John Romita Jr.

Batman sammelt Altmetall

DC Comics

Titel: Dark Days – The Road to Metal (dt. Batman Metal – Die Vorgeschichte)

Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV/Andy Kubert, Jim Lee, John Romita Jr.

Erschienen: 2017 (Dark Days: The Forge, Dark Days: The Casting), Hardcover 2018; dt. Panini 2018 (zwei Hefte)


„All the pieces are connected and the puzzle always comes together in the form of a bat.“ (Joker)

Batman reist um die Welt. Er arbeitet an etwas Großem. Er taucht in Vulkane ab, kämpft gegen griechische Fabelwesen, trifft alte Freunde und Feinde wieder. Batman ist auf Schatzsuche, denn er sammelt schon länger Antiquitäten, die Metalle mit besonderen Fähigkeiten enthalten: die Maske von Psycho Pirate, den Dolch von Shazam, das Electrum des Rats der Eulen, alte Artefakte von Atlantis und Themyscira, Dionysium, schließlich Sunblade, das Schwert des Apollos.

In der Zwischenzeit wird Green Lantern von Ganthet zur Bathöhle geschickt, um ein Unglück aufzuhalten. Dort gerät er mit Duke Thomas (der immer noch keinen Codenamen hat) in eine weitere Höhle, die viele Geheimnisse birgt – und den Joker. Der Schurke befreit sich aus seinem Gefängnis und will Batmans geheimnisvolle Maschine zerstören, Green Lantern will ihn aufhalten, aber der Kraftring versagt. Joker verschwindet spurlos, Batman kommt und mit Duke öffnet er das Tor zu einer düsteren Parallelwelt, in der böse Batmen lauern …

Ein Blick in Carter Halls Tagebuch (Hawkman) zeigt, dass alles in einem größeren Zusammenhang steht: Batman ist mit der Menschheitsgeschichte von Anfang an verbunden. Es ist kompliziert. Wie immer bei solchen Mega-Events passiert zu viel und man ist überfordert mit der Fülle an Figuren, Plots und Querverweisen. Und damit neue Leser im Ansatz verstehen können, was hier vor sich geht, hat DC in den ersten Metal-Sammelband noch ein paar Geschichten von früher eingepackt: Zwei Kapitel aus Final Crisis, eins aus The Return of Bruce Wayne, zwei aus Endgame, einmal Nightwing und ein paar Seiten aus Detective Comics Vol. 3.

Wir sehen, wie Batman durch Darkseid „stirbt“, aber in Wirklichkeit in die Zeit zurückgeschickt wird, wir sehen ihn in der Steinzeit gegen Vandal Savage kämpfen, dann wird der Ursprung des Dionysiums erklärt, jenem Element, dank dem Joker und Batman nach ihrem Todeskampf wiederbelebt wurden.

Man könnte es als Service an die Leser sehen, dass der Band überwiegend aus altem Kram besteht, oder aber als Füllmaterial. Denn seien wir ehrlich: Wenn man Final Crisis nicht ganz gelesen hat (und die Vorgeschichte nicht kennt), kann man mit den letzten zwei Kapiteln kaum etwas anfangen. Das gilt ebenso für alles, was danach in Grant Morrisons Batman-Storyline passiert. Endgame ergibt nur Sinn im Gesamtzusammenhang mit Scott Snyders früheren Batman-Geschichten.

Hätte man den neuen Lesern wirklich helfen wollen, in die komplexe Story einzusteigen, hätte man auf ein paar redaktionellen Seiten erklären können, was man wissen muss. So ist man damit allein gelassen, sich aus den teilweise wirren Ereignissen seine Puzzlestücke zusammenzuklauben – denn vieles ist hier irrelevant. Und für alle Leser, die die anderen Comics bereits im Regal haben, ist die Doppelung ein Ärgernis – aber irgendwie muss DC einen stolzen Preis von 30 US-Dollar rechtfertigen.

Wer Geld sparen will, kann sich die beiden Dark Days-Hefte einzeln (z.B. digital) besorgen. Auf Deutsch hat sie Panini (leider) in zwei Einzelausgaben gepackt.

