Man-Bat

Man-Bat fliegt zum Nordpol

Titel: Darkest Night of the Man-Bat: Predation/Pursuit/Predemption

Autor/Zeichner: Doug Moench/Kelley Jones

Erschienen: 1996-1997 (Batman #536-538), Hardcover 2018 (Batman by Doug Moench & Kelley Jones)


In der Final Night ist die Sonne erloschen. Die Welt friert in ewiger Nacht. (Nur der Mond scheint sonderbarerweise noch …) Das löst Kirk Langstroms niedere Instinkte aus, er verwandelt sich in Man-Bat und macht die Stadt unsicher. Er frisst Katzen und Fische, aber die Menschen sind es, die Angst vor ihm haben. Zurecht, denn Langstom hat in Monstergestalt sogar seine Frau Francine angegegriffen.

Batman nimmt die Fährte auf, um Langstrom zu helfen und ihn wieder zurückzuverwandeln, aber Man-Bat sträubt sich dagegen und flieht – zum Nordpol. Denn dort hat eine geheime Forschungseinrichtung, die neue Waffen testet, eine Strahlung ausgesendet, die Man-Bat angelockt hat. Eine andere Erklärung ist, dass Man-Bat als nachtaktives Wesen die Polarnacht aufsuchen wollte, aber das ergibt nur wenig Sinn, wenn auf der ganzen Welt die gleiche Finsternis herrscht.

Nun gut, Batman fliegt also hinterher. Man-Bat ist mittlerweile in einer Höhle zu einem Eiszapfen gefroren und wird von den Forschern gefunden. Als er obduziert werden soll, wacht er auf, wehrt sich und entkommt. Man-Bat hungert und sucht verzweifelt nach Nahrung. Er muss sich zusammenreißen, keine Menschen zu fressen, aber das Tier in ihm dominiert immer mehr. Jäger wollen ihn erschießen, aber Batman kann das verhindern, er heilt ihn und bringt ihn zurück.

Das Zweigespann von Doug Moench und Kelley Jones hat den Vorteil, dass der Zeichner die meist gewöhnlichen Geschichten eine ungewöhnliche Stimmung verleihen. Durch die vielen harten Schatten und den expressiven Zeichenstil wirkt ein Monster wie Man-Bat noch schauriger – und Batman, obwohl ein Held, steht ihm in nichts nach. Besonders anschaulich wird das auf den minimalistischen Covern.

Diesen Zeichnungen ist es zu verdanken, dass man Doug Moenchs pseudowissenschaftliches Geschwafel über elektromagnetische Felder, Nikola Tesla und das Tunguska-Ereignis erträgt, mit der er seine dünne Story unnötig aufbläst. Wahrscheinlich erinnert der Dreiteiler nicht von ungefähr an John Carpenters Horrorfilm „The Thing“, aber dann hätte man deutlich mehr aus der Idee machen können. So ist Man-Bat am Nordpol eine ziemlich weit hergeholte Idee, die nicht viel zu der Figur beiträgt, weil sie im ewigen Eis auch nichts zu suchen hat.

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Man-Bat: Aus dem Dschungel, in den Dschungel

Titel: Man-Bat

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Flint Henry

Erschienen: 1994/1996 (Showcase ’94 #11, Man-Bat #1-3), Paperback 2017 (Batman Arkham: Man-Bat), 2018 (Tales of the Man-Bat)


Man-Bat lebt im Exil, irgendwo im lateinamerikanischen Dschungel. Ein Forschertrupp kommt, um ihn zu suchen. Darunter ist auch Simmons, ein Mann, der es auf Francine abgesehen hat. Seine Hoffnung: Wenn er Kirk erledigt, hat er freie Bahn. Es kommt zur unvermeidlichen Konfrontation, die natürlich das Monster überlebt …

Zwei Jahre nach diesem Vorspiel, erschienen in Showcase ’94, bekommt Man-Bat eine eigene Miniserie. Man-Bat kehrt zurück in den Großstadtdschungel Gotham City. Kurz darauf sterben Menschen. Forscher, um genau zu sein, allesamt Genetiker. Alle auf brutale Weise umgebracht. Die Polizei zieht den naheliegenden Schluss, dass Man-Bat dahintersteckt, aber tatsächlich ist es ein ganz neuer Killer: ein geflügeltes, entstelltes Monster in einer glänzenden Rüstung.

