Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Detective Comics: 80 Years of Batman – Das steckt drin

DC Comics

Am 13. März veröffentlicht DC seine Anthologie Detective Comics: 80 Years of Batman – Deluxe Edition. Enthalten sind darin die ersten Auftritte von Batman, Robin, Batwoman, Bat-Mite und Batgirl, sowie der Schurken Two-Face, Riddler, Clayface und Man-Bat. Darüber hinaus werden auch die Auftritte anderer Comic-Helden wie Slam Bradley, Air Wave, Boy Commandos, Martian Manhunter und des Manhunters der 70er, Paul Kirk, abgedruckt.

Von Paul Levitz, Denys Cowan und Bill Sienkiewicz wird es eine neue Geschichte geben, außerdem die Original-Layouts der Batman-Story aus Detective Comics #200, illustriert von Lew Sayre Schwartz. Einzelne Batman-Essays stammen von Cory Doctorow, Neil Gaiman, Glen David Gold, Dennis O’Neil sowie der ehemalige Police Chief von San Diego, Shelley Zimmerman, und Pulp-Historiker Anthony Tollin.

Der Sonderband wird 29,99 US-Dollar kosten.

Leider hat DC nur eine Liste von Zahlen angekündigt hat, aber keine Storytitel. Davon ausgehend, dass die ersten Auftritte von Figuren gesammelt werden, habe ich folgende Liste der Comics erstellt, allerdings bleiben einige Zweifel:

  1. Slam Bradley: „The Streets of Chinatown“ (#1, 1937)
  2. The Crimson Avenger: „Block Buster“ (#20)
  3. Batman: The Case of the Chemical Syndicate (#27, 1939)
  4. Batman and „Robin the Boy Wonder“ (#38, 1940)
  5. Air Wave: „Case of the Missing Evidence“ (#60)
  6. Boy Commandos: „The Commandos Are Coming“ (#64)
  7. Batman: „The Crimes of Two-Face“ (#66)
  8. Batman: „The Riddler“ (#140)
  9. Pow-Wow Smith: „The Origin of Pow-Wow Smith“ (#151)
  10. Roy Raymond: „The Land of Lost Years“ (#153, 1949)
  11. Martian Manhunter: „The Strange Experiment of Dr. Erdel“ (#225, 1955)
  12. Batman: „The Batwoman“ (#233, 1956)
  13. Batman: „… Meets Bat-Mite“ (#267, 1959)
  14. Batman: The Challenge of Clay-Face (#298, 1961)
  15. Batman: „The Mystery of the Menacing Mask!“ oder Elongated Man: „Ten Miles to Nowhere!“? (#327, 1964)
  16. Batman: „The Million Dollar Debut of Batgirl!“ (#359, 1967)
  17. Batman: „Challenge of the Man-Bat!“ (#400, 1970)
  18. Manhunter: „The Himalayan Incident“ (#437, 1973)
  19. „The Coming of the Creeper“ (#443, 1974)
  20. Batman: „There is No Hope in Crime Alley!“ (#457, 1976) [Erster Auftritt: Leslie Thompkins]
  21. Batman: „The Deadshot Ricochet“ (#474, 1977)
  22. Batman: „Night of the Body Snatcher“ oder Bat-Mite: „Bat-Mite’s New York Adventure“? (#482, 1979)
  23. Batman: „To Kill a Legend“ (#500, 1981)
  24. Batman: „The Night of Thanks, But No Thanks!“ (#567, 1986)
  25. Batman: „The Honored Dead“ (#742, 2000)
  26. Detective Comics #27 (The New 52, 2014)

Unsicher bin ich mir bei #327 und #482. Aus #327 wurde die Batman-Story bereits im Jubiläumsband Batman: A Celebration of 75 Years (2014) abgedruckt, allerdings erhielt Elongated Man in der Ausgabe seine erste Back-up-Story. Die Batman-Geschichte aus #482 enthält nichts Besonderes, allerdings wurde die Bat-Mite-Story in dem Paperback The Greatest Batman-Stories Ever Told (1988) nachgedruckt. (Die Ausgabe ist die erste des Redakeurs Paul Levitz.)

Wenn ich mit dieser Liste richtig liege, handeln neun oder zehn von 26 Geschichten nicht von Batman. Das ist zwar kein Problem für eine Detective Comics-Anthologie, die mehr zu bieten hat als Batman, aber dafür führt der Titel „80 Years of Batman“ in die Irre. Außerdem wirkt die Auswahl nach dem Prinzip der ersten Auftritte gegen Ende beliebig: Da taucht plötzlich eine Deadshot-Story auf (die erste, die den Schurken im neuem Look zeigt), die schon in Batman: A Celebration of 75 Years (2014) erschienen ist, Detective #567 gilt als erste in der neuen Continuity nach dem Reboot der Crisis on Infinte Earths, Ausgabe #742 ist die erste nach dem No Man’s Land-Event, aber hat bis auf einen neuen Look nicht viel Historisches zu bieten. Detective Comics #27 von 2014 (erschienen zu Batmans 75-jährigem Jubiläum) ist allerdings ein Highlight – allerdings nur, wenn sie hier auch ganz nachgedruckt wird.

