Superman trifft Spider-Man (Teil 1)

DC Comics/Marvel

Titel: Superman vs The Amazing Spider-Man: The Battle of the Century

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Ross Andru

Erschienen: 1976, Neuauflage 1995; dt. Dino 1999


Vor 60 Jahren erschien erstmals Spider-Man, in Amazing Fantasy #15. 16 Jahre später traf er auf Superman. Dieser 92-seitige „Battle of the Century“ war das erste offizielle Crossover zwischen zwei Superhelden von DC und Marvel, auf das noch viele folgen sollten.

Die Story verläuft formelhaft nach dem Schema: Zwei Schurken schließen sich zusammen, die Helden kämpfen zunächst gegeneinander, dann miteinander und besiegen die Schurken. Doch mehr haben die Fans von damals wohl nicht erwartet und Fans von heute können daran noch genauso ihren Spaß haben.

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The Killing Joke: Seiten 19-25 – Gordon bei Joker/Dritte Rückblende

James Gordon beim Joker. (DC Comics)

Ebenso wie Barbara Gordon eben noch Batman am Cape zog, wird nun ihr Vater James Gordon von einem kleinwüchsigen Handlanger des Jokers am Hemd gezerrt und mit der Hilfe von zwei anderen ausgezogen. Damit wiederholt sich auch, was der Joker mit Barbara in ihrer Wohnung gemacht hat, nachdem er sie angeschossen hat. Zudem wird Gordon mit Elektroschocks traktiert und an einem Halsband gezogen.

Gordon gibt sich irritiert und sagt: „Wh-what are you doing?“ Er beurteilt alles, was ihm geschieht und hängt noch an seinen alten Überzeugungen: „You can’t do that!“ Die gelten aber nicht mehr, daher ist auch seine Aufforderung „Don’t do this …“ vergeblich, genauso wie seine Fragen nach dem Wohin und ob er träumt und was passiert ist.

Die Handlanger antworten nicht. Auch andere Zirkusfreaks schauen nun zu: ein Hungerkünstler, die Fat Lady, ein Wolfman, zwei Paare siamesischer Zwillinge. Gordon wird vor den Joker gebracht. „Somebody please tell me what I’m doing here …“, sagt Gordon, immer noch nach einer rationalen Erklärung suchend. Doch genau dafür erteilt der Joker ihm eine Absage: „Doing? You’re doing what any sane man in your appaling circumstances would do. You’re going mad.“

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The Killing Joke: Seiten 15-18 – Zweite Rückblende/Krankenhaus

Zweite Rückblende: Der junge Mann und die „Red Hood Gang“. (DC Comics)

Die zweite Rückblende führt uns in eine Bar in Gotham. Der junge Mann, der zum Joker werden wird, mit zwei Gangstern der Red Hood Gang. Man isst Shrimps, die – in Bollands (neuer) Kolorierung – mit der roten Haube als einzige rot gefärbt sind in einem sonst schwarz-weißen Setting. In der alten Higgins-Kolorierung ist die Sequenz in Orange- und Violett-Tönen gehalten.

Der junge Mann erklärt seine Motivation: Er will sich beweisen, als Ehemann und Vater, er will für seine Familie sorgen, daher steht er kurz davor, sich einmalig an einem Verbrechen zu beteiligen. Er erzählt, er habe als Laborassistent in einem Chemiewerk begonnen, sei sogar gut in seinem Job gewesen. Dann habe er gekündigt, um Comedian zu werden. „I was so sure. So sure I had talent.“ Nun sieht er ein, dass das nicht der Fall ist.

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Batman, der Wolf und der Bücherwurm

DC Comics

Titel: Batman vs. Bigby: A Wolf in Gotham

Autor/Zeichner: Bill Willingham/Brian Level

Erschienen: 2021 (Miniserie #1-6), Paperback 2022


Leichen tauchen in Gotham auf, angeknabbert von einem großen Tier – einem Wolf. Nicht irgendein Wolf, sondern der große böse Wolf aus den Märchen, der sich in einen Mann namens Bigby verwandeln kann. Bigby ist den ganzen weiten Weg aus einer anderen Dimension (genauer gesagt: aus dem Fables-Universum) hergekommen, um ein Zauberbuch zu finden, bevor es ein Schurke tut, nämlich Bookworm.

Ja, genau der Bookworm aus der TV-Serie mit Adam West. Doch dieser Bücherwurm ist keine Witzfigur, sondern ein sadistischer Fiesling, der foltern lässt, über Leichen geht und dabei sogar Bibliotheken in die Luft jagt.

Zuvor aber muss – so will es das Gesetz der Comic-Crossover – Batman gegen Bigby kämpfen, so lautet ja auch der Titel. Ohne viele Fragen zu stellen, wer er ist und was er will, prügelt Batman wild drauflos, nimmt Bigby gefangen und kettet ihn in der Batcave an. Am nächsten Tag ist die Höhle verwüstet. Danach ist die Wolfsjagd eröffnet …

Die Welt von Batman ist eine etwas andere: Dick Grayson ist hier immer noch Robin und zusammen mit Stephanie Brown bildet er eine Horde weiterer Robins aus. Ansonsten fällt Batman hin und wieder aus der Rolle, indem er mal den einen oder anderen flotten Spruch ablässt, um mit dem coolen Bigby mitzuhalten.