In einer Rückblende erfahren wir, dass Kirk und Francine Langstrom bei einem unethischen Genetik-Experiment teilnehmen sollten, bei dem es darum ging, menschenähnliche Wesen ohne Bewusstsein zu züchten, um an ihnen Experimente durchzuführen. Jetzt rächt sich eine diese Ausgeburten an den Forschern, auch den Langstroms, obwohl sie am wenigsten bis gar nichts damit zu tun hatten.

Na ja. Das Ganze ist ebenso schnell nacherzählt wie es sich liest: Die drei Teile werden mit großen, detailreichen Bildern gefüllt, in denen Zeichner Flint Henry alles noch hässlicher, ekelhafter und monströser erscheinen lässt, als es unbedingt sein muss. Durch die vielen Linien muss man das Heft jedoch einige Male auf Abstand halten, um zu sehen, was da dargestellt wird. Leicht verliert man den Überblick.

Man-Bat ist kein interessanter Charakter, weil ihm jegliche Menschlichkeit fehlt, außer für seine geliebte Francine. Er ist ein rein triebgesteuertes Tier, das sinnlos durch die Gegend fliegt, bis es seine Frau beschützen kann. Zwischendurch päppelt Killer Croc den geflügelten Helden auf. Und Batman? Der kommt nur am Rande vor. Er hatte wohl keine Lust auf mehr als einen Cameo-Auftritt in dieser Fließbandware von Story. Verständlich.

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Von Batman zu Man-Bat (Teil 5)

Titel: The Secret Origin of Man-Bat/Wings

Autor/Zeichner: Jan Strnad, Chuck Dixon/Kevin Nowlan, Quique Alcatena

Erschienen: 1989, 1995 (Secret Origins #39, Batman: Legends of the Dark Knight Annual #5)


Viele Geschichten haben einen „Rubber Ducky“-Moment. So nannten Filmemacher Sidney Lumet und Autor Paddy Chayefsky die Rückblenden, in denen erklärt wird, warum jemand so geworden ist, wie er ist. Nach dem Motto: Ich bin nur so geworden, weil mir jemand meine Gummi-Ente gestohlen hat, als ich ein Baby war.

Superhelden-Origins leben von Rubber Ducky-Momenten. Jeder Held und jeder Schurke hat einen. Ende der 80er Jahre bekam auch Man-Bat seinen. Es reichte nämlich nicht mehr, dass Kirk Langstrom Fledermaus-Serum trank, um wie Batman, nur besser zu sein. Diesmal widmet er seine Forschung, um Blinde wieder sehend zu machen. Aber damit nicht genug: Er hat eine besondere Beziehung zu Fledermäusen, seit er sich als Kind in einer Höhle verlaufen hat und sechs Wochen unter Fledermäusen verbrachte.

Und damit immer noch nicht genug: Kirk und Bruce Wayne kannten sich schon als Kinder, trafen sich im Kino. Und zu allem Überfluss hat Kirk als Erwachsener auch noch unfreiwillig eine taube Fledermaus aus seinem Labor entkommen lassen, die im entscheidenden Moment durch Bruce Waynes Fenster krachte. Bemerkenswert daran ist vor allem, dass erstmals erklärt wird, wie eine Fledermaus überhaupt durch eine Scheibe fliegen kann. Bruce Wayne lässt sich von einem orientierungslosen Tier leiten.

Aus Bruce wird Batman, aus Kirk wird Man-Bat. Er hilft Batman zunächst bei einem Einsatz. Aber dann kommt es zu einer unerwarteten Wendung: Als Man-Bat gerade ein Gegenmittel für seine Verwandlung in Händen hält, überfällt ihn Batman und die einzige Hoffnung auf Normalität wird zerstört. Es kommt zum Kampf, da kommt Kirks Frau Francine herein und verscheucht ihren Mann.

Sechs Jahre später wird der Origin noch einmal in „Year One“-Manier aufbereitet. Diesmal ist Kirk Langstrom stark hörbehindert und erhofft sich von seiner Forschung an Fledermäusen Heilung. Von der Universität harsch zurückgewiesen, probiert er das Serum an sich selbst aus, kann wieder hören, aber leidet unter den Nebenwirkungen.

In der Zwischenzeit verwandelt sich auch Batman mehr in Richtung Fledermaus: Er baut sich Gleitflügel, allerdings scheitert er damit. Man-Bat dringt – wie schon zuvor – in die Bathöhle ein, es kommt zum Kampf mit Batman. Dieser überwältigt ihn und bringt ihn zu Francine. Sie verabreicht ihm ein Gegenmittel und er verwandelt sich zurück in Kirk.

