Batman und sein Kindersoldat

DC Comics

Titel: Robin & Batman

Autor/Zeichner: Jeff Lemire/Dustin Nguyen

Erschienen: 2021-2022 (Miniserie #1-3), Hardcover 2022


„He’s a soldier, not some mascot like the others.“ (Batman)

Nach über 80 Jahren muss man sich fragen: Ist Robin überhaupt noch zeitgemäß? Der Charakter wurde anfangs für Kinder geschaffen und diente vor allem als Identifikationsfigur. Batman wurde freundlicher durch ihn, kindgerechter. Als er wieder ernster wurde, arbeitete er meist wieder allein – aber so ganz verschwand Robin nie und es wäre auch falsch zu sagen, die besten Batman-Storys kämen ohne Sidekick aus. Und auch wenn er längst seine eigenen Serien und Teams hat, hadert man mit diesem quietschbunten Jungen neben dem Dunklen Ritter …

Nun hat sich Jeff Lemire (Joker: Killer Smile) des Problemkinds angenommen, zusammen mit Dustin Nguyen, der bereits in Detective Comics und Streets of Gotham Batman und Robin zeichnen durfte. (Gemeinsam erschufen sie die Science-Fiction-Serien Descender und Ascender.) Diesmal heißt es aber: Robin & Batman. Es geht um Dick Graysons Anfänge in der Rolle. Die tragische Ursprungsgeschichte (zuerst dargestellt in Detective Comics #38) wird ausgelassen und nur angedeutet, dafür sehen wir, wie Dick mit Batman trainiert und seine Rolle erst finden muss. Nach einem verpatzten Einsatz wird er „gefeuert“, dann macht er sich selbst ein Kostüm, um es Batman zu beweisen, dass er würdig ist. Schließlich nehmen sie es gemeinsam mit Killer Croc auf, den Dick bereits aus Zirkustagen kennt.

(mehr …)

Neue Serie: Batman & The Joker: The Deadly Duo

DC Comics

Bereits 2018 wurde sie versprochen, jetzt soll sie endlich kommen: Marc Silvestris Miniserie Batman & The Joker: The Deadly Duo! DC hat die erste Ausgabe für den 1. November 2022 angekündigt, sechs weitere sollen folgen, jede wird 32 Seiten umfassen und 4,99 US-Dollar kosten.

Die Story: Ein Unbekannter hat Harley Quinn entführt, der Joker sucht nach ihr. Jokerartige Monster suchen die Stadt heim und köpfen Menschen. Außerdem wird James Gordon vermisst und Batman erhält ein Paket mit einem Körperteil des Commissioners. Held und Schurke verbünden sich zu einer Allianz, die Gotham und die Bat-Family erschüttern soll.

Marc Silvestri schreibt und zeichnet die Serie, die angeblich schon seit über 20 Jahren erzählen will, selbst. Der Mitbegründer des Image-Verlags hat in den 90ern unter anderem die Serien Witchblade und The Darkness erschaffen, 1999 erschien das Crossover The Darkness/Batman, das Silvestri illustriert hat.

(mehr …)

Poison Ivy in Schwarz-Grün

DC Comics

In The New 52 hat DC seinem Universum einen Reboot verpasst. Alles neu, alles anders, alles Frühere zählte nicht mehr. Na ja, fast. Bei Batman war eigentlich fast alles gleich geblieben. Und was angeblich ausgelöscht war, kam dann früher oder später doch wieder. Also alles wie immer.

Bei Poison Ivy war dann doch einiges anders: Die grüne Hautfarbe verschwand, sie bekam ein neues Kostüm, einen schwarzen Ganzkörperanzug (ohne Ausschnitt!), der zur Hälfte mit grünem Gewächs überzogen war. In „The Green Kingdom“ (Detective Comics #23.1, 2013) wurde der Origin (wieder) umgeschrieben: Pamela Isley wurde nicht von einem gewissenlosen Wissenschaftler (Mann) namens Jason Woodrue geschaffen, sondern arbeitete früher für Bruce Wayne und fiel mit einem unmoralischen Angebot unangenehm auf (sie wollte Pheromone einsetze, um Menschen zu manipulieren) und wurde daraufhin vom Chef persönlich gefeuert. Ihre Forschungsergebnisse musste sie dalassen, auch wenn Wayne damit nichts anfangen wollte. Dann stieß sie ein paar Reagenzgläser um und die Chemikalien machten sie immun gegen allerlei Krankheitserreger und ließ sie mit Pflanzen kommunizieren.

