Comic

Wer hat Batman getötet?

DC Comics

Titel: Where Were You On The Night Batman Was Killed?

Auto/Zeichner: David V. Reed/John Calnan

Erschienen: 1977 (Batman #291-294), Paperback 2009 (The Strange Deaths of Batman), Hardcover 2019 (The Joker: The Bronze Age Omnibus)


Batman ist tot. Doch wer hat ihn getötet? In Gotham machen Gerüchte die Runde, jeder Kleinganove reklamiert die Tat für sich, jede Geschichte klingt anders. Ein Gerichtsverfahren wird einberufen, kein offizielles, sondern eines der Schurken, in einem privaten Anwesen. Der Richter ist Ra’s al Ghul, der Ankläger ist Two-Face, die Jury besteht aus Poison Ivy, Scarecrow, Mad Hatter, Mr. Freeze, Spook und Signalman.

Nacheinander werden vier Zeugen vorgeladen, die behaupten, für Batmans Tod verantwortlich zu sein: Catwoman, Riddler, Lex Luthor und der Joker. Catwoman erzählt von einer wilden Verfolgungsjagd, bei der Batman mit ihr in einen Fluss stürzt. Sie rettet sich mit der Beute und einem Jaguar auf einen schwimmenden Käfig, als Batman aus dem kalten Wasser auftaucht und sich auf den Käfig ziehen will, stößt ihn Catwoman zurück, weil sie sonst mit ihm versinken würde. Ihre Beute ist ihr wichtiger als ihr Geliebter. Aber kann Catwoman, die noch nie getötet hat, eine Mörderin sein?

Joker: Mörder wider Willen

Der Riddler behauptet, Batman gefangen genommen und in die Luft gesprengt zu haben. Lex Luthor erzählt, er habe Supermans Bewusstsein in Batmans Körper übertragen und ihn dann totgeschlagen. Aber Two-Face schafft es, alle drei Aussagen zu widerlegen. Selbst Superman lädt er dafür als Zeugen vor, der sich bester Gesundheit erfreut.

Schließlich ist der Joker dran. Er sagt, er habe Batman im Zweikampf in einem Pelzgeschäft eine Überdosis Joker-Gift verpasst, an der er gestorben sei. Joker offenbart: Er habe schon oft Gelegenheit gehabt, Batman zu töten, aber habe ihn überleben lassen, um sich seinen aufregendsten Gegner zu bewahren – „my partner in fun and games“! Nachdem es zufällig doch passiert ist, ist es ihm auch nicht schade drum: „I hadn’t meant it–but I didn’t shed any tears over it, either!“

Der Joker habe daraufhin Batmans Maske gelüftet, aber dessen Gesicht und seine Fingerabdrücke unkenntlich gemacht, damit die Polizei was zu tun hat. Als Beweis habe der Joker aber Fotos vom Gesicht gemacht. Two-Face bezweifelt das und fordert den Beweis.

ACHTUNG: SPOILER!

Kurz darauf offenbart sich Two-Face aber als Batman selbst. Der Batman, den Joker getötet haben will, war nur ein Nacheiferer, ein Fanboy, der zur falschen Zeit am falschen Ort war. Batman hat den Prozess inszeniert, um den Mörder zu finden. Der wahre Two-Face war die ganze Zeit über in Arkham Asylum. Am Ende wird die Nachricht verkündet: Batman lebt!

Allerdings: Es hätte auch gereicht, die Leiche auf die Todesursache hin zu untersuchen. Das Gift im Körper hätte nur einen Schluss zugelassen. Aber ja, dann gäbe es diese Geschichte nicht, die allein schon wegen der Fülle an Schurken ein historisches Ereignis ist.

Der Vierteiler inspirierte Paul Dini zu der Batman: The Animated Series-Episode „Almost Got ′Im„, in der Two-Face, Pinguin, Joker und Killer Croc sich erzählen, wie sie Batman einmal „fast erwischt“ hätten. 2009 schrieb Neil Gaiman eine Comic-Story, die noch näher dran war am Original: Whatever Happened to the Caped Crusader? Auch darin gilt Batman als tot und die Schurken erzählen sich bei einer Trauerfeier verschiedene Versionen davon, wie es dazu kam – allerdings mit einem ganz anderen, geradezu genialen Dreh.

