Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Gehirnwäsche statt Kaviar

Batman 1966

Gehirnwäsche: Der Pinguin steckt Alfred in seine „Penguin Box“.

Titel: Fine Finny Fiends/Batman Makes the Scenes (dt. Der Pinguin schlägt zu)

Drehbuch: Sheldon Stark

Erschienen: 1966 (Batman S01E33-34)


Es steht mal wieder das Wohltätigkeitsdinner der Millionäre von Gotham an. Alfred geht schon mal einkaufen. Auf der Liste steht Kaviar – und das nicht zu knapp, ein Pfund pro Kopf muss schon drin sein. Auch wohltätige Millionäre wollen sich schließlich nicht lumpen lassen. Da ist es gut, dass ein neuer Fischladen aufgemacht hat und den edlen Störrogen wohlfeil anbietet. Doch kaum hat der Feinschmecker das Zeug gekostet, steckt er unter einem Regenschirm und wird mit Gas ausgeknockt.

Chief O’Hara schaltet scharf: Dahinter kann wohl nur der Pinguin stecken! Und er hat natürlich Recht, auch wenn er die Drecksarbeit – wie immer – lieber Batman überlässt. Der Schurke will von Alfred herausfinden, wo das Wohltätigkeitsdinner stattfinden wird, denn es wird jedes Jahr an einem anderen geheimen Ort abgehalten. Alfred weiß es aber noch gar nicht, weil es noch nicht entschieden wurde, und selbst wenn er es wüsste, würde er es nicht preisgeben.

Pinguin schreibt sogar mit Schirmen.

Für diese Probleme hat der Pinguin eine Lösung: Gehirnwäsche. Mittels Penguin-Box, einem Gerät, das aussieht wie eine Art Schwitzbad mit Leuchtgirlanden, macht er sich Alfred erstens gefügig und zweitens vergesslich. Nur ein nervöses Zucken bleibt bei dem treuen Butler zurück. So wird er wieder in die Freiheit entlassen.

Die Polizei hat natürlich keine Ahnung davon, wo der Pinguin stecken könnte. Batman und Robin kommen dahinter, weil sie als einzige auf die Idee kommen, den Zettel vom Boden des Fischgeschäfts aufzugeben. „Knott A. Fish“ nennt sich der Inhaber des Ladens, „not a fish“ – das kann nur Pinguin bedeuten, sagt Robin. Und später erweist sich der Hinweis als nützlich, weil der Schurke so dumm war, den bescheuerten Namen auch auf ein Schild am Hafen zu schreiben.

Batman und Robin – verloren im Schirmwald.

Doch als das Dynamische Duo eintrifft, findet es sich in einem Wald aus aufgespannten Regenschirmen wieder und landet nach der Prügelei an zwei übergroßen Angelhaken. Die Todesfalle: eine Vakuumkammer, aus der Pinguins Schergen mit einem Blasebalg Luft rauslassen. Um deutlich zu machen, wie brenzlig die Lage ist, werden Luftballons zum Platzen gebracht. Nur die Körper der Helden bleiben seltsamerweise intakt. Als die Luft aus dem Raum raus ist, dürften Batman und Robin erledigt sein, aber dann sind sie plötzlich frei. Warum? Zum Glück hat Batman etwas Sauerstoff im Bat-Gürtel dabei gehabt.

Tödliches Vakuum: Batman und Robin in der Todesfalle.

Natürlich ist Batman auch schlau genug, das falsche Spiel des Pinguins zu durchschauen: Er lässt ihm von Alfred eine Adresse geben, bei der auch er zugegen ist. (Allerdings trinkt er nur Milch. Ob er als Bruce Wayne zur Tarnung bloß Ginger Ale trinkt?) Das Dinner erweist sich als frivoles Spektakel: Als Höhepunkt springt eine schöne Frau aus einer Riesentorte, während die Millionäre sie mit Banknoten bewerfen. Diesmal aber steckt die Komplizin des Pinguins drin – ihr größter Wunsch ist es ohnehin, eine Misswahl zu gewinnen, jetzt ist ihr großer Auftritt. Auf ihrer Schärpe steht der Verwendungszweck der Spenden: Miss Natural Ressources. Dass sie zuvor einen Pelzmantel getragen hat, dürfte ein Scherz sein, dessen Ironie sich erst heutzutage erschließt.

Alles nur für den guten Zweck: Miss Natural Ressources im Geldregen.

Doch dann versprüht die Dame wieder Betäubungsgas und die Helden schlafen ein. Aber das scheint nur so. Denn kurz darauf springen sie aus dem Safe des Pinguins und bringen die Bande zur Strecke. Sie haben zuvor ein Gegengift genommen. Sie hätten das alles auch viel einfacher haben können. Auch der Pinguin hätte bloß Bruce Wayne zum Dinner folgen müssen, um die Kohle abzusahnen. Doch all das hätte nicht zwei Episoden mit herrlich schönem Quatsch gefüllt.

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Scarecrows Rückkehr oder: Warum liegt hier Stroh?

