Batman und Green Arrow verhindern eine Pandemie

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DC Comics

Titel: Batman/Green Arrow: The Poison Tomorrow

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Michael Netzer

Erschienen: 1992 (One-shot)


Batman hält den Mediziner Dr. Parsons vom Randalieren ab. Da taucht Green Arrow auf und teilt ihm mit, dass vor zwei Tagen dieser Irre seine Freundin Dinah (Black Canary) gebissen hat. Parsons hat eine ansteckende Krankheit, die Ausschlag verursacht und tödlich enden kann – und angeblich auch das Gegenmittel dafür.

Die Krankheit hat ihm Poison Ivy eingebrockt, die ein laufender Giftcocktail ist. Ein Pharmaunternehmer namens Fenn hat sich mit ihr verbündet, um die ganze Welt zu infizieren und dann mit dem Impfstoff noch reicher zu werden, weil 500 Millionen Dollar offenbar zum Leben nicht genügen. Doch Ivy hat ihre eigene Agenda …

Poison Ivy als böse Verführerin

Zugegeben: Beim ersten Lesen vor ein paar Jahren war ich nicht angetan von dieser Geschichte. Ich habe sie nicht mal für besprechenswert gehalten. Und ein Meisterwerk ist sie sicher nicht. Aber beim zweiten Lesen (und geringen Erwartungen) hatte ich meinen Spaß an den kleinen Seitenhieben von Green Arrow gegen Batman (etwa ob er nie seine Maske auszieht oder nicht den Fahrstuhl benutzt), an den dynamischen Zeichnungen sowie an Batmans Teufelshörnern und seinem eigenwilligen Cape, das an William-Blake-Gemälde erinnert.

Außerdem gibt es noch Anzüglichkeiten, die so eindeutig zweideutig sind, dass sie nichts mehr der Phantasie überlassen, wie man hier sehen kann:

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Poison Ivy in eindeutiger Position. (DC Comics)

Wer hier Sexismus schreit, verkennt, dass hier die Grenzen des Comics Codes ausgereizt wurden, der damals immer noch galt. The Poison Tomorrow ist ein Comic für Erwachsene. Poison Ivy erscheint hier als besonders böse Verfüherin, die sich als neue Eva eines neuen Garten Eden erträumt, sobald sie die zerstörerischen Menschen beseitigt hat – oder dafür gesorgt hat, dass sie sich gegenseitig auslöschen. Sie macht selbst vor Kindern nicht Halt.

Auch wenn die Realität natürlich weit entfernt ist von dieser überzogenen Fiktion, passt diese Geschichte gut in die Gegenwart, in der Pharmakonzerne verhindern, dass Impfdosen an arme Länder verschenkt werden, um ihre Profite zu steigern.

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Justice League jagt Santas Mörder

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DC Comics

Titel: The Man Who Murdered Santa Claus 

Autor/Zeichner: Len Wein/Dick Dillin

Erschienen: 1974 (Justice League of America #110)


Batman und Superman wollen an Heiligabend zusammen mit Santa (Simpson) Geschenke an Waisenkinder verteilen, da geht eine Bombe hoch und tötet Santa. Der Täter hinterlässt ein Gedicht mit der Drohung, einen ganzen Häuserblock in die Luft zu jagen, dazu einem Schlüssel mit einer roten Schleife. Einen Schlüssel. Einen SCHLÜSSEL, kapiert?! Also fragt gar nicht erst, wer der Schurke ist.

Batman und Superman trommeln die Justice League zusammen. Leider ist Flash gerade in der Zukunft unterwegs, Atom erkundet ein Miniaturuniversum (sehr bezeichnend: sie sind außerhalb von Zeit und Raum, um sich um Weihnachten zu kümmern), Elongated Man geht mit seiner Frau tauchen und Aquaman ist meist ohnehin untergetaucht. Übrig bleiben nur Red Tornado, Green Arrow, Black Canary und Green Lantern (John Stewart).

Bankrotterklärung der Superhelden

Die Spur führt nach St. Lois, Missouri. Jetzt müssen unsere Helden nur noch herausfinden, wo der Schlüssel passt. Normalerweise würde jetzt Flash blitzschnell alle Türschlösser ausprobieren, stattdessen macht Green Lantern einen Geigerzähler aus dem Schlüssel, der ausschlägt, wenn Red Tornado damit an der richtigen Tür vorbeifliegt. Irre, was radioaktive Strahlung alles kann.