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80 Jahre Joker – und noch ein Special

DC Comics

Nach Robin und Catwoman bekommt auch der Joker eine Würdigung zum 80. Geburtstag: The Joker 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1 wird den Clown Prince of Crime mit einer Reihe von Kurzgeschichten feiern. Mit dabei sind Autoren und Zeichner wie Brian Azzarello, Lee Bermejo, Paul Dini, Denny O’Neil, Scott Snyder, Tom Taylor, Jock, José Luis García-López, Mikel Janín, James Tynion IV, Riley Rossmo und andere.

Die acht Variant Cover, die jeweils einer Dekade Tribut zollen werden, stammen unter anderem von David Finch, Jim Lee, Bill Sienkiewicz, Lee Bermejo und Jock.

Das Special soll am 29. April 2020 erscheinen und 9,99 US-Dollar kosten.

Dazu wird eine neue Anthologie erscheinen: The Joker: 80 Years of the Clown Prince of Crime. Sie soll 448 Seiten umfassen. Was drin sein wird, ist – bis auf den ersten Auftritt – noch unbekannt.

DC Comics

UPDATE am 19.1.2020: Für die Batman-Serie kündigt DC eine neue Storyline mit dem Joker als Antagonisten an: Mit dem Ende von „Their Dark Designs“ (Batman #93) wird sich der „Joker War“ abzeichnen – „and Gotham City will never be the same.“ Wie oft wir das schon gelesen haben … Das Heft, geschrieben von James Tynion IV und gezeichnet von Guillem March, erscheint am 15. April 2020.

>> Liste der Joker-Comics

Catwoman feiert 80 Jahre mit Comic-Special

DC Comics

In diesem Jahr werden nicht nur Robin und der Joker 80 Jahre alt, sondern auch Catwoman. Sie hatte (noch als „The Cat“) ihren ersten Auftritt in Batman #1. Für den 15. April hat DC nun ein Special zum Jubiläum angekündigt: Catwoman 80th Anniversary 100-Page Super Spectacular #1.

Es wird Kurzgeschichten von Ed Brubaker, Cameron Stewart, Paul Dini, Ann Nocenti, Adam Hughes, Tom King, Mikel Janín, Mindy Newell, Will Pfeifer und Emanuela Lupacchino enthalten, dazu Pinups von Steve Rude, Tula Lotay, Jim Balent und anderen. Das Cover stammt von Joëlle Jones, die auch die reguläre Catwoman-Serie schreibt und zeichnet.

Außerdem wird es acht Variant Cover geben, mit denen Zeichner wie Jim Lee und Adam Hughes je eine Dekade der 80 Jahre würdigen. Das Special wird 9,99 US-Dollar kosten.

Bereits am 6. März wird ein 100-seitiges Robin-Special erscheinen.

UPDATE am 17.1.2020: DC hat auch ein Joker-Special angekündigt. Dazu wird es auch eine neue Anthologie geben: The Joker: 80 Years of the Clown Prince of Crime.

Warum Hugo Strange sich für den besseren Batman hält

Titel: The Double Life of Hugo Strange

Autor/Zeichner: Gerry Conway/Don Newton

Erschienen: 1983 (Batman #356), Paperback 2018 (Batman Arkham: Hugo Strange), Hardcover 2019 (Tales of the Batman: Gerry Conway Vol. 3)


Hugo Strange hat ein neues Hobby gefunden: sich wie Batman verkleiden. Diesmal hat er einen neuen finsteren Plan. Als Bruce Wayne von einem Date mit Vicky Vale zurückkehrt, wird er von einem Gas betäubt. Er kommt wieder zu sich und ist plötzlich in Wayne Manor. Alfred begrüßt ihn mit Tee, dann mit einem Messer. Bruce knockt ihn aus, Alfred verschwindet und taucht plötzlich wieder, als wäre nichts gewesen, mit Tee auf.

Hugo Strange beobachtet das Szenario über eine Kamera und freut sich. Denn das Ganze ist ein böses Spiel. Im echten Wayne Manor fragen sich Alfred, Dick und Vicky, wo Bruce bleiben mag. Bruce steigt im falschen Zuhause unter die Dusche, da versucht Robin, ihn zu erwürgen. Bruce kann es noch verhindern, Robin verschwindet und taucht als ahnungsloser Dick wieder auf. Dann wird auch Bruce klar: Es sind alles Roboter.

