Geoff Johns

Two-Face gegen Gotham City

Batman: Earth One Vol. 3 (Cover/Promo)

DC Comics

Titel: Batman Earth One Vol. 3

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2021


„You have become the embodiment of the Arkham curse, Bruce. The madness. The Batman.“

Batman Earth One ist mehr als nur ein weiterer Origin. Es ist der moderne Origin, den Batman verdient, anders als Zero Year. Und es ist auch mehr als nur ein Comic: Es wirkt bereits wie seine eigene Verfilmung. Sollte in einem Jahrzehnt mal wieder etwas wie Batman Begins ins Kino kommen, müsste es so aussehen wie Earth One.

Denn hier sind die Charaktere bereits stark geerdet, als wären sie Teil der realen Welt. Der Pinguin heißt eben Cobblepot und wirkt nicht wie eine Karikatur, der Riddler trägt kein albernes Kostüm – und Bruce Wayne ist ein Scheiternder. Als Batman macht er grobe Fehler. Es macht Spaß, ihm dabei zuzusehen, sich selbst zu finden. Die Handlung der ersten beiden Bände baut aufeinander auf und am Ende des zweiten wurde klar: Als nächstes wird es um Two-Face gehen.

Catwoman als gekaufte Verbündete

Staatsanwalt Harvey Dent ist tot, seine Zwillingsschwester und Bürgermeisterin Jessica Dent ist entstellt, weil sie in Trauer ihr Gesicht an das verbrannte Antlitz ihres sterbenden Bruders gedrückt hat (siehe Batman Earth One Vol. 2). Aber weil dieser ihr eingeflüstert hat, ihn nicht sterben zu lassen, scheint er in ihr weiterzuleben. Oder vielleicht auch doch nicht: Denn bald darauf werden Gothams Verbrecher mit vielen Waffen beliefert, um einen Krieg anzuzetteln – und dahinter steckt anscheinend Harvey Dent höchstselbst.

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Batmobile in Batman Eart One Vol. 3 (DC Comics)

Derweil baut Bruce Wayne seine Batman-Operation weiter aus. Mit Alfred und Waylon Jones (Killer Croc) findet er in den Tunneln von Gotham einen Ort für ein Geheimlager, eine Art Bathöhle also, wo man das schicke neue Batmobil abstellen kann (und wie schick das ist!). Dann taucht plötzlich ein alter verwirrter Mann namens Adrian Arkham auf, Bruces Großvater. Die Arkhams stehen im Ruf, verrückt zu sein. Bruces Großmutter soll Adrian erschossen und sich dann vor den Augen ihrer Tochter Martha umgebracht haben. Nun ist Adrian plötzlich wieder da und Bruce nimmt ihn bei sich auf.

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Catwoman in Batman Earth One Vol. 3 (DC Comics)

Beim Kampf gegen die hochgerüsteten Gangster trifft Batman auf Catwoman, die mit ihren geringelten Strumpfhosen, ihrer japanischen Katzenmaske und einer Grinsekatze auf der Brust aussieht wie ein Cosplay-Fangirl. Und ganz gemäß ihrer Art lässt sie sich nur durch Kauf zum Kampf für die gute Sache bringen.

Familienfluch der Arkhams

Im Mittelpunkt steht mal wieder Gotham als Brutstätte des Bösen – ein altes Motiv. Die Handlung greift zurück in die Frühzeit der Stadt und erklärt den Wahnsinn der Familie Arkham damit, dass tollwütige Fledermäuse die Vorfahren in einer Höhle gebissen haben. Bruce muss sich fragen, ob er mit seinem Fledermaustick auch nur ein Geisteskranker ist. Ziel des Schurken ist es, die Stadt endlich auszulöschen, um endlich wieder reinen Tisch zu machen. Damit bewegt sich Two-Face – etwas platt – auf den Spuren von Ra’s al Ghul, Erinnerungen an Batman Begins kommen auf und tatsächlich wirkt Earth One Vol. 3 wie eine Mischung aus Nolans Dark-Knight-Trilogie. Die Motive (die natürlich auch schon aus den Comics stammen) kehren in veränderter Form wieder.

Neu ist es, Two-Face als Zwillingspaar zu inszenieren – und auch ganz ohne Münzwurf, dafür aber mit gespaltener Persönlichkeit. Eine gelungene Variation des alten Themas. Gleichzeitig werden aber auch wierholende Muster innerhalb der Serie deutlich: Dass Batman am Ende von einem Deus ex machina gerettet wird, scheint Tradition zu werden. Im ersten Band war es Alfred, im zweiten Killer Croc, hier ist es Catwoman. Na ja, immerhin tritt Batman insgesamt souveräner auf und stümpert sich nicht mehr ganz durchs Abenteuer wie am Anfang. Symbol dafür: Eine Taschenlampe in der Brust leuchtet ihm den Weg …

Robin, Batgirl, Ragman – und Joker

Wie schon zuvor schreitet die Handlung souverän voran und wird von Gary Frank stimmungsvoll erzählt, mit einer leichten Tendenz zur Seitenschinderei, aber bei den wunderbar feinen Zeichnungen ist das nicht nur verzeihlich, sondern höchst willkommen. Man kann sich an den Seiten nicht sattsehen. Am Ende aber will Autor Geoff Johns zu viel. Da Batman hier kein Einzelgänger ist, sondern Verbündete um sich scharen will – die Rede ist von „Outsiders“ -, stehen am Ende plötzlich Robin, Batgirl und Ragman im Batman-Hauptquartier, an der Seite von Catwoman, Kiler Croc und einem „Bat-Dog“. Wie es dazu kam, hätte einen eigenen Band verdient, aber der nächste wird wohl vom Joker handeln.

