Batman stellt sich seiner Angst

DC Comics

Titel: The Sinister Straws of the Scarecrow

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Sal Amendola

Erschienen: 1978 (Batman #296), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Scarecrow hat ein paar neue Handlanger: die Strawmen! Zwei seiner ehemaligen Studenten, Otto und Raymond. Der eine hat abgebrochen, der andere wurde rausgeschmissen. Jetzt sind sie in Sackleinen gekleidet und tragen Strohballen an Handgelenken und als Lendenschurz, während ihr Mentor etwas ganz Perfides ausheckt: ein Mittelchen, das im Hirn Phobophobia verursacht – die Angst vor der Angst.

Seit Franklin D. Roosevelts Rede zur Amtseinführung wissen die Amerikaner, dass sie sich nur davor fürchten müssen („the only thing we have to fear is…fear itself“). Aber bei Scarecrow setzt die Droge daraufhin eine individuelle Angst frei, die einer hat. Als Jonathan Crane das Gift an Otto testet, löst es eine Panik vor Batman frei – „Chiropterohomophobia“ nennt er das, womit er schwache Altgriechischkenntnisse beweist, denn die Angst vor Fledermäusen heißt „Chiroptophobia“.

Dann beginnt der eigentliche Plot: Scarecrow versetzt einen Mann in Angst, um ihn gestohlene Wertpapiere zurückgeben zu lassen. Ehrlich gesagt habe ich den Plan dahinter nicht verstanden. Muss uns auch nicht kümmern. Wichtig ist nur: Batman kommt Scarecrow auf die Spur, prügelt sich mit den Strohmännern, dabei erweist sich das Stroh als explosiv.

Batman findet heraus, wer das nächste Opfer sein soll, verkleidet sich als dieses und knockt Scarecrow und Co. aus. Doch dann wird er selbst von dem Angstgas erfasst. Er fürchtet sich davor, nicht mehr gegen das Böse kämpfen zu können. Aber zum Glück weiß Batman schnell Rat: Er kämpft dagegen an.

„I must always remember why I am the Batman! And that takes precedence over everything! It’s part of the very fiber of my being! It’s the basis of my life“, sagt er, während er Hiebe und Tritte verteilt. Am Ende will er zwar Gordon nicht verraten, was genau passiert ist, dafür aber so viel: „It was a wonderfully exhilarating experience!“ Das Schönste für Batman ist es also, sich seiner Mission zu versichern. Wir können uns zwar Schöneres denken, aber gönnen wir ihm sein Glück.

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Batman plus Wolverine gleich Dark Claw

Amalgam Comics

Im Jahr 1996 kam es zum Kampf der zwei größten Comic-Universen: DC gegen Marvel. Doch es gab nicht nur denkwürdige Duelle, die Helden verschmolzen auch miteinander – DC und Marvel verwandelten sich in „Amalgam Comics“. Superman und Captain America wurden zu Super Soldier, Batman und Wolverine wurden zu Dark Claw. 1997 wiederholten die Verlage die Reihe, allerdings ohne ein weiteres Crossover-Event.

Das Kostüm von Dark Claw vereint nicht nur das Beste zweier Welten, es ist auch typisch 90er: also völlig over the top. Jim Balent, ohnehin kein Meister von Subtilität, verleiht dem Helden eine dämonische Maske mit langen Ohren in Fledermausform, Fang- und Stoßzähnen, ähnliche Zacken krönen die Stiefel, die Klingen sind gezackt im Fledermausmuster, im Gürtel wiederholt sich die Form noch ein paar Mal, dazu gibt es gelbe Streifen auf der Hose und natürlich einen sehr sehr langen Flatterumhang.

Keine Ahnung, wie man darin kämpfen soll, aber es macht optisch natürlich einiges her – und um mehr geht es hier auch nicht. In Legends of the Dark Claw kämpft Dark Claw gegen Hyena, eine Mischung aus Joker und Sabretooth, in einer Druckerei. Sein Sidekick ist Sparrow, eine Verbindung von Robin und Jubilee und später kommt noch Huntress dazu, die einfach nur Huntress alias Carol Danvers ist. Sie findet heraus, dass Dark Claw Logan ist. Er erklärt ihr, dass er und Hyena als Killermaschinen erschaffen wurden, aber mit dem Unterschied, dass er ein Gewissen hat. Darüber hinaus wurden auch seine Eltern erschossen, als er ein Kind war – und das zweimal.

