Bane

Hals- und Kreuzbruch

DC Comics

Titel: I Am Suicide (dt. Selbstmord-Trip)

Autor/Zeichner: Tom King/Mikel Janin, Mitch Gerads

Erschienen: 2017 (Batman #9-15), Paperback 2017 (Batman Vol. 2); dt. Panini 2018 (Paperback)


„Now, we break his damn back.“ (Batman)

Um Gotham Girl von ihrem Angst-Trauma zu heilen, will Batman den Psycho Pirate herbeischaffen. Doch der Schurke steht gerade Bane auf Santa Prisca zu Diensten. Statt seine Kumpels anzurufen, trommelt Batman eine Bande von Arkham-Insassen zusammen, eine eigene Suicide Squad, bestehend aus Catwoman, dem Bauchredner und drei anderen Nasen, von denen man noch nie gehört hat.

Bane hat es dank Psycho Pirate geschafft, von der Droge Venom runterzukommen. Er fühlt sich so frei, dass er auch ohne Wrestlermaske und Kleidung auskommt, also Batman nackt begrüßt. Batman führt einen komplizierten Plan mit einem Doppelbluff aus, bei dem er hals- und kreuzbrecherisch von einer Situation in die nächste stolpert und sich dabei gegen hunderte von Schergen prügelt, während er gebetsmühlenartig seine Drohung wiederholt, Banes Rücken zu brechen. Doch zunächst darf ihm Bane einmal mit dem Knie ins Kreuz fallen, weil das nun mal sein muss, wenn Batman gegen Bane antritt, aber das ist nur halb so wild und lässt sich nebenbei schnell wieder einrenken.

Viele Doppelseiten ließen das Ganze nach Seitenschinderei aussehen, wenn sie nicht von Mikel Janin stammten. Der Zeichner, der bereits das Batman Rebirth Special gezeichnet hat, behauptet sich hier wieder mal als wahrer Künstler. Seine Figuren sind voller Leben und Ausdruckskraft, seine aufwendig komponierten Seiten strotzen vor Dynamik.

Worum es in I Am Suicide aber eigentlich geht, ist die Beziehung zwischen Catwoman und Batman. Zwei Kapitel lang erstreckt sich ein Briefwechsel zwischen den beiden, bei dem auch erklärt wird, warum Selina Kyle zu Unrecht des Massenmords beschuldigt wird, am Ende bekommen sie ein bisschen Zeit für Liebesspiele auf dem Dach, bevor Catwoman wieder in den Knast zurück muss. Das ist schön erzählt und eröffnet einen weiteren Handlungsbogen.

Wie schon I Am Gotham macht die Fortsetzung kurzweilig Spaß, bietet mächtig Action und sogar Humor, aber ein abschließendes Urteil hängt davon ab, wie es in Teil 3, I Am Bane, zu Ende geht.

>> Batman 2011-2019

Bane kehrt zurück zu seinen Schöpfern

DC Comics/CBR

DC Comics/CBR

Nach der Wiederkehr von Bane in Tom Kings Storyline „I Am Bane“ bringt DC eine zwölfteilige Mini-Serie über den Schurken heraus: Bane: Conquest soll sie heißen und am 3. Mai in den USA starten. Laut cbr.com sollen dafür die 90er-Jahre Veteranen Chuck Dixon und Graham Nolan verpflichtet worden sein, also jener Autor und Zeichner, die gemeinsam Bane geschaffen haben.

Dixon verspricht das „ultimative Bane-Abenteuer“, in dem der Muskelberg versucht, ein globales Verbrechensimperium aufzubauen und andere Städte als Gotham zu erobern. Mit dabei sein sollen Banes alte Weggefährten erster Stunde: Bird, Trogg and Zombie.