ACHTUNG SPOILER!

Ebenso zu viel steckt in der Auflösung: Da geht es um Clayface, der nicht nur Preston Payne, sondern auch Matt Hagen und Basil Karlo sein soll, alles zugleich. Irgendwie naheliegend bei einem Formwandler und einer Figur, die im Laufe der Jahre viele Inkarnationen hatte, aber vielleicht doch – im wahrsten Sinne des Wortes – zu dick aufgetragen. Und die Erklärung dafür bleibt umso dünner.

Vielleicht liegt es daran, dass ich so lange auf den dritten Band warten musste und mich zu sehr darauf gefreut habe, aber in der Serie überzeugt mich dieser Teil am wenigsten. Ohne Zweifel wird hier eine erzählerische Qualität geboten, die man in den Batman-Hauptserien vermisst, aber es fehlt wahrscheinlich die emotionale Tiefe um die Hauptfigur. In all dem Drumherum geraten Batman und Bruce Wayne selbst aus dem Fokus. Hoffentlich ändert sich das in Band vier. Und hoffentlich wird man nicht all zu lange darauf warten müssen.

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Batman: Earth One Vol. 3 kommt 2021

DC Comics

Fünf Jahre ist es her, seit der zweite Band von Batman: Earth One erschienen ist. Nun hat DC offiziell den dritten Teil angekündigt: Batman: Earth One Vol. 3 soll am 8. Juni 2021 erscheinen. Story und Zeichnungen werden wieder von Geoff Johns und Gary Frank stammen, die auch die ersten beiden Bände gemacht haben.

DC Comics

Die Story in Teil drei dreht sich um das Zwillingspaar Harvey und Jessica Dent. Im letzten Teil ist der Staatsanwalt scheinbar gestorben. Jetzt finanziert er eine Bande schwer bewaffneter Diebe, die Gotham City in Angst versetzen. Bruce Wayne arbeitet mit Alfred, Jim Gordon, Waylon „Killer Croc“ Jones und Catwoman zusammen, um das Schlimmste zu verhindern. Außerdem kehrt sein Großvater zurück: Adrian Arkham.

Das Team Johns/Frank hat bereits an Superman: Secret Origin zusammengearbeitet und war zuletzt mit dem Watchmen-Crossover Doomsday Clock beschäftigt, das zwölf umfangreiche Ausgaben umfasste und immer wieder verschoben wurde. Daher hat sich auch der Batman-Band verzögert. Von Johns ist zuletzt Three Jokers erschienen.

Die Reihe Earth One (Erde Eins) hat DC im Jahr 2010 gestartet, um die Geschichten der klassischen Helden neu zu erzählen und dadurch Leser zu gewinnen, die ohne Vorwissen einsteigen können. Bislang sind drei Bände zu Superman erschienen und jeweils zwei zu den Teen Titans, zu Wonder Woman und Green Lantern. Der dritte Wonder Woman-Teil, geschrieben von Grant Morrison, wurde für 9. März 2021 angekündigt. Außerdem soll es noch Bände zu Aquaman (Francis Manapul) und Flash (J. Michael Straczynski) geben, aber bislang noch ohne Termin.

>> Batman: Earth One Vol. 1

Das Rätsel der drei Joker

Three Jokers #1-3 (DC Comics)

Titel: Three Jokers

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Jason Fabok

Erschienen: 2020 (#1-3), Hardcover 2020


„Batman needs a better Joker.“

Vor über fünf Jahren stellte Batman dem allwissenden Möbius-Stuhl die Frage, wie der wahre Name des Joker lautet (Justice League #42, 2015). Die Antwort auf diese Frage zog sich lange hin. Acht Ausgaben später hieß es: Es gibt drei. (Siehe auch DC Universe Rebirth.) Und es sollte noch einmal vier Jahre dauern, bis das Rätsel der drei Joker aufgelöst wurde – im Dreiteiler Three Jokers. Hat sich das Warten gelohnt?

Zu Beginn ist der Joker mal wieder als Serienmörder aktiv: Er tötet die letzten Mitglieder der Moxon-Familie, den Comedian Kelani Apaka (der als „Fatman“ auftrat), den Psychiater Dr. Roger Huntoon, schließlich findet man drei weitere grinsende Leichen im ACE-Chemiewerk – verkleidet als Red Hoods. Batman, Batgirl und Red Hood (Jason Todd) vermuten, dass es nicht nur einen Joker gibt. Gemeinsam gehen sie der Sache nach.

