Neue Serie: Joker/Harley – Criminal Sanity

Joker/Harley: Criminal Sanity

DC Comics

DC hat eine neue Mini-Serie unter seinem „Black Label“ angekündigt: Joker/Harley: Criminal Sanity. In neun Ausgaben erzählen Kami Garcia, Mike Mayhew und Mico Suayan einen psychologishen Thriller aus einer alternativen Welt, in der Harley Quinn zunächst eine brilliante forensische Psychiaterin und Profilern für die Polizei von Gotham arbeitet. Einst wurde ihre Mitbewohnerin vom Joker getötet, jetzt muss sie eine Mordserie aufklären, die von ihm begangen wurde.

Bemerkenswert: In der Pressemitteilung findet sich kein einziges Mal das Wort Batman …

Die erste Ausgabe soll am 2. Oktober 2019 in den USA erscheinen, und von da an monatlich – falls alles gut geht.

“There is no character more terrifying than the Joker“, sagt Garcia. „He is one of the most complex psychopathic killers ever created. I wanted to approach the project as if the Joker was a real person—an intelligent and sane psychopath, who kills because he wants to, not because he suffers from delusions. To me, a version of the Joker, who is sane like John Wayne Gacy or Ted Bundy, is more frightening. In the series, Harley is the only character with the skill set and intelligence to hunt the Joker, but the investigation will force her to confront her own inner demons.”

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Der falsche Batman

DC Comics

Titel: Batman Adventures Vol. 3

Autor/Zeichner: Paul Dini, Kelley Puckett/Bruce TImm, Mike Parobeck

Erschienen: 1994 (Batman Adventures #21-27, Annual #1), Paperback 2015


Bevor mit Roxy Rocket die frivolste Folge der Animated Series produziert wurde, hatte sie ihren ersten Auftritt im Batman Adventures Annual #1. Perfekt inszeniert, mit flottem Strich von Bruce Timm (dem besten Animated-Zeichner überhaupt) ist sie hier schon die sympathische Ganovin, aber sie hilft Batman dabei, die wahre Übeltäterin zu fassen, nämlich Catwoman.

In weiteren, von anderen Zeichnern inszenierten Episoden, rekapituliert Batman, inwiefern sich seine Gegner rehabilitieren lassen. Wir sehen kurze Geschichten mit dem Bauchredner und Scarface, Scarecrow und Harley Quinn. Zum Schluss sehen wir Joker bei einem ebenso sinnlosen wie brutalen Amoklauf durch die Stadt zu. Das ist eher etwas für Freunde des schwärzesten Humors.

Batman trifft in diesem Band auch erstmals auf Superman. In der Animated-Series kam dies nie vor, erst in der Superman-Serie wurde das nachgeholt. Hier kämpfen sie gegen Maxie Zeus. Auch wenn erstklassige Schurken wie Poison Ivy und Two-Face hier Auftritte haben, ist die interessanteste Story eine ohne Prominenz.

In „Survivor Syndrome“ hat Batman einen Nachahmer, einen Sportler, der Rache nehmen will für seine ermordete Freundin. Als dieser Möchtegern-Batman angeschossen wird, rettet das Vorbild ihm nicht nur das Leben, sondern hilft ihm auch, wieder auf die Beine zu kommen. Er trainiert ihn. Am Ende muss sich der junge Mann aber als der moralisch überlegenere beweisen. Die Geschichte ist eine der stärksten in diesem Paperback, das eher eine Lektüre für nostalgische Momente zwischendrin ist.

Robert Pattinson soll Batman werden

Robert Pattinson in "Life"

Robert Pattinson in „Life“

Es ist noch nicht offiziell, aber gilt schon als ziemlich sicher: Robert Pattinson soll der neue Batman werden. Laut Variety und Deadline hat er sich beim Screentest gegen Nicholas Hoult durchgesetzt. „The Batman“ von Matt Reeves soll am 25. Juni 2021 in die Kinos kommen. Viel weiß man darüber noch nicht, außer dass es ein Film im Stil eines Noir-Krimis mit mehreren Schurken werden soll. Reeves löst damit Ben Affleck ab, der ursprünglich für Regie, Drehbuch und Hauptrolle vorgesehen war.

