Comic

Was Batarangs alles können: alles

Batman, Robin, Batarangs

The 100 Batarangs of Batman (Detective Comics #244, 1957) (DC Comics)

Titel: The 100 Batarangs of Batman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1957 (Detective Comics #244)


Der Batarang gehört von Anfang an zu Batman: Bereits in Detective Comics #31 (1939) hat er ihn zum ersten Mal benutzt (damals noch Baterang genannt). Es ist eine elegante Waffe aus zivilisierteren Zeiten, die Batman anstelle von Schusswaffen benutzt – könnte man meinen. Doch bereits in eben dieser Ausgabe benutzt Batman am Ende eine Pistole, um einen Vampir zu erschießen. Und es ist nicht das letzte Mal, dass er tödliche Gewalt anwendet (siehe Batman #1). Aber das war nur am Anfang so.

18 Jahre später erfahren die Leser: Batman hat nicht nur ein Modell des Batarangs, sondern 100 verschiedene. Auf dem Cover sind nur fünf zu sehen. Der „Flash Bulb Batarang“ erzeugt Blitzlicht, der „Seeing Eye Batarang“ hat eine integrierte Minikamera, der „Police Whistle Batarang“ konnte einmal Commissioner Gordon das Leben retten, weil er beim Fliegen einen warnenden Pfiff abgibt, und der „Magnet Barang“ hat eine besondere Anziehungskraft, die Metallplatten im Flug einfach mitnimmt.

Kurz gesagt: Mit Batarangs kann man so ziemlich alles machen. Sogar die Naturgesetze umgehen. Batman und Robin erzählen sich eine Anekdote nach der anderen, weil ein Batman-Sammler von Ganoven um einen Film gebracht wurde, der Batman beim Batarang-Werfen zeigt. Batman vermutet, dass sie sich seine Technik abschauen wollen, um Verbrechen zu begehen. Dabei befürchtet er, sie könnten seine Geheimwaffe, den Batarang X, stehlen.

Batmans Geheimwaffe: der Batarang X. (DC Comics)

Zumindest im ersten Punkt liegt er richtig: Die Ganoven bauen einen Haufen Bomben-Batarangs und planen, damit fette Beute zu machen. Wie das gehen soll, wenn sie dabei alles in die Luft jagen, erschließt sich nicht richtig. Aber noch bevor der Plan näher ausgeführt werden kann, kommen ihnen Batman und Robin in die Quere. Batman benutzt den Batarang X selbst: Es handelt sich dabei um einen Riesenbatarang, mit dem Batman per Katapult (vom Batmobil aus) durch die Luft fliegen kann. Warum nicht das Batplane benutzen? Weil der Batarang X lautlos ist …

Batman entfernt die Sprengladungen von den Batarangs und baut sie so um, dass sie zu ihren Angreifern zurückkehren, sprich: sie selbst treffen. Einer der Gauner ist ganz verblüfft: „When we try to throw the Batarangs, they come back to hit us!“ Kein Wunder: Batarang kommt von Boomerang. Fangen wäre eine Option. Aber so wird das Verbrechen mal wieder mit seinen eigenen Waffen geschlagen.

Der erste Batarang: Ein Geschenk von Lee Collins. (DC Comics)

Bei der Gelegenheit erfahren wir auch, wie Batman auf den Batarang gekommen ist: Noch vor seiner Zeit mit Robin hat er einen Dieb zu einem Zirkus verfolgt, da hat er den Bumerang-Werfer Lee Collins kennengelernt, der ihm geholfen hat, den Dieb zu fassen. Collins wirft den Bumerang, lenkt den Dieb für nur eine Sekunde ab, aber das reicht Batman, um dem Gesuchten einen Kinnhaken zu verpassen. Collins bringt Batman das Werfen bei und fertigt für ihn den ersten Batarang an.

>> Batman 1950-1959


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Die abgründige Schönheit des Lächelns

DC Comics

Titel: Joker: Killer Smile

Autor/Zeichner: Jeff Lemire/Andrea Sorrentino

Erschienen: 2019-2020 (Joker: Killer-Smile #1-3, Batman: The Smile Killer #1), Hardcover 2020


„Laughter … That is true beauty.“ (Joker)

Wir haben ein Joker-Problem. Es gibt zu viel von ihm. Nicht nur in der regulären Serie taucht er ständig auf, auch in Specials und Miniserien. Und das liegt nicht nur am 80-jährigen Jubiläum in diesem Jahr. Keiner der Batman-Titel, die DC unter seinem Black Label herausgebracht hat, kommt ohne den Joker aus (z. B. Damned, Harleen, White Knight). Gleich drei Miniserien tragen seinen Namen, eine weitere ist angekündigt.

Eine davon ist der Dreiteiler Joker: Killer Smile. Eigentlich müsste man das mit einem Seufzen zur Ketnnis nehmen, wären da nicht die Macher: Jeff Lemire und Andrea Sorrentino sind so etwas wie ein Traumpaar der Comicbranche, gemeinsam haben sie nicht nur Green Arrow und Old Man Logan, sondern auch die Horrorserie Gideon Falls geschaffen. Und jede dieser Serien ist dank Sorrentinos Meisterschaft ein Genuss für sich. Der Zeichner versteht es nicht nur, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen, sondern reizt das Medium auch jedes Mal auf überraschende Weise aus, indem er mit Layouts experimentiert, Anordnungen fragmentiert und durcheinander wirft. Seine Seiten sind wahre Kunstwerke.