Criminal, Clown, Comedian

Und tatsächlich gibt es drei verschiedene Joker: „the Criminal“, „the Clown“ und „the Comedian“. Der Kriminelle ist dem Joker aus Batman #1 (1940) nachempfunden, der Clown ist der alberne Joker, der nach ihm folgte und Jason Todd erschlagen hat (A Death in the Family), der (gescheiterte) Comedian ist der sadistische Zyniker, den man seit The Killing Joke kennt und der Barbara Gordon verkrüppelt hat. Das Trio arbeiten zusammen als Team und tut das, was sie angeblich immer tun. Nein, nicht die Weltherrschaft an sich zu reißen, sondern einen besseren Joker herzustellen. (Denn dazu reicht es, jemanden in die bekannte Chemiebrühe zu tunken, die sogar das Wunder vollbringt, die Kandidaten physiognomisch anzupassen, sodass selbst Batman der Unterschied nicht auffällt.)

ACHTUNG: SPOILER!!!

Dazu verwandeln sie sehr viele Menschen in Joker-Wiedergänger, die meisten davon sterben. Es gibt ein Wiedersehen mit lachenden Fischen und auch Jason Todd ist ein heißer Kandidat für den Posten – immerhin trägt er die ursprüngliche Maske des Mannes, dem er seine Existenz (bzw. Wiedergeburt) zu verdanken hat (siehe Under the Hood). Als er sich weigert, wird er wieder mit einer Brechstange traktiert. Schließlich soll alles auf Joe Chill als neuen Joker hinauslaufen – den Mann, der Bruce Waynes Eltern ermordet hat und seitdem eine lebenslängliche Haftstrafe absitzt.

Aber wozu das alles? Der Joker will für Batman bedeutsamer werden. Also noch bedeutsamer, als er es ohnehin schon ist. (Denn eigentlich dominiert er derzeit die Comics und Filme so sehr, dass ihm weniger Bedeutung ganz gut täte.) Aber wie dem auch sei: Der wahre Joker inszeniert das alles nur, um Batman mit Joe Chill zu versöhnen und damit dessen größte Wunde zu heilen. Der Joker, der um Batmans Geheimidentität weiß, will selbst an diese Stelle treten, um ihm den größtmöglichen Schmerz zufügen zu können.

Undefinierbare Definition des Jokers

Three Jokers Cover

Three Jokers (DC Comics)

Three Jokers ist der Versuch, die 80-jährige Joker-Tradition zu einem kompakten Paket zusammenzuschnüren und die widersprüchlichen Joker-Inkarnationen miteinander zu versöhnen. Das ist an sich ein interessanter Ansatz, aber am Ende bleiben doch offene Fragen und Rätsel. Das muss auch so sein, denn, wie der Joker selbst einräumt: „A defined Joker? One with a name? An identity? Why, that ruins the very definition of me.“ Daher bleibt auch die Frage nach dem wahren Namen bzw. der Identität zum Schluss ungeklärt. Das scheint aber nur zum Teil konsequent, wenn man sich daran erinnert, dass der ganze Anlass doch erst Batmans Frage nach dem wahren Namen war.

Doch am Ende offenbart Batman, dass er den wahren Namen des Jokers längst kennt, der aber unwichtig sei, um die Identität der Frau zu schützen, die einst vor dem Joker davongerannt ist. Warum also die Frage an den Möbius-Stuhl? Als Leser könnte man sich leicht veralbert vorkommen. Denn am Ende läuft die Geschichte nicht nur auf ein „Egal“ hinaus, sondern sie bleibt auch egal: Nichts, was hier passiert, hat gravierende Konsequenzen, sondern endet im bekannten Status quo – aus drei Jokern wird wieder einer, ohne dass sich etwas am Verhältnis zu Batman wirklich ändert.

Der wahre Namen des Jokers

Allerdings gibt es doch einen Hinweis auf den wahren Namen: Im allerersten Panel sehen wir den Buchstaben W auf dem Grabstein der Waynes in Nahaufnahme. Auf dem Koffer von Jokers Frau stehen die Initialen „J.W.“ – und damit dürfte auch der Bogen zum Joker-Film geschlagen sein, in dem zumindest die Möglichkeit erwogen wird, der Joker und Batman könnten miteinander verwandt sein, Halbbrüder. Aber abseits der Spekulation ist es auch nicht so wichtig. Oder doch? Die Fans dürften für die nächsten Jahre jedenfalls etwas zum Rätseln haben – auch wenn uns Autor Geoff Johns uns weismachen will, dass der Witz gerade im Rätsel, nicht in der Lösung besteht.

Three Jokers liefert also eine Menge Stoff, dazu viele Horrormomente und große Dramatik. Jason Todd wird zum Mörder und Rächer an seinem Peiniger. Er entzweit sich beinahe mit Batman und Batgirl, bandelt aber daraufhin kurz mit ihr an, nur um alles wieder zu annulieren. Trotzdem bleibt die Story einfühlsam und psychologisch meist überzeugend.