Er steigt in die Batcave, da erwartet ihn schon Hugo Strange, rasiert und im Batman-Kostüm. Er ist so nett, für den anstehenden Zweikampf Bruce ein weiteres zu reichen. Während der sich umzieht, erklärt Strange, wie er Thornes Mordversuch überlebt hat (siehe Strange Apparitions, Detective Comics #472, 1977). Man prügelt sich, als Robin dazukommt, sieht sich Strange plötzlich besiegt und jagt seinen Wayne-Manor-Nachbau in die Luft. Am Ende rettet Batman noch Alfred vor einem Bruce-Wayne-Roboter, der ihn zu erschießen versucht.

Aber wozu der ganze Aufwand mit Kostümen, Robotern und Nachbau? „Because you’re the best, Batman! I built this house–this cave–my mandroids–not only to confuse you–but also to test myself–so I’d be ready to assume your fallen mantle.“ Hugo Strange hält sich selbst für einen besseren Batman, weil er keine Schwächen hat: Er ist skrupelloser.

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Batman trifft Judge Dredd

batman judge dredd cover

DC Comics

Titel: Batman/Judge Dredd Collection

Autor/Zeichner: Alan Grant/Simon Bisley u.a.

Erschienen: 1991, 1993, 1995, 1998 (Judgement on Gotham; Vendetta in Gotham; The Ultimate Riddle; Die Laughing), Paperback 2014, dt. Carlsen 1994/1997 (Vendetta in Gotham/Das letzte Rätsel)


Judge Dredd ist Polizist, Richter und Henker in einem. Ein knallharter Typ, der in einer knallharten, dystopischen Stadt (Mega-City One) Verbrechen aufklärt und sühnt – mit roher Waffengewalt. Der Antiheld trat 1977 zum ersten Mal im der Comic-Anthologie 2000 AD auf, 1995 wurde der Stoff mit Sylvester Stallone als Trash verfilmt, 2012 kam ein Remake ins Kino, das bei Kritikern größere Gnade fand.

Bereits 1991 traf Judge Dredd auf Batman. Es war das erste Crossover der 90er mit einem Charakter von einem anderen Comicverlag und es folgten drei Fortsetzungen. Im ersten Teil, Judgement on Gotham, dringt ein böser Geist namens Judge Death in Gotham ein und tötet Menschen. Batman hält ihn vorläufig auf, wird dann aber in die Parallelwelt nach Mega-City One teleportiert, wo er auf den Cyborg-Schurken Mean Machine trifft und dann mit dem Gesetz in Form von Judge Dredd in Konflikt gerät.

Der Mann, der seinen Helm nie abnimmt, will Batman festnehmen. Als der sich widersetzt, knockt Dredd ihn aus und sperrt ihn ein. Batman stehen 15 Jahre Knast bevor. Keine Gnade. Keine Rücksicht. Nicht mal der Versuch, Batman Glauben zu schenken. Erst der Auftritt der Telepathin Judge Anderson bringt Klarheit. Dredd bleibt stur, besteht auf Strafe, Batman schlägt ihn, wird verfrachtet, Anderson befreit ihn und man fährt gemeinsam nach Gotham, um Judge Death zu besiegen, der sich in der Zwischenzeit mit Scarecrow verbündet.

Judge Dredd jagt ihnen hinterher. Er ist hier mehr Gegner als Verbündeter, ein stumpfer Haudrauf und Prinzipienreiter, der sich mehr für die Strafe an Batman als für echte Gefahren interessiert. Erst am Ende macht sich seine Brutalität nützlich, um zu verhindern, dass Judge Death Massenmord bei einem Rockkonzert begeht.

Nicht nur wegen der unsympathischen Figur ist Judgement on Gotham ist gewöhnungsbedürftig. Auch die Handlung artet in Gewaltorgien und bizarre Situationen mit einem schwarzen bis geschmacklosen Humor aus. Bewundernswert sind dabei aber die Zeichnungen von Simon Bisley, der das Szenario noch grotesker und surrealer darstellt, als es ohnehin schon ist. Albtraumhaft wirkt jedes Panel, selbst Batman ist mit seinen langen Ohren und seinem dämonischen Auftreten furchterregend.

Scarface, Riddler, Joker

The Ultimate Riddle (DC Comics)

Im zweiten Teil, Vendetta in Gotham, sind die Bilder von Cam Kennedy bodenständiger, auch wenn die Story auf andere Weise bizarr anmutet: Judge Dredd kommt nach Gotham, um mit Batman eine offene Rechnung zu begleichen. Es kommt zu einer großen, fast nicht enden wollenden Prügelei. Gleichzeitig plant der Bauchredner/Scarface einen Anschlag auf einen Politiker bei einer Theateraufführung von Kindern. Scarface schmuggelt sich als verkleidete Puppe auf die Bühne und soll dann explodieren. Schließlich stellt sich heraus, dass die Handlung doch nicht so stumpfsinnig war, wie es zunächst schien. Tieferen Sinn ergibt das alles jedoch nicht.

