Die Geschichte wiederholt sich

DC Comics

Titel: Batman: Two-Face Strikes Twice!

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Joe Staton, Daerick Gross

Erschienen: 1993 (Zweiteiler)


„I guess there really are two sides to every story!“ (Robin)

Anfang der 90er kam eine Two-Face-Story heraus, die es mit dem Doppelten auf die Spitze trieb: Two-Face Strikes Twice erschien nicht nur als Zweiteiler, sondern auch als Doppelausgabe mit Wendecover und jeweils zwei Hälften zweier Geschichten, die aufeinander aufbauen.

Die erste Hälfte (gezeichnet von Joe Staton) ist im Stil des Golden Age gehalten. Harvey Dents Ex-Frau Gilda heiratet wieder: den Unternehmer/Wissenschaftler Paul Janus. Und als wäre der Name nicht schon genug, reibt sie es auch noch ihrem Ex unter die Nase. Klar, dass er aus dem Knast ausbricht und die Hochzeit vereitelt.

Two-Face verkleidet sich als Pfarrer und wirft dem Bräutigam Säure ins Gesicht. Kurz darauf trägt Janus eine Doppelmaske und begeht mit Two-Face Verbrechen. Sehr glaubwürdig ist das nicht, aber auch Batman und Robin haben ihren Verdacht, dass hier irgendwas faul ist. Das Dynamische Duo landet in einer Todesfalle, in der der Schurke eine riesige Münze über sie rollen lassen will. Später tritt Two-Face in Ritterrüstung auf einer Van-Gogh-Ausstellung auf und Robin wird – wie symbolträchtig – von einem Pinsel gerettet.

Fortsetzung mit Zwillingen

Die zweite Story (gemalt von Daerick Gross) erzählt die Fortsetzung in einem (für die 90er) zeitgemäßeren Stil. Familie Janus hat Zwillinge bekommen. Gilda ahnt, dass das wieder nur Ärger bedeutet – und damit liegt sie richtig, denn ihr Ex lässt nicht lange auf sich warten und entführt die beiden Babys. Ein zwielichtiger Wissenschaftler will aus ihnen das Fruchtbarkeitsmittel extrahieren, das Janus entwickelt hat. Allerdings stellt sich heraus, dass die Zwillinge ohne das Mittel entstanden sind. Also erpresst Two-Face Janus. Die Frage ist: Ist Harvey fähig, Kinder zu töten?

Für Batman wiederholt sich die Geschichte: Wieder landet er in einem Graben und soll von einer riesigen rollenden Scheibe zerdrückt werden, mit dem Unterschied, dass er diesmal allein ist und es sich um eine große Linse aus Glas handelt. Dann wird Robin entführt …

Brücke zwischen Continuitys

Interessant an dieser Doppel-Struktur ist, dass Autor Mike W. Barr stets den Epochen treu bleibt: Im ersten Teil kämpft Batman an der Seite von Dick Grayson, im zweiten ist es Tim Drake. Im ersten sitzt Two-Face im Knast, im zweiten in Arkham Asylum. Trotzdem schlägt die Story eine Brücke über die beiden Continuitys vor und nach der Crisis.

Ansonsten handelt es sich um eine wendungsreiche Story, die von viel Nostalgie und Albernheit geprägt ist. Die zweite Hälfte wirkt zwar ernsthafter, aber ist ebenso plakativ gemacht und nicht ernst zu nehmen. Superdämliche Handlanger und eine übertriebene Neigung zur Zahl Zwei heben die Qualität nicht wirklich. Harvey Dent bleibt in der Falle seiner Zweidimensionalität stecken, mehr eine Karikatur seiner selbst. Daran ändert auch die Wendung am Ende nicht viel. In den 90ern war man eigentlich schon weiter, daher wirkt der zweite Teil merkwürdig anachronistisch.

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Alfred bekommt eine Tochter

DC Comics

Titel: The Man Who Killed Mlle. Marie/Who Shot Mlle. Marie?