Der böse Clown Mr. Smiles

Und so wird auch in Killer Smile die Erwartung gebrochen: Statt den Joker mal wieder gegen Batman antreten und seine schwierige Beziehung zu ihm auszuloten (gähn!), wird eine kleine, fast schon intime Geschichte erzählt. Der Joker wird in Arkham von Dr. Ben Arnell behandelt. Während der Therapie gesteht der Joker ihm, dass er immer nur im Sinn gehabt habe, Schönheit in die Welt zu bringen – der Schurke verkannter als Künstler oder vielmehr Unterhalter, wie er sich selbst nennt. Der Psychiater ist ebenfalls ein Idealist, der sich einen Durchbruch erhofft, der nicht nur den Joker von seiner Psychose heilt, sondern auch Erkenntnisse bringt, die anderen helfen können. Doch die Geduld seiner Vorgesetzten ist am Ende: Er bekommt nur noch zwei Wochen Zeit.

Das eigentliche Problem jedoch: Arnell nimmt die Arbeit mit nach Hause. Der Joker verfolgt ihn in Gedanken, er kann nachts nicht schlafen, hat Albträume, im Wachzustand sieht er Morde, wo keine sind. Und dann ist da noch ein unheimliches Kinderbuch von dem bösen Clown Mr. Smiles, das er seinem Sohn vorlesen soll und von dem er sich fragt, wo es eigentlich herkommt.

DC Comics

Was ist hier los? Und wer behandelt hier eigentlich wen? Das sind die Fragen, die die Spannung erzeugen und am Ende auf eine furchterregende Eskalation hinauslaufen. So gruselig das Ganze inszeniert ist, so bildgewaltig und mitreißend ist es auch. Sorrentino erweist sich erneut als Virtuose des Visuellen und Lemire lässt ihm mit seiner aufs Nötigste reduzierten Geschichte viel Spielraum, sich zu entfalten. Da gibt es Panels in Form von Zähnen und Fischen, Seiten aus einem Kinderbuch, die wie von einem anderen Künstler geschaffen zu sein scheinen.

Der Joker wird hier mystifiziert als eine Urgewalt, als eine Art Krankheit, die jeden infiziert und korrupiert, mit der sie zu tun hat. Keine neue Facette (vgl. Azzarellos Joker), aber eine, in der sich die Leser wiederfinden und sich fragen können: Warum eigentlich sind WIR so fasziniert von dieser Figur? Vielleicht weil er so ungreifbar bleibt – und daher der perfekte Schurke ist.

Batman und der Smile Killer

Auch Batman ist davor nicht gefeit. Im One-shot Batman: The Smile Killer lernen wir, dass schon der junge Bruce Wayne Bekanntschaft mit Mr. Smiles gemacht hat – in einer TV-Show für Kinder. Wenn auch einer ziemlich seltsamen Show, in der die Handpuppe Kinder dazu auffordert, mit einer möglichst großen und scharfen Schere zu basteln. Nachdem Bruce Mr. Pouts gezeichnet hat (eine Art Batman), soll er sich ein Auge ausstechen. Seine Mutter kann ihn gerade noch davor bewahren. Allerdings verpasst sie ihm eine Ohrfeige.

Jahre später jagt Batman den Joker und findet sich plötzlich selbst als Patient in Arkham wieder. Batman soll nur eine Illusion sein, sagt ihm sein Mitinsasse, Ben Arnell. Das Motiv ist vertraut: Man kennt es aus The Last Arkham, sowie aus Dreams in Darkness (BTAS S01E28), außerdem bedient sich die Story bei Motiven aus Identity Crisis (Detective Comics #633, 1991) bzw. Perchance to Dream (BTAS S01E30). Hier jedoch wird es zugespitzt: Der kleine Bruce soll, in Clownsschminke, seinen Vater erschossen haben. Seitdem wird er von James Gordon behandelt. Hier wird eine Shutter-Island-Story draus. So scheint es zumindest …

Denn es endet offen, wenn man überhaupt von einem Ende sprechen kann, selbst das bleibt offen. Und so lässt einen dieser Schlussteil mit einem Rätsel zurück. Wird es eine Fortsetzung geben? So verlockend es scheint: Vielleicht wäre es besser, wenn manche Rätsel ungelöst bleiben. So bleibt man als Leser selbst in dieser kafkaesken Situation gefangen. Und damit hätte man immerhin eine weitere Joker-Story mit Mehrwert. Eine, die sich traut, die Grenzen des Erzählbaren weiter auszureizen. Bis hin ins Irrationale.

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Robin geht Solo

DC Comics

Titel: The Teen-Age Terrors

Zeichner: Win Mortimer

Erschienen: 1947 (Star Spangled Comics #65), Hardcover 2005 (Robin Archives Vol. 1)


Sieben Jahre nach seinem ersten Auftritt (Detective Comics #38) macht sich Robin selbstständig: in der Serie Star Spangled Comics. Schon auf dem Cover ist das symbolträchtig markiert: Hier tritt der Wunderknabe nicht nur aus Batmans Schatten, er macht sich auch los vom Dynamischen Duo. Batman taucht nur in einem Panel auf. Alfred inspiziert in der Hall of Trophies ein sonderbares Messer und fragt nach der Herkunft. Batman deutet an, dass sich dahinter ein Fall verbirgt, den Robin allein gelöst hat. Dann erzählt Robin die Story.

