Gotham City Sirens: DC lernt es nicht

Wenn ein Film ein Sequel bekommt, dann nur weil er erfolgreich genug war. Und tatsächlich: alle DC-Verfilmungen dieses Jahrhunderts waren erfolgreich. Kommerziell. Auch die letzten drei, die das DC Extended Universe begründet haben. Aber schon Man of Steel spaltete die Fans, weil er zu deprimierend und ermüdend für einen Superman-Film war, Batman v Superman geriet sogar noch langweiliger und unausgegorener und Suicide Squad war ein künstlerischer Totalreinfall. Aber: alle drei Filme machten Kasse. Sei es aus Neugier der Fans oder Anspruchslosigkeit des Publikums oder weil einfach etablierte Markennamen immer ziehen werden.

Die Konsequenz? Ben Affleck darf zwar einen Batman-Film machen, der vielleicht irgendwann mal aus der sich lang hinziehenden Planungsphase in Produktion geht. Der Oscar-Preisträger macht Hoffnung. Im Hintergrund hört man von anderen Filmen wie Wonder Woman, Flash und Aquaman, dass es Ärger mit den Regisseuren gibt. Sonst geht alles munter so weiter, als wäre nichts gewesen: Zack Snyder darf weiterhin Filme für die Reihe drehen, gleich zwei Justice League-Filme erwarten uns von ihm. Und jetzt wurde bekannt, dass auch Suicide-Squad-Regisseur David Ayer noch eine Chance bekommt, und zwar mit einem weiteren Film im Stil von Suicide Squad: Gotham City Sirens soll von dem weiblichen Schurkentrio Harley Quinn, Poison Ivy und Catwoman handeln. So berichtet es der Hollywood Reporter.

Wie bitte?

Es ist ja erfreulich, dass bei Warner Bros. auch gebrannte Kinder eine zweite Chance (im Fall von Snyder auch dritte und vierte) kriegen. Aber es wirkt, als hätten die Produzenten nicht verstanden, was in den vergangenen Jahren schief gelaufen ist, was die Schmähungen der Kritiker und die Enttäuschung der Fans hervorgerufen hat: dass man zu viel auf einmal wollte, dass man die falschen Leute an die Stoffe heranließ und das zu miesen, peinlichen Resultaten führte. DC-Filme wirken stets bemüht – und jeder weiß, dass das keine Tugend ist.

Und während Marvel mit seinem Cinematic Universe einen Hit nach dem anderen produziert und sein Filmuniversum mit seiner Fangemeinde wachsen lässt, begnügt sich Warner offenbar mit dem Heilsversprechen des Geldes. Solange es Profit einbringt, macht man weiter wie bisher. Nach dem gleichen Prinzip und den gleichen Leuten. Es läuft ja. Irgendwie. Und je mehr bekannte Figuren man in einen Film packt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Leute eine Kinokarte kaufen. Daher wieder drei Schurkinnen. Einem Harley Quinn-Solo-Film traut man offenbar doch nicht genug Zugkraft zu.

Marvel hat ein Rezept für gute Unterhaltung gefunden, Warner reicht der Mechanismus zum Gelddrucken. Das geht zulasten des Comic-Erbes, weswegen die Fans in die Kinos gehen. Denn der Karren DC wird so lange gegen die Wand gefahren, bis er nicht mehr fährt. Und man kann nur hoffen, dass sich das Publikum das nicht mehr lange bieten lässt.

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Ein Kommentar

  1. Im Kino werde ich jedes Mal enttäuscht, auch weil ich hin und wieder mit geschleppt werde, doch die Filme werden nicht auf BD gekauft. Das es zu jedem DC- Film einen Extended- Cut gibt ist absolute Verarsche.
    Ich werde mit DC nicht warm

    Gefällt 1 Person

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