Batman

Batman sammelt Altmetall

DC Comics

Titel: Dark Days – The Road to Metal (dt. Batman Metal – Die Vorgeschichte)

Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV/Andy Kubert, Jim Lee, John Romita Jr.

Erschienen: 2017 (Dark Days: The Forge, Dark Days: The Casting), Hardcover 2018; dt. Panini 2018 (zwei Hefte)


„All the pieces are connected and the puzzle always comes together in the form of a bat.“ (Joker)

Batman reist um die Welt. Er arbeitet an etwas Großem. Er taucht in Vulkane ab, kämpft gegen griechische Fabelwesen, trifft alte Freunde und Feinde wieder. Batman ist auf Schatzsuche, denn er sammelt schon länger Antiquitäten, die Metalle mit besonderen Fähigkeiten enthalten: die Maske von Psycho Pirate, den Dolch von Shazam, das Electrum des Rats der Eulen, alte Artefakte von Atlantis und Themyscira, Dionysium, schließlich Sunblade, das Schwert des Apollos.

In der Zwischenzeit wird Green Lantern von Ganthet zur Bathöhle geschickt, um ein Unglück aufzuhalten. Dort gerät er mit Duke Thomas (der immer noch keinen Codenamen hat) in eine weitere Höhle, die viele Geheimnisse birgt – und den Joker. Der Schurke befreit sich aus seinem Gefängnis und will Batmans geheimnisvolle Maschine zerstören, Green Lantern will ihn aufhalten, aber der Kraftring versagt. Joker verschwindet spurlos, Batman kommt und mit Duke öffnet er das Tor zu einer düsteren Parallelwelt, in der böse Batmen lauern …

Ein Blick in Carter Halls Tagebuch (Hawkman) zeigt, dass alles in einem größeren Zusammenhang steht: Batman ist mit der Menschheitsgeschichte von Anfang an verbunden. Es ist kompliziert. Wie immer bei solchen Mega-Events passiert zu viel und man ist überfordert mit der Fülle an Figuren, Plots und Querverweisen. Und damit neue Leser im Ansatz verstehen können, was hier vor sich geht, hat DC in den ersten Metal-Sammelband noch ein paar Geschichten von früher eingepackt: Zwei Kapitel aus Final Crisis, eins aus The Return of Bruce Wayne, zwei aus Endgame, einmal Nightwing und ein paar Seiten aus Detective Comics Vol. 3.

Wir sehen, wie Batman durch Darkseid „stirbt“, aber in Wirklichkeit in die Zeit zurückgeschickt wird, wir sehen ihn in der Steinzeit gegen Vandal Savage kämpfen, dann wird der Ursprung des Dionysiums erklärt, jenem Element, dank dem Joker und Batman nach ihrem Todeskampf wiederbelebt wurden.

Man könnte es als Service an die Leser sehen, dass der Band überwiegend aus altem Kram besteht, oder aber als Füllmaterial. Denn seien wir ehrlich: Wenn man Final Crisis nicht ganz gelesen hat (und die Vorgeschichte nicht kennt), kann man mit den letzten zwei Kapiteln kaum etwas anfangen. Das gilt ebenso für alles, was danach in Grant Morrisons Batman-Storyline passiert. Endgame ergibt nur Sinn im Gesamtzusammenhang mit Scott Snyders früheren Batman-Geschichten.

Hätte man den neuen Lesern wirklich helfen wollen, in die komplexe Story einzusteigen, hätte man auf ein paar redaktionellen Seiten erklären können, was man wissen muss. So ist man damit allein gelassen, sich aus den teilweise wirren Ereignissen seine Puzzlestücke zusammenzuklauben – denn vieles ist hier irrelevant. Und für alle Leser, die die anderen Comics bereits im Regal haben, ist die Doppelung ein Ärgernis – aber irgendwie muss DC einen stolzen Preis von 30 US-Dollar rechtfertigen.