Dick erwischt einmal drei Jungs bei einem Einbruch, als sie gerade Pelze stehlen wollen. Nach kurzem Kampf liefert er die drei bei der Polizei ab. Dort erfährt er, dass sie gerade aus einer Besserungsanstalt kommen, der Boyville Reform School. Wirkt eher wie eine Schule für Kriminelle, sagt sich Robin – und er soll Recht behalten. Zuerst schaut er sich dort als Robin um, dann geht er mit dem Segen von Commissioner Gordon undercover.

Verbrechen zahlt sich nicht aus

Als Dynamite Denny verschafft er sich bei den Mitschülern zunächst mit der Faust Respekt. Dann wird der Mechaniker Joe Beasley auf ihn aufmerksam. Der bringt den Jungs nachts im Keller bei, wie man in Häuser einbricht. Dick spielt mit, beweist Talent, doch als er bei seiner ersten Aktion mit zwei Gaunern Musikinstrumente stehlen soll, wechselt er die Klamotten und vereitelt den Plan als Robin – fast buchstäblich mit Pauken und Trompeten.

Joe ist nicht erfreut. Am nächsten Tag trichtert er den Kindern ein, dass Gauner wie Millionäre leben: Sie brauchten nicht zu arbeiten oder früh aufzustehen und sie kriegten alles für lau. Dick widerspricht, da holt Joe mit dem Messer nach ihm aus. Zwei Hiebe strecken Joe nieder. Dick zerreißt seinen Pullover und offenbart sich den anderen als Robin – unnötig, aber unser Wunderknabe ist eben eitel. Als Joe ihn erschießen will, lässt Robin eine Lampe auf ihn fallen.

Nein, Verbrechen zahlt sich nicht aus, sagt er seinen Kumpels. Wenn es das täte, wären sie nicht in der Besserungsanstalt und die Gefängnisse wären leer. Selbst wenn einer 50-mal davonkommt, verliert er alles auf einmal, wenn er einmal geschnappt wird. – Das überzeugt die Jungs, ein neues Leben anzufangen. Tatsächlich ist später aus allen etwas geworden, bestätigt Batman am Ende. Doch zu sehen ist nur sein Schatten. Batman spricht aus dem Off. Diese Bühne gehört ganz Dick Grayson.

Damit beginnt eine fünfjährige Solokarriere, die Robin in jeder weiteren Ausgabe von Star Spangled Comics bis zur letzten (130) verfolgen darf. Das Dickens’sche Motiv der Verbrecherschule für Kinder kehrt im Zusammenhang mit Robin in den 80ern wieder, bei Jason Todd in Second Chances.

Mehr über Robin:

Tödliche Trophäensammlung

The Thousand and one Trophies of Batman (DC Comics)

Titel: The Thousand and One Trophies of Batman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Bob Kane

Erschienen: 1950 (Detective Comics #158)


Batman und Robin müssen nicht nur Nacht für Nacht das Verbrechen bekämpfen und neue Gadgets wie Batmobile und Batplanes bauen, sie pflegen auch ihre Trophäensammlung in der Bathöhle. So ein Riesenpenny will nun mal gereinigt werden. Mittlerweile, im Jahr 1950, ist die Sammlung auf 1000 Stücke angewachsen, obwohl Batman gerade einmal seit zwölf Jahren im Dienst ist und nur rund 400 Abenteuer erlebt hat. Offenbar wurde den Lesern bis dahin die Hälfte vorenthalten. Egal.

Während Batman und Robin Riesendino und Riesenschachbrett betrachten und in Erinnerungen an ihre vergangenen Fälle schwelgen, ruht das Verbrechen nicht. Die beiden werden zum Hafen gerufen, wo der Gauner namens Dr. Doom Juwelen in ägyptischer Kunst nach Gotham zu schmuggeln versucht. Als er entlarvt wird, springt er ins Wasser, wo er sich verstecken kann, weil er einen Zigarettenhalter als Schnorchel benutzt. Das Dynamische Duo denkt nicht mal daran, hinterherzuspringen.

Sarkophag wird Trophäe 1001

Dann wird Batmans Sammelwut ihm zum Verhängnis: Obwohl er kaum etwas zu tun hatte, bittet er Gordon darum, einen Sarkophag als Trophäe mitnehmen zu dürfen. Klar, warum nicht? Beweismittel werden überbewertet. Doch bevor die beiden zurückfahren, steigt Dr. Doom aus dem Wasser, klettert heimlich in einen Sarkophag und lässt sich so im Batmobil in die Bathöhle bringen.

Wer den Cent nicht ehrt: Der Riesenpenny fällt auf Robin. (DC Comics)

Während sich die Helden über Trophäe Nr. 1001 freuen, bereitet Dr. Doom seine Rache vor: Er präpariert die Trophäen so, dass sie für Batman und Robin zur Todesfalle werden. Und kaum kehren sie zurück, schießen ihnen Riesenwürfel entgegen. Dann erschlägt der Riesenpenny fast Robin, eine Harpune erschießt beinahe Batman. Schließlich klettert der Schurke in den Riesendino (der hier sonderbarerweise kein T-Rex, sondern eine Art Brachiosaurier ist) und lässt den Roboter auf die beiden losgehen.