Dark Claw vs. Hyena (Amalgam Comics)

Dann finden die drei Helden heraus, dass Hyena einen Anschlag auf die Air Force One plant und versucht, es zu verhindern. Statt einfach die Behörden zu verständigen (das wäre ja viel zu einfach), dringt Dark Claw selbst ein wie einer, der nichts Gutes im Schilde führt, und versucht den Secret Service davon zu überzeugen, dass ein anderer Böses vorhat – ich hätte ihm auch nicht geglaubt. Aber zum Glück hat der Held Selbstheilungskräfte, sodass ihm der Kugelhagel nichts ausmacht. Kaum bricht Hyena aus der Toilette aus und vergiftet die Luft an Bord, findet Dark Claw eine schnelle Lösung für das Problem und dann endet es mit einem Cliffhanger – der allerdings nicht aufgelöst wird, denn eine nächste Ausgabe wurde nie gedruckt.

Damit ist klar, dass es den Machern nicht wirklich darum ging, eine ordentliche Geschichte zu erzählen, sondern bloß eine Möglichkeit durchzuspielen: eine Fusion von Batman und Wolverine. Allein darum geht es hier, um eine Fantasie, ein reines Was-wäre-wenn ohne sich aber die Mühe zu machen, es zu Ende zu denken. Das Amalgam-Projekt war nichts als ein Scherz.

Lady Talia rächt ihren Vater

Trotzdem kehrt Dark Claw ein Jahr später wieder: In Dark Claw Adventures wird aber eine ganz andere Geschichte in einem ganz anderem Stil erzählt, nämlich in der Manier von Batman: The Animated Series. Logan tritt zunächst als sein anderes Alter Ego „Patch Malone“ auf, kämpft gegen Cyborgs und lässt sich von Sparrow mit einem „Clawmobile“ wegfliegen. Die Story dreht sich um Lady Talia, die mit Lady Deathstrike fusioniert ist. Talias Vater nannte sich einst „Ra’s-A-Pocalypse“ (au weia …), Dark Claw hat sein Flugzeug abgeschossen und Talia hat versucht, ihn aus den Trümmern zu holen. Dabei nahm sie selbst so großen Schaden, dass Körperteile durch Adamantium-Prothesen ersetzt werden mussten.

Talia will sich an ihrem ehemaligen Geliebten rächen, dringt bei ihm ein und versucht, ihn zu töten. Zwar bekommen wir hier ein geschlossenes Ende, aber zu viel sollte man trotzdem nicht erwarten – man kann sich denken, wie es ausgeht …

In einem weiteren Amalgam-Abenteuer bekommt Bruce Wayne einen Auftritt als „Agent of S.H.I.E.L.D.“. Gegner ist Baron Zero (Mr. Freeze und Baron von Strucker), Bane vereint sich mit Nuke, aus Nigtwing und Moon Knight wird Moonwing. Und dann gibt es noch Bat-Thing, ein Amalgam aus Man-Bat und Man-Thing … Ich denke, wir haben’s kapiert.

Batman auf dem Pfad der Angst

DC Comics

Titel: The Scarecrow’s Trail of Fear

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Ernie Chua

Erschienen: 1975 (Batman #262)


Batman verfolgt einen Dieb namens Toomey. Als er ihn in einer Gasse erwischt, bricht der plötzlich vor Angst zusammen und stirbt. So hat sich das Batman nicht gedacht, als er schwor, Verbrecher das Fürchten zu lehren. Kurz darauf versucht ihn jemand mit einem Auto zu überfahren. Dahinter kann nur einer stecken: Scarecrow! Der hat eine Art Funkgerät entwickelt, mit dem er Menschen Angst einjagen kann.