Advertisements

Die schrillen Zwei auf Achse

DC Comics

Titel: All-Star Batman Vol. 1 – My Own Worst Enemy (dt. Mein schlimmster Feind)

Autor/Zeichner: Scott Snyder/John Romita Jr., Declan Shalvey

Erschienen: 2016 (All-Star Batman #1-5), Hardcover 2017; dt. Panini 2017 (Paperback)


„There will be a mess.“

Nachdem Two-Face einen Säureregen über Gotham niedergehen ließ, offenbart sein gutes Ich, Harvey Dent, dass er an einer dauerhaften Lösung für das Problem arbeite: Er will Two-Face mit einer chemischen Kur beseitigen. Batman packt den Schurken ein und macht sich im Flieger zu dem Ort auf – doch dann wird er abgeschossen. Weil Two-Face ein Kopfgeld auf Batman ausgesetzt hat, sind jetzt alle hinter ihm her – Schurken wie Zivilisten. Und dann schicken Pinguin, Black Mask und Great White (Shark) auch noch einen alten Bekannten ins Spiel: The Beast, ehemals KGBeast.

Scott Snyders erste All-Star Batman-Storyline ist ein Road Movie, in dem fast jedes denkbare Transportmittel bemüht wird, es steckt voller erst-, zweit- und drittklassiger Schurken, voller Waffen von der Kettensäge bis zur Machete, und demnach auch voller Gemetzel. Und dann bricht auch noch die Polizei in Wayne Manor ein, um die Bathöhle zu suchen. Auch die immer noch die namenlose gelbe Bat-Aushilfe Duke darf mitspielen. (Der bekommt am Ende des Bandes noch ein kleines Extra-Abenteuer.) Als wäre das noch nicht genug, dichtet Snyder dem jungen Bruce Wayne noch eine gemeinsame Vergangenheit mit Harvey Dent an. (Armer Bruce: Hat der Junge mit dem Tod seiner Eltern und der Suche nach dem Rat der Eulen nicht schon genug durchmachen müssen?)

Snyder zieht also mal wieder alle denkbaren Register. Das sorgt zwar für viel Abwechslung, aber führt auch zu Ermüdungserscheinungen. Denn natürlich muss es auch um den alten Widerstreit der gespaltenen Persönlichkeiten gehen. Doch das eigentliche Thema bleibt zuweilen auf der Strecke. Bei dem schnell ausgetauschten Kanonenfutter an Schurken hat man selten den Eindruck, dass es sich wirklich um eine Two-Face-Story handelt. Immerhin ist die Wendung am Ende interessant ausgefallen, wenn auch die Idee von Two-Face, von jedem Menschen die stärkere Seite hervorzubringen, nicht ganz neu ist (siehe Jekyll & Hyde).

Eigentlich kann man sich kaum beschweren: My Own Worst Enemy ist ein knallbuntes, wildes Spektakel.  Aber es leidet, wie andere Snyder-Storys, an dem alten Problem: es wirkt überladen. Es passiert so viel, dass man fast vergessen könnte, dass hier nichts von Substanz passiert. Snyder hat zwar viele Ideen. Leider sticht keine davon besonders heraus. Da erscheint es nur passend, dass gerade Zeichner John Romita Jr. (The Last Crusade) das Ganze inszeniert – klobig und brachial.

Mehr von Scott Snyder:

>> Liste der Two-Face-Comics

Dunkle Tage für den Dunklen Ritter

DC Comics

Der Auftakt von Batman nach DC Rebirth war überwiegend ganz solide, leider enttäuschte das erste Event, aber was ist in diesem Jahr als das nächste dicke Ding zu erwarten? DC hat es jetzt verkündet: Batman: Dark Days. Geschrieben vom wichtigsten Batman-Autor seit 2011, Scott Snyder, und seinem nicht ganz so genialen Mitstreiter James Tynion IV, gezeichnet von Andy Kubert, Jim Lee und John Romita Jr. Die Autoren und Zeichner sollen die Story gemeinsam entwickeln.

