Robin

Das neue Batgirl: Gekommen um zu bleiben

DC Comics

Titel: The Million Dollar Debut of Batgirl!

Autor/Zeichner: Gardner Fox/Carmine Infantino

Erschienen: 1967 (Detective Comics #359), Hardcover 2014 (Tales of the Batman: Carmine Infantino)


Nach Batwoman kam Bat-Girl, aber das waren nur kurzlebige Spinnereien der 50er bzw. 60er. Allerdings kam Batgirl 1967 wieder, in Form von Barbara Gordon – und blieb die langlebigste Version davon. Barbara ist nicht nur Tochter des Commissioners, sondern auch Bibliothekarin. Und was für eine: mit Doktortitel (summa cum laude) und braunem Judo-Gürtel. Außerdem kann sie nähen. Für den Kostümball der Polizei näht sie sich ein Batgirl-Kostüm.

Barbara Gordon wird Batgirl (DC Comics)

Als sie unterwegs dorthin ist, sieht sie, wie Killer Moths Bande Bruce Wayne überfällt. Barbara überwältigt die Gauner, landet dabei aber im Kokon des Schurken. Batman befreit sie, aber obwohl sie ihm sagt, dass sie nur zum Kostümball wollte, sagt sie ihm nicht, wer sie wirklich ist.

Batman und Robin finden heraus, dass Killer Moth von zehn reichen Männern Schutzgeld erpresst. Bruce Wayne widersetzt sich, lockt den Schurken zu sich nach Hause. Zufällig muss an dem Abend Barbara ein kostbares Buch bei Bruce abliefern. Sie findet aber einen leblosen Kunden …

Obwohl Barbara nur als Bibliothekarin unterwegs ist, hat sie ihr Kostüm dabei, zieht sich um und legt sich wieder mit den Motten an. Batman und Robin, die das mitansehen, sind gar nicht erfreut. Sie macht ihren Plan zunichte – und außerdem noch schlechte Witze. Und dann ist da noch das Ego: „Still — we can’t let Batgirl fight our battles, now can we?“, fragt Batman. Nein, das geht natürlich nicht.

Später aber hilft ihnen Batgirl aus der Patsche: Sie findet Killer Moth (sie erkennt ihn an ihrem Parfüm) und verdient sich damit Batmans Respekt. Anders als ihre Vorgängerinnen, Batwoman und das erste Batgirl, heißt der Held sie als Hilfe bei der nächsten Gelegenheit willkommen. Wie gesagt: Es ist das Jahr 1967. Die Gesellschaft ist im Wandel.

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Bat-Girl wird Batwoman

DC Comics

Titel: Bat-Girl – Batwoman II

Autor/Zeichner: Bill Finger/Chic Stone

Erschienen: 1964 (Batman #163)


Alfred haut mal wieder in die Tasten. Nachdem er letztens Dick Grayson und Bruce Wayne Jr. eine Zukunft als Batman und Robin angedichtet hat (Bruce Wayne war mit Kathy Kane verheiratet), wird jetzt das ehemalige Bat-Girl Betty Kane zur neuen Batwoman.

Batman II und Robin II

Betty besucht ihre Tante, die führt sie herum in ihrem alten Haus und zeigt ihr auch das alte Batwoman-Kostüm. Kathy ist wehmütig: Es ist schon lange her, dass sie in Aktion getreten ist. Doch da entscheidet Betty, ihre Nachfolge anzutreten.

Als Batman II und Robin II gerade nicht in der Stadt sind, wird Bruce Wayne zu Batman und gerät sogleich in Gefahr. Milo, der Erfinder für die Unterwelt, schnappt sich den Helden mit einer riesigen fliegenden mechanischen Hand. Zufällig kommt Batwoman II vorbei und befreit ihn. Beim Sturz verliert Batman seine Maske und sein Geheimnis ist raus.