DC Comics

Titel: Fright of the Scarecrow

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1967 (Batman #189), Paperback 2016 (Batman Arkham: Scarecrow)


„… by stretching the imagination, it might fit –“ (Batman)

Nach zwei Auftritten in den 40ern verschwand Scarecrow für 24 Jahre, erst 1967 kehrte er wieder in die Comics zurück. Daher musste man den jungen Lesern von damals noch einmal die Origin-Story aus World’s Finest #3 (1941) erzählen, damit sie überhaupt wussten, was Sache ist: Jonathan Crane, als Kind gerne Vögel aufgescheucht, später Psychologie-Professor mit dem Forschungsschwerpunkt Angst und schließlich professionelle Vogelscheuche. Angstgas hatte er damals noch nicht – diese Pioniertat war zunächst nur Hugo Strange vorbehalten.

Als Scarecrow wiederkehrt, erwischen ihn Batman und Robin gerade dabei, wie er im Park die versteckte Beute früherer Raubzüge wieder ausgräbt. Ohne zu fragen wird Batman handgreiflich, als sich die beiden Komplizen wehren wollen, indem sie vom Zweiten Verfassungszusatz Gebrauch machen, werden sie ausgeknockt. Doch dann lässt Scarecrow ein kleines U-Boot mit einer Antenne auftauchen, die mittels Signale Höhenangst auslöst. Während sie sich an einen Baum klammern, bewirft Scarecrow sie mit Stroh – sein Markenzeichen und angeblich Ausdruck seiner Macht.

Scarecrow dichtet wieder

Dann lässt er einen Hinweis im Sand zurück, die Worte: Park, Ark, Mark. Ähnliche Reimereien gab es schon in Detective Comics #73 (1943). Und so beginnt das Rätselraten. „Ark“ ist einfach: Es geht um die Filmkulisse eines Noah-Films, die der Geschäftsmann Raymond Archer gekauft hat. Doch kaum Batman und Robin an Bord, werden sie von Scarecrows Signalen mit Blindheit geschlagen und sie haben plötzlich Angst vorm Dunkeln. Dann lässt Scarecrow auch noch – immerhin ist man auf einer Arche! – zwei große Raubkatzen auf sie los. Aber zum Glück hat Scarecrow wieder ein bisschen Stroh liegen lassen. Dank eines Laserstrahls im Gürtel können Batman und Robin damit Feuer machen und die wilden Tiere abwehren. (Ein Feuerzeug hätte es auch getan, aber man muss wohl mit James Bond mithalten.)

Doch was hat es mit dem dritten Hinweis „Park“ auf sich? Dahinter kommen die Detektive mittels wildester Assoziation: Es geht von „mark“ zu „easy marks“ zu „fall guys“ zu „Jeremy T. Fall“, einem Millionär. Das ist eine Gedankenkette, die selbst für den Riddler zu weit hergeholt wäre. „Mark“ hätte genauso gut ein Name sein können – aber für’s Nachdenken bleibt keine Zeit, denn wieder muss ein Millionär davor bewahrt werden, sein Vermögen zu verlieren. Nein, so ist es nicht ganz: Denn immerhin will Mr. Fall das Geld spenden – es geht also um einen guten Zweck.

Scarecrow hat zwar auch hier noch kein Angstgas, aber er raucht eine Pfeife, deren Rauch den armen Mr. Fall in Todesangst versetzt. Lange muss er sich nicht fürchten, denn Batman und Robin können alles wieder schnell mit Fäusten regeln. Der Wunderknabe reimt: „Have some fear — Robin’s here!“ Doch Scarecrow hat viel mehr Angst vor etwas anderem: Polizeisirnen.

Und die Moral von der Geschicht: Man überwindet seine Ängst nur, wenn man sich ihnen stellt. Genauso ist es – merkt euch das. Von Batman kann man was fürs Leben lernen. Manchmal jedenfalls.

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Batman im Jazz-Club

DC Comics

Titel: Batman: Jazz

Autor/Zeichner: Gerard Jones/Mark Badger

Erschienen: 1995 (Batman: Jazz – A Legends of the Dark Knight Special #1-3)


Nachdem Batman einen alten Saxophonisten im Park vor drei jungen Schlägern gerettet hat, lädt der Mann Batman zu einem Konzert in einem Nachtclub ein. Batman kommt. Im Kostüm. Setzt sich an einen Tisch und hört sich von Gästen die Geschichte der Jazzlegende Blue Byrd an, der einst als Genie am Saxophon gefeiert wurde, bis er mit 35 an einer Drogenüberdosis starb.

Nicht von ungefähr erinnert die Geschichte an Charlie Parker, der auch „Bird“ genannt wurde. Nur hier stellt sich heraus: Blue Byrd ist gar nicht tot, sondern spielt hier und jetzt unter dem Decknamen Willie Little. Nach dem Auftritt wird Willie aber von drei kuriosen Gestalten in bunten Kostümen angegriffen: The Brothers of Bop. Einer verschießt mit seiner Pauke Raketen, ein anderer wirft Granaten in Notenform, der dritte lässt mit seinem Saxophon scheinbar Fensterscheiben zerspringen – doch das ist nur eine Illusion, hervorgerrufen durch Halluzinogene. Am nervigsten ist jedoch ihre affektierte Sprechweise in Stabreimen: „Ow ow ow! Show me how! Ka-pow ka-pow!“ Willie landet im Krankenhaus.