Diese Story ist von den dreien nicht nur die ausführlichste, sondern durch ihre Inszenierung durch Zeichner Alcatena auch die visuell eindrucksvollste.

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Man-Bat in Batman: The Animated Series

Batman versus Man-Bat

Batman versus Man-Bat: On Leather Wings.

Titel: On Leather Wings/Terror in the Sky (dt. Auf mächtigen Schwingen/Terror am Himmel)

Drehbuch: Mitch Brian/Steve Perry, Mark Saraceni

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series S01E01/45)


Die legendäre Batman: The Animated Series beginnt nicht mit dem jungen Bruce Wayne und dem Mord an den Eltern. Sie beginnt mit Man-Bat. Eine interessante Wahl, denn durch die Ähnlichkeit zu Batman entsteht sogleich ein zusätzlicher Konflikt.

Ein ominöser Fledermausmensch raubt Pharma-Unternehmen aus. Die Polizei vermutet dahinter das Werk von Batman und beginnt, ihn zu jagen. Der Held muss versuchen, seine Unschuld zu beweisen, indem er den Schuldigen findet. Bruce Wayne sucht den Fledermausforscher Dr. March auf, der Menschen mit Fledermaus-Serum widerstandsfähiger machen will, damit sie eine mögliche Apokalypse überleben. Dann kommt Batman hinter das Geheimnis: Marchs Kollege Kirk Langstrom verwandelt sich in das Zwitterwesen.

Kirk Langstrom

Kirk Langstrom

Batman jagt Man-Bat durch Gotham, während die Polizei Batman jagt. Harvey Bullock führt die Truppe an, während Commissioner Gordon ihn zurückhält und Partei für Batman ergreift. Am Ende entwickelt Batman ein Gegenmittel, heilt Langstrom und bringt ihn zurück zu seiner Frau Francine.

She-Bat heult den Mond an

She-Bat heult den Mond an

Im zweiten Teil, Terror in the Sky, ist es – ACHTUNG SPOILER – Francine, die sich in eine Fledermaus verwandelt und Gotham in Angst versetzt. Zunächst verdächtigt Batman Kirk Langstrom, dann lernt er auf die harte Tour, dass es die Person ist, mit der er am wenigsten gerechnet hat. Dr. March hat nämlich seine Forschungen fortgesetzt und ein neues Serum entwickelt. Durch Zufall ist Francine damit in Berührung gekommen und verwandelt sich, ohne sich hinterher daran erinnern zu können.

Francine Langstrom verwandelt sich in She-Bat

Francine Langstrom verwandelt sich.

Als sie Kirk schon per Flieger verlassen will, folgt er ihr und in der Luft kommt es zur Verwandlung. Aus Francine wird She-Bat. Wieder muss Batman eingreifen und sie zurückverwandeln.

Batman liegt im Schnee

Batman am Boden

Auch wenn die Serie damit im Grunde den Comics folgt, fehlt ihr das Drama. In der zweiten Folge raubt She-Bat zu Beginn Obst, um es selbst zu fressen. Das ist kein interessanter Einfall, der die Handlung voranbrächte. Stattdessen setzt man mehr auf das Mysterium, das – zumindest für Comic-Leser – längst keins mehr ist. Durch die Geheimniskrämerei bleiben die Charaktere eher oberflächlich, anders als zum Beispiel Two-Face oder Clayface, die für ihre Origins Doppelfolgen bekommen haben und dadurch an Tiefe gewannen.

Das dürfte auch der Grund sein, weshalb Man-Bat weder in Staffel 2 noch in Staffel 3 auftaucht.

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden
>> Liste der Man-Bat-Comics

Von Batman zu Man-Bat (Teil 4)

Titel: Bring Back Killer Krag/Prescription For Tragedy

Autor/Zeichner: Bob Haney, Martin Pasko/Jim Aparo, Don Newton

Erschienen: 1975/1980 (The Brave and the Bold #119, #165)


Batman und Gordon beim Pferderennen. Sie wollen einen Anschlag auf den Pferdebesitzer Augie Moran verhindern, durchgeführt von Killer Krag. Doch dann wird er von einem falschen Jockey erschossen, der Killer flieht außer Landes nach Santa Cruz. Als Morans Frau eine Belohnung für den Mörder aussetzt, nimmt Kirk Langstrom die Herausforderung an. Mit dem Geld will er weiter daran forschen, wie er der beste Verbrechensbekämpfer der Welt wird. Er verwandelt sich in Man-Bat und fliegt los.

