Superman

Batwoman mit Superkräften

DC Comics

Titel: The Super-Batwoman/Super-Batwoman and the Super-Creature

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton, Jerry Coleman/Dick Sprang, Curt Swan

Erschienen: 1957/1961 (World’s Finest #90/117), Hardcover 2016/2019 (Batman & Superman in World’s Finest: The Silver Age Omnibus Vol. 1/2)


Was ist gefährlicher, als eine renitente Frau, die sich ständig in Männerangelegenheiten einmischt? Eine Frau mit Superkräften! Kathy Kane hört im Fernsehen, dass ein Verbrecher aus dem Knast ausgebrochen ist und nach einer versteckten Kapsel sucht, die ihm für 24 Stunden Superkräfte verleiht. (Diese stammt von Krypton, Jor-El hat sie für den Notfall erfunden, nach der Explosion des Planeten sind die Kapseln zufällig auf der Erde gelandet.) Kathy will helfen – trotz des Berufsverbots, das Batman ihr erteilt hat – und sieht auch die Gelegenheit, Batman endlich zu zeigen, was sie drauf hat. Als Batwoman rast sie auf ihrem Motorrad zum ehemaligen Versteck des Gauners, wo sie bereits Batman, Robin und Superman antrifft.

Chauvi Batman kommt wieder mit der alten Leier, das Unternehmen sei zu riskant für eine Frau. Nicht wegen der Gefahr für Leib oder Leben, sondern für ihre Geheimidentität. Wenn er diese herausgefunden habe, könnten das auch andere tun. Doch Batwoman gibt nur scheinbar auf, in Wahrheit findet sie den flüchtigen Verbrecher, und zwar zufällig genau in dem Moment, da er in einem verlassenen Chemiewerk die Wunderkapsel nehmen will, und schluckt das Zeug selbst, bevor das Schlimmste passieren kann.

(mehr …)

DC-Marvel-Crossover bekommen Omnibus-Ausgaben

Die Crossover zwischen DC und Marvel haben eine lange Tradition, die aber vor 20 Jahren zum Erliegen kam. Die vielen Hefte, von denen die meisten in den 90ern herauskamen (DC versus Marvel, 1996), wurden nicht mehr neu aufgelegt. Erst 2022 gab es eine winzige Neuausgabe von JLA/Avengers (2003-2004) – ein schwacher Trost für wenige Auserwählte (so wie mich), aber es schien Bewegung in die Sache zu kommen.

DC / Marvel

Nun verkündet DC die Sensation, alle diese Storys wiederaufzulegen vom ersten Treffen zwischen Superman und Spider-Man (1976) bis zum letzten, Batman/Daredevil (2000). Gebündelt werden sie in zwei Ominbus-Ausgaben, die am 6. August [UPDATE:] 8. Oktober 2024 erscheinen sollen. Der Preis wird pro Band 150 US-Dollar betragen. Hier der gesamte Inhalt laut DC:

(mehr …)

Nightwing bekommt Hilfe von Freunden

DC Comics

Titel: Nightwing Vol. 2 Get Grayson (dt. Grayson muss sterben!)

Autor/Zeichner: Tom Taylor/Bruno Redondo

Erschienen: 2021 (#87-89, Superman: Son of Kal-El #9, Nightwing #90-91), Hardcover 2022, Paperback 2023, dt. Panini 2022


Die Story ist simpel: Blockbuster hat ein Kopfgeld auf Dick Grayson ausgesetzt, nun versuchen Gauner, ihn auf offener Straße zu töten. Dann entführen sie seinen Hund und er jagt ihnen als Nightwing hinterher, einmal durch Blüdhaven, zur Hilfe kommt Batgirl.

Doch was wir sehen, ist spektakulär: Eine Sequenz von 22 Seiten, die ein einziges langes Panel bildet. Eigentlich müsste man die Seiten aneinanderkleben und aufhängen. Doch so ein langer Rahmen wird schwer zu finden sein. Aber auch bleim Blättern verschlägt es einem den Atem, wenn die Stadt als Raum erfahrbar wird, wenn die Figuren mal nach oben, mal nach unten, mal nach hinten, mal nach vorne streben, aber stets in der Leserichtung nach rechts, wie in einem alten Computerspiel.

