Joker

Filmkritik: „Joker: Folie à Deux“

Warner Bros.

Der Joker erzählt keine Witze mehr. Lustig war er zwar noch nie, aber jetzt ist ihm sogar das zwanghafte Lachen fast vergangen. Er hat auch sonst nicht viel zu sagen. Nicht mal seiner Psychologin oder seiner Anwältin. Der Joker ist auch kein Joker mehr, er ist nur noch Arthur Fleck, ein Schatten seiner selbst, abgemagert und apathisch in einer Anstalt, die mehr nach schäbigstem Verlies als nach Psychiatrischer Anstalt aussieht. (War es in den 80ern oder 90ern jemals so schlimm?)

Doch dann tritt HarleenLee“ Quinzel in sein Leben, eine Patientin im Minimum-Sicherheitsflügel. Über die Musik finden sie zusammen, beim Singen findet Arthur seine Stimme und auch die Liebe wieder. Also wird das ganze American Songbook durchgesungen, das irgendeinen Clownsbezug hat, von „Get Happy“ bis „That’s Entertainment“. Kaum eine Gelegenheit wird ausgelassen. Ein Klavier ist auch nicht nötig, das fackelt man kurzerhand ab, um dann sich dann in Fantasien von gemeinsamen Bühnenauftritten zu flüchten.

ACHTUNG: SPOILER!

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Legends of the Dark Knight: Auteurism

DC Comics

Autor/Zeichner: John Arcudi/Roger Langridge

Erschienen: 2003 (Legends of the Dark Knight #162-163)


Der Joker entführt den abgehalfterten und alkoholkranken Comedy-Schauspieler Buddy Kantor, um einen Film mit ihm zu drehen. Die Story: das Leben des Joker! Überraschenderweise findet Kantor schnell in die Rolle, auch ganz ohne Drehbuch. Er schimpft einfach nur vor sich hin und der Joker ist begeistert. Dieser fingiert dann einen Banküberfall und macht Batman auf sich aufmerksam, der sich dann aber wundert, dass nichts gestohlen wurde. Alles ist nur Inszenierung für die laufende Kamera.

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Einmal um die Welt mit dem Joker

DC Comics/Panini

Titel: Joker: The World

Autoren/Zeichner: Geoff Johns u.a./Jason Fabok u.a.

Erschienen: 2024 (One-shot), dt. Panini 2024


Nach der Anthologie Batman: The World (2021) hat DC nun einen Nachfolgeband herausgebracht, der den Joker in den Mittelpunkt stellt. Der kann sich zwar über einen Mangel an Aufmerksamkeit nicht beklagen, man kann von einer Joker-Fatigue sprechen, aber da gerade Joker: Folie à Deux in den Kinos läuft, verlangen die Regeln der Vermarktung eine große Neuerscheinung. Der Joker hat sich zuletzt in seiner eigenen Serie in der Welt herumgetrieben, unter anderem in Belize, Frankreich und auf Mallorca. Nun geht es auch in weitere Länder.

ACHTUNG: SPOILER!

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Batman, Joker und Eclipso

Cover von Sam Kieth (DC Comics)

Titel: Eclipso – The Darkness Within (Acts of Madness/By Darkness Possessed)

Autoren/Zeichner: Alan Grant, John Wagner/Tom Mandrake, Vince Giarrano

Erschienen: 1992 (Detective Comics Annual #5/Batman Annual #16)


Im Jahr 1992 wurde der Silver-Age-Schurke Eclipso neu erfunden: Als göttliche Kraft des reinen Bösen kam er vom Mond auf die Erde und ergriff mit Hilfe von schwarzen Diamanten Besitz von verschiedenen Wirten. Freigesetzt wird das Böse durch Wut. Die Rahmenhandlung kann man im Zweiteiler Eclipso: The Darkness Within nachlesen. Dazwischen trieb er sein Unwesen in allen Annuals, so auch bei Batman.

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Wiedergesehen: „Joker“ (2019)

Warner Bros.

