Eine schlechte Nachricht für Batman-Fans: Beim nächsten Gratis-Comic-Tag, am 13. Mai 2017, wird es kein Batman-Comic geben. Damit bricht Panini eine Tradition. Stattdessen wird ein Heft erscheinen, das mit Harley Quinn, Superman und Wonder Woman für DC Rebirth werben wird. Wonder Woman soll sogar eine komplette Story bekommen – passend zum anstehenden Kinofilm, der am 15. Juni erscheinen wird. Und Harley Quinn ist ohnehin schon ein Publikumsliebling. Superman muss wohl noch stärker beworben werden. Aber Batman scheint es nicht nötig zu haben. Für den zahlen die Leser offenbar schon genug.
Comic
Affenzirkus mit Joker
Titel: Time to Monkey Shine
Autor/Zeichner: Andy Kubert/Andy Clarke
Erschienen: 2013 (Batman #23.1: The Joker)
Zum Event Forever Evil brachte DC den Villain’s Month: einige Sonderausgaben der regulären Serien wurden jeweils einem Schurken gewidmet. Batman #23.1 gehörte dem Joker. Erzählt werden zwei Geschichten. Die eine ist eine rührselige Vorgeschichte, die andere eine schräge Story um einen Affen. Welche soll ich zuerst erzählen? Die erste erzählt von Jokers schwieriger Kindheit. Großgezogen von einer tyrannischen Tante wurde der kleine Junge mit Bleiche gebürstet. In der zweiten Story erinnert der Joker sich an damals und beschließt es besser zu machen. Weil er kein Kind hat, entführt er ein Gorillajunges aus dem Zoo und zieht es groß … Muss ich noch mehr sagen?
Andy Kubert ist ein toller Zeichner, aber seine Schreibkunst taugt hier nichts. Jokers Vorgeschichte ist ein Klischee, das er nicht braucht, die Affen-Story ist so bescheuert, dass wir sie nicht brauchen. Immerhin die Zeichnungen von Andy Clarke sind stark, vor allem in den Rückblenden, wenn er seinen nüchternen, klaren Stil gegen einen expressionistischen eintauscht.
Dark Knight III: Das verflixte siebte Heft
Titel: Dark Knight III: The Master Race – Book 7
Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Frank Miller
Erschienen: 2016
„Batman is dead? Oh sure … How many times have we heard that before, boss?“ (Batgirl)
Batmans Tod – ja, ein alter Hut. Ein Running Gag. Aber hier lahmt er. Denn abgesehen davon, dass Batman natürlich nicht sterben kann (wir brauchen unseren Helden noch), findet Superman schnell eine Lösung für dieses gravierende Problem: wie gut, dass die nächste Lazarusgrube nie zu weit weg ist. Immerhin wird die Rettungsszene dramatisch eingeführt mit einer schönen Variation des alten Bird-Plane-Superman-Motivs. Superman sieht sich am Rande seiner Möglichkeiten – und dann geht es doch ganz einfach.
Warum ist das so? Weil Frank Miller und Brian Azzarello sich nicht genug Zeit lassen für ihre Geschichte. Probleme tauchen hier schnell auf – und ebenso schnell werden sie wieder gelöst. Nach einer kurzen Badekur ist Bruce wieder da. Neues Problem: Der Schurke Quar will sich an Supermans Sohn Jonathan rächen, doch als Lara das Baby von der Paradiesinsel holen will, stellen ihr sich Mutter Wonder Woman und ihre Amazonen in den Weg. Man wird nicht so recht schlau aus dieser Lara, warum sie so handelt, wie sie es tut.
Im Mini-Comic holt Hal Jordan sich seine abgetrennte Hand wieder, um wieder Green Lantern zu sein – und wird von zwei Hawkmen gerettet. Frank Miller gibt sein Bestes, diese Episode wenigstens ansehnlich zu gestalten. Packend wird sie dennoch nicht.
Zum Schluss sei noch erwähnt: Die Autoren erlauben sich einen weiteren Seitenhieb auf Donald Trump. Der twittert, dass die Kryptonier für den Wiederaufbau Gothams bezahlen müssten. Ein billiger Gag, der nicht funktioniert, weil der Vergleich mit Trumps ursprünglicher Aussage, eine Mauer nach Mexiko zu bauen, stark hinkt. Nicht jeder Zeitbezug ist ein passender Kommentar zur politischen Lage.