Die Helden kappen die Leitungen, Dr. Doom wirft eine Granate und versteckt sich im Sarkophag. Zum Glück kann Batman sich und Robin mit einem Miniaturhaus vor der Explosion schützen. Doch danach lässt sich der Sarkophag nicht mehr öffnen und Dr. Doom erstickt. Trophäe Nr. 1001 bleibt eine mit Einlage und der Tod wird zum ständigen Gast in der Bathöhle. Auch Pietät wird offenbar überbewertet …

>> Batman 1950-1959


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Zum tausendsten Mal Batman: Detective Comics #1027

Detective Comics #1027 von Andy Kubert (DC Comics)

Man muss nicht abergläubig sein, um zuzugeben, welche Macht Zahlen auf uns haben. Schlaue Marketing-Leute wissen das. Und so feiern wir nicht nur mittlerweile alle fünf Jahre ein Batman-Jubiläum, auch jede runde Heftnummer wird schon zu einer Jubiläumssonderausgabe aufgeblasen, auch wenn eine #50 heute nur noch halb so viel wert ist wie noch im 20. Jahrhundert, da Batman und Detective Comics immer noch zweiwöchentlich erscheinen, aber dafür hebt man sich dann „Batmans Hochzeit mit Catwoman“ auf. Batman #100 muss natürlich auch was Besonderes sein. Und Detective Comics #1000 fiel im vergangenen Jahr mit Batmans 80. Jahrestag zusammen. Und dieses Jahr ist sogar Nummer #1027 144-Seiten stark. Warum? Weil es Batmans 1000. Aufritt in der Serie ist (die Nummern 0 und 1.000.000, sowie 23.1-4, Annuals und Specials natürlich nicht mitgezählt).

Die Idee ist nicht neu: Bereits 1991 wurde Detective Comics #627 mit drei Nacherzählungen von The Case of the Chemical Syndicate (Detective Comics #27, 1939) gefeiert. Jetzt also zwölf ganz neue Kurzgeschichten von der Crème de la Crème der Branche, übliche Verdächtige wie King, Snyder, Tomasi und Tynion, Veteranen wie Bendis, Morrison, Wolfman, Jurgens und Rucka, aber auch Batman-Neulinge wie Matt Fraction sowie die beiden Autorinnen (!) Mariko Tamaki und Kelly Sue DeConnick dürfen je eine Story beitragen. (Ganz zu schweigen von den fähigen Zeichnern.)

Mal wieder Joker

Jeder Autor widmet sich einer anderen Facette des Dunklen Ritters: Brian Michael Bendis lässt Batman sich mit der Batman-Family als Detektiv betätigen, Greg Rucka lässt seine Gotham-Central-Zeit wiederaufleben, indem er den Werdegang einer jungen Polizistin in Gotham erzählt, die nicht nach den Regeln spielt – und (wie oft in der Serie) von Batman gerettet wird. In Ghost Story trifft Batman mit Robin auf Deadman, in einer anderen prügelt er sich mit Dr. Phosphorus (gezeichnet von Walter Simonson) und Marv Wolfmans Beitrag ist nicht mal eine Erwähnung wert.

Und was kommt von den Neulingen? Kelly Sue DeConnick zeigt, wie Bruce Wayne beim Golfspielen geschickt gegen Korruption vorgeht – auf jeden Fall eine der stärkeren Geschichten. Fraction erzählt, wie der Joker Batman jedes Jahr ein Geburtstagsgeschenk überreicht. Die Pointe: Joker selbst ist das Geschenk – in ewiger Verbundenheit. Diese Tatsache beweist auch die letzte Story in dem Heft, einem Tie-in von Mariko Tamaki zum Joker War. Ohne Joker geht es nicht mehr, wir erleben derzeit eine regelrechte Joker-Flut und nach meiner Meinung läuft es sich tot. Weniger Joker wäre mehr. Andere klassische Schurken hätten mehr Aufmerksamkeit nötig.

Batmans Vorläufer und Vorbilder

Peter J. Tomasi macht es so, wie es nicht sein sollte: Seine Story von Batman in einer Todesfalle dient nur zum Anlass, seitenweise Pin-ups von Batmans Rogue-Gallery aneinanderzureihen. Damit werden die Figuren wie so oft in letzter Zeit zu bloßen Statisten degradiert. Ähnlich ist es mit Scott Snyders As Always, wo es darum geht – aufgehängt am Symbol des Bat-Signals – Batmans Rolle als kosmischen Kämpfer an der Seite der Justice League darzustellen. Hauptsache, es kommen alle anderen auch mal vor. Dan Jurgens deutet mit Generations: Fractured das nächste Event an, in dem die Zeit (schon wieder) aus den Fugen gerät und Batman in sein Ur-Kostüm von 1939 schlüpfen lässt. Die Welle der Nostalgie rollt immer weiter, in ewiger Retro-Schleife … (siehe auch Zero Year)

All diese Häppchen lesen sich schnell weg und sind ebenso schnell wieder vergessen. Was bleibt aber hängen? Vielleicht höchstens Grant Morrisons Detective #26, eine schöne Hommage an Batmans Vorbilder (bzw. Vorläufer): Ein Mann in Gotham beschließt, in Anlehnung an den Crimson Avenger und The Shadow, zum maskierten Rächer Silver Ghost zu werden – bis ihm dann ein Kerl in Fledermauskostüm zuvorkommt. Damit greift Morrison geschickt die Prämisse von der Batman TAS-Episode Beware of the Gray Ghost (Das graue Phantom) wieder auf, indem er darstellt, dass Batman selbst nur zusammengesetzt ist aus verschiedenen Versatzstücken – von Zorro bis Sherlock Holmes, von Leonardo bis The Bat Whispers.