Die richtige Tür liegt in einem Elendsviertel. Drei arme Kinder bitten die JLA um Kleingeld, aber leider haben die Helden in ihren Kostümen keine Taschen, in denen welches stecken könnte. Green Lanterns Ausrede ist der gewichtigste Satz in dieser Geschichte. Green Arrow hat einen Pfeil für jede Gelegenheit, Batman hat einen Allzweckgürtel aber keiner trägt auch nur einen lausigen Dollar bei sich? Es ist eine buchstäbliche Bankrotterklärung der Superhelden: Keiner kann am Weihnachtsabend bedürftigen Kindern helfen. GL darf nicht mal seinen Ring benutzen.

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Spende für arme Kinder? Leider hat Green Lantern kein Geld dabei. (DC Comics)

Also macht man das, was man am besten kann: Man stürzt sich ins Abenteuer. Wobei das wörtlich gemeint ist: Kaum haben die Helden das Haus betreten, fallen sie in den Abgrund, tappen dann von einer Todesfalle in die nächste – und sterben. Superman durch eine rote Sonne, Black Canary durch eine Drehorgel, Batman wird von einer riesigen Christbaumkugel verschluckt (auch ein Zitat aus der Serie The Prisoner) und dann gehen riesige Zinnsoldaten auf die anderen los …

Weil bei all dem keine Zeit für Detektivspiele bleibt, erfahren wir direkt, wer der Übeltäter ist: der Key! Der Mann mit dem Schlüsseltick. Der wurde zwar zu Lebenslänglich verurteilt, ist aber rausgekommen, weil er todkrank ist – Weihnachten ist seine Deadline. Also rächt er sich an der JLA für seine bisherigen Niederlagen.

Geschenke für die Armen

Doch plötzlich stehen sie alle vor ihm, auch die vermeintlich Toten, denn der Phantom Stranger kommt wie Kai aus der Kiste gehüpft und erklärt, er habe die anderen gerettet. Das verdiene aber keine Anerkennung, denn er habe nur das getan, was die anderen auch ohne ihn geschafft hätten. Womit er Recht hat – nur ist das eben eine ziemlich billige Lösung, aber da wir schon kurz vorm Ende stehen, bleibt keine Zeit mehr für Ausführlichkeiten.

Der Key entkommt, das Elendsviertel wird gesprengt, aber Green Lantern dämmt nicht nur die Explosion ein, er baut auch sofort alle Häuser wieder auf, sodass sie wie neu sind. Damit umgeht er sein Ringverbot und rettet die Ehre der JLA – sie konnten sich doch irgendwie nützlich machen. Na ja, wenigstens einer von ihnen, denn der Rest steht nur blöd in der Gegend rum.

Dass der Mörder von Santa nicht zur Rechenschaft gezogen wird, scheint niemanden zu kümmern. Zum Schluss bekommt noch Red Tornado ein Geschenk: ein neues Cape, designt und genäht von Black Canary. Er braucht zwar nicht wirklich eins, aber so lernt der Roboter, worum es an Weihnachten geht: ums Geben. Damit ist auch die kapitalistische Botschaft des Festes gewahrt.

In diesem Sinne: Frohe Weihachten!

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Der Batman-Jahresrückblick 2021

