Batman sucht sein Cape

DC Comics

Titel: The Great Bat-Cape Hunt

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Batman #101), Hardcover 2022 (Batman: The Silver Age Omnibus Vol. 1)


Einmal hat jemand herausgefunden, dass Bruce Wayne Batman ist. Er schickte dem Helden ein Cape und nähte die Botschaft auf einem Zettel ein. Zum Glück bedeutete das nicht das Ende der Karriere, denn bald darauf war der Mann tot … Etwas suspekt, wenn Bruce das so erzählt, aber sprechen wir ihn im Zweifel frei – aus Mangel an Beweisen.

Jedenfalls bricht dann Hurrikan Hannah über Gotham ein und das Dynamische Duo fährt los, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Als Batman gerade sein Leben riskiert, um ein loses Schild einer Drogerie zu sichern, fliegt ihm sein Cape davon. Das Dumme ist nur: Alfred hat die Capes vertauscht – es ist das mit dem Hinweis auf Batmans wahre Identität!

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Zurück zur Welt von Flashpoint

DC Comics

Titel: Flashpoint Beyond

Autor/Zeichner: Geoff Johns, Jeremy Adams, Tim Sheridan/Eduardo Risso, Xermanico

Erschienen: 2022 (Flaspoint Beyond #0-6), Paperback 2022


Flashpoint ist eines der wenigen Events, die ich gern gelesen habe und guten Gewissens weiterempfehlen kann. Es handelt von einem alternativen DC-Universum, in dem Flash (Barry Allen) den Mord an seiner Mutter verhindert hat, dadurch aber eine völlig neue Zeitlinie mit einer dystopischen Welt entstanden ist, in der Aquaman und Wonder Woman mit ihren Armeen Krieg gegeneinander führen, Superman eingesperrt und Thomas Wayne ein mörderischer Batman ist. Der Nachteil: Leider wurde diese coole Batman-Version viel zu kurz abgehandelt. Weil das viele auch so sahen, kam sie später wieder, in The Button sowie in Tom Kings Storyline (wo sie verheizt wurde), nun kriegt sie eine weitere Miniserie: Flashpoint Beyond.

Doch eigentlich ist „Flashpoint“ Geschichte. Das merkt auch Thomas Wayne: Eigentlich dürfte er nicht existieren, zusammen mit seiner untergehenden Welt. Also versucht er, aus Barry Allen mit Blitz und Chemiecocktail den Flash zu machen, scheitert aber, weil ihm ein Attentäter in die Quere kommt. Barry stirbt. Auch Richter Harvey Dent wird ermordet. Ein gewisser „Clockwork Killer“ ermordet Zeitreisende und hinterlässt Teile eines Uhrwerks in ihren Leichen.

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Batman-Rückblick 2022 und Vorschau auf 2023

Cover zu Beyond the White Knight, World’s Finest und The Knight. (DC Comics)

Im vergangenen Jahr bewegte uns vor allem Robert Pattinson als The Batman im Kino. Der Film kam sehr ambitioniert daher, doch ließ er bei mir nicht viel zurück, erst recht nicht das Bedürfnis, ihn noch mal zu schauen. Zu viel wirkte wie schon mal gesehen. Erinnerungswürdige Szenen sind selten.

Als Comic beeindruckte mich vor allem The Imposter, das im Geiste des Films geschrieben und gezeichnet war. Allerdings war der Band weit entfernt von einem perfekten Leseerlebnis. Da kommt Robin & Batman von Jeff Lemire und Dustin Nguyen schon näher heran – und damit ist er mein Batman-Comic des Jahres. Lesenswert ist auch Jocks One Dark Knight geraten, sowie zumindest zwei Ausgaben der One Bad Day-Reihe: Penguin und Mr. Freeze. Nächstes Jahr bringt Panini die Reihe auf Deutsch heraus, während DC mit teuren Hardcover-Editionen nachlegt, die man sich einzeln kaufen muss.

Ansonsten waren die Highlights eher rar. Dafür wurden wir überflutet mit dem Clown Prince of Crime. Die Joker-Serie von James Tynion flachte mit dem zweiten Band ab, Jokers Puzzlebox wollte viel bieten, enttäuschte aber genauso wie das dritte Crossover mit Spawn.