Genauso gut, oder eher noch lieber, hätte man „The Doomsday Book“ (Detective Comics #572, 1987) nachdrucken können, in der Batman auf Sherlock Holmes trifft.

>> Details zu Detective Comics #1000

Batmans erster Trip ins Wunderland

DC Comics

Titel: Tweedledum and Tweedledee

Autor/Zeichner: Don Cameron/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Detective Comics #74)


Batman und Alice im Wunderland – das gehört einfach zusammen. Ich kann mir noch nicht erklären, warum. Aber angefangen hat es früh. Und nicht erst mit dem Mad Hatter, sondern mit Tweedledum und Tweedledee.

Die beiden, Dumfree und Deever Tweed, sind Cousins, die sich zum verwechseln ähnlich sehen: Beide sind dick, haben Knollennasen und tragen gern lila Anzüge. Und sie sind erfinderische Gauner. Während der eine Pelze raubt, holt sich der andere Diamanten. Als Batman und Robin über einen Übergrößen-Händler herausfinden, dass es sich nur um die Tweeds handeln kann, tappen sie in eine Falle und werden durch elektromagnetische Strahlung festgehalten.

Die Cousins haben sich umgezogen für einen Wohltätigkeits-Kostümball (es geht um Kriegsanleihen), den sie zu überfallen gedenken. Natürlich sind die verkleidet wie für ihre Rollen bei Alice im Wunderland, ein Komplize trägt ein Märzhasenkostüm, der andere eine Hasenmaske und Zylinder – der erste Mad Hatter. Sie gewinnen mit ihren Kostümen den ersten Preis und wollen noch mehr, da springen Batman und Robin wie Springteufel aus einer riesigen Geschenkpackung und schlagen alle zusammen.

Tweedledum und Tweedledee kehren in Batman #24 (1944) zurück. In diesem Heft lassen sie sich in einer Kleinstadt zum Bürgermeister wählen und üben auch das Amt des Richters aus, sie sperren Batman und Robin ins Gefängnis und betrügen die Gemeinde mit einer falschen Goldmine. Mit Alice im Wunderland hat das Ganze nichts zu tun – es ist eine ganz gewöhnliche, überkonstruierte Gaunerei.

Die beiden Widersacher tauchen erst wieder in den 70ern auf und schließen sich 2008 der Wonderland Gang an, in der auch andere Alice-Figuren wie der Mad Hatter zusammenkommen.

Mehr Batman im Wunderland:

80 Jahre Batman: Vorschau auf 2019

In diesem Jahr feiern wir 80 Jahre Batman. Zum Jubiläum erscheint im März Detective Comics #1000 mit einem dicken Begleitband Detective Comics: 80 Years of Batman, in dem einige historische Ausgaben gesammelt werden. Im Juni beginnt bei den Paperbacks der laufenden Detective Comics-Serie mit dem neuen Team (Peter J. Tomasi/Doug Mahnke) wieder die Zählung bei 1.

Abseits der Continuity darf man sich auf die Fortsetzung von Sean Murphys White Knight freuen, außerdem erscheinen Sammelbände zu den Miniserien Creature of the Night, Batman/The Maxx und Kings of Fear.

Das Jahr 2019 steht auch im Zeichen des Jokers. Am 17. Oktober erscheint der Origin-Film mit Joaquin Phoenix. Wahrscheinlich wird irgendwann vorher der Dreiteiler Three Jokers von Geoff Johns und Jason Fabok erscheinen, in der aufgeklärt werden soll, was es mit der Identität des Schurken auf sich hat. Der Joker-Batman kehrt in der sechsteiligen Mini-Serie The Batman Who Laughs zurück, die bereits angefangen hat. Und dann ist noch die Mini-Serie Batman/Joker: Deadly Duo von Marc Silvestri angekündigt, allerdings noch ohne Starttermin.

Außerdem bringt DC in diesem Jahr eine Anthologie mit den gesammelten Joker-Comics der Jahre 1970 bis 1985 heraus, darin wird auch eine niemals veröffentlichte Ausgabe von Joker #10 enthalten sein. Vor dem Kinostart werde auch ich mir die Serie aus den 70ern genauer ansehen.