Aber auch Batman fliegt hin, um Krag zurückzuholen. Als er auf Santa Cruz eintrifft, rettet ihn Man-Bat vor feindlichen Angriffen, lässt ihn verletzt zurück und will sich allein beweisen. Kirks Ego bekommt einen Schub, als er sich vor Voodoo-Jüngern als Bat-God ausgibt. Doch als die seinetwegen zwei CIA-Agenten umbringen, bekommt er Schuldgefühle. Und nachdem sich auch noch Vampirfledermäuse auf ihn gestürzt haben, kommt die Reue: „Maybe I have been too arrogant!“

Batman und Man-Bat arbeiten zusammen. Und zusammen werden sie auch gefangen genommen. Krag will ein Lösegeld erpressen. Als er es nicht bekommt, will er die beiden umbringen. Doch dann springt Batman plötzlich selbst als Riesenfledermaus aus dem Käfig, samt blauen Riesenohren und Flügeln. Er befreit Man-Bat und alles wird wieder gut. Was passiert ist? Langstrom hat Batman sein Man-Bat-Serum gegeben. Am Ende verwandelt er sich dank Gegenmittel zurück. Und Kirk bekommt zur Belohnung das Geld. Ob das wirklich eine gute Idee ist?

Fünf Jahre treffen die beiden wieder in The Brave and the Bold zusammen. Diesmal hat Kirk ein ernstes Problem: Zusammen mit seiner Frau Francine haben sie ein Kind in die Welt gesetzt. Keine gute Idee, denn wegen des Man-Bat-Serums ist die Tochter ein Mutant geworden, die  wegen überempfindlicher Gehörs nicht schlafen kann. Sie braucht dringend ein medizinisches Wunder. Kirk besorgt als Man-Bat Serotonal, eine illegale Droge – das zieht Batmans Aufmerksamkeit auf sich.

Das Problem: Die Behandlung stellt ein Risiko dar. Denn die Drogen sind mit tödlichen Bakterien kontaminiert. Das wissen die Langstroms aber nicht. Als Batman vor der Behandlung interveniert, kommt es zwischen ihm und Man-Bat zum Kampf – und schließlich kooperieren sie doch, um die Schurken hochzunehmen. Am Ende stellt sich heraus, dass offenbar nicht mal die Hälfte der Drogen kontaminiert war. Man-Bat ist sauer auf Batman, weil er ihn um seine Chance gebracht hat, seine Tochter zu heilen. Sollte sie sterben, schwört er Rache …

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Von Batman zu Man-Bat (Teil 3)

DC Comics

Titel: Beware the Eyes of Baron Tyme/Fugitive from Blind Justice/Peal of the Devil-Bell/Scream of the Gargoyle

Autor/Zeichner: Gerry Conway, Martin Pasko/Steve Ditko, Pablo Marcos

Erschienen: 1976 (Man-Bat #1-2, Detective Comics #458-459)


Im Jahr 1976 bekam Man-Bat sogar eine eigene Serie. Sie hielt allerdings nur zwei Ausgaben durch. Immerhin wurde die Geschichte später in zwei Ausgaben von Detective Comics zu Ende erzählt. Das Besondere am ersten Heft: Es ist das einzige Mal, dass Spider-Man-Co-Schöpfer Steve Ditko Batman zeichnet – und er zeichnet ihn einzigartig, meist mit einem schwarzen Gesicht, das bis auf die Augen im Schatten verschwindet.

Zunächst wird Francine Langstrom wieder rückfällig, weil sie von einem Schurken namens Baron Tyme manipuliert wird, um für ihn Morde zu erledigen. Dieser bunt gekleidete Typ residiert in einem Schloss und spielt mit schwarzer Magie, um Macht anzuhäufen. Außerdem hat er ein paar fiese Illusionstricks drauf.

Als Batman auf Francines She-Bat-Eskapaden aufmerksam wird, will er zunächst Man-Bat ausschalten, doch nach einiger Erklärung heilen sie Francine und Man-Bat zieht alleine los, um den bösen Baron zu besiegen. Ihm ist es wichtig, sich von Batman zu emanzipieren: Er will nicht mehr auf dessen Hilfe angewiesen sein.

