Autor: Lukas

Beruflich Online-Redakteur, privat Comic-Blogger.

Justice League: Der erste offizielle Trailer

Der neue Justice League-Trailer ist da. Der erste offizielle, das Video zur Comic Con galt nur als Vorschau. Hier bekommen wir mehr von den fünf Helden gezeigt, also allen außer Superman, und wir sehen J.K. Simmons als Commissioner Gordon. Der Soundtrack bleibt zunächst den White Stripes treu („The Hardest Button to Button“), dann folgt eine Coverversion von Come Together.

Der erste Eindruck: martialisch. Trotz der Rockmusik und der lockeren Sprüche wirkt das Ganze wie eine typische,  finstere Action-Orgie nach dem Muster von Batman v Superman. Die Justice League kämpft gegen Paradämonen, Batman ballert aus seinem Bat-Panzer, was das Zeug hält. Und da der Film wieder von Zack Snyder inszeniert wird, ist Skepsis angebracht. Der Film startet im November 2017 in den Kinos.

Zwei Tage zuvor wurden fünf kurze Teaser veröffentlicht, in denen die einzelnen Helden vorgestellt wurden, hier das Video zu Batman:

Riddlers erste Schnitzeljagd

Detective Comics #140-142 (DC Comics)

Titel: The Riddler/Crime’s Puzzle Contest

Autor/Zeichner: Bill Finger/Dick Sprang

Erschienen: 1948 (Detective Comics #140/142), Paperback 2015 (Batman Arkham: Riddler)


„Why don’t I commit puzzling crimes?“ (Riddler)

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum: Edward Nigma wird nicht zum Riddler, weil er besonders schlau wäre, besonders gut im Lösen von Rätseln, sondern weil er gut im Schummeln ist. So ist es zumindest am Anfang. Der Riddler sieht sein Talent im Betrug. Also beschließt er, ein Superschurke zu werden: er legt sich ein Versteck mit der passenden Einrichtung zu, und dann noch ein grünes Kostüm mit Fragezeichen. Und so wird er zum Widersacher für Batman, um sich mit ihm zu messen. Er gibt ihm eine Reihe von Rätseln auf, die Batman immer wieder zum Mitspieler machen.

Batman und Robin lösen riesige Probleme: Riesen-Kreuzworträtsel, Riesen-Puzzles, Riesen-Drahträtsel. (Der unverkennbare Stil von Dick Sprang.) Ein Riesen-Maiskolben später führt der Riddler sie in ein Labyrinth aus Glas – und da laufen sie auch ohne nachzudenken rein. Wie gut, dass Batman besser darin ist, Probleme zu lösen, als sie zu vermeiden.

Da der Riddler entkommt, geht es im zweiten Teil munter weiter: ein Riesen-Rebus an einem Zeppelin, ein absurder Rebus im Fernsehen, auf dessen Lösung niemand außer Batman je gekommen wäre. Die Schnitzeljagd endet im Spiegelkabinett, aber Batman kennt da einen ganz tollen Trick, um sie ganz schnell zu beenden.

Bemerkenswert: der Riddler ist kein Krimineller aus Gier oder reiner Bosheit. Er ist ein Spieler, der bloß seinen Spaß haben will. Die Rätsel sollen gelöst werden, damit Batman ihm hinterherrennen kann. Wie die meisten anderen klassischen Schurken (Hugo Strange, Clayface, Scarecrow, Two-Face) verschwindet der Riddler nach diesem Zweiteiler für lange Zeit aus den Comics. Erst 17 Jahre später kehrt er zurück (Batman #171, 1965), im Jahr 1966 dann auch in der Batman-TV-Serie.

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Dunkle Tage für den Dunklen Ritter

DC Comics

Der Auftakt von Batman nach DC Rebirth war überwiegend ganz solide, leider enttäuschte das erste Event, aber was ist in diesem Jahr als das nächste dicke Ding zu erwarten? DC hat es jetzt verkündet: Batman: Dark Days. Geschrieben vom wichtigsten Batman-Autor seit 2011, Scott Snyder, und seinem nicht ganz so genialen Mitstreiter James Tynion IV, gezeichnet von Andy Kubert, Jim Lee und John Romita Jr. Die Autoren und Zeichner sollen die Story gemeinsam entwickeln.