Bane ist der Schurke, der Batman in der Knightfall-Saga das Rückgrat bricht. Seinen ersten Auftritt hatte er in Vengeance of Bane, einer zweiteiligen Miniserie, deren erste Ausgabe 1993 erschien. Im Film wurde er (nach einer misslungenen Interpretation in Batman & Robin) in The Dark Knight Rises von Tom Hardy dargestellt.

>> Liste der Bane-Comics

Bat-Robot gegen Godzilla Croc

Der Blödsinn der Woche ist eindeutig dieser Trailer zu einer weiteren freudlosen Episode von Batman Unlimited: Mechs vs. Mutants lautet der Untertitel dieses Zeichentrickfilms – und damit ist auch schon alles gesagt. Killer Croc, Bane und Clayface wachsen zu Riesen heran, Batman und Green Arrow steigen in riesiger Roboter-Kampfanzüge und prügeln sich mit ihnen. Kommt uns das bekannt vor? Ja, es ist eigentlich nur ein billiger Abklatsch des Hochglanz-Trash-Films Pacific Rim, der wiederum ein mieser Abklatsch alter Godzilla-Filme ist, die wiederum ihren Ursprung bei King Kong haben usw. Für die Animationsfilmreihe ist es eine logische Weiterentwicklung, nachdem Batman in Monster Mayhem (dt. Monster Chaos) auf einem Roboter-T-Rex geritten ist.

Kurz gesagt: Schon wieder ein Film, der nur dazu dient, Kindern Spielzeug zu verkaufen und das, was Batman eigentlich ausmacht, völlig vergessen zu machen.

Wer sich gut mit Batman-Comics auskennt oder dieses Blog schon länger verfolgt, wird sich vielleicht erinnern, dass diese Idee aber gar nicht mal so weit hergeholt ist: sie wurde schon einmal durchgespielt, nämlich in Gotham After Midnight. In Kapitel vier der zwölfteiligen Mini-Serie nimmt es Batman in einer ähnlichen Riesen-Rüstung mit Clayface auf. Völlig bescheuert? Nein, mir hat der Comic sehr gefallen – gerade wegen solcher absurder Szenen. Oft ist das, was gezeigt wird, gar nicht so entscheidend wie das Wie. Aber die Erfahrung mit Animal Instincts lehrt, dass man auf die Batman Unlimited-Filme verzichten kann, wenn man älter ist als zwölf Jahre.

Detective 941 (DC Comics)

Detective 941 (DC Comics)

Wie der Zufall will, scheint eine ähnliche Idee auch wieder in den Comics aufgegriffen zu werden: Im September beginnt das erste Batman-Crossover nach Rebirth: Night of the Monster Men. Batman und Co. müssen gegen Riesenviecher kämpfen. Das kann ja heiter werden …

>>> Batman Unlimited: Mechs vs. Mutants feiert Premiere am 24. Juli bei der San Diego Comic-Con, erscheint am 30. August in den USA zunächst digital und am 13. September auf DVD. Ein Termin für Deutschland steht noch nicht fest.

Lebendige Kugeln gegen Superman

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman/Superman Vol. 4 – Siege (dt. Supermans Joker)

Autor/Zeichner: Greg Pak/Ardian Syaf u.a.

Erschienen: 2015 (Batman/Superman #16-20, Annual #2, Paperback 2015), dt. Panini 2016 (Bd. 5)


„Du hast jetzt einen Joker.“ (Batman zu Superman)

Den Lesern wird aufgefallen sein, dass ich zwar ein Fan der World’s Finest bin, aber keiner der Serie Batman/Superman. Im Vergleich zum Potenzial, die in diesem Konzept steckt, bleiben die neuesten Storys stark dahinter zurück. Bei der Vorgängerserie Superman/Batman von 2003-2011 war zwar auch nicht alles Gold, aber immerhin fanden sich darunter einige Perlen. Bei Batman/Superman war erst in Band 3 ein wenig Glanz zu erkennen.