Batwoman II rettet Batman

Gemeinsam verfolgen sie Milo zu einer Vorführung seiner Erfindungen, werden gefangengenommen und Batman wird fast von einem riesigen Hammer zermatscht, doch dann kommt die nächste Generation, um ihn zu retten …

Bett Kane küsst Dick Grayson

Es ist nicht die großartigste Geschichte, die uns Alfred hier auftischt. Formelhaft und uninspiriert. Ebenfalls schade: Alle bekommen hier was zu tun, nur Kathy Kane muss zuhause bleiben. Immerhin bekommt Dick Grayson, nachdem er sich als neuer Batman geoutet hat, einen Kuss von Betty …

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Mister Freeze und die Frostbeulen

Batman und Robin auf Eis.

Titel: Instant Freeze/Rats Like Cheese (dt. Batman auf Eis)

Drehbuch: Max Hodge

Erschienen: 1966 (Batman S01E07-08)


„Ah, das ist schrecklich!“ (Mr. Freeze)

Eine vereiste Straße, mitten im Sommer? Wer kann bloß dahinterstecken? Natürlich: Mr. Freeze! Nur er schießt Eis und Feuer. Und er spricht deutsch. Kein Wunder, denn der Mann heißt mit bürgerlichem Namen Dr. Schimmel. Womit auch klar wäre, dass der Name bei so geringer Betriebstemperatur nicht mehr passend erschien. Freeze kann nur noch bei Frost überleben, daher muss er draußen einen silbernen Anzug tragen. Batman fühlt sich für Freezes Zustand verantwortlich. Es sei ein Unfall gewesen, sagt Gordon, aber trotzdem plagt Batman das schlechte Gewissen.

Freeze schießt Frost

Mr. Freeze stiehlt Diamanten, weil die Steine auch „Eis“ genannt werden. Batman und Robin kommen nach einiger Detektivarbeit auf die Idee, dass er es auf die größten Steine abgesehen hat. Und wie der Zufall es will, ist der allergrößte gerade in der Stadt – und hängt an einer schönen Prinzessin. Aber zunächst müssen es Batman und Robin mit fünf falschen Batmen und Mr. Freezes aufnehmen. Es wird nicht so richtig klar, warum. Es sorgt aber für reichlich Verwirrung, wenn die Schlägerei erst mal richtig los geht. Wer ist Freund? Wer ist Feind? Man blickt nicht durch, aber irgendwie kriegen es unsere Helden schon hin.

Falsche Helden, falsche Schurken.

Dann wird das Dynamische Duo von Mr. Freeze vereist und langsam wieder aufgetaut. Eine dramatische Situation: Wenn man es zu schnell macht, könnten sie sterben. Die Gesetze der Physik sagen zwar das Gegenteil, aber wer würde schon am Urteil eines Mannes an einer Konsole mit Thermometer zweifeln?

Das Geheimversteck von Mr. Freeze

Kaum sind sie aus dem Eis befreit, tappen sie auch schon in die nächste Falle. Mr. Freeze fordert Batman. Dieser geht allein, Robin folgt ihm wie immer entgegen seiner Anweisung, sie landen im Geheimversteck des Schurken, das nicht so hoch in den Bergen zu liegen scheint, dass offenbar auch im Sommer überall Schnee liegt. Auch im Inneren ist es so unfassbar kalt ist, dass man darin nur mittels „Wärmebrücken“ (beheizten Raumsegmenten) überleben kann. Diese Idee ist mit Abstand die interessanteste Erneuerung, die die Serie dem Charakter hinzufügt.

