Robin

Falsches Spiel mit Batgirl

DC Comics

Titel: The True-False Face of Batman

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Carmine Infantino

Erschienen: 1967 (Detective Comics #363), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Carmine Infantino)


Batman offenbart Batgirl sein größtes Geheimnis: Zuerst führt er sie mit einer Augenbinde in die Bathöhle, dann setzt er seine Maske ab und darunter ist – Bruce Wayne! Nicht mal ein Jahr dabei und schon knickt Batman vor einer Frau ein? Zugegeben: vor einer jungen, sehr attraktiven und sehr klugen Frau. Aber trotzdem! Robin ist empört.

Doch dann ist wie immer alles anders als gedacht. Batman inszeniert das Ganze so, dass es wie ein Fake aussieht. Er lässt sein Gesicht aussehen, als wäre es eine Maske – und zwar eine schlechte. Das alles dient nur dazu, dass irgendwelche Diebe auf eine falsche Fährte gelockt werden. Und ganz nebenbei auch Tausende von Comic-Lesern, die das Heft nur wegen des Covers gekauft haben.

So ganz leuchtet die Notwendigkeit dieses riskanten Manövers nicht ein. Genauso wenig verstehe ich nicht, warum die Verbrecherbande ständig literarische Werke ausleiht, um sich Pläne für ihre Diebstähle abzugucken. Was hat „Der Kaufmann von Venedig“ mit einem Juwelendiebstahl zu tun, außer dass der Bestohlene aus Venedig stammt? Die Bibliothekarin Barbara Gordon sieht da einen Zusammenhang.

Es ist auch fraglich, wie diese Diebe die Bücher an einem Tag lesen können, und dass sie diese wieder in die Bücherei zurückbringen. Aber vielleicht ist das ja auch nur eine Methode, um Kinder oder Jugendliche dazu zu bringen, richtige Bücher zu lesen. Nein, klingt unüberzeugend? Denke ich auch. Wahrscheinlich soll den jungen Lesern gar nicht erst auffallen, dass sie hier zweimal an der Nase herumgeführt werden …

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Batgirl gegen Zwangsheirat

Batgirls erster Auftritt im Fernsehen. (Bilder: Warner Bros.)

Titel: Enter Batgirl, Exit Penguin (dt. Batgirl kommt, Pinguin geht)

Drehbuch: Stanford Sherman

Erschienen: 1967 (Batman S03E01)


„Bats! I’m surrounded by bats!“ (Pinguin)

Bruce Wayne und Dick Grayson wollen mit O’Hara, Gordon und dessen Tochter Barbara (Yvonne Craig) in die Oper. Doch daraus wird nix, weil der Pinguin Barbara entführt, um sie zu heiraten – natürlich unter Zwang. Aber nicht etwa Liebe verschafft ihm den Sinneswandel. In der typisch verdrehten Logik von Batman-Schurken erhofft er sich davon Straffreiheit. (Fragt nicht.)

Der Pinguin hält Barbara Gordon gefangen.

Bei der Suche nach einem Pfarrer entführt er auch Alfred, der sich für einen Geistlichen ausgibt, um den echten zu decken. Alfred meldet die Gefahr seinem Herrn dank einem versteckten Knopf im Gürtel. Doch als Batman und Robin eintreffen, stellen sie fest, dass sie eine Dritte im Bunde haben: Batgirl.

Barbara wird zu Batgirl.

Statt die Polizei zu rufen, wie es jede normale Frau getan hätte, ist Barbara Gordon zwischendurch mal eben schnell nach Hause geschlichen und hat sich umgezogen. Unbemerkt hat sie in ihrer Wohnung ein Geheimversteck untergebracht, samt violettem Kostüm, roter Perücke und einem passenden Motorrad mit Rüschen (weil Frauen in den 60ern so was offenbar machen). Zu dritt schlagen sie den Pinguin und seine Handlanger spielerisch zusammen, am Ende rettet sie Batman und Robin sogar den Hals, bevor sie wie Teebeutel in heißes Wasser getunkt werden. Nur Alfred erfährt in der Folge ihr Geheimnis – doch sie bittet ihn, in der Rolle des Pfarrers zu bleiben und die Schweigepflicht einzuhalten.

