Superman

Neue Comics und Filme: Die Batman-Vorschau auf 2022

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Batman: Beyond the White Knight (DC Comics)

Die Breaking News vorab: Sean Murphys White-Knight-Saga geht weiter – mit Beyond the White Knight. Der dritte Teil spielt zehn Jahre nach Curse of the White Knight. (ACHTUNG: SPOILER für Teil 2 voraus!) Bruce Wayne sitzt im Knast, Derek Powers, CEO von Gotham Motors, hat das Wayne-Vermögen an sich gerissen und lässt Terry McGinnis den Beyond-Anzug für Powers stehlen. Bruce bricht aus dem Knast aus, um ihn aufzuhalten und den Anzug zu zerstören – dabei hilft ihm Jason Todd, der totgeglaubte erste Robin.

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Beyond the White Knight (DC Comics)

Beyond the White Knight bedient sich also bei der TV-Serie Batman Beyond (dt. Batman of the Future). Die erste Ausgabe des Achtteilers soll laut DC am 29. März 2022 herauskommen. Die ersten beiden Teile der Saga, die in einem eigenen Universum spielen, gehören zu den besten Batman-Comics der vergangenen Jahre, auch der Spin-off White Knight Presents Harley Quinn konnte überzeugen. Daher darf man sich auf diese Fortsetzung freuen.

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Batman: Killing Time (DC Comics)

Am 1. März beginnt auch der Sechsteiler Batman: Killing Time von Tom King, David Marquez und Alejandro Sánchez. Die Story: Catwoman, Pinguin und Riddler planen den größten Raub in der Geschichte Gothams. Warum gerade die drei? Wahrscheinlich weil das auch die Schurken des neuen Batman-Films sind (siehe unten). Mit dabei ist auch Killer Croc. King schrieb die ersten (höchst umstrittenen) 85 Ausgaben der Batman-Serie seit 2016, die in City of Bane endete. Derzeit erscheint noch sein Zwölfteiler Batman/Catwoman.

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Slap Battle: Batman/Superman: World’s Finest #1 (DC Comics)

Ebenfalls im März treffen wieder Batman und Superman aufeinander. Das allein ist noch keine Meldung wert, denn bisher gab es immer wieder eine Serie mit den beiden, zuletzt Batman/Superman. Doch im Jahr 2022 (70 Jahre nach ihrem ersten Treffen in Superman #76, 1952) gibt DC seine Traditionsmarke World’s Finest wieder Batman und Superman zurück. Altmeister Mark Waid (Kingdom Come) und Zeichner Dan Mora werden die neuen Abenteuer hoffentlich ihrem Titel gerecht werden lassen, denn erstklassig waren die Comics schon lange nicht mehr.

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World’s Finest 2022 und 1997 (DC Comics)

Am 15. März geht es los. Der Auftakt findet aber bereits im Januar in Detective Comics #1050 statt, einer extradicken Pseudo-Jubiläumsausgabe. Das erste Cover zitiert die Comic-Adaption des Animationsfilms von 1997 (bzw. die Superman TAS-Episoden), die mit dem Eisner-Award ausgezeichnet wurde. Die ersten Variants von Chip Zdarsky zeigen die beiden ungleichen Helden beim Slap Battle, in Anlehnung an das Meme aus World’s Finest #153.

„Batman: The Knight“ und „Shadow War“

Im Januar startet ebenfalls Zdarskys Miniserie The Knight über Bruces Anfangsjahre vor Batman. Im März beginnt Joshua Williamson sein erstes Batman-Event mit Deathstroke: „Shadow War“.

Außerdem erscheinen die Sammelausgaben von Neal Adams‘ Batman vs. Ra’s al Ghul, sowie Batman: The Imposter, One Dark Knight, Batman: The Detective und Fear State, der letzten Batman-Storyline von James Tynion IV, der danach DC verlassen hat. Im Sommer kommt der erste Sammelband zu Batman ’89 heraus, einer Fortsetzung der Tim-Burton-Filme mit Michael Keaton.

Filme: The Batman und Catwoman

Apropos Film: Das Highlight des Jahres 2022 wird hoffentlich der neue Kinofilm The Batman sein. Am 4. März soll er endlich erscheinen. Regie führt Matt Reeves, die Hauptrolle spielt Robert Pattinson. Dazu wird es eine TV-Serie auf HBO Max geben. Außerdem kommen die Filme Black Adam, The Flash und Aquaman and the Lost Kingdom in die Kinos. In The Flash werden Michael Keaton und Ben Affleck erneut als Batmen zu sehen sein (Kinostart: 4. November).