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1981 (Detective Comics #501-502), Hardcover 2017 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 1), Paperback 2020 (Batman Allies: Alfred Pennyworth)


Alfred Pennyworth und Lucius Fox bekommen jeweils ein Telegramm aus Paris und brechen plötzlich dorthin auf. Bruce Wayne ist skeptisch und reist hinterher. Dort erklärt ihm der Geheimdienst, dass die beiden einst im Zweiten Weltkrieg den französischen Widerstand unterstützt haben, Alfred für den britischen, Lucius für den amerikanischen Geheimdienst. Unabhängig voneinander haben sie mit der berühmten Widerstandskämpferin Mademoiselle Marie gekämpft. Aber die wurde eines Tages von einem Unbekannten ermordet. Alfred und Lucius werden nach Frankreich geholt, um den Mord aufzuklären. Doch als Batman die beiden aufsucht, werden sie von einigen Resistance-Kämpfern überfallen, angeführt von einer gewissen Julia Remarque, der Tochter von Mlle. Marie. Batman will sie beschützen, aber da schlägt ihn Alfred von hinten nieder, um Julia zu schützen. Daraufhin beschuldigt sie Alfred des Mordes an ihrer Mutter.

Während Batman in einer Scheune gefesselt wird, hält Julia mit den anderen ein Tribunal ab, bei dem der Schuldige bereits feststeht. Doch Alfred schweigt zu den Vorwürfen. Batman befreit sich und versucht, innerhalb eines Tages Alfreds Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder zu finden. Das gelingt ihm auch so schnell, dass man sich fragt, warum nicht Julia von selbst darauf gekommen ist. Aber es ist nicht die einzige Frage, die offen bleibt. Denn während der Ermittlung stellt sich heraus, dass Julia Alfreds Tochter ist. Alfred wusste es von Anfang an, hat sie finanziell unterstützt, aber offenbart sich ihr gegenüber bis zum Schluss nicht als Vater. Angeblich um sie nicht zu verstören. Aber ist sie mit ihrer Rachsucht nicht schon verstört genug? Warum sollte er nach dem ganzen Drama nicht die Wahrheit sagen?

Damit endet dieser Zweiteiler seltsam unbefriedigend. Alfreds wahre Verwandtschaft wird zwar erweitert (nach seinem Bruder und seiner Nichte), aber es bleibt alles ohne Folgen. Alle kehren zurück zum Status quo, sodass Alfred weiter nur Ersatzvater für Bruce und Ersatzgroßvater für Dick Grayson spielen muss.

Ach ja: Und was hat am Ende Lucius Fox mit all dem zu tun? Warum wurde auch er nach Paris gebracht? Keine Ahnung.

(Julia Pennyworth bekommt viel später, in Batman Eternal, eine größere Rolle in Alfreds Leben.)

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Das Batmobil der 50er – immer der Zeit voraus

DC Comics

Titel: The Batmobile of 1950/Secret of the Batmobile

Autor/Zeichner: Joseph Samachson, Bill Finger/Dick Sprang, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1950/1956 (Detective Comics #156/Batman #98)


Das Jahr 1950: ein neues Jahrzehnt – also höchste Zeit für ein neues Batmobil! Und zwar eins, das seiner Zeit gleich um zehn Jahre voraus ist. Aber zuerst muss das alte entsorgt werden. Denn das ist immerhin auch schon fast zehn Jahre alt.

Als Batman und Robin drei Gauner nach einem Raubzug verfolgen, haben die dreimal Pech: Batman wird zunächst von einem Netz aufgehalten, dann angeschossen, schließlich sprengen die Ganoven auf der Flucht eine Brücke und das Batmobil stürzt samt den Helden in die Tiefe. Das Auto ist Schrott. Batman kommt mit einem gebrochenen Bein davon. Schon spotten die Gauner, er könne sie bald im Rollstuhl verfolgen, aber Batman wäre nicht Batman, wenn er nicht einen Plan hätte.

Schon zuvor hat er nämlich ein neues Batmobil entworfen: mit Raketenantrieb, Radar (um im Dunkeln sehen zu können) und mit einem integrierten Kriminallabor. Sofort macht sich der Wunderknabe an die Arbeit, das Wunderauto zu bauen. Aber das Verbrechen steht nicht still. Robin muss alleine los – und blamiert sich bis auf die Knochen, als er in einem schrottreifen Oldtimer die Verfolgung aufzunehmen versucht.