Omnibus-Fans dürfen sich auch auf eine vollständige Edition aller Hush-Storys freuen, die vor 2011 erschienen sind. Die Hush-Storyline wird 2019 auch als Animationsfilm adaptiert werden. Endlich erscheint auch der zweite Omnibus zu World’s Finest. DC bringt im kommenden Jahr neben den letzten Ausgaben der neuen Knightfall-Paperbacks auch viele Klassiker (vor allem von Frank Miller) unter dem neuen DC Black Label heraus. Nebenher läuft noch die Essential-Edition, in der die Paperbacks von The New 52 neu aufgelegt werden.

Darüber hinaus bringt Warner am 4. April Shazam! in die Kinos.

Januar

Februar

  • Batman The Caped Crusader Vol. 2 (Batman #433-444, Batman Annual #13)
  • Superman/Batman Vol. 7 (Paperback)
  • Troika (Paperback)
  • Batman: Death of the Family Saga (DC Essential Edition)

März

April

  • Detective Comics Vol. 9: Deface the Face (Paperback)
  • Batman – Detective Comics: The Rebirth Deluxe Edition Book 4
  • Batman Arkham: Ra’s al Ghul
  • Batman Noir: Gotham by Gaslight
  • Batman and the Outsiders Vol. 3
  • Batman: Faces of Death (DC Essential Edition)
  • Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 2
  • DC Comics: The Art of Bruce Timm (Hardcover)

Mai

Juni

  • Batman by Grant Morrison Omnibus Vol. 2
  • Batman: The Dark Knight: The Master Race (DC Black Label Edition)
  • Batman: The Dark Knight Strikes Again (DC Black Label Edition)
  • Batman: The Dark Knight Returns (DC Black Label Edition)
  • Batman: Year One (DC Black Label Edition)
  • Batman: The Black Glove Saga (DC Essential Edition) (Batman & Son)
  • All-Star Batman & Robin, the Boy Wonder Vol. 1 (DC Black Label Edition)
  • Legends of the Dark Knight: Michael Golden (Batman Family #15-20, Batman #295, #303, DC Special Series #15, Detective Comics #482, Batman Special #1, Batman: Gotham Knights #22. It also collects the covers from Detective Comics #625-626, 628-631, 633, 644-646, Batman #484-485, Showcase ’93, Nightwing #66-77 & #129-130 and the Man-Bat entry from Who’s Who in the DC Universe #12.)
  • Batman: The Golden Age Omnibus Vol. 7

Juli

  • Batman Beyond Vol. 5: The Final Joke
  • Batman: The Rebirth Deluxe Edition Book 4

August

  • Kings of Fear (Hardcover)
  • The Joker: The Bronze Age Omibus (enthält Batman #252, 260, 286, 291-294, 321, 353, 365-366, 400; The Brave and The Bold #111, 118, 129-130, 141, 191; The Joker #1-10, Detective Comics #475-476, 504, 526, 532, Wonder Woman #280-283; DC Comics Presents #41, 72; Who’s Who: The Definitive Guide to the DC Universe #11 (Joker page only))
  • The Joker: Lovers and Madmen (Batman Confidential #7-12)
  • Batman: The Dark Knight Detective Vol. 3 (Detective Comics #592-600)
  • Batman/Teenage Mutant Ninja Turtles II (Paperback)
  • Batman: The Endgame Saga (DC Essential Edition)
  • Batman: Arkham Asylum (DC Black Label Edition)
  • Batman/Flash: The Button (Paperback)

September

  • Batman: Detective Comics Vol. 1: Arkham Knight (Detective Comics ##994-999, #1000, #1001-1006) (Hardcover)
  • Batman: Damned (Hardcover)
  • Batman: Gotham Knights: Transference (Gotham Knights #1-12, Paperback)
  • Batman Eternal Omnibus (Hardcover)
  • Gotham After Midnight – 10th Anniversary Edition (Hardcover)
  • Batman: The Caped Crusader Vol. 3 (Batman #445-454, Detective Comics #615, Batman Annual #14)
  • Hush (New Edition, Paperback)
  • The Killing Joke (New Edition, Hardcover)

Oktober

  • Batman Vol. 10: Knightmares (Batman #61-63 und #66-74, Hardcover)
  • Heroes in Crisis (Hardcover)
  • Heroes in Crisis Companion Book (Batman #64-65, The Flash #64-65, The Flash Annual #2; Paperback)
  • The Batman Who Laughs (Hardcover)
  • Batman: Universe (Hardcover)
  • Batman by Scott Snyder & Greg Capullo Omnibus Vol. 1 (Hardcover)

November

  • Doomsday Clock (Hardcover)
  • Superman: Year One (Hardcover)
  • Gotham Adventures Vol. 1 (Paperback)

Dezember

  • Batman and the Outsiders (2019)
  • Batman: Family (Paperback)

(Der Artikel wurde zuletzt am 5.4.2019 aktualisiert.)