Im Animationsbereich kommt Catwoman: Hunted im Februar heraus, Battle of the Super Sons folgt im Herbst. Super Sons sind die Söhne von Superman und Batman, das Konzept gibt es schon seit World’s Finest #215 (1973). Heute sind es Robin (Damian Wayne) und Superboy (Jonathan Kent).

Was das Batman-Projekt angeht: Nachdem ich die meisten Hauptschurken ausführlich behandelt habe, fehlen nur noch Mad Hatter, Killer Croc und vor allem: Poison Ivy. Ihre ersten beiden Auftritte kann man bereits nachlesen, nächstes Jahr werde ich mich ihrer weiteren Geschichte und ihren Ursprüngen widmen. Doch zunächst schaue ich mir den verrückten Hutmacher näher an.

Und ansonsten: Lasst euch einfach überraschen.


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Wonder Woman gegen Superman – und die Atombombe

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DC Comics

Titel: Superman vs. Wonder Woman

Autor/Zeichner: Gerry Conway/José Luis García López

Erschienen: 1978 (All-New Collectors‘ Edition #C-54), Reprint 2020; dt. Panini 2021


„I don’t believe it! Wonder Woman hit me! She actually hit me! Even if she is a woman — no one treats me that way–And I mean no one!“ (Superman)

Das Jahr 1942. Superman kämpft an der Front gegen Japan mit. Er wirft mit feindlichen Flugzeugen um sich, aber keine Sorge: Die fliegen automatisch, daher muss der Strahlemann niemanden töten. Superman versenkt ein japanisches U-Boot und erfährt vom Kapitän, dass ein japanischer Agent nach Mexiko gereist ist, um mit einem Nazi etwas zu verhindern, das sich „Manhattan Project“ nennt. Superman weiß noch nicht, dass es sich dabei um den Bau der Atombombe handelt.

Das findet Wonder Woman heraus, die in Washington D.C. Nazis jagt. Die sind leicht zu erkennen an ihren Glatzen und den riesigen Hakenkreuzen auf Brust und Rücken (die fehlen in der deutschen Fassung). Nachdem sie zufällig Albert Einstein rettet und ihr eigenes Land ausspioniert, wird ihr klar, was sich hinter Project Manhattan verbirgt – und ist entsetzt. Weil sie befürchtet, die Bombe könnte die nächste Büchse der Pandora sein, will sie verhindern, dass sie eingesetzt wird.

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Superman vs. Wonder Woman (DC Comics)

Also fängt Wonder Woman an, in Chicago mit einer Straßenlaterne zu randalieren, um einen Kernreaktor zu zerstören. Das erregt Supermans Aufmerksamkeit und die beiden prügeln sich die Seelen aus dem Leib. Wonder Woman versucht zwar, ihm ihren Grund zu erklären, aber Superman beharrt auf seinem Patriotismus: „I’ve lived in America, and I trust my adopted country.“ Als ob Vertrauen in die Heimat Massenmord und Massenvernichtung rechtfertigen würde – Superman ist hier nicht gerade ein Superbrain.

Da man mit Argumenten nicht weiterkommt, kloppt man sich weiter dort, wo niemand verletzt werden kann, nämlich auf dem Mond. Doch auch als die beiden dort Ruinen einer vergangenen Zivilisation entdecken und Wonder Woman herausfindet, dass die sich mit Atomwaffen ausgelöscht hat, ist das Superman herzlich egal.

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Wonder Woman teilt gegen Superman aus. (DC Comics)

In der Zwischenzeit verbündet sich Baron Blitzkrieg mit Sumo, dem Samurai, um die Atombombe zu stehlen. Klingt bescheuert, ist aber so. (Das kann nur getoppt werden von „Captain Nazi“ – den gibt’s bereits seit 1941 …) Der Baron trägt ein knallgelbes Kostüm mit eiserner Maske (wie Doctor Doom) und sechs Hakenkreuzen, damit es keine Missverständnisse ob seiner Geisteshaltung gibt (auch hier nur im Original zu sehen). Erst ein SOS-Ruf per Blinklicht von der Erde kann die beiden Helden zurückholen, um gegen die wahren Feinde zu kämpfen.