Das neue Batmobil: Detective Comics #156 (1950)

Doch kaum zurück, ist das Batmobil wie durch ein Wunder fertig, obwohl Batman noch immer seinen Gips trägt. Im Grunde sieht es nicht viel anders aus als das Alte, aber es fällt sofort auf, dass es leichter und schneller ist. Robin findet die Gauner, Batman wartet im Wagen. Per Monitor auf dem Armaturenbrett kann er sehen, als Robin Hilfe braucht und mit dem Auto zur Hilfe eilen. Später macht ihnen eine gesprengte Brücke nichts aus – dank Raketenantrieb springt das neue Batmobil einfach drüber.

Dann verwirrt es die Ganoven mit Rauch und mit dem Radar kann das Dynamische Duo gut erkennen, wo es zuschlagen muss. Zum Schluss lehrt das Batmobil einen der Schurken das Fürchten, indem es ihm ein kleines Batsignal ins Gesicht scheinen lässt. Batman war übrigens die ganze Zeit wieder fit. Er wollte nur sehen, ob das Batmobil sein Handicap kompensieren kann. Schade, denn ich dachte, er wollte testen, ob sich Robin auch alleine bewährt. Aber der Junge ist noch nicht so weit – auch wenn er bereits Auto fahren darf.

Panzer, Amphibienfahrzeug, Schneemobil

DC Comics

Sechs Jahre später bekommt das Batmobil Konkurrenz von einem Gegner im gelben Rennwagen: dem Racer. Als wäre der nicht schon schwierig genug zu fassen, macht Reporterin Vicky Vale noch ein Foto vom Batmobil, das Batmans Geheimidentität lüften könnte. Um die Veröffentlichung des Bildes zu verhindern, hält Batman sie mit neuen Geschichten über das Batmobil hin.

Dabei erfahren auch wir, wie vielseitig das Gefährt ist: Mal bauen Batman und Robin es zum Panzer aus, der Stürmen standhält, mal dient es als Amphibienfahrzeug, das sowohl im Wasser als auch an Land fahren kann, schließlich wird es zum Schneemobil, wo es sogar durch Eis brechen kann. Weil dabei aber der Motor zerstört wird, muss Bruce Wayne sein Privatauto als Batmobil tarnen – das ist das Geheimnis, das Vicky beinahe lüftet.

Aber natürlich nur beinahe. Denn am Ende wird wie immer das Schlimmste verhindert. Und auch der gelbe Racer wird gefangen genommen. Nichts ist schneller als das wahre Batmobil.

Batmobil als Schneemobil. (DC Comics)

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Batman: Three Jokers erscheint im Sommer 2020

Three Jokers #1-3 (DC Comics)

Endlich ist es soweit: Der lang angekündigte Dreiteiler Three Jokers von Geoff Johns und Jason Fabok hat einen Erscheinungstermin. Teil 1 soll laut DC am 17. Juni 2020 herauskommen, die anderen beiden im Juli und August. Jedes Heft soll 48 Seiten umfassen. Da die Arbeit an der Miniserie beendet sein soll, ist nicht mit Verzögerungen zu rechnen. DC hat vorab nicht nur die drei Cover, sondern auch die ersten drei Seiten veröffentlicht.

Wie Johns und Fabok Entertainment Weekly verraten haben, handelt es sich um eine Art Fortsetzung des Klassikers The Killing Joke. Die drei Joker entsprechen den Versionen aus Batman #1 (1940), The Killing Joke (1988) und A Death in the Family (1988-89). Batman, Batgirl und Red Hood arbeiten zusammen, um das Rätsel zu lösen, das mit Justice League #50 begann.

UPDATE 18.3.2020: Three Jokers soll laut Amazon am 10. November gesammelt als Hardcover erscheinen.

Three Jokers Cover

Three Jokers (DC Comics)

Geoff Johns hat unter anderem Batman Earth One Vol. 1 und Vol. 2 geschrieben (Teil 3 ist in Arbeit) sowie zuletzt die Watchmen-Fortsetzung Doomsday Clock.