Worum geht’s? Viel wurde nicht bekannt gegeben, nur so viel. Es geht wieder einmal um eines von Batmans düsteren Geheimnissen. Aber diesmal eines, das die Existenz des gesamten Multiversums gefährdet … Aquaman, Flash und andere hegen einen bösen Verdacht gegen den Dunklen Ritter … Dem ersten Cover nach zu urteilen scheint es dystopisch zu werden. Batman als Tyrann?

Laut Snyder handelt es sich um ein Geheimnis, das sich vom Anbeginn der Menschheit bis in die Gegenwart durchzieht. Snyder hat angeblich von Anfang an Hinweise in seinen Batman-Comics versteckt. Und da soll noch mehr kommen: „It’s the prelude to the event we’ve been developing for years.“ Auf Twitter schrieb Snyder, dass das eigentliche Event wieder von Greg Capullo gezeichnet werden soll, dem Künstler, der seit 2011 Batman mitgestaltet hat.

Der erste Teil, The Forge, wird als 40-seitiger One-shot am 14. Juni erscheinen, der zweite Teil, The Casting, am 12. Juli. Aber das ist nur der Auftakt. Was danach folgt, ist noch nicht bekannt.

Vorschau auf All-Star Batman

Am 10. August startet Scott Snyders neue Serie: All-Star Batman. Zusammen mit Zeichner John Romita Jr. erzählt er darin von einem Road Trip von Batman und Two-Face, bei dem hinter dem Held eine Reihe von Attentäter und Kopfgeldjäger her ist. „Handcuffed together on the road to hell, this is Batman and Two-Face as you’ve never seen them before!“, heißt es in der Beschreibung von DC. Was die Macher dazu sagen, kann man in diesem Video hören, das auch einige Seiten und Cover aus dem Comic zeigt. Einige Panels waren bereits bei Twitter zu sehen (@DannyMiki_, @Ssnyder1835). Es verspricht, ein knallbuntes Vergnügen zu werden. Bisher war auf Scott Snyder Verlass.

All-Star Batman #1 wird 40 Seiten umfassen und 4,99 US-Dollar kosten. Die erste Storyline wird fünf Ausgaben lang sein.

Scott Snyder war von 2011 bis 2016 Autor der Batman-Comic-Serie, bei der er zusammen mit Zeichner Greg Capullo viele Fans gewann (zuletzt Superheavy). John Romita Jr. hat zuletzt Dark Knight Returns: The Last Crusade für DC gezeichnet.

Der erste Tod des Wunderknaben

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight Returns – The Last Crusade

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/John Romita Jr.

Erschienen: 2016 (One-shot)


„What kind of lifestyle is that to a child? And what’s that say about the man behind it?“

Prequels sind verdächtig. Eine nachgeschobene Vorgeschichte? Das ist ein Widerspruch in sich. Ein Prequel wirkt immer plump, verursacht Unstimmigkeiten und ist auch langweilig, weil man weiß, worauf es hinausläuft. Es ist nichts als Beiwerk, eine unnötige Zugabe, die so tut, als wäre sie die Ouvertüre. Gibt es auch nur ein Prequel, das wirklich nötig gewesen wäre? Abgesehen von Origins fällt mir keines ein. Man kann bei einem Prequel eigentlich nur froh sein, wenn es halbwegs glückt und nicht das Original ruiniert.

The Dark Knight Returns ist so ein Original, das nicht nur in der Batman-Geschichte wie ein Monolith dasteht, sondern auch einen Comic-Meilenstein bildet. Es gibt nichts daran auszusetzen, es ist ein unantastbarer Klassiker, der bis heute nachwirkt (wie etwa in Batman v Superman). 15 Jahre lang kam Frank Millers Batman ohne Fortsetzung aus, dann kam der unsägliche zweite Teil, The Dark Knight Strikes Again, der keine der Qualitäten seines Vorgängers hatte. Weitere fast 15 Jahre später begann man mit DK III, und es zeichnet sich schon nach der Hälfte ab, das man auch diesen Teil sich hätte sparen können.