Detective Comics #1027 bietet also viele Seiten fürs Geld, darunter auch viele prächtig gezeichnete, mit einer Reihe wunderbarer Pin-ups (Lee Bermejo ehrt die ersten Batman-Serials!), aber am Ende ist es doch nur eine weitere aufgeblasene Jubiläumsausgabe, die bloß viel Luft bietet – besonders nach oben.

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Rätsel über Rätsel

Batman & Robin vs. Riddler im Museum

DC Comics

Titel: Riddler on the Rampage

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Ernie Chan

Erschienen: 1976 (Batman #279)


Im Knast gehen die Lichter aus. Es gibt einen Aufstand. Man ruft Batman. Er schlägt die Aufsässigen nieder – doch der Riddler entkommt. Natürlich nicht, ohne ein Rätsel zu hinterlassen. Trotz seiner mentalen Blockade, kündigt der Riddler an, hat er gelernt, mit Batman umzugehen. Er will ihn überfluten mit Rätseln, Rätseln in Rätseln in Rätseln – und das in einem Takt, mit dem Batman nicht hinterher kommt. (Mir ist nicht klar, wie sich dieser von allen bisherigen Plänen unterscheidet, aber sei‘s drum.)

Wie gut, dass der Dunkle Ritter diesmal von Robin unterstützt wird, der immer noch keine Gelegenheit zum Kalauern auslässt. Doch auch der Riddler ist nicht allein: Gleich zwei von denen konfrontiert das Dynamische Duo in einer Uhrenausstellung. Das sind allerdings nur Handlanger, die Gummimasken tragen. (Wozu eigentlich, wenn die Domino-Maske ihre Identität verbergen müsste?)

Soll ich euch wirklich mit den Einzelheiten der Schnitzeljagd langweilen? Nein, daher lieber nur so viel: Der Riddler versucht zuerst, ein Modellschiff zu stehlen und vollbringt das Kunststück, durch ein Bullauge zu entkommen, es folgen ein Feuerwerk in Fragezeichenform und eine Schlange – und es endet in der ägyptischen Abteilung des Kunst-Museums. Riddlers genialer Plan geht mal wieder nicht auf, wohl auch weil ihm zum Schluss die Luft ausgeht.

Ach ja, und wir lernen: Traut niemals Museumswachleuten, die zu zweit kommen (denn unterfinanzierte Museen haben, wie es sich gehört, jeweils nur einen).

Daher gibt’s zum Schluss als Trost noch ein Panel, das (nicht nur) aus dem Kontext gerissen, Batman und Robin wie Spanner aussehen lässt. Aber immerhin sehen wir: Superhelden sind auch nur Menschen.

Batman & Robin

Batman und Robin bewundern das andere Geschlecht. (DC Comics)

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Batman als Raumpilot im Jahr 2050

Batman & Robin in Bat-Ship

DC Comics

Titel: Batman In the Future

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1950 (Batman #59)


Hin und wieder unternehmen Bruce Wayne und Dick Grayson auch mal Zeitreisen. Dazu lassen sie sich von einem Psychiater hypnotisieren und der versetzt sie dann auf wundersame Weise in die Vergangenheit. Nachdem sie mal wieder den Joker festgenommen haben, fragen sie sich: Wie kommt es, dass der Joker so ist, wie er ist? Vielleicht liegt es in der Familie, denn der behauptet selbst, aus einer Familie von Clowns zu stammen. Um herauszufinden, wie man den Joker rehabilitieren kann, wollen Batman und Robin 100 Jahre zurückversetzt werden. Doch der Psychiater bringt sie aus Versehen 100 Jahre in die Zukunft.

Im Jahr 2050 ist das Sonnensystem besiedelt und man leistet sich Rennen durchs Weltall mit Raketen – das Übliche also. Das Ungewöhnlichste an dieser Zukunft ist aber, dass der Joker ein Gesetzeshüter ist. Dieser Nachkomme hat allerdings rätselhafterweise ebenfalls ein weißes Gesicht, rote Lippen und grüne Haare. Er ist auf der Suche nach einem Saboteur von Raketen.

Batman und Robin helfen ihm dabei, indem sie sich in einer Raketenfabrik ans Fließband stellen und als Mechaniker betätigen. Um ihre Geheimidentitäten zu wahren (falls mal jemand in ihre Zeit kommt), tragen sie ihre Masken und Kostüme – Batman gibt sie als Arbeitsschutz aus … Eine Woche vergeht. Dann retten sie den Fabrikleiter, bekommen zum Dank ein eigenes Schiff, das Bat-Ship, und können so ihre Mission erfüllen.