Noch zwei Ausgaben stehen bevor. Teil acht soll am 29. März 2017 erscheinen … – wenn es denn klappt. Schade, dass man das Ende nicht deshalb herbeisehnt, weil man wissen will, wie es weitergeht, sondern damit das Trauerspiel endlich abgeschlossen wird.
Die Dark Knight-Saga:
- The Dark Knight Returns
- The Dark Knight Strikes Again
- Dark Knight III: Book 1, Book 2, Book 3, Book 4, Book 5, Book 6
- Dark Knight Returns: The Last Crusade (Prequel)
Die dunkle Seite der Seele
Titel: Jekyll & Hyde
Autor/Zeichner: Paul Jenkins/Jae Lee, Sean Phillips
Erschienen: 2005 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2008)
„Man is not truly one but truly two.“ (R. L. Stevenson)
Two-Face will mit einer neu entwickelten Substanz die wahre Natur der Menschen entfesseln. Offenbar besteht diese in Mordlust und Kannibalismus, denn einige Bewohner Gothams werden zu Bestien, die sich gegenseitig umbringen und sogar essen. Two-Face will nicht nur sein ursprüngliches Ich als Harvey Dent vernichten, er nimmt sogar Batman gefangen, um dessen wahre Natur Überhand nehmen zu lassen. Zugleich erfahren wir etwas über Two-Faces Motivation: während eine Seite von ihm Harvey Dent ist, ist die andere Seite eine Art Projektion seines als Kind gestorbenen Bruders Murray. Der Schurke war also immer schon in sich gespalten.
Dieses Buch sollte man nicht an einem trüben Tag lesen – und schon gar nicht wenn man schlechter Laune ist. Nicht nur, dass hier die größten Grausamkeiten dargestellt werden, es ist von den Zeichnern Jae Lee und Sean Phillips so bedrückend düster inszeniert, dass man froh ist, wenn man das Heft wieder weglegen kann. Was zurückbleibt, ist aber nicht mehr als ein mulmiges Gefühl. Denn weder Story noch einzelne Momente hinterlassen einen tieferen Eindruck. Die Story erschöpft sich in allzu vielen Rückblenden und Brutalität. Wer eine gute Two-Face-Story lesen will, ist mit The Long Halloween besser bedient.
The Show Must Go On
Titel: The Joker’s Mild!
Autor/Zeichner: Arvid Nelson/Alex Sanchez
Erschienen: 2008 (Joker’s Asylum: The Joker), dt. Panini 2009 (Sonderband DC Premium)
„So, who’s the real sicko, America?“ (Joker)
Erinnern wir uns, als der Joker das letzte Mal im Fernsehen auftrat? Es endete im Massenmord: das ganze Publikum wurde vergast. Über 20 Jahre später kündigt der Joker in einem One-shot einen „Gleeful Game Show Genocide“ an – aber dann ist doch alles ganz anders. Der Joker kapert eine Quiz-Show und zwingt die Kandidaten, absurd schwere Fragen zu beantworten. Wer falsch antwortet, stirbt vor laufenden Kameras. Die Produzenten könnten den Stecker ziehen. Tun sie aber nicht. Wegen der Quote.
Das Ganze erinnert an Sidney Lumets fantastische Medien-Satire Network (1976). Und in eine ähnliche Richtung geht auch diese Joker-Story: denn der Mörder mordet hier nicht. Er macht sich bloß einen Spaß aus der Angst – und wie der Sender daraus Profit schlägt. Am Ende stellt er die Frage, wer die wahren Kranken sind: der irre Clown, die Produzenten oder das hirnlose Publikum.
Der Joker tritt in seiner Funktion als Narr auf, der eine unangenehme Wahrheit anspricht, indem er sein Publikum vorführt. Seine Show besteht darin, ein Statement zu machen. Die Pointe geht auf Kosten der Zuschauer – und der Joker lacht zuletzt. Gut gemacht, wären da nicht die sperrigen Zeichnungen mit ihrem unruhigen Strich. Aber Fans werden darin Reminiszenzen an bisherige Joker-Inkarnationen erkennen.