Der Batman-Jahresrückblick 2018

DC Comics

Das vergangene Jahr war für das Batman-Projekt das bisher erfolgreichste. Jedes Jahr konnte ich meine Zugriffszahlen steigern und immer wieder bekomme ich tolle Nachrichten mit Lob von Lesern, die mich motivieren, weiterzumachen. Ich danke euch für eure Treue und hoffe, dass ihr mir auch im nächsten Jahr erhalten bleibt.

Das Jahr 2018 stand ganz im Zeichen von 80 Jahren Superman. Fast jede Woche habe ich dem Vater aller Superhelden, ohne den es Batman nicht gäbe, mindestens einen Artikel gewidmet. Auch wenn nicht alles Gold war, war es für mich eine interessante Lese-Erfahrung. Superman ist ein schwieriger Charakter, aber die Geschichte zeigt, dass es trotzdem möglich ist, spannende Geschichten über ihn zu erzählen.

Zu Beginn des Jahres habe ich es endlich geschafft, Knightfall zu lesen. Leider habe ich mich damit etwas zu sehr beeilt, denn kurz darauf kam das gesamte Epos in einer neuen Paperback-Edition heraus. Aber ich wollte es nicht länger vor mich hinschieben. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, auch wenn ein so großes Werk nicht durchgehend großartig sein kann.

Darüber hinaus habe ich mich – als Vorbereitung für das Hochzeits-Event – intensiv mit Catwoman und Batmans anderen Frauengeschichten beschäftigt. Bemerkenswert, wie das Heirats-Thema schon im Golden Age präsent war, noch bevor man sich genötigt sah, Batman vom Homosexualitäts-Verdacht zu befreien. (Heute regt man sich lieber über Batmans Penis auf.) Großen Spaß hatte ich an den frühesten Catwoman-Comics, die herrlich absurd sind. Ich habe meine Liebe zum Golden Age wiederentdeckt. Leider war das Ende meiner Serie nicht so toll wie erhofft.

Batman-Flop des Jahres

Batmans „Hochzeit“ mit Catwoman war für viele Fans eine große Enttäuschung. Auch für mich. Aber das liegt nicht daran, dass die Trauung nicht stattfand. Vielmehr ist für mich eine Blase geplatzt, die sich bereits 50 Ausgaben lang angebahnt hat. Tom King überzeugt nicht als Batman-Autor. Er hat einfach nichts Interessantes zu erzählen und selbst eine interessante Idee wie den Joker-Riddler-Krieg konnte er nicht adäquat umsetzen – das ist verschenktes Potenzial. Und mir graut bereits vor der Ankündigung, dass da noch mehr als 50 Ausgaben kommen werden, bis King mit seinem Plan für Batman durch ist. Die Luft ist längst raus.

Batman-Comic des Jahres

Keine Frage: Das größte Vergnügen hat mir in diesem Jahr Batman: White Knight bereitet. Sean Murphy hat ein Meisterwerk geschaffen, in dem er viele Bezüge zur Tradition herstellt, aber alles so gründlich durchmischt und viele neue eigene Akzente setzt, dass er andere moderne Batman-Comics weit hinter sich lässt. Nächstes Jahr soll die Fortsetzung kommen – und darauf darf man sich freuen. Auch nicht schlecht war der Abschluss von Dark Prince Charming und auch das an sich ermüdende, weil überbordende Event Dark Nights: Metal hatte seine Höhepunkte.

Film des Jahres

An der Filmfront tat sich leider nur wenig, was der Rede wert gewesen wäre. Gotham By Gaslight war es nicht und Batman Ninja erst recht nicht. Im Kino sah man aus dem DC-Universum Aquaman, aber der enttäuschte wie schon die Zack Snyder-Filme. Fürs nächstes Jahr bleibt nur zu hoffen, dass Shazam! das Niveau wieder heben wird.

Aber das eigentliche Hightlight ist Batman: The Animated Series auf Blu-ray. Leider nicht auf Deutsch. Und noch immer fehlt eine Ankündigung. Das ist – mit Verlaub – einfach nur erbärmlich. Auch die Blu-ray-Versionen zu Mask of the Phantasm und SubZero lassen auf sich warten.

Liebe Warner Bros., BTAS ist Kulturgut, genauso wie die Adam-West-Serie. Bitte lasst bald eine deutsche Version dieser Meisterwerke folgen!