Dieser Battle Royale folgt also dem klassischen Muster, das die Menschheit bereits seit dem Gilgamesch-Epos kennt und das besonders beliebt in Superheldencomics ist: Zuerst misst man miteinander die Kräfte, um einzusehen, dass der Feind ein anderer und man zusammen am stärksten ist. Das ist etwas blöd, aber es erfüllt seinen Zweck. Was an dem Kampf auffällt: Wonder Woman schlägt als erste zu – und sie teilt auch am meisten aus. Tatsächlich sieht man Superman nur einmal zuschlagen und er hadert mit sich, einer Frau Gewalt anzutun. Klar, Frauen zu schlagen steht niemandem gut, erst recht nicht einem Superman.

ACHTUNG SPOILER: Die beiden kloppen sich also gegen die Schurken und die Bombe geht trotzdem hoch.

Am Ende verspricht Präsident Roosevelt, er werde die Bombe niemals einsetzen, solange er Präsident sei. Geschickt, denn das übernimmt dann sein Nachfolger Harry S. Truman mit dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945, bei dem insgesamt über 100.000 Menschen sofort sterben und noch einmal etwa  130.000 an den Folgeschäden bis Ende des Jahres.

Wonder Woman erweist sich im Epilog als hellsichtig. Sie weiß, dass früher oder später jemand die Büchse der Pandora öffnen wird. „And once the demons escape, they can never be recaptured … not if we try and try … till the end of time.“ Sehr weise. Nur leider schweigt Superman dazu – und wirkt dadurch nicht klüger als zuvor.

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Clayface und Luthor, Gesetzeshüter

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DC Comics

Titel: Superman and Batman… Outlaws

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Curt Swan

Erschienen: 1965 (World’s Finest #148), Hardcover 2019 (Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 2)


Eigentlich ist das keine richtige Clayface-Story, aber ich will sie euch trotzdem nicht vorenthalten, denn sie geht einer interessanten Frage nach: Was wäre, wenn Batman und Superman Schurken wären?

Unsere World’s Finest probieren eine neue Maschine aus, von der niemand weiß, was sie tut. Dass Superman sich nicht fürchtet, überrascht nicht, aber bei Batman mutet das Experiment etwas lebensmüde an. Beide überleben zwar, finden sich aber in einer feindlichen Parallelwelt wieder, in der sie als Verbrecher gejagt werden. Nicht nur die Polizei ballert gleich los, auch Lex Luthor und Clayface tauchen sofort auf, um die beiden mit Kryptonithandschellen festzunehmen. Clayface wird zum Geparden.

Bloß weg hier! Und tatsächlich: Clayface und Luthor sind die Helden dieser Welt, während Superman und Batman als größte Gauner gelten. Natürlich hat das mit dem schlechten Einfluss zu tun: Jonathan und Martha Kent waren als eine Art Bonnie-und-Clyde-Duo unterwegs, als sie Klein-Kal-El fanden, später plünderte er Banken für sie. Thomas Wayne war ein bekannter Einbrecher, ein „cat-burglar“, der ohne erfindlichen Grund seinen Sohn zu einem Batman gemacht hat.

Als die World’s Finest auf die World’s Worst stoßen, komm es zum unvermeidlichen Duell. Die Guten ziehen den Kürzeren. Daraufhin wollen die Bösen die Maschine klauen, um in die andere Dimension zu reisen und dort Reibach zu machen. Als die Guten das verhindern wollen, werden sie selbst gefangen genommen und vor Gericht gestellt. Natürlich glaubt ihnen niemand ihre Geschichte.

Resozialisierung durch Gehirnwäsche

Während des Prozesses klauen die Bösen die Maschine, werden dabei gefilmt und dank Luthors Aussage kommen unsere Helden frei. Auf zur Bathöhle! Da ist aber niemand. Dann auf zur Festung der Einsamkeit! Clayface wird zur Rakete, bricht die Tür auf, Batman legt dem bösen Superman die Handschellen an, Superman hindert den bösen Batman, nach einer Waffe zu greifen und damit sind die Verbrecher endlich gefasst.

Zum Schluss kommt Batman eine Idee: Wie wär’s, wenn Luthor die beiden Schurken einer Gehirnwäsche unterzieht, damit sie zu anständigen Bürgern werden? Na klar: Gesagt, getan. Auch beim bösen Robin. Niemand äußert moralische oder juristische Bedenken, denn am Ende sind alle glücklich und zufrieden und winken der Menge zu. Vielleicht könnte man dasselbe mal bei Luthor und Clayface auf unserer Erde durchziehen, findet Batman. – Erschütternd.