Batman findet Scarecrow und seine Bande in einem leeren Vergnügungspark. Man versucht ihn, mit einer Granate in die Luft zu jagen, zu erschießen und mit einem Achterbahnwagen zu überfahren – nichts davon mit Erfolg. Batman knockt die Gauner so eiskalt aus, dass der Autor es auf einer ganzen Seite nicht einmal für nötig hält, es mit Text zu versehen.

Batman spürt plötzlich eine diffuse Angst und folgt dem Pfad, indem er sich zur Quelle der Strahlung begibt. Da steht Scarecrow auf einer Riesenrutsche und merkt, wie Batman sich ihm nähert, ohne sich zu fürchten. Warum? Weil Batman weiß, dass es nichts zu fürchten gibt – genauso wie Scarecrow selbst, der von seiner Erfindung ebenfalls nicht tangiert wird. Alles reine Kopfsache also.

Da kriegt es Scarecrow doch mit der Angst zu tun, der Angst vor Prügeln. Er fleht Batman auf Knien an, keine Gewalt anzuwenden und rutscht hinab in die Hände der Staatsgewalt.

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Batmans Wiedersehen mit Spider-Man

DC Comics

Titel: Batman/Spider-Man

Autor/Zeichner: J.M. DeMatteis/Graham Nolan

Erschienen: 1997 (One-shot), dt. Dino 1997 (DC gegen Marvel 16)


Im Jahr 1995 traf Batman erstmals auf Spider-Man, damals verbündeten sie sich gegen den Joker und Carnage. Zwei Jahre später kam es zur obligatorischen Rückrunde. Ra’s al Ghul will mal wieder die verderbte Menschheit ausrotten, diesmal wirklich, aber damit das klappt, sucht er sich einen Verbündeten in New York City: Wilson Fisk, den Kingpin! Ra’s schickt seine Tochter Talia los, die Fisk ein Angebot macht, zu kooperieren, aber der Kingpin arbeitet nicht mit Terroristen zusammen. Außer natürlich, sie haben zufällig eine Kur für seine todkranke Frau Vanessa im Angebot. Fisk steigt in den Flieger nach Tibet …

Batman & Spider-Man von Graham Nolan. (DC Comics)

Batman ist der Sache auf der Spur, trifft unweigerlich auf Spider-Man und nach der kurzen Ich-arbeite-allein-Routine, begleitet von einer sehr kurzen Handgreiflichkeit, kommt es zur Kooperation der Helden. Diesmal bilden sie ein außerordentlich gutes Team, wenn es darum geht, die Handlanger der Schurken zu verdreschen. Aber sie haben auch einige Überraschungen zu bieten. Dafür, dass es sich bei diesem Crossover um eine kurze Geschichte (48 Seiten) mit bescheidenem Anspruch handelt, gibt es ein paar nette Wendungen am Ende, die für das Lesen belohnen. Falls einem die flotten Sprüche von Spidey und die sauberen und dynamischen Zeichnungen von Graham Nolan nicht genug sind – einem der besten Batman-Zeichner aller Zeiten, nach meiner bescheidenen Meinung. Aber auch Spider-Man kriegt er wunderbar hin.

Batman von Graham Nolan. (DC Comics)

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Batmans böser Blick der Angst

DC Comics

Titel: Batman’s Evil Eye

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Bob Brown

Erschienen: 1969 (Detective Comics #389), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


Jonathan Crane alias Scarecrow kommt auf Bewährung aus dem Knast. Bruce Wayne persönlich hat ihm einen Job besorgt, Batman empfängt ihn am Gefängnistor, um ihm alles Gute zu wünschen, da bekommt er einen besonders festen Händedruck zu spüren. Die Vogelscheuche kann ganz gut zupacken …