Teil drei, The Ultimate Riddle, beginnt mit dem Riddler. Batman wird mit ihm zu einer fremden Welt entführt und in einen Käfig gesteckt. Judge Dredd wird ebenfalls gefangen gehalten, zusammen mit sechs weiteren Kämpfern anderer Planeten. Ein Diktator namens Xero zwingt sie dazu, gegeneinander anzutreten. Wer gewinnt, darf überleben. Batman wird als Beute vorausgeschickt, die die anderen jagen sollen. Wieder gibt es mehr Action als nennenswerte Dialoge, wieder reicht es, sich an den aufwendigen Illustrationen zu ergötzen. Dredd wird auch hier nicht unbedingt interessanter. Die überraschende Wendung am Ende lässt das Ganze noch banaler erscheinen.

Batman/Judge Dredd: Die Laughing (DC Comics)

Die letzte Begegnung der ungleichen Helden ist der Höhepunkt der Reihe: In Die Laughing kommt der Joker mit dem Teleportationsgürtel nach Mega-City One, befreit Judge Death und die drei anderen Dark Judges und richtet mit ihnen ein Gemetzel in einer Hedonistengemeinde an. Die Story bekommt doppelt so viel Raum und weil Dredd selbst zum Outlaw wird, bildet er mit Batman ein gutes Team, um die Schurken aufzuhalten. Der Joker wird selbst zum Dark Judge.

Die Laughing ist eine Horrorgeschichte voller expliziter Gewalt, vieler furchterregender Gestalten und Leichen, ebenfalls sehr ausdrucksstark gezeichnet, wenn auch auf Dauer etwas anstrengend. Man kann in dem Hedonistenmassaker sogar eine Gesellschaftssatire sehen. Eine sehr schwarze. Aber all zu viel Tiefgang sollte man trotzdem nicht erwarten.

Das Schlusskapitel des Bandes, Lobo/Judge Dredd: Psycho Bikers Vs. Mutants From Hell, habe ich mir dann gespart.

>> Liste der Batman-Crossover

Hugo Stranges Todeswunsch

Batman, Robin, Hugo Strange

DC Comics

Titel: Batman & Robin: Interlude on Earth-Two

Autor/Zeichner: Alan Brennert/Jim Aparo

Erschienen: 1982 (The Brave and the Bold #182)


Auf Earth 2 bricht über Gotham City ein ungewöhnlich heftiger elektrischer Sturm ein. Dick Grayson sucht Ted Knight auf und zusammen gehen sie als Robin und Starman der Sache auf den Grund. Starman verliert seinen kosmischen Stab, da erscheint Hugo Stranges Gesicht am Himmel, der verkündet, Gotham mit dem Stab zerstören zu wollen.

Kurz darauf bringt ein Blitz den Batman von Earth 1 nach Earth 2, wo sein Gegenstück bereits tot ist, genauso wie dessen Frau Selina Wayne. Zusammen mit Robin versucht er, Strange aufzuhalten. Der Schurke legt derweil mit seinem Zerstörungswerk los. Als erstes jagt er per Fernsteuerung Catwomans alten Pantherjet auf die Menschen, dann einen Riesenkreisel (eine alte Waffe des Spinners), dann das alte Batmobil.

Der T-Rex in der Batcave erwacht zum Leben.

Zusammen mit Batwoman (die auf Batmans Welt tot ist) fliegen sie auf Whirlybats zur Bathöhle, wo der Dinosaurier zum Leben erwacht. Schließlich muss Batman gegen einen alten Batman-Roboter kämpfen. Am Ende taucht ein missgestalteter Hugo Strange auf, der nach seinem letzten Sturz mit einem Zeug behandelt wurde, mit dem er einst die Monster Men erschuf. Leider ging das schief, weshalb der Professor nur noch eine bemitleidenswerte Erscheinung ist.

Hugo Strange in der Bathöhle.

Hugo Strange in der Bathöhle.

