Autor: Lukas

Journalist, Blogger, Batman-Fan

Gemeinsam gegen Ra’s al Ghul

DC Comics

Titel: Batman and the Outsiders Vol. 1: Lesser Gods

Autor/Zeichner: Bryan Hill/Dexter Soy

Erschienen: 2019 (Batman and the Outsiders #1-7), Paperback 2020


Vor ein paar Jahren hat Batman eine Geheimorganisation aufgehalten, Menschen in Superwesen zu verwandeln. Eine Überlebende dieser Experimente ist Sofia Barrera. Auf sie und ihren Vater wird ein Anschlag verübt, sie überlebt. Batman beauftragt Kaliber, einen Cyborg, um sie zu beschützen. Dann wird sie aber von Ra’s al Ghul entführt, der sie in eine Killerin mit dem klangvollen Namen Babylon machen will.

Batman trommelt sein neues Team zusammen: die Outsiders, angeführt von Black Lightning. Mit dabei sind Signal, Orphan und Katana. Gemeinsam versuchen sie, Sofia zu befreien und zurück zum Licht zu führen. Batman operiert nur als graue Eminenz im Hintergrund, die Arbeit als Lehrer und Anführer überlässt er Black Lightning. Das macht die Serie zwar strenggenommen zu einem Etikettenschwindel, aber es tut ihr auch gut, dass sie sich nicht um Batman dreht, denn dafür hat er genug eigene Geschichten. Black Lightning gibt – wie schon in On the Outside – einen sympathischen Helden ab, der versucht, die Truppe zusammenzuhalten. Denn jedes Mitglied hat seine eigenen Dämonen …

Das Problem ist hier eher die Figur von Sofia. Sie ist ein neuer Charakter, eine Unbekannte, für die man Interesse aufbringen soll, aber Autor Bryan Hill investiert anfangs zu wenig Zeit, um sie adäquat einzuführen, sodass ihr Schicksal einem ziemlich egal sein kann. Der Mord an ihrem Vater allein reicht nicht. Dafür hat man ähnliche Helden-Schicksale schon zu oft gelesen. Einnehmender wird es erst, als Duke Thomas (Signal) mit Ra’s sympathisiert.

Ansonsten ist der erste Outsiders-Band ein wahrer Pageturner: rasante Action, große Panels mit viel Raum für die erstklassigen dynamischen Zeichnungen von Dexter Soy und dazwischen nur so viel Text wie nötig. Innovativ ist das zwar nicht und es ist auch keine abgeschlossene Geschichte, die hier erzählt wird, aber doch eine, die genug Spannung weckt, die Fortsetzung zu lesen. Wenn man sich grundsätzlich für das Konzept erwärmen kann.

>> Batman 2011-2019

Alfred mausert sich zum Detektiv

Alfred: Vom dicken Butler zum mageren Detektiv. (DC Comics)

„The ideal detective is athletic, light and swift in movement, graceful as a swan and utterly self-possessed in all circumstances!“

Alfred war nicht immer der, den man heute kennt. Es brauchte lange, bis er sich vom Butler zur Vaterfigur und zum Mädchen für alles mauserte. Nach ihrem ersten Auftritt wurde die Figur in den 40er-Jahren immer weiter entwickelt, allerdings noch als Comic Relief.

Anfangs hatte Alfred nicht einmal einen Nachnamen. Er war nur ein dicker, trampeliger Butler, der aber lieber Detektiv wäre. Als er einmal auf der Straße das Gespräch zweier zwielichtiger Gestalten belauscht, glaubt er, dass es sich um einen Erpressungsversuch handelt („Alfred Gets His Man“, World’s Finest #12, 1943). Er ergreift die Initiative und kommt zur Geldübergabe – natürlich undercover. Total unauffällig verkleidet mit Sherlock-Holmes-Mütze, Pfeife und Sonnenbrille …

Cover zu World’s Finest #12, Detective Comics #83 und 96 (DC Comics)

Leider stellt er sich dabei auch sonst nicht sehr geschickt an: Er bittet den Verdächtigen, mit ihm zur nächsten Polizeiwache zu kommen und das Geld mitzubringen. Der verpasst ihm einen Schlag auf den Kopf und entführt ihn mit dem anderen auf ein Schiff. Es wird klar: Die beiden sind Schmuggler. Sie wollen Alfred umbringen, aber stellen sich dabei kreativ an: Sie stellen einen Eimer mit gefrorenem CO2 auf und lassen ihn mit den aufsteigenden Dämpfen langsam ersticken.

