Poison Ivy treibt ihr Unwesen in Metropolis, mit Superman tauchen auch Batman und Robin auf, um sie aufzuhalten. Doch dann kommt auch noch Metallo dazu und rammt Superman eine Spritze mit rotem Kryptonit ins Herz, wodurch sich dieser in Stahl verwandelt und wild halluziniert. Da erscheint aus dem Nichts die Doom Patrol, um ihn zu retten. Später erklären sie, was eigentlich los ist: Der Teufel Nezha, ein uralter Zauberer aus China, ist zurückgekehrt, um die Welt zu unterjochen.
In der neuen Serie erzählen uns Tom King und Mitch Gerads erneut vom allerersten Aufeinandertreffen zwischen Batman und Joker (bitte nicht). Zeichner Dan Mora (Batman/Superman: World’s Finest, Detective Comics) schreibt eine neue Serie von Kurzgeschichten im Batman Black & White–Stil (wieder mit Joker-Bezug), von Ed Brisson (Batman Incorporated) und Jeff Spokes kommt eine StormWatch-Geschichte, und dann gibt es noch etwas über Superman von Christopher Cantwell und Javier Rodríguez (Daredevil).
Die erste Ausgabe soll 64 Seiten umfassen. Ein ähnliches Konzept verfolgt bereits Batman: Urban Legends, die jüngst mit Ausgabe 23 eingestellt wurde. Jetzt macht man im Prinzip ähnlich weiter, nur unter neuer bzw. alter Flagge.
Apropos Joker: DC hat auch den nächsten Spin-off der White-Knight-Saga angekündigt, einen Sechsteiler Batman: White Knight Presents: Generation Joker. Sean Murphy schreibt die Story mit Katana Collins und Clay McCormack, Zeichner ist Mirka Andolfo. Die Handlung spielt nach Beyond the White Knight (der US-Sammelband erscheint voraussichtlich im Juni). Worum es geht, verrate ich lieber nicht, um nichts zu spoilern, was zuletzt geschah.
Danach widmet sich Sean Murphy der nächsten offiziellen Fortsetzung: World’s Finest: White Knight. Darin werden wir Superman und Wonder Woman, Diana Prince als F.B.I.-Agent, sehen. Details dazu will DC noch ankündigen.
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Zuletzt hat es viel Aufregung um die DC-Filme gegeben. Ein neuer Man of Steel mit Henry Cavill wurde angekündigt (es gab sogar einen Cameo im Film Black Adam), dann wurde der Plan kurz darauf verworfen. Der neue Chef von DC Studios, James Gunn (The Suicide Squad, Peacemaker), hat ganz eigene Pläne – diese hat er nun vorgestellt.
Künftig sollen die Kino- und TV-Produktionen von DC nicht mehr eigene Welten bilden, sondern eine gemeinsame – wie bei Marvel. Die bereits angekündigten Filme (Shazam: Fury of the Gods, The Flash, Blue Beetle, Aquaman and the Lost Kingdom) sollen sich darin einfügen. Franchises wie The Batman und Joker sollen als „Elseworlds“ weiterlaufen. (The Batman II soll im Oktober 2025 erscheinen.)
Geplant ist ein neuer Superman-Film (Superman: Legacy), den Gunn selbst schreibt und der 2025 herauskommen soll, aber auch ein neuer Batman-Film namens The Brave and the Bold, in dem es um Damian Wayne als Robin gehen wird. Wer den macht, wann er kommt, ist noch offen, klar ist nur, es sollen weder Pattinson noch Affleck die Titelrolle spielen. Es sollen auch andere Mitglieder der „erweiterten Bat-Family“ darin vorkommen. (Auffällig ist, dass auch Superman mit einem Cover aus einem Grant Morrison-Comic illustriert wird: All-Star Superman – daran könnte sich der Film orientieren, wenn ich mir die Spekulation erlauben darf. UPDATE: Anscheinend ist was dran, wie Gunn bestätigt.)
We're talked a lot about Woman of Tomorrow, but these are more of the comics inspiring #DCStudios and the new #DCU in these early days. That doesn't mean we're adapting all these comics, but that the feel, the look, or the tone of them are touchstones for our team. Check 'em out! pic.twitter.com/34KrVPeEL5
Darüber hinaus soll es drei weitere Spielfilme geben Supergirl: Woman of Tomorrow (basierend auf Tom Kings Run), The Authority und Swamp Thing. Dazu gibt es noch keine weiteren Details über Cast und Crew.
Fürs Fernsehen (HBO Max) sind angekündigt: Waller(mit Viola Davis), Booster Gold, Lanterns(über die Green Lanterns John Stewart und Hal Jordan), Paradise Lost (über Themyscira) und die siebenteilige Animationsserie Creature Comandos (Monsterserie, geschrieben von Gunn).
