Suicide Squad

Gotham City Sirens: DC lernt es nicht

Wenn ein Film ein Sequel bekommt, dann nur weil er erfolgreich genug war. Und tatsächlich: alle DC-Verfilmungen dieses Jahrhunderts waren erfolgreich. Kommerziell. Auch die letzten drei, die das DC Extended Universe begründet haben. Aber schon Man of Steel spaltete die Fans, weil er zu deprimierend und ermüdend für einen Superman-Film war, Batman v Superman geriet sogar noch langweiliger und unausgegorener und Suicide Squad war ein künstlerischer Totalreinfall. Aber: alle drei Filme machten Kasse. Sei es aus Neugier der Fans oder Anspruchslosigkeit des Publikums oder weil einfach etablierte Markennamen immer ziehen werden.

Die Konsequenz? Ben Affleck darf zwar einen Batman-Film machen, der vielleicht irgendwann mal aus der sich lang hinziehenden Planungsphase in Produktion geht. Der Oscar-Preisträger macht Hoffnung. Im Hintergrund hört man von anderen Filmen wie Wonder Woman, Flash und Aquaman, dass es Ärger mit den Regisseuren gibt. Sonst geht alles munter so weiter, als wäre nichts gewesen: Zack Snyder darf weiterhin Filme für die Reihe drehen, gleich zwei Justice League-Filme erwarten uns von ihm. Und jetzt wurde bekannt, dass auch Suicide-Squad-Regisseur David Ayer noch eine Chance bekommt, und zwar mit einem weiteren Film im Stil von Suicide Squad: Gotham City Sirens soll von dem weiblichen Schurkentrio Harley Quinn, Poison Ivy und Catwoman handeln. So berichtet es der Hollywood Reporter.

Wie bitte?

Es ist ja erfreulich, dass bei Warner Bros. auch gebrannte Kinder eine zweite Chance (im Fall von Snyder auch dritte und vierte) kriegen. Aber es wirkt, als hätten die Produzenten nicht verstanden, was in den vergangenen Jahren schief gelaufen ist, was die Schmähungen der Kritiker und die Enttäuschung der Fans hervorgerufen hat: dass man zu viel auf einmal wollte, dass man die falschen Leute an die Stoffe heranließ und das zu miesen, peinlichen Resultaten führte. DC-Filme wirken stets bemüht – und jeder weiß, dass das keine Tugend ist.

Und während Marvel mit seinem Cinematic Universe einen Hit nach dem anderen produziert und sein Filmuniversum mit seiner Fangemeinde wachsen lässt, begnügt sich Warner offenbar mit dem Heilsversprechen des Geldes. Solange es Profit einbringt, macht man weiter wie bisher. Nach dem gleichen Prinzip und den gleichen Leuten. Es läuft ja. Irgendwie. Und je mehr bekannte Figuren man in einen Film packt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Leute eine Kinokarte kaufen. Daher wieder drei Schurkinnen. Einem Harley Quinn-Solo-Film traut man offenbar doch nicht genug Zugkraft zu.

Marvel hat ein Rezept für gute Unterhaltung gefunden, Warner reicht der Mechanismus zum Gelddrucken. Das geht zulasten des Comic-Erbes, weswegen die Fans in die Kinos gehen. Denn der Karren DC wird so lange gegen die Wand gefahren, bis er nicht mehr fährt. Und man kann nur hoffen, dass sich das Publikum das nicht mehr lange bieten lässt.

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Abrechnung mit Suicide Squad

Manche Machwerke sind so mies, dass es keiner Kritik mehr bedarf: Suicide Squad ist ein Film, der sich selbst zerlegt. Der Titel ist Programm. Insofern hatten die Screen Junkies es diesmal besonders leicht, Warners zweiten Fehlschlag in einem Jahr (nach Batman v Superman) mit einem Honest Trailer zu würdigen. Und auch wenn die Kritiker mit jedem Punkt recht haben, ist es doch alles nicht der Rede wert. Aber unterhaltsam allemal. Das ist ja das Gute an dieser Dienstleistung: sie schauen für einen die Filme, auf die man verzichten kann und fassen sie so zusammen, dass man gut darüber sprechen kann. Wer Suicide Squad nicht gesehen hat, hat nichts verpasst.