Im Jahr 2019 feiern wir 80 Jahre Batman. Aber davon später mehr.

Zum Schluss würde ich noch gerne wissen: Was interessiert euch? Welche Artikel wünscht ihr euch im nächsten Jahr? Welche Themen findet ihr spannend und worauf könnt ihr verzichten? Auf eure Meinungen bin ich sehr gespannt.

Rache an Ra’s

Titel: League of Batmen

Autor/Zeichner: Doug Moench/Mark Bright

Erschienen: 2001 (Zweiteiler)


Nachdem der Batman der Zukunft (Tallant, Sohn von Bruce und Talia) die Brotherhood of the Bat von Ra’s al Ghul besiegt hat, baut er sich eine eigene League of Batmen auf. Die bunte Truppe reist um die Welt, um einen Impfstoff gegen die Seuche zu verteilen, die die Menschheit fast ausgerottet hat. Doch Ra’s al Ghul schickt eine Armee von Robotern los, um die Batmen zu töten. Für Tallant hat er sich was ganz Besonderes ausgedacht: Einen bösen Klon von Bruce Wayne.

Als dieser dämonische Batman Talia ermordet, fliegt die Truppe nach Mexiko, um sich an Ra’s zu rächen und seine neuesten Weltzerstörungspläne zu vereiteln. Denn Ra’s will mittels einer aufgepimpten Lazarusgrube endgültig unsterblich werden, dabei soll allerdings die Menschheit draufgehen. Durch die ganzen Wiederbelebungen hat Ra’s spitze Ohren, Klingonenstirn und Schuppenhaut bekommen und sieht dämonischer denn je aus.

Schon der erste Teil hat nicht überzeugt, von der Fortsetzung war auch nicht mehr zu erwarten, und auf dem Niveau bewährter Mittelmäßigkeit dümpelt auch dieser Zweiteiler vor sich hin. Pathetische Reden, lauter Klischees und ein durchschnittlicher Zeichenstil taugen lediglich für eine Lektüre, durch die man hirnlos durchrauschen kann.

Zu lachen gibt es höchstens etwas, wenn es unfreiwillig komisch wird: In einer Sequenz lässt sich der böse Attentäter von seinem Mord an Batman von einer Bande ablenken, die ihm das Fahrzeug klauen will. Die Erklärung: Er wurde darauf trainiert, zu handeln, ohne zu denken – nicht unbedingt die beste Eigenschaft. Als er Talia töten soll, fängt er plötzlich doch zu grübeln an, und trifft auch noch den falschen Schluss. Und als dann Tallant die Leiche seine Mutter sieht, schlägt er wütend auf den Mörder ein – rätselhafterweise nur auf die Brust, während ein vernünftiger Batman eher auf das Gesicht oder verwundbarere Körperteile zielen würde. Aber egal, wie gesagt: Ohne große Ansprüche erfüllt die Story ihren Zweck als Zeitvertreib.

>> Liste der Batman-Elseworlds-Comics

Aquaman geht baden

Aquaman (Warner Bros.)

77 Jahre nach seinem ersten Comic-Auftritt hat Aquaman seinen ersten Spielfilm. Angedeutet wurde die Figur bereits in Batman v Superman, in Justice League bekam sie ihren Einsatz. Jason Momoa machte in der Rolle eine gute Figur als Outlaw, der mit Fischen reden kann und immer einen coolen Spruch draufhat. Unvergessen die Szene, in der er sich auf Wonder Womans Lasso setzt und ein Bekenntnis wider Willen ablegt. Allerdings war Aquaman auf dem Land noch nicht in seinem Element.

Jetzt darf der Fisch endlich ins Wasser. Und er tobt sich richtig aus. Was bleibt nach zweieinhalb Stunden zurück? Nicht viel. Aquaman strotzt zwar vor visuellen Reizen, bleibt aber oberflächlich und banal. In der abgehetzt und sprunghaft erzählten Story bekommt man weder viel Zeit, die Titelfigur richtig einzuführen, noch die Unterwasserwelt. Die meisten Figuren können einem so egal sein wie die beliebige Handlung.

Dabei gibt sich der Film große Mühe. Allerdings wirkt das sehr bemüht. Wenn etwa am Anfang Piraten eine U-Boot-Crew massakrieren und dann plötzlich in derselben Szene der Piratenvater plötzlich sentimental wird und dem Piratensohn ein Messer (ein Familienerbstück) zum Geschenk macht, soll wohl ein Charakter entwickelt werden, das geht aber gründlich schief. Für einen kaltblütigen Mörder kann man in so einem Moment beim besten Willen keine Sympathie entwickeln. Wenn kurz darauf der Piratenvater in Todesgefahr ist und er Sohn Aquaman um Hilfe bittet, kann man verstehen, dass der Held keine Lust dazu hat. So entsteht der Erzfeind Black Manta aus einem schwachen Rachemotiv heraus – und wird später im Film verheizt.