Kurz gesagt: Nightwing #87 ist ein Meisterwerk der Comickunst und ein Riesenspaß. Damit treibt Zeichner Bruno Redondo seinen oft genutzten De-Luca-Effekt (Bewegung darstellen durch Vervielfältigung von Figuren im Panel) auf die Spitze.

(mehr …)

Mein erster Superheldencomic: Batman & Superman Adventures #1

Auch wenn Comics Massenmedien sind: Sie sind auch eine persönliche Sache. Jeder hat einen eigenen Bezug zu ihnen, jedes noch so billige Heftchen kann eine tiefere Bedeutung für den Einzelnen haben, einen emotionalen Wert, eine Hintergrundgeschichte, wie man da rankam und unter welchen Umständen man es las. Daher will ich heute mal persönlich werden und erzählen, wie es bei mir begann – mit Batman, mit Superhelden, mit Comics überhaupt.

Es war 1998. Ich war 13 Jahre alt. Ich ging mit ein oder zwei Klassenkameraden nach der Schule in den einzigen Comicladen der Stadt Aachen, mit den klangvollen Namen „Bäng Bäng“ (es gibt ihn immer noch). Keine Ahnung, was genau uns da hingetrieben hat. Einer der Freunde wollte sich, glaube ich, einen Simpsons-Comic kaufen. Ich kam mehr aus Solidarität mit, schaute die Simpsons lieber im Fernsehen, als sie zu lesen.

Die einzigen Comics, die ich kannte, waren Micky Maus und Asterix, aber die hatte ich zuletzt in der Grundschule gelesen. Jetzt interessierte ich mich mehr für „richtige“ Bücher – oder was man mit 13 Jahren so nennt. Doch dann sah ich dieses Cover im Drehregal. Es zeigte einen bunten Haufen Leute, die in einer Gruppe zusammenstanden. Ich kannte nur die drei in der ersten Reihe: Superman, Batman, Wonder Woman. Keine Ahnung, wer die anderen waren, der Typ mit der grünen Maske oder der mit dem grünen Gesicht, im Hintergrund grinste noch der Joker – aber das war’s.

(mehr …)

Weihnachten mit Superman, Batwoman und Bat-Mite

Titel: DC’s ’Twas the Mite Before Christmas

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2023 (One-shot)


Es gibt Geschichten, die sind unsterblich. Wie etwa die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens (A Christmas Carol) von 1843. Die wurde mittlerweile so oft verfilmt und anderweitig adaptiert, dass sie vielleicht sogar bekannter ist als die biblische Weihnachtsgeschichte. Es gibt Filmfassungen mit Bill Murray, mit Patrick Stewart, mit Jim Carrey, mit Micky Maus sowie mit Michael Caine und den Muppets. Und obwohl die Story ausgelutscht ist, werden die Leute ihrer anscheinend nicht müde.

Auch Batman wurde bereits zu Scrooge: 1995 in „Ghosts“ (Haunted Knight) wurde das Konzept der drei Geister auf Halloween übertragen, 2011 erzählte dann Lee Bermejo seine Variation der Weihnachtsgeschichte in Batman: Noël. Und als wäre das nicht schon genug, bekommt im diesjährigen Weihnachtsspecial auch Oberschurke Lex Luthor die allzu naheliegende Behandlung.

(mehr …)

Weihnachtsfeier im DC-Universum

Vor Superman gab es „Captain Adventure“. Jedenfalls als Spielzeug. Dieser Superheld in Rot trug ein gelbes A auf der Brust und lag beim kleinen Clark Kent mal unterm Weihnachtsbaum. Später hat er ihn wohl dazu inspiriert, selbst einen blauen Strampelanzug mit einem roten S-Symbol anzuziehen.