Pattinson ist mit 33 Jahren der jüngste Batman-Darsteller. Damit schlägt Warner Bros. nach dem grauhaarigen Ben Affleck eine neue Richtung ein. Aber kann Pattinson wirklich Batman? Der Junge, der in Harry Potter 4 sterben durfte und für vier Twilight-Filme achtmal für die Goldene Himbeere nominiert war und eine gewonnen hat? Seit dem Vampir-Schmonz hat Pattinson alles dafür getan, sein Image als Teenie-Schwarm loszuwerden. Er hat mit David Cronenberg (Cosmopolis), Werner Herzog (Königin der Wüste), Anton Corbijn (Life) und James Gray (Die verlorene Stadt Z) zusammengearbeitet und tritt im nächsten Christopher Nolan-Film Tenet auf.

Wer immer noch nicht überzeugt ist, den möchte ich an die Debatte erinnern, als Heath Ledger (mit Ende 20!) als Joker für The Dark Knight gecastet wurde. Damals haben viele „Fehlbesetzung“ geschrien – bis sie ihn dann auf der Leinwand sahen …

UPDATE 5.6.2019: Matt Reeves hat zwei Tage nach den Berichten einen eindeutigen Tweet abgesetzt, der alle Zweifel ausräumt.

Batman 1940: Detective Comics #38 – Robin

detective comics 38 robin

DC Comics

Titel: Introducing Robin, the Boy-Wonder

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1939 (Detective Comics #38), Paperback 2005/2016 (Batman Chronicles Vol. 1/Batman: The Golden Age Vol. 1)


Detective Comics #38 stellt einen Wendepunkt dar: Batman kämpft nicht mehr allein – und er lächelt. Am Ende von Batmans wildem Jahr, in dem er sich erst entwickelte, tritt an seine Seite eine bunte Erscheinung, die im völligen Kontrast zu ihm steht und ihn für 30 Jahre (und auch darüber hinaus) begleiten wird: Es ist der erste Auftritt von Robin, dem Wunderknaben.

Dick Graysons Eltern sterben

Dick Graysons Eltern sterben.

Seine Geschichte ist im Grunde eine neue Version von Batmans Entstehungsgeschichte: Der Zirkusjunge Dick Grayson sieht seine Eltern bei einer Trapeznummer sterben, nachdem ein Gangster die Seite sabotiert hat. Zirkusdirektor Haley hat sich geweigert, Schutzgeld an die Bande von Boss Zucco zu zahlen. Wieder sieht man ein Kind, das beide Eltern auf einmal verliert.

Batman trifft Dick Grayson

Batman trifft Dick Grayson.

Während Dick zur Polizei will, um den Mord zu melden, taucht Batman auf und hält ihn davon ab, denn in der Stadt herrscht Boss Zucco und Dick wäre innerhalb einer Stunde selbst tot. Der Polizei ist also nicht zu trauen, sie ist machtlos und dient nicht dem Gesetz. Es herrscht das Recht des Stärkeren. Kaum sind seine Eltern tot, wird der Junge erneut mit der harten Realität konfrontiert – ein weiterer Schritt in Richtung Erwachsenwerden.

Batman schwört Dick ein.

Batman schwört Dick ein.

Batman weiht den Jungen ein, einmal selbst in einer solchen Situation gewesen zu sein. Und nachdem Dick erklärt hat, keine Angst zu haben, wiederholt er schließlich Batmans Schwur, das Verbrechen (und die Korruption) zu bekämpfen. Wieder geschieht es bei Kerzenschein, wieder sehen wir einen Helden beim Training, allerdings geht es nur um die körperliche Fitness: Dick lernt Boxen und Jiu Jitsu, Bruce gibt zu, dass er selbst von Dick einiges lernen könnte. Entscheidend ist, dass Dick anders als damals Bruce dabei nicht allein ist.

Dick Grayson wird zu Robin

Dick Grayson wird zu Robin ausgebildet.

Am Ende steht der Junge im Gegensatz zu Batman in einem bunten Kostüm da: rot, gelb und grün. Er ist keine Fledermaus, sondern orientiert sich an einem Vogel, dem Rotkehlchen. Wie es zu dieser Kostümwahl kam, wird nicht erklärt. Obwohl Robin Batman bei seinen nächtlichen Streifzügen unterstützen soll, trägt er Farben, die nicht gerade hilfreich dabei sind, in der Dunkelheit zu verschwinden. Robin ist keine Kreatur der Nacht, er soll den Verbrechern keine Angst einjagen.