Jason stirbt nochmal

Mitten hinein in das Erscheinen dieser Mini-Serie (nach vier Monaten Verspätung) bringen Frank Miller und Brian Azzarello The Last Crusade, ein Prequel, das zwei Fragen beantwortet, die eigentlich eine ist: Wie ist es dazu gekommen, dass Bruce Wayne aufgehört hat, Batman zu sein? Und: Wie ist Robin Jason Todd (zum ersten Mal) gestorben? Zwei Fragen, die man nicht unbedingt hätte beantworten müssen. The Dark Knight Returns war auch so klar genug. Aber gut, nun ist der Comic nun mal da – warum auch immer.

Das Problem daran ist: Die Comicleser sind bereits Zeuge von Jasons Tod geworden. Nicht lange nach Miller haben die Fans ihn in der regulären Continuity (A Death in the Family) sterben lassen, nachdem der Joker ihn mit einem Brecheisen verdroschen hat. Um nicht eine zu ähnliche Story zu erzählen, konzentrieren sich die Autoren in Last Crusade auf Introspektion als auf einen ausgeklügelten Plot, der auf das bekannte Ende aus ist.

Handlung ist Nebensache

Bruce Wayne wird allmählich zu alt für den Job als Batman, er macht Fehler und kann nicht mehr mithalten. Trost sucht er im Bett von Selina Kyle (Catwoman). Während seiner Einsätze sieht er dabei zu, wie Jason immer skrupelloser wird und sogar eine blutrünstige Freude versprüht. Kurz gesagt: Robin wird so brutal und zynisch wie der Joker. Der Schurke wird zu Beginn des Comics in Arkham eingeliefert und bricht nach einigen Grausamkeiten mithilfe der übrigen Insassen, die er gegen die Wärter aufwiegelt, wieder aus. Währenddessen geht Batman einem Fall nach, aber der ist irrelevant, die Figuren austauschbar. Nach zwei Prügeleien mit Killer Croc und einer Rauferei mit Poison Ivy ist Bruce am Ende zu fertig, um nach dem Joker zu suchen. Also bricht Jason heimlich alleine auf. Doch er kommt nicht weit: Noch bevor er den Joker erreicht, wird er von dessen Handlangern erschlagen. Zum Schluss wird angedeutet, dass der Joker ihm den Rest geben wird: „Oh, the fun we’re going to have, little boy … the fun.“

Dass es bei dieser Andeutung bleibt, ist sowohl der stärkste als auch der schwächste Aspekt an Last Crusade. Denn das, was erzählt werden soll, wird nicht erzählt. Einerseits unbefriedigend, andererseits hat man es schon ähnlich gesehen – und kann in diesem Fall auch auf die Details verzichten. In diesem unauflöslichen Widerspruch bleibt die Story stecken. Robins letzter Kreuzzug findet nicht statt. (Und Bruce hat noch einige vor sich.) Und damit beraubt sich dieser Comic seiner Daseinsberechtigung.

Robins als Kanonenfutter

Seltsam ist auch, dass Bruce zwar – wie so oft bei Miller – viel grübelt und sich bei Selina und Alfred ausspricht, aber nie Jason für seine zweifelhaften Aktionen kritisiert. Kritik kommt von außen: Allein im Fernsehen wird problematisiert, dass Batman fahrlässig handelt, indem er Robin an seiner Seite kämpfen lässt. Kindesgefährdung wird ihm vorgeworfen. Obwohl Bruce den Beitrag hört, hinterfragt er sein Handeln nicht. Seine einzige Sorge ist, dass Robin noch nicht so weit ist, sein Erbe als Batman anzutreten. Das macht Bruce umso zweifelhafter. Allein sein späterer Ruhestand entschuldigt sein Handeln in gewisser Weise – aber auch dann wiederholt er seinen Fehler mit Carrie Kelley. Bei aller Anteilnahme und Reue: Robins sind für ihn bloß Kanonenfutter („good soldier“).