Wer Geld sparen will, kann sich die beiden Dark Days-Hefte einzeln (z.B. digital) besorgen. Auf Deutsch hat sie Panini (leider) in zwei Einzelausgaben gepackt.

Die nächste DC-Krise: Heroes in Crisis

Heroes in Crisis #1 DC Comics)

Alle paar Jahre kriegt das DC-Universum die Krise: Crisis on Infinite Earths (1985), Identity Crisis (2004), Infinite Crisis (2005), Final Crisis (2008). In diesem Jahr ist es wieder soweit: Heroes in Crisis heißt eine siebenteilige Mini-Serie, die am 26. September 2018 in den USA startet. Doch dieses Mal geht es nicht um kosmische Krisen, sondern um ganz persönliche. Batman-Autor Tom King und Zeichner Clay Mann erzählen eine Story, in der es vordergründig um einen Mordfall geht (vgl. Identity Crisis), aber tatsächlich darum, wie die Helden mit der Erfahrung von Gewalt umgehen. Im Mittelpunkt stehen die Helden hinter der Maske. Wenn ihnen die Kämpfe zu viel werden, ziehen sie sich an einen Ort namens Sanctuary zurück, eine Art Krisenzentrum für Superhelden. Heroes in Crisis handelt davon, was passiert, wenn Sanctuary versagt und katastrophale Folgen hat. Die Story kreist neben der Dreifaltigkeit aus Batman, Superman und Wonder Woman auch um Harley Quinn und Booster Gold, die vorne auf dem ersten Cover zu sehen sind.

„I feel like I’m part of a rolling generation of people who spent their twenties overseas fighting terrorism“, sagt King. „Millions of people cycle through that machine and come home to America. And I think that sort of experience of violence is shaping who we are as a culture, and as a country. And I want to talk about that. I want to talk about that experience, the experience of what violence can do to a person, to a community, to a nation, to a world.“ King fühle sich verpflichtet, darüber zu sprechen, was Gewalt einer Gesellschaft antun kann. Er wolle einen Sinn für Gemeinschaft von Superhelden und Menschen schaffen.

Tom King hat sich bereits kritisch mit dem Thema Gewalt in seiner Comic-Serie The Sheriff of Babylon (Vertigo) auseinandergesetzt. Darin geht es um einen Mordfall im Irak nach der Invasion der Amerikaner.

„Three Jokers“: Geoff Johns kündigt neuen Comic an

Three Jokers

DC Comics

Das Geheimnis der drei Joker könnte bald gelüftet werden: DC-Autor Geoff Johns hat einen neuen Comic-Titel namens Three Jokers angekündigt. Jason Fabok soll die Geschichte zeichnen. Die beiden haben bereits an Justice League zusammengearbeitet. Auf Johns‘ Website heißt es noch kryptisch: „‚Three Jokers‘ is a mystery unlike anything the Dark Knight has faced. One that will shed a new light on The Batman and those closest to him as everything he’s ever believed about The Joker comes into question.“ Noch ist unklar, wann und wie Three Jokers erscheinen wird: als Serie, Mini-Serie oder als One-Shot.

Hintergrund: In Justice League #50 hat Batman den Möbius-Stuhl gefragt, wie der Joker wirklich heißt. Der Stuhl antwortete, es gebe drei Namen. Aufgegriffen wurde das Thema erneut in DC Universe Rebirth #1, allerdings ohne Neues preiszugeben. Darin sind Joker-Inkarnationen aus unterschiedlichen Epochen auf dem Bildschirm des Batcomputers zu sehen. Seltsam, dass Batman beim Stuhl nicht nachgefragt hat – aber dann wäre ja nicht mehr spannend.

Im Herbst 2018 soll Johns‘ neue Shazam!-Serie herauskommen. Der Autor kündigt auch einen dritten Teil von Batman: Earth One an, allerdings ohne Datum. Der wird wahrscheinlich erst nach der Serie Doomsday Clock erscheinen, in die Johns noch mit Zeichner Gary Frank eingebunden ist. Das kann sich aber noch hinziehen, denn bislang sind nur fünf von zwölf geplanten Ausgaben erschienen und DC hat den Erscheinungszyklus auf zwei Monate heraufgesetzt. Teil 6 erscheint am 18. Juli 2018.