Band 4 (Band 5 in der deutschen Fassung) erzählt endlich eine einigermaßen interessante Geschichte: Ein Unbekannter verübt Attentate auf Menschen, die etwas mit Superman zu tun haben – unter anderem auf Lex Luthor und Batman. Die Kugeln sind intelligent, tödlich und kaum zurückzuverfolgen. Hector Hammond gerät unter Verdacht, dann auch Lobo. Schließlich führt die Fährte zur Flaschenstadt Kandor. Als Urheber stellt sich der Phantom King heraus, ein verrückter Wissenschaftler von Krypton, der sich an der Familie von Jor-El rächen will. Batman nennt ihn Supermans Joker – ein Irrer, der mit seinem Erzfeind grausame Spielchen treibt.

Auch wenn die Affäre am Ende allzu konventionell gelöst wird, ist der erste Teil, der eigentliche Krimi, doch ziemlich packend erzählt. Und zwar so, dass selbst der Mord an einer Randfigur – ein Mann, der sich als Superman verkleidet und Kinder im Krankenhaus aufheitert – bewegt.

Batman/Superman Bd. 5 (Panini)

Batman/Superman Bd. 5 (Panini)

Das letzte Kapitel (Siege, dt. Belagerung) bildet eine Art Epilog: der Phantom King hetzt einige Batman-Schurken wie Bane, Killer Croc und Man-Bat auf Clark Kent. Unglücklicherweise verliert er durch den Einsatz seiner neuen Superkraft, dem Sonnenstoß, vorübergehend seine Kräfte. Aber zusammen mit Batman können sie die fremdgesteuerten Mordlustigen aufhalten. Clark Kent ist eben auch ohne Kräfte super … Noch besser ist aber Batman: Er darf sogar einmal auf Killer Croc reiten.

Ein Muss ist dieser Band zwar nicht, aber eine durchaus unterhaltsame, leichte Lektüre für zwischendurch. Wenn mal gerade nichts anderes zur Hand ist.

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Der Batman, der lächelt

Batman versus Superman, Teil 21: Knight Time (1998)

Heiteres Gemüt: Superman als Batman

Heiteres Gemüt: Superman als Batman

Titel: Knight Time (dt. Wo ist Batman?)

Regie/Drehbuch: Curt Geda/Robert Goodman

Erschienen: 1998 (Superman: The Animated Series S03E02)


„See what I mean about him acting strange? He’s smiling!“ (Robin)

Roxy Rocket in Metropolis? Ja, was soll man auch machen, wenn Batman verschwunden ist? Superman fliegt nach Gotham City, wo Robin allein gegen Verbrecher kämpfen muss. Also wechselt Superman kurzerhand das Kostüm und wird zu Batman. Gemeinsam kommen sie einer Verschwörung von Bane, Riddler und dem Mad Hatter auf die Spur. Am Ende geht es gegen Brainiac.

Super-Batman und Robin

Super-Batman und Robin

Der Rollenwechsel geht zunächst nicht ganz glatt. Superman muss erst lernen, wie sich ein Dunkler Ritter benimmt und Robin hilft ihm dabei, wie man etwa bei einem Verhör seinen Fragen Nachdruck verleiht. Es sind diese Fish-out-of-Water-Momente, die die Episode so unterhaltsam machen. Sie machen deutlich, wie unterschiedlich die beiden Helden arbeiten und dass eine Konfrontation dieser beiden Welten immer großen Spaß macht – auch wenn in diesem Fall der wahre Batman eher durch Abwesenheit glänzt.

Die Pflicht ruft: Superman, Robin und das Batsignal

Die Pflicht ruft: Superman, Robin und das Batsignal

Fortsetzung folgt.