Hommage an Charlie Parker

Batman bringt die restlichen zwei Ausgaben damit zu, Klinken zu putzen und Blue Byrds alte Weggefährten auszufragen, ob sie ihn auf dem Gewissen haben. So erfährt er immer mehr über die Vergangenheit des genialen Musikers, der seinen Tod vorgetäuscht hat, um in Europa Musik zu studieren. Es geht um Drogen, Plagiate und natürlich auch um Rassismus, unter dem der Schwarze gelitten hat. Dabei entdeckt Batman Gemeinsamkeiten mit sich: eine verlorene Kindheit und ein Doppelleben.

Der Dreiteiler von Gerard Jones und Mark Badger (Run, Riddler, Run) ist vor allem eine Hommage an Charlie Parker und den Jazz, der am Ende entgegen schon in den 90ern herrschender Meinung für sehr lebendig erklärt wird. Man muss sich nur fragen, was das soll. Comics tun sich eigentlich sehr schwer damit, Musik darzustellen – oft lassen Zeichner behelfsmäßig Noten durchs Bild fliegen. Hier aber versucht Zeichner Mark Badger, die Musik visuell mit psychedelisch anmutenden Farbeffekten darzustellen. Die Figuren sind sperrig bis expressionistisch gezeichnet. Die Auflösung am Ende, die sich Autor Gerard Jones überlegt hat, mutet hingegen banal an: ein versuchter Mord aus Liebe, um die Legende aufrechtzuerhalten … Die Szene mit Batman im Jazz-Club wirkt absurd bis unfreiwillig komisch. Und die drei bescheuerten und überzeichneten Schurken regen einfach nur auf.

Dann schon lieber Charlie Parker hören.

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Batman mit acht Celli

Neal Heftis Main Theme der Batman-Serie mit Adam West ist so genial eingängig, dass sie schon in den 60ern oft gecovert wurde: von The Who, The Standells, Jan & Dean, The Ventures, The Markettes und Los Monjes. Aber hier kommt eine ganz andere Instrumentalversion: Samara Ginsberg spielt die Batman-Theme mit acht Celli.

Wie schon die Beatles übrigens bei Eleanor Rigby, nur dass die Beatles damals nicht an den Instrumenten saßen: Frau Ginsberg kriegt das Oktett hingegen ganz allein hin – und das nur mit zwei Händen. Und sie schafft es, zwischendrin noch, etwas zu lesen, zu trinken und mit dem Handy zu spielen. Beeindruckend.

Neue Batman-Comics: Vorschau auf 2021

Joker War: Batman #100 (DC Comics)

2021 wird das Jahr der Vögel. Scarecrow und Pinguin feiern ihr 80-jähriges Jubiläum. Daher werde ich mich den beiden Schurken ausführlich in einer fortlaufenden Reihe widmen. Ihre ersten Auftritte habe ich schon besprochen. Jetzt kommt der Rest, darunter auch Pinguins Auftritt in Batman: The Animated Series und das Gipfeltreffen zwischen Pinguin und Scarecrow in der Storyline As the Crow Flies.

Außerdem feiert die Comicgemeinde am 15. Juni den 80. Geburtstag von Neal Adams. Der Zeichner prägte den Batman der 70er sowie das Team-up zwischen Green Lantern und Green Arrow – alles Arbeiten, die der 2020 gestorbene Autor Dennis O’Neil schrieb. Zuletzt betätigte sich Adams auch als Autor, mit Batman: Odyssey und dem bislang unvollendeten Batman vs. Ra’s al Ghul, von dem die letzten beiden Ausgaben nächstes Jahr erscheinen sollen.

Im Herbst werden auch Wonder Woman, Green Arrow und Aquaman 80 Jahre alt (Oktober/November), die letzten beiden erschienen sogar zeitgleich zum ersten Mal (in More Fun Comics #73). Ich werde mir die Team-ups dieser Helden mit Batman in The Brave and the Bold anschauen.

Batman: Earth One Vol. 3 (DC Comics)

In Sachen neuer Batman-Comics darf man gespannt sein auf den Joker War, den Autor James Tynion IV im vergangenen Jahr toben ließ und der nun als Sammelband herauskommt. Noch mehr freue ich mich auf Batman: Earth One Vol. 3 von Geoff Johns und Gary Frank. Ein weiteres Highlight könnte der Zwölfteiler The Batman’s Grave von Warren Ellis und Bryan Hitch werden.

Für Heftesammler beginnt das Jahr mit dem Event Future State, das Batman und andere DC-Helden in einem dystopischen Szenario zeigt. Dafür pausieren die Hauptserien für ganze zwei Monate, danach geht Batman wieder monatlich (statt zweimal pro Monat) weiter. Der erste Batman-Sammelband zu Future State erscheint erst im Juni. Außerdem läuft der Zwölfteiler Batman/Catwoman von Tom King und Clay Mann weiter. Neue Wege einschlagen will DC mit dem One-Shot Infinite Frontier, der am 2. März erscheinen soll, am gleichen Tag kommt die erste Ausgabe der neuen Serie The Joker heraus. Am 16. März 2021 startet DC mit Batman: Urban Legends eine neue Anthologie-Serie.