Mit dem Namen, den er von Robin Hood entlehnt hat, ist auch angedeutet, dass er sich an die Opfer richtet: Robin Hood nimmt von den Reichen, um es den Armen zu geben. Aber Robin ist keine Figur, der es um Umverteilung des Reichtums geht, sonst müsste er sich zuerst bei Bruce Wayne bedienen, sondern schlicht um Gerechtigkeit. Um Ausgleich. In dieser Geschichte ist es Batman, der von den Reichen stiehlt. Er mischt Zuccos Spielcasino auf, wirft Spieltische um und die Spieler holen sich so ihre Verluste wieder. Robin ermittelt zunächst undercover als Zeitungsjunge.

Zucco ist ein Schurke mit Charakter: Ein dicker, grobschlächtiger Boss mit Zigarre und der Macke, jeden Satz mit „see!“ beenden zu müssen. Batman macht seine Geschäfte zunichte, schickt ihm zum Gruß eine Fledermaus und lockt ihn auf eine Baustelle. Zwischen Stahlträgern kommt es zum Showdown. Robin wird spielend und lachend mit den Gangstern fertig. Er wirft einen um, den anderen knockt er mit einer Steinschleuder aus – wie David einst Goliath, der Kleine ist den Großen plötzlich überlegen, sie fallen um wie die Fliegen. Selbst als Robin einmal ausrutscht, schafft er es, sich schnell wieder aufzurappeln und einen Ganoven in die Tiefe zu stürzen. Dass zumindest dieser eine Mensch bei der Aktion sterben müsste, wird nicht problematisiert. Zwar hat Batman dem Töten abgeschworen, aber ganz sauber läuft es auch hier nicht, nur dass man keine Leichen sieht.

Robin kommt nicht dazu, sich bei Zucco selbst zu revanchieren. Es ist Batman, der ihn überwältigt, ebenso wie den Handlanger, der die Graysons auf dem Gewissen hat. Der Schurke unterschreibt ein Geständnis, Zucco rächt sich, indem er ihn hinunter schubst. Statt den anderen zu retten, macht Robin nur ein Foto von dem Mord, um einen Beweis gegen Zucco zu haben – und damit übt er eine doppelte indirekte Vergeltung für den Mord an seinen Eltern. Zucco, so verheißt ihm Batman, erwartet der elektrische Stuhl.

Am Ende fragt Bruce Dick, ob er wieder in den Zirkus zurückkehren wolle, jetzt, da seine Eltern gerächt seien. Nein, sagt er, er wolle weiter das Verbrechen bekämpfen – seine Eltern hätten es so gewollt. Bruce hat nichts dagegen. Und Dick kann das nächste Abenteuer kaum erwarten. Von Adoption ist noch nicht die Rede. Und auch nicht von Gefahr, Verantwortung und Aufsichtspflicht.

Als Figur ergibt Robin auf den ersten Blick keinen Sinn. Doch Robin ist – ähnlich wie Superman – ein buntes Pendant zu Batman. Und als solcher ergänzt er ihn nicht nur, sondern wandelt ihn auch vom grimmigen Rächer zu einem Menschen, der lachen kann. Bereits auf dem Cover sieht man Batman strahlen, auf der ersten Seite wird das Bild wiederholt. Robin bringt Batman das Lachen bei. Das Kind bringt ihm ein Stück verlorene Kindheit wieder. Obwohl beide das gleiche Unglück teilen, ist Robin dank Batman der Optimist. Er ist nicht allein, Bruce Wayne nimmt ihn auf und unterstützt ihn, er gibt ihm einen neuen Sinn im Leben, bewahrt ihn sogar vor größerem Unglück. An Dick Grayson kann Bruce all das wiedergutmachen, was er selbst nicht hatte.

Robin ist eine Identifikationsfigur für junge Leser. Dank ihm wird Batman menschlicher und zugänglicher, er hat, wie Bill Finger einst erklärt hat, jemanden zum reden. Danach wendet Batman nur noch einmal tödliche Gewalt an (in Batman #1), allerdings kämpft er darin allein, weil die Story noch ein Überbleibsel aus der Zeit vor Robin ist. Aus erwachsener Sicht bleibt Robin ein fragwürdiges Konzept. Dass ein Vigilant, der sich nachts in Lebensgefahr begibt, um auf eigene Faust das Verbrechen zu bekämpfen, ein Kind auf seinen Kreuzzug mitnimmt, ist höchst unverantwortlich. Bruce Wayne macht sich der Kindesgefährdung schuldig. Dass selbst die Polizei das akzeptiert und die beiden sich als Dynamisches Duo etablieren, ist wohl der unglaubwürdigste Aspekt.