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Clayface trifft Brainiac

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DC Comics

Titel: The 1,000 Tricks of Clayface and Brainiac

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Curt Swan

Erschienen: 1964 (World’s Finest #144), Hardcover 2019 (Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 2)


Brainiac will sich endlich an Superman rächen und stiftet Chaos, indem er Gefängnisinsassen befreit. Zufällig ist auch Matt Hagen darunter, der keine Zeit verliert, sich wieder in Clayface zu verwandeln. Diesmal hat er allerdings keine Reichtümer im Sinn, sondern einfach nur Rache an Batman und Robin.

Doch weil Jimmy Olsen sich bei einem Angriff von Brainiac auf Superman eine Dosis Kryptonitstrahlen zugezogen hat und daher gefährlich wird für den Helden, tauschen Superman und Batman ihre Sidekicks: Robin hilft Superman, Strahlemann Jimmy fährt im Batmobil mit. Während Robin versucht, einen Riesen-Robo-Käfer mit Kryptonit von Superman fernzuhalten und dabei fast draufgeht, fällt Jimmy auf einen falschen Batman herein, der zu ihm ins Batmobil steigt. Beinahe hätte Jimmy Clayface in die Bathöhle kutschiert. Doch kaum aufgeflogen, fliegt Clayface schon als Fledermaus davon (wie schon in Detective Comics #304).

Sidekicks tauschen Rollen

Dann lockt der Mann aus Lehm Batman und Jimmy zu einer Baustelle, verwandelt sich in ein stacheliges Monster und entführt Jimmy. Superman und Robin spüren Brainiacs Versteck im Wald auf. Aus irgendeinem Grund treffen dann Brainiac und Clayface aufeinander. Sie wollen sich verbünden, um ihre Gegner zu besiegen.

Ihr grandiosr Plan: Felsbrocken auf Jimmy Olsen werfen. (Dafür bräuchte es wirklich kein Genie wie Brainiac.) Superman muss ihn retten und sich der tödlichen Kryptonitstrahlung aussetzen. Aber ein Held muss tun, was ein Held tun muss. Superman stirbt ein Panel lang den Heldentod – doch nur scheinbar, denn Jimmy war bloß ein verkleideter Robin, der kurz zuvor schnell die Rollen mit ihm getauscht hat. Wie gut, dass in Robins Allzweckgürtel immer eine passende Perücke steckt.

Brainiac ist besiegt und damit Batman und Jimmy im Robin-Kostüm auch was tun dürfen, jagen sie auf Whirlybats Clayface hinterher, der sich (wieder) als Flugsaurier davonzumachen versucht. Und weil ihm unterwegs (wieder) die Kräfte ausgehen, dürfen die Helden ihm das Leben retten, bevor er in den Tod stürzt. Damit dürften die Rachepläne endgültig erledigt sein – jedenfalls bis zum nächsten Mal.

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Clayface wird Superman

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DC Comics

Titel: The Clayface Superman

Autor/Zeichner: Dave Wood/Jim Mooney

Erschienen: 1964 (World’s Finest #140), Hardcover 2019 (Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 2)


Es beginnt – mal wieder – mit einem Knastausbruch. Matt Hagen hat eine Flasche mit seinem Zaubermittel (verwandelt als Maulwurf) im Hof des Gefängnisses vergraben, nun gräbt er es wieder aus, trinkt und macht sich als Geier auf und davon. Dann braut er sich erst mal neues Zeug zusammen, das aber nur fünf Stunden wirkt. Genug, um verwandelt als Hund, sich eine wertvolle Briefmarkensammlung zu schnappen.

Batman und Robin jagen auf Whirlybats hinterher, versuchen ihn wieder mit einem Lasso einzufangen, doch er kommt als Delfin davon. Das Dynamische Duo scheint nicht dazu zu lernen. Aber es zählt ja zum Glück, was unterm Strich raus kommt. Und es mag woh an dieser Erfolgsquote liegen (100 Prozent), dass sie von der Stadt mit einem eigenen Batman Day geehrt werden. Doch dann klaut Clayface die goldene Batman-Trophäe.