Das Dynamische Duo als Teebeutel

Wie in den Comics, in denen Barbara kurz zuvor eingeführt worden ist, ist die Heldin auch hier Bibliothekarin. Während aber im Comic halbwegs plausibel erklärt wird, warum sie ein Kostüm trägt und Kampfkunst beherrscht, liefert sie in der TV-Serie keine Erklärung für Batgirl ab. Sie ist einfach da. Und für sie ist das Abenteuer ein einziger Spaß. Batman kann dem zwar nicht so viel abgewinnen, aber immerhin nimmt er ihre Hilfe dankend an – im Gegensatz zu dem Chauvi in den Comics …

Batman, Robin und Batgirl

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Das neue Batgirl: Gekommen um zu bleiben

DC Comics

Titel: The Million Dollar Debut of Batgirl!

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Carmine Infantino

Erschienen: 1967 (Detective Comics #359), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Carmine Infantino)


Nach Batwoman kam Bat-Girl, aber das waren nur kurzlebige Spinnereien der 50er bzw. 60er. Allerdings kam Batgirl 1967 wieder, in Form von Barbara Gordon – und blieb die langlebigste Version davon. Barbara ist nicht nur Tochter des Commissioners, sondern auch Bibliothekarin. Und was für eine: mit Doktortitel (summa cum laude) und braunem Judo-Gürtel. Außerdem kann sie nähen. Für den Kostümball der Polizei näht sie sich ein Batgirl-Kostüm.

Barbara Gordon wird Batgirl (DC Comics)

Als sie unterwegs dorthin ist, sieht sie, wie Killer Moths Bande Bruce Wayne überfällt. Barbara überwältigt die Gauner, landet dabei aber im Kokon des Schurken. Batman befreit sie, aber obwohl sie ihm sagt, dass sie nur zum Kostümball wollte, sagt sie ihm nicht, wer sie wirklich ist.

Batman und Robin finden heraus, dass Killer Moth von zehn reichen Männern Schutzgeld erpresst. Bruce Wayne widersetzt sich, lockt den Schurken zu sich nach Hause. Zufällig muss an dem Abend Barbara ein kostbares Buch bei Bruce abliefern. Sie findet aber einen leblosen Kunden …

Obwohl Barbara nur als Bibliothekarin unterwegs ist, hat sie ihr Kostüm dabei, zieht sich um und legt sich wieder mit den Motten an. Batman und Robin, die das mitansehen, sind gar nicht erfreut. Sie macht ihren Plan zunichte – und außerdem noch schlechte Witze. Und dann ist da noch das Ego: „Still — we can’t let Batgirl fight our battles, now can we?“, fragt Batman. Nein, das geht natürlich nicht.

Später aber hilft ihnen Batgirl aus der Patsche: Sie findet Killer Moth (sie erkennt ihn an ihrem Parfüm) und verdient sich damit Batmans Respekt. Anders als ihre Vorgängerinnen, Batwoman und das erste Batgirl, heißt der Held sie als Hilfe bei der nächsten Gelegenheit willkommen. Wie gesagt: Es ist das Jahr 1967. Die Gesellschaft ist im Wandel.

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Bat-Girl wird Batwoman

DC Comics

Titel: Bat-Girl – Batwoman II

Autor/Zeichner: Bill Finger/Chic Stone

Erschienen: 1964 (Batman #163)


Alfred haut mal wieder in die Tasten. Nachdem er letztens Dick Grayson und Bruce Wayne Jr. eine Zukunft als Batman und Robin angedichtet hat (Bruce Wayne war mit Kathy Kane verheiratet), wird jetzt das ehemalige Bat-Girl Betty Kane zur neuen Batwoman.

Batman II und Robin II

Betty besucht ihre Tante, die führt sie herum in ihrem alten Haus und zeigt ihr auch das alte Batwoman-Kostüm. Kathy ist wehmütig: Es ist schon lange her, dass sie in Aktion getreten ist. Doch da entscheidet Betty, ihre Nachfolge anzutreten.

Als Batman II und Robin II gerade nicht in der Stadt sind, wird Bruce Wayne zu Batman und gerät sogleich in Gefahr. Milo, der Erfinder für die Unterwelt, schnappt sich den Helden mit einer riesigen fliegenden mechanischen Hand. Zufällig kommt Batwoman II vorbei und befreit ihn. Beim Sturz verliert Batman seine Maske und sein Geheimnis ist raus.

