem Rassisten, den zum Gruß erhobenen rechten Arm bricht, fragt man sich, ob er nicht mehr zu bieten hat. Immerhin wirft sich ihm mehrmals ein Pfarrer in den Weg und sagt ihm, rohe Gewalt sei keine Lösung. Das gibt dem Helden zu denken. Aber welche Schlüsse er daraus zieht, bleibt leider offen.

Team-up mit Wonder Woman

Für diese Story (aus dem Annual) hat Daniel Warren Johnson (Wonder Woman: Dead Earth) den Eisner Award erhalten. Großartig inszeniert ist sie allemal, genauso wie die zweite Story „Sanctuary“ von James Warren, in der Batman gegen eine Horde von Black-Mask-Mitgliedern kämpft. Aber auch hier bleibt das Prinzip gleich. Außer Gewalt fällt Batman nicht viel als Antwort ein. Auf Dauer ermüdet das.

Die große Storyline kommt in diesem Band zu kurz: Bruces alte Buddys sind immer noch alle sauer auf ihn, dass Bane sie verunstaltet hat (Pinguin, Riddler, Two-Face). Nur für Waylon Jones (Killer Croc) sucht Batman ein Heilmittel und lässt sich dafür von Wonder Woman in eine Zauberwelt bringen. Und dann kommt noch der Court of Owls ins Spiel, dem offenbar auch Martha Wayne angehört hat – aber auch davon später mehr. Batman muss sich nämlich zuerst mit einer Pamela Isley rumschlagen, die ihn mit ihren Sporen verwandeln will, damit er als Mutant sein volles Potenzial entfaltet – was auch immer das sein soll.

Man würde es diesem Batman wünschen, denn als der „Absolute“ erscheint er hier noch längst nicht. Vielmehr wird einfach nur sehr viel Schauwert aufgetischt und Kommendes angerissen, ohne dass viel Gehalt geboten wird. Stattdessen sollen wir uns mit Ekel-Horror und Gemetzel begnügen. Nein, das ist nicht mein Batman.

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