Alfred befreit sich, ritzt ein Batsymbol in ein bemaltes Bullauge. Weil er auch noch zufällig ein Funkgerät mitgebracht hat, hören ihn Bruce und Dick, die gerade zufällig beim Tiefseefischen sind. Beim Versuch ihn zu befreien werden sie selbst gefangen genommen. Alfred hilft ihnen, sich zu befreien und sie werden zum Dynamischen Trio. Alfred will aber hinterher keinen Ruhm einheimsen. Er bleibt lieber anonym.

Alfred nimmt ab

Beim nächsten Mal („Accidentally on Purpose“, Detective Comics #83, 1944) erleben die beiden Alfred von einer ganz anderen Seite: beim Fitnesstraining. Er hat nämlich beschlossen, dass ein Detektiv auch körperlich gut in Form sein muss. Er fährt weg und macht eine Schlankheitskur. Bruce und Dick sind froh, mal das Haus für sich zu haben. Trotz seiner scheinbaren Untergebenheit kommandiert er die beiden nämlich mehr herum als sie ihn: „He’s a tyrant in his own way – and he’s clumsy as an elephant — but we’ll miss him“, sagt Bruce.

Alfred bringt sich in Form – beim Fitnesstraining. (DC Comics)

Beim nächsten Fall hilft ihnen Alfred wieder aus der Patsche, indem er sich tollkühn von hinten auf drei Gangster wirft. Allerdings erkennen ihn Batman und Robin zunächst nicht. Nicht nur weil er schlanker ist, auch weil er einen Schnurrbart trägt. Aber am Ende stolpert er wieder, als er das Essen serviert und dabei in seinem Detektiv-Ratgeber liest. Insofern bleibt er dann doch ganz der alte Trampel.

Alfred als Privatdetektiv

Alfred lässt aber nicht locker. Als Möchtegern-Detektiv erlebt er sogar eine Reihe von kurzen Solo-Abenteuern, die von 1944 bis 1946 in der Serie Batman erscheinen. Dabei löst der Tollpatsch seine Fälle stets mit mehr Glück als Verstand. Einmal trifft er im Batman-Kostüm auf Catwoman, macht ihr den Hof und verhaut sie am Ende, aber das ist eine andere Geschichte … („The Duped Domestics“, Batman #22, 1944).

Um seine Fähigkeiten zu erweitern, belegt er sogar einen Fernkurs in Kriminologie. Aber Batman und Robin lassen ihn trotzdem nicht bei sich mitmachen. „Sorry, Alfred – one doesn’t learn all there is to know about crooks by mail!“ – „Nor from books, either, Alfred.“ Auch dass er ihnen schon viele Male aus der Patsche geholfen hat, beeindruckt sie nicht.

Der frustrierte Butler nimmt also mal wieder einen Monat Urlaub und macht in der Stadt Middleton eine Privatdetektei auf („Alfred, Private Detective“, Detective Comics #96, 1945). Batman und Robin ziehen los gegen den Gangster Stoney Peters. Batman wird angeschossen. Peters haut ab – zufällig nach Middleton. Dort heuert er Alfred als Detektiv an, um einen Mann auszuspionieren, den er ausrauben will. Der naive Alfred lässt sich darauf ein und erkennt zu spät, dass seine Dienste für ein Verbrechen missbraucht worden sind. Nachdem er sich der Polizei erklärt, wird er eingesperrt.

Batman und Robin folgen Peters nach Middleton und finden Alfred im Gefängnis. Alfred will ihnen helfen und bricht aus, auch wenn er dabei beschossen wird. Ihm ist keine Gefahr zu groß im Dienste der guten Sache. Dann werden alle drei von den Gangstern wieder gefangen genommen und helfen sich wieder gegenseitig aus der Patsche. Am Ende ist Alfred der strahlende Held. Und: Endlich bekommt er in dieser Ausgabe einen Nachnamen. Er lautet noch Beagle. Pennyworth kommt erst viel später – in den 60ern.