Bis wir Batman wieder im Kino sehen, müssen wir uns bis 2022 gedulden. Mindestens. Im August 2021 soll zunächst James Gunns The Suicide Squad in die Kinos kommen, falls die Pandemie nicht wieder alle Pläne über den Haufen wirft. Und im März soll dann auch Zack Snyder’s Justice League als Miniserie auf HBO Max erscheinen (ok, kriegt euch wieder ein). Einen deutschen Veröffentlichungstermin gibt es nicht. Zunächst kommt im Januar der Animationsfilm Batman: Soul of the Dragon. Für den weiteren Verlauf des Jahres ist die Adaption von The Long Halloween angekündigt.

Januar

  • Batman: Chalice (inkl. Batman: The Ankh)
  • Batman: The Caped Crusader Vol. 5 (Batman #466-473, Detective Comics #639-640)
  • Batman: The Dark Knight Detective Vol. 4 (Detective Comics #601-611, Detective Comics Annual #2)
  • Batman Adventures: Robin, The Boy Wonder (Gotham Adventures #7, 19, 29, 42, 54, Batman Adventures #9)

Februar

März

  • The Batman’s Grave (Hardcover)
  • Detective Comics Vol. 5: The Joker War (Hardcover)
  • Batman and the Outsiders Vol. 3: The Demon’s Fire
  • Batman Arkham: Talia al Ghul (Paperback)
  • Batman Beyond Vol. 8: The Eradication Agenda (Paperback)
  • Superman & Batman Generations Omnibus (Superman & Batman: Generations An Imaginary Tale #1-4, Superman & Batman: Generations II #1-4, Superman & Batman: Generations III #1-12)

April

Mai

  • Batman: The Dark Knight Detective Vol. 5 (Detective Comics Annual #3, and Detective Comics #612-614, #616-621)
  • Batman Universe (Paperback)
  • Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles III (Paperback)

Juni

  • Batman: White Knight Presents: Harley Quinn (Hardcover)
  • Batman: The Adventures Continue (Paperback)
  • Batman Vol. 3: Ghost Stories (Hardcover. Enthält Batman #101-105, eine Story aus Detective Comics #1027, Batman Annual #5)
  • Future State: The Next Batman (Paperback. Enthält: Future State: The Next Batman #1-4; Future State: Dark Detective #1-3; Future State: Nightwing #1-2)
  • Batman by John Ridley – The Deluxe Edition (Hardcover, enthält: Detective Comics #1027, Batman Black & White #1, Batman: The Joker War Zone #1, Future State: The Next Batman #1-4)
  • Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 9 (Batman #76-84, Detective Comics #192-208, World’s Finest Comics #63-70)

Juli

August

  • Batman Adventures: Cat Got Your Tongue? (Paperback, enthält: Adventures in the DC Universe #2-19; Batman: Gotham Adventures #4-24, 50; Batman Adventures #10)
  • Batman: Zero Year (Paperback)

September

  • Batman: The World (Hardcover)
  • Batman Vol. 4: The Cowardly Lot – Part One (Hardcover)
  • Joker/Harley: Criminal Sanity (Hardcover)
  • The Next Batman: Second Son (Hardcover)
  • Batman/Fortnite: Zero Point (Paperback)
  • Batman Black & White (Vol. 5) (Hardcover)
  • Batman/Fortnite: Zero Point (Hardcover)
  • Batman Arkham: Catwoman (Paperback)
  • The Batman & Scooby-Doo Mystery Vol. 1 (Paperback)
  • Batman in the Fifties (Paperback)
  • Batman in Brave & the Bold: The Bronze Age Omnibus Vol. 3 (Hardcover)

Oktober

  • Detective Comics Vol. 6: Road to Ruin (Paperback)
  • Batman ’89 (Hardcover)

November

  • The Joker Vol. 1 (Hardcover)
  • Legends of the Dark Knight: Jose Luis Garcia-Lopez (Hardcover)
  • Batman: The Dark Knight Detective Vol. 6 (Paperback)

Dezember

2022

(Quelle: Amazon.de)

Hinweis: Dieser Artikel wurde aktualisiert am 7.6.2021


>> Batman-Jahresrückblick 2020


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Batman gegen Mr. und Mrs. Freeze

DC Comics

Titel: Cold Vengeance

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Doug Mahnke

Erschienen: 2020 (Detective Comics #1012-1017), Hardcover 2020 (Detective Comics Vol. 4)


Mister Freeze lässt ein paar junge Frauen entführen, um ein Serum an ihnen zu testen. Damit will er seine Frau Nora endlich wieder zu den Lebenden zurückholen. Als eine Entführung schiefgeht, wird Batman auf den Schurken aufmerksam. Kaum hat er Freezes Aufenthaltsort herausbekommen, steigt Batman in eine supercoole … äh … superheiße Feuerrüstung, um den kalten Gegner auf Eis zu legen … oder besser gesagt: ihm gehörig einzuheizen.

Victor Fries jagt ein paar Eiszombies auf ihn (darunter auch einige Tiere, echt creepy), so gelingt ihm mit Nora die Flucht und er muss sein Serum ohne weitere Versuchspersonen an Nora testen. Es klappt – doch sie ist gar nicht erfreut, als sie erwacht. Sie macht ihm schwere Vorwürfe, ihren letzten Wunsch nicht respektiert zu haben. Doch obwohl Freeze sie ebenfalls auf den absoluten Nullpunkt herunterkühlt (fragt sich nur, wie man sich dann noch rühren kann), lässt sie sich schnell umstimmen und wird zu seiner Komplizin. Fortan rauben Mr. und Mrs. Freeze Banken aus und frieren haufenweise Menschen ein.