Remix von Altbekanntem

Belesene Fans werden zahlreiche Anspielungen an die großen Joker-Storys erkennen, vor allem steht die Geschichte – auch optisch – tief in der Schuld von The Killing Joke. Sie ist sozusagen zugleich spirituelle Fortsetzung und Hommage. Zeichner Jason Fabok muss den Vergleich mit Brian Bolland nicht scheuen. Seine präzisen und ausdrucksstarken Zeichnungen veredeln jede Story und dank vieler wortloser Panels ist es ein Genuss, ein Comic zu lesen, das sich – trotz vieler Worte – auch oft auf das Storytelling mit reinen Bildern verlässt. Allein die ersten Seiten, auf denen die Geschichte der Wunden auf Bruce Waynes vernarbtem Körper erzählt wird, sind grandios inszeniert.

Aber es bleibt ein Gefühl zurück, das man auch schon nach anderen Joker-Storys der vergangenen Jahre hatte, wie etwa Death of the Family und Endgame: Three Jokers versucht so sehr, dem Joker eine neue Seite abzutrotzen, dass es sich immer wieder in der Tradition verfängt. Mit anderen Worten: Es wirkt alles wie schon einmal dagewesen. Wie eine Kapitulation: Da es nichts Neues geben kann, gibt es eben bloß einen Remix des Altbekannten. Der Joker ist auch hier der von Batman Besessene, der mit ihm bis auf den gemeinsamen Tod hin kämpfen will, aber diesen noch hinauszögert – ungeachtet dessen, dass genau dieser Kampf in Endgame bereits stattgefunden hat. Insofern wirkt Three Jokers auch seltsam geschichtsvergessen.

Und so ist das Einzige, was an neuer Erkenntnis über den Joker übrig bleibt, das hier: „It hurts when I laugh.“

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Wann kommt „Batman: Earth One Vol. 3“?

Batman von Gary Frank (2018). (DC Comics)

Erinnert sich noch jemand an Earth One? Ich meine diese Reihe von Comics, die neue Origins von DC-Helden abseits der Continuity erzählen. J. Michael Straczynskis Superman brachte es auf eine Trilogie, zwei Teile hatten schon Grant Morrisons Wonder Woman, Green Lantern von Bechko und Hardman, und auch der grandiose Batman von Geoff Johns und Gary Frank. Aber der letzte Teil ist schon fünf Jahre her. Was ist mit der Fortsetzung?

Die kommt, wie uns Jim Lee am Samstag bei DC Fandome versichert hat, und zwar schon „sehr bald“ (Newsarama). In diesem Jahr wird es wohl wahrscheinlich nichts mehr, DCs Kalender dürfte schon sehr voll sein, auch wenn das Weihnachtsgeschäft verlockend klingt, aber spätestens nächstes Jahr müsste es soweit sein.

Batman: Earth One Vol. 3 hat sich verzögert, weil Zeichner Gary Frank zwischendurch sehr lange mit dem Zwölfteiler Doomsday Clock beschäftigt war – ein aufwendiges Projekt, das sich über zwei Erscheinungsjahre hinzog. Bereits im Juni soll Frank die Arbeit an dem lange erwarteten Batman-Band beendet haben, wie Autor Geoff Johns im Juli mitgeteilt hat. Immer wieder hat Frank Zeichnungen daraus bei Twitter gepostet, wie etwa das Batmobil.

Doch was ist mit den anderen von DCs Superhelden? In was für einer Welt leben wir, in der die Teen Titans eine Earth-One-Behandlung bekommen, aber Flash und Aquaman nicht? Auch die waren bereits längst angekündigt, – Flash von Straczynski, Aquaman von Francis Manapul – ohne dass je Bewegung in die Projekte kam. Jim Lee versichert, dass noch einiges in Arbeit sei, jedoch ohne konkrete Ansagen zu machen.

UPDATE: Batman: Earth One Vol. 3 erscheint im Juni 2021

Batman: Three Jokers erscheint im Sommer 2020

Three Jokers #1-3 (DC Comics)

Endlich ist es soweit: Der lang angekündigte Dreiteiler Three Jokers von Geoff Johns und Jason Fabok hat einen Erscheinungstermin. Teil 1 soll laut DC am 17. Juni 2020 herauskommen, die anderen beiden im Juli und August. Jedes Heft soll 48 Seiten umfassen. Da die Arbeit an der Miniserie beendet sein soll, ist nicht mit Verzögerungen zu rechnen. DC hat vorab nicht nur die drei Cover, sondern auch die ersten drei Seiten veröffentlicht.

UPDATE 13.5.2020: Die erste Ausgabe verspätet sich und erscheint voraussichtlich am 25. August 2020. Eine Vorschau gibt es bei DC.

Wie Johns und Fabok Entertainment Weekly verraten haben, handelt es sich um eine Art Fortsetzung des Klassikers The Killing Joke. Die drei Joker entsprechen den Versionen aus Batman #1 (1940), The Killing Joke (1988) und A Death in the Family (1988-89). Batman, Batgirl und Red Hood arbeiten zusammen, um das Rätsel zu lösen, das mit Justice League #50 begann.

UPDATE 18.3.2020: Three Jokers soll laut Amazon am 10. November gesammelt als Hardcover erscheinen.