Aber Superheldencomics gehorchen einer eigenen Logik. Und so bleibt Dick Grayson für 30 Jahre Batmans treuer Begleiter, auch im Verbund mit Superman und anderen Helden. 1983 wird Jason Todd als Nachfolger eingeführt (1987 noch einmal in einer neuen Version), und 1988 trifft die schlimmste Befürchtung ein: Der Joker tötet Robin. Batman ist am Boden zerstört. Trotzdem lässt Nachfolger Tim Drake nicht lange auf sich warten. Und als auch der sich von ihm emanzipiert hat und Jason Todd als Red Hood von den Toten auferstanden ist, wird Bruce Waynes eigener Sohn Damian zum vierten Robin, nur um ebenfalls (wenn auch nur temporär) zu sterben. Doch auch dieser Vorfall kann nichts daran ändern, dass Batman immer wieder auch mit einem Robin und anderen minderjährigen Helfern zusammenarbeitet.

>> Batman 1939-1949
>> Liste der Robin-Comics

Der Schurke der Sternzeichen

Zodiac Master

DC Comics

Titel: The Zodiac Master

Autor/Zeichner: Dave Wood/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1964 (Detective Comics #323)


Es gibt fantasiereiche Batman-Storys, es gibt verrückte und es gibt total bescheuerte. Die Grenze dazwischen ist oft dünn, ein schmaler Grat. Aber eine Story über Astrologie kann eigentlich nur in die Hose gehen. 1964 war ohnehin keine Sternstunde der Batman-Comics, die Qualität erreichte den Tiefpunkt.

Der Zodiac Master ist ein Schurke in einem hellblauen Anzug, der mit lauter astrologischen Symbolen verziert ist. Bei Bedarf kann er sie aber werfen und dann werden sie zu tödlichen Waffen: Ein Pfeil und ein Steinbock werden zu Raketen, ein Skorpion wirft Netze, ein Krebs wird zu einem fliegenden Roboter. Der Autor hat sich vom Polka-Dot Man inspirieren lassen, macht sich aber nicht mal den Ansatz einer Mühe, zu erklären, wie das funktionieren soll.

Die Story tut nicht viel zur Sache: Der Zodiac Master prophezeit ein Schiffsunglück – und es trifft ein. Dann ein Flugzeugunglück – und es stellt sich heraus, dass es beinahe eingetreten wäre. Daraufhin verkauft er seine Vorhersagen an Verbrecher, die aufgrund ihrer Horoskope auf Raubzüge gehen. Natürlich ist er nur ein Betrüger. (Und offenbar ein genialer Erfinder, sodass man sich wieder einmal fragen kann, warum er nicht einfach damit reich werden will.)

Batman spürt undercover den Schurken in seinem Geheimversteck auf und erwischt ihn schließlich mit Robin bei einem Museumsraub. Warum begeht er selbst einen Diebstahl, wenn er sein Geld sicherer mit Horoskopen verdient? Das muss uns bei dieser Story nicht wirklich interessieren …

>> Batman 1960-1969

Tom King macht 2020 mit Batman/Catwoman weiter

Batman/Catwoman DC Comics

Batman/Catwoman DC Comics

Eigentlich wollte Autor Tom King über 100 Ausgaben für die Batman-Serie schreiben. Jetzt kündigt DC an, dass er sie schon zum Dezember 2019 mit Ausgabe #85 verlässt. King beendet damit seine auf elf Ausgaben angelegte Storyline „City of Bane“, die im Juli mit Ausgabe #75 beginnt und Teil von DCs „Year of the Villain“ ist.

Im Januar 2020 soll ein neues Team die Serie übernehmen, die von da an wieder monatlich erscheinen wird, statt wie bisher alle zwei Wochen. Wer Teil des Teams sein wird, ist noch offen. King erzählt jedoch seine Geschichte mit der zwölfteiligen Maxiserie Batman/Catwoman zu Ende, die ebenfalls ab Januar erscheinen soll. Zeichner wird Clay Mann sein.