Batman überzeugt ihn davon, nicht von Rachegelüsten, sondern bloß von einem Todeswunsch getrieben zu sein. Strange sieht es ein und löst sich selbst zu Staub auf. Zurück bleibt der bittere Nachgeschmack von Euthanasie …

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Batman in der Story-Wüste

Batman Vol. 11: The Fall and the Fallen

DC Comics

Titel: The Fall and the Fallen

Autor/Zeichner: Tom King/Mikel Janin, Jorge Fornes

Erschienen: 2019 (Batman ##70-74, Batman Secret Files #2), Paperback 2019 (Batman Vol. 11)


Nachdem Batman sich aus seinem Psycho-Gefängnis in Arkham Asylum befreit hat, das ihn durch eine Reihe von Albträumen jagte, vermöbelt er alle Arkham-Insassen. Bevor er sich den Drahtzieher Bane vornimmt, geht er erst mal nach Hause, um sich auszuruhen und Verstärkung zu holen. Doch als er die Batman-Family zusammentrommelt, ist in Arkham alles wieder ganz normal, als ob nie die Insassen die Anstalt übernommen hätten.

In Wayne Manor serviert Alfred inzwischen Bane Suppe. Bane vermöbelt Batman und bricht ihm in alter Tradition das Rückgrat. Weil Bane das halt so macht und irgendwie dazugehört. Inzwischen erzählt Flashpoint-Batman Thomas Wayne noch einmal nach, was bisher geschah und erklärt, dass Bane ihn mit der gescheiterten Hochzeit mit Catwoman brechen wollte.

Thomas heilt Bruce nebenbei und blitzschnell von seinem gebrochenen Rückgrat und schleppt ihn durch die Wüste, um in Ra’s al Ghuls“Nain Pit“ Martha Wayne wiederzubeleben. Indem er die Familie wiederherstellt, will er Bruce von seiner Batman-Sucht heilen. Doch Bruce wehrt sich.

Prügelei und Geschwätz

Der größte Teil von Tom Kings elftem Batman-Kapitel ist Prügelei, der andere ist Geschwätz. Es wird erzählt, was wir schon wissen, es wird erklärt, was wir uns denken oder auch nach vielen Worten nicht nachvollziehen können, und es wird noch zweimal (!) die Tierfabel aus Batman #57 (Batman Vol. 8: Cold Days) wiederholt, weil Tom King sehr stolz darauf zu sein scheint und bedeutungsschwangere Kapriolen wie diese ihm wohl den Eisner-Award eingebracht haben.

Ach ja, und Thomas Wayne singt beim Wüstenritt einen klassischen Western-Folk-Song: „Home on the Range“:

Das alles ist wie immer langweilig und ärgerlich. Diese Seitenschinderei entspricht der Wüste, durch die die Batmen reiten. Eine weitere Verschwendung von Geld, Zeit und Nerven. Nur noch zwei Bände (City of Bane), dann haben wir das Elend endlich hinter uns. Ach, nein, danach kommt noch Kings Zwölfteiler: Batman/Catwoman … Wäre das alles bloß nicht so lang und ausschweifend! Es ist schon seltsam: Da gibt man einem fast 100 Ausgaben für Batman und er weiß so gut wie nichts Interessantes damit anzufangen.

Die Oase in der Wüste

Das Beste kommt zum Schluss: In Batman Secret Files #2 werden fünf Kurzgeschichten von Batman erzählt. Gemessen an der Wüste bilden sie eine Oase. In der ersten (von Andy Kubert) hat der Joker Batman gefangengenommen und will ihm Kostüm und Gürtel abnehmen, was aber nicht so leicht ist, wie gedacht – aber dafür höchst amüsant zu lesen.

Die Storys um den Riddler und Bane können da nicht mehr mithalten, auch wenn die Bane-Story einen interessanten Aspekt hat. Kurioser ist aber die Hugo-Strange-Story um einen brutalen Test, wer der echte Batman ist. Die vielleicht schwächste Geschichte ist die über den Psycho Pirate, die ebenso wie beim Joker, beim Riddler und bei Strange mit Schlägen ins Gesicht enden. Die Pointe ist immer Gewalt, Batmans Faust markiert das Ende.

>> Batman 2011-2019

Neue Batman-Comics: Vorschau auf 2020

Batman-Comics 2020

Catwoman, Robin und Joker: Das Batman-Jahr 2020.