Nichts in dem Film involviert emotional, selbst Arthurs Entstehungsgeschichte versinkt in Kitsch und Klischees. Der drohende Krieg, um den es geht, wird nie greifbar, der Konflikt zwischen zwei Brüdern möchte Shakespeare sein, ist aber mehr Seifenoper, was schade ist, weil Jason Momoa in der Rolle noch am meisten überzeugt. Meistens. Denn leider scheitert Aquaman auch als Komödie. Die wenigen Szenen, die als Comic Relief dienen sollen, sind meist Rohrkrepierer, bei denen Aquaman auch mal aus der Rolle fällt.

Eine Wüste von Film: Aquaman (Warner Bros.)

Selbst die Effekte können den Film nicht retten. Die Unterwasserbilder ersticken in Buntheit und Details, in fast jeder Szene ist Studioluft zu riechen. Die Kampfszenen wirken routiniert bis brachial (wenn etwa Mera über Hausdächer flieht und ein Kerl im Panzeranzug durch zahllose Häuserwände hindurchkracht). Zum Schluss, wenn jedes mögliche Meeresgetier zur großen Schlacht erscheint, weiß man gar nicht mehr, wohin man schauen soll. Die Überwältigungsstrategie resultiert in einer einzigen großen Reizüberflutung.

Aquaman ist ein durchgängig langweiliger und uninspiriert gemachter Edeltrash-Film. Es steckt zwar eine Menge Geld darin, aber keine Risikofreude. Alles wirkt wie aus dem Baukasten, aber leider mies kopiert. Der Film bleibt daher weit hinter den Errungenschaften von Wonder Woman zurück, wirkt eher wie ein billiger Versuch, Marvels Thor nachzuahmen, und fügt der Tradition von Superheldenfilmen nichts Neues hinzu, keine Szene wird in Erinnerung bleiben. Leider ist Aquaman damit ein weiterer Reinfall in der unglückseligen Reihe von DC-Filmen.

Frohe Weihnachten mit Batman

Bei DC gibt es eine kleine Tradition: Zu Weihnachten erscheinen die DC Holiday Specials. Nicht immer unter diesem Namen (z.B. auch als DC Rebirth Holiday Special) und auch nicht jedes Jahr, aber zuletzt ganze dreimal hintereinander. Das Prinzip ist simpel: Mehrere Figuren aus dem DC-Universum bekommen Kurzgeschichten rund um Weihnachten gewidmet. Das Ergebnis ist nicht immer der Rede wert. In diesem Jahr ist es allerdings etwas anders als sonst.

Das DC Nuclear Winter Special versetzt die Superhelden in dystopische Szenarien. Unter anderem sehen wir „Batman 666“, also Damian Wayne als Batman der Zukunft (siehe Batman #666 in Batman and Son). Er hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, unterblich zu sein und dafür für immer den Mantel seines Vaters tragen zu können. (Der Teufel scheint übrigens The Batman Who Laughs zu sein.) Dazu gehören offenbar auch Man-Bat-Flügel. In einem wüsten, verschneiten Gotham trifft Damian auf seinen Großvater, Ra’s al Ghul, und duelliert sich mit ihm.

Batman 666 gegen Ra’s al Ghul (DC Comics)

Dabei zeigt sich Damian von einer reifen Seite: Er hat nicht nur den Mantel seines Vaters, sondern auch dessen Überzeugungen geerbt. Die Geschichte ist sowohl grafisch als auch emotional ein Höhepunkt des Specials. Catwoman hingegen stiehlt in ihrer Story zur Abwechslung mal nicht für sich, sondern für Bedürftige. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit dem Superman der Zukunft aus One Million.

Ähnliche Specials gab es bereits in den 80ern (Christmas With the Superheroes) und in den 90ern (DCU Holiday Bash), ich gehe hier der Kürze halber nur auf die DC Holiday Specials der Nuller Jahre ein. Nach dem DCU Infinite Holiday Special (2006), in dem Superman Batman einen Haken verpasst hat, kam zwei Jahre später eines mit anderthalb Batman-Storys heraus.

In A Day Without Sirens initiiert die Polizei von Gotham eine Kampagne, in der sie vor Weihnachten alle Bürger der Stadt dazu aufruft, einen Tag lang keine Verbrechen zu begehen. Die Geschichte handelt davon, wie James Gordon und seine Beamten am Telefon warten und sowohl bangen als auch hoffen, dass jederzeit jemand anrufen könnte. Die Story hält sogar drei Überraschungen bereit, die ich hier nicht verraten will.