Das Jahr 2020 steht im Zeichen des Jokers, denn der Schurke feiert im Frühling sein 80-jähriges Bestehen. Dazu erscheinen im April ein 100-Seiten-Special mit neuen Kurzgeschichten sowie eine neue Joker-Anthologie.

Im Juli kommt die Hardcover-Ausgabe zu dem Dreiteiler Joker: Killer Smile von Jeff Lemire und Andrea Sorrentino heraus.

>> Liste der Joker-Comics

Batmans böser Schatten der Vergangenheit

DC Comics

Titel: Batman – Death Mask

Autor/Zeichner: Yoshinori Natsume

Erschienen: 2008


Nachts wird Bruce Wayne von einer Gestalt heimgesucht, die an Batman erinnert. Dann bekommt er mal wieder Besuch aus Japan: Der Unternehmer Shiro Agurama präsentiert eine Maske, die angeblich magische Kräfte verleiht. Ein Freiwilliger, der sie aufsetzt, dreht durch und schlägt um sich. Gleichzeitig macht ein maskierter Serienmörder Gotham City unsicher, der seinen Opfern die Gesichter vom Schädel schneidet: Oniyasha. Bruce wird in seine Jugend zurückversetzt, als er in Japan Kampfsport gelernt hat und von dem Schatten eines Dämons verfolgt wurde.

In der Mitte der Geschichte stellt sich heraus, dass es für die scheinbare Magie eine ganz einfache Erklärung gibt: Der Unternehmer züchtet im Holz der Masken einen besonderen Pilz, der berauschend wirkt. Daraus will er eine neue Droge herstellen und viel Geld verdienen. Die Gesichter lässt er von einem Profikiller abschneiden, weil nur sie ein bestimmtes Öl absondern, das er für die Drogenproduktion braucht. (Oder mit anderen Worten: So lässt sich die brutale Gewalt im Comic rechtfertigen.)

Batman von Yoshinori Natsume (DC Comics)

Drogen aus Japan in Gotham? Das gab es schon bei Child of Dreams. Hier lassen sie zwar nicht Menschen zu Klonen mutieren, aber dafür setzen sie auch das Schlechteste in ihnen frei. Und auch hier taucht eine junge Frau aus Japan in Bruces Leben auf. Dann macht die Story aber eine Wende, die zwar überrascht und persönlicher wird, aber dann doch ziemlich schnell in Belanglosigkeit verpufft. Eine wirklich neue Perspektive auf Batman hat dieser Manga nicht zu bieten.

Death Mask, der zweite Batman-Manga des 21. Jahrhunderts, ist – wie schon Child of Dreams – phänomenal gezeichnet. Anders als Kia Asamiya hat Yoshinori Natsume aber einen weicheren Zeichenstil, Batman und andere Figuren erscheinen etwas runder, gefälliger, und das Ganze wirkt näher am japanischen Stil als am westlichen. Die Bilder bekommen viel Raum, immer wieder gelingen Nastume beeindruckende Splash Pages mit typischer Batman-Stimmung.

Batman von Yoshinori Natsume (DC Comics)

Die erste Hälfte, gerade die Seiten über die Jugendepisode in Japan, ist noch interessant zu lesen, aber leider hält die zweite Hälfte dieses Niveau nicht. Zuweilen steckt auch zu viel Pathos in den Sprechblasen. Trotzdem lassen sich die rund 200 Seiten flüssig weglesen.

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Alfred als Gastgeber für Ganoven

Unverhoffter Besuch: Alfred mit Gaunern. (DC Comics)

Titel: Alfred: The Hospitable Hostage

Autor/Zeichner: Bob Rozakis/George Tuska

Erschienen: 1979 (Detective Comics #486)


Als Alfred Pennyworth eines Tages das Hochhaus der Wayne Foundation betritt (in den 70ern hatte Batman Wayne Manor und Bathöhle verlassen), wird er von drei Gaunern in den Fahrstuhl gestoßen. Sie wollen Bruce Waynes Wohnung leerräumen und er soll ihnen dabei helfen. Bruce ist nicht da, doch das größte Problem ist, wenn er als Batman zurückkehren sollte – dann fliegt er nämlich auf.