Clark Kent mit Captain Adventure (DC Comics)

Jahre später verwüstet Captain Adventure eine Vorstadt. Jedenfalls ein Roboter, der wie das Vorbild aussieht, aber sich gar nicht heldenhaft verhält, sondern den Spielzeugmacher Sam Lattem umbringen will. Dahinter steckt natürlich – wenig überraschend, daher kein Spoiler – der Toyman! Superman hält ihn auf, zusammen mit Batman. So weit, so routiniert. „World’s Finest Christmas“ gilt nur dem Titel nach.

Superman und Batman gegen Captain Adventure. (DC Comics)

Kaum ist die Gefahr gebannt, verzieht sich Batman wieder. Superman aber fühlt sich genötigt zum Aufräumen. Er baut sogar das Haus der Familie Lattem wieder auf, verlegt sogar alle Leitungen – Superman ist nämlich auch ein Naturtalent als Handwerker. Er kann einfach alles. Daneben sieht Batman ziemlich alt aus – auch weil er sich ums menschliche Wohl nicht zu scheren scheint. Doch dann kommt Alfred vorbei, bietet Sam Lattem einen Job an und schenkt dem Sohn eine neue Action-Figur: „Night Scout“.

Einsam in Wayne Manor zu Weihnachten: Bruce Wayne. (DC Comics)

Batman mag ein kalter, grimmiger Rächer sein, aber Bruce Wayne hat zum Glück immer noch ein Herz. Und, ach ja: Auch er wurde mal von einer Actionfigur inspiriert. Nicht etwa allein von einer durchs Fenster fliegenden Fledermaus. Wollten wir das wissen? Zu spät, jetzt ist auch diese letzte Lücke im Origin erzählt.

(mehr …)

Weihnachten mit Batman and The Outsiders

DC Comics

Titel: The Hand That Rocks the Cradle/Who’s Afraid of the Big Bad S?

Autor/Zeichner: Mike W. Barr/Jim Aparo

Erschienen: 1984/1985 (Batman and the Outsiders #8/19, 1984), Paperback 2017/2018 (Vol. 1-2)


In den 80ern vor der Crisis trieb sich Batman mit Superhelden wie Black Lightning, Geo-Force, Halo, Katana und Metamorpho herum. Das Team nannte sich Outsiders und hatte eine eigene Serie. Darin erschienen auch zwei Ausgaben, die an Weihnachten spielten.

(mehr …)

Superhelden im Mittelalter mit Aliens

DC Comics

Titel: Dark Knights of Steel Vol. 1-2 (dt. Batman und die Ritter aus Stahl)

Autor/Zeichner: Tom Taylor/Yasmine Putri

Erschienen: 2021-2023 (#1-12), Hardcover 2022/2023; dt. Panini (2 Paperbacks)


Was wäre, wenn Jor-El und Lara in die Rakete gestiegen und auf der Erde im Mittelalter gelandet wären? Davon erzählt Tom Taylor in Dark Knights of Steel. Eine Elseworlds-Story ohne Elseworlds-Logo, in einer Art Fantasy-Szenario. Jor-El wird König, herrscht neben König Jefferson (Black Lightning) und den Amazonen – zusammen bilden sie eine Welt mit drei Reichen. Dann wird Jor-El von Green Arrow mit einem Kryptonitpfeil ermordet. Wer steckt hinter dem Anschlag? Damit wird eine Kette von Ereignissen losgetreten, die die Welt in den Krieg stürzt.

Superhelden als Ritter – das ist nicht ganz neu (Dark Knight Dynasty, Dark Knight of the Round Table)  aber hier ist es konsequent auf das gesamte DC-Universum übertragen. Und unter dieser Last ächzt auch die Geschichte. Zwar hat sie zwölf Ausgaben und in diesem Watchmen-Format hat man eigentlich mehr als genug Platz, um etwas von Substanz zu erzählen, doch Tom Taylor (Batman: The Detective, Nightwing) will so viele Figuren unterbringen, dass für keine richtig Zeit bleibt. Im Vordergrund steht eine Handlung, in der es Schlag auf Schlag geht – wie schon bei seinen Werken Injustice und DCeased. Herunterbrechen lässt es sich auf die Formel: Wer stirbt als nächstes?