Im zweiten Heft kriegt es Man-Bat mit dem Ten-Eyed-Man zu tun, einem Attentäter, der seine Augen in den Fingerspitzen trägt (was erhebliche Nachteile hat, wenn er seine Hände benutzt). Er bekommt den Auftrag, Man-Bat zu töten, weil jemand ein persönliches Problem mit Vigilanten und anderen Monstern hat.

Während Langstroms Freunde eine Party für ihn feiern, muss er als Man-Bat den Attentäter zur Strecke bringen. Und dann wird es albern. Der Schurke hält sich bei einer Explosion die Hände vor seine blinden Augen – und wird dadurch erst recht blind. Orientierungslos fällt er vom Hochhaus. Man-Bat macht sich keine große Mühe, hinterherzuspringen, um ihn zu retten.

Kurz darauf (in Detective Comics #458) wird Francine wieder kontrolliert von einem Schurken, verwandelt sich wieder in She-Bat und folgt dem Ruf einer Glocke zu einer alten Kirche. Ein Dämon in Menschengestalt lockt sie und Man-Bat her, um sie zu steinernen Gargoyles zu machen. Wieder hat alles eine magische Vorgeschichte rund um Flüche usw., die allerdings den Leser nicht zu bezaubern vermag.

Wieder muss Man-Bat seine Frau retten (Detective Comics #459). Wieder bleibt sie bei all dem das passive Opfer. Ihre Superkräfte gelten als Fluch, weil sie immer wieder von bösen Mächten missbraucht werden. Kirks Kräfte hingegen dienen heldenhaften Zwecken. Die Geschichte über die beiden erschöpft sich in Wiederholung, da es an interessanten neuen Ideen fehlt. Das ist zwar schade, aber am Ende vielleicht doch das geringere Übel, dass dieses Konzept eingestellt wurde.

In den Jahren 1977 und 1978 tauchte Man-Bat allerdings regelmäßig in der Serie Batman Family auf (ab Ausgabe #11), ein Konzept, das eine Zeit lang auch in Detective Comics fortgesetzt wurde.

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Von Batman zu Man-Bat (Teil 2)

Titel: Man-Bat Madness/Man-Bat Over Vegas/King of the Gotham Jungle

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Frank Robbins, Irv Novick

Erschienen: 1971, 1972, 1974 (Detective Comics #416, #429, Batman #254)


Kirk Langstrom und Francine heiraten endlich doch. Und Batman steht daneben als Trauzeuge und ist erleichtert: „They’re so blissfully human now …“ Nachdem sich beide in monströse Fledermausmenschen verwandelt haben (Detective Comics #400, 402, 407), leben sie wieder Normalität. Oder versuchen es wenigstens. Zur Sicherheit schenkt Batman ihnen einen Koffer voller Gegenmittel – falls es zu einem Rückfall kommen sollte.

Und das tut es natürlich auch. Zwar verspricht Kirk seiner Frau, nie wieder an Fledermäusen herumzuexperimentieren, doch kaum hört er aus dem Nachbarlabor Ultraschall, fragt er sich: Was war so falsch daran, mehr sein zu wollen als nur ein Mensch? Nichts! Und schon mixt er sich eine neue Man-Bat-Formel zusammen.

In der Oper bringen ihn die hohen Töne der Musik dazu, sich wieder in Man-Bat zu verwandeln. Batman verfolgt ihn in eine U-Bahn, Menschen kommen in Gefahr, Batman appelliert an Kirks Menschlichkeit. Aber auch wenn Man-Bat bei der Rettung der Zivilisten hilft, will er kein Abklatsch von Batman mehr sein – sondern der einzig wahre Batman. Er fliegt nach Hause und will sein neues Serum schlucken, doch Batman hat es gegen sein Gegenmittel eingetauscht.

Ein paar Ausgaben später wird Francine rückfällig. Ein Atombombenversuch scheucht Fledermäuse aus einer Höhle auf und kurz darauf treibt ein Vampir sein Unwesen in Las Vegas – ein Mann stirbt. Vampirfledermäuse? Unwahrscheinlich. Da die Langstroms in der Nähe sind, zieht Batman den naheliegenden Schluss. Francine ist zum Vampir-Man-Bat mutiert, nachdem eine Vampirfledermaus sie gebissen hat.