Vor fünf Jahren kam Todd Philipps Film Joker heraus und sorgte für Furore. Ein Goldener Löwe in Venedig, ein Kassenschlager, aber auch eine gespaltene Kritik. Die einen lobten die Darstellung von Joaquin Phoenix, die Kamera, die Musik, die anderen kritisierten den Nihilismus. Und viele Touristen tanzten auf der berühmtesten Treppe von New York. Seitdem wurde die Filmfigur sowohl von Linken als auch von Rechten für sich beansprucht. Ist dieser Joker ein Protest gegen die Wokeness und ein Hohelied auf den Incel? Oder ist Arthur Fleck bloß ein Opfer des menschenverachtenden Kapitalismus?

Kurz bevor die Fortsetzung, Joker: Folie à Deux, erscheint, habe ich mir den Film noch einmal angesehen. Und ich war leider nicht mehr so begeistert wie beim ersten Mal.

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Legends of the Dark Knight: The Demon Laughs

DC Comics

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Jim Aparo

Erschienen: 2001 (Legends of the Dark Knight #142-145)


Ein ungewöhnliches Team-up: Ra’s al Ghul verbündet sich mit dem Joker. Nachdem es mit Bane nicht geklappt hat, glaubt der Dämon aus irgendeinem Grund, es könnte mit einem unberechenbaren wie unzuverlässigen Killer klappen. Ra’s lässt ihn von Talia und Ubu aus Arkham entführen und dann in seine Festung in der Antarktis bringen. Und wozu das alles? Für das Übliche: um Batman und die Menschheit auszulöschen.

Derweil versucht Batman herauszufinden, was wir schon wissen, nämlich wer den Joker entführt hat. Ra’s hat eine Technik eingesetzt, die auf dem Überwachunsgband nur Talias Gesicht unkenntlich macht. (Warum nicht einfach alles unkenntlich machen? Unklar.) Und obwohl Batman seine Geliebte bereits am Gang erkennt, studiert er weiterhin die Aufnahmen, bis er zufällig ihr Gesicht sieht. Wie gut, dass der Joker ebenfalls Zeit schindet, indem er sich in der Eiseskälte des Südpols eine kleine Verfolgungsjagd mit seinen Entführern liefert …

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Legends of the Dark Knight: Duty

DC Comics

Autor/Zeichner: C.J. Henderson/Trevor von Eeden

Erschienen: 1998 (Legends of the Dark Knight #105-106)


Der Joker treibt mal wieder sein Unwesen in Gotham, doch diesmal ist Batman nicht da, um ihn aufzuhalten. Also muss es Captain James Gordon allein erledigen – zusammen mit Sergeant Harvey Bullock und anderen Polizisten. Doch die haben es schwer mit dem Clown, der sie an der Nase herumführt und mit Bomben in den Tod schickt.

Diesmal plant der Joker, einen mit Flüssiggas (LNG) beladenen Tanker explodieren zu lassen und die ganze Stadt zu vernichten. Zunächst freut er sich, dass ihm Batman nicht in die Quere kommt, dann aber vermisst er ihn: „There is no reality in this world except for you and me.“ (Das erinnert an Going Sane.)

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Year One: Der Joker geht in die Lehre

Titel: The Joker Year One

Autor/Zeichner: Chip Zdarsky/Giuseppe Camuncoli, Andrea Sorrentino

Erschienen: 2023-2024 (Batman #142-144), Hardcover 2024


In einer unbestimmten Zukunft hat der Joker (mal wieder) ein Virus losgelassen, das alle Menschen in grinsende Zombies verwandelt. Nur Batman ist dank Ohrstöpseln davongekommen, da das Virus über ein akustisches Signal aktiviert wird. Nun versucht er, seinen noch schrecklicheren Erzfeind aufzuhalten, muss dabei aber auch gegen seine eigene „Familie“ (Robins, Batgirls, Catwoman) kämpfen, aber nicht zu sehr. Und am Ende wirft ihm der Joker die Lösung einfach hin: Fledermäuse.