John Romita Jr., der schon Frank Millers Daredevil: The Man Without Fear gezeichnet hat, orientiert sich optisch stark an seiner Vorlage, auch wenn er den Hintergründen mehr Details gönnt. Ebenso die Farben erinnern stark an The Dark Knight Returns, sind aber differenzierter, was den Panels mehr Tiefe verleiht. Ein besonderes Panel wird davon jedoch nicht in Erinnerung bleiben.

Braucht man also Last Crusade? Nein. Denn leider fügt dieses Comic dem Dark Knight-Epos nichts Nennenswertes hinzu. (Denn was ist einem Meisterwerk schon hinzuzufügen?) Aber es ist wie so oft mit der Kunst: Man braucht sie nicht, aber da sie schon mal da ist, kann man mal einen Blick drauf werfen. Es kann nicht schaden. Man verpasst aber auch nichts, wenn man’s lässt.

>>> Eine Vorschau auf das Heft und Variant Cover gibt es hier.

Dark Knight – Last Crusade: Vorschau auf die Vorgeschichte

Wie ist Robin Jason Todd gestorben und warum hat Batman den Dienst quittiert? Am 15. Juni erfahren wir es – in The Dark Knight Returns: The Last Crusade, einem 64-seitigen One-Shot. Frank Miller, Brian Azzarello und Zeichner John Romita Jr. erzählen darin die Vorgeschichte zum Klassiker The Dark Knight Returns. Neben dem Joker werden auch Poison Ivy und Selina Kyle (Catwoman) darin vorkommen. Mehrfach wurde der Erscheinungstermin verschoben, jetzt scheint der Comic endlich Wirklichkeit zu werden.

In einem Interview mit IGN erzählen Miller und Romita nun über die Hintergründe der Story, außerdem bekommt man eine Vorschau auf einige Seiten aus dem Heft. So viel sei verraten: Es geht drastisch zu. Oben kann man einige Variant Cover sehen, von Miller, Jim Lee, Lee Bermejo und Bill Sienkiewicz.

Am 29.6. soll der fünfte Teil der Fortsetzung, Dark Knight III, erscheinen. Was zuletzt geschah, kann man hier nachlesen.

„A crazy Two-Face story“

All-Star Batman von Sean Murphy (DC Comics)

All-Star Batman von Sean Murphy (DC Comics)

„Big, crazy stuff“ verspricht Autor Scott Snyder seinen Fans. In seiner im August startenden Serie All-Star Batman versammelt er nicht nur Schurken wie Two-Face, Mr. Freeze, Pinguin, Poison Ivy und Catwoman, sondern auch seine Lieblingszeichner wie Sean Murphy, Jock und John Romita Jr. In einem Interview, das er mit Romita auf dccomics.com gibt, verspricht Snyder: „we’re doing something you’ve never seen in Batman before.“ Große Worte, aber der Superstar hat bisher seine Leser kaum enttäuscht.

In den ersten fünf Ausgaben, die von John Romita Jr. gezeichnet werden, soll es eine „a crazy Two-Face story“geben. Snyder beschreibt sie als eine Art Road Movie:

„I wanted to do a sort of grindhouse Death Race, Fugitive, Running Man, Defiant Ones, out-of-control story. Batman is completely out of his element, desperate to get Two-Face somewhere upstate, and just about every assassin in the DCU is hunting them at the same time. It’s really, really fun.“

John Romita Jr. vergleicht es mit dem frühen Sylvester-Stallone-Film Nighthawks und dem Ausbruchs-Klassiker Flucht in Ketten (The Defiant Ones).

Snyder erklärt auch, wie sich seine Serie von den klassischen Titeln unterscheiden wird, die in der Initiative DC Rebirth neu gestartet und besetzt werden: Tom King soll in Batman klassische Action in Gotham gegen Schurken bieten, James Tynion IV widmet sich in Detective Comics den jüngeren Helden, die von Batman und Batwoman ausgebildet werden. Für jeden Geschmack soll etwas dabei sein: „There’s a Bat book for everybody right now.“

Bei Comixology gibt es nähere Informationen zu den ersten Rebirth-Titeln, die man dort auch vorbestellen kann. Im Batman Rebirth-Special (32 Seiten) soll es um den Calendar Man gehen, in Detective Comics und Batman sollen neue Schurken auftreten.