Batman trifft Edgar Allan Poe

DC Comics

Titel: Batman – Nevermore

Autor/Zeichner: Len Wein/Guy Davis

Erschienen: 2003 (Mini-Serie #1-5)


Eines Tages musste es so kommen, es war nur eine Frage der Zeit. Und nach Jack the Ripper und Houdini kam sie endlich, kurz vor Ende der Elseworlds-Ära: Eine Batman-Story, die sich bei Edgar Allan Poe bedient. Ja, mehr noch: Der Erfinder der Detektiv-Story wird hier sogar zum Protagonisten gemacht. Batman ist nur der Sidekick und Retter in der Not. Er trägt eine Maske mit einem Schnabel, wodurch er an einen Raben mit Ohren erinnert. Warum? Wohl damit es besser mit dem Titel Nevermore korrespondiert – eine Anspielung auf das Gedicht „The Raven“. Aber Sinn ergibt es nicht, Batman zu einem Raben zu machen …

Außer natürlich, wenn man eine Mordserie danach benennen will. Denn so passiert es in Baltimore des 19. Jahrhunderts. Weil bei zwei Leichen Batman gesichtet wird, spricht man von den „Raven Murders“. Das dürfte einen, der sich wie eine Fledermaus kleiden will, um für Recht und Ordnung zu sorgen, bestimmt ärgern, aber darum geht es nicht. Der junge Poe, ein beginnender Journalist, will darüber für eine Zeitung schreiben, aber der Chefredakteur ist nicht begeistert. Und auch sonst hat keiner Lust, mit ihm darüber zu reden. Auch nicht die Gentlemen des Gotham Club, zu deren Mitgliedern Bruce Wayne und Jonathan Crane gehören.

Poe redet trotzdem mit ihnen – und macht sich unbeliebt. Doch statt einer Detektivgeschichte, in der der Held Hinweise sammelt und seine Schlüsse daraus zieht, verfolgt man den unbeholfenen Möchtegern-Journalisten dabei, wie er von einer Todesfalle in die nächste tappt und dabei von Batman gerettet wird, einmal auch andersrum. Schlauer wird er allein dadurch, dass nebenbei weitere Mitglieder des Clubs auf fürchterliche Weise draufgehen und so der Kreis der Verdächtigen enger wird.

Die einzige Überraschung an der Story ist lediglich, dass alles genauso kommt wie erwartet. Aber unüberzeugend. Der Rest ist eine Hommage an Poe: viele Anspielungen auf seine Werke, die am Ende darauf hinauslaufen, dass der ganze Fall ihm viel Stoff zum Schreiben gibt. Mit Poe wurde schon viel getrieben, aber dieser Schindluder dürfte deutlich unter seinem Niveau sein.

Auch grafisch bleibt Nevermore unterdurchschnittlich, mit einfältigen, plumpen Zeichnungen ohne Ausdruck und Fantasie. Und Batman mit Schnabelnase? Das sieht auch einfach nur dämlich aus.

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Der Fledermausgott von Ägypten

Titel: Book of the Dead

Autor/Zeichner: Doug Moench/Barry Kitson

Erschienen: 1999 (Zweiteiler)


In dieser Elseworld haben Außerirdische die Pyramiden gebaut und die ägyptische Hochkultur begründet. Ja, mehr noch: Sie haben die Menschen überhaupt erst zu „zivilisierten“ Wesen gemacht. Die „Götter“ sind eigentlich nur humanoide Aliens mit Masken gewesen. Einer davon war der Fledermausgott Nekhrun. Doch der wurde aus der Geschichte getilgt. Jahrtausende später wird das Archäologenpaar Wayne ermordet, weil es dem Gott und seinem Geheimnis auf der Spur ist. Nochmal 20 Jahre später macht sich Bruce Wayne mit einer Archäologin auf, um das große Geheimnis zu entschlüsseln. Denn eigentlich geht es um die Rettung der Welt …