In diesem Jahr feiern Robin, Joker und Catwoman ihr 80-jähriges Bestehen. Zu Robin erscheint im März ein 100-seitiges Special mit Kurzgeschichten, dazu ein Bronze Age Omnibus wie dieses Jahr beim Joker. Der Joker bekommt eine neue Hardcover-Anthologie noch unbekannten Inhalts, aber da es so eine schon vor fünf Jahren gab und in diesem Jahr wieder eine (zum Film), kann man sich die neue sparen, wenn nicht endlich The Killing Joke und Mad Love enthalten sind, denn ohne die ist so eine Sammlung immer nur eine halbe. Auch Catwoman wird mit einer Anthologie gewürdigt, diesmal verpackt als Chronologie einer Liebesgeschichte: The Bat and the Cat: 80 Years of Romance.

Die Batman-Serie findet ihren vorläufigen Höhepunkt mit City of Bane, das in zwei Hardcover-Ausgaben erscheinen wird. Tom King setzt seine Geschichte mit der zwölfteiligen Serie Batman/Catwoman fort. James Tynion IV wird die Batman-Serie übernehmen – und hoffentlich interessanter fortsetzen als King.

Weitere Highlights sind die Hardcover zu Last Knight on Earth von Scott Snyder und Greg Capullo, Creature of the Knight, Batman: Universe von Brian Michael Bendis sowie das Crossover Justice League/Black Hammer und Joker: Killer Smile von Jeff Lemire und Andrea Sorrentino. Erst im September wird die Fortsetzung zu White Knight, Curse of the White Knight, als Hardcover erscheinen.

Three Jokers Cover

Three Jokers (DC Comics)

Darüber hinaus läuft in den USA die zwölfteilige Serie The Batman’s Grave, die vielleicht Ende 2020 eine Sammelausgabe bekommen könnte. Noch immer keinen Erscheinungstermin gibt es für den längst angekündigten Dreiteiler Three Jokers. Außerdem steht noch Batman: Earth One Vol. 3 an. Da Zeichner Gary Frank mit Doomsday Clock fertig ist, dürfte das Projekt als nächstes realisiert werden.

(UPDATE: Wegen der Coronakrise verschieben sich viele Erscheinungstermine. Details siehe unten.)

Das Kino gehört 2020 den DC-Frauen: Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn erscheint am 6. Februar, Wonder Woman 1984 erscheint am 11. Juni. Zu ersterem bringt DC einige Paperbacks heraus, die die Hintergründe von Harley Quinn, Huntress und Black Canary beleuchten.

Batman-Filme wird es nur in animierter Form geben: Zunächst wird Batman in Superman: Red Son auftauchen, der gleichnamigen Adaption von Mark Millars Elseworlds-Comic. Für das Jahr ist zudem noch eine Fortsetzung von Justice League Dark, Apokolips War, angekündigt. Da Batman schon im ersten Teil eine prominente Rolle spielte, ist davon auszugehen, dass er auch im zweiten vorkommen wird.

Folgende US-Comics sind als Sammelausgaben angekündigt:

Januar

Februar

harleen cover

DC Comics

  • Harleen (Hardcover)
  • Batman Beyond Vol. 6 (Paperback)
  • The Bat and the Cat: 80 Years of Romance (Hardcover: Batman #1, #3, #15, #324, #392, #615 (1. Serie), Batman #24, #44, #50 (2. Serie), The Brave and the Bold #197, Solo #1, Catwoman #32)
  • Detective Comics Vol. 1: Mythology (Paperback)
  • Batman: The Dark Knight Detective Vol. 3 (Paperback)
  • Batman Arkham: Victor Zsasz (Paperback)

März

Batman Universe #1 Cover

DC Comics

April

City of Bane Part 1

DC Comics

Mai

  • Detective Comics Vol. 3: Greetings from Gotham (Hardcover)
  • Batman: The Caped Crusader Vol. 4 (Batman #455-465, Batman Annual #15)
  • Superman/Batman Omnibus Vol. 1 (Hardcover: Superman/Batman #1-43, Superman/Batman Annual #1-2,  Superman/Batman: Secret Files #1)

Juni

Juli

August

September

Joker: Killer Smile

DC Comics

Oktober

November

Dezember

Verschoben auf 2021:

batman/maxx #1

Paste/IDW/DC Comics

Stand: 29.12.2020


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Tote Fledermäuse für einen Batarang

Titel: Arkham Knight

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Brad Walker

Erschienen: 2019 (Detective Comics #1000-1005, Detective Comics Annual #2), Hardcover 2019 (Detective Comics Vol. 2)


