Sechs Jahre Batman-Projekt

Batman und Robin in der Kostenfalle. (Warner Bros.)

Batman ist ein weites Feld. Vor sechs Jahren kam es mir endlos vor. Dann habe ich beschlossen, das Feld zu beackern und um all das zu dokumentieren, was ich las und sah, habe ich das Batman-Projekt gegründet. Seitdem sind über 1200 Beiträge entstanden: über Comics, TV-Serien, Filme. Mittlerweile ist das Batman-Projekt im deutschsprachigen Raum nicht nur das umfangreichste Blog zu dem Thema, sondern auch ein oft aufgesuchter Leitfaden, der auf dem unübersichtlichen Feld Batman Orientierung bietet.

Die Zugriffszahlen steigen jedes Jahr. Auf diesen Erfolg bin ich stolz – und vor allem dankbar: Danke an alle Leser, danke für das großartige Feedback, das ich ständig bekomme. Das ist ein großer Ansporn, jedes Jahr wieder viele weitere Stunden dafür aufzuwenden.

Eine Neuerung als Wagnis

Anfang des Jahres habe ich die Werbung von dieser Seite verbannt. Zum einen, weil man im Netz mehr als genug davon sieht, zum anderen weil sie diesem Blog nicht gut steht. Es war ein Wagnis, denn leider kostet das Geld. 96 Euro berechnet WordPress für dieses Abo im Jahr, das sind 8 Euro im Monat, inklusive Speicher und Domain. Dahinter stand die Hoffnung, dass sich die Kosten durch die User von selbst decken werden.

Bislang hielt sich die Bereitschaft allerdings in Grenzen. Gerade einmal ein Drittel der Kosten sind gedeckt. (Leider kommt auch nicht alles Geld bei mir an: Von einem Euro Soli zieht Paypal Gebühren ab, bei einem Euro sind es 37 Cent, bei zehn Euro 60 Cent.) Ich möchte betonen: Hier geht es nicht darum, Profit zu machen. Ich verdiene hiermit keinen Cent. Meine gesamte Arbeit ist Ehrenamt. Es wäre aber schön, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Falls ihr gut findet, was ich hier mache und in den Jahren aufgebaut habe, würde ich mich über eure Unterstützung freuen.

Es bedankt sich vorab

Lukas


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Catwoman: Die Schöne und das Biest

DC Comics

Titel: Catwoman Defiant

Autor/Zeichner: Peter Milligan/Tom Grindberg

Erschienen: 1992 (One-shot)


Als Catwoman versucht, eine Kette des Gangsterbosses Mr. Handsome zu stehlen, tappt sie in eine Falle und wird fast gefangen genommen. Batman rettet ihr die Haut, bietet ihr aber an, ihm dabei zu helfen, Mr. Handsome zu schnappen. Dessen maskierte Model Army verübt nicht nur Verbrechen, er selbst zerstört auch gerne alles, was schön ist – von Kunstwerken bis hin zu Menschen, daher hat er es auf Catwoman abgesehen. Doch dann wird Batman abgelenkt und Catwoman landet in Gefangenschaft.

Sie trifft auf eine verunstaltete Bestie und die Ex von Mr. Handsome, der sie versprechen muss, sich zu rächen – doch Selina weigert sich, jemanden zu ermorden. Batman versucht derweil, Selina zu finden, indem er seine Fledermäuse auf einen Handlanger jagt, ihn also foltert. Das ist nicht nur ungewöhnlich, sondern auch ziemlich unwahrscheinlich, da Fledermäuse Menschen eher meiden. Außerdem dürfte das nicht nur gegen den Tierschutz sondern auch gegen Menschenrechte verstoßen, aber sei’s drum.

Zum Schluss findet Catwoman heraus, dass alles ganz anders ist als gedacht, und wie so oft bleibt die größte Frage: Wozu betreibt der Schurke diesen horrenden Aufwand, wenn er es viel einfacher haben könnte? Aber das Ende, in dem Catwoman Batman auf die Bestie loslässt, ohne dass er ahnt, was ihm blüht, entschädigt dann doch für eine insgesamt zwar durchschnittliche, aber dann doch nicht vergebliche Lektüre.