Wie einst Bonnie und Clyde: Mr. und Mrs. Freeze. (DC Comics)

Hier könnte die Geschichte unglaubwürdig werden, aber dann kommt zum Glück eine halbwegs glaubwürdige Erklärung: Da das Serum nicht ausgereift war, greift es Noras Gehirn an – sie wird zur Soziopathin. Nachdem sie ihren Mann fallen lässt, bittet Victor Freeze Batman um Hilfe, seine gemeingefährliche Frau wieder einzufangen. Und so kommt es zum Team-up von Eis und Heiß …

Heiß und Eis: Batman & Mr. Freeze. (DC Comics)

Endlich mal wieder eine brauchbare Mr. Freeze-Story. Endlich kommt die Sache mit Nora voran. Dass sie dasselbe Outfit trägt wie ihr Mann, ist einfallslos, dass sie völlig durchgeknallt ist, macht sie als Charakter uninteressant, denn sie hat eigentlich keine richtige Agenda, als sich ihre langgehegten Wünsche zu erfüllen, wie etwa auf einer Bühne zu tanzen (auch wenn es vor erfrorenem Publikum ist). Da war die Motivation ihres Mannes bisher noch nachvollziehbarer. Allerdings gibt sie eine gute Analyse von Victor ab:

„All those crimes you commited to save me when all you were doing was trying to fill a hole in yourself! You need me frozen in more ways than one to give your life meaning!“

So ist es leider. Bis Nora (in Batman: TAS) war Freeze eine Witzfigur. Erst seine kranke Frau hat ihm Tiefe und Ernsthaftigkeit verliehen. Aber was macht Freeze ohne Nora? So eine Variante des Schurken muss noch erfunden werden. Aber es ist schon mal gut, dass der erste Schritt getan ist. Schade, dass das alles in fünf Ausgaben abgehandelt werden muss. Aber dank der grandiosen Zeichnungen von Doug Mahnke ist dieses Comic auf jeden Fall etwas fürs Auge.

Zum Schluss des Bandes gibt es noch eine Kurzgeschichte als Zugabe, in der Batman und Robin untersuchen, warum ein Junge aus dem Wayne-Waisenhaus abhaut. Auch nicht verkehrt. Allerdings hätte man aus dem Menschenhändler-Thema mehr machen können. Darin steckt Potenzial für eine Batman-Story, die wohl noch erzählt werden muss.

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Der Batman-Jahresrückblick 2020

Auch Batman und Robin halten zwei Meter Sicherheitsabstand. (DC Comics)

Was für ein Jahr … Man kann das eigentlich jedes Jahr schreiben – und jedes Mal mit einem Ausrufezeichen. Ich beende den Satz lieber mit drei bedeutungsschwangeren Auslassungspunkten. Die drei verhängnisvollen Silben, für die sie stehen, könnt ihr euch denken: Corona. Auch der Comicmarkt war davon betroffen, Erscheinungstermine wurden verschoben, der Handel hat Einbußen erlitten.

DC baute seine Digital First-Serien aus, daraus ging die Anthologieserie Batman: Gotham Nights hervor, die leider nicht all zu viele Blüten bot, sondern viel Durchschnittsware für eine Klolektüre.

In den Comics selbst ging es wie gewohnt weiter. Viren spielen bei Batman immer wieder eine Rolle (siehe Contagion und DCeased), aber sonst passierte, was immer passierte – und das ist das Problem. Nicht, dass Batman sofort die Coronakrise kommentieren muss. Ein wenig Eskapismus in trüben Tagen tut auch mal ganz gut. Aber das Meiste, was an Output kam, war schwach. Nun kann man mit Sturgeons Gesetz sagen, das ist ein Gemeinplatz, 90 Prozent von allem ist immer Mist. Aber vielleicht sollte man dabei ansetzen, weniger herauszubringen.

Wir leiden unter einer Batman-Überdosis. Alle zwei Wochen erscheinen die beiden Hauptserien Batman und Detective Comics (also je 24 Ausgaben im Jahr). Dazu gibt es die monatlichen Serien Batman/Superman, Batman Beyond und Batman and the Outsiders (mittlerweile eingestellt). Dazu noch Gotham Nights, die zuerst wöchentlich, dann nach einer Pause alle zwei Wochen erscheint. (Außerdem kommt Batman noch in Justice League vor.) Insgesamt also hat man über 100 Hefte bzw. Einzelausgaben im Jahr – und da sind noch nicht die Miniserien, Specials und Neuauflagen berücksichtigt.

So sehr sich die fortlaufenden Serien mit schockierenden Wendungen und welterschütternden Spektakeln überbieten – das Meiste davon bleibt routinierte Durchschnittsware. Es gibt kaum Entwicklung. Zwar gibt es immer wieder weltbewegende Ereignisse, aber trotzdem bleiben die großen Innovationen aus. Daher: Weniger wäre mehr. Vor allem mehr Qualität. Und tatsächlich hat Batman-Autor James Tynion IV (Their Dark Designs) auf Twitter angekündigt, dass die Serie ab März wieder monatlich erscheinen soll. Ob das auch für Detective Comics gilt, ist noch unklar, aber wahrscheinlich.