Three Jokers Cover

Three Jokers (DC Comics)

Geoff Johns hat unter anderem Batman Earth One Vol. 1 und Vol. 2 geschrieben (Teil 3 ist in Arbeit) sowie zuletzt die Watchmen-Fortsetzung Doomsday Clock.

Das Jahr 2020 steht im Zeichen des Jokers, denn der Schurke feiert im Frühling sein 80-jähriges Bestehen. Dazu erscheinen im April ein 100-Seiten-Special mit neuen Kurzgeschichten sowie eine neue Joker-Anthologie.

Im Juli kommt die Hardcover-Ausgabe zu dem Dreiteiler Joker: Killer Smile von Jeff Lemire und Andrea Sorrentino heraus.

>> Liste der Joker-Comics

Watchmen erklären Supermans Welt

Doomsday Clock Vol. 1 Cover

DC Comics

Titel: Doomsday Clock

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2017-2019 (Doomsday Clock #1-12), Hardcover 2019 (#1-6), Teil 2 folgt 2020


Als 1986 bis 1987 Watchmen herauskam, war es eigentlich ein Schlussstein. Alan Moore und Dave Gibbons hatten mit ihrer Superhelden-Dekonstruktion einen radikalen Abgesang auf das Genre geschrieben. Zusammen mit Frank Millers The Dark Knight Returns war spätestens nach Watchmen alles gesagt. Aber die Superhelden gingen als unendliche Geschichte weiter – nur war danach nichts mehr wie vorher. Der Mainstream von DC und Marvel wurde immer selbsteflexiver, düsterer, pessimistischer, nihilistischer – und im Grunde ist er das bis heute geblieben.

Doch als mit Watchmen Comic-Geschichte geschrieben wurde, dann war es eine Geschichte, die mit dem letzten Teil der zwölf Hefte nicht zu Ende ist. Im Jahr 2012 brachte DC die Prequel-Reihe Before Watchmen heraus. Gegen den Willen von Alan Moore, der auch die Film-Adaption von Zack Snyder ablehnte (wie überhaupt alle Adaptionen seiner Werke). Aber Moore hat dabei kein Mitspracherecht mehr und so konnten Warner/DC auch eine Sequel-Serie bei HBO starten, die derzeit läuft.

Und dann gibt es noch Doomsday Clock. Mit dem weichen Reboot von DC Universe Rebirth wurde 2016 der Grundstein für ein Crossover zwischen den Watchmen– und den DC-Helden gelegt, der in The Button angedeutet wurde. In Kurzfassung: Dem DC-Universum wurden mehrere Jahre gestohlen, Helden wie Wally West (Flash) sind verbannt und vergessen worden. Batman hat den Button des Comedian in der Bathöhle gefunden – und dieser Button hat den Reverse-Flash getötet. Dahinter steckt Dr. Manhattan … (Bevor man Doomsday Clock liest, sollte man all das gelesen haben. Am besten auch Flash Rebirth. Reihenfolge siehe unten.)

Doomsday Clock ist wie das Original eine ebenfalls zwölfteilige Serie von ähnlichem Umfang. Und auch die Struktur ist ähnlich, Autor Geoff Johns hat Alan Moores Erzählstil übernommen, das Neuner-Raster-Layout, die Binnenhandlung (früher der Piratencomic Tales of the Black Freighter, hier der Noir-Krimi The Adjournment) und selbst die dossierartigen Seiten am Ende, die in verschiedenen Medien (Zeitungsartikel, Briefe, Akten) die Hintergründe beleuchten.

Die Story spielt 1992, sieben Jahre nach Watchmen. Arian Veidts (Ozymandias) inszenierte Alien-Invasion in New York ist als Betrug aufgeflogen. Die Welt steht wieder davor, von einem Kalten in einen Heißen Krieg abzudriften, der zur totalen Katastrophe wird. Die Menschen sind aufgebracht und protestieren. Veidt ist auf der Flucht. Ein neuer Rorschach hat sich mit ihm verbündet, befreit die Superschurken  Marionette und Mime aus dem Gefängnis und zusammen mit Ozymandias reisen sie in die Welt der DC-Helden, um Dr. Manhattan zu finden, der dort vermutlich eine bessere Welt sucht.

In der DC-Welt sind die Leute aufgebracht, weil eine Verschwörungstheorie im Umlauf ist, die besagt, dass die Superhelden von der US-Regierung geschaffen und gesteuert sind (The Boys lässt grüßen). Im weiteren Verlauf trifft zuerst Batman auf Rorschach, dann tauchen der Comedian und der Joker auf … Soweit die Handlung im ersten Band, der sechs Hefte vereint.

ACHTUNG SPOILER!