Damit die Gauner auf der Suche nach Beute nicht zufällig die Bathöhle finden, zeigt Alfred ihnen den Safe und serviert ihnen Kaffee, denn ein guter Butler bleibt auch gegenüber ungebetenen Gästen, die sich lieber selbst bedienen, stets ein guter Gastgeber. Alfred öffnet ihnen sogar den Safe, bevor sie noch größeren Schaden anrichten. Viel Geld ist da zwar nicht drin, wertvoller sind die Aktien, aber die sind nur wertvoll, wenn Bruce Wayne sie unterschreibt. Also warten die drei Ganoven auf die Rückkehr des Hausherren.

Um die Begegnung zu verhindern bietet Alfred ihnen seine Briefmarkensammlung als Ersatz an. Die nehmen sie ihm auch gerne ab, bleiben aber trotzdem, bis Bruce kommt. Aber wo bleibt er denn?, fragen sie, als es langweilig wird. Wahrscheinlich bei James Gordon, sagt Alfred. Mit Polizei wollen die drei aber nichts zu tun haben, also hauen sie wieder ab. Alfred blockiert per Konsole den Aufzug und als Bruce zurückkehrt, kann er sich in aller Ruhe darum kümmern, für seine Gäste eine Mitfahrgelegenheit zu rufen – im Streifenwagen.

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Das neue Batmobil aus „The Batman“

Battinsons Batmobil von vorn. (Quelle: Matt Reeves/Twitter)

Nach und nach lässt Regisseur und Co-Autor Matt Reeves Details zu seinem Film The Batman durchsickern. Nach Robert Pattinsons Kostüm hat er nun auch drei Bilder vom neuen Batmobil getwittert. Das Modell überrascht, denn anders als seine Filmvorgänger ist es ein Sportwagen. In den Filmen der 90er waren es extravagante Limousinen, bei Christopher Nolan und Zack Snyder waren es eher Panzer in der Tradition von The Dark Knight Returns.

Battinsons Batmobil von hinten. (Quelle: Matt Reeves/Twitter)

Das neue Batmobil ist in schlichtem Schwarz gehalten, nichts erinnert an eine Fledermaus. Der Heckmotor ist nicht verdeckt, rotes Licht kommt aus den Scheinwerfern.

Offene Motor: Batmobil von hinten. (Quelle: Matt Reeves/Twitter)

Reeves Auto erinnert an den Lincoln Futura, den Adam West in den 60ern fuhr, aber vor allem an die Comics der 80er, als Batman sich zum Beispiel die Reifen von Jason Todd stehlen ließ (Second Chances), und auch an die 90er.

Batmobil in „Second Chances“. (DC Comics)

Batmobile in Detective Comics #589, 1988 (DC Comics)

Batmobil in „Knightfall“ (DC Comics).

In manchen Comics der 90er, wie bei Batman/Predator waren zwar noch Flügel, bzw. Flossen dran, aber es war immer noch ein schnittiger Sportwagen.

Batmobil aus Batman/Predator (DC Comics)

Auch Neal Adams hat in Batman: Odyssey einen schicken Sportwagen gezeichnet.

Batmobil von Neal Adams (DC Comics)

Die Dreharbeiten zu The Batman haben im Januar begonnen. Der Film soll am 25. Juni 2021 in die US-Kinos kommen.

Ein Omnibus für Paul Dini

DC Comics

Paul Dini ist einer der wichtigsten Batman-Autoren. Er hat nicht nur einige der besten Episoden für Batman: The Animated Series geschrieben und Harley Quinn erfunden, er hat in den Nuller-Jahren auch viele Comic-Storys verfasst, darunter Streets of Gotham, Heart of Hush und The Resurrection of Ra’s al Ghul (zusammen mit Grant Morrison). Mit Alex Ross schuf er The World’s Greatest Super-Heroes.