Das erste Rebirth-Event: Justice League vs. Suicide Squad

DC Comics

DC Comics

DC kündigt das erste Großevent nach dem Neustart von DC Rebirth an: Die Justice League tritt gegen die Suicide Squad an. Zwei Monate (Dezember bis Januar) lang soll eine sechsteilige, wöchentlich herauskommende Miniserie erscheinen. Tie-ins werden Suicide Squad #8-10 und Justice League #12-13 sein. Geschrieben werden die Ausgaben von Justice League vs. Suicide Squad von Joshua Williamson (The Flash), gezeichnet von Jason Fabok (Batman, Justice League) und Tony S. Daniel (Batman).

Die Story: Die Justice League entdeckt Amanda Wallers Task Force X, aber bevor sie die Bande auflösen können, müssen Helden und Schurken einen gemeinsamen Feind bekämpfen. Daher sieht man auf dem Cover auch Batman und Harley Quinn Seite an Seite: Batman hält ein Schwert, Harley Wonder Womans Lasso, während der Rest am Boden liegt. „And by the end of the story, both teams may discover that they have more in common than they thought, whether they like it or not“, sagt Autor Williamson.

Die Ankündigung wäre vielleicht etwas aufregender, wenn nicht noch dieser schlechte Beigeschmack vom Suicide Squad-Film wäre. So haftet diesem Event der Gestank von Marketing an. Denn passend dazu wird die nächste Batman-Story von Tom King davon handeln, wie Batman seine eigene Suicide Squad zusammenstellt: I Am Suicide. Langsam reicht’s mit dem Selbstmordkommando.

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Batman und seine Suicide Squad (DC Comics)

Ein deutscher Start-Termin für diese Comics steht noch nicht fest.

Suicide Squad: Noch ein Selbstmord

Warner Bros.

Lieber mal wieder ein gutes Buch lesen. (Warner Bros.)

Titel: Suicide Squad

Regie/Drehbuch: David Ayer

Erschienen: 2016


Ist Suicide Squad wirklich so mies, wie die Kritiker behaupten?

Eigentlich wollte ich eine ausführliche Kritik schreiben, aber nach zwei gescheiterten Anläufen merkte ich: mir fehlt die Lust. Deshalb in aller Kürze: Ja, der Film ist reine Zeitverschwendung. Da funktioniert gar nichts. Ein Film wie von Zwölfjährigen für Zwölfjährige. Ein dummes wie ermüdendes Geballer.

Ein austauschbarer Standard-Plot um einen nichtssagenden Schurken, oberflächliche Charakterzeichnung, schwache Einführung der Hauptfiguren, flache und nicht zündende Witze, spannungslose Action, chaotische Erzählweise. Harley Quinn nervt, der Joker enttäuscht, Batman ist bloß Statist. Den Rest kann man vergessen.

DC baut damit sein Extended Universe auf drei kaputten Säulen auf: Nach der hohlen Zerstörungsorgie in Man of Steel, der überladenen Selbstdemontage zweier Helden in Batman v Superman ist Suicide Squad buchstäblich das Selbstmordkommando, das sich entbehrlich macht. Nach drei solchen kapitalen Fehlschlägen besteht kaum noch Hoffnung auf Rettung dieses Filmuniversums. (Ganz zu schweigen von den zuvor erschienenen Reinfällen Catwoman, Superman Returns und Green Lantern.) Auch wenn die Wonder Woman– und Justice League Trailer vielversprechend anmuten und Ben Affleck den nächsten Batman-Film selbst dreht – der Vertrauensvorschuss für diese Filme ist verspielt. Die Vorfreude ist dahin. Kinobesuche werden zu einem Pflichtprogramm, das man über sich ergehen lässt. Es muss sich dringend etwas ändern. Sonst vernichtet DC auf lange Sicht sein Erbe im Film.