Daraufhin wird das Dynamische Duo nachdenklich. Eigentlich sollte das Fledermauskostüm einst Gauner mit schlechtem Gewissen in Angst und Schrecken versetzen. (Damit ist Batman etwas wie ein Seelenverwandter von Scarecrow.) Aber das war einmal, die Zeiten haben sich geändert, sagt Batman. Aber die Menschen sind immer noch die gleichen, sagt Robin. Sie haben immer noch die gleichen Ängste, sie hätten sich bloß an den Anblick der beiden Helden gewöhnt: „Maybe we’re passé — old hat — extinct Dodos of a dying breed of crime-fighters!“ Batman gibt ihm später Recht: „My shock value — has worn off! (…) The ‚bat’s‘ psychological weapon — the power to instill fear, on sight, in the criminal mind — is gone forever!“

In Batmans 30. Jahr ist das auffallend pessimistisch. Tatsächlich steckt Batman kurz nach der Adam-West-Ära in einer Krise: Er ist eine Lachnummer, die sich totgelaufen hat. Kurz darauf wird die Figur neu erfunden: ernsthafter, ohne Bathöhle und Robin, mehr in der realen Welt zu Hause. Doch so weit sind wir hier noch nicht.

Batmans Furcht vor sich selbst

Zuvor vermöbelt das Dynamische Duo eine Bande, die Parkuhren stiehlt. Als die Batman sehen, fangen sie vor Angst an zu stammeln. Es ist ein Leichtes, sie auszuknocken. Noch krasser reagieren später Juwelendiebe – sie flehen die Polizei an, sie ins Gefängnis zu stecken, um Batmans bösen Blick („evil eye“) nicht mehr ertragen zu müssen. Der Dunkle Ritter scheint immer noch Schrecken verbreiten zu können.

Kurz darauf meldet sich Scarecrow bei Commissioner Gordon und lädt Batman zu einem Rendezvous zu zweit in einer Lagerhalle. Natürlich eine Falle, natürlich tappt Batman hinein. Kaum bricht er durchs Oberlicht, findet er sich in einem Spiegelkabinett wieder und fürchtet sich vor dem eigenen Anblick. Scarecrow hat ihm ein Gift verabreicht, das alle das Fürchten lehrt, die böse sind. Batman ist zwar nicht böse, aber da Scarecrow hinter den Spiegeln lauert und sein Gehirn bad vibrations aussendet, fällt Batmans Angstkraft auf ihn selbst zurück (logisch, oder?).

Sollte Batman fünfmal hinschauen, wird er vor lauter Angst durchdrehen. Da das Glas kugelsicher ist, kommt er nicht raus. Auch ein Laserstrahl hilft nicht. Batman bricht schließlich zusammen. Als die Tür aufgeht, verpasst er Scarecrows Handlangern den bösen Blick und sie weichen zurück. Doch statt auch Scarecrow damit auszuschalten, verbirgt Batman sein Gesicht hinter seinem Cape, um dem Schurken zu beweisen, dass Gerechtigkeit auch blind siegen kann. Am Ende verrät sich Scarecrow beim Herannahen selbst – durch das Stroh in seinem Kostüm …

Unklar bleibt, warum Scarecrow lieber alte Spielchen spielt, statt die zweite Chance zu nutzen, um sich ein neues Leben aufzubauen. Liegt wohl an dem bösen, rachsüchtigen Gehirn, das später zu einem verrückten erklärt werden wird.

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Batman trifft Bugs-Bunny-Jäger

DC Comics

Titel: Pway for Me

Autor/Zeichner: Tom King/Lee Weeks

Erschienen: 2017 (Batman/Elmer Fudd Special #1), Paperback 2018 (DC Meets Looney Tunes), Hardcover 2020 (Batman by Tom King & Lee Weeks: The Deluxe Edition)


Es hat schon alle möglichen und unmöglichen Crossover gegeben. Batman traf auf Marvel-Helden wie Spider-Man, auf Predator, Ridley Scotts Aliens und die Turtles. Im Jahr 2000 traf Superman sogar auf Bugs Bunny, was DC eine vierteilige Miniserie wert war. 17 Jahre später druckte man den Spaß nach und setzte ihn fort mit einer Reihe von Specials unter dem Titel DC Meets Looney Tunes: Daffy Duck traf auf den Joker, Wonder Woman auf den Tasmanian Devil und Batman auf Elmer Fudd, den trotteligen Jäger, der Bugs Bunny mit einer Schrotflinte jagt.

