The Suicide Squad: Besser ist nicht gleich gut

Poster zu "The Suicide Squad"

Das Poster zu „The Suicide Squad“ (Ausschnitt) (Warner Bros.)

Fünf Jahre nach David Ayers missratenem Suicide Squad ist James Gunns The Suicide Squad im Kino. Eine Fortsetzung, die so tut, als hätte es einen ersten Teil nicht gegeben und den Fehlschlag vergessen lässt? James Gunn, der Retter der Task Force X? Leider nein.

Zwar ist der neue Film gelungener als der erste, das zu übertreffen ist nicht schwierig. Gunn hat ein Talent für Humor und für Dialoge. Aber auch der Neuversuch leidet noch immer an den gleichen Problemen: Charaktere, die einen wenig bis gar nicht interessieren, austauschbare Schurken und daher auch eine Story ohne Spannung.

Stattdessen setzt James Gunn auf zwei Faktoren: Brutalität und Absurdität. Es wird mehr gemetzelt denn je, und man soll es lustig finden, tatsächlich verbraucht es sich schnell und ermüdet. Wahrscheinlich lässt Gunn deswegen irgendwann statt Blut Blumen regnen. Harley Quinn, Bloodsport und Peacemaker töten so routiniert, dass der Zynismus dahinter einen abstumpfen lässt. Ein Menschenleben ist nicht viel wert, auch um die Antihelden kümmert man sich daher nicht viel. Figuren wie Polka Dot Man und King Shark gehen über Kuriositätenkabinett mit platten Witzen nicht hinaus. Tragische Hintergrundgeschichten wie bei Ratcatcher ändern an der Anteilnahme nur wenig.

Worum es eigentlich geht, das ist dann ziemlich egal: Starro der Eroberer als Endgegner ist verheizt für eine bunte Zerstörungsorgie, ohne je bedrohlich zu wirken, und damit fällt er leider als potenzieller Justice-League-Schurke für die nächsten Jahre leider weg. Einzig die Wendung am Ende, dass Amanda Waller die wahre Schurkin ist, weil sie bloß Beweise für US-Verbrechen vertuschen will, hätte Potenzial gehabt, aber das kommt zu spät und spielt am Ende auch keine Rolle, um noch am Ende ernsthaft über moralische Fragen zu diskutieren.

Nein, ernst zu nehmen ist hier nichts. Mit Guardians of the Galaxy hat Gunn zumindest bewiesen, dass auch ein reiner Spaßfilm emotionale Tiefen haben kann. Sein Suicide Squad fühlt sich hingegen hohl an.

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Ein Kommentar

  1. Amanda Waller ist die wahre Schurkin? Das macht mich fertig, hätte ich nie gedacht 😛
    Im Ernst, danke für den Artikel. Ich dachte mir schon, dass ich mir die Mühe sparen kann, mir den Film in Zeiten von Corona im Kino anzuschauen. Jetzt bin ich mir sicher, dass ich mir das auf keinen Fall antun werde. Und erneut hat Warner Bros. es gehörig verbaerbockt. So wird man Disney…pardon, ich meine natürlich Marvel nie die Stirn bieten können. Schade. Bleibt nur zu hoffen, dass sie Henry Cavill irgendwie noch einmal dazu kriegen, das rote Cape anzulegen. Ohne Schnauzbart, versteht sich. Und bis dahin freue ich mich schon mal auf „The Flash“. Was ich davon bisher an Bildern im Netz gesehen habe, beeindruckt mich wirklich, den schaue ich mir auf jeden Fall an. Es ist schon irgendwie gruselig, dass ich mich mehr auf einen Film mit Ezra Miller als Flash freue, als auf den neuen „Batman“ mit Robert Pattinson. Wenigstens ist das neue Batmobil mehr als vorzeigbar.

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