Da leuchtet plötzlich Bat-Signal von der Erde auf den Mond – überdeutlich zu sehen. Wie groß und stark müsste so eine Lampe wohl sein, um das zu schaffen? Egal. Es macht auf jeden Fall einiges her für ein prächtiges, ikonisches Cover. Batmans Licht der Gerechtigkeit strahlt über die Erde hinaus. Und das ist es auch, was von dieser kuriosen Geschichte im Gedächtnis bleibt. Dass sich der Saboteur durch radioaktiven Staub verrät, der im Dunkeln leuchtet – das ist eher nicht der Rede wert.

>> Batman 1950-1959

Fluch des Weißen Ritters, Segen für die Leser

Batman: Curse of the White Knight

DC Comics

Titel: Batman: Curse of the White Knight (dt. Der Fluch des Weißen Ritters)

Autor/Zeichner: Sean Murphy

Erschienen: 2019-2020 (#1-8), Hardcover 2020


Neulich habe ich folgendes Zitat von Comic-Autor Garth Ennis (The Boys, Preacher) gefunden: „I find most superhero stories completely meaningless“, sagte er bereits 2012 auf SciFiNow. „You’re never going to see any real growth. The stories can’t end, so they’ll never mean anything.“ So ist es leider auch oft mit Batman: Was sich innerhalb der Continuity abspielt, ist selten von echter Tragweite. Was auch immer geschieht, man kehrt doch immer wieder zum Status quo zurück. Selbst ein „Tod in der Familie“ ist bedeutungslos geworden, weil er früher oder später rückgängig gemacht wird. Das liegt in der Grundstruktur endloser Geschichten: Sie müssen immer weitergehen. Daher wird Personal nicht verheizt.

Anders hingegen ist es bei Storys, die für sich stehen – unabhängig von Continuity. Sean Murphys Miniserie White Knight ist in den vergangenen Jahren das beste Beispiel dafür. Einerseits stark traditionsbewusst, andererseits radikal anders. Die 80-jährige Batman-Geschichte verwendet er nur als Vorlage für einen Remix, um etwas Neues zu schaffen. Dieses Erfolgsrezept hat er mit Curse of the White Knight fortgeschrieben.

Batman trifft Azrael

Der Joker kommt wieder frei und setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, um Batman endgültig fertigzumachen. Hinter ihm steht eine ominöse Frau namens Ruth, die im Auftrag von Gothams Elite einen neuen Batman erschafft, der den alten ersetzen soll: Azrael. Hinter der Maske steckt der alte Kriegsveteran Jean-Paul Valley, der nur mitmacht, weil ihm eine bessere Krebstherapie versprochen wird. Doch die Geschichte geht noch viel weiter zurück: Wir erfahren von einem alten Familiengeheimnis der Waynes, die bis zur Gründung von Gotham zurückreicht und auch den Orden von St. Dumas betrifft.

Batgirl, Azrael, Joker by Sean Murphy

Cover zu Curse of the White Knight (DC Comics)

Keine Sorge: Ich werde nicht zu viel verraten. Nur so viel sei gesagt: Es geht zur Sache – und zwar heftig. Wertvolle Dinge werden zerstört und es gibt viele Tote, darunter sehr bekannte Figuren. Batman macht sich in den eigenen Reihen Feinde, steht isoliert da, will wie immer den einsamen, selbstlosen Märtyrer spielen. Mit der Masche übertreibt es Batman aber, dass es mitunter nervt. Wie üblich zweifelt er an seiner Rolle als Batman, will sie aufgeben, aber dass ihn das dunkle Familiengeheimnis nicht mehr ein Wayne sein lassen will, geht dann doch in Sachen Melodrama zu weit.

Fortsetzung mit Harley Quinn

Aber ansonsten ist Curse of the White Knight ein würdiger, weil radikaler Nachfolger. Der Autor verspricht, in seinem Universum konsequent zu bleiben: Wer tot ist, bleibt tot, lautet eine von Sean Murphys Regeln. Und damit schockieren die Ereignisse umso mehr. Und bei der Rasanz seiner Geschichte bleibt kaum Zeit, das alles zu verarbeiten. Als Leser bleibt man mit der Frage zurück: Wie soll das alles noch weitergehen?

Im Oktober geht es zunächst weiter mit dem Sechsteiler Batman: White Knight Presents Harley Quinn. Murphy hat die Figur extrem weiterentwickelt, von der nervigen Psychopatin und Punk-Göre zu einer klugen, nachdenklichen und empathischen Frau, die jetzt sogar Mutter von Zwillingen ist. Außerdem sind Spin-offs zu Nightwing und Batgirl geplant.

Neue Vorgeschichte für Mr. Freeze

In Curse of the White Knight ist bereits der Tie-in Von Freeze enthalten, der Victor Fries‘ Familiengeschichte aus dem Dritten Reich nacherzählt. Auch hier beweist Sean Murphy nicht nur den Mut, altbekannte Charaktere radikal neu zu denken, sondern sie auch in ein ernsthaftes historisches Setting zu versetzen. Eine starke Story, wären da nicht die sperrigen Zeichnungen von Klaus Janson – sorry, bin kein Fan. Vor allem im Vergleich zu Murphys genialem dynamischen Stil kann der Altmeister nicht mithalten.

Damit erweist sich der zweite White-Knight-Band als Segen für die Leser. Er zeigt, wie man Superhelden heute erzählen muss: Als Geschichten, die sich weiterentwickeln, die Konsequenzen haben und darin auch konsequent bleiben. Nur so erhalten sie Bedeutung, nur so kann man mitfiebern, wenn man merkt: Die Risiken, die Helden eingehen, sind erst dann welche, wenn alles auf dem Spiel steht. Solchen Storys gehört die Zukunft, denn sie bleiben in Erinnerung. Damit ist Murphys White-Knight-Saga immer noch das Beste, was man heute an Batman-Comics bekommt.

