Batman

Das letzte Wort zu The Dark Knight Rises

Wer immer noch glaubt, dass The Dark Knight Rises ein gelungener Film sei, sollte sich diesen Honest Trailer ansehen. Er zeigt, anhand der vielen Fragen, die er aufwirft, wie schlecht durchdacht das Drehbuch zum dritten Teil der Christopher Nolans Batman-Trilogie ist. Wie immer zeigen die Screen Junkies pointiert, worin die Unstimmigkeiten bestehen. Danach wird man diesen Film mit anderen Augen sehen – falls man ihn überhaupt noch einmal sehen will.

(Wie die Filme der Trilogie auch hätten enden können, wird bei HISHE vorgestellt.)

Vom Elternhaus zum Irrenhaus

DC Comics

DC Comics

Titel: Arkham Manor

Autor/Zeichner: Gerry Duggan/Shawn Crystal

Erschienen: 2014-2015 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2015), dt. Panini 2015


„This is the best outcome from a list of terrible options.“

Nachdem Bruce Wayne in Batman Eternal sein Vermögen verloren hat und Arkham Asylum zerstört wurde, wird Wayne Manor zum neuen Arkham. Batman zieht sich in seine Höhle zurück. Arkham Manor ist ein Tie-in, in dem von den Folgen der Umwandlung erzählt wird. Denn kurz nach dem Bezug mordet ein Unbekannter in dem Anwesen. Batman lässt sich undercover einweisen und geht der Sache nach. Die eigentliche Verbrecherjagd verläuft ziemlich linear und unspektakulär, auch die Auflösung nicht weiter von Belang, weil wir so gut wie nichts über den x-beliebigen Mörder erfahren. Deshalb wird die Story noch mit einem kleinen Joker-Clayface-Intermezzo aufgemotzt, in dem Mr. Freeze eine Schlüsselrolle spielt. Leider fällt Freeze dabei aus seiner Rolle: Während er in Batman Eternal noch versucht, in Gotham Verbrecher zu spielen, begnügt er sich hier mit Grillen und Iglubauen im Vorgarten.

Und damit wären wir beim Hauptkritikpunkt: Shawn Crystal neigt mit seinen kantigen Figuren zu Überzeichnungen, die an Cartoons erinnern. Das hat zwar einerseits eine bestechende Dynamik, andererseits kann man dadurch die Handlung nicht ganz ernst nehmen. Wenn Batman am Ende ein schmächtiges Kerlchen durch eine Wand schleudert, verstärkt das den Eindruck davon, dass hier zu dick aufgetragen wurde für eine Story, die man nicht unbedingt hätte erzählen müssen. Das einzig Interessante ist hier, dass Bruce Wayne damit hadert, das Anwesen seiner Eltern als Hort für seine Erzfeinde herzugeben. Aber auch dieser Konflikt ist schnell gelöst, als er zur Erkenntnis kommt, dass der Sohn damit auch bloß seiner Stadt dient.

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World’s Finest Hater

Batman versus Superman, Teil 4: The Superman-Batman Revenge Squads (1968)

DC Comics

DC Comics

Titel: The Superman-Batman Revenge Squads! (dt. Die Superman-Batman Rachekommandos!)

Autor/Zeichner: Leo Dorfman/Neil Adams

Erschienen: 1968 (World’s Finest #175), Batman: Illustraded by Neil Adams Vol. 1 (Hardcover 2003/Paperback 2012), dt. Panini 2008 (Batman-Collection: Neal Adams Bd. 1)


„Wir haben alle ein Hühnchen mit der Fledermaus zu rupfen!“

Nicht alle mögen Batman und Superman. Aber manche hassen sie so sehr, dass sie sie nicht nur umbringen wollen, sondern auch dass sie sich wie die Helden anziehen, nur dass sich die Superman-Hater Glatzen rasieren und kryptonitgrüne S-Abzeichen auf die Brust nähen und die Batman-Hater in lila kommen und einen geflügelten Totenkopf zum Symbol haben.