DC Comics
So sehr die Welt sich verändert, so variabel Batman auch ist, Batman bleibt am Ende doch Batman. Eine Konstante, auf die Verlass ist. Daher greift man auch gern in Krisenzeiten zum Comic, nicht unbedingt aus Eskapismus heraus, sondern auch wegen der Gewissheit, dass am Ende alles gut ausgehen wird. Menschen brauchen Hoffnung. Der Irrsinn in den Comics kann ohnehin kaum mit dem Irrsinn der Realität mithalten. So viel zur Neujahrsansprache. Die Hoffnung des Batman-Lesers besteht aber auch darin, dass er gut unterhalten und immer wieder neu überrascht wird. Das vergangene Jahr hat da leider nicht viel geboten. Für mich bleibt die Erkenntnis: Auch wenn ich oft beklagt habe, dass der Joker zu häufig vorkommt, sind die Batman-Comics des Jahres für mich ausgerechnet die mit dem Joker. Das gilt zwar nicht für den Joker War, aber dafür für die außerkanonischen Comics, vor allem die von DC Black Label: Da wäre zum einen Jeff Lemires Killer Smile, der dank Andrea Sorrentino (vielleicht der aufregendste Comiczeichner der Gegenwart) neue Maßstäbe in Sachen Horror setzt (auch lesenswert: Gideon Falls). Das Einzige im Continuity-Bereich, das mir außerordentlich gefallen hat, war der erste Band der Serie The Joker von James Tynion IV – aber vor allem, weil es keine Joker-Story ist, sondern eine James-Gordon-Story im Stil von Batman: Year One.
Joker/Harley: Criminal Sanity
DC Comics
Ebenfalls gut unterhalten fühlte ich mich von den Harley-Quinn-Miniserien Joker/Harley: Criminal Sanity sowie Batman: White Knight Presents Harley Quinn. Diese Comics zeigen, dass man die nervige Clownspunkgöre immer noch als interessanten Charakter darstellen kann – im Gegensatz zu einer Möchtegern-Joker-Braut wie Punchline. Allerdings befürchte ich, dass Harley mittlerweile so überansprucht wird die der Joker selbst, wie man auch an miesen Filmen wie The Suicide Squad sehen kann. Fast ohne Joker kam das lang erwartete Batman: Earth One Vol. 3 aus, kündigte ihn aber für den nächsten Band an, der hoffentlich nicht so spät erscheinen wird. Auch wenn Geoff Johns und Gary Frank da eine starke Two-Face-Story erzählen, blieb er doch schwächer als die beiden Vorgänger.
Und dann gab es noch die Anthologien. DC bringt davon in letzter Zeit viele auf den Markt: kurze Geschichten für kurze Aufmerksamkeitsspannen. Es gab das internationale Batman: The World, das dann aber sehr eurozentristisch unterwegs war und ganz Afrika leider aussparte, dafür einige Perlen enthielt. Überrascht war ich von Batman: The Audio Adventures Special, das eigentlich nur Promo für den Batman-Podcast bei HBO Max machen sollte, dann aber sehr kurzweilig und pfiffig geriet – und gelungener als die im ähnlichen Stil gehaltenen Batman: The Adventures Continue. Das Schurken-Jubiläumsspecial enttäuschte eher. Aber wenn ich eine Anthologie des Jahres empfehlen müsste, dann ist es Batman Black & White. Ich bin ohnehin ein Riesenfan dieser Reihe, aber diesmal wurde wieder ein sehr hohes künstlerisches Niveau erreicht. Eine Wundertüte – und vielleicht das Beste, was ein Batman-Comic werden kann. Wer mal eine Batman-Pause braucht, dem empfehle ich Wonder Woman: Dead Earth sowie Grant Morrisons Wonder Woman: Earth One Vol. 1-3. Die Amazone feierte ihr 80-jähriges Jubiläum, genauso wie Green Arrow und Aquaman. Für das Batman-Projekt war es mal wieder ein sehr gutes Jahr: Wieder wurde die Seite mehr geklickt als je zuvor. Vielen Dank an alle Leserinnen und Leser, auch an alle, die mich finanziell unterstützt haben. Die Jahreskosten für die Seite sind gedeckt und ich kann beruhigt in ein neues Jahr starten – werbefrei und in gewohnter Qualität. Daher bleibt nur noch eins zu sagen: Frohe Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr! >> Batman-Jahresvorschau 2022 >> Batman 2020-2029

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Robins Weihnachten mit Scarecrow und Mr. Freeze

Batman: Urban Legends #10 und „Tis the Season to be Freezin“ (DC Comics)
Nach dem Halligalli von Fear State und Future State ist in Gotham die Verzweiflung groß. Besonders in der kalten Jahreszeit. Kurz vor Weihnachten werden die Kirchen geplündert, sogar die Synagogen und Moscheen sind nicht sicher. Die Bedürftigsten trauen sich nicht mal mehr zur Armenspeisung. Die Menschen leben haben Angst, vertrauen weder Polizei noch Regierung, sie wissen nicht mal mehr, wie man fröhlich ist. Batman macht sich mal wieder selbst Vorwürfe: „There’s nothing that will make the city better. Nothing will fix this city. The people of Gotham aren’t just scared. They’re angry.“ Es sei seine Schuld, sagt er zu Red Robin (Tim Drake). Als dann ein wütender Mob wieder auf die Kirche losgehen will, befriedet Batman sie mit einem unerwartetem Akt: einer Umarmung. Batman wird zum Hugger, versorgt die Leute mit dem Nötigsten.
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Batman als Hugger. (DC Comics)

Und dann erklärt ihm Tim, was die Leser seit Sommer 2021 : Tim mag auch Männer (Urban Legends #4), er ist verliebt in einen Schulkameraden. Batman nimmt das Outing wortkarg zur Kenntnis, fragt noch mal nach Tims alter Flamme Stephanie Brown (Spoiler) und sagt sonst nur: „Good.“ Na ja, was soll man dazu noch sagen, wenn man kein Fascho ist? Er bekennt sich sogar zu Tim als seinen Sohn und bekommt ein Weihnachtsgeschenk. So geschieht es in „A Carol of Bats“ (Batman: Urban Legends #10, 2021).  
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Batman und Robin wünschen frohe Weihnachten. (DC Comics)