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Wie Batman nach Deutschland kam

Erste Auftritte von Superman und Batman in Deutschland („Buntes Allerlei“ 42, 1, 11, Aller-Verlag)

Wann kam Batman eigentlich zum ersten Mal nach Deutschland? Das war 1954 – also erst 15 Jahre nach seinem ersten Erscheinen in Detective Comics #27. Der Aller-Verlag hatte in seiner Serie Buntes Allerlei bereits im Vorjahr Superman zum ersten Mal auftreten lassen. Nach einigen Ausgaben sah man dann erstmals Superman mit Batman auf einem Cover: Buntes Allerlei 1 (1954) druckte World’s Finest #66 (1953) nach, darin enthalten ist eine beliebige Batman-Story: „The Proving Ground for Crime“. Anders als bei Superman machte man sich nicht die Mühe, mit Batman mit einem Origin einzuführen. Die Figur darf danach nur noch einmal wiederkehren. Nach einem zweiten Erscheinen in Ausgabe 11 („Die heimlichen Waffen“, The Secret Weapons of the Crimesmith, World’s Finest #68) verabschiedet sich Batman wieder vom deutschen Comicmarkt. Superman folgt bald darauf noch im selben Jahr.

Es ist schon bemerkenswert, wie schwer Comics es in Deutschland vor allem nach dem Krieg hatten. Dabei stammen die Ursprünge des US-Comics eigentlich von hier. Angefangen bei der langen Bilderbogen-Tradition, allen voran die „Bildgeschichten“ Wilhelm Busch, bis hin zu Vater und Sohn von Erich Ohser (E.O. Plauen) von 1934 bis 1937. Aber der Zweite Weltkrieg verhinderte, dass kostümierte Übermenschen, die als gute US-Patrioten auf den Covern und in den Comics gegen Nazis kämpften, es nach Deutschland schafften. Nach dem Krieg hatte man andere Sorgen (unter anderem auch Papierknappheit), und in den 50ern galten auch hierzulande Comics als Schund und Nischenware für Kinder. Und so war das kurze Experiment im Bunten Allerlei auch schnell wieder vorbei.

Neuanfang mit Ehapa

Erst ein Jahrzehnt später, 1966, traute sich der Ehapa-Verlag aus Stuttgart wieder an Superhelden heran. Zunächst mit Superman, ein Jahr später kam Batman dazu. Am 10. Februar 1967 lief der Film Batman hält die Welt in Atem in deutschen Kinos an. (Die TV-Serie kam erst 1989 ins deutsche Fernsehen!) Und in der zweiten Ausgabe von Superman erschien die erste Comic-Story mit Batman-Bezug: „Superboy: Wie Superman und Batman sich erstmals trafen“ (Superboy: „The Origin of the Superman-Batman Team!“, Adventure Comics #275), eine Geschichte, die damals sieben Jahre alt war.

Ehapa Verlag

Von 1967 an war Batman meistens mit einer Geschichte in dem Heft vertreten, manchmal zusammen mit Superman (World’s Finest). Die Auswahl schien chaotisch und willkürlich. Oft waren es uralte Storys aus den 40ern und 50ern, die hier nachgeholt wurden, aktuellere kamen vermehrt erst ab 1968 auf. Das Lettering war noch lieblos mit der Maschine gesetzt, dafür war die Übersetzung umso kreativer: der Joker nannte sich „Spassvogel“, der Riddler war „Mr. Sphinx“.

Auch andere Superhelden erschienen in der Serie, wie etwa Superboy, Supergirl, Robin, Martian Manhunter und Flash (damals noch „Zack“ genannt), der sich mit Superman Wettrennen lieferte. Das Wagnis hatte Erfolg: Die Serie erschien alle zwei Wochen und hielt als Superman und Batman bis 1985 durch.

Lückenhafte Publikation

Erst 1974 erschien die erste deutsche Serie, die nur Batman gewidmet war: Batman Superband, mit acht Storys auf 96 Seiten. Dabei handelte es sich wiederum um Nachdrucke aus der Superman und Batman-Serie, aber später waren auch neuere Storys enthalten, wie Batmans erste Begegnung mit Ra’s al Ghul.

Erfolgreicher Neuanfang mit Ehapa: Erste Batman-Serien in Deutschland. (Ehapa Verlag)

In Batman Taschenbuch (Ehapa 1978-1988) wurden auch Abenteuer aus Serien wie The Brave and the Bold sowie Batman and the Outsiders herausgebracht, letzteres wurde damals noch „Batman Team“ genannt. Auch hier blieb es sprunghaft und lückenhaft. Aber bei fünf bis sechs parallel laufenden US-Batman-Serien (es gab noch Batman Family) war es auch fast unmöglich, mit dem Output mitzuhalten. Später folgten weitere Sammelreihen wie Batman Extra (Ehapa 1980-1985) und Batman Sonderausgabe (Ehapa, 1981-1985).