SPOILER-WARNUNG!

(mehr …)

Superman in der Nostalgie-Falle

DC Comics

Titel: Superman ’78

Autor/Zeichner: Robert Venditti/Wilfredo Torres

Erschienen: 2021-2022 (Miniserie #1-6), Hardcover 2022; dt. Panini 2022


Für viele ist Christopher Reeve nach wie vor der Film-Superman schlechthin. Und wahrscheinlich ist er auch nach wie vor das Beste dieser Filme, die zwar ihren Charme und ihren Platz in der Geschichte haben, aber doch ziemlich in die Jahre gekommen sind. Charmant sind allerdings nur die ersten beiden zu nennen, denn in gewisser Weise ereilte die Reihe ein ähnliches Schicksal wie später die Batman-Filme: Nach zwei guten Filmen wurde es alberner und liebloser bis zum totalen Reinfall.

Bereits die Dreharbeiten zu Superman II waren schwierig, Regisseur Richard Donner wurde gefeuert und durch Richard Lester ersetzt, der entfernte einige Szenen und rückte den Film mehr Richtung Komödie, was ihm nicht guttat (2006 erschien der Donner-Cut). Superman III sollte ursprünglich eine Brainiac-Story mit Supergirl und Mr. Mxyzptlk sein, aber man entschied sich für eine alberne Hacker-Story und einen gespaltenen Superman – mit vernichtenden Kritiken. Es ist schon schade, dass wir in allen Superman-Filmen bloß Lex Luthor und Zod als erstklassige Comic-Schurken hatten.

Wie in Batman 89 versuchte DC, diese verpasste Chance auch bei Superman in Comicform nachzuholen. Superman ’78 erzählt, wie dieser dritte Film hätte werden können – allerdings ohne Supergirl und nervigen Kobold. (Und wenn man die Tatsache ignoriert, dass Superman Returns eigentlich dieser dritte Film gewesen sein soll.)

(mehr …)

Batman, Superman und der Donnerknabe

DC Comics/Panini

Titel: Batman/Superman: Worlds Finest Vol. 2: Strange Visitor (dt. Der Schlüssel zum tödlichen Witz)

Autor/Zeichner: Mark Waid/Dan Mora

Erschienen: 2022-2023 (Batman/Superman: Worlds Finest #6-10), Hardcover 2023; dt. Panini 2023 (enthält #7-12)


Alles wiederholt sich. Im Universum, wie auch im Multiversum. Besonders in Superheldencomics. Wenn Planeten untergehen, gibt es immer ein Elternpaar, das sein Kind ins Weltall schießt. Diesmal: die Erde. Gotham City. Der Teenager David Sikela landet auf der Erde im Metaverse. Und natürlich hat er Superkräfte – ähnlich wie Superman, aber anders, er schießt halt Energiestrahlen – und ist überhaupt eine tickende Zeitbombe. Nicht so günstig, wenn man gerade ein Trauma erlebt hat und in der Pubertät steckt.

Statt ihn in Therapie zu schicken, nimmt ihn Superman unter seine Fittiche. Als Sidekick. Er kriegt auch ein schönes kryptonisches Kostüm in lila, mit grünem Cape und gelber Sonne auf der Brust. Und dann soll er lernen, ohne dass er Zeit bekommt, sich von dem Schock zu erholen, wie man den Helden spielt. Will er das überhaupt? Bei den Teen Titans kriegt er den Namen „Boy Thunder“ – leider bleibt es kein Arbeitstitel. Als der Superschurke Key in Gotham eine Angst vor Türen und Fenstern ausbrechen lässt, soll sich David dann unter Hochdruck bewähren. Doch das ist nur der Auftakt, denn der Key hat sich mit dem Joker verbündet – und der liebt bekanntlich nichts mehr, als Sidekicks mit Brechstangen zu traktieren …

(mehr …)