Im Gotham fallen plötzlich die Fledermäuse tot vom Himmel. Auch in der Bathöhle. Dann bildet sich aus dem Nichts eine kleine Sonne über der Skyline und macht aus der Nacht Tag. Und dann taucht eine Gestalt in einer Rüstung auf, die sich Arkham Knight nennt, begleitet von ein paar Bogenschützen. Sie perforieren Batman mit Pfeilen und verkünden sein Ende. Dann entführen sie Robin und bringen ihn nach Arkham Asylum. Dort hebt der Arkham Knight seinen Helm und offenbart sich als völlig unbekannte Frau …

Autor Peter J. Tomasi (Detective Comics: Mythology) tischt uns eine Geschichte auf, die selbst für Superhelden-Maßstäbe weit hergeholt ist: Jeremiah Arkham hatte einst eine Frau, Ingrid, mit der er gearbeitet hat. Sie wurde schwanger und war so beliebt bei den Patienten wie dem Joker, Clayface und Poison Ivy, dass sie sie nicht nur während eines Aufstandes vor den anderen Insassen beschützt, sondern auch ihr Kind wohlbehalten zur Welt gebracht haben, als ihre Wehen einsetzten. Clayface hielt einen schützenden Mantel um sie, als der Joker dem Kind einen Klaps auf den Rücken gab. Dann warf aber ein Insasse ein paar Batarangs und einer traf – durch Clayfaces Mantel hindurch – Ingrids Halsschlagader und sie starb mit ihrer neugeborenen Tochter im Arm.

Ritterin rächt ihre tote Mutter

Diese Tochter, Astrid, wuchs mit ihrem Vater in Arkham auf, freundete sich mit dem Joker an, und entdeckte im Keller mittelalterliche Schätze, die ihre Vorfahren angesammelt hatten, darunter auch eine Rüstung und ein Schwert. Weil ein Batarang ihre Mutter getötet hat, will sie sich an dem rächen, der ihn gemacht hat …

Au weia. Das ist nicht nur ein dicker Klopper, von dem Tomasi erwartet, dass wir ihn schlucken, das ist eine ganze Reihe. Die Story ist so bemüht konstruiert, so unwahrscheinlich und so sehr Retcon, dass es schon an unfreiwilliger Komik grenzt. Es wäre aber nur komisch, wenn es nicht so ärgerlich wäre, die Intelligenz der Leser mit so einem Quark zu beleidigen. Und nachdem die Story vier Ausgaben lang aufgebaut wird, endet sie viel zu schnell im letzten Teil und gerät noch schneller in Vergessenheit.

Der Reaper kehrt zurück

Im Batman Annual #2 kehrt ein Schurke aus den 80ern zurück: der Reaper, ein Rächer mit den Sensenhänden, der schon vor Batman in Gotham wütete (nicht zu verwechseln mit dem ersten Reaper aus den 70ern). Diesmal metzelt er oder sein Nachfolger in Europa. Batman muss nach Griechenland reisen, um den Schurken zu stellen. Doch das ist eine Falle …

Reaper

Der Reaper ist wieder da. Darauf hätten wir verzichten können. (DC Comics)

Aus unverständlichen Gründen greift Batman zu seinem Black Casebook, dem Buch der ungelösten Fälle, obwohl der Fall sehr wohl gelöst wurde und die Geschichte als Year Two erschien, was ebenfalls bei Bruce Wayne im Regal steht. Noch ein Kuriosum: In Batmans griechischer Höhle steht ein (nur zweiköpfiger) Riesen-Kerberos. Aber ansonsten ist diese Geschichte der Inbegriff einer 08/15-Story, bei der Tomasi wieder einmal Familienmitglieder nachträglich hinzudichtet, um … Ach, ist eigentlich egal. Nur die Zeichnungen sind ganz gut.

Kerberos

Jede Bathöhle braucht irgendein Riesenvieh, in Griechenland muss es ein zweiköpfiger Hund sein. (DC Comics)

>> Batman 2011-2019

Batman in den Zehner-Jahren: Ein Rückblick

Black & White Batman (Tony S. Daniel)

Batman von Tony Daniel (DC Comics)

Batman ist in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden. Gefeiert wurde das mit Anthologien und Sonderaktionen. Aber trotz des Jubiläums war es ein schwaches Batman-Jahr. Keine Storyline konnte so recht überzeugen. Beide Batman-Serien kamen über Durchschnitt nicht hinaus, vieles lag sogar darunter. Tom King nervt mit einer überlangen Geschichte, deren Handlung auf der Stelle tritt, auch Detective Comics bleibt eher enttäuschend und wirkt planlos.