Zum Glück ist Superman da! Doch als Clayface den Stählernen heranfliegen sieht, kommt ihm die beste Idee überhaupt: Er nimmt die Form von Superman an. Und siehe da: Mit der Form kommen auch sämtliche Superkräfte hinzu! Nachdem ein Duell im Untentschieden endet, raubt Clayface-Superman Banken, Geldtransporter, Museen, Juweliere aus und da er vor lauter Gier vergessen hat, eine Tasche einzupacken, die groß genug ist, wirft er das Raubgut auf die Straße und rollt es im Asphalt ein. Doch mit dem riesigen Swag-Wrap kommt er nicht weit.

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Clayface-Superman rollt seinen Swag-Wrap. (DC Comics)

Denn mit den Superman-Kräften kommen auch die Schwächen: Clayface knickt ein vor Kryptonit. Superman bringt beim zweiten Mal ein Stück rotes Kryptonit mit, das Clayface durchdrehen lässt. Zuerst will er ein Passagierschiff versenken, dann zerreißt er Elektroleitungen und schließlich entdeckt er Batmans Geheimidentität und schreibt sie in die Luft – die größte anzunehmende Katastrophe in einem Batman-Comic früher Jahre.

Doch bevor das Geheimnis publik wird, lassen auch schon die Kräfte nach. Fünf Stunden sind rum. Und zum Glück kann sich Hagen später an nichts mehr erinnern. Glück gehabt.

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Neue Serie: „Dark Knights of Steel“

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DC Comics

Tom Taylor hat in Injustice die Superhelden von DC gegeneinander aufgehetzt, dann das Gleiche noch einmal mit Zombies in DCeased. Nun hat er eine Fantasy-Story geschrieben mit Superhelden geschrieben: Dark Knights of Steel versetzt Batman, Superman, Wonder Woman zusammen mit Harley Quinn, Black Lightning und anderen in ein mittelalterliches Szenario samt Schwertern, Ritterrüstungen und Pferden. Jeder der Helden soll einen neuen Origin bekommen. Die Serie ist auf zwölf Hefte angelegt.

Für die Zeichnungen ist Yasmine Putri veantwortlich, die schon einige Cover für Batman-Titel gestaltet hat. Eine Vorschau gibt es bei Entertainment Weekly, allerdings ohne weitere Informationen, was Erscheinungsdatum oder Preis angeht.

UPDATE: Die erste Ausgabe erscheint am 2. November 2021, wird 32 Seiten umfassen und 3,99 US-Dollar kosten.

Ganz neu ist das Konzept nicht. In etlichen Elseworlds-Comics wurde bereits Batman mit Fantasy kombiniert, wie etwa in Dark Joker: The Wild (1993), Dark Knight Dynasty (1997) und Dark Knight of the Round Table (1998).

Derzeit erscheint von Tom Taylor die Miniserie Batman: The Detective (früher The Dark Knight genannt), die er mit Andy Kubert macht. Der Sammelband erscheint im nächsten Jahr.

Bruce Wayne allein gegen Big Brother

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DC Comics

Titel: Future State: Batman – Dark Detective

Autorin/Zeichner: Mariko Tamaki/Dan Mora u.a.

Erschienen: 2021 (Dark Detective #1-4; Future State: Catwoman #1-2; Future State: Harley Quinn #1-2; Future State: Robin Eternal #1-2; Future State: Batman/Superman #1-2), Paperback 2021


„Batman is dead. Long live Batman.“

Gotham ist eine totalitäre Überwachungsdiktatur geworden. Superhelden sind verboten und zusammen mit den Schurken weggesperrt. Wer noch frei ist, wird verfolgt. Bruce Wayne ist tot, aber ein neuer Batman hat seine Nachfolge angetreten (siehe The Next Batman). Aber natürlich scheint es nur so, denn Bruce lebt – und will den Magistrate und die Peacekeepers ausschalten, die die Stadt beherrschen. Bruce fehlen zwar die üblichen Ressourcen wie Technik, Geld und Verbündete, aber der wahre Batman kann improvisieren.

Er bastelt sich ein Kostüm zusammen, ganz Oldschool mit lila Handschuhen (siehe auch Zero Year), dazu Ledermantel und selbstgemalter gelber Fledermaus auf der Brust. Und dann zieht er los gegen Drohnen, bevor die totale Überwachung in Gotham einsetzt. Dabei nutzt er das Vertrauen eines Verschwörungstheoretikers aus.