Batwoman II rettet Batman

Gemeinsam verfolgen sie Milo zu einer Vorführung seiner Erfindungen, werden gefangengenommen und Batman wird fast von einem riesigen Hammer zermatscht, doch dann kommt die nächste Generation, um ihn zu retten …

Bett Kane küsst Dick Grayson

Es ist nicht die großartigste Geschichte, die uns Alfred hier auftischt. Formelhaft und uninspiriert. Ebenfalls schade: Alle bekommen hier was zu tun, nur Kathy Kane muss zuhause bleiben. Immerhin bekommt Dick Grayson, nachdem er sich als neuer Batman geoutet hat, einen Kuss von Betty …

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Mister Freeze und die Frostbeulen

Batman und Robin auf Eis.

Titel: Instant Freeze/Rats Like Cheese (dt. Batman auf Eis)

Drehbuch: Max Hodge

Erschienen: 1966 (Batman S01E07-08)


„Ah, das ist schrecklich!“ (Mr. Freeze)

Eine vereiste Straße, mitten im Sommer? Wer kann bloß dahinterstecken? Natürlich: Mr. Freeze! Nur er schießt Eis und Feuer. Und er spricht deutsch. Kein Wunder, denn der Mann heißt mit bürgerlichem Namen Dr. Schimmel. Womit auch klar wäre, dass der Name bei so geringer Betriebstemperatur nicht mehr passend erschien. Freeze kann nur noch bei Frost überleben, daher muss er draußen einen silbernen Anzug tragen. Batman fühlt sich für Freezes Zustand verantwortlich. Es sei ein Unfall gewesen, sagt Gordon, aber trotzdem plagt Batman das schlechte Gewissen.

Freeze schießt Frost

Mr. Freeze stiehlt Diamanten, weil die Steine auch „Eis“ genannt werden. Batman und Robin kommen nach einiger Detektivarbeit auf die Idee, dass er es auf die größten Steine abgesehen hat. Und wie der Zufall es will, ist der allergrößte gerade in der Stadt – und hängt an einer schönen Prinzessin. Aber zunächst müssen es Batman und Robin mit fünf falschen Batmen und Mr. Freezes aufnehmen. Es wird nicht so richtig klar, warum. Es sorgt aber für reichlich Verwirrung, wenn die Schlägerei erst mal richtig los geht. Wer ist Freund? Wer ist Feind? Man blickt nicht durch, aber irgendwie kriegen es unsere Helden schon hin.

Falsche Helden, falsche Schurken.

Dann wird das Dynamische Duo von Mr. Freeze vereist und langsam wieder aufgetaut. Eine dramatische Situation: Wenn man es zu schnell macht, könnten sie sterben. Die Gesetze der Physik sagen zwar das Gegenteil, aber wer würde schon am Urteil eines Mannes an einer Konsole mit Thermometer zweifeln?

Das Geheimversteck von Mr. Freeze

Kaum sind sie aus dem Eis befreit, tappen sie auch schon in die nächste Falle. Mr. Freeze fordert Batman. Dieser geht allein, Robin folgt ihm wie immer entgegen seiner Anweisung, sie landen im Geheimversteck des Schurken, das nicht so hoch in den Bergen zu liegen scheint, dass offenbar auch im Sommer überall Schnee liegt. Auch im Inneren ist es so unfassbar kalt ist, dass man darin nur mittels „Wärmebrücken“ (beheizten Raumsegmenten) überleben kann. Diese Idee ist mit Abstand die interessanteste Erneuerung, die die Serie dem Charakter hinzufügt.

Batman und Robin in der Comfort Zone

Batman gewinnt – dank Thermo-Unterwäsche. Und wie immer wartet er bis zum letzten Augenblick, um das Ass aus seinem Ärmel zu ziehen. Und damit beweist er sich mal wieder als genialer Schauspieler: Er stürzt sich zweimal auf Freeze und tut so, als würde er erfrieren. Doch dann plötzlich ist er Herr der Lage. Als dann ihm noch Robin mit einer Eisbärenattacke beikommt, ist das Eis endgültig gebrochen …

Robin mit Eisbär

Nachtisch gefällig? Ach nee, lieber nicht …

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Bat-Girls erster Auftritt

DC Comics

Titel: Bat-Girl!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1961 (Batman #139)


„Not bad — for a girl!“ (Robin)

Fünf Jahre nach Batwomans erstem Auftritt, der das Dynamische Duo zu einem Trio machte, kam Bat-Girl. Und zwar aus dem Nichts. Die drei sind gerade dabei, eine neue Bande, die Cobra Gang, aufzumischen, da werden sie durch einen Kraftstrahl außer Gefecht gesetzt. Plötzlich kommt Bat-Girl zum Fenster rein, schwingt sich mit einem Vorhang auf den Schurken und befreit die anderen.