In den Anti-Batman-Club kommt man nur rein, wenn man einem überlebensgroßen Abbild des Helden ein Messer in die Brust rammt und ruft „Stirb, Batman, stirb!“ – der Wahlspruch der Bande. Und während sich die Gang ihre neuen schicken Batman-Kostüme anzieht und ihrem Hass Ausdruck verleiht, beobachten „wachsame Augen“ alles von einem Raumschiff aus: „Glauben diese Idioten, damit durchzukommen?“, fragt eine Glatzen in Supermankostüm eine andere. Naja, obwohl sie nicht ganz von den Batman-Gegnern überzeugt sind, machen sie schließlich doch gemeinsame Sache mit ihnen. Die Sitten lassen zu wünschen übrig: „Ihr Trottel! Wir sind das Superman-Rachekommando … Kriminelle von einhundert Planeten … Geschworene Feinde Supermans!“ Darauf stellen die anderen die naheliegendste und aus ihrem Standpunkt wohl auch dämlichste Frage: „Warum tragt ihr dann Kopien seines Super-Kostüms?“

Jedes Jahr ein Denk-Duell

Nachdem das geklärt ist, vereinen die Aliens mit den Amateuren ihre Kräfte, um das jährliche Denk-Duell zwischen Superman und Batman zu sabotieren. Ach, was müssen das für unbeschwerte Zeiten gewesen sein, als die Helden nichts besseres zu tun hatten, als sich die Zeit mit so einem Quatsch vertreiben und dabei ihre Trophäen als Wetteinsatz herzugeben. Batman lässt dabei auch eine Atombombe hochgehen – warum nicht? Immerhin trägt Superman von der Explosion keinen Kratzer davon. Kollateralschäden? Strahlung? Egal! Interessant ist auch, dass die Batman-Gegner „ihren Mann“ anfeuern – und dass auch das Superman-Rachekommando eingreift, um Superman zu helfen.

Wie dem auch sei: Der Plan besteht darin, dass die Trophäen mit Bomben präpariert sind und wer sie gewinnt, fliegt in die Luft. Alles klar? Naja, man muss sich schon fragen, wie effektiv so eine Bombe bei Superman sein kann, wenn er selbst eine Atombombenexplosion übersteht. (Erklärung: Goldenes Kryptonit! Grünes war wohl gerade aus.) Und dass ein Sieg letztendlich unerheblich ist, weil man die Bomben in den Trophäen auch zünden kann, wenn sie wieder zurück an ihren Besitzer gehen, hätten die Genies von den Rachekommandos auch bedenken können. Trotzdem: Sie freuen sich diebisch, als der Wettkampf auf ein Unentschieden hinausläuft und jeder der Helden eine Trophäe ins Hauptquartier mitnimmt. Man wartet auch netterweise so lange, statt einfach alle Bomben zu zünden, als Superman, Batman, Jimmy Olsen und Robin in einem Raum sind.

Racheakt als Performance

Nein, die Rachekommandos geben sich mehr Mühe damit, die Zünder mit Symbolen zu verzieren und das Los zu ziehen, wer die Bomben hochgehen lassen darf. Wenn ein Racheplan in die Annalen eingehen soll, muss er schließlich auch wie ein Kunstwerk ausgeführt sein. Als die Sprengsätze dann explodieren, haben die Helden dank ihrer streberhaften Oberschlauberger-Sidekicks alles durchschaut. Um die Illusion perfekt zu machen, wurden eigene Bomben mit gefälschtem goldenen Kryptonit gebaut und Puppen in die Luft gesprengt – alles nur, um die Quelle des Zündsignals zurückzuverfolgen.

Am Ende sind die Bösen, wo sie hingehören und die Guten freuen sich ihres Lebens. Batman und Superman erweisen sich mal wieder in ihrem Kräftemessen als Team unschlagbar – auch wenn eigentlich nur Glück hatten, dass ihre Gegner superdämlich waren. Adam West hätte seine Freude an diesem Quatsch gehabt.

Fortsetzung folgt.

Bisher erschienen:

Batman Eternal Vol. 3: Die üblichen Verdächtigen

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Eternal Vol. 3

Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV/Fernando Blanco, Alvaro Martinez, Andrea Mutti u.a.

Erschienen: 2015 (Batman Eternal #35-52, Batman #28, Paperback 2015), dt. Panini 2015-2016 (Batman Eternal #18-26)


„It’s so vast and complex that even the Great Detective can’t solve this riddle.“ (Scarecrow)

„This is too much for us to handle.“ (Julia Pennyworth)

Die Welt von Batman zerbricht. Bruce Waynes Vermögen ist eingefroren, Wayne Manor ist das neue Arkham Asylum, Hush ist zwar gefangen, aber er ist nicht der Mann hinter dem Chaos, das in Gotham um sich greift. Commissioner Jason Bard versucht weiterhin, Batman fertigzumachen, während draußen ein paar ausgebrochene Schurken (Bane, Mr. Freeze, Clayface, Poison Ivy, Scarecrow, Jokers Tochter) Pläne schmieden, um alles noch schlimmer zu machen. Catwoman versucht als Mobchefin zu intervenieren. Batman folgt einer Spur zum Riddler, dann stattet er Ra’s al Ghul einen Besuch ab; der Rest der Familie gerät an den Mad Hatter. Doch keiner davon ist der wahre Strippenzieher hinter dem großen Ganzen. Es jemand, mit dem man nicht gerechnet hätte: Bruce Wayne. Das behauptet jedenfalls

ACHTUNG SPOILER!