Abgesehen von solchen Anlässen zum Schmunzeln und dem Fanservice ist A Wolf in Gotham ein harmloses Spektakel, das sich flott weglesen lässt, ohne dass der darin verhandelte Zauber auf einen übergeht. Echte Spannung fehlt, das Finale ist allzu schnell und allzu einfach abgehandelt. Die Story habe ich bereits vergessen, sobald ich das Buch zuklappte – wie bei den meisten Crossovern. Aber vielleicht muss man auch die Serie Fables kennen, um das Heft besser genießen zu können.

>> Batman bei DC Black Label


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The Killing Joke: Seiten 12-14 – Attentat auf Gordons

Jokers Attentat auf Barbara Gordon. (DC Comics)

Commissioner James Gordon sitzt bei seiner Tochter Barbara (Batgirl) auf dem Sofa und schneidet Zeitungsartikel aus, der von dem jüngsten Ausbruch des Jokers handelt. Vicki Vale hat den Artikel geschrieben. Batman wolle keinen Kommentar abgeben, heißt es, auf einem Foto hält er die Hand vor die Kamera, damit er nicht abgelichtet wird – damit weist er bereits voraus auf den Fotografen, der gleich ins Leben der Gordons eindringt.

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The Killing Joke: Seiten 10-11 – Batman in der Batcave

Im Zeichen des Jokers: Batman in der Bathöhle. (DC Comics)

Zwei Seiten zeigen Batman in der Bathöhle. Zunächst fällt auf, dass der Aufbau von Seite 10 dem von Seite 6 gleicht: Die aufgeräumte Bathöhle dient auf den ersten Blick als Gegenstück zu Jokers verfallenem Rummelplatz, gleichzeitig haben die Stalaktiken und Fledermäuse sowie Schatten einen eigenen morbiden Charme.

Wir sehen die typischen Attribute: den Riesen-T-Rex bis hin zum Riesenpenny, auch ein Whirly-Bat, ein Pinguin mit Zylinder und Batarangs sind zu sehen. Nur die riesige Joker-Karte fehlt. Dafür gibt es eine andere, nämlich die, die Batman aus Arkham mitgebracht hat. Durch die Nahaufnahme im ersten Panel wirkt sie umso prominenter – riesig zumindest für die Leser. (Die große Joker-Karte taucht bereits sehr früh, nämlich zum ersten Mal 1945 auf, 1948 erstmals in der Batcave als Trophäe.)

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Batman und die Schusswaffen

Es ist schon wieder passiert: ein Amoklauf an einer Schule, Kinder sind ermordet worden und wieder diskutiert man in den USA über Schusswaffen. Die Bilanz ist verheerend: Seit den späten 60ern sind in den Vereinigten Staaten mehr Menschen durch Waffengewalt umgekommen als US-Soldaten im Ausland – mehr als eine Million Tote. Seit 1999 gab es allein fast 50 Amokläufe an Schulen. Die Politik tut sich schwer, daran etwas zu ändern. Die Argumente sind seit Jahren bekannt, doch die Debatten führen zu nichts. „Freiheit“ (oder was man darunter versteht) scheint wichtiger zu sein als Menschenleben (was allerdings beim Thema Abtreibung ganz anders aussieht). Eine Gesellschaft der Ungleichheit, eine Kultur der Angst und Gewalt, eine starke Waffenlobby, die Fanatismus nährt, sowie die leichte Verfügbarkeit von Waffen bilden eine gefährliche Mischung.

Die Haltung der amerikanischen Superhelden dazu scheint klar: Schusswaffen verursachen mehr Schaden als Nutzen. Superman mag sie nicht. Deshalb vernichtet er sie so oft er kann. Er hat auch gut reden: Er braucht sie nicht und er braucht sie auch nicht zu fürchten. Wonder Woman wehrt Kugeln mit ihren Armbändern ab. Und auch Batman mag keine Pistolen, obwohl sie vieles leichter für ihn machen würden. Andererseits liegt es nahe: Seine Eltern wurden erschossen. Daher benutzt er nicht die Waffe der feigen Verbrecher. Und er tötet nicht. Doch so eindeutig war beides von Anfang an nicht.

Batman erschießt die Vampire

Batman erschießt die Vampire. (DC Comics)

In seinem ersten Jahr benutzte Batman mehrmals eine Pistole, die er bei sich trug, er tötete auch skrupellos oder nahm zumindest Tote in Kauf. Zum Beispiel erschoss er zwei Vampire (Detective Comics #32). Damit stand er in der Tradition anderer maskierter Vigilanten wie The Shadow. Doch es hörte auch auffallend schnell wieder auf. Zum letzten Mal geschah das in Batman #1 (1940), als Batman von einem Flugzeug aus mit einem Maschinengewehr auf Dr. Stranges Monster schoss. Doch das war eine Story, die kurz vor dem Auftauchen von Robin geschrieben und kurz danach veröffentlicht wurde. Mit dem kindlichen Sidekick wurde aus dem grimmigen Rächer ein heiterer und auch menschenfreundlicherer Hilfspolizist. Mit Schusswaffen war von da an Schluss. Fast.