Warum Superman Kanadier sein müsste
Titel: Superman – Secret Identity (dt. Geheimidentität)
Autor/Zeichner: Kurt Busiek/Stuart Immonen
Erschienen: 2004 (Mini-Serie #1-4), Paperback 2004, Deluxe Edition 2016; dt. Panini 2004 (Paperback)
„Life is good.“
„I think I’m supposed to worry too much.“ (Clark Kent)
Der Junge aus Kansas heißt Clark, aber nur weil seine Eltern Kent mit Nachnamen heißen und sich einen Spaß erlaubt haben. Denn Clark lebt in einer Welt, in der es bereits einen Superman gibt – in Comics. Er ist ein normaler Junge, bis auf die Tatsache, dass er in seiner Freizeit gerne in einem Traktor auf einer Schreibmaschine Tagebuch führt. Eines Tages kann er plötzlich fliegen. Und auch andere Superkräfte treten hervor, wie bei Superman. Clark tut, was man eben so mit solchen Kräften tut: Gutes. Bald auch im passenden Kostüm. Die Presse wird auf ihn aufmerksam, er vertraut sich einer Reporterin an, bewahrt jedoch seine Geheimidentität, sie hintergeht ihn und inszeniert schließlich Notfälle, um ihn aus der Reserve zu locken.
Was vielversprechend beginnt, läuft schnell auf das Übliche hinaus, was hochgelobte Superman-Storys ausmacht. Auch wenn Secret Identity einen alternativen Zugang zu dem Stoff versucht, indem sie einen normalen Jungen aus unserer Welt zu Superman werden lässt, stellt sich bald gepflegte Langeweile ein. Denn solche Superman-Comics sind meist Idyllen. Sie stecken voller Harmonie und Familienglück, alle Probleme lösen sich fast von selbst in Wohlgefallen auf.
- Fliegen über den Feldern von Kansas.
- Erster bemannter Schlafsackflug.
- Sieht einfach klasse aus.
- Superman mit Zwillingstöchtern.
Auch die Welt von Secret Identity ist eine, in der es am Weihnachtsmorgen schneit, in der Clark schon als junger Reporter einen Buchvertrag nachgeworfen bekommt und nicht nur Bestseller-Autor wird, sondern auch Standard-Werke zu allen möglichen Themen herausbringt. Da gibt es zwar die böse US-Regierung, die ihn verfolgt und einmal sogar in einem düsteren Labor festhält, aber auch das ist ein Konflikt, der schnell in einem Kompromiss beendet wird. Und selbst seine Familie mit seinen beiden Zwillingstöchtern wird perfekt. Am Ende ist das einzige Problem, das sich Clark stellt, ob er sie auf ihre geheimgehaltenen Superkräfte ansprechen soll. Solche Probleme hätte bestimmt jeder mal gerne, der wirklich in dieser Welt lebt …
Keine Frage: Secret Identity ist von Kurt Busiek weitegehend meisterhaft erzählt (auch wenn er am Ende in Gemeinplätze abdriftet) und prächtig von Stuart Immonen gezeichnet (hätte nicht gedacht, dass ich das mal schreiben werde). Aber an dem 200-Seiten-Comic haftet der Makel, doch nur das Superman-Klischee zu bedienen. Superman mag ur-amerikanisch sein, die Verkörperung des amerikanischen Traums. Aber es ist eben ein nie zu erreichendes Ideal. Während Batman die düstere Seite Amerikas zeigt, mit seinen Abgehängten, Verbrechern und Gestörten, steht Superman für ein romantisches Amerika, das es wohl nie gegeben hat. Man kann sagen: Batman ist USA, aber Superman ist eigentlich wie Kanada. Schön, nett, fast perfekt – aber verdammt öde.
Oden an den Dunklen Ritter
Titel: Epilogue (Batman Vol. 10)
Autor/Zeichner: Scott Snyder, James Tynion IV, Tom King/Greg Capullo, Roge Antonio, ACO
Erschienen: 2016 (Batman #51-52, Batman Annual #4, Batman: Futures End #1, Batman Rebirth #1), Hardcover 2016
„Gotham must always have a Batman. No matter what happens to me. Always.“ (Bruce Wayne)
Eigentlich war mit dem letzten Batman-Band alles gesagt: die Story war auserzählt, als Bruce Wayne wieder zu Batman wurde (siehe Batman Vol. 9: Bloom). Ein perfekter Abschluss von The New 52, danach hätte man zu Rebirth übergehen können. Aber weil DC unbedingt 52 Hefte seiner Hauptserien vollkriegen wollte, musste man auch die letzten beiden Batman-Ausgaben irgendwie füllen.