Das mit Wayne ist natürlich Unsinn. Am Ende, wenn Gotham brennt, kommt es zum Finale mit Spoilers Vater, dem Cluemaster. Diese Wendung, dass der drittklassige Schurke, den man bisher für einen Handlanger gehalten hat, sich als kriminelles Genie erweist, kommt überraschend, aber leuchtet ein. Gerade sein Minderwertigkeitskomplex, weil ihn alle für einen Möchtegern-Riddler halten, macht den Aufwand hinter dem Plan glaubhaft und lässt die üblichen Verdächtigen zur Abwechslung nur im Hintergrund agieren. Und es zeigt, dass nicht immer die großen Fische große Missetaten vollbringen müssen. (Diese Erkenntnis stammt übrigens auch von den Vorbildern von Batman Eternal: The Long Halloween, Dark Victory und Hush.)

Die Auflösung passt zu dem frischen Ansatz der gesamten Story, die sich ständig selbst zu überbieten versucht. Auch am Ende, wenn sich herausstellt, dass doch nicht der Cluemaster, sondern Lincoln March (vgl. Rat der Eulen) hinter allem steckt – ein Mann mit einem noch größeren Minderwertigkeitskomplex. Dieser Effekt funktioniert nicht immer, auch im dritten Akt gibt es einige Leerläufe und unnötige Sequenzen, wie etwa der Handlungsstrang mit Batwing und Jim Corrigan (Spectre), Hushs kurzer Ausbruch sowie einen Kampf gegen einen Bane-Roboter. Etwas mehr Stringenz hätte Batman Eternal gut getan, stattdessen bleibt die Story ein paarmal zu oft in Sackgassen stecken und dadurch wirken manche Kapitel wie Lückenbüßer. Ärgerlich sind auch einige Plotlöcher, zum Beispiel: Wie kann der Pinguin aus Blackgate ausbrechen, wenn ihn vorher Jim Gordon gefesselt in eine Zelle gesteckt hat?

Trotz allem ist Batman Eternal eine lesenswerte Story, für alle, die gerne in die Welt von Batman eintauchen und eine wahre Wundertüte an Helden, Schurken und Ideen geboten bekommen. Zudem schließt sie die narrative Lücke zwischen Death of the Family und Endgame. Man muss allerdings darüber hinwegsehen, dass auch zeichnerisch das Konzept der Vielfalt leider nicht immer aufgeht: der Zeitdruck hinter der wöchentlichen Serie lässt auch unterdurchschnittliche Künstler das Niveau runterziehen.

Hinweis: Ergänzt wird Batman Eternal um die Mini-Serie Arkham Manor.

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Batman Eternal Vol. 2: Von allem zu viel

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Eternal Vol. 2

Autor/Zeichner: Scott Synder, James Tynion IV u.a./Jason Fabok u.a.

Erschienen: 2014-2015 (Batman Eternal #22-34, Paperback 2015), dt. Panini 2015 (Batman Eternal #11-17)


„We’re stretched in too many directions. Perhaps more than ever before. I’m getting worried.“ (Batman)

Nach dem ersten Akt von Batman Eternal ist klar, wer für das Chaos in Gotham verantworltich ist: Hush. Zuletzt ist er in Wayne Manor eingedrungen und hat Alfred Angstserum ins Hirn gespritzt; der Butler wird im Krankenhaus ins Koma gebracht und dann nach Arkham verlegt. Doch die Hauptarbeit lässt Hush immer noch traditionsgemäß von anderen erledigen: Der Architekt (Zachary Gate) versucht, Waynes Beacon Tower zu zerstören und löst damit ein Erdbeben in Gotham aus. Daraufhin sorgt der neue Commissioner Jason Bard dafür, dass in Gotham das Kriegsrecht ausgerufen wird. Auf eine Massenpanik folgen Aufstände. Der viel zu spät erwachte Spectre vernichtet Arkham Asylum beim Kampf gegen den Schurken Deacon Blackfire. Catwoman tritt das Erbe ihres Gangster-Vaters Rex „The Lion“ Calabrese an, indem sie zur Mobchefin wird. Stephanie Brown wird zur Superheldin Spoiler und wehrt sich gegen ihren mordlüstigen Vater.