Batman und Robin in der Comfort Zone

Batman gewinnt – dank Thermo-Unterwäsche. Und wie immer wartet er bis zum letzten Augenblick, um das Ass aus seinem Ärmel zu ziehen. Und damit beweist er sich mal wieder als genialer Schauspieler: Er stürzt sich zweimal auf Freeze und tut so, als würde er erfrieren. Doch dann plötzlich ist er Herr der Lage. Als dann ihm noch Robin mit einer Eisbärenattacke beikommt, ist das Eis endgültig gebrochen …

Robin mit Eisbär

Nachtisch gefällig? Ach nee, lieber nicht …

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Bat-Girls erster Auftritt

DC Comics

Titel: Bat-Girl!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1961 (Batman #139)


„Not bad — for a girl!“ (Robin)

Fünf Jahre nach Batwomans erstem Auftritt, der das Dynamische Duo zu einem Trio machte, kam Bat-Girl. Und zwar aus dem Nichts. Die drei sind gerade dabei, eine neue Bande, die Cobra Gang, aufzumischen, da werden sie durch einen Kraftstrahl außer Gefecht gesetzt. Plötzlich kommt Bat-Girl zum Fenster rein, schwingt sich mit einem Vorhang auf den Schurken und befreit die anderen.

Bat-Girl als Retterin in der Not verschwindet genauso schnell wie sie aufgetaucht ist. Kathy Kane erfährt später in ihrer Höhle, dass es sich um ihre Nichte Betty Kane handelt. Sie besuchte die reiche Tante, kam hinter ihr Geheimnis, nähte sich ein ähnliches Kostüm und begann damit, ihr Idol zu stalken. Warum scheint in letzter Zeit jeder zu glauben, dass er Vigilant spielen müsse? Und dann auch noch ein Mädchen!

Batman weiß Rat. Kathy soll Betty durch endloses Training hinhalten. Doch Betty wird ungeduldig und zieht wieder als Bat-Girl alleine los. Zuerst erschreckt sie die Cobra Gang mit einem riesigen Ballon, dann wird sie aber gefangengenommen – als Geisel. Betty kann sich durch eine Bastelstunde retten, indem sie Papierfledermäuse ausschneidet und als Hilferuf durch einen Lüftungsschacht schickt. Das Dynamische Trio rettet sie und sie lernt ihre Lektion.

Nach drei Jahren lernt es auch DC: Redakteur Julius Schwartz wirft Batwoman und Bat-Girl raus. Doch schon 1967 kehrt sie in neuer Form in die Comics zurück – dank der Batman-Fernsehserie.

Die nächste Generation braucht Starthilfe

DC Comics

Titel: The Second Batman and Robin Team

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1960 (Batman #131)


„Golly — we’re like the three musketeers!“ (Robin II)

Was wäre, wenn … Bruce Wayne als Batman in Ruhestand ginge, zusammen mit seiner Frau Batwoman? Alfred denkt sich diese mögliche Zukunft aus, als er eine neue Schreibmaschine ausprobiert. Naheliegende Folge: Dick Grayson wird Batman II – inklusive einer römischen Zwei auf der Brust. Und wer wird Robin? Natürlich Bruce Wayne, Jr. Der kleine Rotschopf (!) hat ein paar Tricks von Onkel Dick gelernt und will unbedingt der neue Wunderknabe werden. Die Eltern wollen nicht, es ist zu gefährlich (warum durfte dann Dick?), aber schließlich kann Junior sie überreden.

Schon bald stürzt sich das neue Dynamische Duo ins Abenteuer, aber beim ersten Fall baut Robin Mist und lässt die Gangster entkommen. Beim zweiten Mal wird Dick gefangen genommen, Robin befreit ihn, aber dann geraten sie beide in Gefangenschaft. Also müssen die Rentner ihre Kostüme wieder anlegen, um den Jungs aus der Patsche zu helfen – ohne Starthilfe der alten Garde geht es nicht. (Bruce will mal wieder, dass die Frau zuhause bleibt, aber natürlich kann sich der Mann mal wieder nicht durchsetzen, wie Alfred ironisch bemerkt.) Robin vergleicht das Team später mit den drei Musketieren, will heißen, dass die Frau mal wieder nicht zählt.