Gestorben sind in diesem Jahr etliche Legenden: Neal Adams, George Pérez und Tim Sale und Alan Grant. Außerdem trauern wir um Batman-Sprecher Kevin Conroy, der am 10. November mit nur 66 Jahren gestorben ist. Er war die Stimme aus Batman: The Animated Series, Batman Beyond und etlichen Filmen.

Nächstes Jahr erwarten uns als Highlights zwei Batmen im Kino, nämlich Michael Keaton und Ben Affleck in The Flash (Juni 2023). Eigentlich sollte Keaton auch schon in Batgirl auftreten, doch der Film wurde – obwohl fast fertig – von Warner Bros. einfach einkassiert. Der Fall ist symptomatisch für das Chaos, das DC seit Jahren mit seinen Filmen veranstaltet. Eine Fortsetzung von Man of Steel wurde angekündigt, es gab sogar einen Cameo von Henry Cavill am Ende von Black Adam, dann wurde es kurz darauf wieder abgesagt. Ebenso die geplante Wonder-Woman-Fortsetzung, dafür sollen ganz andere Filme kommen. Wer weiß? Wen juckt’s? Denn bisher waren die Kino-Highlights selten.

Neue Batman-Comics 2023

Batman: Failsafe (DC Comics)

Bis es im Kino wieder was zu sehen gibt, vertreiben wir uns die Zeit mit Lesen. Im März erwartet uns neben Mark Waids World’s Finest Vol. 1 der erste Band von Chip Zdarskys Batman-Run (Failsafe). Sein Zehnteiler über Bruce Waynes Anfänge, The Knight, erscheint (mal wieder) in zwei Hardcover-Bänden, der erste im Juni, auf Deutsch kann man den ersten bereits unter dem Titel „Die Reise“ kaufen. Ebenfalls im Juni erscheint Sean Murphys Beyond the White Knight (dt. Die Zukunft des Weißen Ritters).

Außerdem ist mit Sammelausgaben zu Batman & The Joker: The Deadly Duo und Riddler: Year One zu rechnen.

Carlsen

Der Carlsen-Verlag hat eine „Graphic Novel Biografie“ angekündigt: Bill Finger: Der wahre Schöpfer des Dunklen Ritters. Erscheinen soll sie im August. Geschrieben wird sie von Julian Voloj, der bereits Joe Shuster eine Comic-Biographie gewidmet hat. Marc Tyler Nobleman hat schon 2012 ein illustriertes Buch über Finger veröffentlicht: Bill the Boy-Wonder. Auf dieser Grundlage ist mit ihm die sehenswerte Doku Batman & Bill entstanden.

Das Batman-Projekt wird sich 2023 in einer Reihe Killer Croc widmen, der 40 Jahre alt wird. Ich habe schon oft über ihn geschrieben, auch wie alles begann, habe ich bereits ausführlich erzählt. Nun schaue ich mir weitere Storys mit ihm an. Dann bleiben mir noch etliche One-Shots aus den 90er- und Nuller-Jahren zu besprechen sowie eine Begegnung zwischen Batman und Tarzan. Und auf eines habe ich schon lange Lust: die Serie Legends of the Dark Knight. Aber vielleicht ist die auch etwas für 2024, wenn dieses Blog zehn Jahre alt wird – und Batman 90.

Weitere Titel 2023:

  • The Joker Vol. 3 (Februar)
  • Batman Vol. 1: Failsafe (März)
  • Batman/Superman: World’s Finest Vol. 1 – The Devil Nezha (März)
  • I Am Batman Vol. 2 (März)
  • Batman/Spawn: The Deluxe Edition (April)
  • The Jurassic League (April)
  • Detective Comics Vol. 4: Riddle Me This (April)
  • Poison Ivy Vol. 1: The Virtuous Cycle (Mai)
  • Batman: Fortress (Juni)
  • Batman vs. Robin (Juli)
  • Gotham Knights – Gilded City (Juli)
  • Batman & The Joker: The Deadly Duo (September)

