Ein kleines bisschen Horrorshow

Batman versus Superman, Teil 17: Vampire und Werwölfe (2008-2009)

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman and Batman versus Vampires and Werewolves (dt. … versus Vampire und Werwölfe)

Autor/Zeichner: Kevin VanHook/Tom Mandrake

Erschienen: 2008-2009 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2009), dt. Panini 2010 (DC Premium #67)


„This world of magic is foreign to him and he is out of his element.“

Was kann man von einem solchen Titel erwarten? Besonders kreativ ist er nicht, aber immerhin erklärt er sich von selbst. Man bekommt, was draufsteht. Die beiden größten DC-Helden, sowie Typen mit Fell und Fangzähnen. Zwei Genres in einem: Superhelden und Horror. Und Blut. Ganz viel Blut. So viel, dass es schon einen großen Teil des Covers bedeckt. Das Ganze wirkt natürlich auch wie eine ganz billige Masche: Ein Trittbrettfahrer-Titel, der auf dem Höhepunkt des Vampir-Revivals zwischen Twilight und True Blood. Man kann nicht viel erwarten.

Und so ist es dann auch: Vampire und Werwölfe treiben ihr Unwesen in Gotham. Batman untersucht den Grund dafür. Die Spur führt zu einem verrückten Wissenschaftler, der auf der Suche nach dem Totenreich das Reich der Untoten geöffnet hat. (Hier stellt sich die Frage, warum ausgerechnet Vampire und Werwölfe, aber keine Zombies herausgekommen sind.) Als Batman ihn stellt, taucht ein undefinierbares, riesiges Ungeheuer auf, wie es von H.P. Lovecraft stammen könnte (vgl. Schatten über Gotham). Da eilt auch schon Superman zur Rettung – woher, warum bleibt ein Rätsel. Man schlägt sich durch einen Haufen Vampire und Werwölfe. Green Arrow kommt dazu und verschießt ein paar Holzfpfeile (und verschwindet bald darauf in der Versenkung). Und weil alle drei keine Ahnung von Hokuspokus haben, ist ein Auftritt von Jason Blood alias Dämon Etrigan obligatorisch. Während der Dämon sich um den Meta-Kram kümmert, metzeln Superman und Batman fleißig weiter – moralisch kein Problem, da niemand wirklich stirbt.

Für Splatterfreunde wird viel Blut, abgetrennte Körperteile, zermatschte Köpfe und Kannibalismus geboten. Superheldenfans bekommen Gastauftritte von Wonder Woman, Nightwing und Man-Bat, auch wenn sie nichts mit der Handlung zu tun haben. Und für alle, die nach Tiefe suchen, erklärt eine Erzählstimme noch einmal alles für Dumme. Das allein vermag der nach typischem Muster gestrickten Handlung auch keine Tiefe zu verleihen. Spannend geht auch anders. Nie hat man das Gefühl, dass eine Situation brenzlig werden könnte. Und für zwischenmenschliche Interaktion ist in diesem Schlachthaus von einer Story auch kein Raum. Superman und Batman sind – so wie jede andere Figur – bloße Funktionen, aber so beliebige, dass das Team der World’s Finest keine große Rolle spielt. In dieser Welt wirken sie bloß wie Fremdkörper. Auch zeichnerisch geht der Comic nicht über das Trash-Niveau hinaus.

(Dass Batman und Vampire aber auch ganz gut zusammenpassen können, zeigen die Comics Red Rain und Bloodstorm.)

Fortsetzung folgt.

Bisher erschienen:

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