Dark Knight III: Das dritte Buch Batman

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III – The Master Race: Book 3

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, John Romita Jr.

Erschienen: 2016


„Go to hell.“ (Batman)

Lange habe ich darüber nachgedacht, welchen Satz man als Motto voranstellen könnte. Es gibt einige gute im dritten Kapitel von DK III – prägnant, tief, ausschlaggebend. Innere Einsichten von Bruce Wayne darüber, wie sehr sein Alter ihn daran hindert, Batman zu sein, wie sein Körper verfällt, wie er sich für eine Bürde hält, aber das Feuer in ihm noch brennt. Äußerungen von dem Kandorianer Quar, der mit seiner Horde über die Menschheit herfällt, um sie zu unterwerfen und Supergirl einredet, etwas Besseres zu sein. Selbst Superman sagt endlich etwas. Und so langsam nimmt die Handlung Fahrt auf.

Aber der Reihe nach. Was bisher geschah: Batman ist wieder im Ruhestand. Carrie Kelley schlüpft selbst ins Kostüm, wird von der Polizei gefangengenommen und wieder befreit. Superman hat aufgegeben und sitzt vereist in seiner Festung der Einsamkeit. Seine Tochter Supergirl befreit die Kandorianer mit Hilfe von Atom – und die Anhänger einer Sekte hinterlassen eine Spur von Tod und Verwüstung.

Was jetzt geschieht: Die Invasion der Kryptonier und die Vernichtung Moskaus lässt Batman mit Carrie zum Nordpol reisen, wo er Superman aus dem Eis holt und reaktiviert. Die Kryptonier stellen der Welt ein Ultimatum, sich binnen drei Tagen zu unterwerfen. Als das abläuft, machen Batman und Superman klar, dass die Unterdrücker zur Hölle fahren können. Doch dann kommt ihnen Supergirl in die Quere. Kara, beeinflusst von Quar, beschuldigt ihren Vater, sein Volk verraten zu haben. Cliffhanger! Ach, noch etwas: Im Mini-Comic bekommt Green Lantern Hal Jordan von drei Kandorianerinnen seinen Ring samt Hand abgenommen. Aber kurz vor einem tödlichen Sturz wird er von ihnen unerklärlicherweise aufgefangen.

Was uns freut: Endlich sehen wir wieder Bruce Wayne im Batman-Kostüm. Endlich tritt Superman in Aktion. Endlich passiert etwas Relevantes. Wenn man bedenkt, dass wir mit dem nächsten Heft die Halbzeit erreichen, wird es höchste Zeit. Aber man muss den Autoren auch lassen, dass sie die Erzählzeit nicht unbedingt vertrödeln, weil immerhin Bruce Wayne zu seinem Recht als Charakter kommt. Aber da ist noch mehr.

Die Meta-Ebene: Traditionsgemäß betreibt Frank Miller wieder seine Medienkritik. Schwachsinnige Debatten in TV-Talk-Shows wechseln sich mit unqualifizierten Internetkommentaren ab, Styling-Videos wirken umso absurder im Angesicht eines nuklearen Genozids. Und trotzdem fragen sich manche, ob die Kryptonier gar nicht die Bösen sind, sondern bloß so wie die üblichen Herrscher – nicht von ungefähr sieht einer der Fernseh-Kommentatoren aus wie Donald Trump. Charakterecht erklärt er Diplomatie zu einer Sache für Feiglinge. (Wie schon in The Dark Knight Returns sieht auch der Präsident aus wie der tatsächlich amtierende: damals war’s Ronald Reagan, heute ist’s Barack Obama.) Miller und Azzarello erlauben sich auch einen Kommentar zur Waffenfrage: angesichts der Übermenschen sind sie zwar nutzlos, aber sie werden angepriesen, um immerhin ein Zeichen des Widerstands zu setzen.