Bisher erschienen:

Das letzte Wort zu The Dark Knight Rises

Wer immer noch glaubt, dass The Dark Knight Rises ein gelungener Film sei, sollte sich diesen Honest Trailer ansehen. Er zeigt, anhand der vielen Fragen, die er aufwirft, wie schlecht durchdacht das Drehbuch zum dritten Teil der Christopher Nolans Batman-Trilogie ist. Wie immer zeigen die Screen Junkies pointiert, worin die Unstimmigkeiten bestehen. Danach wird man diesen Film mit anderen Augen sehen – falls man ihn überhaupt noch einmal sehen will.

(Wie die Filme der Trilogie auch hätten enden können, wird bei HISHE vorgestellt.)

Fledermaus, Katze und Fleischklops nach Shanghai-Art

Shanghai 1930: Eine geheimnisvolle Schriftrolle des Schicksals bestimmt den Herrscher der Stadt. Catwoman klaut sie, dann greift Bane zu, schließlich behält Batman das letzte Wort. Diese drei DC Nation-Web-Videos, The Bat Man of Shanghai, zeigen eine fulminant animierte und spektakulär inszenierte Anime-Version des Dunklen Ritters, der mit Leuchtstäben kämpft und sich in einen Schwarm von Fledermäusen auflösen kann. Bane ist ein so übertrieben riesiger Muskelberg, dass er als fassadenkletternder King Kong inszeniert wird, Catwoman macht in weiß-roten Kostüm und mit Puschelschwanz eine klasse Figur. Dieser dreitelitige Kurzfilm verdient einen Ehrenplatz in den Batman-Annalen.

Niemandsland: Post-Apokalypse in Gotham

Titel: No Man’s Land (dt. Niemandsland)/Road to No Man’s Land (dt. Weg ins Niemandsland)

Autor/Zeichner: Bob Gale, Greg Rucka u.a./Alex Maleev u.a.

Erschienen: 1999-2000 (alle Serien + Specials), Paperbacks 2011-2016 (2+4 Bände); dt. Dino-Verlag: Batman #47-63, Batman Special #11-14, Batman Präsentiert #5-9, Batman Niemandsland Sonderausgabe, Batman Sonderband #8; Panini 2017-2019 (2+8 Bände)


„Die Regeln haben sich geändert.“ (Nightwing)

„Gotham ist zum Traum eines jeden Anthropologen geworden. Ein gewaltiger Freilandversuch für Darwins Theorien. Nur die Stärksten überleben. Mit Mühe.“ (Batman)

„… egal, wie schlimm die Lage bereits erscheint … es kann immer … immer … noch schlimmert werden.“ (Barbara Gordon)

No Man’s Land ist die bislang größte Batman-Saga: Die vier Sammelbände umfassen insgesamt 2088 Seiten, mit den eng verknüpften Vorgeschichten Cataclysm (dt. Inferno) und Road to No Man’s Land sind es sogar 2840 (zum Vergleich: die drei Bände Knightfall haben insgesamt 1948 Seiten, wobei die Saga nicht mal komplett enthalten ist). Lohnt sich der Aufwand, sich da durch zu lesen?

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Nach zwei Seuchen und einem Erdbeben, bei dem ganz Gotham zerstört wurde, wird die Stadt von den USA aufgegeben, evakuiert und isoliert. Auch Bruce Wayne kann daran nichts ändern, als er nach Washington geht und mit pathetischen Reden versucht, den Kongress umzustimmen.

Parallel tut ein aufsteigender Rockstar namens Nicholas Scratch mit seinen Schergen in Teufelsmasken alles dafür, dass die Stadt endgültig vernichtet wird und rekrutiert dazu einige alte Schurken. Der Plan wird zwar vereitelt, aber Gotham wird trotzdem zum Niemandsland erklärt. Nur die Verbrecher und die gesellschaftlichen Außenseiter bleiben da und kämpfen in einem postapokalyptischen Szenario, in dem es am Nötigsten wie Lebensmitteln, Strom, Wasser und einer zivilen Ordnung fehlt, ums Überleben.