Batman-Splitter #7: Harley Quinn

Harley Quinn 1992

Harley Quinns erster Auftritt in Batman TAS (1992) (Warner Bros.)

Die junge Blondine trägt eine Polizei-Uniform. Aber zusammen mit dem Joker hat sie gerade eine Bombe bei einer Polizeiveranstaltung gelegt. Als Batman sie stellt, hat er leichtes Spiel mit ihr: „Ich weiß, was Sie denken“, sagt sie. „So ein Jammer. Wie konnte so ein junges unschuldiges Ding wie Sie nur in so schlechte Gesellschaft geraten?“ Kurz darauf greift sie zu einem Messer, doch da packt Batman auch schon ihre Hand und sie lässt das Messer fallen. Als sie dann allein in Handschellen dasitzt sagt sie zu sich: „Oje! Hätte vielleicht doch lieber auf die Kosmetikschule gehen sollen.“

Harley Quinn 1992

Beruf verfehlt: Harley Quinn 1992 (Warner Bros.)

So verläuft die erste Begegnung zwischen Batman und Harley Quinn, der Freundin und dem Sidekick des Jokers. Das war 1992 in der The Animated Series-Episode „Joker’s Favor“ (S01E22). Harley wird nicht erklärt, sie ist einfach da: In ihrem schwarz-roten Narrenkostüm, ihrem Herren loyal ergeben, lacht sie über seine schlechten Witze. Eine Szene hat sie in dieser Gestalt, eine andere als falsche Polizistin. Doch sie soll noch einige Auftritte in der Serie bekommen. Wer sie wirklich ist, erfährt man erst zwei Jahre später.

Nachdem sie 1993 auch in der Comic-Serie Batman Adventures eingeführt wurde, bekommt Harley Quinn im Jahr 1994 eine Vorgeschichte: Mad Love. Darin ist Harleen Frances Quinzel zunächst eine Psychiaterin, die sich ihren Weg nach oben geschlafen hat, bis sie in Arkham Asylum auf den Joker trifft. Sie fällt auf seinen Charme und seine Lügengeschichten über seine schlimme Kindheit herein (dieses Multiple-Choice-Prinzip wurde im Film The Dark Knight aufgegriffen) und verbündet sich mit ihm, indem sie sich ein Clownskostüm und sich die neue Persönlichkeit, Harley Quinn, zulegt. Die Psychiaterin verfällt dem Psycho.

Aber dieses Comic ist mehr als nur ein Origin. Denn interessant wird es erst, als ein Dritter die Beziehung auf die Probe stellt: Batman. Mad Love beschreibt eine gestörte Dreiecksbeziehung. Harley gibt sich Joker bedingungslos hin, in masochistischer Selbstaufgabe, aber der Joker interessiert sich nur dafür, wie er Batman möglichst spektakulär und witzig inszeniert umbringen kann. Das wiederum macht Harley eifersüchtig und sie beschließt, Batman zu beseitigen, um ihren Mr. J. wieder ganz für sich zu haben. Aber dabei unterschätzt sie die Eitelkeit ihres Geliebten – und seinen Wahnsinn.

Die Story ist von Paul Dini und Bruce Timm so mustergültig erzählt (in Wort und Bild), so witzig, einfallsreich und dynamisch, dass sie bis heute als eine der besten Batman- und Joker-Storys gilt. Nicht von ungefähr wurde sie mit dem Eisner- und Harvey-Award ausgezeichnet. Ein unerreichter Klassiker. Im Jahr 1999 wurde der Comic sehr werkgetreu, wenn auch leicht entschärft, für eine Episode der New Batman Adventures adaptiert (S01E21).