In Book of the Dead kommt viel zusammen: Prä-Astronautik, ein Komplott unter Götter-Aliens, die Umpolung des Erdmagnetfelds, klassischer Batman und viele ägyptologische Theorien. Mit einem Wort: Es wird zusammengeschmissen, was nicht zusammengehört. Und was nicht passt, wird passend gemacht. Bis auf drei Sequenzen hat die Geschichte nur wenig Batman-Action zu bieten. Ansonsten liest man viel Götterquark mit pathetischem Geschwätz im Wechsel mit viel theorielastigem Dialog. Immerhin bewahren Barry Kitsons solide Zeichnungen das Heft vor einem Totalschaden.

Die Elseworlds-Mode der 90er trieb mitunter wilde Blüten. Das ist mit Abstand eine der bemühtesten und langweiligsten. Wäre sie mal lieber im Wüstensand begraben geblieben.

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Was Superman alleine treibt

DC Comics

Titel: The Super-Key to Fort Superman

Autor/Zeichner: Jerry Coleman/Wayne Boring

Erschienen: 1958 (Action Comics #241), Hardcover 2018 (Action Comics: 80 Years of Superman – Deluxe Edition)


„It was all a jest to amuse you.“

Jeder Junge braucht ein Klubhaus. Und jeder Mann ein Hobbyzimmer. Superman hat seins am Nordpol, in einem Berg: die Festung der Einsamkeit. Hier ist Superman Mensch, hier darf er’s sein. In dieser Festung sammelt er Trophäen und Souvenirs, hütet er seinen interplanetarischen Zoo, erforscht Kryptonit, bastelt Geschenke für Lois, Jimmy und Batman, aber er malt auch und führt Tagebuch.

Wenn Superman schreibt, dann natürlich nicht auf Papier, sondern auf riesige Metallplatten, in die er mit seinem Finger kryptonische Schriftzeichen eingraviert, damit sie niemand lesen kann. Wenn Superman malt, dann sind es surreal anmutende Gestalten, aber sie entspringen nicht seiner Vorstellungskraft, sondern geben ein realitätsgetreues Abbild der Marsoberfläche wieder. Superman, die fantastischste Figur überhaupt, ist ein bodenständiger, konservativer Realist.

Das Einzige, was Supermans Festung nicht hat, sind Gäste und Besucher. Die Festung ist ein Rückzugsort, der nur für Superman erreichbar ist. Er schließt sie mit einem überdimensionalen Schlüssel auf, den niemand heben kann. Doch eines Tages stellt er fest, dass jemand eingedrungen ist – und der Unbekannte droht damit, Supermans Geheimidentität zu enthüllen. Superman versucht herauszufinden, wer dahintersteckt …

Achtung: SPOILER!

Die Auflösung überrascht: Es ist Batman. Und wieso? Einfach so, aus Spaß. Und weil Superman sozusagen Geburtstag hat. Und auch sonst alles. Aber schenkt man so jemandem? Batman schenkt Superman daher ein Rätsel. Superman findet das aber erst lustig, als er ihn selbst reinlegen darf. Am Ende gibt es eine Riesentorte in der Bathöhle, die Batman selbst gebacken hat. Wie er das geschafft hat und wer das alles aufessen soll, wird leider nicht erzählt.

Damit ist The Super-Key to Fort Superman eine Art Vorläufer von Alan Moores For the Man Who Has Everything (1985) – nur dass später das Geschenk weniger harmlos ist.

>> Liste der Superman-Comics

Take a Walk on the Darkseid

Titel: Darkseid War I-II (Justice League Vol. 7-8)

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Jason Fabok, Francis Manapul u.a.