Nightwing als Scrooge

In derselben Ausgabe gibt es noch eine Weihnachtsgeschichte mit Nightwing: „The Bats of Christmas Past“. Der hat an Heiligabend zunächst damit zu tun, die Last-Minute-Geschenkekäufer davon abzuhalten, sich gegenseitig abzustechen. Dann taucht Scarecrow mit seinen Schergen auf und verbreitet noch mehr Angst. Barbara Gordon will, dass er endlich aufhört, den Helden zu spielen und mit ihr Weihnachten feiert. Unter dem Einfluss von Angstgas halluziniert Nightwing dann drei Batgirls, die ihn besuchen und ihm die Weihachten von damals, heute und morgen vorführen, um ihm eine Lehre zu erteilen … Muss ich noch weitererzählen? Werden die Menschen jemals müde, diese Geschichte wieder zu erzählen, in immer neuen Variationen? Allein zweimal gibt es sie schon für Batman (Haunted Knight und Noel). Na gut, jetzt wird eben auch Nightwing bekehrt. Nicht gerade ein Scrooge-Charakter und die Dringlichkeit scheint mir hier auch nicht geboten, aber okay, wir nehmen es mal so zur Kenntnis. Moral: In Dicks Zukunftsvision ist er tot, gestorben im Kampf an Weihnachten und seitdem zieht die Batman-Familie jedes Jahr an dem Tag in den Krieg gegen das Verbrechen. Das darf natürlich nicht sein. Doch wer hält Scarecrow auf? Wozu hat man Freunde …

Robin und Mister Freeze

Und dann ist da dieses Jahr noch eine dritte Weihnachtsgeschichte: „Window Shopping“ in der Anthologie Tis the Season to be Freezin. Schon wieder Robin, schon wieder Tim, aber ein anderer, diesmal der aus Batman TAS. Auch er geht auf den letzten Drücker Geschenke kaufen – für Bruce. Was schenkt man einem, der alles hat, nichts braucht? Zufällig wird Tim schnell fündig im Schaufenster eines Spielzeugladens, da kommt ihm Mister Freeze in die Quere, der mit einer dicken Eiskanone herumballert und ihm den Laden zufriert.
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Robin gegen Mister Freeze (DC Comics)

Dieser Wahnsinnige! Robin liefert sich einen kleinen Kampf mit ihm, merkt aber schnell, dass Freeze nicht richtig bei der Sache ist. Was will er überhaupt? Dafür gibt es einen schönen Ausdruck im Englischen: „Strolling down memory lane“. Freeze erinnert sich an seine Kindheit, als er die Weihnachtsdekoration in einem Schaufenster betrachtet hat: „Winterland“. Ein schöner Moment einer unglücklichen Jugend mit zwei vielbeschäftigten Eltern. Am Ende kann Tim auch ihm geben, wonach er sich sehnt. Mehr zum Thema:

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Stern über Gotham

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DC Comics

Titel: Wanted: Santa Claus — Dead Or Alive!

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Frank Miller

Erschienen: 1980 (DC Special Series #21: Super-Star Holiday Special)


Von der großen Weihnachtskrippe in Gotham wurde der Stern gestohlen. Doch Batman hat gerade Besseres zu tun, als sich um solche Trivialitäten zu kümmern. Er jagt lieber Verbrecher. Zunächst crasht er die Weihnachtsparty eines Gangsters (Matty Lasko), um ihn nach einem Boot im Hafen auszufragen. Er hat es dort für einen ehemaligen Zellengenossen, Boomer Katz, hingesetzt. Offenbar für eine Flucht.

Batman verkleidet sich als Obdachloser und findet heraus: Boomer hat einen Job als Weihnachtsmann im Kaufhaus gefunden. Aber nur, um den Laden mit seiner Bande zu plündern. Nach dem Ende seiner Schicht meldet sich Boomers Gewissen und er will wieder ein guter Mensch sein. Leider sehen das seine Komplizen anders. Sie brechen ein und schießen Boomer in die Schulter.