Bat-Girl als Retterin in der Not verschwindet genauso schnell wie sie aufgetaucht ist. Kathy Kane erfährt später in ihrer Höhle, dass es sich um ihre Nichte Betty Kane handelt. Sie besuchte die reiche Tante, kam hinter ihr Geheimnis, nähte sich ein ähnliches Kostüm und begann damit, ihr Idol zu stalken. Warum scheint in letzter Zeit jeder zu glauben, dass er Vigilant spielen müsse? Und dann auch noch ein Mädchen!

Batman weiß Rat. Kathy soll Betty durch endloses Training hinhalten. Doch Betty wird ungeduldig und zieht wieder als Bat-Girl alleine los. Zuerst erschreckt sie die Cobra Gang mit einem riesigen Ballon, dann wird sie aber gefangengenommen – als Geisel. Betty kann sich durch eine Bastelstunde retten, indem sie Papierfledermäuse ausschneidet und als Hilferuf durch einen Lüftungsschacht schickt. Das Dynamische Trio rettet sie und sie lernt ihre Lektion.

Nach drei Jahren lernt es auch DC: Redakteur Julius Schwartz wirft Batwoman und Bat-Girl raus. Doch schon 1967 kehrt sie in neuer Form in die Comics zurück – dank der Batman-Fernsehserie.

Die nächste Generation braucht Starthilfe

DC Comics

Titel: The Second Batman and Robin Team

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Batman #131)


„Golly — we’re like the three musketeers!“ (Robin II)

Was wäre, wenn … Bruce Wayne als Batman in Ruhestand ginge, zusammen mit seiner Frau Batwoman? Alfred denkt sich diese mögliche Zukunft aus, als er eine neue Schreibmaschine ausprobiert. Naheliegende Folge: Dick Grayson wird Batman II – inklusive einer römischen Zwei auf der Brust. Und wer wird Robin? Natürlich Bruce Wayne, Jr. Der kleine Rotschopf (!) hat ein paar Tricks von Onkel Dick gelernt und will unbedingt der neue Wunderknabe werden. Die Eltern wollen nicht, es ist zu gefährlich (warum durfte dann Dick?), aber schließlich kann Junior sie überreden.

Schon bald stürzt sich das neue Dynamische Duo ins Abenteuer, aber beim ersten Fall baut Robin Mist und lässt die Gangster entkommen. Beim zweiten Mal wird Dick gefangen genommen, Robin befreit ihn, aber dann geraten sie beide in Gefangenschaft. Also müssen die Rentner ihre Kostüme wieder anlegen, um den Jungs aus der Patsche zu helfen – ohne Starthilfe der alten Garde geht es nicht. (Bruce will mal wieder, dass die Frau zuhause bleibt, aber natürlich kann sich der Mann mal wieder nicht durchsetzen, wie Alfred ironisch bemerkt.) Robin vergleicht das Team später mit den drei Musketieren, will heißen, dass die Frau mal wieder nicht zählt.

Am Ende sind die Eltern total stolz auf ihren Sohn, obwohl er mit Dick so ziemlich alles falsch gemacht hat und ewig Hausarrest bekommen müsste. Talentiert zu sein scheint Junior nur als Detektiv und in schlechten Kalauern. Aber das ist ja auch nur eine imaginäre Geschichte – oder jedenfalls so ähnlich.

Ein bitterer Beigeschmack: In einem Panel sagt Junior zu seinem Vater, jetzt, da er Judo könne, solle Bruce lieber nicht versuchen, ihn zu züchtigen. Bruce lacht nur. Im Jahr 1960 war daran noch nichts Schlimmes.

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Verloren im Labyrinth

DC Comics

Titel: Dark Nights: Metal – The Resistance (dt. Widerstand in Gotham/Die Batmen aus der Hölle)

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2017 (diverse Ausgaben, Paperback 2018), dt. Panini 2018 (Batman Metal Sonderbände)


Die bösen Batman aus dem Dunklen Multiversum haben Gotham zu einem Labyrinth gemacht und unter Arkham-Schurken aufgeteilt: Riddler, Poison Ivy, Mister Freeze, Mad Hatter. Batman ist verschwunden. Nun müssen Robin und Nightwing zusammen mit Green Arrow, den Titans und der Suicide Squad Gotham retten und dabei Batman finden. Doch die beiden Teams werden zu Schurken gemacht und so bilden Damian, Dick und Oliver zusammen mit Killer Croc und Harley Quinn ein Team. In der Zwischenzeit irrt Batman durch ein ganz eigenes metaphysisches Labyrinth, in dem er sein erstes Abenteuer wiedererlebt, das sich mit vielen neuen Welten verbindet.