Erschienen: 2015-2016 (Justice League #40-50), Paperbacks 2016


„With the Mobius chair, I can finally be the Batman that Gotham needs.“ (Batman)

Der Anti-Monitor ist wieder da! Nachdem er die Erde des Crime Syndicates zerstört hat, ist nun die Erde unserer Helden dran. Es kommt zum Kampf mit Darkseid, der ein ähnliches Ziel hat. Einer von beiden geht drauf. Und einige der Helden werden – wie der Zufall es will gleichzeitig – zu Göttern. Zum Beispiel wird Superman zu einem Schwarz-weißen Choleriker. Und Flash wird zum neuen Black Racer, dem Todesbringer. Batman übernimmt den Möbius-Stuhl von Metron. (Fun Fact: Der Stuhl gehörte früher dem Anti-Monitor, der einst Möbius hieß.) Dadurch hat er den totalen Durchblick. Als er fragt, wie der echte Name des Jokers lautet, ist er über die Antwort erstaunt: es sollen drei sein. (Welche, fragt er offenbar nicht mehr.)

Darkseid War ist ein Epos, mit dem Geoff Johns seine Justice League-Serie abschließt. Er greift damit Darkseids Angriff im ersten Band (Origin) auf, bei dem sich die JL formierte, er holt das Crime Syndicate aus Forever Evil wieder hervor und schlägt bestimmt auch ein paar Bögen, die ich verpasst habe. Er holt weit aus, rekapituliert die vergangenen drei Jahrzehnte DC-Geschichte, dichtet eine Darkseid-Tochter herbei, die von einer Amazone geboren wurde etc. Am Ende können all die Figuren, Nebenfiguren und Plot-Fäden nicht über die alte Formel hinwegtäuschen, dass alle mit vereinten Kräften gegen einen übermächtigen Schurken kämpfen. Und ziemlich einfach gewinnen.

So bleibt auch der Abschluss dieser Justice League-Serie eine solide Story, die man nicht unbedingt lesen muss. Es reicht auch, sich die atemberaubenden Zeichnungen von Jason Fabok und Francis Manapul anzusehen.

DC Comics

Ergänzt wird der Darkseid-Krieg durch mehrere One-shots, in denen die zu Götter verwandelten Helden einzelne Auftritte bekommen. In „God Only Knows“ (Justice League: Darkseid War: Batman #1) reist Batman als „God of Knowledge“ im Möbius-Stuhl durch Gotham und nimmt Pre-Crime-mäßig Schurken hoch, noch bevor sie Straftaten begehen. Eine Bande schickt er in die Antarktis, einen Mann, der seine Frau umbringen will, auf die Amazonen-Insel Themyscira. Und er sucht im Gefängnis Joe Chill heim. Da der Mörder seiner Eltern sich nicht reumütig zeigt, offenbart Batman ihm, dass er Bruce Wayne ist. Erst da bekommt er es mit der Angst zu tun.

Immerhin ist diese kleine Episode interessant, um Batman einmal von einer anderen Seite zu sehen: Zum einen abgeklärt und noch skrupelloser, zum anderen auch noch besessener, da er sich vom Stuhl der Erkenntnis beeinflussen lässt und nicht mehr von ihm loskommt.

Big in Japan

Joker und Batman im Duell. (Warner Bros.)

Titel: Batman Ninja

Regie/Drehbuch: Junpei Mizusaki/ Kazuki Nakashima, Leo Chu

Erschienen: 2018 (Direct-to-Video)


Kaum stört Batman Gorilla Grodd bei einem Experiment in Arkham, landet er zusammen mit seinen Erzfeinden und Verbündeten im alten Japan. Zusammen mit Catwoman, Nightwing, Red Robin, Robin und Alfred geht es gegen Grodd, Joker, Harley Quinn, Two-Face, Pinguin, Poison Ivy, Bane und Deathstroke. Die Schurken haben – trotz Sprachbarriere – innerhalb von zwei Jahren Japan unter sich aufgeteilt, der Joker will das Reich beherrschen und hat ihm dafür einen technologischen Sprung nach vorne beschert.