Tom King sagt: „Batman and Catwoman is a chance to do what Morrison and Quietly did in Batman and Robin: launch anambitious, accessible, beautiful, thrilling new series that concludes years of stories and defines what Batman is, can, and will be. This will be a comic about what the best Batman comics are always been about, how our greatest hero turns fear into bravery, pain into hope, trauma into love. It’s the story I always wanted to tell, and I’m telling it with the man I consider to be the greatest artist in comics, my brother Clay Mann.“

King hat die Batman-Serie seit dem sanften Reboot von DC Rebirth übernommen. Von ihm stammen die folgenden Storylines, darunter auch die umstrittene „Hochzeit“ mit Catwoman:

 

Batman 1940: Detective Comics #37

Titel: The Spies

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1940 (Detective Comics #37), Paperback 2005/2016 (Batman Chronicles Vol. 1/Batman: The Golden Age Vol. 1)


Batman hat sich verfahren. Wir wissen nicht, warum er außerhalb von Gotham auf einer einsamen Nebenstraße unterwegs ist, aber wir erfahren, dass er sich nicht zu schade ist, aus seinem schwarz-blauen Auto (noch nicht das Batmobil) auszusteigen und in einem Haus nach dem Weg zu fragen. Im Handschuhfach steckt offenbar keine Karte.

Als er einen Schrei hört, tritt er ein und sieht, wie drei Ganoven einen gefesselten Mann mit einem heißen Eisen foltern. Er soll ihnen verraten, wem er Informationen verkauft hat. Batman interveniert, schlägt die Bande zusammen. Doch kaum hat er das Opfer befreit, revanchiert sich der Mann, indem er Batman bewusstlos schlägt. Schon wieder auf den Hinterkopf! Wie schon in Detective Comics #32, 33, 35 und 36. Der Superdetektiv und Meisterathlet scheint, was das angeht, schwer von Begriff zu sein.

Batman wird ausgeknockt.

Immer wieder von hinten: Batman wird ausgeknockt.

Es ist aber nicht das letzte Mal, dass er sich in dieser Geschichte übertölpeln lässt, aber dazu später mehr. Batman stellt fest, dass der Mann seine Peiniger ermordet hat. Später geht Batman „undercover“ als Bruce Wayne in einem dubiosen Laden einkaufen, um Hinweise zu sammeln, aber kurz darauf als Batman wiederzukommen und zu sagen „I’m not buying anything this time“ ist vielleicht keine so gute Idee, wenn man eine Geheimidentität zu wahren hat.

Batmans Nachtsichtbrille

Batmans Nachtsichtbrille

Wie auch immer: Batman findet die Gauner. Als sie auf ihn schießen wollen, schaltet er das Licht aus, und während die Bösen ihn suchen, setzt sich Batman eine Nachtsichtbrille auf. Es wird nicht klar, was das soll, denn Batman zieht bald wieder von dannen. Der Anführer der Bande ermordet einen seiner Kompliten, weil er ihn für einen Verräter hält. Kaum sind sie weg, sehen wir, dass Batman sich nur versteckt hat. Der Held lobt sich selbst für seine Gerissenheit, aber vielleicht wäre es eine noch bessere Idee gewesen, den Mord zu verhindern? Egal. Der Sterbende gibt ihm den entscheidenden Hinweis: Die Gauner sind Spione, die ein ausländisches Schiff hochjagen wollen, um eine internationale Krise auszulösen.

Batman in Detective Comics 37

Erschlagen von einem Sack

Batman düst zum Hafen. Dort bekommt er erstmal einen Sack auf den Kopf geworfen. Wieder fällt er ohnmächtig zu Boden. Die Spione stecken ihn in den Sack und werfen ihn ins Wasser. Aber Batman kommt wieder zu sich und kann sich dank eines Messers im Gürtel befreien und den Anschlag auf das Schiff verhindern. Batman sagt dabei so coole Sachen wie „Come on, suckers!“ und auch so uncoole, aber auch drollige wie „Feet, run like you’ve never run before!“

Batman befreit sich mit einem Messer

Batman befreit sich mit einem Messer

Im Finale stellt Batman den Drahtzieher: Count Grutt. Der Adelige wirft ein Schwer nach ihm, Batman reißt eine Tür auf, das Schwert dringt in das Holz, Batman schlägt ihm ins Gesicht und der Graf fällt nach hinten in die Klinge, die aus der Tür heraussteht. Der Ablauf ist nicht nur sehr unwahrscheinlich, er ignoriert auch alle Gesetze der Physik. Außerdem: Warum sollte der Graf in die Tür fallen, wenn er zunächst mit dem Gesicht zu ihr steht? Es sei denn, Batman hat den Schlag mit Absicht so ausgeführt, dass er tödlich ausgeht …

