Elseworlds: Superman – The Dark Side

DC Comics

Autor/Zeichner: John Francis Moore/Kieron Dwyer

Erschienen: 1998 (Miniserie #1-3), Paperback 1999, Hardcover 2026 (Elseworlds: Superman Omnibus Vol. 1)


Was wäre, wenn Kal-Els Rakete nicht auf der Erde, sondern auf Apokolips gelandet wäre? Dieses alternative Szenario wird hier durchgespielt: Darkseid zieht den Kryptonier im verborgenen zu einem Supersoldaten groß, der ihm loyal ergeben ist. Nachdem Kal-El Darkseids Sohn Kalibak im öffentlichen Kampf besiegt und getötet hat, fliegt er eine Omega-Bombe nach New Genesis, um den Planeten der verfeindeten New Gods zu zerstören. Doch dann offenbart Highfather Kal-El eine andere Bestimmung und schickt ihn zur Erde, wo er dank Lois Lane, Jimmy Olsen und Bibbo sein Gewissen entdeckt – allerdings bringt er die Menschheit in Gefahr …

Die spannende Prämisse ist action- und wendungsreich umgesetzt. Wir verfolgen die Geschichte einer Entwicklung: Superman beginnt als Werkzeug des Bösen und muss erst allmäglich zum Guten finden. Die Handlung lässt sich auf 150 Seiten genug Zeit, um das plausibel zu machen. Alle bekannten Figuren aus beiden New-Gods-Welten treffen zur epischen Schlacht gegen einen der bösesten Schurken aller Zeiten (jedenfalls bei DC) an. Selbst Lex Luthor kann da nicht mithalten, sondern wird zum Sklaven degradiert.

Kieron Dwyer (Elseworld’s Finest) zeichnet stark angelehnt an Jack Kirby, dem Schöpfer der New Gods, vor dem er sich hier verneigt, und kompensiert gewissermaßen die Ungerechtigkeit, dass DC Kirbys Superman in den 70ern umzeichnen ließ, damit der Held mehr nach Mainstream aussah. (Eine Frechheit!) Auch die neuen Superman-Designs überzeugen: Die schwarze Rüstung mit den roten Blitzen sieht cool aus und erinnert wohl nicht zufällig an SS-Embleme (was natürlich nicht cool ist, aber thematisch passend). Später wird die Rüstung silber mit gelbem Symbol auf der Brust, das aber nur andeutungsweise ein S bildet. Zum Glück verfällt die Story nicht in das Klischee, am Ende zum vertrauten Superman zu führen, sondern zu einem ganz neuen Design und anderen Aufgaben: dem Wiederaufbau von Apokolips und New Genesis. Ein stimmiges Ende.

Zu lange war Superman: The Dark Side vergriffen, seit diesem Jahr ist es im Superman-Elseworlds-Omnibus wieder zu haben, zum Glück, denn sie gehört zu den besten Elseworlds-Storys. Eine deutsche Ausgabe ist leider nie erschienen.

Mehr zum Thema:

Kommentar verfassen