Batman: Harley Quinn #1 (1999, DC Comics))

Batman: Harley Quinn #1 (1999, DC Comics))

Harley Quinn war so beliebt, dass DC im gleichen Jahr die Figur auch in die Haupt-Continuity der Batman-Comics aufnahm, während Gotham gerade im No Man’s Land (dt. Niemandsland) in Trümmern lag. Die Figur bekam einen neuen Origin – der im Wesentlichen der alte blieb. Mit dem Unterschied, dass sie von Poison Ivy Superkräfte bekam. Die Story, die in Batman: Harley Quinn #1 von ihrem Erfinder Paul Dini erzählt wird, hat nicht annähernd den Charme und die Qualität von Mad Love. Man kann nicht einmal sagen, es wäre das Gleiche, nur ein wenig anders. Die Geschichte ist lieblos wie eine Pflichtarbeit runtererzählt, als wäre sie für ein Publikum, das die Figur bereits kennt, und nicht mehr große Erklärungen braucht. Nicht nur die Charaktere beeindrucken, auch der Plot drumherum bleibt kaum im Gedächtnis. Ganz zu schweigen von der uninspirierten visuellen Inszenierung. Allein das Cover von Alex Ross verdient es, eingerahmt zu werden.

Trotzdem setzte Harley Quinn ihre Erfolgsgeschichte fort – und emanzipierte sich vom Joker: Von 2001 bis 2003 bekam sie ihre eigene Serie. Nach dem DC-Reboot von The New 52 im Jahr 2011 wurde die Figur radikal überarbeitet: Das Harlekin-Kostüm wurde eingetauscht gegen einen wilden Punk-Look. Schwarz-rot gefärbte Haare, ein Kragen, ein Korsett, knappes Höschen, Kniestrümpfe, ein Riesenhammer als Waffe. „I’m more like a collage now“, sagt sie in Detective Comics #23.2 (2013). „A mosaic.“ So wird sie Teil der Suicide Squad, einer staatlich gelenkten Eingreiftruppe von Mördern, die gezwungen werden, dem Wohl der Menschheit zu dienen. Aus der Superschurkin ist eine Antiheldin geworden.

Detective Comics #23.2 (DC Comics)

Detective Comics #23.2 (DC Comics)

Die neue Entstehungsgeschichte „Harley Lives„, die in Detective Comics #23.2 erzählt wird, fügt Harleen eine schwierige Jugend hinzu. Harleen muss sich als Kind von ihrer wenig aufmunternden, chaotischen Familie absetzen. Deshalb strebt sie umso mehr eine akademische Karriere an. Zunächst klappt es mit dem geordneten Leben, doch es reicht ihr nicht: sie will über das Normale hinausgehen. Als sie den Joker trifft, lässt sie wieder das Chaos ins Leben. Um die Irren zu verstehen, wird sie selbst zu einer von ihnen. Die entscheidende Änderung: um sie zu seinesgleichen zu machen, wirft der Joker sie in den Chemietank, der ihn einst selbst schuf. So bekommt sie einen dauerhaft blassen Teint.

Allerdings erklärt es nicht ihre Mordlust. Denn die ist besonders ausgeprägt. Nur um an bestimmte Kleidungsstücke heranzukommen, schlägt sie willkürlich irgendwelche Leute tot. Schließlich jagt sie Kinder in ganz Gotham mit getürkten Spielkonsolen in die Luft. Einfach so. Es scheint ihr nicht einmal Spaß zu machen. Aus der Masochistin ist nicht nur eine Sadistin geworden, sondern auch eine Nihilistin, die ihr Mentor und Vorbild Joker längst ist. Mittlerweile gilt sie, laut New York Times, sogar als feministische Ikone, die sich als Misshandlungsopfer von ihrem Peiniger losgesagt hat. Gelobt wird ihre Komplexität und ihre subversive Sexualität, was bedeutet, dass sie eine lesbische Beziehung zu Poison Ivy pflegt. Das hat sogar DC bestätigt:

DC merkte nach einer Weile, dass sich die Suicide Squad-Hefte mit Harley auf dem Cover besser verkauften als die ohne. Die Konsequenz: 2014 bekam sie ihre zweite Solo-Serie. Und die gehört zu den größten Bestsellern des Verlages, zum Teil verkaufte sie sich besser als die traditionelle Batman-Serie Detective Comics. Im gleichen Jahr folgte ein Animationsfilm über die Suicide Squad (allerdings unter dem Titel Batman: Assault on Arkham), in dem Quinn die Hauptrolle – und sogar eine kleine Sex-Szene mit Deadshot bekam (aber die ist nicht weiter der Rede wert).