Die Kryptonier wiederum wollen nicht einfach nur herrschen, sondern die Menschen vom Konsum befreien. Diese Kapitalismuskritik wirkt etwas unmotiviert und aufgesetzt. Man versucht wohl, den Eroberern mehr als nur den üblichen Willen zur Macht abzuringen, aber das gelingt nur holprig. Das breite Volk hingegen ist bloß eine schweigende Masse, das auf seine Smartphones starrt und sich die Ohren mit Kopfhörern zustöpselt. Wieder einmal ist Zukunft gleich Gegenwart.

Wie gesagt: Hier wird sehr viel aufgefahren …

Frank Miller plant Dark Knight 4

DC Comics

DC Comics

Frank Miller ruht nicht. Und er lässt auch seinen Batman nicht ruhen. Eine Woche vor dem Start von Dark Knight III: The Master Race hat der Autor einen vierten Teil angekündigt. Er soll den (vorläufigen) Abschluss der Geschichte bilden. Aber auch das ist nicht das Ende: Denn außerdem plant Miller eine Spin-off-Serie um den weiblichen Robin Carrie Kelley, wobei er Kinder als Zielgruppe nennt. Beides will er wieder alleine schreiben; ob er wieder zeichnen wird, ist unklar. Bei Teil drei arbeitet er mit Co-Autor Brian Azzarello zusammen, Hauptzeichner ist Andy Kubert. Die erste Ausgabe kommt am 25. November heraus, sieben weitere folgen.

Das Dark Knight-Universum erweitert sich auch retroaktiv: Zuvor wurde das Prequel Last Crusade angekündigt, geschrieben von Miller und Azzarello und gezeichnet von John Romita Jr. Der 64-Seiten-One-Shot soll erzählen, wie Robin Jason Todd beim Kampf gegen den Joker umgekommen ist. Erscheinen soll es am 17. Februar 2017.

Batman und der vorletzte Kreuzzug

DC Comics

DC Comics

Ein dritter Teil ist nicht genug. Einige Tage vor der ersten Ausgabe von Dark Knigth III: The Master Race kündigt DC Comics ein Prequel an: Dark Knight Returns – The Last Crusade soll ein 64-Seiten-One-Shot werden, das über zehn Jahre vor dem ersten Teil von 1986 spielt. Die Story, von Frank Miller und Brian Azzarello geschrieben, wird von John Romita Jr. (Daredevil: The Man Without Fear) gezeichnet und erzählen, wie Robin Jason Todd im Dark Knight-Universum zu seinem Ende kam. Wie das Cover zeigt, wird dabei der Joker eine wichtige Rolle spielen. Die Veröffentlichung ist für den 17. Februar 2016 angesetzt. Ein Interview mit Romita, der auch ein Variant Cover zu DK III beisteuert, gibt es hier.

DC Comics

DC Comics

Die Nachricht ist mit gemischten Gefühlen verbunden: Einerseits war ein erster Teil genug, der zweite überflüssig und enttäuschend und alle Hoffnung ruht jetzt auf dem dritten; ein Prequel erscheint da erst recht wie zu viel des Guten – auch angesichts der riesigen Marketingmaschine, die DC mit seiner Flut an Variant Covern betreibt. Andererseits ist auch diese Welt ein Universum für sich und daher auch unendlich erweiterbar. Schließlich wollen die Fans beides: Pflege ihres Kults, aber auch ständig Neues. Die unendliche Geschichte von Batman muss immer weiter gehen. Auch wenn das manchmal heißt, einen Schritt zurück zu machen.

Leider sind Prequels schon deshalb weniger interessant, weil man bereits weiß, wie die Geschichte ausgeht, und weil sie die Leerstellen ausfüllen, die bislang von der Fantasie der Leser zu füllen sein konnte. Und braucht es noch eine Version von Jasons Todds Tod? Allerdings muss man dazu anmerken, dass Frank Miller 1986 diesen Tod schon vorweggenommen hat, bevor er tatsächlich innerhalb der offiziellen Batman-Continuity eingetreten ist (in A Death in the Family). Und schließlich ist das keine besonders gute Story gewesen. Eigentlich eine ziemlich miese. Vielleicht wird jetzt endlich eine Variation dieser Geschichte geliefert, die würdiger und zeitgemäßer erscheint.