Obwohl die Autoren es schaffen, mit immer neuen Zuspitzungen den Leser bei Laune zu halten, hat der zweite Akt von Batman Eternal einige Durchhänger. Das liegt auch daran, dass weniger Handlungsstränge in die einzelnen Kapitel gepackt werden. Dadurch verliert man aber auch einige Personen aus dem Blick: die Polizei und die Presse spielen eine marginale Rolle. Der Subplot in Arkham mit Spectre wird allzuschnell aufgelöst, war aber auch zuvor nicht besonders geistreich. Es sollte bloß auf die Vernichtung von Arkham und die Befreiung der Insassen hinauslaufen.

Bei Hush stellt sich wieder der Verdacht ein, dass der grandiose Racheplan an Batman vielleicht eine Spur übertrieben sein könnte. Dabei lernt man schon beim Big Lebowski, dass Pläne am besten einfach sein sollten, damit sie funktionieren … Hush hat übrigens auch die bemerkenswerte Fähigkeit, immer zufällig an der richtigen Stelle zu sein, wo es seinem grandiosen Plan dienlich ist. Leider aber scheitert er an seiner Inkonsequenz. Nach einem furiosen Finale scheint die Schlacht gewonnen, aber Batman steht fast vor dem Nichts.

Trotzdem tut es der Über-Story gut, dass sie sich wieder auf ihren Hauptcharakter besinnt. Batman schien in dem ganzen Aufgebot an Charakteren zwischenzeitlich unterzugehen. Jetzt wird es wieder persönlicher, es steht wieder mehr Batman im Mittelpunkt. Er muss mal wieder gegen sich selbst kämpfen und die Dämonen, die er erschaffen hat. Dabei wird er erneut mit der Frage konfrontiert, ob sein Kreuzzug nicht doch mehr Schaden verursacht, als er verhindert. Denn wieder werden dafür neue Soldaten rekrutiert, die unter dem ewigen Krieg leiden. Dazu zählen neben der neuen Spoiler und Harper Row auch Julia Pennyworth, Alfreds Tochter. Sie sorgt mit ihren bissigen Sprüchen für einige Seitenhiebe auf den Batman-Mythos und damit einige Lacher. Erfreulich ist daran auch, dass dadurch die Frauenquote sehr hoch ist, aber die Batman-Familie so groß wird wie wahrscheinlich noch nie zuvor:

  1. Red Hood
  2. Red Robin
  3. Batgirl
  4. Batwoman
  5. Bluebird (Harper Row)
  6. Spoiler
  7. Alfred Pennyworth
  8. Julia Pennyworth

Es fehlen nur Nightwing (da gegenwärtig als Grayson unterwegs), Robin (da gegenwärtig noch tot) und Ace der Bathund (hoffentlich bleibt es dabei). Aber zu einer solchen Mega-Story wie Batman Eternal gehört es wohl dazu, nicht nur viel, sondern von allem zu viel zu bieten. Schon in Goethes Faust heißt es: „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen.“

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Batman Eternal Vol. 1: Schwere Geschütze, alle Register

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman Eternal Vol. 1

Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV u.a./Jason Fabok, Dustin Nguyen, Guillem March, Andy Clarke u.a.

Erschienen: 2014 (Batman Eternal #1-21), Paperback 2014, dt. Panini 2015 (Batman Eternal #1-11)


„You have no idea what’s happening, no idea who’s been pulling the strings behind the curtain.“

Gotham brennt. Batman hängt unmaskiert und gefesselt an einem zerstörten Bat-Signal, auf seiner nackten Brust ist sein Symbol eingeritzt. Was ist geschehen? Die Geschichte beginnt hier: Bei einem gemeinsamen Einsatz von Batman und Polizei gegen Professor Pyg verfolgt Commissioner James Gordon einen Verdächtigen in den U-Bahn-Tunnel. Weil Gordon sieht, dass der Verdächtige bewaffnet ist, schießt er auf ihn und trifft dabei auch eine Leitung der U-Bahn, sodass zwei Züge miteinander kollidieren. Gordon wird verhaftet und muss sich für den Tod von über 160 Menschen verantworten. In der Zwischenzeit übernimmt Major Forbes seinen Posten und erklärt Batman zum primären Ziel der Polizei. Doch Forbes dient Carmine Falcone, einem alten Mafioso, der sich vor fünf Jahren aus Gotham zurückgezogen hat und nun die Stadt zurückerobern will. Während zwischen Falcone und dem Pinguin ein Bandenkrieg ausbricht, müssen sich Batman und seine Familie um viele andere Probleme kümmern:

  • Batgirl reist mit Red Hood und Batwoman nach Brasilien, um die Unschuld ihres Vaters zu beweisen,
  • Red Robin untersucht mit der Hackerin Harper Row in Japan einen mysteriösen Nanobot-Virus, der in Gotham grassiert,
  • Batwing und Jim Corrigan (The Spectre) gehen in Arkham Asylum der Wiederauferstehung von Deacon Blackfire nach,
  • Stephanie Brown entdeckt, dass ihr Vater der Superschurke Cluemaster ist und muss fortan um ihr Leben fürchten,
  • Alfred Pennyworth bekommt ein unverhofftes Wiedersehen mit seiner Tochter Julia,
  • Catwoman legt sich mit Falcone an und gerät in seine Gefangenschaft,
  • Batman spielt Detektiv in Hong Kong, rettet Catwoman in Gotham und geht mit Killer Croc und dem Polizisten Jason Bard in der Kanalisation einer Kindesentführung nach.

Doch bald stellt sich für Batman heraus, dass im Hintergrund jemand anderes die Fäden zieht. Leider hat er keine Ahnung, wer das sein könnte. Klar ist: Es ist ein Feind aus seiner Vergangenheit.

In Batman Eternal, der wöchentlichen, ein Jahr laufenden Serie zu Batmans 75. Geburtstag, wird Großes aufgefahren: Eine Story, die nicht nur viele Charaktere und viele Erzählstränge aufbietet, sondern auch jede Facette von Superhelden-Storys abbildet: Klassische Schurkenjagd gegen Psychos und organisiertes Verbrechen, Science Fiction und Übernatürliches/Magie. Dabei stehen die Autoren tief in der Schuld von Jeph Loeb, bei dessen drei großen Batman-Epen (The Long Halloween, Dark Victory und Hush) sie sich reichlich bedienen. Schließlich findet sich auch etwas von der Polizeiserie Gotham Central darin und mit dem Erzählstang mit der Gotham Gazette-Reporterin Vicky Vale bekommt das Ganze Ausmaße von The Wire.

Batman Eternal liest sich daher so wie eine gute moderne Fernsehserie: Vielschichtig und komplex, allerdings ohne – wie sonst bei Comic-Events/-Crossovern üblich – in unendliche Tie-ins auszufransen. Die überbordende Story entwickelt einen großen Sog und hält mit vielen überraschenden Wendungen bei Laune, auch wenn man zuweilen fürchtet, vor lauter Subplots den Überblick zu verlieren. Daher empfiehlt sich hier ein Binge-Reading. Die Zeichnungen sind zwar wegen der verschiedenen Zeichner von schwankender Qualität, aber die meisten liefern eine solide Arbeit ab.

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Dark Knight III: Der zweite Eindruck

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III – The Master Race (Book Two)

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Eduardo Risso

Erschienen: 2015


„I always thought I’d die alone.“ (Bruce Wayne)

Batman ist Carrie Kelley. Batman ist von der Polizei in Haft genommen. Bruce Wayne ist tot. Natürlich ist er das: Spätestens seit Batmans vorgetäuschtem Ableben in The Dark Knight Returns ist sein Alter Ego begraben. Aber Carrie behauptet beim Verhör, dass Batman tatsächlich gestorben ist – nachdem er von Lex Luthor zusammengeschlagen wurde (in The Dark Knight Strikes Again). Dass das im Widerspruch zu dem Eindruck steht, den er zuletzt machte, nämlich heiter Tee trinkend, muss nicht verwundern: Natürlich ist der alte Bruce noch wohlauf, denn einen so lahmen Tod im Krankenbett kann Frank Miller seinem Batman nicht zumuten.

Schließlich werden seine Dienste wieder gebraucht: Denn Ray Palmer alias Atom hat Mist gebaut. Indem er die Bewohner der Flaschenstadt Kandor wieder auf Normalgröße gebracht hat, befreite er damit auch den bösen Priester Quar und seine Anhänger. Die bringen gleich bei ihrer Ankunft ein paar Leichen mit und kündigen an, zuerst die Erde und dann das Universum zu erobern. Damit dürfte wohl die Frage geklärt sein, worum es sich bei der titelgebenden Herrenrasse handelt.