Es kamen weitere Miniserien dazu, in denen die Antiheldin mit anderen zusammenarbeitete: Harley Quinn and Power Girl (2015-2016) sowie Harley’s Little Black Book (2016). Jüngst hat sie, nach dem Neustart von DC Rebirth, ihre dritte Comicserie begonnen. Daneben ist sie noch für die Suicide Squad tätig – wie man neuerdings auch im Kino sehen kann. Die Darstellerin Margot Robbie trägt im Film auch nicht das alte Harlekin-Kostüm, sondern eine Variante von Punk-Harley, allerdings mit blonden Haaren, die sie übrigens auch in den neusten Comics hat. Auch Robbies Harley nimmt ein Bad in Chemie – allerdings springt sie freiwillig in den Tank, um wie der Joker zu sein.

Harley Quinn #1 (2016, DC Comics)

Harley Quinn #1 (2016, DC Comics)

Demnächst soll Harley Quinn sogar ihren eigenen Spielfilm bekommen. Ob der realisiert wird, hängt allerdings vom Kino-Erfolg des Suicide Squad-Films ab. Die Kritiken sind verheerend, aber immerhin Robbies Darstellung wird gelobt. Und auch ein neuer Animationsfilm mit dem Titel Batman and Harley Quinn ist angekündigt. Die Figur ist längst nicht am Ende.

Aber ehrlich gesagt, wenn ich mir die persönliche Bemerkung erlauben darf: mir geht Harley Quinn auf die Nerven. Schon allein ihre quäkende Stimme in der Animationsserie war schwer zu ertragen, ganz zu schweigen von ihrer bemühten Art. Harley Quinn ist einfach nicht witzig. Den Transfer von der gebildeten Psychiaterin zur naiv-unterwürfigen Mörderin habe ich nie nachvollziehen können. Und auch ihr neueres, görenhaftes Auftreten macht sie mir nicht sympathischer. Was sie trotzdem so erfolgreich macht? Keine Ahnung. Aber es wird wohl nicht nur am Aussehen liegen können …

Lektüretipps für Einsteiger:

(Beide Bände enthalten nicht Mad Love. Davon ist mittlerweile auch eine deutsche Neuauflage bei Panini erschienen.)

Justice League & Wonder Woman: Erste Trailer!

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Justice League (Warner Bros.)

Wow. Warner hat auf der San Diego Comic-Con den DC-Fans zwei wunderbare Geschenke gemacht: Ein Trailer zu Justice League und einer zu Wonder Woman. Der erste Eindruck: Fantastisch! Batman bringt die Band zusammen: Aquaman gabelt er in einer Fischerspelunke auf, ein (vielleicht etwas zu) spleeniger Flash (Barry Allen) wird gleich mal mit dem Batarang auf seine Reflexe getestet und Cyborg … naja, der wirkt zu sehr CGI. Sonst aber kommen die ersten Szenen sehr sympathisch rüber, was allerdings auch dem coolen White Stripes-Song „Icky Thump“ geschuldet sein dürfte, der dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit verleiht – im Gegensatz zu dem bleiernen Batman v Superman. Apropos: Vom Stählernen ist hier nichts zu sehen. Aber in diesen Bildern steckt genug Potenzial für einen unterhaltsamen Film.