Da ich ohnehin kein großer Fan dieser Crossover bin (sie laufen immer gleich und sind selten Perlen), ich mir von solchen erst recht nicht viel verspreche und ich außerdem froh bin, Tom King als Batman-Autor loszusein, habe ich mich lange davor gedrückt, das Batman/Elmer Fudd Special auch nur anzurühren. Aber gut, ich habe dem Heft mal eine Chance gegeben. Immerhin gefällt mir das Cover. Zeichner Lee Weeks ist einfach großartig und er enttäuscht auch nicht im Inneren des Heftes.

Es gelingt ihm, die Looney Tunes in die Welt vom Batman zu übersetzen, als eine Reihe von gesellschaftlich Randständigen, die in einer tristen Bar abhängen. Wir sehen die Cartoonfiguren vermenschlicht und realistisch geerdet in einem regentriefenden, grauen, noiresken Gotham. Elmer Fudd spricht wie in den Original-Cartoons, aber er erscheint als ein Jäger, der von harten Umständen geformt wurde und sein Geld als Auftragskiller verdient. Unglücklich in Silver St. Cloud verliebt, muss er ertragen, dass sie ermordet wird – von Bugs (Bunny), einem karottenessenden Mann mit Hasenzähnen. Er will sich an ihm rächen, aber dann sagt ihm Bugs, dass ein anderer den Mord in Auftrag gegeben habe: Bruce Wayne. Also geht Elmer auf den Millionär los …

Damit ist im Grunde schon fast alles erzählt. Spoiler: Bruce überlebt. (Wie? Egal.) Batman trifft auf Elmer, es kommt zum obligatorischen Kampf, dann verbünden sie sich und noch ehe sie gemeinsam Detektiv spielen können, erklärt sich der Fall von selbst auf. Auf 43 Seiten bleibt kein Platz für viel mehr, vor allem, wenn zum Schluss noch eine Kurzgeschichte hinterhergeschoben wird, in der Batman in die Cartoonwelt von Elmer und Bugs transportiert wird, um ein kleines Quatschabenteuer zu erleben.

Nein, man muss dieses Special nicht gelesen haben. Interessant ist es höchstens, wie hier versucht wird, zwei unvereinbare Sphären miteinander in Einklang zu bringen und ich muss zugeben, dass es im Grunde gut gelingt. Als Experiment kann man es so durchgehen lassen, die Story bleibt aber oberflächlich und ohne tieferen Sinn. Und wer an Albernheiten Spaß hat, dem werden vielleicht auch die letzten Seiten gefallen.

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Tom Taylor und Andy Kubert machen „Batman: The Dark Knight“

DC Comics

Derzeit überschlagen sich die Nachrichten zu neuen Batman-Comics in diesem (Halb-)Jahr. Diese ist einen eigenen Artikel wert: Tom Taylor und Andy Kubert machen zusammen eine sechsteilige Miniserie unter dem Titel: Batman: The Dark Knight. Weil das Erinnerungen an eine gleichnamige und kurzlebige Serie, eine Reihe anderer Comics und einen Film weckt, gewinnen sie auf jeden Fall den „No-Prize“ für den uninspiriertesten Titel des Jahres. Aber vielleicht waren ja alle Ideen bereits für die Geschichte aufgebraucht, die sie uns präsentieren werden.

DC Comics

Es geht um einen alternden, nicht mehr so fitten Batman. Er trägt einen Mantel mit Stehkragen und eine Schutzbrille (was an Batfleck in Batman v Superman erinnert). Eine Tragödie führt ihn nach Großbritannien. Batman muss sich einem bislang unbekannten Gegnern stellen, dem Schurken namens Equilibrium, er verbündet sich wieder mit alten Gefährten, den Nachahmern Knight and Squire (bekannt aus Batman Incorporated), dabei geht er dem Rätsel nach, was die Botschaft „BATMAN 147“ bedeuten könnte. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit dem Gentleman Ghost.