(mehr …)

Poison Ivy trocknet aus

DC Comics

Titel: (ohne Titel)

Autor/Zeichner: Guillem March, Marc Andreyko

Erschienen: 2010 (Gotham City Sirens #8), Paperback 2016 (Batman Arkham: Poison Ivy)


Da liest und schreibt man wochen- gar monatelang über Poison Ivy und verliert kein Wort über ihren auffälligsten Wandel: ihre Hautfarbe. Die ist nämlich mittlerweile grün wie She-Hulk. Wann ist das passiert? Auffällig wurde es jedenfalls spätestens in „Human Nature“ (Gotham Knights #61-65, 2005). Die Farbe zeigt: Ivy wird immer mehr selbst zur Pflanze.

In der Serie Gotham City Sirens wird sie (unfreiwillig) Teil eines Teams mit Harley Quinn und Catwoman. Nachdem einige Umweltzerstörer ermordet aufgefunden werden und der Modus Operandi zu unserer grünen Schurkin passt, beteuert sie ihre Unschuld und will herausfinden, wer in ihrem Namen tötet.

Sie lässt sich in Robinson Park von der Polizei verhaften, Gordon verhört sie, glaubt aber an ihre Unschuld – ein guter Cop spürt so was und das Gefühl hat immer Recht. Doch kaum wird sie freigelassen, knüppelt sie ein Unbekannter nieder und sperrt sie für Wochen im Dunkeln ein. Ohne Licht und Wasser geht Ivy wie eine Pflanze. In der Zwischenzeit ermitteln Catwoman und Harley und geraten dabei in Gefahr.

Der Täter, der Ivy gefangen hält, stellt sich als Cop heraus, der sich für den Mord an seinem Bruder rächen will. Der Mörder ist aber ein alter Ivy-Fan, der ihr einen Gefallen tun wollte. Ivy ist nicht erfreut. Sobald sie ihre grüne Farbe dank eines Wasserbades wieder hat, revanchiert sie sich tödlich.

>> Poison-Ivy-Comics


Unterstütze das Batman-Projekt

€1,00

Batman tanzt den Plot-Twist

DC Comics

Titel: Batman Vol. 6: Abyss

Autor/Zeichner: Joshua Williamson/Jorge Molina, Mikel Janin

Erschienen: 2021-2022 (Batman #118-121, #124), Hardcover 2022


Die letzte Zeit war für Batman sehr aufregend: da gab es den Joker War, bei dem Bruce Wayne sein Vermögen verloren hat, in Scarecrows Fear State verlor er fast den Verstand, zwischendurch stand er unter Mordverdacht und mutierte zu einem Monster. Aber das ist eigentlich der ganz normale Wahnsinn in Gotham. Uns so geht das Leben aufregend weiter, weil ja schließlich jeden Monat mehrere Comichefte gefüllt werden müssen.

Doch auch die Leserschaft muss mal ein wenig ausruhen, also gibt es nun mal wieder ein kleines Intermezzo zum Durchschnaufen. Batman hat sich ein neues Kostüm zugelegt, ohne schwarze Unterhose, dafür wieder mit dem gelben Logo (das leuchten kann). Er versichert sich, Verbrechern immer noch Angst einzujagen, und zwar so, dass allein seine Silhouette sie dazu bringt, sich freiwillig der Polizei zu stellen. Und dann bekämpft er noch Firefly, der – ganz Oldschool – bei einem Maskenball mit dem Thema „Schurken“ Reibach zu machen versucht.

(mehr …)

„Joker 2“ kommt 2024

Warner Bros.

Habt ihr schon was 2024 vor? Im Oktober? Genauer gesagt am vierten? Nein? Dann streicht euch schon mal diesen Tag rot im Kalender an, denn dann soll die Fortsetzung von Todd Phillips‘ Film Joker im Kino starten: Joker: Folie à Deux. Der Termin wurde nun auf Twitter bekanntgegeben.

Schon zuvor kam heraus: Es soll ein Musical werden. Mit Joaquin Phoenix und Lady Gaga als Harley Quinn. Das kurze Twitter-Video zitiert den Irving-Berlin-Song „Cheek to Cheek“, den Fred Astaire im Film „Top Hat“ (1935) gesungen hat, als er mit Ginger Rogers tanzte. Wer den Film noch nicht gesehen hat, hat nun mehr als zwei Jahre Zeit, um diese Bildungslücke nachzuholen.

Lady Gaga hat „Cheek to Cheek“ bereits mit dem Sängerlegende Tony Bennett gecovert, auf dem gleichnamigen Album von 2014 mit anderen Jazz-Standards.