Entstanden sind zwei Abschiedsgeschichten: Scott Snyder verabschiedet sich von der Serie mit einer Hommage an den Dunklen Ritter, indem er ihn durch die Stadt ziehen lässt, um nach der Ursache für einen Stromausfall zu suchen. Er trifft auf alte Weggefährten und Schurken, fährt ein neues schnittiges Batmobil und begegnet einem Mann, der sein Leben wieder in den Griff bekommen hat, nachdem er vom rechten Weg abgekommen ist. Es ist weniger eine Story als eine Meditation mit prächtigen Zeichnungen von Greg Capullo und viel Nachdenklichkeit.
Die letzte Story, von James Tynion IV, springt zurück in die Anfangsjahre von Bruce Wayne, der in sein Tagebuch eine Reihe von Regeln eintrug, wie er nach dem Tod seiner Eltern weiterleben kann. Ein neuer Schurke versucht, das Buch zu stehlen, um es auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Aber daraus wird nichts. – Eine nette Anekdote mit einer netten Pointe.
Die dritte Story, Annual #4, springt zurück in die Zeit als Bruce Wayne sein Gedächtnis verloren hatte (Batman Vol. 8: Superheavy) und Arkham bereits wieder aus Wayne Manor ausgezogen war (siehe Arkham Manor). Bruce, Alfred und Julie Madison werden von Mr. Freeze, Riddler und Clayface heimgesucht. Bruce muss sich dafür verantworten, Batman gesponsert zu haben. – Noch so eine Anekdote, die schnell erzählt und schnell verdaut ist.
Weil diese drei Geschichten ziemlich dünn ausfallen, hat DC noch Füllmaterial hinzugefügt: Eine Episode aus Futures End, die man sich sparen kann, wenn man das Event nicht verfolgt, und das Special Batman Rebirth #1. DC versucht damit, für seine nächste Phase zu werben, aber angesichts dessen, dass das Heft bereits in Detective Comics Vol. 9 (Gordon at War) abgedruckt war und in Batman Vol. 1 (Rebirth) wieder abgedruckt sein wird, ist das eine ärgerliche Doppelung.
Insgesamt wirkt der Abschlussband der Serie ziemlich mager – sowohl an Seiten als auch inhatlich. Kein Lesemuss, eher eine Ergänzung wie auch bereits der Resterampe-Band Graveyard Shift.

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Weihnachtswundertüte
Titel: DC Rebirth Holiday Special
Autor/Zeichner: diverse
Erschienen: 2016 (One-shot)
Seien wir ehrlich: Am Jahresende stresst man sich ab, damit Weihnachten etwas Besonderes wird – und nicht einfach nur Kommerzscheiße. Aber dann läuft es doch immer auf das Gleiche hinaus: Kommerzscheiße. Davor sind selbst Superhelden nicht sicher. Bevor Superman und Batman gemeinsam mit ihren Söhnen Weihnachten feiern können, muss Superman zunächst den Arnold Schwarzenegger geben, der wie im Film „Versprochen ist versprochen“ nach einem nahezu ausverkauftem Wunschgeschenk für seinen Sohn suchen muss. Nicht einmal mit Supergeschwindigkeit ist das Spiel zu bekommen. Am Ende bekommt er es natürlich doch und die Moral von der Geschicht ist, dass die Kinder zusammen spielen. Es geht nicht um Konsum, sondern um Freundschaft.
Wer’s glaubt.
Denn statt seine Leser zu beschenken, lässt DC sie einen stolzen Zehner latzen, um zu lesen, wie ihre Lieblingshelden Weihnachten feiern. Oder Hanukka. Oder die Wintersonnenwende. In einer Pseudo-Rahmenhandlung mit Harley Quinn eingebettet, werden möglichst viele Kurzgeschichten mit möglichst vielen Helden reingepackt, ganz nach dem Prinzip: Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen.
Wie man an Anthologien wie Batman: Black and White sehen kann, können Kurzgeschichten kleine Meisterwerke der Verdichtung sein. Aber das DC Rebirth Holiday Special ist bloß eine Weihnachtswundertüte an Banalitäten. Batman spielt Detektiv mit einem Schimpansen (!), um dem Weihnachtsmann ein Rentier wiederzubeschaffen. Der Superhund Krypto bekommt ein Halsband aus Supermans Gürtel. Constantine und Wonder Woman stören einen Hexensabatt. Flash verteilt Geschenke an Waisenkinder. Und so geht es weiter mit Batwoman, den Titans und Green Lanterns.
Mäßig einfallsreich, mäßig lustig, aber immerhin durchgehend solide bis prächtig gezeichnet.
