Mit dem Joker auf Mallorca

DC Comics

Titel: The Joker Vol. 2

Autor/Zeichner: James Tynion IV/Guillem March

Erschienen: 2022 (The Joker #6-9, Annual #1), Hardcover 2022; dt. Panini 2022


Noch immer ist der Joker auf der Flucht, noch immer jagt ihm James Gordon hinterher, noch immer sind ihm „Lady Bane“, der Rat der Eulen und texanische Kannibalen auf den Fersen. Was ist neu? Diesmal geht es nach Paris. Doch Gordon hat für Sightseeing nicht viel Zeit, er gerät unter Mordverdacht, wird von Interpol verhaftet, aber schnell freigelassen, dann von „She-Bane“ entführt, die sich aber anders nennt: „Vengeance“. (Ihr wisst schon: Wegen Vengeance of Bane.) Aber wen rächt sie? Weiß sie selbst noch nicht genau, vielleicht ja Gordon. Jedenfalls fliegen sie gemeinsam nach Mallorca, finden den Joker und decken eine unappetitliche Wahrheit auf.

Viel passiert eigentlich nicht in diesen vier Kapiteln, es wird meistens nur viel geredet und erklärt, ohne dass der Detektiv Gordon viel selbst herausfinden muss. Und für alle Neudazugekommenen (wer auch immer bei Heft 6 einsteigen sollte) wird noch mal im Schnelldurchlauf die ganze Joker-Gordon-Beziehung nacherzählt, von The Killing Joke bis No Man’s Land etc. Ansonsten gibt es sinnlose Gewalt und einen hohen Ekelfaktor, wenn man in die Tiefen einer Menschenfleischfabrik absteigt. Ach ja, und zwischendurch hat Alfred-Tochter Julia Pennyworth ihren James-Bond-Moment – was hart an die Grenze der Fremdschamzone geht.

Zurück zu Gordons Anfängen

Das Beste kommt zum Schluss: Im Annual lernen wir wieder etwas über die Vorgeschichte von Gordon und Joker jenseits der altbekannten Pfade. Gordon verhört einen ehemaligen Capo von Falcone und erfährt, welche Polizisten korrupt sind, daraufhin entlässt der Commissioner die Hälfte seiner Truppe – und macht sich Feinde. Denn diese frustrierten Ex-Cops stehen nun wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, was der Joker sofort ausnutzt, um Aushilfen zu rekrutieren.

Kurz gesagt: Gordon hat es sich selbst zu verdanken, dass er das organisierte Verbrechen der Batman-Schurken gestärkt hat. (Denn anscheinend war gutes Personal damals sonst schwer zu kriegen.) Tochter Barbara hält ihm daraufhin auch eine Standpauke darüber, dass er sich als Radikalinski von Batman hat inspirieren lassen und dass die Welt nicht so funktioniert. – Zeichner Francesco Francavilla veredelt diese Charakterstory aus den frühen Tagen, die ein willkommenes bodenständiges Gegenstück zur Hauptserie schafft.

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