Brad Walker

Tote Fledermäuse für einen Batarang

Titel: Arkham Knight

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Brad Walker

Erschienen: 2019 (Detective Comics #1000-1005, Detective Comics Annual #2), Hardcover 2019 (Detective Comics Vol. 2)


Im Gotham fallen plötzlich die Fledermäuse tot vom Himmel. Auch in der Bathöhle. Dann bildet sich aus dem Nichts eine kleine Sonne über der Skyline und macht aus der Nacht Tag. Und dann taucht eine Gestalt in einer Rüstung auf, die sich Arkham Knight nennt, begleitet von ein paar Bogenschützen. Sie perforieren Batman mit Pfeilen und verkünden sein Ende. Dann entführen sie Robin und bringen ihn nach Arkham Asylum. Dort hebt der Arkham Knight seinen Helm und offenbart sich als völlig unbekannte Frau …

Autor Peter J. Tomasi (Detective Comics: Mythology) tischt uns eine Geschichte auf, die selbst für Superhelden-Maßstäbe weit hergeholt ist: Jeremiah Arkham hatte einst eine Frau, Ingrid, mit der er gearbeitet hat. Sie wurde schwanger und war so beliebt bei den Patienten wie dem Joker, Clayface und Poison Ivy, dass sie sie nicht nur während eines Aufstandes vor den anderen Insassen beschützt, sondern auch ihr Kind wohlbehalten zur Welt gebracht haben, als ihre Wehen einsetzten. Clayface hielt einen schützenden Mantel um sie, als der Joker dem Kind einen Klaps auf den Rücken gab. Dann warf aber ein Insasse ein paar Batarangs und einer traf – durch Clayfaces Mantel hindurch – Ingrids Halsschlagader und sie starb mit ihrer neugeborenen Tochter im Arm.

Ritterin rächt ihre tote Mutter

Diese Tochter, Astrid, wuchs mit ihrem Vater in Arkham auf, freundete sich mit dem Joker an, und entdeckte im Keller mittelalterliche Schätze, die ihre Vorfahren angesammelt hatten, darunter auch eine Rüstung und ein Schwert. Weil ein Batarang ihre Mutter getötet hat, will sie sich an dem rächen, der ihn gemacht hat …

Au weia. Das ist nicht nur ein dicker Klopper, von dem Tomasi erwartet, dass wir ihn schlucken, das ist eine ganze Reihe. Die Story ist so bemüht konstruiert, so unwahrscheinlich und so sehr Retcon, dass es schon an unfreiwilliger Komik grenzt. Es wäre aber nur komisch, wenn es nicht so ärgerlich wäre, die Intelligenz der Leser mit so einem Quark zu beleidigen. Und nachdem die Story vier Ausgaben lang aufgebaut wird, endet sie viel zu schnell im letzten Teil und gerät noch schneller in Vergessenheit.

Der Reaper kehrt zurück

Im Batman Annual #2 kehrt ein Schurke aus den 80ern zurück: der Reaper, ein Rächer mit den Sensenhänden, der schon vor Batman in Gotham wütete (nicht zu verwechseln mit dem ersten Reaper aus den 70ern). Diesmal metzelt er oder sein Nachfolger in Europa. Batman muss nach Griechenland reisen, um den Schurken zu stellen. Doch das ist eine Falle …

Reaper

Der Reaper ist wieder da. Darauf hätten wir verzichten können. (DC Comics)

Aus unverständlichen Gründen greift Batman zu seinem Black Casebook, dem Buch der ungelösten Fälle, obwohl der Fall sehr wohl gelöst wurde und die Geschichte als Year Two erschien, was ebenfalls bei Bruce Wayne im Regal steht. Noch ein Kuriosum: In Batmans griechischer Höhle steht ein (nur zweiköpfiger) Riesen-Kerberos. Aber ansonsten ist diese Geschichte der Inbegriff einer 08/15-Story, bei der Tomasi wieder einmal Familienmitglieder nachträglich hinzudichtet, um … Ach, ist eigentlich egal. Nur die Zeichnungen sind ganz gut.

Kerberos

Jede Bathöhle braucht irgendein Riesenvieh, in Griechenland muss es ein zweiköpfiger Hund sein. (DC Comics)

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