Gothams Tierleben

Warner Home Video

Bitte lächeln! (Bild: Warner Home Video)

Titel: Batman Unlimited: Animal Instincts

Drehbuch: Heath Corson

Erschienen: 2015 (Direct-to-Video)


 „Man-Bat hat Langstrom die Hosen geklaut.“ (Flash)

Batman, das vergisst man leicht, bezieht sich auf eine Fledermaus. Und es gibt auch einige Schurken, die sich auch auf Tiere beziehen: Pinguin, Killer Croc, Cheetah, Gorilla Grodd und eben Man-Bat, womit wir wieder bei der Fledermaus wären. Was wäre also, wenn man einen Film rund um Tiere machen würde? Das hat man sich bei DC und Warner so gedacht und einfach mal drauflos gelegt – so ist Animal Instincts entstanden. Damit war der Ideenvorrat allerdings erschöpft.

In einem futuristischen Gotham kämpft Batman mit Nightwing, Red Robin, Green Arrow und Flash (wie auch immer diese Gruppe entstanden ist) gegen den Pinguin, der Man-Bat, Killer Croc, Cheetah und die Gorilla Grodd-Sparversion Silverback versammelt hat. Als hätte man damit nicht schon einen ganzen Zoo beisammen, gibt es noch ein paar Roboter-Raubkatzen und eine Robo-Fledermaus, die aussieht wie ein Flaschenöffner für Bacardi (aber der kommt dummerweise meistens mit Schraubverschluss). Und wozu der ganze Aufwand? Der Pinguin, der Batman noch nicht als Schurke bekannt ist, will mit einem Traktorstrahl einen Meteoriten auf Gotham stürzen lassen, um sich an allen Menschen zu rächen, die ihn wegen seines Äußeren verspottet haben …

Ein Spielzeugfilm

Für alle, die sich über den Spoiler aufregen: Keine Sorge, damit ist nur einer von vielen Tiefpunkten des Films vorweggenommen. Der Rest besteht aus selten dämlichen Dialogzeilen, platten Witzen (dafür ist vor allem Flash zuständig) und lächerlichen Ereignissen, wie etwa dass Flash mit einem Seil am Fuß gefangen wird und dann zum Spielball für Gorillas wird. Zum Fremdschämen. Ganz zu schweigen davon, dass man sich weder Helden noch Schurken irgendeine Mühe in der Charakterzeichnung gegeben hat. Die Figuren sind einfach da, ohne eingeführt zu werden. Batman wirkt etwa so lebendig wie die Roboter-Tiere, die er bekämpft. Aber was ist auch zu erwarten von einem Drehbuchautor, der schon Assault on Arkham verbrochen hat?

Nicht mal visuell überzeugt Animal Instincts: Batman trägt zunächst einen schwarzen Anzug mit roten Fledermaus-Symbolen auf der Brust und dem Gürtel (damit auch der Pinguin auf Augenhöhe sieht, mit wem er es zu tun hat), bis auf das Cape erinnert das sehr an Batman Beyond, die meiste Zeit ist sein Anzug blau-grau mit zwei gelben Fledermäusen. Das Design stammt – kein Witz – von Spielzeugfiguren. Die restlichen Teammitglieder wie Flash und Green Arrow wurden wohl nach ihren Farben ausgesucht, um den Film noch bunter zu machen. Das nächtliche Gotham wirkt hier übrigens in jeder Szene so gut ausgeleuchtet wie am Tag.

Was kann schon herauskommen, wenn man einen Film auf der Basis von Spielzeug macht? Transformers oder Battleship hat es gezeigt: Ein Spielzeugfilm. Reine Action in knalligen Bildern, um die Fantasie von Kindern anzustacheln. Eigentlich kommt Merchandise nach dem Film, es ist eine Zweitverwertung. Hier kommt der Film zum Merchandise. Und er wirkt genauso: Als Werbung, um Spielzeug zu verkaufen. Ein Sequel namens Monster Mayhem ist bereits für dieses Jahr angekündigt. Das wäre nicht nötig gewesen.

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