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Blauer Batman gegen roten Batman

DC Comics

Titel: The Player on the Other Side

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Michael Golden

Erschienen: 1984 (Batman Special #1), Paperback 2009 (Batman: The Wrath), Hardcover 2014 (Batman: A Celebration of 75 Years)


Im Grunde ist es trivial zu sagen, ein bestimmter Schurke sei das Gegenteil von Batman. Denn das trifft auf die meisten seiner klassischen Schurken zu: Joker ist der Anarchist im Gegensatz zu Recht und Ordnung, Two-Face spiegelt die dunkle Seite seines Doppellebens, der Riddler ist mit seinen Rätseln der intellektuelle Gegenpart zum Detektiv, Man-Bat erklärt sich von selbst usw.

1984 wurde aber ein Schurke geschaffen, der als das genaue Gegenstück konzipiert war: The Wrath. Ein Schurke mit einem ganz ähnlichen Kostüm, nur eben in Rot und Violett statt in Blau und Grau. Er ist sogar am gleichen Tag entstanden: Während Bruce Waynes Eltern von einem Räuber erschossen wurden, wurden seine Eltern, die Einbrecher waren, von einem Polizisten erschossen. Aus dem einen wurde ein Verbrechensbekämpfer, aus dem anderen ein Verbrecher, der sich an Polizisten rächt.

Batman & The Wrath (DC Comics)

Als nächstes ist Commissioner James Gordon dran: Drei Attentatsversuche verübt Wrath auf ihn: ein Schuss, eine Autobombe, eine Bombe in einer Essenslieferung. Batman sieht einen Zusammenhang mit anderen Polizistenmorden. Ohne bestimmten Grund (wahrscheinlich „Instinkt“) vermutet er, sein Gegenstück gefunden zu haben: „The Player on the Other Side“. Laut einem Essay von Thomas Huxley handelt es sich dabei um eine Allegorie: Ein unbekannter Gegner in einem Schachspiel (Welt), der nach den Regeln spielt (Naturgesetze), aber keine Fehler macht.

Doppelter Gedenktag am 26. Juni

The Wrath erfährt, dass der 26. Juni für Batman eine besondere Bedeutung hat. An diesem Tag sind die Waynes gestorben, also muss er Batman sein. Er zerstört das Grab der Waynes und sprayt die Botschaft „Give me C.G.“ darauf – gemeint ist Commissioner Gordon. Dann schlägt er Alfred krankenhausreif. Schließlich kommt es zur Konfrontation in Crime Alley, inklusive Leslie Thompkins.

Mike W. Barr erzählt in „The Player on the Other Side“ eine dramatische und sehr persönliche Geschichte voller Spannung und Wendungen, in der am Ende sogar Batman für einen Tod verantwortlich ist, was aber niemanden zu stören scheint. Michael Golden inszeniert sie über 40 Seiten hinweg mit präzisem Strich, lebensnah und ausdrucksstark.

The Wrath ist ein skrupelloser Killer, der jeden umbringt, der sich ihm in den Weg stellt, aber man erfährt nie seinen wahren Namen. Etwas schade ist, dass es so schnell mit ihm zu Ende geht. Allerdings kehrt der „Anti-Batman“ zurück in Batman Confidential #13-16 (2008) und in Detective Comics Vol. 4: The Wrath (2014).

>> Batman 1980-1989

Aus Hugo Strange wird keiner schlau

DC Comics

Titel: Gotham Knights: Transference

Autor/Zeichner: Devin Grayson/Dale Eaglesham, Paul Ryan

Erschienen: 2000-2001 (Gotham Knights #1-12), Paperback 2020


„I am a model of sanity.“ (Hugo Strange)

Nach dem Ende von No Man’s Land begann auch für Batman ein neues Jahrtausend. Gotham und Wayne Manor wurden neu aufgebaut. Die Serie Shadow of the Bat wurde beendet und durch Gotham Knights ersetzt. Und diesmal durfte erstmals eine Frau eine Batman-Serie schreiben: Devin Grayson.

In den ersten sechs Ausgaben erzählt sie zunächst Kurzgeschichten, die sich über ein bis zwei Ausgaben erstrecken und jeweils andere Mitglieder der Batman-Family zum Schwerpunkt haben: Robin, Nightwing, Batgirl, Oracle. Der rote Faden ist die berechtigte Frage: Warum umgibt sich einer wie Batman mit Helfern? Batman müsste es nach seinem Schicksalsschlag besser wissen: „The risk of LOSS is always too GREAT.“ In den Captions reflektiert in jeder Ausgabe ein unbekannter Erzähler, der Bruce Waynes Geheimidentität kennt, über die einzelnen Mitglieder seiner „Familie“. Dabei geht es auch um die Frage, wie Batman damit klarkommt, seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden.