The Resistance ist mehr als nur eine Sammlung von fakultativen Tie-ins zu Dark Nights: Metal. Der erste Teil bildet eine wichtige Ergänzung zwischen Teil 2 und 3 der Mini-Serie. Der zweite Hauptteil beschreibt den Kampf zwischen der einzelnen Justice League-Mitglieder (Flash, Green Lantern, Wonder Woman, Aquaman, Cyborg) gegen ihre bösen Gegenstücke, bleibt aber ziemlich oberflächlich und ist nichts anderes als ein Umweg, der zurück zum Status quo führt. Dagegen hat der erste deutlich mehr interessante Situationen zu bieten, auch weil zwischen den Charakteren mehr Spannung besteht.

Der eigentliche Höhepunkt des Bandes ist Batman: Lost, ein Fest für Fans. Bruce Wayne erscheint in der Rahmenhandlung als alter Mann, der seiner Enkelin aus The Case of the Chemical Syndicate (Detective Comics #27) vorliest und dabei in historische, postapokalyptische und Science-Fiction-Szenarien stolpert. Dieser Bruce Wayne hat im Alter all seine Abenteuer aufgeschrieben, wir sehen die Bände (in einer seltsam unsystematischen Reihenfolge) in seinem Bücherregal stehen und es ist bemerkenswert, dass er allen dieselben literarische Titel gegeben hat wie die Comics (Court of Owls, A Lonely Place of Dying, Knightfall, Hush, Dark Victory, aber auch Public Enemies, Daughter of the Demon, Under the Red Hood und The Black Mirror, Long Halloween, Tower of Babel und The Man Who Laughs). Und Bruce bestätigt, was wir schon seit Grant Morrison wissen: Alle diese Batman-Abenteuer aus 80 Jahren sind (für Batman) wirklich passiert, auch wenn sie sich zum Teil widersprechen.

Es ergibt sich folgende sinnvolle Lesereihenfolge für das Event (ausgenommen sind die Tie-ins von Dark Knights Rising):

  • Dark Days: The Forge/The Casting
  • Dark Nights: Metal #1-2
  • The Resistance, Teil 1 (Teen Titans #12, Nightwing #29, Suicide Squad #26, Green Arrow #32, Batman: Lost #1)
  • Dark Nights: Metal #3
  • The Resistance, Teil 2 (The Flash #33, Justice League #32, Hal Jordan #32, Justice League #33)
  • Dark Nights: Metal #4
  • Hawkman: Found #1
  • Dark Nights: Metal #5-6

Jokers Schlag unter die Gürtellinie

Jokers Gürtel kommt bei Frauen gut an.

Titel: The Joker is Wild/Batman is Riled (dt. Die Demaskierung)

Drehbuch: Robert Dozier

Erschienen: 1966 (Batman S01E05-06)


„Sometimes I think people expect too much of us, Batman. (…) We’re only human. We only have so much to give.“ (Robin)

Wer hätte das gedacht, dass der Joker einmal Baseball spielt? Dank der modernen Rehabilitationsmethoden im Knast von Gotham ist es möglich: Der Joker wirft Bälle – und der Batter erwischt keinen einzigen. Als er doch mal trifft, explodiert der Ball und hinter einer Rauchwolke wird der Joker von einer Plattform mit riesiger Sprungfeder aus den Knastmauern befreit. Er hinterlässt eine mysteriöse Büste … Ein Hinweis?

Ratlose Polizei: Jokers Büste

Aber warum sollte der Joker einen Hinweis hinterlassen?, fragt Commissioner Gordon. Batman liefert die tiefenpsychologische Antwort: Es geschehe unfreiwillig. Schurken prahlen gerne und geben so etwas über sich preis. Gut für Batman und Robin, denn so können sie wild drauflos knobeln und sich in das nächste Abenteuer stürzen.

Joker mit Ebenbild

Der Hinweis führt sie in ein Museum, wo die größten Komiker als Statuen ausgestellt werden. Der Joker könnte sich rächen, weil er nicht darunter ist. Als sie doch eine Statue von ihm finden, bricht daraus der leibhaftige Clown Prince of Crime hervor und macht sich daran, Juwelen zu stehlen. Als das Dynamische Duo dazwischenkommt, haut Joker ab.