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Superman und wie er in die Welt kam

Superman von Jorge Jimenez (DC Comics)

Auch wenn hier, auf dieser Seite, so getan wird: Es gibt ja nicht nur Batman. Es gibt auch ein paar andere Supertypen, die ganz ähnlich aussehen und Gutes tun. Wie zum Beispiel diesen Typen in Blau, mit dem roten Umhang. Der kann sogar richtig fliegen und nicht nur so tun als ob. Und der ist auch viel stärker als Batman, auch wenn er nie eine Muckibude besucht hat. Und er gewinnt auch jede Prügelei, ohne je eine Kampfkunst im fernen Osten erlernt zu haben. Nun soll man aber nicht denken, ihm sei alles in die Wiege gelegt worden. Denn auch er hat seine Eltern als Kind verloren und auch seine Ziehmutter heißt bekanntlich auch Martha, aber darauf soll man sich nicht zu viel einbilden. Und während Batman einer Fledermaus nicht wirklich ähnlich sieht, wird der Blaue – nur weil er sich am Himmel herumtreibt – ständig mit einem Vogel oder Flugzeug verwechselt.

Wer wissen will, wie das alles mit Superman angefangen hat und sich diese genau betrachtet recht kuriose Gestalt zur Pop-Ikone gemausert hat, die immer noch Comics und Filme füllt, zu der jeder eine Meinung hat, auch wenn Batman ihm längst den Rang abgelaufen hat, der kann sich diese aufwendige, fast zweistündige Dokumentation Look Up In the Sky: The Amazing Story of Superman ansehen, die Warner Bros. auf seinen YouTube-Kanal gestellt hat.

Leider hat der Film zwei Haken: Erstens stammt er aus dem Jahr 2006 (zum Kinofilm Superman Returns), ist also nicht mehr ganz taufrisch. Zweitens wird er gesprochen von Lex Luthor alias Kevin Spacey. Wer verkraften kann, dass der Schurkendarsteller auch im wahren Leben kein Unschuldslamm ist, dem sei dieses Video zur Bildung und Unterhaltung empfohlen. Und wer danach Lust hat, die Abenteuer des Mannes aus Stahl nachzulesen, der findet hier die passende Liste:

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Batman und Riddler gegen Gentrifizierung

DC Comics

Titel: Run, Riddler, Run

Autor/Zeichner: Gerard Jones/Mark Badger

Erschienen: 1992 (Miniserie #1-3)


Gotham wird gentrifiziert: Anstelle eines Gettos soll eine Gated Community für Reiche entstehen. Seltsamerweise ist auch Bruce Wayne für die Idee, denn mit dem Projekt kommt auch das Versprechen, ein Quartier ohne Verbrechen zu erbauen. Doch dazu müssen erstmal die Armen verschwinden, die lassen sich aber nicht verdrängen und leisten Widerstand.

Die Verantwortliche heuert für die Räumung einen Trupp von Paramilitärs an, die in Super-Kampfrüstungen stecken und von der Polizei gutgeheißen wird. Leider wird der Trupp geleitet von einem ruchlosen Kerl aus der ehemaligen DDR, der mit seinen Leuten die Unliebsamen hinrichtet. Aber niemand greift ein, weil es niemanden zu kümmern scheint – niemand außer Batman. Er verbündet sich mit dem Riddler, um das Schlimmste zu verhindern.

Der Riddler ist hier auf Bewährung frei und versucht, als Sicherheitsexperte einem ehrlichen Beruf nachzugehen. Zum Beispiel, indem er Todesfallen mit Haifischbecken installiert, die man nur mit dem Lösen von Rätseln umgehen kann. Weil das niemand haben will, wird er gefeuert – und dann muss er später mit Batman diese Rätsel lösen.

DC Comics

Als wäre die Geschichte nicht schon seltsam genug, ist das Ganze auch sperrig gezeichnet, teilweise überzeichnet, der Riddler wirkt wie eine Karikatur. In den 90ern hat DC abseits der regulären Batman-Serien immer wieder Autoren und Zeichner experimentieren lassen. Run, Riddler, Run ist ein typisches Beispiel dafür. Der Dreiteiler ist weder angenehm anzusehen noch schafft es die Story zu fesseln. Der Schurke ist ein austauschbarer Fiesling, für den man sich nicht interessiert, was auch für die Nebenfiguren gilt.