Mariko Tamaki erzählt in Future State: Dark Detective ihre erste größere Batman-Story (nach Detective Comics #1027 und bevor sie Detective Comics übernimmt) und sie macht das sehr souverän. Es beginnt bereits mit einer schönen Metapher wie „Gotham is a funeral no one’s attending“ und setzt Bruces inneren Monolog in bester Hardboiled-Manier fort, wie es Frank Miller bereits zur Meisterschaft trieb.

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Bruce trifft Jace: Zwei Batmen in Future State (DC Comics).

Wir sehen, wie Batman von Peacekeeper-01 angeschossen wird und mit dem Leben davonkommt, dann wie er als neuer Batman gegen Roboter kämpft und dabei auch auf den neuen Batman trifft. Hier könnte es eine spektakuläre Kampfszene geben. Aber Tamaki umgeht das übliche Muster, indem sie die beiden bloß einander fragen lässt: „Who the hell are you?“ Das hat eine gewisse Situationskomik, ohne ins Lächerliche zu kippen. Nach ein paar guten Ratschlägen geht man getrennter Wege. Sehr schön.

Dan Mora bringt mit seinen Zeichnungen die Figuren zum Leben in einem Stil, der an Greg Capullo erinnert, dazu leuchtet die düstere Zukunft in bunten Farben. Und wenn dann auch noch eine spektakuläre Doppelseite mit splitterförmigen Panels eine Kampfszene illustriert, wertet das auch eine sonst simple Story um einiges auf.

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Gesplitterte Panels: Dark Detective #4 (DC Comics)

Außerdem sieht man wie Batman und Superman am Anfang der Krise in Gotham gegen Menschen mit Tierköpfen und anderen fiesen Mutationen kämpfen. Andere Geschichten in dem Sammelband widmen sich Catwoman, Harley Quinn und Robin. Die habe ich mir gespart, da Lebenszeit begrenzt und kostbar ist.

>> Batman 2020-2029

Abrechnung mit dem DC Extended Universe

Nein, ich bin wahrlich kein Fan des „DC Extended Universe“ (DCEU), wie das derzeitige Filmuniversum von Superman, Batman und Wonder Woman genannt wird. Es hatte einen mehr als holprigen Start mit Man of Steel, wurde dann furchtbar mit Batman v Superman und Suicide Squad, bevor es sich dann mit Wonder Woman und Shazam berappelte, aber dann wieder abstürzte (Aquaman, Wonder Woman 1984) und immer noch wenige echte Highlights zu bieten hat.

Die Screen Junkies haben in einem Honest Trailer (dem 400.) zusammengefasst, was alles schief gelaufen ist, vor und hinter den Kulissen, und analysieren auf amüsante Art die wiederkehrenden Muster dieser Filme. Einen Anteil an der Unausgereiftheit der Filme dürften die chaotischen Produktionsbedingungen haben, wie man sie bei Zack Snyder’s Justice League erlebt hat. Doch da bleiben immer noch die deprimierenen Storys, unsympathischen Helden, nervigen Schurken und fragwürdigen Wortbeiträge. Und es scheint immer noch keinen vernünftigen Plan zu geben, wie man dieses Kinofranchise auf einen ordentlichen Kurs bringt wie bei Marvel. Mit eigenständigen Filmen wie Joker und dem kommenden The Batman hat man sich vom Snyderverse verabschiedet.

Bedenklich ist das Trollverhalten sogenannter Fans, die Soziale Medien für ihre aggressiven Snyder-Kampagnen missbrauchen. Dass sie mit Justice League Erfolg hatten, ist leider auch ein falsches Signal, das zeigt, dass man alles kriegt, wenn man nur laut genug schreit. Wenn es nur halb so viel Engagement für die wahren Probleme auf der Welt gäbe, bräuchte es keine Superhelden mehr …

>> Liste der Batman-Filme

Batman/Superman: Zu zweit gegen alle

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DC Comics

Titel: Batman/Superman Vol. 2: World’s Deadliest

Autor/Zeichner: Joshua Williamson/Nick Derington u.a.