Robin untersucht Jokers Puppe

Als nächstes kracht eine Clowns-Puppe ins Fenster des Commissioners. Niemand macht sich die Mühe, mal aus dem Fenster zu schauen, wer sie geworfen haben könnte. Niemand ruft: Haltet den Sachbeschädiger! Bruce Wayne, der gerade zufällig dabei ist, fragt, ob er die Puppe als Andenken mitnehmen könne. Klar, warum nicht? Und schon wandert das Beweisstück in Privatbesitz. (Kein Wunder, dass die Polizei vom Gotham nichts taugt.)

Joker als Pagliacci

Doch das ist nur der Beginn einer Verbrechensserie in Gotham, die Batman und Robin zur Verzweiflung treibt. Wir sehen Joker als Sänger in einer Pagliacci-Oper, beinahe wird Batman demaskiert, wir sehen ihn eine Nachrichtensendung kapern, er tauscht Batmans Gürtel gegen einen eigenen, aus dem Luftschlangen springen – das geht zu weit, für Batman ein Schlag unter die Gürtellinie. Schließlich, bei einer Bootstaufe, geht der Joker sogar noch weiter. Er nimmt Batman und Robin gefangen und will sie öffentlich hinrichten lassen (an einer Demaskierung scheint er das Interesse verloren zu haben). Doch da überraschen ihn die Helden mit einem Trick …

Der Joker, dargestellt von einem unrasierten Cesar Romero, ist – wie der Riddler – ein Clown, der so ziemlich alles irre komisch findet und seiner Laune stets lauten Ausdruck verleiht. Aber das Gelächter ist nicht ansteckend, denn seine humorbefreiten Helfer verziehen keine Miene. Batman und Robin haben ohnehin nichts zu lachen. Sie fühlen sich machtlos und unter großen Druck gesetzt – auch öffentlich. Ein kleiner Junge betet für sie. Sie haben es bitter nötig …

Moral dieser Episode: Musik ist wichtig, die universelle Sprache, die die Hoffnung auf Weltfrieden nährt, sagt Bruce zu Dick. Alle Menschen werden Brüder. Halleluja – das motiviert den untalentierten Dick zum Weiterüben auf dem Klavier, auch wenn es Bruce in den Ohren wehtut.

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Batman heiratet Batwoman

DC Comics

Titel: The Marriage of Batman and Batwoman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1959 (Batman #122)


„A wife’s place is in the home!“ (Batman)

Bruce Wayne geht auf ein Date mit Kathy Kane, alias Batwoman. Robin bleibt allein zu Haus. Er ist eifersüchtig. Und macht sich Sorgen. Was wäre wohl, wenn Batman und Batwoman verheiratet wären? In Wayne Manor sagt Bruce noch, Heiraten käme für ihn nicht in Frage, weil er sonst Gefahr laufen würde, aufzufliegen. Das wäre das Ende von Batman. Doch als er später am Abend nach Hause kommt, sind die beiden verheiratet.

Noch in der gleichen Nacht müssen Batman und Robin zu einem Einsatz. Da Kathy als einzige nicht Bescheid weiß, findet Bruce eine Ausrede, bzw. lügt seine Ehefrau an. Doch die kommt kurz darauf im Batwoman-Kostüm hinterher. In Wayne Manor gibt’s dann erstmal eine Rüge vom Ehemann: Batman offenbart sich als Bruce und sagt ihr, eine Ehefrau habe zu Hause zu bleiben. Sie widerspricht: „A wife’s place is with her husband!“ Als Batman ihr dann von der Gefahr erzählt, dass sie seine Geheimidentität aufs Spiel setzt, sieht sie es ein. Um ganz sicherzugehen, versteckt Bruce ihr Kostüm.

So viel zum Thema Vertrauen unter Eheleuten. Aber schon beim nächsten Einsatz wird es gebrochen. Kathy kann’s nicht lassen, also schlüpft sie in eines von Batmans Kostümen. Weil aber die Maske nicht dicht sitzt, fällt sie in einem ungünstigen Moment von ihrem Gesicht, die Gauner erkennen sie und ziehen ihre Schlüsse. Das wars! Das ist das Ende von Batman! Doch … es war alles nur Dicks Traum. Aber was ist, wenn er eines Tages wahr werden würde?

Nicht auszuhalten, wenn eine Frau den Helden um seine Heldenrolle bringen würde, um sein Hobby, das ihn mit Dick Grayson eint … Willkommen in der US-Gesellschaft der 50er.

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