Berittener Batman mit Gefolgschaft (Warner Bros.)

Zum Glück hat Batman nicht nur Alfred bei sich, der ihm schwarzen Tee zubereitet, sondern auch das Batmobil. Als das im Einsatz gegen Jokers Riesenroboter geschrottet wird, wird ein Batplane daraus, als das geschrottet wird, wird ein Batpod daraus und dann verwandelt es sich in eine Bat-Rüstung … Doch das ist nur ein Vorgeschmack darauf, was am Ende kommt, denn es fährt nicht nur jeder Schurke einen Transformer auf (der vom Palast zum Roboter wird), sie vereinen sich sogar zu einem Mega-Roboter. Und der kämpft dann gegen einen Riesen-Affen, der sich aus Millionen (!) von kleinen Affen zusammensetzt. Und wenn man meint, dass es bescheuerter nicht mehr geht, kommt eine Schar von Fledermäusen, die einen Riesen-Batman bilden …

Riesen-Roboter vs. Riesen-Affe

Nein, das ist kein Witz. Das passiert wirklich im Anime Batman Ninja. Zwischendrin fragt man sich, worin eigentlich der Sinn besteht, die Handlung im alten Japan spielen zu lassen, wenn man es auf hanebüchene Science Fiction anlegt. Aber sei’s drum. Vielleicht entspricht das ja dem japanischen Publikumsgeschmack. Genauso wie das kleine süße Äffchen, das Robin begleitet …

Riesen-Roboter gegen Riesen-Batman

Abgesehen von diesem peinlichen Quatsch macht Batman Ninja in großen Teilen Spaß. Die Story ist zwar nicht gerade innovativ oder überraschend, aber kurzweilig, die Charaktere erfüllen ihren Zweck, aber sind ohne Tiefe. Allein Batman bekommt Gelenheit, sich mal wieder selbst in Frage zu stellen und sich unabhängig von seinen Gadgets zu machen (dafür umso abhängiger von Affen und Fledermäusen). Der Joker ist so überdreht, dass sein Gelächter einem auf die Nerven fallen kann. Dafür gibt es atemberaubende Action-Szenen und ein paar Lacher, wie etwa Bruce Waynes Verkleidung als Mönch – mit Fledermaus-Tonsur.

Batman mit Familie.

Was aber wirklich beeindruckt ist die Animation. Die ist so aufwendig und detailreich, so vielfältig und künstlerisch ambitioniert, dass allein das Anschauen viel Freude bereitet – wenn man der flotten Action überhaupt folgen kann. Besonders eindrucksvoll gemacht ist eine Szene im Mittelteil, in der Red Hood (der einen sehr hohen roten Hut trägt) einen Bauern mit seiner Frau verdächtigt, Joker und Harley zu sein. Die Szene unterscheidet sich im Zeichenstil ganz vom Rest und verursacht nicht nur bei Batman ein Gefühl der Verunsicherung, wenn Red Hood auf die Unschuldigen losgeht. Solche Experimente, so viel Mut würde man auch manchen US-Produktionen wünschen.

Neue Miniserie: Batman – Kings of Fear

DC Comics

Am 22. August 2018 erscheint die erste Ausgabe einer neuen Batman-Miniserie: Batman – Kings of Fear. In sechs Teilen soll es um Scarecrow gehen, der einen Aufstand in Arkham anzettelt, dabei wird Batman mit seiner größten Furcht konfrontiert. Nein, es soll diesmal nicht um Fledermäuse und andere bekannte Kindheitstraumata gehen, wie Autor Scott Peterson sagt. Peterson war einst als Redakteur für Batman in den 90ern verantwortlich. Wie das Cover zeigt, wird wieder die ganze Schurkenriege vertreten sein.