Während Regisseur Zack Snyder aber noch Gunst und Vertrauen der Fans zurückgewinnen muss, etabliert sich Wonder Woman als die Hoffnungsträgerin des nächsten Jahres. Schon ihr erster Auftritt gehörte zu den Glanzpunkten von Batman v Superman. Im Trailer wird der Eindruck bestätigt, dass die Amazone endlich einen würdigen Solo-Film bekommt. Die Kämpfe sind jedenfalls atemberaubend und das Erste-Weltkriegs-Szenario verleiht dem Film einen frischen Ansatz im Superheldengenre, der an Captain America erinnert. Wonder Woman kommt am 15. Juni in die Kinos, Justice League am 17. November.

Ach ja, und wen es interessiert: Hier ist noch ein Suicide Squad-Trailer, in dem im Wesentlichen Bekanntes neu zusammengeschnipselt wurde:

Ben Affleck dreht den nächsten Batman-Film

Zack Snyder/Warner Bros

Zack Snyder/Warner Bros

Eine Nachricht, die längst keine mehr ist: Ben Affleck dreht den nächsten Batman-Film. Schon lange hält sich das Gerücht, nun ist es offiziell. Affleck ist nicht nur Hauptdarsteller und Regisseur, er schreibt auch das Drehbuch mit DC-Autor Geoff Johns, der unter anderem schon den alternativen Origin Batman Earth One verfasst hat. Und es soll – was sonst – richtig „cool“ sein. Naja, das sollte auch Batman v Superman bereits sein und das Ergebnis war eine Enttäuschung. Allerdings ist das Projekt bei „Batfleck“ gut aufgehoben. Seine bisherigen Filme (Gone Baby Gone, The Town und Argo) waren ziemlich gelungen und kamen bei der Kritik gut an, als Drehbuchautor hat er schon zwei Oscars eingesackt (Good Will Hunting, Argo) und schließlich überzeugte auch seine Darstellung als Bruce Wayne/Batman in Dawn of Justice.

Was fehlt, sind noch ein offizieller Titel, der Schurke bzw. die Schurken und ein Starttermin. Im Zeitplan des DC Extended Universe sind noch zwei Filme unbetitelt, sie sollen jeweils im Herbst 2018 und 2019 erscheinen. Möglicherweise wird Batman einen dieser Plätze belegen, der andere ist möglicherweise für eine Suicide Squad-Fortsetzung vorgesehen, sollte der erste Film Erfolg haben, der bei uns am 18. August 2016 in die Kinos kommt. Auch Batman wird dabei sein – und erneut auf den Joker treffen (hier der Suicide-Squad-Blitz-Trailer). Danach sehen wir Ben Affleck in der Rolle noch in den beiden Justice League-Filmen, die wieder Zack Snyder inszeniert (erscheinen November 2017/Juni 2019) – und hoffentlich nicht vergeigt.

Sollte der Plan realisiert werden, dann spielte Affleck insgesamt fünfmal Batman – und damit häufiger als jeder seiner Vorgänger.

„We’re the bad guys“: Ein neuer Suicide Squad Trailer

Mehr Joker, mehr Batman, mehr Krawall und Remmidemmi. Der neue Sucide Squad Trailer bietet viele ungesehene Filmschnipsel, unterlegt von einem weiteren Glamrock-Schlager, diesmal „Ballroom Blitz“ von The Sweet (das erste Lied, das man im Trailer hört, ist „You Don’t Own Me“ von Grace). Am Anfang wird der Zweck der Truppe begründet: Es gibt sie für den Fall, dass jemand wie Superman einmal durchdreht. Nach dem Debakel von Batman v Superman: Dawn of Justice wird die Suicide Squad die Eingreiftruppe, um zu retten, was von diesem zerstörten DC-Filmuniversum noch übrig ist. Dass es mit einem solchen Film gelingt, ist aber durchaus zweifelhaft.

