Tim Burton

Honest Trailer zu Batman Returns

Es ist noch etwas früh für Batman Returns – eigentlich ist es ein Weihnachtsfilm. Aber die Screen Junkies haben mit diesem „Honest Trailer“ immerhin die Reihe der ersten Batman-Filme abgehakt. Jetzt fehlt nur noch Adam Wests Batman hält die Welt in Atem.

Doch auch wenn man sich Tim Burtons zweites Batman-Werk ansieht, gibt es einiges daran auszusetzen: Einerseits richtet sich der Film zwar mit seinen sexuellen Anspielungen und Ekelmomenten deutlich an ein erwachsenes Publikum, Danny DeVito und Michelle Pfeiffer liefern denkwürdige Vorstellungen als Pinguin und Catwoman ab. Andererseits ist es der Batman-Film mit dem geringsten Batman-Anteil, es gibt darin viele Albernheiten wie die Pinguin-Armee und es stellt sich die Frage, warum der Pinguin Clowns als Handlanger beschäftigt, während der Joker im ersten Teil mit ganz normalen Ganoven auskommen musste.

Wenn man den „Honest Trailer“ sieht, kann man sich zu recht fragen, ob Joel Schumachers Batman Returns und Batman & Robin wirklich so viel schlechter waren. Jedenfalls ersparen einem diese fünf Minuten den ganzen Film.

Michael Keaton gegen Christopher Reeve

Jede Zeit hat ihre Helden. Im Comic wie im Kino. Je nachdem, wann man zum ersten Mal mit Superman oder Batman in Berührung gekommen ist, ist die jeweilige Version die prägende – und damit auch wichtigste. Daher ist für viele Christopher Reeve aus dem Film von 1978 immer noch der Superman-Darsteller schlechthin. Und auchwenn Michael Keaton nicht ganz so überzeugte, ist Tim Burtons Batman (1989) vergleichbar einflussreich gewesen – aber nur bis Christopher Nolans Neuinterpretation Batman Begins mit Christian Bale in der Titelrolle. Dass Reeves Superman immer noch nachwirkt, ist dem Umstand geschuldet, das weder davor noch danach der Figur eine überzeugendere und vor allem ikonischere Inkarnation im Film vergönnt war (siehe Batman v Superman).

Aber seien wir ehrlich: Die ersten Superman- und Batman-Filme waren Ausgeburten ihrer Zeit und abseits von Nostalgie und Schwelgerei in Kindheitserinnerungen gibt es daran einiges auszusetzen. Denn eigentlich ist Superman ein ziemlich weichgespültes (und weichgezeichnetes) Märchen mit hohem Trash-Faktor, kaum Action, einem bescheuerten Plot, überzeichneten Figuren und einem spießigen Oberlangweiler als Helden, der seine Superkräfte nicht einmal mit einem Gegner gleichen Ranges messen darf.

Burtons Batman hingegen stakst in einem steifen Gummi-Anzug durch die Gegend, in dem er sich kaum bewegen kann, der sich sonst cool und unnahbar gebende Bruce Wayne fällt mit Ausrastern aus der Rolle, Jack Nicholson spielt mehr oder weniger nur sich selbst als Joker und kommt aus dem irren Gelächter nicht mehr heraus usw. Die Screen Junkies haben all das in zwei Honest Trailern zusammengeschnitten und wie immer wunderbar ironisch kommentiert. Und sie zeigen, dass Jack Nicholson gar nicht mal der definitive Joker ist, sondern nur ein Abklatsch von Cesar Romero aus den 60ern – und spätestens seit Heath Ledger haben wir für Jack höchstens ein müdes Lächeln übrig.

In dieser Gegenüberstellung der Honest Trailer dürfen die Fans entscheiden, welcher Klassiker als nächstes besprochen werden soll: Superman Returns oder Batman Returns.