Das größte Problem ist aber der Titelheld: Dafür dass das eine Riddler-Story sein soll, bekommt er viel zu wenig Raum, um sich zu entfalten. Er wird bloß als nerdig-schräger Comic Relief verheizt, der alle mit seinen ewigen Rätseln nervt, ohne aber wirklich witzig zu sein.

Insofern verwundert es nicht, dass die drei Teile bisher nicht als Paperback erschienen sind. Run, Riddler, Run ist wert, vergessen zu werden.

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Alex Ross erklärt seinen Batman

Batman von Alex Ross (DC Comics)

Kaum einer verdient das Prädikat eines Künstlers mehr als Alex Ross. Seine Gemälde sind so lebensecht, so dramatisch, so atmosphärisch und detailverliebt, dass jedes in einem Museum hängen könnte. Nein, man müsste ihm eigentlich ein eigenes Museum bauen, so viel wie er schon gemacht hat. In diesem Jahr ist er (erst) 50 Jahre alt geworden.

Nach seinem Epos Marvels für Marvel (1994), – das erschien, als Ross erst 24 Jahre alt war – illustrierte er für DC Kingdom Come, Superman: Peace on Earth, Batman: War (The World’s Greatest Super-Heroes) sowie Justice, dazu schuf er unzählige Cover.

Auf seinem YouTube-Kanal gibt er Einblicke in seine Arbeit. In diesem Video erklärt der Meister selbst, wie er an Batman herangegangen ist. Er erklärt, warum die Maske aussieht, als wäre sie nur aufs Gesicht gemalt und wie er auf das berühmte Bild von Bruce Waynes vernarbtem Rücken gekommen ist.

Spuren des Kampfes: Bruces Wayne zeigt seinen Rücken. (DC Comics)

Hier beschreibt Alex Ross, wie er zu seinem berühmtesten Joker-Bild kam, das ihn mit Harley Quinn zeigt.

 

80 Jahre Joker: Mord als Pointe

DC Comics

Titel: The Joker 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1

Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV u.a/Jock, Tony S. Daniel u.a.

Erschienen: 2020 (One-shot)


Was wäre Batman nur ohne den Joker? Was wäre der Joker nur ohne Batman? „You complete me!“, hat einst Heath Ledger gesagt. Der eine kann nicht ohne den anderen. Zwar stellt jeder Schurke auf seine Weise das Gegenteil des Helden dar, aber der Joker ist auf dem Spektrum der Antipoden am äußersten Ende: Hier der ernste, rationale Dunkle Ritter, besessen von seiner Mission, Verbrechen zu bekämpfen. Dort der unberechenbare, amoralische Clown, der zum Spaß über Leichen geht und Batman immer neu herausfordert.

Der Joker war von Anfang an kein Spaßvogel: Er war ein zynischer Terrorist, sein starres Grinsen blanker Hohn. Der alberne Clown, dem es nur um Schabernack oder gar Reichtümer ging, kam erst etwas später, bis es schier unerträglich dämlich wurde. Seit den 70ern ist er immer mehr ein Psychopath, ein Massenmörder, mal das Böse schlechthin, mal ein Nihilist, dem es um nichts geht, als sich an Batman abzuarbeiten, um ihm etwas zu beweisen. Ihr Kampf ist reiner Selbstzweck: nichts als ein krankes Spiel mit vielen Opfern.

Das wahre Problem daran: Ohne den Joker scheint es kaum noch zu gehen. Sowohl in den Comics als auch in den Filmen dominiert stets er. Gerade in letzter Zeit häufen sich die Joker-Comics, auch angefeuert durchs Kino. Aber ist nicht mittlerweile alles erzählt und gesagt? Jedenfalls wird es immer schwieriger, noch etwas Neues zu sagen, je mehr Joker-Storys es gibt. Die Figur läuft Gefahr, sich zu verbrauchen.

Jokers Schwäche und Angst

Im 100-Seiten-Special zum 80. Jahrestag versuchen es die Autoren und Zeichner trotzdem. Und das gelingt meistens sogar. Scott Snyder hat in The Black Mirror, Death of the Family und Endgame die Figur schon tief ergründet. In „Scars“ zeigt er (zusammen mit Jock) wieder die Opferperspektive: Ein Psychiater versucht einem Mann zu helfen, der vom Joker entstellt wurde – einer von vielen. Er macht ihm klar, dass die Macht des Jokers darin besteht, seine Opfer denken zu lassen, er sei mehr als nur ein Mann, sondern Ausdruck ihrer jeweils größten Angst. – Eine kluge Analyse mit einer furchterregenden Wendung.