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Batman/Spawn: Duell Nummer drei

DC Comics

Titel: Batman/Spawn

Autor/Zeichner: Todd McFarlane/Greg Capullo

Erschienen: 2022 (One-shot)


Batman trifft Spawn – zum dritten Mal. Das erste Mal (1994) war legendär, das schrieb Frank Miller. Das zweite (ebenfalls 1994) weniger. Ein dritter Versuch (Inner Demons) wurde 2006 angekündigt: Spawn-Erfinder Todd McFarlane (der auch schon Batman gezeichnet hat) sollte die Story schreiben, Greg Capullo (der Spawn illustriert hatte) sollte zeichnen. Doch das Projekt kam nie zustande. Nun wird es nachgeholt. Capullo hat mittlerweile mit Scott Snyder einen vielgelobten Batman-Run hingelegt. Was kann da noch schief gehen? Einiges.

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Weihnachtseinkäufe ohne zu bezahlen

DC Comics

Titel: Memories and Forfeits/How the Grifter Stole Christmas

Autor/Zeichner: Scott Brian Wilson, Derek Fridolfs/Skylar Partridge, Dustin Nguyen u.a.

Erschienen: 2022 (Grifter Got Run Over by a Reindeer)


Uns liegt noch die unsägliche Serie Batman/Catwoman schwer im Magen, da wird schon wieder eine Geschichte rund um ein Weihnachtslied erzählt. Diesmal: „The Twelve Days of Christmas“. Nicht das Beste, etwas nervig, diese ganze Aufzählerei, was die Geliebte da alles schickt – aber das dürfte bereits andeuten, worauf es hier hinausläuft.

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Batman und der Grendel-Terminator

DC Comics

Titel: Batman/Grendel: Devil’s Bones/Devil’s Dance (dt. Teufelsknochen/Teufelstanz)

Autor/Zeichner: Matt Wagner

Erschienen: 1996 (#1-2), dt. Speed 2000 (2 Teile)


Drei Jahre nach Batmans erster Begegnung mit dem Schurken/Antihelden Grendel gab es noch ein Crossover. Doch diesmal ist Hunter Rose alias Grendel tot. Seine Gebeine werden in Gotham ausgestellt, zusammen mit anderen Exponaten, die an Batman-Schurken erinnern. Die Ausstellung ist umstritten, steht unter dem Verdacht, das Böse zu verehren. Kritiker befürchten das Aufkommen eines neuen Grendel, es gibt sogar Bombendrohungen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch.

Da fällt im Museum plötzlich eine Schraube aus einer Kuppel, trifft auf den Laser einer Sicherheitsanlage und bringt Grendel-Prime, einen Killer-Cyborg aus der Zukunft her. Der ballert erst mal wild herum und tötet ein paar Polizisten. Batman stürzt sich in den Kampf, doch der Cyborg scheint unbesiegbar – und kann entkommen …

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Es schneit Geschenke über Gotham

DC Comics

Titel: Christmas by Gaslight/Holidays Beyond

Autor/Zeichner: John Layman, Derek Fridolfs/Dani, Dustin Nguyen

Erschienen: 2020 (DC’s Very Merry Multiverse #1)


Wie feiert eigentlich das Multiversum Weihnachten? Auf Erde-19 ist der Steampunk-Batman aus Gotham by Gaslight zu Hause. Der hatte einst mit Jack the Ripper zu tun, jetzt jagt einen Gauner namens Eel O’Brian (Plastic Man), der seinen Körper in jede erdenkliche Form ändern kann, zum Beispiel eine Parkbank – oder eine Kutsche. Denn Eel hat es auf die Weihnachtsspenden des Millionärs Rothchild abgesehen. Schon braust er damit davon …

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Batman/Catwoman: Ein hohles Weihnachtgeschenk

DC Comics

Titel: Batman/Catwoman

Autor/Zeichner: Tom King/Clay Mann, Liam Sharp

Erschienen: 2021-2022 (#1-12, Special #1), Hardcover 2022; dt. Panini (4 Bände)