James Gunn verspricht, dass jeder Film und jede Serie etwas Einzigartiges und Besonderes sein solle: „Storytelling is always king. That’s all that matters to us.“
Ein weiteres Fundstück aus der Ein-Euro-Comic-Kiste, geschrieben von Garth Ennis, Autor von Preacher, The Boys, Batman: Reptilian – und Hitman. Nach 61 Ausgaben seiner eigenen Serie trifft Profikiller Tommy Monaghan auf die JLA.
Eine bemannte NASA-Sonde kehrt vom Rande des Sonnensystems zurück und meldet Probleme mit dem Reaktor. Die Astronauten wollen auf dem Mond landen, wo die JLA ihr Hauptquartier hat. Das wahre Problem: Sie sind von bösartigen Alien-Parasiten befallen, die Superkräfte rauben und verleihen. Diese „Bloodlines“ sind bereits 1993 beim gleichnamigen Crossover aufgetaucht – und ihnen hat Hitman seine Superkräfte zu verdanken. Deshalb holt Batman Tommy Monaghan zum Mond, beschwert sich dann aber darüber, dass Green Lantern mal mit ihm gearbeitet hat. Auch Superman kennt und schätzt Tommy für seinen Patriotismus, wusste aber bislang nichts von dessen Broterwerb.
Dennoch nimmt die JLA (Superman, Batman, Wonder Woman, Green Lantern und Flash) seine Hilfe in Anspruch. Erst recht, als die Sonde mit den Aliens in den Wachturm kracht, die Helden ihre Kräfte verlieren und von den Aliens befallen werden.
Ein Filmstreifen, so lernen wir bei Scott McCloud, ist eigentlich (wenn man ihn nicht abspielt), nichts anderes als ein langsamer Comic. Na ja, fast. Es fehlen die Sprechblasen und auch eine räumliche Anordnung mehrerer Bilder, was für den Film die Zeit ist, ist für Comics der Raum etc. Also eigentlich funktionieren diese Medien ganz anders, denn niemand schaut sich Filme Bild für Bild an (bis auf die Nerds, die Trailer auf Easter Eggs und Filme auf Fehler hin sezieren). Und trotzdem wird immer wieder versucht, Comics in Filme zu übersetzen oder Filme eben in Comics – und das geht häufig schief.
Dieser Batman-Superman-Comic will ein Film sein. Oder mehrere Filme auf einmal. Das erkennen wir an den zwei Bildreihen, die von einer Perforation gerahmt sind wie auf einem analogen Filmstreifen (die Älteren erinnern sich). Ziemlich Retro ist auch die Story: Da sehen wir einen Superman mit gelbem Wappen auf der Brust in einer Art Golden-Age-Szenario (ohne Batman) gegen Riesenroboter kämpfen, unten Batman und Robin in einer Welt ohne Superman, in der Lois Lane eine Schurkin ist. Dann plumpst plötzlich die Lois Lane von oben nach unten durch ein „Brandloch“ …
Was ist denn hier los? Auf „Erde Null“ finden Superman und Batman einen Satelliten in der Erdumlaufbahn, der in Filmstreifen eingewickelt ist. Beherrscht wird er vom Schurken „Auteur.10“, einer künstlichen Intelligenz, die neue Welten erschafft, um irgendwann eine perfekte zu errichten. „Auteur.10“ hält sich für einen visionären Regisseur. Warum er einen Projektor auf dem Kopf trägt und warum er dazu eine analoge Technik benutzt und wie diese Filmstreifen eine ganze Welt speichern sollen – das sind alles Fragen, die viel zu weit führen.
Fünf Jahre nach dem ersten Aufeinandertreffen von DC und Marvel gab es ein weiteres: Diesmal hieß es nicht Superman VS. Spider-Man sondern Superman AND Spider-Man, was deutlich weniger Dramatik verspricht – und selbst diese niedrige Erwartung noch unterbietet.
Titel: Superman vs The Amazing Spider-Man: The Battle of the Century
Autor/Zeichner: Gerry Conway/Ross Andru
Erschienen: 1976, Neuauflage 1995; dt. Dino 1999
Vor 60 Jahren erschien erstmals Spider-Man, in Amazing Fantasy #15. 16 Jahre später traf er auf Superman. Dieser 92-seitige „Battle of the Century“ war das erste offizielle Crossover zwischen zwei Superhelden von DC und Marvel, auf das noch viele folgen sollten.
Die Story verläuft formelhaft nach dem Schema: Zwei Schurken schließen sich zusammen, die Helden kämpfen zunächst gegeneinander, dann miteinander und besiegen die Schurken. Doch mehr haben die Fans von damals wohl nicht erwartet und Fans von heute können daran noch genauso ihren Spaß haben.