Batman macht Urlaub

Nachdem die Arkham-Insassen vom Anstaltsleiter freigelassen worden sind, weil er sie weder in Schach halten noch versorgen konnte, teilen die mächtigsten von ihnen die Stadt unter sich auf. Auch die verbliebenen Polizisten um James Gordon und seine Frau Sarah Essen reklamieren einen Bezirk für sich und versuchen, zu expandieren und wieder Recht und Ordnung herzustellen. Dabei bedienen sich die Cops zweifelhafter Mittel wie Mord zur Abschreckung und das Anzetteln eines Bandenkrieges, bei denen sich zwei konkurrierende Gruppen gegenseitig ausmerzen sollen. Gordon schließt einen Pakt mit Two-Face, den er bald darauf bereuen wird. Schließlich kommt es zu einer Spaltung innerhalb der Gruppe, als einem militanten Cop Gordons Methoden nicht weit genug gehen.

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Und Batman? Der macht erst mal drei Monate Urlaub in Monaco, bevor er zurückkehrt. In der Zwischenzeit wird er vertreten von einer neuen Gestalt im Fledermauskostüm: einem neuen Batgirl, dessen Identität Batman sofort durchschaut: Helena Bertinelli, die vor kurzem noch als Huntress unterwegs war. Doch er lässt sie gewähren und übernimmt ihr Graffito, um sein Revier zu markieren. Bevor Batman die Stadt zurückerobert, muss er den Menschen erst einmal wieder klar machen, dass er wieder da ist und dass sie Grund haben, ihn zu fürchten. Weil er aber keine technischen Hilfsmittel hat, muss er sich neu orientieren. Batman bekommt erneut fundamentale Zweifel, ob er den Eid seinen Eltern gegenüber erfüllen kann.

Im Grunde trägt No Man’s Land die Stimmung von Aftershock weiter: Verzweiflung, Elend, Überlebenskampf. Allerdings sind es eher die normalen Menschen, die hier die echten Probleme haben, während Batman meistens souverän wirkt und schnell bekommt, was er will. Allerdings ist Gordon ziemlich schlecht auf ihn zu sprechen. Erst spät kommt es zu einer Aussprache und zum ultimativen Vertrauensbeweis …

Wendepunkt für Batman

Wie schon infolge des Erdbebens werden Batman und seine Mitstreiter öfter mit moralischen Dilematta konfrontiert, wie etwa der Frage, ob man einem Serienmörder wie Zsasz das Leben retten darf oder soll. Salomonische Urteile scheitern – ebenso wie Supermans Einsatz. Der Pinguin macht aus dem Tausch ein großes Geschäft und lässt Gladiatorenkämpfe ausrichten, Clayface nimmt Poison Ivy gefangen und verkauft die von ihr angebauten Früchte an die Hungrigen. Huntress wird schon bald von einem neuen Batgirl abgelöst: Cassandra Cain, Tochter eines Auftragskillers und Lehrmeisters von Bruce Wayne. Da sie nicht sprechen kann, bleibt sie eine blasse Erscheinung.

No Man’s Land ist nicht nur für Batman ein Wendepunkt, sondern auch für DC. Nach der Überleitung von Road to No Man’s Land wechseln die meisten Autoren und Zeichner – und auch wenn die Resultate nicht immer überzeugen, tut die Erneuerung gut. Die Batman-Serien schütteln endlich den Mief der 90er Jahre ab (beinahe ganz), in denen noch in die Jahre gekommenen Veteranen wie Jim Aparo ihre steifen Figuren zeichnen durften. Das Erzählverfahren ist uneinheitlich: mal langsam, mal sprunghaft, mal episodisch und sogar elliptisch, dass man sich zwischendurch fragt, ob man nicht etwas verpasst hat. Besonders zu loben ist der feinfühlig erzählte Auftakt von Bob Gale.