Zwischendurch bekommen wir in Rückblenden erzählt, wie alles begann: Die Geschichte spielt nach dem Zero Year. Der Anführer der Red Hood Gang hat sein unfreiwilliges Säurebad genommen und ist zum Joker geworden, einem mörderischen Psychopathen. Aber dann taucht ein Mann namens Daniel Captio auf. Dieser selbsternannte „schlaueste Mann der Welt“ hat einst Bruce Wayne mitausgebildet (wer sich nicht erinnert, lese nach in The Knight/Die Reise), nun will er den Joker aus einer Laune heraus zu seinem Gegenstück heranbilden. Der Clown hat anscheinend nichts Besseres zu tun und so lernt er, seinen Geist zu beherrschen und die Angst abzulegen, er entwickelt drei Persönlichkeiten (analog zu Batmans Zur-En-Arrh) und dankt es seinem Lehrer mit kaltblütigem Mord. Das hat der Schlaumeier dann leider nicht kommen sehen …

Parallel dazu muss sich Detective James Gordon weiterhin gegen seine korrupten Polizei-Kollegen behaupten, die der Red Hood Gang angehören. Darum geht es eigentlich hauptsächlich und das ist fast schon der interessanteste Teil, auch wenn hier nicht viel Neues bei rumkommt.

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The Winning Card: Tod mit Ansage

DC Comics

Titel: The Winning Card

Autor/Zeichner: Tom King/Mitch Gerads

Erschienen: 2023 (Batman: The Brave and the Bold #1-2, 5, 9), Paperback 2024


„This is a damn waste of everyone’s time.“ (James Gordon)

Die Geschichte ist über 80 Jahre alt, ein echter Klassiker: Bei seinem ersten Auftritt (Batman #1, 1940) kündigt der Joker vier Morde an: Henry Claridge, Jay Wilde, Brute Nelson und Judge Drake. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sterben alle von ihnen. Selbst Batman kann nichts dagegen ausrichten. Im Jahr 2005 erzählten Ed Brubaker und Doug Mahnke die erste Begegnung von Batman und Joker neu (The Man Who Laughs) und zeitgemäß. Doch weil das Ganze fast 20 Jahre her ist und DC nichts Besseres einfällt, als uns dasselbe immer wieder zu verkaufen, machen es Tom King und Mitch Gerads noch einmal, nur leicht variiert.

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„Joker: Folie à Deux“: Der erste Trailer

Eigentlich sollte der Joker-Film mit von 2019 ein Einzelfilm werden. Aber wenn man mit etwas über eine Milliarde US-Dollar verdienen kann, dann besagt ein ungeschriebenes Hollywood-Gesetz, dass man versuchen muss, den Erfolg zu wiederholen. Also gibt es am 4. Oktober 2024 eine Fortsetzung: Joker: Folie à Deux, ein Musical mit Lady Gaga als Harley Quinn. Der erste Trailer zeigt die beiden Protagonisten als Patienten in Arkham, Harleen bezeichnet sich als nobody, der nichts im Leben erreicht hat. Musik dient hier als verbindendes Mittel, um Vollkommenheit zu erreichen.

Der Stil orientiert sich stark am ersten Film, was sich auch in einigen Anspielungen zeigt. Regie führt wieder Todd Phillips, der erneut zusammen mit Scott Silver das Drehbuch verfasst hat. Die Musik hat wieder Oscar-Preisträgerin Hildur Guðnadóttir geschrieben. Neben Zazie Beetz, die als Nachbarin Sophie Dumond zurückkehrt, sehen wir Brendan Gleeson und Catherine Keener in weiteren Nebenrollen.

„Folie à Deux“ ist ein Fachbegriff aus der Psychiatrie und meint eine induzierte wahnhafte Störung, also die „ganze oder teilweise Übernahme einer Wahnsymptomatik durch einen nahestehenden, primär nicht wahnkranken Partner“ (Wikipedia).

Warner Bros

Der erste Joker-Film war für elf Oscars nominiert (Joaquin Phoenix erhielt ihn als bester Hauptdarsteller) und gewann die Goldene Palme in Cannes.

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