In der zweiten Hälfte kommt es zur einer Eskalation zwischen den Superhelden und auch zwischen den Weltmächten Russland und USA wegen eines Zwischenfalls mit Firestorm in Russland, bei dem viele Menschen sterben. Die Stimmung kippt gegen Superman, die Helden fliegen zum Mars, um gegen Dr. Manhattan zu kämpfen, den sie für die Ursache des Zwischenfalls halten. Schließlich kämpft Superman gegen Dr. Manhattan …

Gesellschaftskritik und Welterklärung

Doomsday Clock will vieles sein. Zunächst eine Hommage an Watchmen. Autor Geoff Johns eifert seinem Vorbild Alan Moore nach wie ein Musterschüler, versucht sich an Gesellschaftskritik und Welterklärung. Und Gary Frank ist ein Zeichner, der Dave Gibbons wahrscheinlich sogar übertrifft. Es gibt einige wunderbare Sequenzen, etwa wenn Batman Rorschach reinlegt oder Alfred Pfannkuchen für Rorschach macht.

Dann soll die Serie aber auch Watchmen mit dem DC-Universum vereinen. Das wirkt etwas bemüht. Denn von den sechs Watchmen-Helden fehlen Nite Owl und Silk Spectre ganz, der Comedian wird ohne große Erklärung und Notwendigkeit von den Toten zurückgeholt und spielt eigentlich auch keine Rolle, für Rorschach muss ein Nacheiferer herhalten, der aber alles falsch verstanden hat.

Bleiben nur Dr. Manhattan und Adrian Veidt, die Antagonisten, die die Handlung vorantreiben. Und weil das etwas dürftig ist, erfindet Geoff Johns zwei neue Charaktere: das Schurkenpaar Marionette und Mime. Auch wenn sie – nach alter Watchmen-Manier – eine ausführliche und dramatische Backstory bekommen, erfüllen sie hier keinen großen Zweck, außer für ein bisschen Action und Gemetzel zuständig zu sein. Man hätte mehr aus ihnen machen können.

Vor allem aber will Doomsday Clock einen ganz pragmatischen Zweck erfüllen: Ordnung ins DC-Universum zu bringen. Die vielen Krisen von Crisis on Infinite Earths, Infinite Crisis, Final Crisis und Flashpoint (ich habe ein paar ausgelassen) haben immer wieder versucht, das Chaos zu begradigen, aber dadurch nur noch mehr Verwirrung gestiftet. Das Multiversum wurde zerstört und wieder aufgebaut, Charaktere wurden getötet oder einfach gestrichen, was natürlich nie gut ankommt und nie von Dauer sein kann, weshalb man sie doch immer wieder zurückholen muss. Mit Wally West ist das bereits passiert. Jetzt werden auch die Golden-Age-Helden der Justice Society (Jay Garrick, Alan Scott usw.) reaktiviert.

Superman als Zentrum des Metaverse

Doomsday Clock erklärt nun das alles, indem es Superman zum Dreh- und Angelpunkt des Metaverse macht. Aus reiner Neugier hat Dr. Manhattan dieses Metaverse manipuliert, um zu sehen, was passiert, und dadurch ständig neue Realitäten geschaffen, die sich um Superman herum anordneten: In einer Version hat Superman seinen ersten Auftritt 1938 (Action Comics #1), in einer anderen 1986 (Man of Steel #1) und so weiter. Das ist der wahrscheinlich interessanteste Aspekt. Denn dadurch wird erklärt, wie 80 Jahre Comic-Geschichte in einem großen Meta-Narrativ zusammenpassen.

Superman ist bereits bei Alan Moore Teil des Watchmen-Universums gewesen: Als Comicheld ist er den Menschen bekannt. Nicht nur der Zeitungsverkäufer Bernie nennt ihn, sondern auch Hollis Mason erwähnt Action Comics, sogar den Verlag DC gibt es in der Welt von Watchmen. In Doomsday Clock wird aus dem fiktiven Comichelden Realität, und zwar eine dynamische Realität, die sich am Auftritt des ersten Superhelden orientiert. Am Ende ist es Superman, der auch Dr. Manhattan eine neue Perspektive aufzeigt. Und ganz nebenbei wird für die Leser die Geschichte des DC-Universums umgeschrieben oder zumindest in einem neuen Kontext erklärt.

Es ist nur schade, dass am Ende der Eindruck zurückbleibt, dass die Fusion von Watchmen und DC-Universum nur als Mittel zu diesem Zweck diente. Denn einen größeren Mehrwert bietet diese überambitionierte Geschichte leider nicht. Die eigentliche Handlung, die Ozymandias anstößt, wirkt wie ein Wiederaufguss von Watchmen, ohne dem Thema neue moralische oder philosophische Aspekte abzugewinnen.

Trotz seiner strukturellen Schwächen bietet Doomsday Clock Unterhaltung auf hohem Niveau: Es ist ein anspruchsvoller Comic, der dem Leser viel Vorwissen (siehe unten) und einige Konzentration abverlangt. Und er verdient es auch, mehrmals gelesen zu werden, denn wie schon in Watchmen stecken hier so viele Details, dass man sie beim ersten Lesen nicht alle erfassen kann. Man sollte weniger ein „Watchmen 2“ erwarten, als eine Hommage. Es ist eher ein Fan-Service-Stück als eine Geschichte, die unbedingt erzählt werden musste. Vielleicht kann man sie als ein Experiment betrachten: Nicht alles daran glückt, aber es ist spannend, es mitanzusehen und dort zu genießen, wo es gelingt.