Im Zweikampf erweist sie sich als zähe Gegnerin. Als Monster bringt sie sogar fast ihren Mann um. Der will sie daraufhin erschießen, aber Batman weiß eine bessere Lösung: eine Bluttransfusion. Allzusehr scheint Kirk seine Frau nicht zu lieben …

Und schließlich, zwei Jahre später in Batman #254, sind alle schlechten Erfahrungen und guten Vorsätze vergessen: Kirk Langstrom experimentiert wieder an Fledermäusen herum und denkt sich: Eigentlich wollte er doch Batman helfen! Sollte er wieder sein Glück versuchen? Ja, warum eigentlich nicht?

Als Batman wieder Pech hat mit einer Bande von Einbrechern, mischt sich Langstrom wieder als Man-Bat ein. Diesmal kontrolliert er angeblich sein Serum. Er bringt den Hubschrauber der Gauner zum Absturz und hält sie von der Flucht ab. Kirk erkennt, dass es mehr braucht als Superkräfte, um das Verbrechen zu bekämpfen. Batman scheint plötzlich auch kein Problem mit der monströsen Verwandlung zu haben und hält ihm keine Standpauke. Er stellt Kirk in Aussicht, dass sie mit mehr Teamwork ein unschlagbares Paar werden könnten.

Und was ist mit Francine? Spielt keine Rolle mehr. Bat-Business ist eben Bro-Business.

 

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Von Batman zu Man-Bat (Teil 1)

Titel: Challenge of the Man-Bat/Man or Bat/Marriage Impossible

Autor/Zeichner: Frank Robbins/Neal Adams

Erschienen: 1970-1971 (Detective Comics #400, 402, 407), Paperback 2004/2019 (Batman Illustrated by Neal Adams Vol. 2/Batman by Neal Adams: Book Two), 2017 (Batman Arkham: Man-Bat)


Wenn man bedenkt, dass Schurken meist das Gegenteil des Helden darstellen, dann verwundert es, dass die Batman-Autoren erst nach 31 Jahren auf die naheliegendste aller Ideen kamen: einen echten Fledermausmann. Zur Jubiläumsausgabe von Detective Comics #400 bekam Batman es mit Man-Bat zu tun – einer Variation des Jekyll & Hyde-Themas, des Werwolf-Mythos und auch Dracula spielt hier hinein.

Die Geschichte handelt von Kirk Langstrom, einem Zoologen, der eine Ausstellung zu nachaktiven Tieren im Museum vorbereitet. Dazu erschafft er überlebensgroße Modelle von Fledermäusen. Und er tut es anscheinend ganz allein. Nebenbei findet er trotzdem die Zeit für Privatforschung. Denn Langstrom ist ein Batman-Fan, der seinem Vorbild nacheifern will, indem er es übertrifft. Also injiziert er sich ein Serum, das er aus Fledermäusen gewonnen hat.

Eigentlich will er nur besser hören und im Dunkeln sehen, aber dann stellt er fest, dass auch sein Körper sich verändert: Langstrom bekommt Riesenohren, Fell und schließlich auch Flügel. Als Man-Bat hilft er anfangs noch Batman, der desen Aussehen für eine Maske hält. Dann will Langstrom den Mutationsprozess stoppen, aber sobald die Verwandlung komplett ist, wehrt sich sein neues Ich gegen jeden Eingriff. Aus Langstrom ist die Bestie Man-Bat geworden. Und was tun Monster wie diese? Sie schnappen sich eine Schönheit, die sie auf ihre Seite ziehen wollen – und zwar durch Nötigung.

In dem Fall ist das Francine, Langstroms Verlobte. Im dritten Teil zwingt er sie vor den Traualtar. Batman will das verhindern, ohne dass klar wird, warum. Der Mann, der sich anzieht wie eine Fledermaus, hat wohl etwas gegen Mischwesen und -ehen. Vielleicht auch, weil dieser Man-Bat zufällig seine Batcave entdeckt hat.

Francine hingegen ist anfangs noch gewillt, sich an den neuen Anblick ihres Geliebten zu gewöhnen, doch das reicht Man-Bat nicht. Er will, dass sie ihn genauso toll findet, wie er ist. Also macht er auch sie zum Fledermausmenschen.