Am Ende sind die Eltern total stolz auf ihren Sohn, obwohl er mit Dick so ziemlich alles falsch gemacht hat und ewig Hausarrest bekommen müsste. Talentiert zu sein scheint Junior nur als Detektiv und in schlechten Kalauern. Aber das ist ja auch nur eine imaginäre Geschichte – oder jedenfalls so ähnlich.

Ein bitterer Beigeschmack: In einem Panel sagt Junior zu seinem Vater, jetzt, da er Judo könne, solle Bruce lieber nicht versuchen, ihn zu züchtigen. Bruce lacht nur. Im Jahr 1960 war daran noch nichts Schlimmes.

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Verloren im Labyrinth

DC Comics

Titel: Dark Nights: Metal – The Resistance (dt. Widerstand in Gotham/Die Batmen aus der Hölle)

Autor/Zeichner: diverse

Erschienen: 2017 (diverse Ausgaben, Paperback 2018), dt. Panini 2018 (Batman Metal Sonderbände)


Die bösen Batman aus dem Dunklen Multiversum haben Gotham zu einem Labyrinth gemacht und unter Arkham-Schurken aufgeteilt: Riddler, Poison Ivy, Mister Freeze, Mad Hatter. Batman ist verschwunden. Nun müssen Robin und Nightwing zusammen mit Green Arrow, den Titans und der Suicide Squad Gotham retten und dabei Batman finden. Doch die beiden Teams werden zu Schurken gemacht und so bilden Damian, Dick und Oliver zusammen mit Killer Croc und Harley Quinn ein Team. In der Zwischenzeit irrt Batman durch ein ganz eigenes metaphysisches Labyrinth, in dem er sein erstes Abenteuer wiedererlebt, das sich mit vielen neuen Welten verbindet.

The Resistance ist mehr als nur eine Sammlung von fakultativen Tie-ins zu Dark Nights: Metal. Der erste Teil bildet eine wichtige Ergänzung zwischen Teil 2 und 3 der Mini-Serie. Der zweite Hauptteil beschreibt den Kampf zwischen der einzelnen Justice League-Mitglieder (Flash, Green Lantern, Wonder Woman, Aquaman, Cyborg) gegen ihre bösen Gegenstücke, bleibt aber ziemlich oberflächlich und ist nichts anderes als ein Umweg, der zurück zum Status quo führt. Dagegen hat der erste deutlich mehr interessante Situationen zu bieten, auch weil zwischen den Charakteren mehr Spannung besteht.

Der eigentliche Höhepunkt des Bandes ist Batman: Lost, ein Fest für Fans. Bruce Wayne erscheint in der Rahmenhandlung als alter Mann, der seiner Enkelin aus The Case of the Chemical Syndicate (Detective Comics #27) vorliest und dabei in historische, postapokalyptische und Science-Fiction-Szenarien stolpert. Dieser Bruce Wayne hat im Alter all seine Abenteuer aufgeschrieben, wir sehen die Bände (in einer seltsam unsystematischen Reihenfolge) in seinem Bücherregal stehen und es ist bemerkenswert, dass er allen dieselben literarische Titel gegeben hat wie die Comics (Court of Owls, A Lonely Place of Dying, Knightfall, Hush, Dark Victory, aber auch Public Enemies, Daughter of the Demon, Under the Red Hood und The Black Mirror, Long Halloween, Tower of Babel und The Man Who Laughs). Und Bruce bestätigt, was wir schon seit Grant Morrison wissen: Alle diese Batman-Abenteuer aus 80 Jahren sind (für Batman) wirklich passiert, auch wenn sie sich zum Teil widersprechen.