Auch wenn Eigenlob stinkt, muss ich eins vorwegschicken: Ja, ich bin stolzer Besitzer der Neuauflage von JLA/Avengers. Der auf nur 7000 Exemplare limitierten Neuauflage. Wie das? Reines Glück. Ich hatte mir gar keine Hoffnungen gemacht, dass ich eins kriegen würde, und dann sah ich es eines Tages im Regal meines Comicladens stehen. Einfach so, unauffällig zwischen anderen Paperbacks. Ich glaubte meinen Augen kaum, doch dann hielt ich es in der Hand. 40 Euro wollte der Laden für das 30-Dollar-Heft haben. Reiner Wucher. Unverschämte Gier. Doch wer bin ich zu urteilen, wenn ich selbst von der Gier gepackt sofort bereit war, den geforderten Preis zu zahlen? Immer noch günstiger, als das Ding bei eBay zu ersteigern.
Dass das Geld gut angelegt ist, zeigt sich schon beim Durchblättern. Im umfangreichen Bonusmaterial wird nicht nur ausführlich die langwierige Entstehungsgeschichte dieses Vierteilers erzählt, sondern es gibt auch einen Abdruck der Zeichnungen für die 1983 verworfene erste Ausgabe von George Pérez. So kann man nachvollziehen, wie die Geschichte ursprünglich starten sollte. (mehr …)
Es war wohl das Comic-Event der Neunziger: DC gegen Marvel. Das erklärt sich von selbst. Es gab schon Superman gegen Spider-Man, Batman gegen Hulk, Teen Titans gegen X-Men, aber dann, nachdem JLA/Avengers (vorerst) gescheitert war, herrschte ein Jahrzehnt Flaute, bis man das Konzept in einer Art Battle Royale wiederbelebte.
Die Rahmenhandlung ist – wie immer bei solchen Crossover-Events und Paarungsfilmen – völlig nebensächlich, denn es geht ja nur um die Begegnungen. Die Welten von DC und Marvel verschmelzen zu einer. Hintergrund: Zwei kosmische gottgleiche Brüder lassen eine Auswahl der Superwesen ihrer jeweiligen Universen gegeneinander antreten, um zu entscheiden, welches Universum besteht. Ohne viele Erklärungen und ohne Zeit damit zu vertrödeln, eine andere Lösung für das Problem zu finden, sodass nicht Milliarden von Menschen und Welten sterben müssen, wird drauflosgeprügelt. Seltsamerweise nimmt man dabei Rücksicht auf die Leben der Kontrahenten, denn es reicht, den anderen nur außer Gefecht zu setzen.
Hitlerschreck: Superman ist kein „Übermensch“. (Superman #17, DC Comics)
Seit ihren Anfängen nehmen es Superhelden mit Nazis auf. In den 40ern war das noch ein Ausdruck von Patriotismus: Man kämpft gegen die Deutschen, weil sie die Kriegsfeinde sind, genauso wie Japan. In den Krieg selbst mischen sich die Superhelden nicht ein (höchstens auf den Covern). Comic-Nazis sind bei Batman, Superman und Wonder Woman zunächst Spione, Saboteure, Mörder im eigenen Land. Aber von einem Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus ist in den frühen Comics nicht die Rede. Jedenfalls nicht direkt.
Doch Superhelden und Antisemitismus vertragen sich grundsätzlich nicht. Zum einen, weil diese Haltung ohnehin nichts mit Heldentum zu tun hat und jedem halbwegs anständigen und vernünftigen Menschen abgehen sollte. Zum anderen, weil die Schöpfer der ersten Superhelden Juden bzw. jüdischer Herkunft waren – und zwar sehr viele von ihnen: Jerry Siegel und Joe Shuster, Bob Kane (Robert Kahn) und Bill Finger; Joe Simon, Jack Kirby und Stan Lee, sowie natürlich auch Will Eisner, um noch einen Pionier zu nennen. Auch die Verleger von DC und Marvel waren Juden. Kurzum: Genauso wie Hollywood-Filme sind Comichefte ohne Juden undenkbar.
Clark Kent, der jüdische Nerd
Aber spiegelt sich das auch in den Comic selbst wieder? Auf den ersten Blick nicht. Superman, Batman und Co. erscheinen wie die Inbegriffe des Ur-Amerikanischen im „weißen“ Sinne. Superman scheint fast eine leibhaftige US-Flagge zu sein – er steht für truth, justice and the American way – und wem das nicht reicht, für den gibt es immer noch Captain America, ebenfalls eine jüdische Erfindung (von Joe Simon und Jack Kirby). Bestenfalls steht Superman für das Ideal einer allumfassenden amerikanischen Gesellschaft, die niemanden ausschließt, sondern für alle steht.
Superman ist kein Jude – jedenfalls nicht im religiösen Sinn. Doch wie Harry Brod in seinem Buch Is Superman Jewish? darlegt, ist Superman jüdisch in einem kulturellen Sinn.