In diesem Jahr würdigt DC Comics Dini mit einem eigenen Omnibus. Laut Amazon erscheint der Band mit 1056 Seiten am 8. September 2020. Enthalten sind unter anderem auch seine vielen Kurzgeschichten aus der Serie Detective Comics, die später als Detective, Death and the City und Private Casebook gesammelt wurden. Hier die ganze Liste:

Nicht enthalten ist der Klassiker Mad Love sowie alles andere, was Dini für Batman Adventures geschrieben hat. Dafür wird Mad Love in der Anthologie Joker – 80 Years of the Clown Prince of Crime enthalten sein. Ebenfalls fehlt Dinis zweites Meisterwerk Dark Night: A True Batman Story. Damit dürfte der Band nur schwerlich den Namen „Omnibus“ verdienen – auch wenn er mit über 1000 Seiten üppig genug ausfällt.

Dinis Arbeit für die Comics zu den Arkham-Games (z.B. Arkham City) ist in The Arkham Saga Omnibus (2018) enthalten.

Weitere Hardcover-Highlights im September:

>> Neue Batman Comics 2020

Vom Batman-Fan zum Fanatiker

DC Comics

Titel: Batman – Child of Dreams

Autor/Zeichner: Kia Asamiya (US-Adaption: Max Allan Collins)

Erschienen: 2000-2001 (Zweiteiler), Hardcover 2003, dt. Panini 2001 (2 Bände)


Über 30 Jahre nach Batmanga wagte sich DC erneut an eine japanische Batman-Adaption heran. Batman war gerade 60 Jahre alt geworden und es stand ein neues Jahrtausend an, also war auch Zeit für etwas Neues. Child of Dreams ist über 300 Seiten stark, traditionell schwarzweiß, und weil Mangas-Lesen damals im Westen noch nicht so üblich war wie heute, hat man die Seiten gespiegelt, um sie in die gewohnte Reihenfolge zu bringen. Das hat den Nebeneffekt, dass Two-Face auf der falschen Seite verunstaltet ist.

Child of Dreams erzählt die Geschichte von Yuko Yagi, einer jungen Fernsehreporterin, die mit ihrem Team nach Gotham City fliegt, um Batman für ein Interview zu gewinnen. Kurz darauf führt Two-Face eine Geiselnahme durch und wird von Batman überwältigt. Doch dann stirbt Two-Face, indem er zu einer Mumie zusammenschrumpelt. Es stellt sich heraus: Es war nur ein Nachahmer, der eine neue Droge namens „Fanatic“ geschluckt hat. Die Droge breitet sich in der Stadt aus. Weitere Schurken-Imitatoren tauchen auf: Pinguin, Riddler, Joker. Doch erst ein Batman-Doppelgänger wird für den Helden wirklich gefährlich. Die Spur führt nach Japan. Batman fliegt nach Tokio.

Visuell und atmosphärisch überzeugt Child of Dreams. Gotham in Schwarzweiß ist ohnehin oft eine gelungene Kombination, wie man an Batman: Black and White (ab 1996) sehen kann, aber die Zeichnungen von Kia Asamiya sind in Sachen Präzision und Ausdruck vielen US-Comic der damaligen Zeit weit voraus. Batman ist perfekt eingefangen, sein Batmobil spektakulär. Der Look orientiert sich stark an den Filmen. Doch dann gibt es leider noch die Story.

Die Geschichte handelt von Batman-Fandom und seinen Folgen. Da ist zum einen Yuko Yagi, eine naive Person, die als Reporterin völlig untauglich ist, weil sie – wie ihr auch Bruce Wayne sagt – ihre Geschichte schon im Kopf hat, noch bevor sie anfängt zu erzählen. Sie stürzt sich ohne zu überlegen in gefährliche Situationen, wird von Gordon aus der Stadt verbannt, und weist sonst keine Qualifikation auf, bekommt aber trotzdem alles, was sie will.

Da ist zum anderen der Schurke, der sich als größter Batman-Fan aller Zeiten outet, aber ihn trotzdem umbringen will. Auch wenn er seitenweise seine Motivation erklärt, wird es nicht nachvollziehbar: Batman ist ein Auslaufmodell, er wird bald zu alt sein, also braucht er einen würdigen Nachfolger – und deshalb macht sich der Schurke selbst mit der Droge zu Batman. Trotzdem sieht er darin keinen Widerspruch, selbst zum Schurken und Mörder zu werden, und sein Vorbild zu beseitigen. Im Zweifel kann man alles mit Wahnsinn erklären, aber das ist eine billige Rechtfertigung, denn nichts ist langweiliger als ein Schurke, dessen Motivation man nicht versteht.