Die Storys handeln meist von gewöhnlichen Kriminellen, die Schurken der Rogue’s Gallery haben nur kleine Auftritte. Die Auflösungen überraschen und überzeugen mal mehr, mal weniger. In einer Ausgabe kämpft Batman gegen den Key, der zuletzt in JLA #8-9 aufgetreten ist. In einem Zweiteiler geht es um den Geist eines toten Jungen, der Tote temporär zu Zombies wiederaufstehen lässt.

Die Rückkehr des Hugo Strange

Die erste längere Story ist der Vierteiler Transference: Hugo Strange kehrt zurück. Und wieder trägt er ein Batman-Kostüm, weil er es einfach nicht lassen kann. Zunächst entführt er Catwoman und lässt sie entkommen. Dann führt er seinen neuesten Racheplan aus, der diesmal von bestechender Einfachheit ist: Er schleicht sich als Psychiater bei Wayne Enterprises ein und will Bruce Wayne bei einer Routineuntersuchung erschießen.

Aber weil er sich dabei viel Zeit mit Reden lässt und sich noch eine Zigarre anzündet, kann sich Bruce aus der misslichen Lage befreien und schnell ins Batman-Kostüm schlüpfen. Doch statt Strange zu entwaffnen und dingfest zu machen, schlägt er ihm nur die Waffe aus der Hand und rennt aufs Dach. Warum? Vielleicht weil Strange ihm später droht, sein Geheimnis zu verraten. Batman springt vom Dach ins Batmobil, das daraufhin explodiert. Strange dringt in Wayne Manor ein und gibt sich als Batman aus. Kurz darauf taucht Bruce auf und scheint völlig ahnungslos von Batman zu sein.

ACHTUNG SPOILER!

Am Ende stellt sich alles nur als große Show heraus, um Hugo Strange von der fixen Idee abzubringen, dass Bruce Wayne Batman ist. Es stellt sich die Frage: Was will er eigentlich? Batman töten oder Bruce Waynes Geheimnis verraten? Auf jeden Fall will er ihn ersetzen. Aber die Motivation scheint zu schwanken. Er sei ein Paradebeispiel geistiger Gesundheit, sagt Strange über sich, aber daran gibt es doch erheblichen Anlass zum Zweifel. Und diese planlose Besessenheit macht die Figur auch so eindimensional.

Aber auch Bruce Wayne benimmt sich hier sonderbar. Nicht nur wegen seiner plötzlichen Amnesie, sondern vor allem weil er sich beim Wiederaufbau von Wayne Manor und in seiner Firma bewusst wie ein Vollidiot verhält, der nicht mal weiß, wie man das Treppenhaus findet, wenn es brennt. Das ist so übertrieben, dass es nicht nur Lucius Fox zur Weißglut treibt.

Visuell bewegen sich die ersten zwölf Ausgaben Gotham Knights auf einem Durchschnittsniveau, wobei einige Zeichner mehr überzeugen als andere. In einer Ausgabe wirkt jede Figur, als hätte man ihre Muskeln bis zum Platzen aufgepumpt, in einer anderen entgleisen alle Gesichtszüge – sehr gewöhnungsbedürftig.

Insgesamt ist das einer der vielen Batman-Bände, die man ohne große Vorkenntnisse lesen kann, aber nicht muss. Das Interessanteste spielt sich in den Captions ab: Es sind vor allem die Essays über Batman und Co., die die Geschichten lesenswert machen.

Wer sich nur für Hugo Strange interessiert: Transference (Gotham Knights #7-11) ist auch im Paperback Batman Arkham: Hugo Strange (2018) erschienen.

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Batman ist bankrott

DC Comics

Titel: Down to the Bone

Autor/Zeichner: Doug Moench/Denys Cowan

Erschienen: 1986 (Batman Annual #10), Paperback 2018 (Batman Arkham: Hugo Strange)


Bruce Wayne ist pleite. Ganz plötzlich haben Anteilseigner der Wayne Foundation ihre Anteile verkauft, nachdem sie bedroht worden sind. Lucius Fox hat nicht aufgepasst, weil er mit Wahlkampf beschäftigt war (er will Bürgermeister werden). Aber Bruce gibt sich selbst die Schuld. Jedenfalls gehört die Stiftung nicht mehr Wayne, Lucius fliegt raus, Bruce hat kein Geld mehr, er verliert sogar Wayne Manor.