Schwaches Finale

Greg Rucka ist für den Hauptplot zuständig, allerdings macht sich der rote Faden erst gegen Ende der Saga bemerkbar. Bane tritt in Erscheinung, im Auftrag eines Unbekannten, und wütet so brachial, wie man es von dem Muskelberg kennt, sehr spät kommt auch der Joker hinzu und wird von seiner Sidekick-Braut Harley Quinn begleitet (eine Figur aus der Animated-Serie, die erst kurz zuvor im DC Hauptuniversum eingeführt wurde). Leider bereichert die Präsenz dieses Duos die Geschichte nicht, es wirkt eher planlos, wie die beiden ihre Beziehungsprobleme durchstehen. Der Joker hat keinen Bock auf die Alte – und als Leser kann man es nur nachvollziehen. Erst am Ende übernimmt der Schurke eine Schlüsselrolle, als er den Wiederaufbau in Gotham zu sabotieren versucht. Es fließt zwar viel Blut – und ein wichtiger Nebencharakter stirbt.

Dennoch ist das Finale schwach: Das Problem Niemandsland löst sich fast von allein (wenn auch unter zweifelhaftem Vorzeichen) und man bekommt auch nie den Eindruck, dass Gothams Rettung je ernsthaft gefährdet wäre. Schließlich wirkt das Ende inkonsequent und halbherzig, selbst der Joker scheint die Lust an seinem Vorhaben zu verlieren. Aber auch zuvor wurde zu wenig Spannung aufgebaut. Dafür dass die Autoren über Jahre hinweg Figuren und Leser mit zwei Seuchen und einem Erdbeben malträtiert haben, wirkt das Storytelling zu kurzatmig.

No Man’s Land ist eine kurzweilige Unterhaltung für ausdauernde Leser; immerhin besser als die Vorgänger-Storylines, aber ein Muss ist es nicht.

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Viral ist nicht gleich ansteckend

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Titel: Contagion/Legacy (dt. Die Seuche/Der Fluch)

Autor/Zeichner: Chuck Dixon, Alan Grant, Doug Moench u.a.

Erschienen: 1996 (alle Batman-Serien) (dt. 1998, Dino-Verlag, Batman #10-13, #20-23, Batman Special #3, #5)


„Völkermord ist kein Verbrechen, wenn man auf der Seite der Sieger steht, Batman.“ (Bane)

„It’s too big. How can I fight a disease? And if I can’t, Gotham is doomed.“ (Batman)

Es wäre gelogen, wenn ich sagte, ich würde gerne eine Zusammenfassung der Ereignisse in dieser Storyline schreiben. Doch selbst wenn ich wollte: ich kann es nicht. Denn kurz nachdem ich Seuche und Fluch gelesen habe, ist mir bereits entfallen, was da passiert ist. So viel ist klar: Ein Ebola-Virus grassiert in Gotham. Viele sterben einen blutigen Tod. Die Batman-Familie versucht ein Gegenmittel zu finden. Catwoman, Azrael, Robin und Nightwing – sie alle mischen mit. Irgendwas passiert in Grönland. Poison Ivy hat auch etwas damit zu tun. Und als alles erledigt scheint, kommt dann noch ein unnötiger Anhang mit Ra’s al Ghul und Bane, wo es immer noch um die Seuchengefahr geht, was sich noch lahmer liest als der Auftakt. Und manche Dialoge sind so grenzdebil, dass man das Heft am liebsten an die Wand werfen würde.

Muss ich noch mehr sagen? Ich denke nicht. Vielleicht noch eins: die Seuche ist die erste Katastrophe, die Gotham heimsucht. Danach kommt ein vernichtendes Erdbeben, schließlich die Isolation des Niemandslandes. In der zweiten Hälfte der 90er Jahre musste Batman vor allem gegen Gegner kämpfen, gegen die er machtlos war. Batman als Katastrophen-Helfer? Das ist nicht sein Fachbereich, deshalb funktioniert es nur leidlich. Aber beim Versuch, den Helden an seine Grenzen zu treiben, musste dieser Schritt wohl irgendwann unternommen werden. So viel sei vorweggenommen: Man hätte aus all diesen Ideen mehr machen können.