Es ergibt sich folgende sinnvolle Lesereihenfolge für das Event (ausgenommen sind die Tie-ins von Dark Knights Rising):

  • Dark Days: The Forge/The Casting
  • Dark Nights: Metal #1-2
  • The Resistance, Teil 1 (Teen Titans #12, Nightwing #29, Suicide Squad #26, Green Arrow #32, Batman: Lost #1)
  • Dark Nights: Metal #3
  • The Resistance, Teil 2 (The Flash #33, Justice League #32, Hal Jordan #32, Justice League #33)
  • Dark Nights: Metal #4
  • Hawkman: Found #1
  • Dark Nights: Metal #5-6

Jokers Schlag unter die Gürtellinie

Jokers Gürtel kommt bei Frauen gut an.

Titel: The Joker is Wild/Batman is Riled (dt. Die Demaskierung)

Drehbuch: Robert Dozier

Erschienen: 1966 (Batman S01E05-06)


„Sometimes I think people expect too much of us, Batman. (…) We’re only human. We only have so much to give.“ (Robin)

Wer hätte das gedacht, dass der Joker einmal Baseball spielt? Dank der modernen Rehabilitationsmethoden im Knast von Gotham ist es möglich: Der Joker wirft Bälle – und der Batter erwischt keinen einzigen. Als er doch mal trifft, explodiert der Ball und hinter einer Rauchwolke wird der Joker von einer Plattform mit riesiger Sprungfeder aus den Knastmauern befreit. Er hinterlässt eine mysteriöse Büste … Ein Hinweis?

Ratlose Polizei: Jokers Büste

Aber warum sollte der Joker einen Hinweis hinterlassen?, fragt Commissioner Gordon. Batman liefert die tiefenpsychologische Antwort: Es geschehe unfreiwillig. Schurken prahlen gerne und geben so etwas über sich preis. Gut für Batman und Robin, denn so können sie wild drauflos knobeln und sich in das nächste Abenteuer stürzen.

Joker mit Ebenbild

Der Hinweis führt sie in ein Museum, wo die größten Komiker als Statuen ausgestellt werden. Der Joker könnte sich rächen, weil er nicht darunter ist. Als sie doch eine Statue von ihm finden, bricht daraus der leibhaftige Clown Prince of Crime hervor und macht sich daran, Juwelen zu stehlen. Als das Dynamische Duo dazwischenkommt, haut Joker ab.

Robin untersucht Jokers Puppe

Als nächstes kracht eine Clowns-Puppe ins Fenster des Commissioners. Niemand macht sich die Mühe, mal aus dem Fenster zu schauen, wer sie geworfen haben könnte. Niemand ruft: Haltet den Sachbeschädiger! Bruce Wayne, der gerade zufällig dabei ist, fragt, ob er die Puppe als Andenken mitnehmen könne. Klar, warum nicht? Und schon wandert das Beweisstück in Privatbesitz. (Kein Wunder, dass die Polizei vom Gotham nichts taugt.)

Joker als Pagliacci

Doch das ist nur der Beginn einer Verbrechensserie in Gotham, die Batman und Robin zur Verzweiflung treibt. Wir sehen Joker als Sänger in einer Pagliacci-Oper, beinahe wird Batman demaskiert, wir sehen ihn eine Nachrichtensendung kapern, er tauscht Batmans Gürtel gegen einen eigenen, aus dem Luftschlangen springen – das geht zu weit, für Batman ein Schlag unter die Gürtellinie. Schließlich, bei einer Bootstaufe, geht der Joker sogar noch weiter. Er nimmt Batman und Robin gefangen und will sie öffentlich hinrichten lassen (an einer Demaskierung scheint er das Interesse verloren zu haben). Doch da überraschen ihn die Helden mit einem Trick …

Der Joker, dargestellt von einem unrasierten Cesar Romero, ist – wie der Riddler – ein Clown, der so ziemlich alles irre komisch findet und seiner Laune stets lauten Ausdruck verleiht. Aber das Gelächter ist nicht ansteckend, denn seine humorbefreiten Helfer verziehen keine Miene. Batman und Robin haben ohnehin nichts zu lachen. Sie fühlen sich machtlos und unter großen Druck gesetzt – auch öffentlich. Ein kleiner Junge betet für sie. Sie haben es bitter nötig …

Moral dieser Episode: Musik ist wichtig, die universelle Sprache, die die Hoffnung auf Weltfrieden nährt, sagt Bruce zu Dick. Alle Menschen werden Brüder. Halleluja – das motiviert den untalentierten Dick zum Weiterüben auf dem Klavier, auch wenn es Bruce in den Ohren wehtut.