Dass den Joker selbst eine Angst plagt, zeigt sich „The Last Smile“ (Paul Dini/Riley Rossmo). Hier träumt er immer wieder davon, dass er hingerichtet wird und dabei Batman zuletzt lacht. Und in „Kill the Batman“ (Gary Whitta/Greg Miller/Dan Mora) wird die Frage, was der Joker ohne Batman tun würde, mit einer spitzen Pointe beantwortet.

Die zwei stärksten Geschichten zeigen den Joker von ungewohnten und unerwarteten Seiten: In „Birthday Bugs“ (Tom Taylor/Eduardo Risso) zeigt der Clown eine Schwäche für Kinder, indem er einem unbeliebten Jungen Gäste zum Geburtstag beschert. In „No Heroes“ (Eduardo Medeiros/Rafael Albuquerque) hinterfragt der Joker das Heldentum eines Bankangestellten während eines Banküberfalls. Hier wird es nicht nur gesellschaftskritisch, das Ende regt auch zum Nachdenken an.

Joker als Jack Nicholson

Auf kommende Ereignisse weist Autor James Tynion IV voraus. Er führt Harley Quinns Nachfolgerin an der Seite des Jokers ein: Punchline. Sie wird im Batman-Event Joker War (Batman #95-100) eine Rolle spielen. Aber für sich genommen ist die Geschichte eine der schwächeren (wenn auch stark von Mikel Janin gezeichnet).

Und natürlich gibt es auch hier die obligatorische Meta-Story: Das Dream-Team Brian Azzarello und Lee Bermejo (Joker, 2008) vereint in „Two Fell Into the Hornet’s Nest“ Arkham Asylum mit der Anstalt aus dem Filmklassiker Einer flog über das Kuckucksnest (1975). Die Geschichte ergibt an sich wenig Sinn, aber ist vor dem Hintergrund des Films eine interessante wie skurrile Adaption, vor allem wenn man bedenkt, dass Hauptdarsteller Jack Nicholson 14 Jahre später selbst den Joker gespielt hat.

Man soll ja nicht schlecht über (jüngst) Verstorbene reden, aber die mit Abstand schwächste Geschichte erzählt leider Autorenlegende Dennis O’Neil: In „Introducing the Dove Corps“ schließt sich der Joker pazifistischen Soldaten an, die im Bürgerkrieg von Guatemala für Frieden sorgen sollen. Abgesehen davon, dass hier eine Art (unnötige) Vorgeschichte zu The Killing Joke erzählt wird, fällt die Pointe platt aus: Töten macht dem Joker am meisten Spaß. Das ist selbst gemessen an den Standards des schwärzesten Humors nicht lustig. Das ist einfach nur mies.

Revue der schönsten Joker-Momente

Aber oft enden auch andere Geschichten in diesem Heft mit Mord als Pointe. Liest man das alles am Stück, kann einem bei all dem Gemetzel schon mal mulmig werden. Nein, Anlass zum Lachen bietet der Joker immer noch eher selten. Der Joker von heute verstört vor allem durch seine Skrupellosigkeit.

Wie schon beim Catwoman-Special wird hier auch viel fürs Auge geboten: Neben einer Auswahl der ikonischsten Joker-Cover zeigt eine Reihe neuer Pin-ups von Künstlern wie Tim Sale, Kelley Jones, Ivan Reis und John Romita Jr. den Clown aus moderner Sicht. Dazu inszenieren Peter J. Tomasi und Simone Bianci in „The War Within“ den immerwährenden Kampf der Kontrahenten bildgewaltig als große Revue-Show, mit großen Momenten von The Laughing Fish, The Killing Joke bis hin zu Tim Burtons Batman-Film. Damit dürften auch altgediente Fans und Nostalgiker mit diesem Comic glücklich werden.

Hinweis: Im Oktober werden die bisher erschienen 80-Jahre-Specials in einem Paperback erscheinen: Batman: 80 Years of the Bat Family.