Batman hört das draußen und eilt zur Hilfe. Einmal durchs Schaufenster gesprungen, prügelt er drauflos und wirft mit Mini-Tannenbäumen, was sich als wirkungsvoll erweist. Doch Boomer und ein anderer kommen davon. Batman ist ahnungslos, wo sie hin sein könnten, da sieht er plötzlich einen Stern leuchten – an der Stelle, wo er in der Weihnachtskrippe sein sollte. Und der Stern weist ihm den Weg zu dem Ganoven, der Boomer eine Waffe an den Kopf hält. Ein Schlag ins Gesicht und die Geiselnahme ist erledigt. Vielleicht, weil der Stern den Schuft geblendet hat? Wer weiß. Der Stern verschwindet jedenfalls so schnell wie er aufgetaucht ist. Wohin? Nach Hause, sagt Batman.

Übrigens: Ja, ihr habt richtig gelesen: Diese Geschichte wurde gezeichnet von Frank Miller (The Dark Knight Returns/Year One)!

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Neue Comics und Filme: Die Batman-Vorschau auf 2022

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Batman: Beyond the White Knight (DC Comics)

Die Breaking News vorab: Sean Murphys White-Knight-Saga geht weiter – mit Beyond the White Knight. Der dritte Teil spielt zehn Jahre nach Curse of the White Knight. (ACHTUNG: SPOILER für Teil 2 voraus!) Bruce Wayne sitzt im Knast, Derek Powers, CEO von Gotham Motors, hat das Wayne-Vermögen an sich gerissen und lässt Terry McGinnis den Beyond-Anzug für Powers stehlen. Bruce bricht aus dem Knast aus, um ihn aufzuhalten und den Anzug zu zerstören – dabei hilft ihm Jason Todd, der totgeglaubte erste Robin.

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Beyond the White Knight (DC Comics)

Beyond the White Knight bedient sich also bei der TV-Serie Batman Beyond (dt. Batman of the Future). Die erste Ausgabe des Achtteilers soll laut DC am 29. März 2022 herauskommen. Die ersten beiden Teile der Saga, die in einem eigenen Universum spielen, gehören zu den besten Batman-Comics der vergangenen Jahre, auch der Spin-off White Knight Presents Harley Quinn konnte überzeugen. Daher darf man sich auf diese Fortsetzung freuen.

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Batman: Killing Time (DC Comics)

Am 1. März beginnt auch der Sechsteiler Batman: Killing Time von Tom King, David Marquez und Alejandro Sánchez. Die Story: Catwoman, Pinguin und Riddler planen den größten Raub in der Geschichte Gothams. Warum gerade die drei? Wahrscheinlich weil das auch die Schurken des neuen Batman-Films sind (siehe unten). Mit dabei ist auch Killer Croc. King schrieb die ersten (höchst umstrittenen) 85 Ausgaben der Batman-Serie seit 2016, die in City of Bane endete. Derzeit erscheint noch sein Zwölfteiler Batman/Catwoman.

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Slap Battle: Batman/Superman: World’s Finest #1 (DC Comics)

Ebenfalls im März treffen wieder Batman und Superman aufeinander. Das allein ist noch keine Meldung wert, denn bisher gab es immer wieder eine Serie mit den beiden, zuletzt Batman/Superman. Doch im Jahr 2022 (70 Jahre nach ihrem ersten Treffen in Superman #76, 1952) gibt DC seine Traditionsmarke World’s Finest wieder Batman und Superman zurück. Altmeister Mark Waid (Kingdom Come) und Zeichner Dan Mora werden die neuen Abenteuer hoffentlich ihrem Titel gerecht werden lassen, denn erstklassig waren die Comics schon lange nicht mehr.

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World’s Finest 2022 und 1997 (DC Comics)

Am 15. März geht es los. Der Auftakt findet aber bereits im Januar in Detective Comics #1050 statt, einer extradicken Pseudo-Jubiläumsausgabe. Das erste Cover zitiert die Comic-Adaption des Animationsfilms von 1997 (bzw. die Superman TAS-Episoden), die mit dem Eisner-Award ausgezeichnet wurde. Die ersten Variants von Chip Zdarsky zeigen die beiden ungleichen Helden beim Slap Battle, in Anlehnung an das Meme aus World’s Finest #153.

„Batman: The Knight“ und „Shadow War“

Im Januar startet ebenfalls Zdarskys Miniserie The Knight über Bruces Anfangsjahre vor Batman. Im März beginnt Joshua Williamson sein erstes Batman-Event mit Deathstroke: „Shadow War“.

Außerdem erscheinen die Sammelausgaben von Neal Adams‘ Batman vs. Ra’s al Ghul, sowie Batman: The Imposter, One Dark Knight, Batman: The Detective und Fear State, der letzten Batman-Storyline von James Tynion IV, der danach DC verlassen hat. Im Sommer kommt der erste Sammelband zu Batman ’89 heraus, einer Fortsetzung der Tim-Burton-Filme mit Michael Keaton.