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Batman heiratet Batwoman

DC Comics

Titel: The Marriage of Batman and Batwoman

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1959 (Batman #122)


„A wife’s place is in the home!“ (Batman)

Bruce Wayne geht auf ein Date mit Kathy Kane, alias Batwoman. Robin bleibt allein zu Haus. Er ist eifersüchtig. Und macht sich Sorgen. Was wäre wohl, wenn Batman und Batwoman verheiratet wären? In Wayne Manor sagt Bruce noch, Heiraten käme für ihn nicht in Frage, weil er sonst Gefahr laufen würde, aufzufliegen. Das wäre das Ende von Batman. Doch als er später am Abend nach Hause kommt, sind die beiden verheiratet.

Noch in der gleichen Nacht müssen Batman und Robin zu einem Einsatz. Da Kathy als einzige nicht Bescheid weiß, findet Bruce eine Ausrede, bzw. lügt seine Ehefrau an. Doch die kommt kurz darauf im Batwoman-Kostüm hinterher. In Wayne Manor gibt’s dann erstmal eine Rüge vom Ehemann: Batman offenbart sich als Bruce und sagt ihr, eine Ehefrau habe zu Hause zu bleiben. Sie widerspricht: „A wife’s place is with her husband!“ Als Batman ihr dann von der Gefahr erzählt, dass sie seine Geheimidentität aufs Spiel setzt, sieht sie es ein. Um ganz sicherzugehen, versteckt Bruce ihr Kostüm.

So viel zum Thema Vertrauen unter Eheleuten. Aber schon beim nächsten Einsatz wird es gebrochen. Kathy kann’s nicht lassen, also schlüpft sie in eines von Batmans Kostümen. Weil aber die Maske nicht dicht sitzt, fällt sie in einem ungünstigen Moment von ihrem Gesicht, die Gauner erkennen sie und ziehen ihre Schlüsse. Das wars! Das ist das Ende von Batman! Doch … es war alles nur Dicks Traum. Aber was ist, wenn er eines Tages wahr werden würde?

Nicht auszuhalten, wenn eine Frau den Helden um seine Heldenrolle bringen würde, um sein Hobby, das ihn mit Dick Grayson eint … Willkommen in der US-Gesellschaft der 50er.

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Pinguins perfider Plan

Pinguin heckt was aus. (Bilder: Warner Bros.)

Titel: Fine Feathered Finks/The Penguin’s a Jinx

Drehbuch: Lorenzo Semple Jr.

Erschienen: 1966 (Batman S01E03-04)


„I have great faith in our prison system.“ (Batman)

Da verstehe einer mal das US-Rechtssystem: Kurz vor seiner Entlassung aus dem Knast heckt der Pinguin wieder was aus, eine Überwachungskamera hält das Ganze fest, und trotzdem kommt er frei. Es spielt nicht einmal eine Rolle, dass er die Kamera zerstört, bevor er den ganzen Plan verrät. Der Plan bleibt undurchsichtig: Zunächst lässt er Gratis-Regenschirme verteilen, die im Juweliergeschäft Chaos stiften, doch bis auf die zivile Ordnung kommt dabei nichts abhanden. Denn der Pinguin hat eine viel tückischere Idee: Er macht Batman unwissentlich zu einem Komplizen. Indem Batman versucht, Pinguins nächsten Coup zu deduzieren, liefert er damit erst den Plan dafür.