Worum geht’s? Viel wurde nicht bekannt gegeben, nur so viel. Es geht wieder einmal um eines von Batmans düsteren Geheimnissen. Aber diesmal eines, das die Existenz des gesamten Multiversums gefährdet … Aquaman, Flash und andere hegen einen bösen Verdacht gegen den Dunklen Ritter … Dem ersten Cover nach zu urteilen scheint es dystopisch zu werden. Batman als Tyrann?

Laut Snyder handelt es sich um ein Geheimnis, das sich vom Anbeginn der Menschheit bis in die Gegenwart durchzieht. Snyder hat angeblich von Anfang an Hinweise in seinen Batman-Comics versteckt. Und da soll noch mehr kommen: „It’s the prelude to the event we’ve been developing for years.“ Auf Twitter schrieb Snyder, dass das eigentliche Event wieder von Greg Capullo gezeichnet werden soll, dem Künstler, der seit 2011 Batman mitgestaltet hat.

Der erste Teil, The Forge, wird als 40-seitiger One-shot am 14. Juni erscheinen, der zweite Teil, The Casting, am 12. Juli. Aber das ist nur der Auftakt. Was danach folgt, ist noch nicht bekannt.

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Batman treibt Blüten

DC Comics

DC Comics

Titel: Solo

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2004-2006 (Mini-Serie #1-12), Deluxe Edition 2013


„Tell me, Alfred — am I a dinosaur?“ (Batman)

Das Prinzip von Solo ist einfach: zwölf Zeichner, jeder hat ein Heft von 48 Seiten und darf machen, was er will. Und wenn großen Künstlern völlige Freiheit gelassen wird, kommt oft etwas Gutes dabei heraus. (Siehe Batman Black and White.) In Solo steckt viel Gutes: viele erstklassige Geschichten aller Art, von Science-Fiction bis Western, von Noir-Gangster-Krimis bis zum Superhelden-Comic. Für jeden Genretyp und Geschmack ist was dabei – hochtrabend künstlerisch bis cartoonesk-trivial. Und natürlich auch viel Batman.

In „Date Knight“ beginnt Tim Sale (The Long Halloween, Dark Victory, Haunted Knight) gleich mit einem furiosen Katz- und Fledermaus-Spiel zwischen Catwoman und Batman: in gewohnt herrlicher Noir-Manier mit großen Panels, die die intimen Momente feiern.

Darwyn Cooke (Batman: Ego), der seine Anthologie in eine Rahmenhandlung mit Slam Bradley bettet, zelebriert am Ende den Dunklen Ritter, wie es seit dem Vorspann von The Animated Series nicht mehr getan wurde. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr: Cooke war Storyboard-Zeichner für die Serie, und seine Geschichte „Deja vu“, die eine 70er-Jahre-Story nacherzählt, handelt wie der Vorspann davon, dass Batman sich ein paar Bankräuber schnappt. Das geht zwar etwas drastischer und dramatischer vonstatten, aber die Handlung ist nur der Aufhänger, um die Essenz von Batman stimmungsvoll einzufangen. Das einzig Überflüssige sind hier die Worte, es ist eine Story, die mustergültig über die Bilder wirkt. Ein mustergültiger Comic. Cooke bekam für seine Ausgabe einen Eisner-Award.

Gleiches gilt für „Teenage Sidekick“ von Paul Pope. Darin rettet Batman Robin aus einer Todesfalle des Jokers. Doch das Spannende spielt sich im Text ab: Der Erzähler zieht einen Vergleich zwischen den dreien, er erklärt plausibel, warum Batman einen Robin braucht, weil er dann nämlich dem Joker zu ähnlich wäre: „dark, isolated, alone … a lonely, hollow man … a bad man who can’t feel …“ Auch dafür gab es den Eisner-Award.

„Poison“ von Jordi Bernet und Brian Azzarello: Poison Ivy bekennt ihren Hass auf Männer und bekommt dafür zweimal eine von Batman gewatscht. Moralisch höchst bedenklich, aber auch sonst eine der eher schwächsten Geschichten des Bandes. Gleiches gilt für die Beiträge von Damion Scott und Brendan McCarthy. Sergio Aragones gelingt eine alberne, aber immerhin witzige Parodie auf Batman.

Michael Allred versucht sich in „Batman A-Go-Go!“ an einer Dekonstruktion des Mythos, anhand der Batman-TV-Serie der 60er Jahre. Buchstäblich, denn es taucht sogar ein Derrida-lesender Möchtegernschurke namens Doctor Deconstruction auf. Aber das nur am Rande. Batman wird grundsätzlich infrage gestellt: Ist er noch zeitgemäß? Lockt er bloß andere Kostümierte an, die sich mit ihm messen wollen? Und es geht auch um die Grundfrage der Kunst: Soll sie das „wahre Leben“ nachahmen? Und wenn ja, ist das „wahre Leben“ das Gute oder das Schlechte? Eine amüsante Reflexion auf einer poppig-bunten und albernen Ebene. Ein interessantes Experiment, wenn auch keine dramaturgisch raffinierte Geschichte.