Batgirl, Azrael, Joker by Sean Murphy

Cover zu Curse of the White Knight (DC Comics)

Trotzdem denke ich, dass in abgeschlossenen Miniserien und Specials das meiste Potenzial steckt. Denn das Beste, was ich in diesem Jahr lesen durfte, waren Storys außerhalb der fortlaufenden Serien: an erster Stelle Sean Murphys Fortsetzung von Batman: White Knight, Batman: Curse of the White Knight. Batmans Kampf mit Azrael war keineswegs ein Aufguss von Knightfall, sondern ein Ansatz, der an Radikalität kaum zu überbieten ist. An solchen Storys nimmt man als Leser wirklich Anteil. Leichte Kost hingegen war Batman: Universe von Brian Michael Bendis und Nick Derrington – das war einfach nur schön, etwas quatschig, hat aber Spaß gemacht, und zwar so richtig.

DC Comics

Gleich dahinter zu nennen ist Jeff Lemires verstörende Horrorstory Joker: Killer Smile. Hier hat vor allem Zeichner Andrea Sorrentino mal wieder ein kleines Meisterwerk geschaffen. Das lang erwartete Three Jokers von Geoff Johns und Jason Fabok hat bei mir eher gemischte Gefühle hinterlassen. Unterhaltsam ist der Dreiteiler auf jeden Fall, dazu großartig inszeniert. Aber bei all den Erwartungen, die davor aufgebaut wurden, ist das Ergebnis enttäuschend belanglos.

Und damit kommen wir zum zweiten Problem: Es gibt zu viel Joker. Und das liegt nicht nur am 80-jährigen Jubiläum in diesem Jahr, zu dem ein ordentliches Special herauskam. Alle DC Black Label-Batman-Serien haben einen starken Joker-Bezug, auch in der Hauptserie tobte mal wieder ein groß angelegter Joker War (Besprechung folgt nächstes Jahr). Ohne Joker geht es nicht. Aber dieser Verkaufsmagnet läuft sich tot. Es wird immer schwieriger, noch etwas Neues über diesen Schurken zu sagen. Vor allem, weil in letzter Zeit auch der Film uns zwei geniale Varianten geliefert hat.

Aber DC wird solche Appelle sicher nicht hören, solange die Kassen weiter klingeln. Batman ist vor allem Big Business. Und es läuft wie geschmiert. Deshalb wird es ab März auch eine monatliche Joker-Solo-Serie geben – wie schon in den 70ern.

Robin I-V von Andy Kubert und Brad Anderson (DC Comics)

Doch in diesem Jahr wurde nicht nur der Joker 80 Jahre alt, sondern auch Robin und Catwoman. Auch sie bekamen 100-seitige Specials mit Kurzgeschichten gewidmet, die waren allerdings eher enttäuschend. Viel lieber habe ich klassische Storys von Robins ersten Solo-Abenteuern in der Serie Star Spangled Comics gelesen.

Zum Schluss noch etwas in eigener Sache: Für das Batman-Projekt war es ein gutes Jahr. Die Abrufzahlen sind wieder stark angestiegen und ich habe die Marke von insgesamt 1300 Beiträgen überschritten (seit 2014). Weitere Übersichtslisten sind hinzugekommen. Anfang des Jahres habe ich die Werbung von der Seite geschafft und dafür euch die Möglichkeit gegeben, mich bei der Finanzierung der Seite zu unterstützen. Das hat geklappt. Die Kosten sind wieder drin. Dafür danke ich allen Unterstützern.

Es stecken seit sechseinhalb Jahren unzählige Stunden Arbeit in diesem Blog und ich leiste sie gerne, weil es mir große Freude bereitet, Neues über Batman herauszufinden und meine Eindrücke mit euch zu teilen (auch wenn das Lesen der Comics nicht immer Spaß macht). Schön, dass ihr dabei seid und mich motiviert, immer weiterzumachen. Deshalb noch einmal: Danke, danke, danke!

Ich wünsche euch frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr!

Batman und die Mörderpuppen

DC Comics

Titel: The Hot Toys This Christmas

Autor/Zeichner: Mark Russell/Scott Koblisch

Erschienen: 2020 (Gotham Nights #22)


„A little on the nose, isn’t it? – Our research shows that subtlety is overrated.“

Weihnachten in Gotham bringt in Menschen das Beste hervor – und das Schlechteste. „It’s the time of year when we take a break from the craziness of the outside world and let the madness into our homes.“ So sieht es jedenfalls Batman und er bekommt auch allen Grund dazu. Toyman verkauft eine sprechende Puppe namens Benny, sie wird zum Besteller – und zum Mörder. Kurz vor Weihnachen wird eine vierköpfige Familie abgestochen. Dann greift Benny auch Batman an.

Obwohl die Polizei Beweise hat, dass die Puppe tödlich ist, wird seltsamerweise weder Toyman verhaftet noch die Produktion eingestellt. Man sieht lediglich Gordon an einer TV-Debatte seinen Verdacht äußern. Dabei muss er mitanhören, wie die Menschen die Gefahr, ermordet zu werden, in Kauf nehmen, um den Wunsch ihrer Kinder zu erfüllen. Damit wird der Konsumismus, der alle Jahre wieder ein neues Spielzeug zum Weihnachtsbestseller macht, auf eine absurde Spitze getrieben.