Als könnte es nicht mehr schlimmer kommen, erleidet Alfred nach dem Besuch eines Fremden plötzlich einen Herzinfarkt und Bruce verliert das Sorgerecht für Jason Todd. Bruce bleiben nur noch 37 Dollar und sein Batman-Kostüm. Zum ersten Mal muss er selbst Lebensmittel kaufen, das Meiste geht für eine Heizplatte drauf, mit der er sich in einem Glockenturm Dosen warmmacht. „Why doesn’t my utility belt have a spoon?“ Er hat nicht mal Kleingeld zum Telefonieren.

Und es kommt noch schlimmer: Ein Unbekannter gibt sich als Batman aus und begeht Diebstähle. Der wahre Batman ermittelt und erkennt einen Zusammenhang. Es muss also jemand sein, der seine Geheimidentität kennt. Da kommen nur zwei in Frage und weil es schon auf dem Cover verraten wird, wollen wir es nicht zu spannend machen: Hugo Strange.

Überleben dank Mandroids

Ist der nicht tot? Ja, das haben wir uns schon beim letzten Mal gefragt. Und nein: Er ist es auch diesmal nicht. Denn der Hugo Strange, der einen Wayne-Manor-Nachbau auf sich einstürzen ließ (Batman #356, 1983) war kein echter Hugo Strange, sondern nur ein Roboter. Diese Erklärung ergibt nicht wirklich Sinn, wo es ihm doch beim letzten Mal sehr darauf ankam, Batman im Zweikampf zu besiegen. Aber sei’s drum: Der verrückte Professor hat Bruce ruiniert und will jetzt auch Batmans Ruf folgen lassen.

Batman und Robin sprengen sich ihren Weg nach Wayne Manor, müssen mit Batman- und Strange- und Robin-Robotern („Mandroids“) fertig werden. Nach einer Prügelei in der Bathöhle, kommt es zum Showdown mit Helikopter und Batmobile. Strange landet im Knast. Aber ist es auch diesmal der echte? Ja, alle möglichen Tests beweisen es. Strange ist derweil verwirrt, ob er wirklich weiß, dass Batman Bruce Wayne ist, oder ob Batman ihn das nur glauben lassen will.

Und als Bruce, Jason und Alfred am Ende vor den Trümmern von Wayne Manor stehen, bleibt am Ende die Erkenntnis, dass aller Luxus bloß wertloses Zeug ist. „Home is where the heart is.“ Zurück zum Status quo. Bis dahin war es aber ein Vergnügen, Bruce und Batman zumindest kurz ganz am Boden zu sehen.

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Ein Honest Trailer für Joker

Wenn ich einen Film richtig gut finde, schaue ich mir die Honest Trailer dazu lieber nicht an, weil ich mir die Filme nicht ruinieren will. Wenn man erst einmal auf etwas Bestimmtes hingewiesen wird, kann man den Film nicht mehr sehen, oder immer wieder daran zu denken.

Bei Joker habe ich mal eine Ausnahme gemacht. Und es zeigt sich: Gute Filme können selbst nicht von Honest Trailern kaputtgemacht werden. Oder andersrum gesagt: Je besser der Film, desto schlechter der Honest Trailer. Denn in einem Film wie Joker gibt es nicht viel, worüber man sich lustig machen könnte. Und so ist das Video mehr zu einer Würdigung und Verteidigung gegen die Kritiker geworden, die behauptet haben, der Film stifte zu Gewalt an. Die Realität hat uns eines Besseren belehrt: Es laufen nicht überall Killer-Clowns herum und spielen Revolution.

Die witzigste Bemerkung ist der Vergleich mit Jared Letos Joker in Suicide Squad: „instead of writing ‚damaged‘ on his forehead, (he) just damages his forehead“.

Wer hat Batman getötet?

DC Comics

Titel: Where Were You On The Night Batman Was Killed?

Auto/Zeichner: David V. Reed/John Calnan

Erschienen: 1977 (Batman #291-294), Paperback 2009 (The Strange Deaths of Batman), Hardcover 2019 (The Joker: The Bronze Age Omnibus)


Batman ist tot. Doch wer hat ihn getötet? In Gotham machen Gerüchte die Runde, jeder Kleinganove reklamiert die Tat für sich, jede Geschichte klingt anders. Ein Gerichtsverfahren wird einberufen, kein offizielles, sondern eines der Schurken, in einem privaten Anwesen. Der Richter ist Ra’s al Ghul, der Ankläger ist Two-Face, die Jury besteht aus Poison Ivy, Scarecrow, Mad Hatter, Mr. Freeze, Spook und Signalman.