Am Ende scheint es fast so, denn Batman ist zufrieden: Gut, dass der Graf tot ist, denn er hätte sonst Tausende in den sicheren Tod auf dem Schlachtfeld geschickt, sagt er im Selbstgespräch. Eine seltsame Einstellung. Vor allem wenn man bedenkt, dass die USA ein Jahr später doch in den Krieg ziehen – ganz ohne Provokation durch Spione. Jedenfalls hat Batman damit noch ein Menschenleben auf dem Gewissen. Der Tod ist ein alter Vertrauter. Reue kennt Batman nicht.

>> Batman 1939-1940

Ein Schurke für alle Jahreszeiten

Calendar Man

DC Comics

Titel: The Challenge of the Calendar Man

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1958 (Detective Comics #259)


Bruce Wayne schlägt die Zeitung auf und liest, dass ein gewisser Calendar Man Batman herausfordert. Vier Raubzüge in vier Tagen, für jede Jahreszeit einer – plus eine extra für die fünfte Jahreszeit. Nein, er meint nicht Karneval damit, auch wenn seine Kostüme durchaus darauf schließen ließen.

Die erste Jahreszeit ist der Frühling. Batman und Robin fahren zur Gartenausstellung. Dort steht er da: Ein Typ in frühlingshafter Blütentracht, der sich die Einnahmen vom Eintritt schnappt. Er entkommt und wird am nächsten Tag zu einem hitzestrahlenden Sonnenmann, der bei einem Bademodenwettbewerb den Damen einheizt. Zum Glück ist Bruce Wayne einer der Juroren. Warum Bruce Wayne? Der Mann scheint bereits – trotz seiner Asexualität – einen Ruf als Experte auf dem Gebiet zu haben.

Der Calender Man bringt erst den Pool zum Kochen, dann blendet er Batman und Robin mit einem Scheinwerfer und bringt schließlich den Bürgersteig zum Glühen. Als die Helden ihn einwickeln, haben sie nur einen Roboter gefangen.

Am nächsten Tag lässt der Schurke einen starken Herbstwind wehen und raubt einen Geldtransporter aus, während sich die Wachen die Augen reiben. Schließlich wird Calender Man zum Schneemann bei einer Diamantenausstellung. Batman folgt ihm zwar auf Skiern, aber er entkommt auf einem Schlitten mit Düsenantrieb (der allerdings mehr aussieht wie ein übergroßes Skateboard).

Batman und Robin sind gescheitert. Da entdecken sie in der Zeitung eine Anzeige für einen Magier, der nur fünf Tage in der Stadt ist. Fünf Tage? Das muss der Calender Man sein! Und so ist es auch. Batman bringt ihn mit einem Kalender zu Fall.

Der Calendar Man kehrte 1979 in Batman #312 zurück. Dann begeht er Verbrechen, die mit den Wochentagen zu tun haben. In The Long Halloween wurde er von Jeph Loeb und Tim Sale neu erfunden, 2016 tauchte er im Batman Rebirth-Special als Gegenspieler auf.

>> Batman 1950-1959

Batwoman macht sich Feinde

Noch bevor Batwoman dazu kommt, in ihrer ersten TV-Serie böse Buben zu verprügeln, muss sie sich einem viel stärkeren Gegner stellen: der Misogynie. Drei Tage nachdem der Trailer veröffentlicht wurde, gibt es zwar drei Millionen Views auf YouTube, aber die meisten User scheinen das Video nicht zu mögen. In vielen Kommentaren wird klar, warum: Weil es um eine Frau geht.

Batwoman scheint sich an der Storyline Elegy zu orientieren, die Gegnerin heißt Alice. Im Trailer erfährt man, dass Batman verschwunden ist und Kate Kane in die Bathöhle eindringt und sich bei Batmans Spielzeug bedient. Kate bittet Luke Fox (Sohn von Lucius Fox), Batmans Anzug für sie anzupassen. Er meint, der Anzug sei bereits perfekt, darauf Kate: „It will be – when it fits a woman.“

Die einen Kommentare finden die Zeile peinlich und schließen damit auf ein niedriges Niveau der Serie, aber viele geben sich dem unverblümten Frauenhass: Batwoman/Kate Kane wird in die Küche geschickt und auf ihre Periode reduziert, einige stören sich an der Tatsache, dass sie lesbisch ist (wie in den Comics), andere wittern feministische Propaganda.