Autor Tom Taylor hat sich bereits einen Namen gemacht mit Titeln wie Injustice und DCeased, Zeichner Andy Kubert ist ein alter Batman-Veteran mit Klassikern im Repertoire wie Batman and Son, Whatever Happened to the Caped Crusader?, Flashpoint und The Dark Knight III.

Batman: The Dark Knight soll am 13. April mit einer 26-seitigen Ausgabe beginnen.

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Neue Batman-Comics von Februar bis April 2021

DC Comics

DCs derzeitiges Event Future State wird um eine weitere Batman-Miniserie erweitert: In The Next Batman: Second Son erzählt John Ridley die Vorgeschichte von Tim Fox, dem Sohn von Luke Fox, der zum neuen Batman wird. Die Serie erscheint zunächst vom 23. Februar an wöchentlich, die ersten drei Kapitel werden im ersten Print-Heft erscheinen, das für den 6. April geplant ist.

DC Comics

Am 2. Februar soll endlich die Miniserie Man-Bat beginnen. Angekündigt war sie bereits für vergangenes Jahr. Der Fünfteiler stammt von Dave Wielgosz und Sumit Kumar. Eine Vorschau gibt es bei DC.

Im dritten Monat des Jahres wird viel los sein: Am 2. März erscheinen der bereits angekündigte One-Shot Infinite Frontier sowie die erste Ausgabe der neuen Serie The Joker. Eine neue Anthologie-Serie startet DC am 16. März mit Batman: Urban Legends.

Im März gibt es ein ungewöhnliches Crossover: Batman & Scooby-Doo Mysteries ist eine Serie, die sich an Kinder richtet. Sie soll zuerst digital in 24 Kapiteln erscheinen, dann gedruckt in zwölf Heften. Start ist am 27. März. Die Idee ist nicht ganz neu: Bereits 2018 gab es einen Zeichentrickfilm mit dem Titel Scooby-Doo & Batman: The Brave and the Bold, den ich ignoriert habe.

Im April startet eine neue Robin-Solo-Serie mit Damian Wayne. Autor ist Joshua Williamson (The Flash, Future State: Justice League, Infinite Frontier) und Zeichner Gleb Melnikov (Wonder Woman, Batman/Superman Annual). Ein zweiteiliges Prequel gibt es in einer Backstory in Batman #106 und Detective Comics #1034. Robin #1 soll am 27. April erscheinen.

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Scarecrow lehrt Batman das Fürchten

DC Comics

Titel: The Man Who Radiated Fear

Autor/Zeichner: Mike Friedrich/Chic Stone

Erschienen: 1968 (Batman #200)


Scarecrow mag wie eine Vogelscheuche aussehen, aber furchteinflößend ist er nicht gerade. Das ändert sich Ende der 60er, im Jubiläumsheft Batman #200. Jonathan Crane hat eine Angstpille entwickelt, die andere lehrt, ihn zu fürchten. Ziel sind natürlich Batman und Robin. Vorher aber probiert er das Mittel selbst aus, indem er es einen Handlanger schlucken und sich als Batman verkleiden lässt. Das Ganze passiert im Geheimversteck, dem Haystack, einer als Heuhaufen getarnten Scheune. Auch wenn Heu nicht gleicht Stroh ist: Stroh bleibt das Markenzeichen.

Als es zur ersten Begegnung mit dem Dynamischen Duo kommt, ist das vor Angst paralysiert. Doch töten will Scarecrow die beiden nicht, denn er genießt zu sehr, von ihnen gefürchtet zu werden. Zurück in der Bathöhle sagen sie Alfred, dass dieser Zustand ihr Ende sein könnte. Da erzählt ihnen der treue Butler noch einmal ihre Leidensgeschichten: Wie Bruce Wayne zu Batman wurde und Dick Grayson zu Robin. Daraufhin sind beide wieder hochmotiviert. Sie mussten sich bloß wieder auf ihre alten Traumata besinnen. „We may become afraid — again — but that won’t stop us now!“, sagt Robin. Das war wohl die schnellste Angsttherapie in der Geschichte der Menschheit.