Filme: The Batman und Catwoman

Apropos Film: Das Highlight des Jahres 2022 wird hoffentlich der neue Kinofilm The Batman sein. Am 4. März soll er endlich erscheinen. Regie führt Matt Reeves, die Hauptrolle spielt Robert Pattinson. Dazu wird es eine TV-Serie auf HBO Max geben. Außerdem kommen die Filme Black Adam, The Flash und Aquaman and the Lost Kingdom in die Kinos. In The Flash werden Michael Keaton und Ben Affleck erneut als Batmen zu sehen sein (Kinostart: 4. November).

Im Animationsbereich kommt Catwoman: Hunted im Februar heraus, Battle of the Super Sons folgt im Herbst. Super Sons sind die Söhne von Superman und Batman, das Konzept gibt es schon seit World’s Finest #215 (1973). Heute sind es Robin (Damian Wayne) und Superboy (Jonathan Kent).

Was das Batman-Projekt angeht: Nachdem ich die meisten Hauptschurken ausführlich behandelt habe, fehlen nur noch Mad Hatter, Killer Croc und vor allem: Poison Ivy. Ihre ersten beiden Auftritte kann man bereits nachlesen, nächstes Jahr werde ich mich ihrer weiteren Geschichte und ihren Ursprüngen widmen. Doch zunächst schaue ich mir den verrückten Hutmacher näher an.

Und ansonsten: Lasst euch einfach überraschen.


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Pinguin und Catwoman gegen Corona

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DC Comics

Titel: Gotham City Villains Anniversary Giant

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2021 (One-shot)


„Everyone needs to be their own parent.“ (Ra’s al Ghul)

Was wäre, wenn Catwoman und Pinguin ein Liebespaar wären? Dann würden sie spielende Kinder vor fahrenden Autos und aus Nestern gefallene Küken retten. Sie würden von den Reichen stehlen und es den Armen geben. Und sie würden die Pandemie beenden – einfach so, indem sie fünf Milliarden Dosen Impfstoff umverteilen würden.

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Pinguin und Catwoman in „Bird Cat Love“ (DC Comics)

 

Eine richtige Pointe hat Danny DeVitos und Dan Moras Kurzgeschichte nicht, außer dass man ständig auf eine wartet und dann doch keine kommt. Keine außer: Ja, es wäre möglich, wenn die zwei ungleichen Schurken aus Batman Returns zueinander finden würden. Dagegen kann selbst Batman nichts machen, außer es schmollend in seiner Höhle zur Kenntnis zu nehmen.

Scarecrow, Ra’s al Ghul und Red Hood

Mit dieser „Bird Cat Love“ beginnt der Gotham City Villains Anniversary Giant, eine Anthologie, die DC im Jubiläumsjahr von Pinguin und Scarecrow (80 Jahre) sowie Talia und Ra’s al Ghul (50 Jahre) veröffentlicht hat. So wird jeder in einer Kurzgeschichte geehrt, darunter auch Killer Moth und Red Hood, die jeweils 70 Jahre feiern (auch wenn Red Hood bloß die Vorstufe des Jokers ist), außerdem Mad Hatter und Poison Ivy, auch wenn da ein Anlass fehlt.

Die Scarecrow-Story ist mehr eine der üblichen Reflexionen über Angst, mit Frank-Miller-Zitat, einer hübschen Variation auf den Batman-Origin und einem kleinen überraschenden Twist am Ende, gezeichnet in einem wunderbar düsterem Noir-Stil. Die Red-Hood-Geschichte erzählt von einem armen Kleinganoven, dem der Helm nur Pech gebracht hat. Killer Moth sieht ein, dass er ein Versager und Parasit ist – und macht aus der Not eine Tugend. Ra’s hält seiner jungen Tochter Talia eine Standpauke darüber, dass man nicht wissen muss, wer seine Mutter ist, um ein erfülltes Leben zu füllen.

Füll- und Werbematerial

Oh, schon vorbei? Tja, dafür werden viele Seiten mit Pin-ups bzw. Nachdrucken alter Cover gefüllt. Das hat schon fast eine eigene schurkische Qualität: nämlich Abzocke.