Weiße Weihnacht dank Mister Freeze
Titel: The Batman Adventures Holiday Special
Autor/Zeichner: Paul Dini/Bruce Timm u.a.
Erschienen: 1995 (One-shot), Paperback 2016 (The Batman Adventures Vol. 4)
„One of these years I’m going to beat him to the check.“ (James Gordon)
Batgirl gegen Clayface im Kaufhaus, Harley Quinn und Poison Ivy auf Shoppingtour mit Bruce Wayne, Silvester mit dem Joker. Das Batman Adventures Holiday Special versammelt fünf humorvolle Episoden rund um Weihnachten und Silvester. Abgesehen von den herausragenden Zeichnungen von Bruce Timm (Mad Love) leben sie von lauter schönen Einfällen: Bullock als Undercover-Weihnachtsmann, Montoya als sein Elf und am Ende treffen sich Batman und James Gordon an Neujahr zu einer Tasse Kaffee – eine Tradition, die im Rahmen einer größeren steht: Batman kippt den Kaffee eilig runter, zahlt und verschwindet wieder, während Gordon mal kurz wegguckt.
Das Special wurde 1997 unter dem Titel „Holiday Knights“ für The New Batman Adventures verfilmt. Auch wenn die Serienfolge sehr nah an der Vorlage ist, fehlt die Episode, auf die das Heftcover verweist: In „White Christmas“ bricht Mr. Freeze am Weihnachtsabend aus Arkham aus und hinterlässt eine kalte Spur bis zum Friedhof, nur um seiner toten Frau Nora ein weißes Weihnachten zu bescheren. Sentimental, aber wohl etwas zu traurig für den sonst launigen Ton der übrigen Storys.
Jimmy zieht in den Krieg
Titel: Gordon at War (Detective Comics Vol. 9)
Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Fernando Pasarin, Scot Eaton
Erschienen: 2016 (Detective Comics #48-52), Paperback 2016; dt. Panini 2016 (Batman #55-57)
„It is far better to be alone than in bad company.“
James Gordon ist immer noch Batman. Zum letzten Mal. Abgesehen davon, dass er ohnehin nie viel Bock auf den Job hatte, hat er hier nicht einmal Lust dazu, in seinen hasenhaften Panzer-Anzug zu steigen. Also springt er eben wie ein Batman, dem man sein Cape geklaut hat, von Dach zu Dach, rutscht im Regen aus und ballert mit seiner Batarang-Pistole um sich.
Worum geht’s? Ach ja, um einen Serienmörder, der in der Manier von Das Schweigen der Lämmer und Sieben nach einem bestimmten Muster Leichen hinterlässt. Leider wird bis zum Schluss nicht ganz klar, worum es dem Irren eigentlich geht: Er streift sich Masken berühmter historischer Personen über, präpariert seine Opfer ebenso, er orientiert sich an Statuen, er entnimmt ihnen Knochen, aber zu welchem Zweck, wird nicht klar. Im Zweifel einfach, weil er irre ist.
Muss uns auch nicht groß kümmern. Gordon meistert diesen Fall in schlappen drei Ausgaben – mit viel Hilfe seiner Freunde, die in einem Luftschiff über der Stadt schweben und imme zur Stelle sind, wo die Handlung es verlangt. Harvey Bullock spielt mal wieder den Sidekick im Schlapphut und Trenchcoat, aber er nimmt dankenswerterweise nicht die Hauptrolle ein, wie etwa in Band 8 (Blood of Heroes).
Zum Abschluss dieser unseligen Detective Comics-Reihe darf Gordon an alte Marine-Zeiten anknüpfen, indem er nach Afghanistan reist. Und im Bunny-Suit gegen eine Mumie kämpft. Was das noch mit Batman zu tun hat? Herzlich wenig. Und so stirbt die Story so sang- und klanglos wie die Schnapsidee, Gordon zu Batman zu machen, und so wie die Serie Detective Comics von The New 52. Wie gut, dass das endlich hinter uns liegt – auf zu neuen Ufern.
Wie es dort aussieht, bekommt man am Ende zu sehen, da ist nämlich das Special Batman: Rebirth #1 abgedruckt. Und auch Nostalgiker bekommen am Ende in einer kleinen Bildergalerie Neuinterpretationen alter Batman-Cover geboten, bei der sich Batman darüber auslässt, wie anstrengend sein Leben doch ist. Ja, Batman, und durch all das müssen auch deine Leser durch.