Der Filmtitel „Joker: Folie à Deux“ (ungewöhnlich französisch für eine US-Produktion) ist ein Fachbegriff aus der Psychiatrie und meint eine induzierte wahnhafte Störung, also die „ganze oder teilweise Übernahme einer Wahnsymptomatik durch einen nahestehenden, primär nicht wahnkranken Partner“ (Wikipedia). Es besteht also die Chance, endlich eine würdige Interpretation der Joker-Harley-Lovestory geboten zu bekommen, wie sie einst brillant in Mad Love erzählt wurde. Leider wurde die filmisch in dem unsäglichen Suicide Squad (2016) verschenkt.

Der erste Joker-Film von 2019 war für elf Oscars nominiert (Joaquin Phoenix erhielt ihn als bester Hauptdarsteller) und gewann die Goldene Palme in Cannes. Außerdem wurde er für die Goldene Himbeere nominiert in der Kategorie Rücksichtsloseste Missachtung von Menschenleben und öffentlichem Eigentum. Für diesen Nihilismus gab es auch viel Kritik, weshalb er bei Rotten Tomatoes ein Kritikerlob von „nur“ 68 Prozent erhält, allerdings überzeugte er 88 Prozent der Zuschauer. Da er über eine Milliarde US-Dollar einspielte, war ziemlich klar, dass man sich diese Cash Cow nicht entgehen lässt.

Mehr zum Thema:


Unterstütze das Batman-Projekt

Gefällt dir dieser Beitrag? Was ist er dir wert? Lass es mich wissen und hilf mir, die Kosten für diese Seite zu decken (8 Euro im Monat, 96 Euro pro Jahr). Vielen Dank.

€1,00

Poison Ivy entblättert sich

Joker’s Asylum: Poison Ivy #1

DC Comics

Titel: Deflowered

Autor/Zeichner: Guillem March

Erschienen: 2008 (Joker’s Asylum: Poison Ivy #1), Paperback 2016 (Batman Arkham: Poison Ivy)


Poison Ivy tötet drei Immobilienentwickler, die einen Wald roden ließen. Einem schickt sie eine Pflanze, die ihn mit Dornen ersticht. Einen anderen lässt sie von Pflanzen im Wald eines Golfplatzes erwürgen. Um den dritten kümmert sie sich selbst: Sie verkleidet sich als Prostituierte, lässt sich zu ihm nach Hause bringen und bearbeitet ihn mit einem Beil. Batman greift zwar ein, kommt aber zu spät – er hat sich von Ivys Pflanzenavatar täuschen und ablenken lassen.

(mehr …)

Warner Bros. streicht Batgirl-Film

Leslie Grace als Batgirl. (Warner Bros.)

Es fiel bereits auf, dass es bei der San Diego Comic-Con keinen Trailer zum neuen Batgirl-Film gab, obwohl er Ende des Jahres auf HBO Max herauskommen sollte. Nun wissen ihr auch warum: Warner Bros. hat (wie The Hollywood Reporter berichtet) das Projekt gestoppt, der Film wird nicht gezeigt, weder auf HBO Max noch sonstwo – und das obwohl die Dreharbeiten beendet sind.

Offiziell heißt es, man habe eine strategische Kehrtwende vollzogen, man wolle Kosten sparen und sich mehr auf Kinofilme konzentrieren statt auf exklusive Streaminginhalte, auch andere Projekte wurden im Zuge dessen gestrichen, wie Wonder Twins. Doch anscheinend fiel die Resonanz bei Testscreenings schwach aus. Und so hat man sich entschlossen, kein Geld mehr in diesen bereits 90 Millionen US-Dollar teuren Film zu stecken.

Batman und der Affe

DC Comics

Titel: The Bat-Ape

Autor/Zeichner: ?/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958 (Batman #114), Paperback 2021 (Batman in the Fifties)


In den 50ern wuchs Batman zu einer Familie heran, inklusive Bat-Hound. Zwar hatte Batman nicht so viele Tiere wie Superman (Hund, Katze, Pferd, Affe), aber da gab es noch ein weiteres: Mogo, the Bat-Ape.

(mehr …)

Legends of the Dark Knight: Legendär ist anders

DC Comics

Titel: Legends of the Dark Knight

Autor/Zeichner: Darick Robertson, Stephanie Phillips/Max Dunbar u.a.

Erschienen: 2021-2022 (Legends of the Dark Knight #1-8), Paperback 2022


Legends of the Dark Knight war einst eine langlebige Comic-Serie, die anfangs in Year-One-Manier Batmans Anfänge beleuchtete, zwischendurch wurde sie auch für Kapitel der großen Storylines wie Knightfall und No Man’s Land genutzt. Nach ihrer Absetzung 2007 gab es zwischendurch ein Revival als Anthologieserie, 2021 sind erneut acht (Print-)Ausgaben (bzw. 16 digitale) erschienen. Ja, nur acht – was schon nichts Gutes verheißt, aber lassen wir uns von Verkaufszahlen nicht blenden.

(mehr …)