Ein richtiges Highlight, vielleicht sogar die beste Story der gesamten Anthologie, ist „Batman: 1947“ von Scott Hampton. Ein Batman-Darsteller wird unfreiwillig durch Zufall zum Alltagshelden. Das ist nicht nur eine sympathische Idee, sie wird auch einfühlsam und perfekt inszeniert. Aber auch die übrigen Geschichten von Hampton sind außerordentlich.

Gespaltene Persönlichkeit

Titel: Two-Face: Part 1 & 2 (dt. Der Mann mit den zwei Gesichtern)

Story/Drehbuch: Alan Burnett/Randy Rogel

Erschienen: 1992 (Batman The Animated Series S01E10-11)


„Je strahlender das Bild, desto dunkler das Negativ.“ (Rupert Thorne)

Es beginnt mit einem Alptraum: Staatsanwalt Harvey Dent wird von seinem bösen Ich gejagt. Schon da hat es eine Vorliebe zum Münzwurf. Doch auch in der Realität dringt die dunkle Seite an die Oberfläche. Dent ist gestresst, steckt mitten im Wahlkampf und als er dann noch hört, dass die Bande von Rupert Thorne nach ihrer Festnahme wieder freigelassen wird, rastet er aus. Dent sucht sich Hilfe bei einer Psychiaterin, da zeigt sich erst recht, was für eine gespaltene Persönlichkeit er ist: sein böses Ich steht für die aufgestaute Wut seit Dents Kindheit. Thorne bekommt Wind von der Therapie und versucht, den Staatsanwalt damit zu erpressen.

Harvey beim Psychiater.

Als Batman hinzukommt, kämpfen die beiden Freunde zunächst zusammen gegen die Gangster, doch dann kommt es zu einem Unfall: bei einer Explosion von Chemikalien wird Dents Gesicht entstellt. Nach einer Operation hat die dunkle Seite gesiegt. Aus dem Staatsanwalt wird ein Vigilant, der Rache an Thorne nimmt. Harvey Dent wird Two-Face, mit schwarz-weiß geteiltem Anzug und einer doppelköpfigen Münze.

Der Ort des Unfalls.

Die Macher der Animationsserie verändern Two-Faces Entstehungsgeschichte stark, aber nicht so, dass das Wesen davon berührt wäre. Im Gegenteil: dadurch, dass Harvey Dent von Anfang an psychische Probleme hat, machen sie ihn glaubwürdiger – und auch mitleiderregender. Dent ist bloß ein kranker Mann, der hart vom Schicksal getroffen wird und sein Leben deshalb fortan ebendiesem überlässt. Die tragische Geschichte eines gescheiterten Mannes. Als ihn auch noch seine Verlobte unabsichtlich verrät, weil sie von Thornes Leuten getäuscht wird, zerbricht auch die Beziehung. Als wäre das noch nicht genug, wird die Tragödie noch zusätzlich dadurch aufgeladen, dass Batman sich persönlich mitverantwortlich für Harvey fühlt – immerhin ist er ein langjähriger Freund.

Nach dem Unfall.

Die Doppelfolge Two-Face ist ein Paradebeispiel dafür, wie erwachsen und ernst die Serie oftmals ist – auch was die Inszenierung angeht. Harveys Ausbrüche werden einige Male drastisch dargestellt, mit verzerrten Gesichtern und schaurigen Szenen. Das alles macht die Episode zu einer der besten. Sie reiht sich ein in die Tragödien von Clayface und Mr. Freeze.

Two-Face ist fertig.

> Liste der Two-Face-Comics

> Liste der The Animated Series-Episoden

Vom Schauspieler zum Formwandler

Titel: Feat of Clay I-II (dt. Der Mann aus Lehm)

Drehbuch/Story: Marv Wolfman, Michael Reaves

Erschienen: 1992 (Batman: The Animated Series S01E20-21)


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Bruce Wayne wird für den versuchten Mord an Lucius Fox beschuldigt. Doch dahinter steckt Matt Hagen, ein verzweifelter Schauspieler, dessen Gesicht nach einem Unfall entstellt ist. Dank einer Salbe kann er sein Gesicht für 24 Stunden nach Belieben umformen, aber um an das Mittel zu kommen, muss er dem zwielichtigen Unternehmer Dagget illegale Gefallen tun. Dagget versucht ihn zum Schweigen zu bringen, indem er ihn die Wundersalbe schlucken lässt. Dadurch wird Hagen zum unförmigen braunen Schlammberg: Clayface. Alles scheint noch schlimmer geworden zu sein, bis Hagen die Vorteile erkennt: er kann nun jede Gestalt annehmen.