Batman Christmas Tree

Batman wünscht frohe Weihnachten (DC Comics)

Aber wozu das alles? Toyman will mit dem Puppenmassaker Chaos stiften, um die Polizei beschäftigt zu halten und seinen Vater aus dem Knast zu befreien. Batman tut das, was die Polizei aus rätselhaftem Grund versäumt: Er hält den Toyman auf und programmiert die Puppen so um, dass sie ihn und seine Sturmtruppen angreifen. Am Ende sehen sich Vater und Sohn im Knast wieder, die ganzen Bennys verteilen Suppe an die Obdachlosen und Alfred bekommt zwei Wochen Italienurlaub geschenkt.

Trotz aller Zeitkritik findet sich vom Coronavirus bei Batman keine Spur. Andererseits könnte man die Geschichte auch als Allegorie auf die Pandemie lesen: Die Leute feiern Weihnachten auf Teufel komm raus und holen sich damit den potenziellen Tod nach Hause. Lieber lässt man Menschen sterben, als sich an dem Tag einzuschränken. Weit hergeholt? Vielleicht. Aber auch in der realen Welt gilt: Weihnachten bringt das Beste in Menschen hervor – und das Schlechteste.

>> Batman zu Weihnachten

Batmans letztes Weihnachten

DC Comics

Titel: The Batman’s Last Christmas

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Aparo

Erschienen: 1982 (The Brave and the Bold #184)


Tut mir leid: Dieser Titel allein dürfte schon die Erinnerung an einen Weihnachts-Evergreen wecken und euch einen schrecklichen Ohrwurm verpassen. Aber keine Sorge, ich baue diesmal kein passendes Musikvideo ein – dieses Blog hat ja immer noch einen guten Ruf zu verlieren. Der Song würde hier auch gar nicht passen, schon das Cover verspricht großes Drama: „My parents deserved to die – and the Batman must die as well!“, schreit Batman am Grab seiner Eltern und reißt sich die Maske vom Gesicht. Wie konnte es dazu kommen?

Eigentlich ist Batman kurz vor Weihnachten damit beschäftigt, Santa Claus zu spielen, indem er Waisenkindern einen Sack voller Geschenke vorbeibringt. Dann bittet ihn Commissioner Gordon um Hilfe, um den Gangsterboss „Spurs“ Sanders zu fassen. Dessen Buchhalter wollte Beweismittel an die Polizei übergeben, aber die wurden abgefangen. Batman findet Sanders Handlanger, da dieser zum Glück ein auffälliges Kostüm trägt: als Weihnachtsmann. Eigentlich nichts ungewöhnliches so kurz vor Weihnachten, aber Batman erkennt ihn sofort auf der Straße, weil er nun mal Batman ist.

Kaum ist der Übeltäter überwältigt, schlägt Batman die Akte auf und liest, dass sein Vater, Thomas Wayne, Sanders Geld geliehen haben soll, damit dieser zum Boss aufsteigen kann. Als der falsche Weihnachtsmann Batman erschießen will, taucht aus dem Nichts Huntress auf und rettet ihm das Leben. Huntress ist Helena, die Tochter von Bruce und Selina von Erde 2. Da sie einsam ist, will sie Weihnachten mit ihrem Onkel von Erde 1 verbringen. Sie fragt sich, was für ein Geschenk sie ihm besorgen könnte, wenn er doch alles hat.

Doch Bruce hat andere Sorgen: Sein Vater war anscheinend ein Krimineller. Was tun? Da bringt ihn Helena auf eine brilliante Idee: Du bist Detektiv, finde es heraus! Stimmt, sagt Bruce, so mach ich’s. Erste Station: der ehemalige Buchhalter seines Vaters. Dessen Aufzeichnungen bestätigen, dass Thomas regelmäßig 10.000 Dollar abgehoben hat, ohne sie zu erwähnen. Spurs soll das Geld erhalten haben. Zweite Station: ein Besuch bei Spurs, der beweist die Affäre mit einem Tonband, auf dem Thomas zu hören ist.

Bruce hat dann genug: Er verdammt den eigenen Vater, er sei nicht besser als die schlimmsten Verbrecher, dann schmeißt er als Batman hin, weil er sonst ein ebenso großer Heuchler wäre. Bruce zieht sich also zurück in die High Society, wo er umgarnt von schönen Frauen schmollt und einsam bleibt. Ein Leben ohne Batman ist möglich, aber sinnlos.

Als dann der falsche Weihnachtsmann vom Anfang fast ermordet wird, rettet Huntress ihm das Leben, Bruce sieht es und erkennt: Er ist Batman nicht seinem Vater zuliebe, sondern um Menschenleben zu retten und andere vor seinem Schicksal zu bewahren. Dann erinnert er sich ein sein letztes Weihnachten mit den Eltern und erkennt, dass der Buchhalter der Schurke ist, der den Namen Wayne in den Schmutz gezogen hat.