Nach dem Ende des Batman Taschenbuchs übernahmen im Jahr 1989 die Verlage Hethke und Carlsen das Batman-Business. Hethke brachte Hefte mit Storys aus den regulären Serien heraus und druckte auch das Bunte Allerlei nach, Carlsen machte Paperbacks, in denen meistens ganze, für sich stehende Storys gesammelt waren (ausgenommen der Zehnteiler Knightfall). Ende der 90er versuchte sich auch Ehapa noch einmal für kurze Zeit an Batman-Paperbacks.

Aufstieg und Fall des Dino-Verlags

Erst der Dino-Verlag bemühte sich ab Mitte der 90er um Vollständigkeit und Kontinuität. Zuerst begann es noch mit den Batman Adventures, den Comics zu The Animated Series, ab 1997 wurde in Batman, Batman Special und mehreren Sonderbänden das Geschehen der beiden Hauptserien Detective Comics und Batman (sowie der Nebenserien) monatlich abgebildetIm Jahr 1999, zum 60-jährigen Jubiläum, druckte der Dino-Verlag zum ersten Mal in Deutschland Detective Comics #27 nach (Batman 37). Weitere Batman-Klassiker der 40er folgten in den Hardcovern der DC-Archiv-Edition.

Das Problem: Dino nahm es etwas zu genau mit der flächendeckenden Versorgung mit Batman und Superman, sodass der deutsche Comicmarkt dem US-amerikanischen immer um Jahre hinterherhing. Um den Abstand aufzuholen, wurden mehrere Hefte in Schubern herausgebracht – „Time Warps“. Das war nicht nur teuer, sondern zahlte sich auch für den Verlag nicht aus. 2001 stellte der Verlag sein Superheldenprogramm ein und wurde von Panini übernommen. Seitdem versorgt dieser Verlag den deutschen Markt zuverlässig mit Batman, Superman und Co., aber auch mit Marvel-Helden. Und das Verrückte: Irgendjemand kauft das alles anscheinend auch. Und liest es. Und sammelt es.

Damit ist Panini auf gutem Wege, Ehapa zu überdauern.

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Riddler: Todesfalle statt Therapie

Batman & Riddler

DC Comics

Titel: Riddler on the Move

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Ernie Chua

Erschienen: 1975 (Batman #263)


Warum muss der Riddler eigentlich ständig Rätsel aufgeben? Warum kündigt er seine Verbrechen mit Hinweisen an und lässt immer weitere für Batman zurück? Diese Frage hat er sich erstmals 1975 gestellt: „Why do I do these things? Why am I driven to crime … and riddles? I know my behavior isn’t normal — but I can‘t help it!“

Aber er findet sich damit ab: „Oh, well … it‘s my fate and I‘m stuck with it! Always on the move to avoid the law!“ – Wäre da nur nicht Batman im Weg … Es gilt also, eher ihn loszuwerden als in Therapie zu gehen.

Der Riddler lockt Batman ins Museum. In der Halle der Waffen ist er plötzlich umgeben von Armbrüsten, die auf ihn gerichtet sind. Wenn er sich von der Plattform in der Mitte wegbewegt, schießen sie automatisch auf ihn. Eigentlich kein Problem: Batman könnte sich einfach ducken und sich zur Seite rollen, aber er löst lieber Rätsel.

Buchstabe des Todes

„What letter is like death?“ Auf der Plattform hat er sechs Buchstaben von A bis F zur Auswahl. Zielt er den richtigen, kommt er frei. Richtig? Falsch! Denn die richtige Antwort lautet „E“, weil der Buchstabe am Ende des Wortes „life“ kommt, aber Batman zieht am C, weil man hier um die Ecke denken muss: „E“ wäre der Buchstabe des Todes, der die Armbrüste losschießen ließe.

Man muss zugeben: Ganz schön ausgefuchst! Aber was hat der Riddler vor? Zwischendurch raubt er mal einen Mann auf der Straße aus, dann gibt er einem anderen das Geld, schließlich bezahlt er einen Jungen für ein Rätsel – sehr seltsam. Aber eigentlich will er ein Unternehmen gründen. Ähnlich wie schon der Joker und Killer Moth vor ihm will er Dienstleister für Kriminelle werden. Er baut eine Agentur auf, die Kriminelle vermittelt – eine Zeitarbeitsfirma, wenn man so will. Aber dafür braucht er Startkapital, also plant er einen „genialen“ Coup. Und er muss genial sein, denn darauf wäre sonst niemand gekommen: Der Riddler stiehlt Giraffen von einem Schiff.

Batman mit Fledermaus

Der Riddler ist entsetzt: Batman schickt Rätsel per Fledermaus! (DC Comics)

Das heißt: Er versucht es zumindest, bis ihm Batman in die Quere kommt. Prügelei, Riddler entkommt, Batman mit dem Whirlybat hinterher (so etwas gibt es noch in den 70ern?). Die Jagd endet im leerstehenden Giraffenhaus des Zoos, wohin Batman eine offenbar dressierte Fledermaus mit einer Nachricht schickt, um seinen dramatischen Auftritt mit einem Rätsel anzukündigen. Gegner müssen nun mal grundsätzlich mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden – auch wenn das dem Tierschutz nicht gefällt.

Trotz seiner selbstdiagnostizierten Zwangsneurose findet der Riddler nicht den Weg in das kürzlich eröffnete Arkham Hospital (neue Heimat von Joker und Two-Face), sondern es geht zurück in den Knast.

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