Derzeit werden noch weitere Szenen nachgedreht. Zunächst hieß es, um den Film spaßiger zu machen („more fun“), jetzt ist die Rede von Action, was natürlich auch Spaß bedeuten kann …

Nothing really matters to me

„Is this the real life? Is this just fantasy?“ (Queen)

Wirkte der erste Suicide Squad-Trailer wie ein düsterer Psychothriller, wirkt der zweite wie eine Action-Komödie: laut, schnell, schrill. Mit Queens „Bohemian Rhapsody“, der von Realitätsverzerrung und Mord handelt, haben die Macher einen perfekten Song für die Untermalung ausgewählt. „Nothing really matters to me“, heißt es darin am Ende, und tatsächlich haben wir es mit einem Haufen Nihilisten zu tun. Die Task Force der gefährlichsten Kriminellen der Welt wird lakonisch eingeführt: Der eine erschießt Leute (Deadshot), der andere isst sie auf (Killer Croc), der andere verbrennt sie (El Diablo) – und Harley Quinn ist einfach nur verrückt. Und dann gibt es da noch unter anderen den sadistischen Joker (Jared Leto), der hier nur einen Satz zu bieten hat: „I can’t wait to show you my toys.“ Man sieht ihn in einen Chemietank springen, wahrscheinlich Harley hinterher, die er anschließend aus der Brühe fischt, wahrscheinlich rührt daher auch ihr blasser Teint.

In dem an Filmschnipseln völlig überladenen und schnell geschnittenen Video ist nur einer nicht zu sehen: Batman. Aber auch der Feind, gegen den die Suicide Squad eingesetzt wird, kommt darin nicht vor. Das ist auch ganz okay so, es soll ja nicht alles verraten werden (im Gegensatz zum Batman v Superman-Trailer, indem die ganze Geschichte erzählt wird). Was bleibt am Ende? Die Hoffnung, dass Regisseur David Ayer (nicht gerade für seine Subtilität bekannt) es nicht zu gut meint, dass es nicht allzu überdreht und anstregend wird, dass auch mit diesem Film das Fundament für ein stimmiges und aufregendes Filmuniversum gelegt wird. Wenn die Mischung stimmt, könnte Suicide Squad ein großer Spaß werden. Viel Sinn und Tiefgang darf man bei einem Haufen Verrückter ohnehin nicht erwarten.

Am 18. August 2016 wissen wir mehr.

The Joke Was On Me

Nachdem bei der San Diego Comic-Con die ersten Filmausschnitte aus Suicide Squad zu sehen waren und das Material sofort geleakt wurde, hat Warner Bros. den Teaser offiziell herausgebracht – und dabei gleich mitgeteilt, was der Konzern von solchen Leaks hält. Zu sehen sind drei Minuten bewegte Bilder, die nicht viel mehr über die Handlung verraten, als man sich hätte denken können: Die Suicide Squad ist eine Eingreiftruppe aus Superschurken – Harley Quinn, Killer Croc, Deadshot und so weiter.

Die Joker-Braut Harley Quinn in einem doppelten Käfig herumbaumeln zu sehen, erinnert an Hannibal Lecter. Und kaum hat man das gedacht, sieht man, wie Killer Croc in Zwangsjacke und Hockeymaske hereingefahren wird. Auch Batman wird kurz gezeigt – auf dem Auto des Jokers. Der Höhepunkt aber ist natürlich der Auftritt des Jokers am Ende: „I’m not gonna kill you“, sagt er zu einem Adressaten, der nicht zu sehen ist. „I’m just gonna hurt you really, really bad.“ Und weil im Hintergrund schon die Phrase „the joke was on me“ zu hören war und ein ähnlicher Satz schon im Batman v Superman-Trailer aufgetaucht ist, könnte das ein Hinweis sein, dass vielleicht Robin dran glauben muss. Damit wäre Suicide Squad ein Prequel. Vielleicht ist das aber auch nur eine falsche Fährte. Jared Leto macht jedenfalls eine gute Figur als sadistischer Marilyn-Manson-Verschnitt. Auf den ersten Blick. Für ein Urteil über seine Rolle ist es allerdings noch ein wenig zu früh.

Ich bin weiterhin skeptisch, ob ein Film über einen Haufen neuer Superschurken funktionieren kann.