Viel mehr passiert im zweiten Heft von Dark Knight III: The Master Race nicht, außer dass Carrie Kelley bei ihrem Transport nach Blackgate den altbewährten Bat-Panzer herbeipfeift und entkommt. Wir sehen also zwei Gefängnisausbrüche. Und einen Emanzipationsversuch: Im Mini-Comic wird während eines kurzen Kampftrainings die Beziehung zwischen Wonder Woman und ihrer Tochter Lara vertieft. Dabei wird klar, dass sich Lara mit der kryptonischen Herkunft ihres Vaters identifiziert. Doch Superman spielt noch keine Rolle.

Das zweite Kapitel ist nicht ganz der Klopper geworden wie das erste, aber das ist in Ordnung. Die Cliffhanger wurden aufgelöst und die Handlung mit Kandor aufgebaut, es gibt einen Schurken und ein zu lösendes Problem. Jetzt kann Bruce Wayne endlich als Batman in Aktion treten. Das Interesse ist geweckt, wie sich die Teile zu einem Ganzen fügen werden. Zeichner Andy Kubert liefert erneut eine solide Arbeit ab, Frank Millers Stil nachzuahmen, vor allem bei seinen schattenreichen Splash Panels. Dafür enttäuscht Eduardo Risso bei seiner etwas unbeholfen wirkenden Darstellung von Lara. Aber für feine Striche ist er ohnehin nicht bekannt.

Weitere Teile: Book 3, Book 4, Book 5, Book 6, Book 7, Book 8, Book 9

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Späte Rache

DC Comics

DC Comics

Titel: Gates of Gotham (dt. Die Pforten von Gotham)

Autor/Zeichner: Scott Snyder, Kyle Higgins/Trevor McCarthy, Ryan Parrott

Erschienen: 2011 (Mini-Serie #1-5, Paperback 2012), dt. Panini 2012 (DC Premium)


„How can you … ever hope to protect Gotham’s future … when you’re so naive of it’s past?“ (Hush)

Ein Unbekannter jagt drei Brücken in Gotham in die Luft. Dann drei Hochhäuser. In einer anonymen Botschaft verlautbart er, dass er sich an Familien rächen will. Es geht um die Familien der drei Gründungsväter: Wayne, Cobblepott und Elliott. Während Batman (Dick Grayson), Robin (Damian Wayne), Red Robin (Tim Drake) und Black Bat (Cassandra Cane, ehemals Batgirl) versuchen zu verhindern, dass auch der Rest von Gotham zertstört wird und den Täter aufspüren, erfährt der Leser eine Episode aus der frühesten Geschichte der Stadt. Darin geht es um zwei Architektenbrüder, die Ende des 19. Jahrhunderts für die drei Macher die wichtigsten Brücken und Hochhäuser entworfen haben und dabei hintergangen wurden. Ein Nachfahre, Zachary Gate, will offene Rechnungen begleichen …

Der Schurke „The Architect“ tritt in einem ziemlich coolen Taucheranzug im Steampunk-Stil auf, der in gewisser Weise den Anzug der Talons aus Rat der Eulen/Stadt der Eulen vorwegnimmt. Es gibt einen Gastauftritt von Hush. Am Ende wird auch eine überraschende Wendung aus dem Hut gezaubert. Und dennoch ist Gates of Gotham bloß eine solide Batman-Story, in der sich zu viele Charaktere tummeln, als dass man einem davon gerecht werden könnte, zu sehr Geschichtsstunde, als dass sie für die Gegenwart fesseln könnte, und zu cartoonhaft gezeichnet, als dass man sie ernst nehmen könnte.

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Alles nur für Lois Lane

Batman versus Superman, Teil 3: World’s Finest Comics #71 (1954)

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman – Double for Superman! (dt. Batman – Das Double für Superman!)

Autor/Zeichner: Alvin Schwartz/Curt Swan

Erschienen: 1954 (World’s Finest Comics #71), Hardcover: World’s Finest Comics Archives Vol. 1 (1999), dt. Panini 2002 (World’s Finest Comics Archiv Bd. 1)


 

Das Jahr 1954 ist ein Wendejahr für Superhelden wie für Comics überhaupt. In diesem Jahr erschien Seduction of the Innocent, ein Buch des Psychiaters Fredric Werthams, das Comics dafür verantwortlich machte, die Jugend zu verderben. Auf die Kritik reagierten die Verlage mit dem Comics Code, einem selbstauferlegten Regelwerk, das die Comics harmlos und damit auch langweiliger machte. Trotzdem haben die Storys des Silver Age ihren besonderen Reiz – den Charme des Absurden.