Batman will Langstrom jedenfalls lieber von seiner Bürde „heilen“, auch wenn Langstrom sie nicht als Bürde ansieht. Erst als Batman ihm das Gegenmittel in die Blutbahn jagt und aus Man-Bat wieder Langstrom wird, sieht es Langstrom so wie Batman: „I was inhuman!“

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Neal Adams auf Irrfahrt

batman odyssey

DC Comics

Titel: Batman: Odyssey (dt. Odyssee)

Autor/Zeichner: Neal Adams

Erschienen: 2010-2012 (Batman Odyssey Vol. 1 #1-6, Vol. 2 #1-7) Paperback 2012; dt. Panini 2011-2012 (DC Premium #76/80), Eaglemoss 2016 (2 Bde.)


„You’re acting very mysterious … and weird.“ (Robin)

Batman erzählt Robin eine Geschichte und weiht ihn in ein Geheimnis ein: Am Anfang seiner Karriere hat er noch Pistolen benutzt. Nicht, um zu töten, sondern nur zur Selbstverteidigung. Oder um Leute zu erschrecken, wenn es nötig war. Aber als er auf einem fahrenden Zug einem Terroristen gegenüberstand, der viele Menschen töten wollte, wollte er ihn tatsächlich umbringen – fürs Gemeinwohl. Aber dann kam ihm jemand dazwischen …

Jahre später scheint sich Batman auch nicht viel weiter entwickelt zu haben. Als ein falscher Riddler unabsichtlich ein Mädchen erschießt, rastet Batman aus und will ihn umbringen – und das obwohl sein Batarang die Waffe in die falsche Richtung gelenkt hat. James Gordon versucht ihn davon abzuhalten, aber dann erweist sich das Mädchen doch nicht als tot.

Man-Bat, Ra’s al Ghul und Joker

Aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Denn in Neal Adams‘ Odyssey passiert so viel, dass man nur schwer folgen kann. Da gibt es einen Man-Bat in der Bathöhle, der offenbar süchtig nach seinem Serum ist, ein falscher Riddler versucht, Dinosaurier-Modelle von Ra’s al Ghul zu stehlen, Talia erscheint und behauptet, Bruce schon als Kind gekannt zu haben, weil Ra’s al Ghul ein Geschäftspartner von Thomas Wayne gewesen sein soll, Ubu wird zu Man-Bat. Ein Neandertaler im Batman-Kostüm taucht aus dem Nichts auf, nur um daraufhin ohne Erklärung wieder zu verschwinden, kurz danach erscheint auch Aquaman und lässt Ubu von einem großen Manta-Rochen töten, dann doch nicht … Der Joker läuft (zusammen mit Doppelgängern?) Amok in einem Museum, wird von Deadman in Besitz genommen und besucht mit Batman Arkham, wo er auf die gesamte Rogues Gallery und den Sensei trifft – und das ist nur die erste Hälfte.

Chaotische Handlung

Was zum Teufel ist hier los? Und vor allem: Was ist mit Batman los? Der benimmt sich, wenn er nicht gerade wild um sich ballert oder jemanden umbringen will, wie ein Idiot. Immer wieder fällt er mit seiner allzu flapsigen Sprache aus der Rolle: Robin nennt er „boy blunder“, sein fliegendes Batmobil hält er für „James Bond cubed“, zu Alfred sagt er „Go to hell, you freak“, immer wieder beschimpft er andere als „jerk“ oder „stupid idiot“, ohne um Tautologien verlegen zu sein. Wenn er die Nerven verliert, wiederholt er sich wie ein Kind: „I hate hate hate the breath in your lungs …“ In der Rahmenhandlung erweist er sich als sehr geschwätzig, viele Sprechblasen sind zum Beispiel seinem Kaffee gewidmet.

Es ist nicht klar, was Neal Adams mit seinem Batman will. Soll das eine Parodie sein oder eine Hommage an Adam West? Versucht er sich daran, Batman zu dekonstruieren, wie es Frank Miller immer wieder getan hat? Tatsächlich erinnert diese Geschichte an die umstrittene Serie All-Star Batman and Robin, the Boy-Wonder von Miller und Jim Lee. Auch darin spricht und handelt Batman nicht so, wie man es von ihm kennt – ganz im Gegenteil, aber das hat System. Hier aber soll manches wohl witzig sein, anderes ist unfreiwillig komisch. Die Story kränkelt daran, dass sich die Ereignisse überstürzen und man sich zu lange fragen muss: Was soll das Ganze? Die Handlung wirkt chaotisch, die Motivation der Figuren schwer nachvollziehbar. Auch als Ra’s al Ghul mittendrin alles erklärt, wird es nicht viel klarer und die Geschichte verliert sich in einem Kampf mit Neandertalern und Dinos im Erdinnern.