Batman als Good King Wenceslas (DC Comics)

In Good King Wenceslas übertragen Paul Dini und Dustin Nguyen (Streets of Gotham) das englische Weihnachtslied auf Batman und Robin. Zu dem Originaltext sieht man zwei Figuren durch den Schnee stapfen, deren Aussehen an das Dynamische Duo angelehnt ist. Immerhin ein grafisches Kleinod.

Das Special von 2009 enthält mit Silent Knight einen wortlosen Batman-Comic, in dem Batman einen verbrecherischen Weihnachtsmann jagt. Die Ausgabe kann man sich derzeit kostenlos bei Comixology herunterladen.

In den vergangenen beiden Jahren war die Ausbeute an Batman-Weihnachtsgeschichten in den Specials mager: Twas the Night Before Christmas erzählt, wie eine alte Frau mit ihrem Enkel kein Obdach erhält, daraufhin stirbt und Jahre später ihrem Enkel als Geist erscheint und ihn auffordert, sich an der Familie des Schuldigen zu rächen. Batman verhindert das natürlich. Aber auch wenn diese Story von Dennis O’Neil stammt, kränkelt sie an einer unüberzeugenden, weil zu weit hergeholten Prämisse. Allerdings holen die Zeichnungen von Steven Epting einiges rausholen, wie man hier sehen kann.

Batman in „Twas the Night Before Christmas“ (DC Comics)

In Solstice feiern Batman und Wonder Woman gemeinsam Wintersonnenwende, indem sie in zivil gemeinsam ein Feuer im verschneiten Wald anzünden. Warum gerade mit Batman und nicht mit Superman? Weil Superman genug Licht im Leben hat und Batman es nötiger hat, daran erinner zu werden, dass das Licht immer zurückkehrt. Bis es so weit ist, sieht man die beiden Helden parallel bei der Arbeit: Batman rettet Mutter und Tochter vor einem Straßenräuber, Wonder Woman bringt Wasser in ein Flüchtlingscamp.

Die Kurzgeschichten der Holiday Specials sind keine typischen Superhelden-Storys. Alles geht sentimentaler, aber auch ruhiger zu – eben passend zur Weihnachtszeit. Im besten Fall ist es leichte Kost für die Feiertage, im schlechtesten einfach eine Reihe von Banalitäten.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein frohes Fest!

>> Batman zu Weihnachten

Weihnachten mit dem Riddler

DC Comics

Titel: A Christmas Riddle (dt. Ein Weihnachtsrätsel)

Autor/Zeichner: Paul Dini/Ty Templeton

Erschienen: 1996 (Batman and Robin Adventures #3), dt. Dino 1997 (Batman Adventures #19)


„Eventually I realized I’m just not the club-joining-type.“ (Bruce Wayne)

Bei der traditionellen Weihnachtsfeier des Peregrinator Clubs, einem Bonzen-Verein, dem auch mal Thomas Wayne angehört hat, gibt es eine böse Überraschung: Santa Claus entpuppt sich als Riddler. Während seine zwei Helferinnen die Menge mit Maschinengewehren in Schach halten, kündigt er an, die Identitäten von Batman und Robin preiszugeben.

Dabei geht er so vor, wie selten jemand im Comic: indem er kurz nachdenkt. Was man über Batman weiß: Er ist relativ jung, ein Mann zwischen 28 und 40, und er hat viel Geld oder einen reichen Sponsor, um sich Batmobile leisten zu können. Da diese Beschreibung auf einige in dem Club zutreffen, verdächtigt der Riddler einige Unschuldige.

Doch als Batman und Robin eintreffen, erkennen sie, dass sich andere Gauner am Safe zuschaffen machen. Die ganze Show, die der Riddler auch im Fernsehen übertragen lässt, ist nichts als Ablenkung. Doch der wahre Horror beginnt, als plötzlich alle Weihnachtsbäume im Saal anfangen zu brennen.

Der Riddler vernichtet also beinahe Weihnachten, um sich selbst zu beschenken. Was hat er stattdessen zu bieten? Verkleidungen, Täuschungen, Ablenkung, ein paar flotte Sprüche. Aber leider nicht mal ein richtiges Rätsel … Schade.