Es scheint sich um eine regelrechte Kampagne zu handeln, wie man sie bereits bei Captain Marvel erleben durfte. Als der Film im März herauskam, wurde er auf Rotten Tomatoes mit so viel Schmach überhäuft, dass es die Gesamt-Userwertung stark nach unten zog (56 Prozent bei 78 Prozent Kritikerwertung). Seltsamerweise gab es das Phänomen bei Wonder Woman nicht.

Unabhängig von der Qualität von Filmen und Serien scheinen viele Menschen (Männer) ein grundsätzliches Problem mit Superheldinnen zu haben. Man könnte meinen, im Jahr 2019 müsste die Gesellschaft weiter sein. Man könnte auch meinen, Fans von Superhelden müssten etwas von ihren Vorbildern Respekt gelernt haben. Aber nein, weit gefehlt. Zu viele scheinen zu glauben, ihnen werde etwas weggenommen, nur weil eine Serie ihr Weltbild auf den Kopf stellt.

Wahrscheinlich wünschen sich diese Leute die Batwoman der 50er zurück, als sie noch eine Handtasche trug, sich mit Puder zur Wehr setzte und ständig von Batman in ihre Schranken gewiesen wurde. Aber die Zeiten sind zum Glück vorbei. Und zum Glück spiegeln Hetzkampagnen im Netz nicht immer die Mehrheitsmeinung wieder.

Die Serie erscheint im Herbst auf The CW in den USA.

Die halbe Geschichte einer geteilten Stadt

Arkham City

DC Comics

Titel: Arkham City

Autor/Zeichner: Paul Dini, Derek Fridolfs/Carlos D’Anda u.a.

Erschienen: 2012/2014 (Batman: Arkham City #1-5, Digital Chapters #1-5)


So gut die Arkham-Games auch gemacht sein können: Ich bin kein Spieler. Ich lese lieber. Das Problem ist: Zu Arkham Asylum gibt es keine Comic-Adaption, nur ein 16-seitiges Prequel. Erst die Ereignisse danach wurden in einer fünfteiligen Miniserie und fünf digitalen Comics erzählt, die zu dem Nachfolger-Spiel Arkham City überleiten. Daher wirkt der Einstieg etwas unvermittelt.

Der Joker ist zu Beginn ein zu einem Bane-artigen Mutanten aufgeblähtes Monstrum. Batman besiegt ihn dank Handschuhen, die bei jedem Schlag explodieren. Daraufhin ruft Bürgermeister Sharp Arkham City aus, ein Teil der Stadt wird zum Gefängnis erklärt, in dem sich die Insassen von Arkham Asylum und Blackgate aufhalten dürfen, bis sie von dort entlassen werden. Ehrlich gesagt verstehe ich den Sinn dieser Idee nicht, denn die Folgen sind absehbar: Die größten Schurken kämpfen um die Vorherrschaft, allen voran Joker und Pinguin. Aber vielleicht muss man es nicht verstehen, sondern es reicht zu erkennen, dass dahinter Hugo Stranges sinistrer Plan steckt, Batman zu vernichten …

Das Szenario erinnert an die Storyline No Man’s Land, nur mit dem Unterschied, dass hier die große Geschichte nicht erzählt, sondern nur vorbereitet wird. Wir sehen, wie Batman sich undercover zuerst in Jokers Gang, dann in Pinguins Gang einschleust und verhindert, dass sich die beiden mit Waffen versorgen. Wir sehen Catwoman und Poison Ivy zusammenarbeiten. Mit ausdrucksstarken Zeichnungen und knalligen Farben wird ein schönes, kurzweiliges Actionspektakel geboten, das Lust auf mehr macht.

Aber „mehr“ bedeutet in diesem Fall nur fünf kleine Kapitelchen mit Hintergrundmaterial und vor allem: das eigentliche Spiel Arkham City. Wer sich nicht in diesem Universum bewegt, ist in diesem Comic verloren. Schade eigentlich, denn während es zu Batman-Filmen stets Comicadaptionen gab, sind die Comics zum Spiel nur Beiwerk. Damit erzählt dieser Band bestenfalls nur eine halbe Geschichte.