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Rückblicke auf die Batmobile

Das Batmobil hat sich in acht Jahrzehnten wahrscheinlich öfter gewandelt als Batman selbst. Anfangs war es nur ein ganz normales rotes Auto, dann bekam es einen schicken Fledermauskopf, Flossen und jede Menge Gadgets verpasst, bis hin zu einem eigenen Kriminallabor. Eines der ikonischsten Batmobile fuhr Adam West in der Batman-TV-Serie der 60er-Jahre und dann waren es oft die Filme, die immer kühnere Designs präsentierten: von Tim Burtons Limousine bis hin zu den Panzern von Christopher Nolan und Zack Snyder.

Zwei Dokus erzählen die Geschichte der Batmobile ausführlich nach: Wired lässt Glen Weldon, Autor des Buches The Caped Crusade: Batman and the Rise of Nerd Culture, eine halbe Stunde lang sprechen, während Warner Bros. jüngst seine einstündige Batmobile Documentary auf YouTube veröffentlicht hat, die bereits auf der Blu-ray von The Dark Knight Rises erschienen ist. Beides ist sehr sehenswert – nicht nur für Autofans. In beiden Filmen wird deutlich, wie sehr das Batmobil ein Fantasie-Auto ist. Es soll vor allem cool aussehen und möglichst viel können. Aber auf der Straße taugen die sperrigen Kisten meistens nicht viel. Aber dafür gibt es ja Fantasiewelten in Comics und Filmen: um das Unmögliche möglich zu machen.

 

Detective Comics #1027 wird zum Jubiläums-Special

Detective Comics #1027 von Andy Kubert (DC Comics)

Normalerweise feiert man Jubiläen bei schönen runden Jahreszahlen: Erst im vergangenen Jahr zum Beispiel wurde Batman 80 und dank geschickter Verlagstricks erschien dazu Detective Comics #1000 als extragroßes Special. (In diesem Jahr folgten ähnliche Specials zu Robin, Catwoman und Joker.)

Am 15. September erscheint nun Detective Comics #1027 und das müsste keinen besonders interessieren, aber weil die Zahl 27 eben eng mit Batmans erstem Erscheinen verbunden ist, nimmt DC das wieder zum Anlass, die Nostalgie mit einer 144-Seiten-Extra-Ausgabe zu bedienen.

Enthalten wird Detective Comics #1027 Kurzgeschichten mit Betonung auf „Detective“. Sie stammen von bekannten Größen, darunter vielen Batman-Veteranen, aber auch namhaften Autoren, die bisher noch nicht am Dunklen Ritter gearbeitet haben: Greg Rucka/Eduardo Risso, Grant Morrison/Chris Burnham, Tom King/Walt Simonson, James Tynion IV/Riley Rossmo, Peter J. Tomasi/Brad Walker, Dan Jurgens, Marv Wolfman/Emanuela Lupacchino und Bill Sienkiewicz, Brian Michael Bendis/David Marquez, Mariko Tamaki/Dan Mora, Scott Snyder/Ivan Reis, Kelly Sue DeConnick/John Romita Jr und Klaus Janson, Matt Fraction/Chip Zdarsky.

Darüber hinaus wird das Heft „Tribute-Art“ von Zeichnern wie José Luis García-López, Jamal Campbell, Lee Bermejo, Jorge Jiménez und anderen enthalten. Neben dem Cover von Andy Kubert erscheinen zehn Variant Cover.

Detective Comics #1027 soll 9,99 US-Dollar kosten.

Die bisher erschienen Jubiläums-Specials werden im Oktober in einem Paperback versammelt: Batman: 80 Years of the Bat Family.


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Batman-Autor Dennis O’Neil ist tot

Ra’s al Ghul, Joker, Two-Face von Dennis O’Neil und Neal Adams. (DC Comics)

Der langjährige Batman-Autor und DC-Redakteur Dennis O’Neil ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das berichtet Gamesradar und beruft sich dabei auf O’Neils Familie. „Denny“ O’Neil hat seit den 60er-Jahren Comics geschrieben, zuerst für Marvel und Charlton, dann für DC.

O’Neil, geboren im selben Jahr wie der Dunkle Ritter, war der bedeutendste Batman-Autor der 70er. Zusammen mit Zeichner Neal Adams hat er den Joker und Two-Face modernisiert sowie die Figuren Ra’s al Ghul, Talia al Ghul, Leslie Thompkins und später auch Azrael geschaffen.