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Schlachtgetümmel und Etikettenschwindel

DC Comics

DC Comics

Titel: Forever Evil: Arkham War

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Scot Eaton, Graham Nolan

Erschienen: 2013-2014 (Batman #23.1: Bane, Arkham War #1-6, Forever Evil Aftermath: Batman vs. Bane #1, Paperback 2014), dt. Panini 2014.


„To know thine enemy, you must become thine enemy.“ (Bane)

„… no matter how these freaks try to convince us otherwise … the sun always rises eventually.“ (James Gordon)

Nachdem das Crime Syndicate die Justice League ausgeschaltet, die Welt verdunkelt und die Schurken befreit hat (siehe Forever Evil), haben die Insassen des Arkham Asylum Gotham übernommen und unter sich aufgeteilt. Batmans Erzfeind Bane wittert seine Chance, befreit mit seiner Privatarmee die Insassen von Blackgate-Gefängnis und versucht seinerseits die Stadt zu erobern, um dort seine Schreckensherrschaft zu errichten. Er paktiert mit dem Pinguin, doch der treibt ein dreifaches Spiel, da er ebenfalls mit Scarecrow, dem Anführer der Arkhamites, und Comissioner James Gordon was am laufen hat. Es kommt zum Krieg. Unter anderem kämpft Banes Venom-Armee gegen eine Schar von Man-Bats. Bane versucht, die tiefgefrorenen Talons zu reaktivieren, doch Scarecrow will sich ebenfalls ihrer bemächtigen – mit einer Mischung aus Angstgas und Mad Hatters Gedankenmanipulation. Als das nicht funktioniert, verpasst Scarecrow sich und seinen Schergen eine Dosis Venom – und die Stadt ist voller Bane-Verschnitte …

Kommt uns das bekannt vor? Ja. Bereits in der ersten The Dark Knight-Story hat Bane die Arkham-Insassen mit einer Mischung aus Venom und Angstgas verköstigt. Abgesehen von dem offensichtlichen Ideen-Recycling stellt sich die Frage, welchen Mehrwert es bringt, jemanden wie Clayface, Killer Croc oder Man-Bat mit Venom vollzupumpen, wenn die doch ohnehin übermenschliche Kräfte haben. Letztendlich keinen, denn Bane macht auch so alle Gegner fertig, sodass er am Ende stolz dastehen kann – in seinem aus The Dark Knight Rises geborgtem Wintermantel.

Die coolste Idee allerdings besteht darin, zuvor Bane als Batman auftreten zu lassen. Da er einsieht, dass sich niemand wirklich vor ihm fürchtet, nimmt er die Gestalt der Figur an, die den Schurken am meisten Angst und Respekt einjagt. In stählerner Rüstung erinnert Bane so an den klobigen Batman von Frank Miller. Spätestens wenn Bane in dieser Rüstung sich auch noch auf ein Pferd schwingt, wird die Reminiszenz offensichtlich. Allerdings enttäuscht es, dass der auf dem Cover des Paperbacks (und des letzten Kapitels) angekündigte Kampf zwischen Batman und Bane-Batman so nicht stattfindet. Als am Ende Batman wiederkehrt und Bane vermöbelt, hat letzterer seine Rüstung leider schon abgelegt. Der erfahre Comic-Leser weiß zwar, dass Cover einer eigenen Logik folgen, aber hier wirkt es wie ein Etikettenschwindel. Das ist vor allem schade um den Schauwert. Denn viel mehr hat das Finale, ebenso wie der überwiegende Rest der Story, nicht zu bieten. In Erinnerung bleiben unzählige Splash Pages voller Schlachtgetümmel. Aber diese Erinnerung währt nur kurz.

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