Das Cover von World’s Finest Comics #71 trägt das Comics Code-Label noch nicht (das kam erst 1955, in Ausgabe #75). Stattdessen wirbt es mit Batman und Superman, den beliebtesten Helden von DC. Das ist nichts ungewöhnliches. Allerdings hatten sie bisher nur ein mal ein gemeinsames Abenteuer, und das war vor zwei Jahren. Ab dieser Ausgabe wurde das Super-Team zum Regelfall – bis 1986. Das Neue an diesem Cover ist jedoch, dass Batman und Superman nicht einfach nur die Leser freundlich anlächeln, sondern dass Batman eine Kugel für Superman abfängt. Was ist da los? Batman ist doch nur ein Mensch – oder etwa nicht?

Superman beim Umziehen erwischt

Die beiden Helden tauschen in diesem Abenteuer die Rollen. Doch nicht etwa, um einen Fall zu lösen, sondern wie schon zuvor geht es um eine Frau: um Lois Lane. Am Anfang bergen zwei Schurken Kryptonit aus dem Meer – mit einem gestohlenen Helikopter. Batman und Robin sind sich nicht zu schade dafür, so eine Lappalie zu ahnden. Doch bei der Verfolgungsjagd wird das Batplane zerstört und das Dynamische Duo läuft Gefahr, über der Stadt abzustürzen. Klarer Fall für Superman. Doch der hat es nicht eilig: Während die Kollegen fallen, muss der Blaue sich erst mal umziehen. Es muss wohl keine Telefonzelle in der Nähe gewesen sein, denn stattdessen stellt sich Clark Kent in irgendeinen Flur und wird beim Umziehen von Lois erwischt. Doch keine Zeit für Erklärungen, Superman wollte doch Batman und Robin retten – aber die haben sich schon selbst geholfen, indem sie auf einer Markise langen. Die besten Probleme sind die, die sich selbst lösen. Immerhin kommt er noch rechtzeitig, um das Batplane abzufangen.

Doch die Superhelden haben mal wieder wichtigeres zu tun, als Vebrechen zu bekämpfen. Die eigentliche Geschichte dreht sich nicht um das Kryptonit, sondern darum, Supermans Fehler mit Lois wiedergutzumachen. Batman und Superman tauschen die Kostüme, um Lois zu verwirren, mit dem Effekt, dass sie nun Bruce Wayne für Superman hält. Dabei scheuen sie keine Mühe: sie hetzen abgerichtete Löwen durch den Park, die Bruce Wayne mühelos überwältigen kann, sie manipulieren eine Schere, damit sie bricht, wenn Lois versucht, Bruce eine Strähne abzuschneiden, sie inszenieren einen Umzug mit einem fliegenden Laster und rekonstruieren dazu alle Möbel aus Pappe, um Bruce Wayne als Superman stark erscheinen zu lassen. Der hanbüchene Aufwand hat Erfolg, der Plan geht auf.

Lois ist nicht die Hellste

Der Höhepunkt an Absurdität ist aber diese Szene: Als Lois einmal Batman bewusstlos neben dem Kryptonit liegen sieht und unter der Maske von Batman Clark erkennt, kommt sie zu dem einzig möglichen Schluss: „Er muss sich für eine Story als Batman verkleidet haben und wurde verletzt.“ Wie gut, dass die Frau nicht besonders helle ist. So kann alles weitergehen wie immer und die beiden Helden sind ein eingespieltes Team. Allerdings muss man sich fragen: Wäre es nicht leichter gewesen, Lois von der Geheimidentität wissen zu lassen? Hätte man ihr nicht einfach zureden können, damit sie die Story nicht gleich in alle Welt hinausposaunt? Ja, aber dann gäbe es nicht diese Geschichte. Und das Potenzial für weitere Geschichten. Und überhaupt: Wie kann Superman sich bei der Wahl seiner Umkleide nur so blöd anstellen? Aber um dieses intellektuelle Defizit auszugleichen, ist ja Batman da …

Fortsetzung folgt.

Bisher erschienen:

Das beste Team auf Erden

Batman versus Superman, Teil 2: Das erste gemeinsame Abenteuer (1952)

Superman #76 (1952)

Superman #76 (1952) (DC Comics)

Titel: The Mightiest Team on Earth (dt. Das mächtigste Team der Welt)

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Curt Swan

Erschienen: 1952 (Superman #76), Hardcover: World’s Finest Comics Archives Vol. 1 (1999), dt. Panini 2002 (World’s Finest Comics Archiv Bd. 1)


Flammen züngeln an einer Hausfassade empor. Lois Lane, die Jungfer in Nöten, steht auf dem Dach und schreckt vor dem Feuer zurück. Sie steht zwischen zwei Männern, die auf sie zufliegen: „Lois is in danger! This is a job for Superman!“ Doch der andere widerspricht: „No, this is a job for Batman!“ Worum geht es hier eigentlich? Die Szene auf dem Cover von Superman #76 wirkt so, als ginge es nicht um das Wohl der Dame, sondern um das Ego der beiden Helden. Kurz gesagt: Wer kriegt die Braut?