Für die Serie wurden die beiden ersten Clayface-Charaktere der Comics miteinander verbunden: der Schauspieler und Maskenbildner Basil Karlo und der Abenteurer Matt Hagen. Heraus kam eine zutiefst menschliche Figur, deren Motivation man zu gut nachvollziehen kann. Ein Mann versucht, sein Leben und seine Identität in den Griff zu bekommen, aber je mehr er es versucht, desto mehr entgleitet ihm beides. Die perfekte Tragödie.

Mehr zum Thema:

Zweite Chance für Two-Face

DC Comics

DC Comics

Titel: The End of Two-Face

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1943 (Detective Comics #80), Paperback 2015 (Batman Arkham: Two-Face)


„I’m going straight!“ (Two-Face)

Two-Face bricht aus dem Knast aus. Und macht weiter wie bisher: tut mal Böses, mal Gutes, je nachdem, wie die Münze entscheidet. Als es zur Konfrontation mit Batman und Robin kommt, gerät Harvey Kents Frau, Gilda, in die Schusslinie. Nachdem sie ihm seine Liebe gesteht, trifft er den Entschluss, sein Leben zu ändern. Doch die Mitglieder seiner Gang lassen ihn nicht so leicht davonkommen.

Das Besondere an dieser Story ist der Optimismus: die tragische Geschichte von Kent, die Mitgefühl erregt hat, kommt hier zu einem (vorläufig) guten Ende. Harvey wird bekehrt, er rettet sogar Batman das Leben und lässt sich sein Gesicht wieder reparieren (just in dem Moment ist der besagte plastische Chirurg aus Nazi-Deutschland entkommen). Etwas zu naiv und märchenhaft? Mag sein. Aber es zeigt auch Batman von einer menschenfreundlichen Seite. Er ist froh, dass er nicht – wie sonst üblich – einen Bösen in den Knast stecken must, sondern dass Besserung möglich ist.

Two-Face ist kein Schurke, der als Dauergast konzipiert war. Genauso wie Clayface, Scarecrow oder der Riddler. In den darauffolgenden zwei Jahrzehnten taucht er kaum in den Comics auf. Erst in den 70ern wird er zu einem von Batmans Erzfeinden. Doch er bleibt einer der interessantesten Charaktere, nicht nur wegen der Tragödie seiner Entstehung, sondern auch, weil er ein zerrissener Charakter ist – wie Batman auch.

>> Liste der Two-Face-Comics

Mehr über Two-Face:

War Games: Tausend Seiten Langeweile

Titel: War Games Vol. 1-2 (früher: War Drums, War Games, War Crimes)

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2004-2005; Paperbacks 2004-2006 (5 Bände), 2015-2016 (2 Bände); dt. Panini 2005 (diverse Hefte)


„War is not a game. It’s an abomination. And this must be stopped.“ (Batman)

Die Kurzfassung: Ein Bandenkrieg bricht in Gotham aus, Black Mask übernimmt die Unterwelt.

SPOILER: Stephanie Brown wird zu Robin, wird aber schnell gefeuert und stirbt bald darauf, nachdem sie von Black Mask gefoltert wird.

Bilanz: Zwei Bände mit über 1000 Seiten, auf denen zu wenig Spannendes passiert – verschwendete Lesezeit.

Die ausführliche Fassung:

Tim Drake hat keine Lust mehr. Er hat als Robin hingeschmissen. Ein Ersatz muss her, da steht auch schon die erste Aspirantin auf das Amt des Wunderknaben bereit: Stephanie Brown, Tochter des Schurken Cluemaster, ehemals als Spoiler unterwegs. Kaum bricht sie in die Bathöhle ein und steht im selbstgenähtem Kostüm vor Batman, ist sie engagiert. Bei Tim hat Batman noch gezögert und mit sich gehadert, immerhin war gerade erst Jason Todd im Einsatz draufgegangen. Aber beim ersten Mädchen in der Rolle scheint er keine Skrupel zu haben. Warum, erfährt man später: sie ist bloß Kanonenfutter.