Nacheinander werden vier Zeugen vorgeladen, die behaupten, für Batmans Tod verantwortlich zu sein: Catwoman, Riddler, Lex Luthor und der Joker. Catwoman erzählt von einer wilden Verfolgungsjagd, bei der Batman mit ihr in einen Fluss stürzt. Sie rettet sich mit der Beute und einem Jaguar auf einen schwimmenden Käfig, als Batman aus dem kalten Wasser auftaucht und sich auf den Käfig ziehen will, stößt ihn Catwoman zurück, weil sie sonst mit ihm versinken würde. Ihre Beute ist ihr wichtiger als ihr Geliebter. Aber kann Catwoman, die noch nie getötet hat, eine Mörderin sein?

Joker: Mörder wider Willen

Der Riddler behauptet, Batman gefangen genommen und in die Luft gesprengt zu haben. Lex Luthor erzählt, er habe Supermans Bewusstsein in Batmans Körper übertragen und ihn dann totgeschlagen. Aber Two-Face schafft es, alle drei Aussagen zu widerlegen. Selbst Superman lädt er dafür als Zeugen vor, der sich bester Gesundheit erfreut.

Schließlich ist der Joker dran. Er sagt, er habe Batman im Zweikampf in einem Pelzgeschäft eine Überdosis Joker-Gift verpasst, an der er gestorben sei. Joker offenbart: Er habe schon oft Gelegenheit gehabt, Batman zu töten, aber habe ihn überleben lassen, um sich seinen aufregendsten Gegner zu bewahren – „my partner in fun and games“! Nachdem es zufällig doch passiert ist, ist es ihm auch nicht schade drum: „I hadn’t meant it–but I didn’t shed any tears over it, either!“

Der Joker habe daraufhin Batmans Maske gelüftet, aber dessen Gesicht und seine Fingerabdrücke unkenntlich gemacht, damit die Polizei was zu tun hat. Als Beweis habe der Joker aber Fotos vom Gesicht gemacht. Two-Face bezweifelt das und fordert den Beweis.

ACHTUNG: SPOILER!

Kurz darauf offenbart sich Two-Face aber als Batman selbst. Der Batman, den Joker getötet haben will, war nur ein Nacheiferer, ein Fanboy, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Batman hat den Prozess inszeniert, um den Mörder zu finden. Der wahre Two-Face war die ganze Zeit über in Arkham Asylum. Am Ende wird die Nachricht verkündet: Batman lebt!

Allerdings: Es hätte auch gereicht, die Leiche auf die Todesursache hin zu untersuchen. Das Gift im Körper hätte nur einen Schluss zugelassen. Aber ja, dann gäbe es diese Geschichte nicht, die allein schon wegen der Fülle an Schurken ein historisches Ereignis ist.

Der Vierteiler inspirierte Paul Dini zu der Batman: The Animated Series-Episode „Almost Got ′Im„, in der Two-Face, Pinguin, Joker und Killer Croc sich erzählen, wie sie Batman einmal „fast erwischt“ hätten. 2009 schrieb Neil Gaiman eine Comic-Story, die noch näher dran war am Original: Whatever Happened to the Caped Crusader? Auch darin gilt Batman als tot und die Schurken erzählen sich bei einer Trauerfeier verschiedene Versionen davon, wie es dazu kam – allerdings mit einem ganz anderen, geradezu genialen Dreh.

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80 Jahre Joker – und noch ein Special

DC Comics

Nach Robin und Catwoman bekommt auch der Joker eine Würdigung zum 80. Geburtstag: The Joker 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1 wird den Clown Prince of Crime mit einer Reihe von Kurzgeschichten feiern. Mit dabei sind Autoren und Zeichner wie Brian Azzarello, Lee Bermejo, Paul Dini, Denny O’Neil, Scott Snyder, Tom Taylor, Jock, José Luis García-López, Mikel Janín, James Tynion IV, Riley Rossmo und andere.

Die acht Variant Cover, die jeweils einer Dekade Tribut zollen werden, stammen unter anderem von David Finch, Jim Lee, Bill Sienkiewicz, Lee Bermejo und Jock.

Das Special soll am 29. April 2020 erscheinen und 9,99 US-Dollar kosten.