Auch außerhalb der Continuity gab es nichts wirklich Lesenswertes, auch wenn The Batman Who Laughs und Batman Damned für Aufsehen sorgte – es war oft eben nicht mehr als die Neugier auf bestimmte Figuren, Autoren und Zeichner. Interessant aber war auf jeden Fall der Abschluss des Watchmen-Crossovers Doomsday Clock, ein ambitionierter Versuch, Alan Moores Comic mit dem DC-Universum zu verbinden.

Batman by Alex Ross

Alex Ross (DC Comics)

Der Batman-Comic des Jahres ist für mich Detective Comics #1000. Eine Anthologie von überwiegend gelungenen Kurzgeschichten verschiedener Autoren und Zeichner würdigt den Mythos und denkt ihn weiter. Wenn ich das gesamte letzte Jahrzehnt betrachte, dann hat die Serie zuletzt vor fünf Jahren so viel Spaß gemacht, als zum 75-jährigen Jubiläum die zweite Ausgabe von Detective Comics #27 erschien.

Leider ist das die traurige Bilanz: Detective Comics hatte seine letzte beeindruckende Storyline 2011 mit Scott Snyders The Black Mirror. Seitdem war sie zunächst nur eine Halde für kurze, leicht verdauliche und fantasielose Geschichten, nach der Rebirth-Wende versuchte James Tynion IV sich an einer großangelegten Batman-Family-Storyline, die aber zu sehr in Nebenfiguren ausuferte und doch selten überraschte.

In diesem Jahrzehnt passierte für Batman sehr viel: Er baute ein weltweites Netz auf (Batman Incorporated), dann bekam er nach Flashpoint zusammen mit dem gesamten DC-Universum einen Reboot, der sich am meisten auf seine Vorgeschichte auswirkte (Zero Year). Einen neuen Origin bekam Batman auch in Earth One. Es war das Jahrzehnt des Kreativ-Teams Scott Snyder und Greg Capullo, die Batman gegen einen Endkampf mit dem Joker schickten und James Gordon zum neuen Batman machten. Batman verlor mit Damian nicht nur einen weiteren Robin, sondern auch seinen Sohn, aber nur für kurze Zeit.

Parallel dazu wurde ein Jahr lang die Serie Batman Eternal erzählt. Mit ihr gelang eine groß angelegte, hochdramatische und wendungsreiche Storyline, die bis zum Schluss Spaß machte. Die ambitioniertesten Comics des Jahrzehnts waren aber Paul Dinis Dark Night und Sean Murphys White Knight. Die eine, weil sie Batman mit einer autobiografischen Geschichte verknüpfte, die andere, weil sie einen wilden Remix bekannter Motive zu einer fesselnden Handlung machte.

Meine Favoriten der Zehner-Jahre sind:

Der Film des Jahres

Der Film des Jahres ist natürlich Todd Philips‘ Joker. Nicht nur, weil Joaquin Phoenix eine starke Vorstellung abliefert, es gelingt auch, dieser Figur neue Aspekte abzugewinnen und ein Batman-Prequel auch ohne Batman funktionieren zu lassen. So einen Mut kann man sich für die kommende Batman-Adaption von Matt Reeves wünschen, die 2021 erscheinen soll.

Ansonsten war das Jahrzehnt für Batman im Kino eher eine Flaute: The Dark Knight Rises war deutlich schwächer als seine beiden Vorgänger. Und da Zack Snyders Batman v Superman und Justice League eher vergessenwert waren, bleibt Joker damit auch der Batman-Spielfilm des Jahrzehnts. Dass Batman darin nicht vorkommt, sollte den Produzenten zu denken geben. Ansonsten waren Wonder Woman und Shazam würdige DC-Verfilmungen.

Leider konnte der Animationsfilm Hush in diesem Jahr nicht so überzeugen, weil man es sich wie immer zu leicht gemacht hat. Auch andere Zeichentrickfilme, die auf Batman-Comics basierten, wie etwa The Killing Joke, blieben Durchschnittsware, die immer gleich aussieht und sich billig anfühlt. Es fehlt der Wille, diesen Filmen eigene Stile zu verleihen und über die Comics hinauszugehen. Batman Ninja war ein überdrehter japanischer Versuch in eine neue Richtung, aber insgesamt war nur The Lego Batman Movie ein rundum gelungener Film für Fans und die ganze Familie.

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