Gezeichnet wird die Serie von Kelley Jones, der vor allem in den 90ern zu den wichtigsten Batman-Zeichnern gehörte. Begonnen hat er mit dem Elseworlds-Vampir-Comic Red Rain: Batman vs. Dracula, danach zeichnete er einige Batman-Cover der Knightfall-Saga, in der zweiten Hälfte der 90er war er Hauptzeichner der Serie. Darüber wirkte er – mit Autor Doug Moench – an einigen Elseworlds-Comics mit.

Jones zeichnet sich durch einen düsteren Stil aus, der jede Geschichte wie einen Horrorfilm erscheinen lässt: Seine Figuren haben oft verzerrte Gesichter, seine Monster sind besonders furchterregend und sein Batman hat überlange Ohren und Capes. Zuletzt durfte Jones Batman in Gotham After Midnight (2008) und Batman Unseen (2009) inszenieren.

Quelle: cbr.com

Vier Schurken und drei Todesfallen

DC Comics

Titel: Batman 3D – Ego Trip (dt. Ego Trip)

Autor/Zeichner: John Byrne

Erschienen: 1990 (One-shot), Paperback 2017 (DC Universe by John Byrne); dt. Carlsen 1997


Batman in 3D zu sehen, ist heute im Kino Standard. In den Comics gab es das schon 1953, als ein erstes 3D-Special erschien, zusammen mit einer passenden zweifarbigen Brille. Darin wurden drei bereits erschienene Batman-Storys wieder aufbereitet. Nachgedruckt wurde es 1966 – und eine Geschichte daraus auch 1990, in einem neuen 3D-Special.

John Byrne erzählt darin eine klassische Batman-Story mit Joker, Pinguin, Riddler und Two-Face. Darin verneigt er sich vor den Comics des Golden Age, insbesondere vor seinem Vorbild Dick Sprang. Batman geht einem Mordfall nach. Ein reicher Antiquitätensammler soll Suizid begangen haben, aber der Pinguin deutet in einem Video darauf hin, dass es Mord war.

Doch Batman wird zunächst abgelenkt vom Riddler, der ihm drei Rätsel aufgibt und ihn in eine Todesfalle lockt. Batman entkommt und lässt sich daraufhin von Two-Face (viel zu leicht: mit einem Netz) gefangen nehmen – und der steckt ihn wieder in eine Todesfalle. Und schließlich gerät er an den Joker, der sich (wer hätte das gedacht?) in einem stillgelegten Vergnügungspark versteckt. Statt einer Todesfalle gibt es einen Kampf gegen Two-Faces Zwillingsschergen und wilde Verfolgungsjagd mit Joker über Riesen-Requisiten wie eine Schreibmaschine (Dick Sprang lässt grüßen). Ehrlich gesagt eine schwache Vorstellung, die der Joker da abliefert.

Am Ende kommen wir endlich da aus, worauf es schon am Anfang hinausgelaufen ist: ein Showdown mit dem Pinguin (Todesfalle #3). Er ist der Mörder. Die Erklärung wird im Epilog nachgereicht. Überhaupt wird hier viel erklärt. Ständig liest man die Gedanken von Batman mit, der Selbstgespräche führt, damit man immer weiß, was in ihm vorgeht und klar wird, dass er immer Herr der Lage ist. Für Batman ist das alles Routine wie in einem altbekannten Spiel.

Ego Trip ist spannungsarm und vorhersehbar, funktioniert als Hommage aber ganz gut. Doch da gibt es auch noch Elemente, die sehr modern erscheinen: Der Joker flößt Riddler sein Gift intravenös ein, damit dieser einen langsamen Tod stirbt, und dann ist da noch ein Hinweis darauf, dass der Joker Robin getötet hat. Um welchen Robin es sich handelt, wird nicht erklärt. Damit wirkt der Comic wie ein unentschlossener Hybrid zwischen dem naiven Charme der Vergangenheit und abgeklärter Moderne.

Die Story bleibt flach – trotz 3D.

Hinweis: Ego Trip wurde ohne 3D-Effekt in schwarz-weiß nachgedruckt in DC Universe by John Byrne (siehe oben).

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