Die Vernunft könnte sich jetzt fragen, welchen Sinn das Verbrechen macht, wenn Batman und Robin da erst recht vorbereitet auftauchen. Oder sie könnte fragen, warum man nicht einfach die Polizei in Pinguins Schirmfabrik vorbeischickt, spätestens nachdem Bruce Wayne dort fast bei lebendigem Leibe verbrannt worden wäre. Oder warum Bruce nicht gleich vom Fließband rollt, das in den Ofen führt, sondern dafür ein explodierendes Feuerzeug braucht. Oder warum trägt der Pinguin eine schwarze Augenmaske, wenn er Verbrechen begeht? Aber wir sind hier nicht im Reich der Vernunft. Hier herrscht nur der sinnfreie Spieltrieb.

Batman, Robin und der Batbrella

Der Pinguin belauscht das Dynamische Duo dank eines verwanzten Regenschirms, der in der Bathöhle untersucht wird. Batman und Robin sinnieren über einen bunten Schirm: Grün könnte für Geld oder Smaragde stehen. Aber was ist mit den anderen Farben? Könnten die für Juwelen stehen? Oder sogar für einen juwelenbesetzten Meteoriten? Aber nein: Ein Blick in die Museumspläne verrät, dass der Ort einbruchssicher ist. Also zurück zum „Bat-brella“. Der Hinweis muss in den Farben liegen. Schön seien sie, sagt Robin, „like a beautiful dawn“. Da fällt Batman etwas ein: Die schöne Schauspielerin Dawn Robbins ist gerade in der Stadt (als Bruce Wayne weiß man sowas), spielt im Film „The Mockingbird„, produziert von Ward Eagle und wohnt im Pelican Arms Hotel. Einzig möglicher Schluss: Der Pinguin will sie entführen!

Beautiful Dawn …

Batman hat natürlich einen Lageplan im Bat-Computer, auf dem er sieht, wie man da am besten einbricht. Gesagt, getan. Was nun, die Polizei verständigen?, fragt Robin. Nein, er habe mit dem Pinguin noch eine Rechnung offen, sagt Batman und kümmert sich selbst darum. Doch trotz der Batzooka glückt die Entführung dank Magneten, mit denen Batman und Robin festgehalten werden. Wieder könnte man beim Pinguin vorbeischauen und ihn einfach verhaften. Aber dann gäbe es kein Finale in Wayne Manor, wo Batman und Robin in Ritterrüstungen warten …

Batzooka im Einsatz

Trotz allem Schwachsinn enthält die Folge auch ein wenig Sozialkritik: Die schöne Dawn, die gerade für das Funboy Magazine fotografiert wird, fühlt sich nicht nur gelangweilt, sondern mehr wie eine Ware denn als ein Mensch behandelt. Als sie auf Batman trifft, den sie nicht kennt, will sie ihn zunächst in ihre Welt hineinziehen: „Could you use some publicity?“ – „Forget it!“, sagt ihr Manager. „Batman never lends himself to commercial enterprises.“ In der deutschen Synchronisation heißt es: „Batman gibt sich niemals kommerziellen Abenteuern hin.“ In den Untertiteln: „Batman lässt sich niemals kommerzialisieren.“ Doch in jeder Fassung schweigt Batman dazu. Wir wissen es besser. Und die Batmania, die die Serie auslöste, beweist das Gegenteil.

Pinguin betäubt Ritter

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Batwoman: Die Waffen einer Frau

DC Comics

Titel: The Batwoman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1956 (Detective Comics #233), Paperback 2020 (Batman in the Fifties), Hardcover 2022 (Batman: The Silver Age Omnibus Vol. 1)


„A girl saving you? It’s ridiculous!“ (Robin)

Wer hätte das gedacht: In Gotham City gibt es ein Gesetz, das besagt, niemand dürfe ein Batman-Kostüm tragen. Gemeint ist wohl niemand anders als das Original. Und dann taucht plötzlich eine Frau auf, die eins trägt. Batman und Robin wissen gar nicht, wie ihnen geschieht. Sie wissen nur: Das geht gar nicht!