Das wirklich Ärgerliche ist das Prinzip, das hinter vier von acht Geschichten steckt: Die Storys zu Talia und Ra’s sowie Mad Hatter und Poison Ivy dienen bloß als Vorspiele bzw. Teaser auf Geschichten, die anderswo fortgesetzt werden. Das hat sich offenbar schon in früheren Anthologien bewährt. Also lässt DC die Leser zehn Dollar oder Euro für ein Heft löhnen, das eigentlich zur Hälfte aus Werbematerial besteht.

Zugegeben: Die Ivy- und die Ra’s-Episoden sind was fürs Auge, wenn auch so altbackene Klischees wie das übliche Schachspiel als Metapher bedient werden. Aber im Grunde bleibt auch da nur das schale Gefühl zurück, dass dieses Material besser in einem Aktionsheft des Gratis-Comic-Tags aufgehoben wäre.

>> Batman 2020-2029

Nächstes Batman-Event: „Shadow War“

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Batman und Deathstroke in „Shadow War“ (DC Comics)

Der neue Batman-Autor Joshua Williamson legt im Frühling 2022 sein erstes Event vor: Shadow War. Diesmal geht es um Ra’s al Ghul, Talia und Deathstroke. Auch Robin (Damian Wayne) ist dabei.

DC beschreibt die Handlung so: Slade Wilson begeht eine angeblich unfassbare Tat und Talia al Ghul will sich an ihm rächen, indem sie die Liga der Schatten ausschickt, um ihn zu töten und Deathstroke Inc. zu zerstören. Batman und Robin vesuchen, Slade auf eigene Weise aufzuspüren und ihn zur Verantwortung zu ziehen. Außerdem taucht Slades Tochter Rose Wilson alias Ravager auf, die wissen will, warum ihr Vater sich „King of the Super-Villains“ nennt. Natürlich wird die Frage im Kampf erörtert.

Das Event beginnt am 29. März mit dem 48-seitigen One-shot Shadow War Alpha #1 (gezeichnet von Viktor Bogdanovic, bekannt aus Detective Comics), setzt sich dann fort in Deathstroke Inc. #7, Batman #122, Deathstroke Inc. #8, Robin #13, Batman #123, Shadow War Zone #1, Deathstroke Inc. #9,Robin #14 und endet im Mai in Shadow War Omega #1.

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Robins Weiße Weihnacht

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Coverausschnitt aus Batman Family #4 (DC Comics)

Titel: Robin’s White (Very) Christmas

Autor/Zeichner: Bob Rozakis/Jose Delbo

Erschienen: 1976 (Batman Family #4), enthalten in Robin: The Bronze Age Omnibus (2020)


Weiße Weihnachten sind nicht immer wünschenswert. Dick Grayson will über Weihnachten nach Gotham, doch ein Schneesturm könnte den Abflug verhindern. Unterwegs mit einem Kleinbus liest er mit seiner Freundin Lori einen Weihnachtsmann auf, der sich als Frank McDonald, Sicherheitschef der Hudson University, herausstellt. Sie bringen ihn zum Studentencenter, von wo aus Lehrende und Lernende gemeinsam Geschenke an die Bedürftigen verteilen.

Dick sammelt mit Lori und Frank später Spenden ein, bis ihm plötzlich ein Bad Santa ins Gesicht schlägt und sich mit den Spenden auf einem Pferdeschlitten davonmacht. Statt ihm sofort hinterherzulaufen, zieht sich Dick erst mal zum Robin um, obwohl die kurzen Unterhosen etwas unvorteilhaft im Schnee sind. Aber um sich aufzuwärmen, rennt er los und folgt der Spur ins Studentencenter, wo der falsche Weihnachtsmann mit zwei Komplizen die Spenden zum eigenen Wohl einsacken will.

Robin verteilt dann Prügel unter Mistelzweigen, wirft mit Säcken voller Zuckerstangen und Geschenken um sich, schließlich bekommt Bad Santa den grünen Elfenschuh ins Gesicht. Weihnachtlicher kann man Schurken nicht erledigen.

Zurück als Dick Grayson bemerkt niemand den Zufall, dass ausgerechnet er weg war. Er habe nach einem Weg nach Gotham gesucht, sagt er, aber die Straßen sind zugeschneit. Also wird’s nix mit Driving Home for Christmas … Als Dick gerade Bruce anrufen will, um ihm die traurige Nachricht mitzuteilen, schneit Bruce mit Alfred und Tante Harriet herein.