Schwache Zeichnungen

Neal Adams ist ein ziemlich unbeholfener und undisziplinierter Autor. Weder Dramaturgie noch Dialoge überzeugen. Ein weiteres Problem ist, dass er zu viele Figuren und Nebenhandlungen in diese Geschichte packt. Gerade das Erdinnere hat es ihm angetan, selbst ägyptische Götter haben bei ihm dort Zuflucht gefunden. Doch auch als Zeichner hat Adams schon bessere Tage gesehen, hier sind die Gesichter manchmal so überzeichnet, dass sie wie Karikaturen wirken, andere sogar entstellt.

Es gibt nur wenige gute Batman-Comics, viele sind Durchschnitt, die schlechten sind meist einfach nur langweilig. Aber Batman Odyssey ist einfach nur schwer erträglich. Eine Zumutung auf über 330 Seiten. Vor diesem Hintergrund besteht für Neal Adams nächste Mini-Serie, Batman vs. Ra’s al Ghul, kein Grund zur Vorfreude.

>> Batman 2000-2011
>> Batman 2011-2019

Manbat gründet eine Familie

DC Comics

DC Comics

Titel: Manbat (The Subterraneans)

Autor/Zeichner: Jamie Delano/John Bolton

Erschienen: 1995 (Mini-Serie #1-3, Paperback 1997)


„The universal cruelty of nature is hard to face. But all life is subject to her one immutable law: adapt, or die.“ (Kirk Langstrom)

Die Tierschutzaktivistin Marylin Munro (nicht zu verwechseln mit der Schauspielerin) will eigentlich nur mit der Kamera dokumentieren, welche Monster in den Laboren von Edencorp erschaffen werden. Dabei kommt sie in den Besitz eines genetischen Materials für Killer-Heuschrecken, die die ganze Menschheit ausrotten könnten. Auf der Flucht fällt sie allerdings in eine Höhle, wo Kirk Langstrom eine Familie gegründet hat. Eine Familie von Manbats, also Mensch-Fledermaus-Mutanten. Langstrom hält sich und seinesgleichen für eine überlegene Superrasse und will die Menschheit mit den Heuschrecken auslöschen. In der Zwischenzeit düst Batman im Auftrag von Edencorp durch die Gegend, um Marylin zu finden und das Schlimmste zu verhindern. Es kommt zum Kampf zwischen den Fledermausmenschen.

So eine Story zusammenzufassen, klingt doch immer ein bisschen bescheuert. Es ist der alte Superhelden-Topos vom Mad Scientist, der die Apokalypse heraufbeschwört. Aber wenn man die im aufwendig gemalten Seiten von John Bolton sieht, merkt man schnell, dass der banale Inhalt in einer künstlerisch hochwertigen Verpackung steckt, wodurch er gleich viel weniger banal erscheint. Bolton schafft mit seinen Bildern, die irgendwo zwischen schwarzer Romantik (Füsslis Nachtmahr) und Expressionismus verortet sind, eine beklemmende, alptraumhafte Atmosphäre.

Aber auch die Handlung ist gar nicht mal so plump, wie sie sein könnte, weil Langstrom nicht einfach nur irre oder böse oder beides ist, sondern eine höchst konfliktreiche Figur. Ein Mann, äußerlich zwischen Mensch und Tier, der einfach nur seinen Frieden will und der innerlich zerrissen ist in der Frage, ob er den Untergang der Menschheit beschleunigen soll oder nicht. Auch die Nebenfiguren, wie Langstroms Frau Francine, sein Sohn oder die Aktivistin Marylin kommen zu ihrem Recht.

Nur Batman bleibt relativ primitiv und langweilig. Zwar macht er als blauer Koloss mit Riesenohren und extravagantem Umhang optisch was her. Sonst ist er aber so aufgesetzt steif, pflichtbewusst und humorlos wie ein Beamter – und erinnert dadurch an den alten Spießer-Batman Adam West. Passend dazu gibt es auch Szenen wie: Batman bekommt einen Strafzettel fürs Zuschnellfahren, Batman reitet auf einem Esel und Batman stülpt sich einen Schlapphut über seine spitzen Ohren oder er belehrt Prostituierte, wie sie ein besseres Leben führen können. Manche mögen das witzig finden, die Fledermaus abseits der vertrauten Routinen zu sehen, aber mir fällt es dadurch schwer, das Ganze ernst zu nehmen.

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