Erschienen: 2020 (Batman/Superman #7-15, Annual #1), Hardcover 2021


„Hm. Not what I was expecting.“ (Batman)

Die Flaschenstadt Kandor ist zerstört, die Einwohner sind tot. Zod will sie mit einer Lazarusgrube wiederauferstehen lassen. Ra’s al Ghul will das verhindern, denn die Welt hat schon genug größenwahnsinnige Supermenschen. Also bastelt er sich ein Schwert aus Kryptonit und zieht mit Batman und Superman los. Doch da ist es schon zu spät: Ein Schwarm winziger Kryptonier greift an …

Was vielversprechend anfängt, ist leider nach zwei Ausgaben beendet. Das ist doppelt schade, weil diese Geschichte von dem genialen Nick Derington (Batman Universe) gezeichnet wird. Aber Autor Joshua Williamson erzählt uns dafür lieber drei Hefte lang vom Atomic Skull und dem Ultra Humanite, einem Riesenaffen mit freiliegendem Gehirn, der ebenfalls Tote wiederauferstehen lässt, um … Hab ich schon vergessen. Scheint nicht so wichtig gewesen zu sein.  Jedenfalls wird Batman dann selbst kurz zum Strahlenmann …

Brainiac als Composite-Superman

In der dritten Geschichte, ebenfalls ganze drei Kapitel lang, werden Batwoman und Steel  auf die dunkle Seite des Mondes gerufen, wo Batman mit Superman gegen Brainiacs Killerroboter kämpft. Das heißt: Nicht wirklich Brainiac, sondern nur ein Computervirus von ihm, das sich mit dem Batcomputer gepaart hat und nun als Schurke ganz groß rauskommen will – als neuer Composite-Superman!

Also prügeln sich unsere vier Helden durch lauter Robos, die aussehen wie ihre größten Schurken, aber eben nur so aussehen. So kann man nach Belieben alle bekannten Gegner auftreten lassen, um sie zu zerstören, aber ohne dass irgendetwas davon Konsequenzen hätte. Diese Verschrottungsaktion kränkelt aber am Sinn: Warum das Ganze? Weil das Computervirus gerne wüsste, wie es ist, ein Schurke zu sein. Fragt sich nur, warum das uns Leser interessieren sollte. (Die klischeehaften bis dämlichen Dialoge machen es nicht besser.)

Somon Grundy im Schnee

Nach dem Sinn darf man auch nicht fragen, wenn die World’s Finest Solomon Grundy aus Arkham in seinen Heimatsumpf transportieren, um ihn vor der Explosion zu bewahren. Zuerst heißt es: Ganz vorsichtig, dann, als ein Haufen Schurken sie angreift, schmeißt ihn Batman einfach aus dem Flugzeug. Dass das irre ist, fällt dann auch Superman selbst auf. Aber eigentlich geht es in dieser Wintergeschichte nur darum, dass Bruce Wayne erschöpft ist von all der Action und außerdem nie eine Schneeballschlacht hatte … So sad.

Im Batman/Superman Annual #1 lassen dann Mr. Mxyzptlk und Bat-Mite ihre Lieblingshelden gegeneinander antreten – laut Cover jedenfalls, denn die Story habe ich mir gespart. Sagt mir Bescheid, falls ich etwas verpasst haben sollte …

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Death Metal: Alle sind Batman

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Dark Knights: Death Metal #1, 4, 7 (DC Comics)

Titel: Dark Nights: Death Metal

Autor/Zeichner: Scott Snyder/Greg Capullo

Erschienen: 2020-2021 (Miniserie #1-7), Hardcover 2021


„It all matters.“

Eigentlich wollte ich keine DC-Events mehr lesen. Das sage ich mir jedes Mal, ignoriere sie und dann kaufe ich mir doch wieder eins. Das letzte war Dark Knights: Metal. Ich war überfordert, frustriert und ich dachte mir: Nein, ich bleibe bei Batman. Das Multiversum kann mich mal. Aber als ich dann die Fortsetzung, Dark Nights: Death Metal, sah, als Hardcover in der Deluxe Edition, kaufte ich es dann doch. Weil das Cover so schön glänzte. Aber auch weil ich eine Schwäche für Greg Capullos Kunst habe. Und weil ich fürchtete, ich könnte was Tolles verpassen.

Und dann bestätigte sich gleich zu Beginn meine schlimmste Befürchtung: Wieder war ich überfordert. Was zur Hölle ist hier los? Eins ist klar: Die Hölle ist los! The Batman Who Laughs hat die Welt besiegt und unterjocht, alles dient seiner Schreckensherrschaft. Die Schurken sind weggesperrt, über sie wachen die vertrauten Helden als Zerrbilder ihrer selbst. Alle tragen Fantasy-Kostüme im Gothic- oder Heavy-/Death-Metal-Stil. Wonder Woman schwingt eine wundersame Kettensäge, Batman läuft als Untoter im Ledermantel rum, Superman trägt wieder lange Haare und wird gefangen gehalten von einer Mischung aus Batman und Darkseid, weil hier alle Schurken irgendwie eine Form von Batman sind.

