Die schrillen Zwei auf Achse

DC Comics

Titel: All-Star Batman Vol. 1 – My Own Worst Enemy (dt. Mein schlimmster Feind)

Autor/Zeichner: Scott Snyder/John Romita Jr., Declan Shalvey

Erschienen: 2016 (All-Star Batman #1-5), Hardcover 2017; dt. Panini 2017 (Paperback)


„There will be a mess.“

Nachdem Two-Face einen Säureregen über Gotham niedergehen ließ, offenbart sein gutes Ich, Harvey Dent, dass er an einer dauerhaften Lösung für das Problem arbeite: Er will Two-Face mit einer chemischen Kur beseitigen. Batman packt den Schurken ein und macht sich im Flieger zu dem Ort auf – doch dann wird er abgeschossen. Weil Two-Face ein Kopfgeld auf Batman ausgesetzt hat, sind jetzt alle hinter ihm her – Schurken wie Zivilisten. Und dann schicken Pinguin, Black Mask und Great White (Shark) auch noch einen alten Bekannten ins Spiel: The Beast, ehemals KGBeast.

Scott Snyders erste All-Star Batman-Storyline ist ein Road Movie, in dem fast jedes denkbare Transportmittel bemüht wird, es steckt voller erst-, zweit- und drittklassiger Schurken, voller Waffen von der Kettensäge bis zur Machete, und demnach auch voller Gemetzel. Und dann bricht auch noch die Polizei in Wayne Manor ein, um die Bathöhle zu suchen. Auch die immer noch die namenlose gelbe Bat-Aushilfe Duke darf mitspielen. (Der bekommt am Ende des Bandes noch ein kleines Extra-Abenteuer.) Als wäre das noch nicht genug, dichtet Snyder dem jungen Bruce Wayne noch eine gemeinsame Vergangenheit mit Harvey Dent an. (Armer Bruce: Hat der Junge mit dem Tod seiner Eltern und der Suche nach dem Rat der Eulen nicht schon genug durchmachen müssen?)

Snyder zieht also mal wieder alle denkbaren Register. Das sorgt zwar für viel Abwechslung, aber führt auch zu Ermüdungserscheinungen. Denn natürlich muss es auch um den alten Widerstreit der gespaltenen Persönlichkeiten gehen. Doch das eigentliche Thema bleibt zuweilen auf der Strecke. Bei dem schnell ausgetauschten Kanonenfutter an Schurken hat man selten den Eindruck, dass es sich wirklich um eine Two-Face-Story handelt. Immerhin ist die Wendung am Ende interessant ausgefallen, wenn auch die Idee von Two-Face, von jedem Menschen die stärkere Seite hervorzubringen, nicht ganz neu ist (siehe Jekyll & Hyde).

Eigentlich kann man sich kaum beschweren: My Own Worst Enemy ist ein knallbuntes, wildes Spektakel.  Aber es leidet, wie andere Snyder-Storys, an dem alten Problem: es wirkt überladen. Es passiert so viel, dass man fast vergessen könnte, dass hier nichts von Substanz passiert. Snyder hat zwar viele Ideen. Leider sticht keine davon besonders heraus. Da erscheint es nur passend, dass gerade Zeichner John Romita Jr. (The Last Crusade) das Ganze inszeniert – klobig und brachial.

Mehr von Scott Snyder:

>> Liste der Two-Face-Comics

Advertisements

4 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s