>> Batman zu Weihnachten

Ra’s brennt für Batman

Titel: The Lazarus Affair

Autor/Zeichner: Marv Wolfman/Irv Novick

Erschienen: 1980-1981 (Batman #330-335)


Lucius Fox wird von einer Gang angegriffen, der sein eigener Sohn angehört. Bruce Waynes Sekretärin stiehlt Geschäftsdokumente. Ein Konkurrent namens Gregorian Falstaff unterbietet Wayne bei mehreren Aufträgen, um ihn in den Ruin zu treiben. Was geht hier vor? Spätestens als Talia al Ghul unangekündigt in der Bathöhle auftaucht und Batman um Unterschlupf bittet, dürfte die Sache klar sein, aber Batman stellt sich dumm und spielt das Spiel mit.

Robin ist davon nicht begeistert. Während Batman mit Talia nach Asien reist und sich mit einer Horde Mutanten prügelt, ermittelt Robin mit Catwoman auf eigene Faust. Die Teams treffen sich auf Infinity Island, wo es zum Showdown mit dem mysteriösen Strippenzieher kommt. Wie gesagt: Wer das ist, liegt auf der Hand. Aber Marv Wolfman zieht die Auflösung so künstlich in die Länge, dass es fast schon komisch ist.

(Noch absurder: Batman trägt auf der Reise nach China einen Rucksack voller Tischtennisbälle mit sich, die er beim Grenzübertritt in einen Anzug steckt und so auf dem Wasser einen treibenden Körper simuliert. Damit schlägt er die Chinesen sozusagen mit ihren eigenen Waffen.)

Natürlich – ACHTUNG: SPOILER!!! – steckt hinter all dem Ra’s al Ghul. Wieder mal ist das ganze Theater nur ein Versuch, Batman auf seine Seite zu ziehen, indem er alles an sich reißt, was Bruce Wayne besitzt. Eigenartigerweise scheint der Schurke mehr Zeit in Bekehrungsversuche zu stecken als in sein eigentliches Projekt: die Welt von der Menschheit zu befreien. Batman muss sich entscheiden, ob seine Freunde getötet werden sollen oder er zu Ra’s Verbündeten wird. Er tut so, als würde er überlaufen. Robin und Catwoman werden daraufhin zum Steineklopfen ins Bergwerk geschickt.

Das Prinzip ist das altbekannte: Talia führt Batman in die Falle, dann betrügt sie ihren Vater. Das Neue: Wir erfahren, dass Talia selbst nicht mehr so jung ist, wie es scheint, dass sie schnell nachaltert und immer wieder durch Handauflegen von ihrem Vater verjüngt wird. Im Gefecht wird sie getötet und in der Lazarusgrube wiederauferweckt. Ra’s al Ghul landet schließlich selbst darin, springt brennend wieder heraus und als er noch einmal darin landet, explodiert die ganze (vulkanische) Insel und versinkt im Meer.

Das Pikante an der Story: Selina Kyle hat kürzlich erst mit Bruce Wayne Schluss gemacht. Dass er jetzt wieder von Talia becirct wird, gefällt ihr natürlich nicht so sehr. Aber Bruce bleibt eisern: Nach den gescheiterten Romanzen der letzten Zeit ist er für Talia nicht bereit. Schließlich behält Robin recht: Talia ist nicht zu trauen und Bruce muss verrückt sein, sich immer wieder auf sie einzulassen. Aber er kann einfach nicht anders.

(Hinweis: Offiziell erstreckt sich The Lazarus Affair nur über vier Ausgaben (Batman #332-335), die Handlung beginnt allerdings schon in Ausgabe #330.)

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics

Ra’s und Batman retten die Welt

DC Comics

Titel: Batman & Ra’s al Ghul: The Crystal Armageddon

Autor/Zeichner: Dennis O’Neil/Jim Aparo

Erschienen: 1980 (The Brave and the Bold #159)


Ein Wissenschaftler hat ein Mittel entwickelt, das alles in Kristall verwandelt. Nicht nur, dass es Menschen sofort tötet: Wenn es ins Meer geraten sollte, kann es alles Leben auf dem Planeten auslöschen. Die League of Assassins hat den Forscher entführt und erpresst ihn. Das gefällt nicht nur Batman nicht, sondern auch Ra’s al Ghul will das verhindern. Die beiden Erzfeinde verbünden sich also mal wieder, um die Welt zu retten.

Leider ist diese Story schneller vorbei als sie beginnt. Highlights: Ra’s stirbt, wird durch die Lazarusgrube wiederauferweckt und springt Batman an den Hals. Batman macht einen Sprung aus einem Flugzeug mit einem Batgleiter. Das schreibe ich allerdings nur, um der Story wenigstens etwas Gutes abzugewinnen. Der Rest ist öder Dialog und Prügelei. Das Problem löst sich fast von selbst. Eine Story, die man sich auch deshalb sparen kann, weil sie der Beziehung zwischen Ra’s, Batman und Talia nichts hinzufügt.

>> Liste der Ra’s al Ghul-Comics