Der dunkelste aller Ritter

Warum? Ja, wenn ich das wüsste … Das liegt wohl an dem Phänomen des Dunklen Multiversums, dass Batmans schlimmste Befürchtungen wahr werden lässt. Aber wenn ich alles erklären müsste, dann würde das den Rahmen des Artikels sprengen. Es reicht jedenfalls nicht, nur alle Krisen davor, Dark Knights: Metal und alle anderen Batman-Who-Laughs-Titel gelesen zu haben, die in den vergangenen Jahren herausgekommen sind, auch Doomsday Clock, die Serie Justice League und das Event Year of the Villain müssen präsent sein, denn sonst ist man auf die vielen Erklärungen angewiesen – und die könnten zu kurz kommen.

Um’s kurz zu machen: Es geht um Energie. Positive und Crisis-Energie. Und es geht um Perpetua, die Schöpferin des Multiversums, Mutter von Monitor und Anti-Monitor. Nachdem Wonder Woman den Batman, der lacht, tötet, wird dieser dank Dr. Manhattans Körper zum Darkest Knight und noch viel mächtiger. Er will Perpetua töten, weil sie das Multiversum zerstören will. Und eigentlich ist es noch viel komplizierter, aber dieser Artikel ist jetzt schon viel zu lang und eigentlich ist es auch gar nicht so wichtig, denn wer will es schon so genau wissen?

Wonder Woman wird zur Hauptheldin

Dann passiert eine Menge gleichzeitig: Drei Flashes rennen vor dem Darkest Knight davon, Lobo sammelt Alfred-Boxen, Lex Luthor taucht auf, um der Handlung eine neue Richtung zu geben und schließlich steht nicht irgendeine Energie im Mittelpunkt, sondern die Wahrheit selbst – und das ist Wonder Womans Domäne, sodass Diana zur Hauptheldin der Story wird. Sie legt sich mit Superboy Prime an und kämpft (in vergoldeter Form) das letzte Duell gegen den Oberfiesling, während die anderen, Helden und Schurken vereint, sich in die obligatorische Megamassenschlacht stürzen.

Am Ende ist wieder alles eine einzige Prügelei. Durch Zeit und Raum und Weltraum und Parallelwelten und Multiversen, aber eben nur eine große Prügelei. Was dieser Geschichte im Gegensatz zum Vorgänger fehlt, sind ein paar interessante Szenen, die im Gedächtnis bleiben. Hier tauchen bloß immer nur neue Gestalten und Schurken in Batmangestalt auf, aber es kommt kein Mehrwert bei rum. Scott Snyders heillos überfrachtete Story hebt das Multiversum bloß in immer weitere Höhen, bis ein Omniversum entsteht, ein Infinite Frontier und am Ende (mal wieder) alles neu geordnet wird und eine „Elseworld“ neue Geschichten verspricht … Man sehnt sich nach Post-Crisis-Zeiten zurück.

Die Welt ist im Wandel

Was haften bleibt, ist höchstens dieser lebensanschauliche Gedanke: Alles ist im Wandel. Die beste aller möglichen Welten ist keine perfekte Wunschwelt, sondern eine, in der wir lernen, mit den Widrigkeiten des Lebens umzugehen. Kommt uns das bekannt vor? Ja, es erinnert an Herr der Ringe, und auch an Infinite Crisis … Aber immerhin ein kluger Gedanke.

Und so beschließe ich nach dieser anstregenden und wenig entlohnenden Lektüre ein für alle mal, diese verfluchten Krisenevents sein zu lassen, mich nie wieder von irgendeinem Metall oder metallisch glänzendem Cover zum Kauf, ja nicht einmal zum Lesen verführen zu lassen. Denn Lebenszeit, liebe Leute, ist etwas, das man niemals wiederkriegt. Deshalb: Seid gewarnt!

Hinweis: Zu Death Metal erscheinen drei Begleitbände: The Darkest Knight, The Multiverse Who Laughs und War of the Multiverses.

>> Liste der DC-Events