Die Weltbesten gegen den Rest der Welt

Batman versus Superman, Teil 13: Public Enemies (2003-2004)

Titel: Public Enemies (dt. Freunde und Feinde)

Autor/Zeichner: Jeph Loeb/Ed McGuinness

Erschienen: 2003-2004 (Superman/Batman #1-6), Paperback 2005, dt. Panini 2006/2016, Eaglemoss 2014


„You know what I got sick of, Bruce? You kicking the crap out of me with your toys. When you’re nothing but a man. A man who got to stay alive because I let you.“ (Superman, Kindom Come)

„If this is going to be our last stand, I can’t think of a better ally to fight alongside.“ (Superman)

Ein Asteroid rast auf die Erde zu. Ein riesiger Klumpen Kryptonit. US-Präsident Lex Luthor versucht ihn wegzusprengen. Nachdem er scheitert, gibt er Superman öffentlich die Schuld an der nahenden Katastrophe. Statt ihn oder andere Helden um Hilfe bei der Rettung der Welt zu bitten, tut Luthor alles, um seinen Erzfeind gefangen zu nehmen. Da Superman gerade mit Batman gegen Metallo und sein Ich aus der Zukunft (Kingdom Come) gekämpft hat, steht ihm sein düsterer Freund zur Seite. Auf ein Kopfgeld von einer Milliarde Dollar reagiert zunächst eine Reihe von Superschurken (z.B. Mongul, Solomon Grundy, Grodd), dann kommen ein paar B-Superhelden, die auf Luthors Gehaltsliste stehen (z.B. Captain Atom, Green Lantern John Stewart, Power Girl), schließlich helfen Captain Marvel/Shazam und Hawkman aus, um die beiden Staatsfeinde zu jagen. Aber die Gejagten bilden ein eingespieltes Super-Team, das fast immer Herr der Lage ist …

Viel Sinn ergibt das nicht, dass mehr Aufwand betrieben wird, Superman und Batman zu bekämpfen, statt sich um den Asteroiden zu kümmen. Auch nicht, dass der Superman der Zukunft den aus der Gegenwart zu töten versucht (ganz zu schweigen vom Raum-Zeit-Kontinuum-Paradoxon). Oder dass Metallo zuerst beteuert, niemanden mehr umbringen zu wollen, dann mit Kryptonit auf Superman schießt und ihn anschließend mit Batman lebendig begräbt. Aber man kann nicht leugnen, dass das Spektakel großen Spaß macht. Spätestens seit seinen großen Epen The Long Halloween und Dark Victory wissen wir, dass wenn Jeph Loeb gerne in die Vollen greift (auch bei Hush). Und so sehen wir reihenweise Charaktere, die dem Serienauftakt von Superman/Batman die Ehre erweisen. Selbst die Familien von Batman und Superman (also die Sidekicks) schauen vorbei und versuchen eine Befreiungsaktion im Weißen Haus. Und immerhin gibt es so großartige Sequenzen, in die, in der Kingdom Come-Superman das Batmobil von Adam West hochhebt, um Batman damit zu erschlagen.

Leider meint es Loeb mal wieder zu gut. Wenn er parallel zur Handlung die inneren Monologe von Superman und Batman laufen lässt, überfordert das nicht nur beim Lesen, denn man muss drei Strängen gleichzeitig folgen, sondern hat auch keinen großen Mehrwert. Es müssen nicht immer beide Helden Anekdoten aus ihrer Vergangenheit erzählen, um einen Vergleich zur Handlung zu ziehen, zumal sich die Anekdoten in ihrer Moral ähneln. Es muss auch nicht ständig der Gegensatz von Optimismus und Pessimismus herausgearbeitet werden – ganz zu schweigen von der Parallelführung der beiden bis zum Gehtnichtmehr erzählten Origins.

DC Comics

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Abgesehen von diesem ermüdenden Erzählverfahren bietet Loeb erneut genug Stoff, um vor lauter Fan-Service die Story vergessen zu machen – bis hin zu einem hanebüchenen Unsinn wie einem Raumschiff, das wie eine Fusion aus Batman und Superman aussieht. Zeichner Ed McGuinness trägt mit seinem lieblich-klobigen Michelin-Männchen-Stil dazu bei, dass man sich in dieser knallbunten Hochglanzwelt rundum wohl fühlt. Und vor allem: Es tut so gut, die World’s Finest Heroes auf der Höhe ihrer Fähigkeiten agieren zu sehen: mit perfektem Teamwork. Die einzigen Hiebe, die sie miteinander austauschen, sind verbale. Ansonsten zeigt die Story, dass Batman und Superman es zusammen mit der ganzen Welt aufnehmen können.

(Public Enemies wurde im Jahr 2009 als Animationsfilm adaptiert.)

Fortsetzung folgt.

Bisher erschienen:

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