Krieg um Gothams Unterwelt

DC Comics

Titel: Gotham Underground

Autor/Zeichner: Frank Tieri/Jim Calafiore

Erschienen: 2007-2008 (Miniserie #1-9), Paperback 2008


Nach dem Tod von Black Mask (Catwoman #52) entsteht ein Machtvakuum in Gothams Unterwelt – und das will schnell gefüllt werden. Der Pinguin gründet eine Allianz mit anderen klassischen Schurken wie Two-Face, Scarecrow, Mad Hatter und Hugo Strange, doch auch andere melden Ansprüche an wie der Gangster Tobias Whale (eine Art Kingpin-Klon mit Harpune) und Bruno Mannheim von Intergang. Da fällt die Suicide Squad mit Bane und Deadshot über die Iceberg Lounge her und nimmt bei der Gelegenheit auch Matches Malone fest, der daraufhin im Knast von Blackgate landet …

Für alle, die es nicht wissen: Matches Malone ist das andere Alter Ego von Bruce Wayne alias Batman. Das fällt im Knast aber niemandem auf. Dann wird auch noch Victor Zsasz auf ihn angesetzt, ihn zu töten.

Ihr merkt, worauf es hinausläuft: ein Bandenkrieg, jeder gegen jeden. Fast alle aus Batmans Schurkenriege tauchen mal auf und verschwinden wieder, wie etwa Scarface, Firefly, Killer Moth und Lockup sowie ein Haufen neuer Gesichter, die sich hier nicht einzuführen lohnt. Zu allem Überfluss spielt noch Spoiler verrückt. Es kommen ungute Erinnerungen an das öde War-Games-Event hoch.

Sinnlose Gewalt, absurder Höhepunkt

Gotham Underground hat durchaus ein paar spannende und gelungene Sequenzen. Mit den unzähligen Figuren wirkt das Ganze aber aufgeblasen und überfrachtet. Bei diesem Jeder-gegen-jeden ist es eigentlich einerlei, wer am Ende gewinnt, denn keiner dieser Schurken ist auch nur annähernd ein Sympathieträger. Es geht furchtbar brutal zu, die Geschichte ist voller sinnloser Gewalt. So hält man am ehesten noch zum Pinguin, aber eher noch aus Tradition und weil er noch am „nettesten“ scheint. Die Erkenntnis: Gotham ist mit seinen verrückten Schurken zwar übel dran, aber immer noch besser als mit Intergang und anderen Gangstern.

Völlig absurd wird es auf dem Höhepunkt: Als der Pinguin allein dasteht, trommelt er alle dahergelaufenen Leute zusammen, steckt sie in Kostüme klassischer Schurken und sie kommen gegen einen Haufen von Profikillern an. Warum einer etwa in einem Mister-Freeze-Anzug frieren muss, bleibt schleierhaft.

DC Comics

Das Spektakel ist immerhin optisch ansprechend inszeniert. Abgesehen von den üblichen Massenkeilereien gibt es einige starke Einfälle wie ein Kapitel mit Panels, die aussehen wie Puzzleteile und sogar eine erzählerische Funktion erfüllen. Doch ist die im Grunde dünne Geschichte auch ziemlich verschwenderisch gezeichnet, mit vielen großen Panels und wenig Text, eine halbe Ausgabe lang sieht man Batman den völlig unwichtigen Vigilante verprügeln – ein solches Superman-gegen-Doomsday-Ausmaß steht dieser öden Gewaltorgie nicht zu.

Immerhin lässt sich dadurch das Epos schnell lesen. Wer kurzweilige, anspruchslose Unterhaltung fürs Auge sucht, kommt auf seine Kosten. Aber wer es sich spart, verpasst auch nichts. Kein Wunder, dass diese Miniserie seit 2008 nicht neu aufgelegt wurde.

>> Batman 2000-2011


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