 

Es ist nicht die erste Begegnung von Superman und Batman auf einem Cover. Das erste Mal erschienen Batman und Superman zusammen auf dem Titelbild von New York World’s Fair Comics #1 (1939). Zwei Jahre darauf wurde die Serie World’s Best Comics gestartet, die ab Ausgabe #2 World’s Finest Comics hieß. Doch obwohl immer wieder Batman und Superman auf dem Cover zu sehen waren (man spielte sogar zusammen Baseball mit Robin und Hitler), kam man bei DC erst 1952 auf den Trichter, beide Helden ein gemeinsames Abenteuer erleben zu lassen. Das geschah zunächst in Superman #76. In World’s Finest, der traditionellen Batman-Superman-Serie kam es erst 1954 zu einem ersten Team-Up (#71). Doch im Gegensatz zu den Titelbildern waren die ersten Treffen in den Comics alles andere als harmonisch.

Konkurrenten und Partner

In ihrem ersten Abenteuer werden sie „The World’s Mightiest Team“ genannt. Auf der ersten Splash-Page, die die Funktion einer Einführung erfüllt und wie das Cover nichts mit der Story zu tun hat, treten die Helden zunächst nicht als Konkurrenten, sondern als Gemeinschaft auf: Während Superman gerade einen Zug aufhält, schwingt sich Batman (aus dem Nichts) in Richtung Lois Lane, um sie von den Gleisen zu holen. Beide Aspekte – der Konkurrenzgedanke wie der Teamgeist – spielen in der folgenden Erzählung eine große Rolle.

Es menschelt sehr in diesem Abenteuer. Batman und Superman machen Urlaub bei einer Kreuzfahrt. Der eine hat gerade einen Verbrecher zur Strecke gebracht, der andere ein Dinosaurierskelett aus der Wüste Gobi ausgegraben, zusammengesetzt und in ein Museum gebracht – da tut Erholung bitter Not. Wie der Zufall es will, müssen sich Clark Kent und Bruce Wayne eine Kabine teilen. Beide befürchten, der andere könnte die Geheimidentität herauskriegen. Als ein Brand im Hafen ausbricht, kommt es, wie es kommen muss: Die Helden sind gezwungen, ihren Urlaub zu beenden. Doch was tun, um sich nicht die Blöße zu geben? Man schaltet das Licht aus, weil man vorgibt, sich schlafen zu legen, aber in Wahrheit nur ein Alibi braucht, um sich umzuziehen. Und als von draußen Licht einfällt, stehen sich Batman und Superman erstmals in ihren Kostümen gegenüber. Keine Zeit zu staunen, keine Zeit für Fragen: man macht sich an die Arbeit, löscht das Feuer, rettet Lois Lane. Später sucht man den Übeltäter – einen Diamantendieb – auf dem Schiff.

Wen mag Lois lieber?

Aber darum geht es nur am Rande: Denn im Mittelpunkt steht die Dreiecksbeziehung zwischen den Helden und Lois. Die beiden Männer beschließen, eine Eifersuchtsgeschichte zu inszenieren, um Lois vom Herumschnüffeln abzuhalten und sich so selbst um den Fall kümmern zu können. Doch Lois hört das Komplott mit und macht Superman wirklich eifersüchtig, indem sie vorgibt, Batman anzuhimmeln. Was folgt, ist reines Balzverhalten: Die beiden belustigen die Schiffsgsellschaft mit Kunststückchen wie Akrobatik und Jonglage mit Eisbergen. Das Hauptproblem bleibt aber, Lois nicht hinter ihre Geheimidentitäten kommen zu lassen. Gerade da, in ihrer Gemeinsamkeit, funktionieren Batman und Superman am besten. Schnell einigen sich die beiden darauf, einander nicht zu verraten. Dennoch sind sie am Ende begierig darauf zu wissen, auf wen Lois denn nun wirklich mehr steht. Das Ende dürfte alle überraschen … Batman versus Superman, Runde eins, endet unentschieden.

Fortsetzung folgt.

Bisher erschienen:

>> Batman versus Superman, Teil 1: Einführung