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Lee Bermejos Cover als Story: „Batman: Dear Detective“

DC Comics

Der Italiener Lee Bermejo ist einer der ganz großen Batman-Zeichner. Seine Bilder haben eine einzigartige Stimmung, irgendwo zwischen Noir, Pulp und Traum. Zusammen mit Brian Azzarallo hat er Batman/Deathblow: After the Fire (2003) inszeniert, wobei das Beste daran seine hyperrealistischen Zeichnungen waren, 2008 folge der brutale Joker, schließlich Batman: Damned (2018-2019) für DCs Black Label, was vor allem wegen der Darstellung von Nacktheit und DCs Selbstzensur für Aufregung sorgte. Im Jahr 2011 hat Bermejo in Noel Dickens Weihnachtsgeschichte sehr stimmungsvoll für Batman neu interpretiert und dieser Band darf als moderner Klassiker gelten.

Immer wieder wird Bermejo auch als Cover-Zeichner eingesetzt, wie etwa bei Hush Returns. Nun bringt DC eine Reihe davon, die in Detective Comics als Variant erschienen sind, im Prestige-Format heraus: Batman: Dear Detective. Das Besondere an diesem „Art Book“: Bermejo hat dazu eine Geschichte geschrieben, die er mit diesen Covern erzählt. Passieren soll das in Form von Briefen an Batman, die zwischen den Bildern stehen. Versprochen wird eine „compelling noir tale“, die ins Herz des Dunklen Ritters dringt.

Damit soll es mehr sein, als einfach nur der Versuch, mit recyceltem Material noch mal Kohle abzugreifen (eine beliebte Verkaufsmasche), denn nach eigenen Angaben hatte Bermejo die Idee dazu schon, als er mit den Variants für Detective anfing, daher sind die Cover bereits als eine Geschichte angelegt gewesen, die nun für das Buch ausgebaut wurde, wie Bermejo IGN erklärt.

Batman: Dear Detective #1 soll am 6. September 2022 erscheinen, 56 Seiten umfassen und 7,99 US-Dollar kosten.


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Detective Comics #27 als „Facsimile Edition“

DC Comics

Batmans erster Auftritt in Detective Comics #27 wurde schon oft nachgedruckt, doch bisher nur einmal in seinem gesamten Kontext und das ist lange her, nämlich 1974 in der Reihe Famous First Edition (in der auch Batman #1 erschien). Nun hat DC angekündigt, das gesamte Heft mit allen 64 Seiten erneut nachzudrucken – zusammen mit den Storys mit Speed Saunders, Buck Marshall, the Crimson Avenger und Slam Bradley sowie den Original-Anzeigen.

Das Heft, das am 23. August 2022 erscheinen soll, nennt sich Facsimile Edition, doch den ersten Unterschied zum Original kann man schon am Cover erkennen: Da hat DC den damaligen Heftpreis von 10 Cent wegretuschiert, um satte 6,99 US-Dollar für dieses uralte Material zu verlangen. (Zum Vergleich: 10 Cent von 1939 sind heute etwa 2 Dollar wert.) Aber immer noch billiger, als sich eine Originalausgabe zu kaufen – dafür können 1,5 Millionen Dollar fällig werden.

Doch anscheinend lohnt sich die Masche. Bisher sind folgende Batman-Hefte in dieser Reihe erschienen:

>> Batman 1939-1949

The Killing Joke: Seiten 6-9 – Rummelplatz/Erste Rückblende

Joker auf dem Rummelplatz (alte und neuer Kolorierung). (DC Comics)

Ortswechsel. Der Joker auf dem Rummelplatz. Wie bei Batman sehen wir auch ihn erst nach und nach, Stück für Stück, wenn auch deutlich eher. Das erste Panel zeigt nur seine Hand im Handschuh an einem Gehstock, im Hintergrund der Makler und die Stadt. Im zweiten Panel sehen wir den verlassenen Vergnügungspark mit den Fahrgeschäften: Riesenrad und ein Helter Skelter, eine spiralförmige Rutschbahn, der Paul McCartney später in einem Beatles-Song verewigte, was wiederum durch Charles Manson traurige Berühmtheit erlangte. (Das Wort „Helter“ erscheint auch auf dem Cover von Watchmen #3, da von der Aufschrift „Shelter“ das S verdeckt ist.)

Wir sehen den Joker nur von hinten, bevor er erst im dritten Panel sich umdreht und sich nicht nur dem Makler, sondern auch uns zuwendet: Zum ersten Mal erscheint sein wahres Gesicht und zwar in Übergröße, sodass es die Panelgrenzen überragt und der Joker sich sogar bis an den Seitenrand erstreckt.

Das strenge Neunerraster der ersten Seiten ist damit völlig aufgebrochen und wird erst wieder auf der letzten Seite wiederkehren.

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