„None of this is a revelation.“ (Batwoman)

Wenn es eine Batman-Geschichte gibt, die sich unendlich anfühlt, dann ist es die, die uns Tom King erzählt. Für alle, die es verpasst haben: 86 Ausgaben lang quälte er uns mit einer Storyline mit Bane und Catwoman, es kam zur Hochzeit, dann doch nicht, dann doch – und dazwischen gab es unfassbar viel Geschwätz und Geschmachte. Wir hatten es bereits hinter uns, da schickte Mr. King noch eine zwölfteilige Serie hinterher, die alles zu Ende erzählen sollte – weil 86 Ausgaben nicht reichen, wenn man darin zu viel trödelt.

Also gut, dann noch mal Batman/Catwoman. 272 Seiten. Letzte Chance. Ich würde lügen, wenn ich sagte, ich gehe da unvoreingenommen ran, aber die Zeichnungen von Clay Mann sind schon mal eine Augenweide, also versuche ich es mal.

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One Bad Day: Zweite Chance für Mr. Freeze

DC Comics

Titel: Batman: One Bad Day – Mr. Freeze

Autor/Zeichner: Gerry Duggan/Matteo Scalera

Erschienen: 2022 (One-shot)


Kann ein Mensch sich ändern? Kann ein Krimineller sich bessern? Wenn man sich die Schurken ansieht, mit denen Batman immer wieder zu tun hat, kann die Antwort nur auf ein fatalistisches Nein hinauslaufen. Der Grund ist klar: Die Schurken müssen ja immer wiederkehren, damit es Geschichten mit ihnen gibt. Doch was ist, wenn man sie zur Abwechslung nicht nur wegsperren, sondern ihnen eine zweite Chance gäbe?

Batman und Robin versuchen das mit Mr. Freeze. Als sie ihn mal wieder auf frischer Tat bei einem Raub erwischen, fahren sie mit ihm nicht zur Polizei, sondern zu einem Labor und stellen es ihm für seine Forschung zu Verfügung. Hier kann er so lange herumexperimentieren, bis er ein Heilmittel für seine Frau Nora gefunden hat, die noch immer im Kälteschlaf ihrer tödlichen Krankheit entgeht.

Doch die Sache geht schief, Victor Fries scheitert und zerstört das Labor. Batman legt sich eine Hitzerüstung an und auf geht’s in den finalen Kampf: Feuer gegen Eis.

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Zeit totschlagen mit Batman

DC Comics

Titel: Batman: Killing Time

Autor/Zeichner: Tom King/David Marquez

Erschienen: 2022 (Miniserie #1-6), Hardcover 2022


„What does anyone gain or lose from reading a story? (…) Nothing.“ (Riddler)

Riddler, Catwoman, der Pinguin und Killer Croc überfallen eine Bank. Schnell wird klar: Croc ist nur das Ablenkungsmanöver für Batman, eigentlich geht es nicht ums Geld, sondern um etwas viel Wertvolleres, das weit unten aufbewahrt wird – einen geheimen Schatz von Bruce Wayne. Der Riddler schlägt den verbündeten Pinguin fast tot, dann haut er mit Catwoman ab, um sich mit dem Käufer der Beute zu treffen. Was ist die Beute? Eine faustgroße Box. Und was ist drin? Das Auge von Jesus. (Oder das von Athene, wer weiß?)

Batman jagt den beiden hinterher, verfolgt wird er von einem alten Mann, der sich nur The Help nennt und für den Pinguin arbeitet. Dieser Helfer wirkt sehr kultiviert, geht aber über Leichen und ist Batman im Kampf ebenbürtig, denn er hat bei denselben Leuten gelernt. Das ist bereits die interessanteste Figur. Die andere Neue ist eine US-Beamtin, die in jedem Satz fünfmal flucht. Also verdammt viel. Es wäre vielleicht sogar witzig, wenn DC nicht jedes Mal die Obszönitäten zensieren würde. Die USA müssen ja vor allem in moralischer Hinsicht verteidigt werden. Aber so verbraucht sich der Running Gag schnell. (Und das Prinzip kennt man schon vom Autor.)

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