Dazu wird eine neue Anthologie erscheinen: The Joker: 80 Years of the Clown Prince of Crime. Sie soll 448 Seiten umfassen. Was drin sein wird, ist – bis auf den ersten Auftritt – noch unbekannt.

DC Comics

UPDATE am 19.1.2020: Für die Batman-Serie kündigt DC eine neue Storyline mit dem Joker als Antagonisten an: Mit dem Ende von „Their Dark Designs“ (Batman #93) wird sich der „Joker War“ abzeichnen – „and Gotham City will never be the same.“ Wie oft wir das schon gelesen haben … Das Heft, geschrieben von James Tynion IV und gezeichnet von Guillem March, erscheint am 15. April 2020.

>> Liste der Joker-Comics

Catwoman feiert 80 Jahre mit Comic-Special

DC Comics

In diesem Jahr werden nicht nur Robin und der Joker 80 Jahre alt, sondern auch Catwoman. Sie hatte (noch als „The Cat“) ihren ersten Auftritt in Batman #1. Für den 15. April hat DC nun ein Special zum Jubiläum angekündigt: Catwoman 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1.

Es wird Kurzgeschichten von Ed Brubaker, Cameron Stewart, Paul Dini, Ann Nocenti, Adam Hughes, Tom King, Mikel Janín, Mindy Newell, Will Pfeifer und Emanuela Lupacchino enthalten, dazu Pinups von Steve Rude, Tula Lotay, Jim Balent und anderen. Das Cover stammt von Joëlle Jones, die auch die reguläre Catwoman-Serie schreibt und zeichnet.

Außerdem wird es acht Variant Cover geben, mit denen Zeichner wie Jim Lee und Adam Hughes je eine Dekade der 80 Jahre würdigen. Das Special wird 9,99 US-Dollar kosten.

Bereits am 6. März wird ein 100-seitiges Robin-Special erscheinen.

UPDATE am 17.1.2020: DC hat auch ein Joker-Special angekündigt. Dazu wird es auch eine neue Anthologie geben: The Joker: 80 Years of the Clown Prince of Crime.

Warum Hugo Strange sich für den besseren Batman hält

Titel: The Double Life of Hugo Strange

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1983 (Batman #356), Paperback 2018 (Batman Arkham: Hugo Strange), Hardcover 2019 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 3)


Hugo Strange hat ein neues Hobby gefunden: sich wie Batman verkleiden. Diesmal hat er einen neuen finsteren Plan. Als Bruce Wayne von einem Date mit Vicky Vale zurückkehrt, wird er von einem Gas betäubt. Er kommt wieder zu sich und ist plötzlich in Wayne Manor. Alfred begrüßt ihn mit Tee, dann mit einem Messer. Bruce knockt ihn aus, Alfred verschwindet und taucht plötzlich wieder, als wäre nichts gewesen, mit Tee auf.

Hugo Strange beobachtet das Szenario über eine Kamera und freut sich. Denn das Ganze ist ein böses Spiel. Im echten Wayne Manor fragen sich Alfred, Dick und Vicky, wo Bruce bleiben mag. Bruce steigt im falschen Zuhause unter die Dusche, da versucht Robin, ihn zu erwürgen. Bruce kann es noch verhindern, Robin verschwindet und taucht als ahnungsloser Dick wieder auf. Dann wird auch Bruce klar: Es sind alles Roboter.

Er steigt in die Batcave, da erwartet ihn schon Hugo Strange, rasiert und im Batman-Kostüm. Er ist so nett, für den anstehenden Zweikampf Bruce ein weiteres zu reichen. Während der sich umzieht, erklärt Strange, wie er Thornes Mordversuch überlebt hat (siehe Strange Apparitions, Detective Comics #472, 1977). Man prügelt sich, als Robin dazukommt, sieht sich Strange plötzlich besiegt und jagt seinen Wayne-Manor-Nachbau in die Luft. Am Ende rettet Batman noch Alfred vor einem Bruce-Wayne-Roboter, der ihn zu erschießen versucht.

Aber wozu der ganze Aufwand mit Kostümen, Robotern und Nachbau? „Because you’re the best, Batman! I built this house–this cave–my mandroids–not only to confuse you–but also to test myself–so I’d be ready to assume your fallen mantle.“ Hugo Strange hält sich selbst für einen besseren Batman, weil er keine Schwächen hat: Er ist skrupelloser.

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