Child of Dreams ist selbst die Arbeit eines großen Batman-Fans, wie Kia Asamiya im Interview erklärt, das man am Ende nachlesen kann. Er wird zwar Batman gerecht, aber nicht seinen neuen Charakteren. Das trägt auch dazu bei, dass sein Manga ermüdet: Gerade in der zweiten Hälfte gibt es Längen, wenn Yuko eine größere Rolle spielt und auf Bruce Wayne trifft, und auch im Finale wird viel zu viel geredet – und nicht gerade auf hohem Niveau. Damit ist es einer dieser Comics, den man nur ins Regal stellt, um es höchstens nur zum Blättern wieder herauszuholen.

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Alfred wird Pennyworth und bekommt Verwandtschaft

DC Comics

Titel: Angel — Or Devil?

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Irv Novick

Erschienen: 1969 (Batman #216)


Vor dem Gotham Theater bedrohen zwei Männer eine junge Frau. Sie soll etwas tun, das sie nicht tun will. Batman rettet sie, wird ausgeknockt wie ein Amateur, die junge Frau braucht aber keine Rettung: Sie willigt ein und rennt davon. Als Batman wieder zu sich kommt und am Theater herumfragt, wird er mit einer Ritterrüstung und einem Speer beworfen, aber die Übeltäter können entkommen, indem sie sich Kostüme anziehen. Batman gibt auf. Vorerst.

In Wayne Manor stellt Alfred derweil bei der Zeitungslektüre fest, dass sein Bruder Wilfred Pennyworth in der Stadt ist – ein Schauspieler. Moment mal, Pennyworth? Alfred hieß bis dahin noch Beagle mit Nachnamen. Pennyworth stammt aus der TV-Serie. Damit dürfte das letzte Überbleibsel des alten Alfred still und heimlich begraben sein.

Batman gabelt auf dem Heimweg die junge Frau auf und fragt, ob er sie mitnehmen könne. Ja, sagt sie, nach Wayne Manor. Dort will sie zu ihrem Onkel Alfred. Und tatsächlich: Daphne Pennyworth ist seine Nichte. Alfred bekommt hier erstmals eine Verwandtschaft. Dick Grayson vergisst bei ihrem Anblick, dass er krank im Bett liegen müsste, und ist so nett, ihr Bruces wertvollstes Stück zu zeigen: Unter der Shakespeare-Büste liegt das Original-Manuskript zu „Romeo und Julia“ im Safe. Wie Bruce zu diesem unbezahlbaren Kulturgut kam, wird nicht erklärt.

Mord am eigenen Onkel

Offenbar gibt er auch nicht gut darauf acht, denn kurz darauf schleicht sich Daphne nachts an und stiehlt es aus dem Safe. Alfred erwischt sie auf frischer Tat. Sie holt eine Pistole heraus und bedroht ihn damit, er versucht es abzuwenden, doch da geht ein Schuss los – zum Glück nur mit Platzpatronen. Daphne denkt aber, ihren Onkel erschossen zu haben, eilt zurück zum Theater und übergibt den Schurken das Manuskript. Die beiden haben Daphne und ihren Vater erpresst.

Es kommt zum großen Showdown vor und hinter den Kulissen, denn natürlich passiert alles während einer Vorstellung von „Romeo und Julia“, in der Daphne die weibliche Hauptrolle spielt und die Schurken haben ihr einen echten Dolch gegeben, damit sie sich im letzten Akt unwissentlich selbst tötet, aber da springt ihr Vater auf die Bühne und verhindert das Schlimmste. Auch Alfred darf sich hinter den Kulissen nützlich machen, während Batman sich mit Fäusten behilt. Und am Ende scheint völlig vergessen zu sein, dass ihn seine Nichte gerade noch umbringen wollte.

Alfred ist einfach zu gut für diese Welt.

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