Batman und der Dämon von Gothos Mansion

DC Comics

Titel: The Demon of Gothos Mansion (dt. Der Dämon von Gothos Mansion)

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Irv Novick

Erschienen: 1970 (Batman #227), Hardcover 2026 (Batman: The Bronze Age Omnibus Vol. 1), Facsimile Edition 2026; dt. Ehapa 1979 (Batman Superband 9)


Dieses Cover von Neal Adams ist so ikonisch, weil es einen Klassiker aus Batmans Ur-Jahr 1939 zitiert: Detective Comics #31. Batman kämpft gegen einen Vampir, den roten Mönch – und Julie Madison ist die Jungfer in Nöten, die es zu retten gilt. Drei Jahrzehnte später gilt es für Batman, Alfred Pennyworths Nichte Daphne aus den Fängen einer okkulten Sekte zu befreien.

Detective Comics #31

DC Comics

Wir beginnen mit einer zweideutigen Szene: Batman lungert wie ein Spanner nachts vor einem Haus herum, wo eine Frau am erleuchteten Fenster steht. Doch er hat natürlich nur gute Absichten, wie wir erfahren. Daphne hat eine Stelle als Hauslehrerin bei einem Clifton Heathrow angenommen. Doch alles ist anders als gedacht. Das Haus ist abgelegen und die Kinder, die sie unterrichten soll, wirken seltsam, schreibt sie ihrem Onkel.

Frauenopfer für Dämonbeschwörung

Batman checkt das mal ab und wird gleich unfein von zwei Kerlen empfangen, nämlich mit Axt, Sense und Fackel. In einer herrlichen wortlosen Sequenz entwaffnet er sie und schlägt sie nieder. Dann naht der Hausherr mit seinen Lakaien. Elder Heathrow will den Dämon Ballk von Gothos Mansion herbeirufen – und dazu ist die Zeit reif, denn er hat endlich eine Frau gefunden, die exakt am 31. Oktober um Mitternacht geboren wurde: Daphne. Wozu es den Dämon braucht, obwohl man 200 Jahre gut ohne ausgekommen war, bleibt ein Rätsel.

Die junge Frau, die einer anderen auf einem Porträt sehr ähnlich sieht, ist in einem Turm eingesperrt. Als Batman sie befreien will, gerät er in eine Falle, wird in einem Netz gefangen und dann nicht etwa geopfert oder erschossen, sondern nach alter Tradition in eine ausgefeilte Todesfalle gesteckt. Er wird gefesselt, sein Hals wird an einen Strick gehängt und er wird auf einen Steinklotz gestellt, der sich langsam nach unten senkt. Aber natürlich hat der Schurke besseres zu tun, als dem Mord beizuwohnen, lässt ihn allein, sodass Batman entkommen kann.

Geniale Selbstbefreiungsaktion

Das Wie ist spektakulär: Der Dunkle Ritter spannt die Halsmuskeln an, schwingt sich am Strick hin und her, bis er mit den Beinen eine Fackel ergreifen und damit den Strick durchbrennen kann – ab in die Freiheit! Das kann nur Batman – deshalb liest man seine Abenteuer!

Dann führt ihn eine blonde junge Frau im rosa Kleid zu einer Kirche. Er hält sie für Daphne, aber sie wirkt gespenstisch und er verfällt sofort ihrem Reiz. Die wahre Daphne soll beim Ritual mit einem Dreizack aufgespießt werden. Batman kann dem Zeremonienmeister die Waffe leicht abnehmen und ihn auf seine Gemeinde werfen, die sofort den Glauben an ihn verliert und davonrennt. Heathrow stirbt vor Verzweiflung. Die Geisterfrau bedankt sich beim Dunklen Ritter, er habe sie befreit, dann verschwindet sie. Daraufhin muss Batman bitterlich weinen, denn er hat sich in sie verliebt! Naja, er wird darüber hinwegkommen – spätestens, wenn er bald Talia trifft …

Ein schön-schauriger Klassiker, der mal wieder zeigt, was für ein unterschätzter Zeichner Irv Novick war. Es muss nicht immer Neal Adams sein.

>> Batman 1970-1979

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