Man singt Jingle Bells und alles ist gut. – Ach, da fällt mir was ein …

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Der unsichtbare Batman

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Detective Comics #199 (DC Comics)

Titel: The Invisible Batman

Autor/Zeichner: William Woolfolk, Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz, Sheldon Moldoff

Erschienen: 1953/1959 (Detective Comics #199/Batman #124)


Batman kann bekanntlich alles – auch sich unsichtbar machen. Nicht von ungefähr trägt er Schwarz: So kann er in der Dunkelheit der Nacht für das Auge verschwinden und sich verstecken, um dann umso überraschender angreifen zu können. So lehrt man die feigen und abergläubischen Verbrecher das Fürchten.

Doch das war nicht immer so. Nach seinen düsteren Anfängen wurde Batmans schwarzes Kostüm zunehmend blauer und heller. Nacht und Schatten verloren an Bedeutung, furchterregend war der bunte und fröhliche Batman nur noch selten. In den 50ern wurde dann Batman wirklich unsichtbar – und das gleich zweimal.

Radioaktive Farbe

In der ersten Geschichte (Detective Comics #199, 1953) bekommt Batman bei einem Einsatz in einem Chemiewerk eine Ladung radioaktive Farbe ab, als er eine Bande davon abhalten will, selbige zu stehlen. Ein ganzer Tank geht auf ihm nieder – aber zum Glück wird zumindest nichts gestohlen, auch wenn der Schaden durch den Unfall noch größer sein dürfte.

Daraufhin wird Batman unsichtbar, was große Vorteile dabei hat, wenn man Gauner vermöbeln will, denn nun kommen die Prügel aus dem Nichts. Batman fällt sogar nicht mal auf einen Trick mit einer Lampe herein, als ihn ein Bösewicht so erkennbar machen will.

Nachteile hat die Sache aber, als Batman vor Gericht gegen den Obergauner Big Jack Baker aussagen soll, der seinetwegen im Knast sitzt. Bakers Anwalt Verne, der die Geschäfte übernommen hat, soll bis dahin Batmans Geheimdentität ausfindig machen. Nach einigen Stunden Recherche ist klar: Es kommen nur fünf Playboys in Frage, darunter ist auch Bruce Wayne. Alle fünf sind zu einer Pferdeshow eingeladen. Und wenn einer von denen unsichtbar ist, dürfte der Gesuchte als einziger nicht erscheinen. Doch auch Bruce erscheint, eingepackt in Mantel, Handschuhe und eine Gummimaske. Er lässt sich warme Orangenlimo servieren (die gegen seine angebliche Erkältung helfen soll) …

Vor Gericht hat es der unsichtbare Batman aber schwer, zu beweisen, dass er wirklich Batman ist. Abgesehen von der Tatsache, dass man ohnehin nicht feststellen kann, wer unter der Maske steckt, hat man es hier auch noch mit einem sprechenden Geist zu tun. Batman muss eine Handschriftenprobe abgeben, die wird angezweifelt, schließlich beweist ein Röntgenbild seine Identität und er kann aussagen.

Gauneranwalt Verne versucht dann in seiner Verzweiflung, Robin als Geisel zu nehmen, aber Batman beendet die Sache schnell. Die Lösung für sein Problem bringt dann eine Dusche aus Orangenlimonade – Citronensäure ist das Gegenmittel, wie er bereits beim Trinken herausgefunden hat. Hätte ihm das nicht früher einfallen können?

Sichtbar mit Mehl

Sechs Jahre später wird Batman aber wieder unsichtbar. Unter dem gleichen Titel, als wäre das noch nie zuvor passiert. Diesmal gerät er unter einen mysteriösen Strahl im Laboratorium einer Glühlampenfabrik. Wieder kommt der Held auch als Bruce in Bedrängnis. Einer Besucherin gegenüber lässt er sich in heiße Tücher wickeln, um so zu tun, als würde er sich von Alfred rasieren lassen.

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The Invisible Batman, Batman #124 (DC Comics)

Dann wird eine Bäckerei überfallen. Warum gerade die? Weil es dort Mehl gibt – und man damit bekanntlich Unsichtbare gut sichtbar machen kann, sowohl mit Fußspuren als auch mit einem riesigen Saugblaser. Wie gut, dass Robin mit einem Ventilator zur Stelle ist, bevor sie Batman als Bruce Wayne enttarnen können. Robin hatte schon befürchtet, neben einem unsichtbaren Mentor überflüssig zu sein.

Bruce und Dick fahren dann zu einem Wohltätigkeitsdinner. Bruce pinselt sich mit Schminke ein Gesicht, fängt dann aber an zu schwitzen und wischt sich die Schminke ab. Doch da ist die Wirkung des ominösen Strahls bereits abgeklungen. Einfach so. Ja, so geht’s manchmal auch, wenn man nur acht Seiten für eine Geschichte zur Verfügung hat.

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