Nach einem gemeinsamen Training starten die beiden wieder hochmotiviert durch: Sie schnappen den Joker, Killer Moth und den Pinguin. Dabei finden sie an den Schurken immer wieder Strohhalme: zwei rote, vier weiße, fünf blaue. Nach ein bisschen Grübelei, was Scarecrow ihnen damit sagen wollen könnte, finden sie ihn samt Bande beim Pelzeklauen. Angst haben sie keine mehr – bis Scarecrow ihnen in einem Spiegelkabinett versechsfacht erscheint. Batman und Robin werden wieder rückfällig.

Dann stecken die Gauner sie in eine perfide Todesfalle: Sie setzen die beiden auf Stühle und richten vier Pistolen auf sie, Fäden sind zwischen ihren Handgelenken und den Abzügen gespannt. Nur eine Bewegung und die Waffen schießen. (Außerdem erinnern Waffen und Fäden die beiden an ihre Traumata.) Die Lösung ist einfach: ducken. Dann wird geprügelt und Batman jagt plötzlich Scarecrow Angst ein, weil er ihn mit seinen Worten an den Selbstversuch vom Anfang erinnert. Dagegen hilft nicht mal ein Gegenmittel.

Ach so, was hatte es eigentlich mit den farbigen Strohhalmen auf sich? Das wird erst am Ende erklärt. Wollt ihr das wirklich wissen? Hab ich mir gedacht …

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Batmans Familie gegen ein Netzwerk von Schurken

DC Comics

Titel: Batman: Family

Autor/Zeichner: John Francis Moore/Stefano Gaudiano

Erschienen: 2002-2003 (Mini-Serie #1-8)


„It’s not blood that defines family, but the bonds of shared experience and affection.“

Kurz nach den Ereignissen von Bruce Wayne: Murderer/Fugitive steht Bruce Wayne kurz davor, Wayne Enterprises zu verlieren. Obwohl er von den Mordvorwürfen freigesprochen wurde, will ihn CEO Delilah Wagner loswerden. Batman hat derweil andere Probleme: In Gotham ist mal wieder ein neuer maskierter Rächer unterwegs. Sieht aus wie eine Art roter Predator, nennt sich aber Tracker und macht Jagd auf die Rossetti-Mafia.

Boss Rossetti beauftragt daraufhin einen anderen Vigilanten, der sich Suicide King nennt, um den Tracker aufzuhalten. Das klappt auch, aber da stellt sich heraus: Die beiden stecken unter einer Decke, das Ganze ist Teil eines Komplotts von Celia Kazantkakis, einer Immobilienunternehmerin und ehemaligen Freundin von Martha Wayne. Bruce macht sie zum Chef seiner Firma und damit beginnt das Unglück, denn ihr Ziel ist es, sich die ganze Stadt untertan zu machen

Nach und nach nimmt sie sich mit ihrem „Network“, einer Reihe von Experten und Mördern, die Mitglieder der Batman-Family vor: Spoiler, Orpheus, Black Canary, Huntress, Robin, Batgirl, Nightwing. Aber irgendwie bleibt das Meiste davon wirkungs- und belanglos. Batman findet bald heraus, dass Celia böse ist und dann sind die Fronten ohnehin klar – aber damit ist auch die Spannung völlig raus.

Batman: Family ist mit Abstand eine der langweiligsten Batman-Storylines, die ich seit War Games gelesen habe. Das Ganze ist vollgestopft mit Charakteren, aber obwohl jedem der Schurken eine Ausgabe gewidmet ist, bleiben sie einem so egal wie die Story, die formelhaft, beliebig, dialoglastig und voller uninteressanter Rückblenden ist. Im Grunde reicht es, nur die letzte Ausgabe zu lesen, da wird alles kurz vor dem Finale noch einmal zusammengefasst und jedes Batman-Familienmitglied darf sich nützlich machen, um sich bei einem der Bösen zu revanchieren.

Kein Wunder, dass die Miniserie bis heute keinen Reprint als Paperback bekommen hat. Das war vor Kurzem zwar mal angekündigt, aber dann hat es sich DC wieder anders überlegt. Gut so.

>> Batman 2000-2011