Batwoman ist in Wahrheit Kathy Kane, eine ehemalige Zirkusakrobatin und Batman-Fangirl, die von ihrem Onkel einen Haufen Geld geerbt hat und jetzt ihrem Vorbild nacheifert. Als Batwoman trägt sie ein schwarz-gelbes Kostüm mit rotem Cape und roter Maske, sie fährt Motorrad und statt eines Gürtels trägt sie eine Handtasche mit Hilfsmitteln.

Ihre Waffen sind die einer Frau: Puderdose, ein Flakon mit Tränengas, einen Handspiegel, ein Haarnetz, Armreife als Handschellen usw. Dank eines schicken Motorrads schafft sie es auch trotz High-Heels Batman und Robin zuvorzukommen, ja sogar Batman das Leben zu retten.

Trotzdem: Da das Ego der beiden Herren gekränkt ist, wollen sie sie stoppen. Wenn die Frau bisher erfolgreich war, dann nur weil sie Glück hatte, findet Batman. Er müsse sie unbedingt vor weiteren Gefahren bewahren. Mit anderen Worten: Wir müssen wieder den Status quo des Patriarchats wieder herstellen.

Doch Batwoman droht: Wenn Batman sie auffliegen lässt, lässt sie ihn auffliegen. Batman geht das Risiko ein. Schließlich kommt es zu einer Verfolgungsjagd in einem Nachtclub (Thema: Weltall), bei der Batman und Batwoman miteinander konkurrieren und sich gegenseitig retten. Batwoman bekommt Gelegenheit, Batman zu demaskieren, aber verzichtet darauf. Zu dritt nehmen sie später eine Bande hoch und belehren einen Gauner, der die Frau nicht für voll nimmt, eines Besseren.

Das Dynamische Duo findet heraus, dass Batwoman Kathy Kane ist, suchen sie in ihrer Höhle auf und überzeugen sie aufzuhören. Wenn Batman und Robin sie finden konnten, dann auch andere. Dass das Gleiche auch für die beiden zählt, spielt keine Rolle. Obwohl Kathy ebenfalls die beiden enttarnen könnte, gibt sie klein bei und beendet ihre Karriere als Batwoman. Natürlich nur fürs Erste – denn sie wird noch ein paar Jahre weitermachen.

Alibi-Frau und Comics-Code

Batwoman wurde eingeführt, als Batman und Robin im Verdacht standen, schwul zu sein. Der Psychiater Fredric Wertham behauptete in seinem Buch Seduction of the Innocent, dass Comics Kinder verderben würden. Daraufhin wurde nicht nur der Comics Code eingeführt, mit dem die Verlage sicherstellten, dass die Storys moralisch einwandfrei waren. Im Fall von Batman wollten die Verleger das unliebsame Gerücht zerstreuen, indem sie eine neue Frauenfigur an der Seite von Batman schufen. (Dass Batman bereits was mit Catwoman am laufen hatte, spielte keine Rolle mehr: Sie war seit zwei Jahren nicht mehr aufgetaucht und sollte noch für weitere zehn Jahre verschwinden.)

Man merkt der Story an, dass Batwoman für eine Frau in den 50ern ziemlich emanzipiert ist, aber immer noch möglichst in Schranken gehalten werden soll. Sie ist nur ein Abklatsch von Batman, ihre Gadgets sind sexistische Klischees und trotzdem hat sie ihren eigenen Kopf und lässt sich (zumindest anfangs) nichts von Batman sagen. Batman geht als der Überlegenere aus der Geschichte hervor. Doch das ist erst der Anfang. Die Zeit der Männer-WG in Wayne Manor ist vorbei. Batwoman steht am Beginn der Batman-Familie …

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