Lesereihenfolge für Doomsday Clock:


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„Three Jokers“: Geoff Johns kündigt neuen Comic an

Three Jokers

DC Comics

Das Geheimnis der drei Joker könnte bald gelüftet werden: DC-Autor Geoff Johns hat einen neuen Comic-Titel namens Three Jokers angekündigt. Jason Fabok soll die Geschichte zeichnen. Die beiden haben bereits an Justice League zusammengearbeitet. Auf Johns‘ Website heißt es noch kryptisch: „‚Three Jokers‘ is a mystery unlike anything the Dark Knight has faced. One that will shed a new light on The Batman and those closest to him as everything he’s ever believed about The Joker comes into question.“ Noch ist unklar, wann und wie Three Jokers erscheinen wird: als Serie, Mini-Serie oder als One-Shot.

Hintergrund: In Justice League #50 hat Batman den Möbius-Stuhl gefragt, wie der Joker wirklich heißt. Der Stuhl antwortete, es gebe drei Namen. Aufgegriffen wurde das Thema erneut in DC Universe Rebirth #1, allerdings ohne Neues preiszugeben. Darin sind Joker-Inkarnationen aus unterschiedlichen Epochen auf dem Bildschirm des Batcomputers zu sehen. Seltsam, dass Batman beim Stuhl nicht nachgefragt hat – aber dann wäre ja nicht mehr spannend.

Im Herbst 2018 soll Johns‘ neue Shazam!-Serie herauskommen. Der Autor kündigt auch einen dritten Teil von Batman: Earth One an, allerdings ohne Datum. Der wird wahrscheinlich erst nach der Serie Doomsday Clock erscheinen, in die Johns noch mit Zeichner Gary Frank eingebunden ist. Das kann sich aber noch hinziehen, denn bislang sind nur fünf von zwölf geplanten Ausgaben erschienen und DC hat den Erscheinungszyklus auf zwei Monate heraufgesetzt. Teil 6 erscheint am 18. Juli 2018.

Take a Walk on the Darkseid

Titel: Darkseid War I-II (Justice League Vol. 7-8)

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Jason Fabok, Francis Manapul u.a.

Erschienen: 2015-2016 (Justice League #40-50), Paperbacks 2016


„With the Mobius chair, I can finally be the Batman that Gotham needs.“ (Batman)

Der Anti-Monitor ist wieder da! Nachdem er die Erde des Crime Syndicates zerstört hat, ist nun die Erde unserer Helden dran. Es kommt zum Kampf mit Darkseid, der ein ähnliches Ziel hat. Einer von beiden geht drauf. Und einige der Helden werden – wie der Zufall es will gleichzeitig – zu Göttern. Zum Beispiel wird Superman zu einem Schwarz-weißen Choleriker. Und Flash wird zum neuen Black Racer, dem Todesbringer. Batman übernimmt den Möbius-Stuhl von Metron. (Fun Fact: Der Stuhl gehörte früher dem Anti-Monitor, der einst Möbius hieß.) Dadurch hat er den totalen Durchblick. Als er fragt, wie der echte Name des Jokers lautet, ist er über die Antwort erstaunt: es sollen drei sein. (Welche, fragt er offenbar nicht mehr.)

Darkseid War ist ein Epos, mit dem Geoff Johns seine Justice League-Serie abschließt. Er greift damit Darkseids Angriff im ersten Band (Origin) auf, bei dem sich die JL formierte, er holt das Crime Syndicate aus Forever Evil wieder hervor und schlägt bestimmt auch ein paar Bögen, die ich verpasst habe. Er holt weit aus, rekapituliert die vergangenen drei Jahrzehnte DC-Geschichte, dichtet eine Darkseid-Tochter herbei, die von einer Amazone geboren wurde etc. Am Ende können all die Figuren, Nebenfiguren und Plot-Fäden nicht über die alte Formel hinwegtäuschen, dass alle mit vereinten Kräften gegen einen übermächtigen Schurken kämpfen. Und ziemlich einfach gewinnen.

So bleibt auch der Abschluss dieser Justice League-Serie eine solide Story, die man nicht unbedingt lesen muss. Es reicht auch, sich die atemberaubenden Zeichnungen von Jason Fabok und Francis Manapul anzusehen.

DC Comics

Ergänzt wird der Darkseid-Krieg durch mehrere One-shots, in denen die zu Götter verwandelten Helden einzelne Auftritte bekommen. In „God Only Knows“ (Justice League: Darkseid War: Batman #1) reist Batman als „God of Knowledge“ im Möbius-Stuhl durch Gotham und nimmt Pre-Crime-mäßig Schurken hoch, noch bevor sie Straftaten begehen. Eine Bande schickt er in die Antarktis, einen Mann, der seine Frau umbringen will, auf die Amazonen-Insel Themyscira. Und er sucht im Gefängnis Joe Chill heim. Da der Mörder seiner Eltern sich nicht reumütig zeigt, offenbart Batman ihm, dass er Bruce Wayne ist. Erst da bekommt er es mit der Angst zu tun.