Ebenfalls mit Neal Adams hat er Green Lantern und Green Arrow zusammengebracht und auf eine sozialkritische Reise durch die USA geschickt. Nach einer Rückkehr zu Marvel war er von 1986 bis 2000 als Redakteur für DC tätig.

Von O’Neil stammen auch mehrere klassische Storys aus der Serie Legends of the Dark Knight, darunter Shaman, Venom und Images. Zu seinen weiteren Werke gehören:

Noch bis ins hohe Alter hat Dennis O’Neil Kurzgeschichten geschrieben, zuletzt auch eine für das Jubiläums-Special The Joker 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1.

Das Ei des Riddlers

DC Comics

Titel: When Riddled by the Riddler

Autor/Zeichner: Doug Moench/Don Newton

Erschienen: 1983 (Batman #362), Paperback 2015 (Batman Arkham: The Riddler)


Der Riddler versucht sich in Resozialisierung: Als Aushilfe eines Winzers hat er die ehrenvolle Aufgabe, jeden Tag Weinflaschen umzudrehen. Doch an Resozialisierung hat der Riddler gar kein Interesse – er heckt dort bloß seinen nächsten Coup aus. Als ihm endlich eine Idee kommt, haut er ab, steigt ins grüne Kostüm und schickt Commissioner Gordon ein goldenes Gänse-Ei mit der Aufschrift „MA“.

„Ma Goose“ – also Mother Goose, das deutet auf einen gleichnamigen Vergnügungspark hin. Aber Vergnügungspark – das riecht eigentlich sehr nach Joker. Und als Batman dort eintrifft, sieht man auch die fidelnde Katze, die an eine Catwoman-Story erinnert, und Humpty Dumpty, der auch Erinnerungen an Alice im Wunderland weckt und an den Mad Hatter denken lässt. Der Riddler bewegt sich also in fremden Gefilden, um nicht zu sagen: Er schmückt sich mit fremden Federn. Tatsächlich springt er dann aus Humpty-Dumpty-Ei wie ein Springteufel, was wiederum an Jokers Masche erinnert und dann schießt er mit einem Maschinengewehr auf Batman.

Busfahrt mit Maschinengewehr

Der Riddler, der einige Jahre zuvor noch gegen das Töten geträubt hat, ist nun wieder nicht mehr ganz so abgeneigt, seinen Spielkameraden zu erledigen, bevor das Spiel vorbei ist. Batman verliert die Spur. Im Gordons Büro lässt Harvey Bullock inzwischen Riddlers Ei fallen und es kommt das eigentliche Rätsel zutage. Über einige Ecken kommen Batman und Gordon darauf, dass der Riddler eine Game-Show namens „Enigma“ überfallen und den Hauptpreis erbeuten will.

Ein Plan, der zunächst aufgeht. Nur für die Flucht hat sich der Riddler nichts Besseres einfallen lassen, als in einen (voll besetzten) Omnibus zu steigen. Das ist höchstens gut für ein Wortspiel mit „Re-Bus“, aber nicht um vor Batman abzuhauen, der mit Gordon im Auto hinterjagt. Batman springt aufs Dach, der Riddler schießt ein paar Löcher hinein – gerade groß genug, dass Batman eine Rauchkapsel hineinwerfen kann. Und so erweist sich Riddlers grandioser Plan mal wieder als schneller Rohrkrepierer. Wäre er mal lieber beim Flaschendrehen geblieben.

Ein anderer Riddler, ein anderer Bullock

Für einen kurzen Moment gibt es in dieser Ausgabe einen Riddler mit grünem Bowler und Jackett zu sehen – ein Stilwechsel, den der Schurke erst wieder 1990 in Batman #452 (Dark Knight, Dark City) vollziehen wird. Aber dann wird er auch ein radikal anderer Schurke sein.

Übrigens: In dieser Ausgabe sieht man einen anderen Harvey Bullock, als man ihn heute kennt. Hier ist er noch ein korrupter Polizist, der für Bürgermeister Hamilton Hill James Gordon aus dem Amt drängen will. Eingeführt wird er in Batman #361 (1983) – allerdings taucht ein Harvey Bullock schon 1974 in Detective Comics #441 auf, eine komplizierte Geschichte für ein anderes Mal …

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