Ja, ich weiß: strenggenommen ist Stephanie nicht der erste weibliche Robin. Vor ihr gab es Carrie Kelley, allerdings nur im alternativen Universum von The Dark Knight Returns (auch wenn sie kürzlich Eingang in den Kanon fand, aber das ist eine andere Geschichte). Spoiler-Robin ist aber die erste in der regulären Continuity. Es ist allerdings bezeichnend: Wenn Robin ein Mädchen wird, dann nur für kurze Zeit. So geht Stephanie Brown leider nur als Fußnote in die Comic-Geschichte ein. Alfred Pennyworth kommentiert das so:

„One has difficulty adjusting to the recurrent personnel changes, what with Robin, and the Robin before her …“

Die Handlung von War Games lässt sich Zeit. Das erste Drittel (ursprüglich War Drums genannt) baut nur allmählich die Geschichte in Gang. Ein Gang-Krieg hier, Mr. Freeze da, eine Pest frisst Menschen auf, der Pinguin macht Waffendeals, Robin darf sich beweisen und wird nach ein paar Tagen gefeuert, während Tim Drake Liebeskummer hat und sich woanders Trost sucht. Kurz gesagt: ziemlich schleppend und belanglos.

Nach diesem zähen Auftakt geht die eigentliche War Games-Story los. Nachdem es bei einem Treffen der Gangster-Bosse zu einer Schießerei kommt, bei der die meisten getötet werden, bricht ein Bandenkrieg in der ganzen Stadt aus. Das Treffen hat Stephanie Brown einberufen, um Batman zu beweisen, das sie das Verbrechen in Gotham beseitigen kann. Falsch gedacht, es endet in einer Katastrophe. Auch für sie. Und auch narrativ. So wird das Lesen selbst zum Kampf.

Der erste Akt von War Games, mit dem der erste Band (500 Seiten!) schließt, ist nichts als eine große Prügelei:

  • Batman vermöbelt Gangster
  • Nightwing vermöbelt Gangster
  • Catwoman vermöbelt Gangster
  • Robin vermöbelt Gangster
  • Batgirl vermöbelt Gangster
  • neue Heldinnen wie Onyx und Tarantula vermöbeln Gangster

Eintönig? Ja, so ging es mir auch. Aber so geht es im zweiten Band (600 Seiten!) weiter. Bis irgendwann endlich der Hauptschurke auftaucht: Black Mask. Zu lange hält man mit ihm hinterm Berg, dann ist er plötzlich da, ohne großen Auftritt – und als Batman dahinterkommt, ist es keine Überraschung mehr, weil der Leser es längst weiß, ohne dass er selbst rätseln musste. Das hätte man eleganter lösen können. Aber immerhin ist Black Mask, ein grausamer, sadistischer wie wortgewandter Schurke, das Einzige an dieser Story, das Interesse weckt.

Alles weitere ist entbehrlich. Zu viele Charaktere tummeln sich da (Hush! Deadshot! Scarecrow!), die die dünne Story mehr mit unnötigen Schlägereien ausbremsen als sie voranzubringen. Batman wirkt mal wieder sehr unsympathisch, weil herrisch, als er auch noch der Polizei vorschreiben will, was sie zu tun hat, und danach bei ihr in Ungnade fällt. Dabei ist die eigentlich spannende Prämisse, dass der Mann, der an alles gedacht hat, unfreiwillig zum eigentlichen Auslöser der Krise wird. Aber hier wird die Idee verschenkt.

Der Schlussteil, War Crimes, ändert an dem Gesamteindruck wenig: er liest sich wie ein Epilog, der sich noch mehr zieht als das Ende von Herr der Ringe III. Das Finale enttäuscht, Black Mask und Joker gehen in einer Seitengasse wegen einer Nichtigkeit aufeinander los, Batman mischt sich ein, es geht kindisch zu wie auf dem Pausenhof. Da kann auch die überraschende Wendung am Ende nicht mehr helfen. Sie braucht uns ebenso wenig zu jucken wie die über 1000 Seiten davor.

>> Batman 2000-2011

Ein Origin-Trailer zu Wonder Woman

Ein neuer Wonder Woman-Trailer verrät mehr über die Vorgeschichte der Amazone – und macht Lust auf mehr. Am 15. Juni 2017 kommt der Film in die Kinos. Kann Diana das DC-Kino-Franchise retten? Alle Hoffnung ruht auf ihr.