Immerhin ist diese kleine Episode interessant, um Batman einmal von einer anderen Seite zu sehen: Zum einen abgeklärt und noch skrupelloser, zum anderen auch noch besessener, da er sich vom Stuhl der Erkenntnis beeinflussen lässt und nicht mehr von ihm loskommt.

Wissen ist Macht

DC Comics

Titel: Brainiac

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2008 (Action Comics #866-870, Superman: New Krypton Special #1), Paperback 2009, 2013 (als Last Son of Krypton)


„They call you Superman. Why would they call you that — when you are not a ‚man‘ at all? And ’super‘? There is nothing super about you.“ (Brainiac)

Die Story ist simpel: Brainiac kommt zurück und stiehlt Metropolis für seine Flaschenstadtsammlung, dann entführt er Superman und will die Erde vernichten. Superman verhindert das zusammen mit Supergirl. Wenn uns die Handlung bekannt vorkommt, dann liegt es daran, dass sie bereits ähnlich 1958 in Action Comics #242 erzählt wurde. Diese Story ist eine Art modernisiertes Update mit einigen starken Änderungen.

Brainiac geht es um reine Informationen. Wissen ist Macht, ist seine Devise. Das Leben interessiert ihn nicht, die Erde und ihre Bewohner sind für ihn minderwertig – und auch an Superman ist für ihn nichts super. Das wird ihm zum Verhängnis. Brainiac wird besiegt wie in Krieg der Welten, indem er mit dem Leben selbst konfrontiert wird.

Dank der Zeichnungen von Gary Frank (Superman: Secret Origin, Batman: Earth One) wird der Comic zum Genuss. Kaum einer zeichnet so klar und zugleich so lebensnah, dass jedes Gesicht und jeder Körper wirken, als könnten sie sich gleich in Bewegung setzen. Brainiac bekommt eine Aura verliehen, die an H.R. Gigers Alien erinnert. Das macht den Schurken zu einem unheimlichen Gegner.

ACHTUNG: SPOILER!

Am Ende wird auch Kandor befreit. Nicht nur aus Brainiacs Sammlung, sondern auch vergrößert. (Allerdings am Nordpol, neben der Festung der Einsamkeit.) Und Jonathan Kent stirbt. Superman hegt einen so großen Hass gegen Brainiac, dass er davon träumt, ihn zu Brei zu schlagen. Eine ungewohnte Seite, den friedfertigen Helden so aggressiv zu sehen.

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Noch ein letzter Kryptonier

DC Comics

Titel: Last Son (of Krypton) (dt. Kryptons letzter Sohn)

Autor/Zeichner: Geoff Johns, Richard Donner/Adam Kubert

Erschienen: 2006-2008 (Action Comics #844-846, #851, Action Comics Annual #11), Paperback 2013; dt. Panini 2013


„You’ve taught humanity to rely on you and not fight for themselves.“ (Lex Luthor)

Superman gilt als der letzte Kryptonier. Eine traurige Figur. Doch das blieb nicht lange so: Da gab es Cousine Supergirl, General Zod und seine Mitstreiter und es gab die ganze Stadt Kandor. Der letzte Kryptonier ist also keineswegs allein mit sich.

In Last Son geht es genau darum: Es kommt ein Kind zur Erde, das offenbar von Krypton stammt. Das Militär nimmt ihn in Obhut, Superman befreit es, dann will sich Lex Luthor den Jungen holen und bringt Bizarro ins Spiel. Letzten Endes ist der Junge nur die Vorhut von Zod, dem Vater des Kindes, der mit den anderen Gefangenen aus der Phantomzone die Weltherrschaft übernimmt. Selbst die Justice League kommt dagegen nicht an.

Superman landet selbst in der Phantomzone, er verbündet sich mit Lex Luthor und anderen klassischen Schurken. Hier beginnt der wahre Spaß. Geoff Johns und Richard Donner (Regisseur der ersten beiden Superman-Filme) entwerfen eine typische All-Star-Story, die alles bietet, was Superman-Fans kennen und lieben: die größten Schurken, Krypton-Backstory, eine vernichtende Alien-Invasion – und das alles dargestellt in vielen großen, atemberaubenden Splash Pages. (Allerdings bin ich kein großer Fan von Adam Kubert, die Zeichnungen seines Bruders Andy sprechen mich persönlich eher an.)

Dabei wird das Rad leider nicht gerade neu erfunden: Lex Luthor geht wieder in seiner Rolle als xenophobes Genie auf, das sich in seinem Kryptonier-Hass bestätigt sieht und Superman die Schuld dafür gibt, nicht den Krebs besiegt zu haben. Superman, so Luthor, sei auch verantwortlich dafür, dass die Menschen sich zu sehr auf ihn verlassen, statt selbst nach Höherem zu streben. Das alles hat man schon oft gelesen.

Leider bleibt die Story auch hinter der Erwartung zurück, dem kryptonischen Jungen, der später Christopher Kent getauft wird, so etwas wie einen Charakter zu geben. Dafür aber bekommt Zod eine ungeahnte Tiefe, als er sich als Mann mit einst noblen Motiven entlarvt.

Anmerkung: Die 2013er Ausgabe enthält auch die Storyline Brainiac von Geoff Johns und Gary Frank.

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