Und so hat Helena doch ein Geschenk für den Onkel: Sie hat Batman seinen Glauben und seine Bestimmung wiedergegeben. Batman erneuert seinen Schwur am Grab der Eltern.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

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Robin allein gegen den Joker

DC Comics

Titel: Robin Vol. 2: Triumphant

Autor/Zeichner: Chuck Dixon/Tom Lyle, Bob Smith

Erschienen: 1991-1993 (Batman #465, 467-469, Robin II: The Joker is Wild #1-4, Robin III: Cry of the Huntress #1-6), Paperback 2016


Tim Drakes Bewährungsprobe geht weiter. Diesmal darf er Batman dabei helfen, einen Bandenkrieg aufzuhalten. Oder vielmehr: Er darf nicht. Denn nachdem ein Junge, der als Robin kostümiert wurde, tot aufgefunden wird, will Batman Tim raushalten, um ihn nicht zu gefährden. Dass er ihn auch dann jedes Mal gefährdet, wenn er mit ihm Verbrecher zusammenschlägt, scheint ihn sonst wenig zu kümmern. Egal. Hinter der Rachedrohung steckt der Schurke King Snake (Sir Edmund Dorrance), der in der ersten Robin-Miniserie (siehe Robin Vol. 1) in Hong Kong die Pest ausbrechen lassen wollte, aber von Robin und Shiva aufgehalten wurde. Eigentlich ist der Mann mit dem Schlanentattoo gestorben, hat sich aber von dieser kleinen Misslichkeit schnell wieder erholt. Jetzt führt er in Gotham die Ghost Dragons an.

Es wird mit großen Waffen geschossen. Am Ende ist auch Batman im Kreuzfeuer. Robin rettet ihn, weil er sich – ganz in der Tradition – dem Hausarrest wiedersetzt. Trotzdem gibt es Schelte. Batmans Leben retten hin oder her: Befehl ist Befehl.

Tim Drake trifft den Joker

Im zweiten Teil des Bandes, der zweiten Robin-Miniserie, tritt Tim gegen den Joker an – und zwar allein, weil Batman sich irgendwo auf der Südhalbkugel herumtreibt. Na ja, nicht ganz allein: Zum Glück hat er noch Alfred und Gordon. Der Joker büchst mal wieder aus Arkham aus, als er Besuch von seiner „Mutter“ bekommt und keiner der schwerbewaffneten Polizisten und Sicherheitsleute auf die Idee kommt, die Frau gründlich zu überprüfen oder wenigstens nachzuschauen, ob es sich um eine Frau handelt.

Dann entführt der Joker einen Computer-Spezialisten und lässt ihn mit einem Virus Chaos in Gotham verbreiten: Strom fällt aus, Beamte bekommen keinen Lohn. Seine Forderung: eine Milliarde Dollar, überbracht von Batman persönlich. Aber der ist bekanntlich nicht verfügbar, also muss sich Robin etwas einfallen lassen.

Eine vierteilige Joker-Story hört sich schon dem Namen nach wie das Herzstück dieses Bandes an, aber warum eigentlich? Doch nur wegen des Promi-Faktors. Der Joker ist hier der typische Chaosstifter, der schlechte Witze reißt. Sein Erstaunen darüber, dass Robin immer noch oder wieder lebt, nachdem er ihn umgebracht hat (Death in the Family), bleibt leider folgenlos. Und dann gibt es noch die üblichen Löcher im Plot, wenn der Joker etwa mit einem Schneepflug abhaut und Robin nicht einmal daran denkt, ihn zu verfolgen oder wenigstens von der Polizei verfolgen zu lassen – man müsste doch nur der Schneespur folgen.

Robin trifft Huntress

In der längsten Geschichte des Bandes, Robin III: Cry of the Huntress, trifft Robin auf – ihr ahnt es – Huntress. Gemeinsam kämpften sie gegen KGBeast und (schon wieder) King Snake. KGBeast arbeitet für eine Art russische Mafia, die Falschgeld drucken will – „Eurodollar“, was aber anscheinend nicht echte Eurodollars meint, sondern eher etwas wie den Euro – die Währung der Zukunft, angeblich die stabilste der Welt.

Das muss uns auch gar nicht sehr kümmern, denn das Wichtigste ist der emotionale Kern: Tim Drake wird auf das alles aufmerksam, als eine hübsche junge Frau in die Fänge der Bande gerät, ihr Vater getötet wird und dann auch (augenscheinlich) sie. Robin ist also dank der Liebe hochmotiviert, den Fall zu lösen. Ohne Batman. Dafür mit Huntress. Was Batman gar nicht gut fände, aber zum Glück hält Alfred dicht.

Und dann hat Robin noch Ärger in der Schule. Nicht nur, dass die ganzen Nachtschichten aufs Gemüt drücken, auch die Verletzungen geben Anlass zur Sorge. Eine Vertrauenslehrerin verdächtigt Bruce Wayne, Tim zu misshandeln. Vater Drake, der sich in seiner Rolle zurückgesetzt fühlt, will Tim wieder zurück auf ein Internat schicken – in Metropolis.

Huntress hat dagegen mit Sexismus zu kämpfen. Jedenfalls macht sie ständig feministische Bemerkungen, was unfreiwillig komisch wirkt, weil sie selbst in einem tief ausgeschnittenen Badeanzug herumläuft. Der praktische Nutzen der nackten Haut bleibt fraglich – besonders in der Kälte, die hier offenbar herrscht. Erst recht fragt man sich, wie sie es hinbekommt, dass ihr Umhang so weit von ihrem Schultern absteht – und wozu.

Und so bleibt auch der zweite Robin-Band zu Tim Drake ein solides Stück 90er-Jahre Nostalgie auf einem mittelmäßigem Niveau von leichter Unterhaltung.

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