Robin

Catwomans letzter Wurf

Catwoman im Golden Age (Teil 16)

Titel: The Jungle Cat Queen

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Dick Sprang

Erschienen: 1954 (Detective Comics #211)


Wieder sehen wir Catwoman auf Seite eins auf einer Katze reiten, einem Tiger, doch diesmal ist es nicht nur eine Metapher, diesmal wird es wirklich. Und das kommt so: Catwoman stiehlt Juwelen und fliegt mit ihrem neuesten Gefährt, dem Cat-Plane davon. Dieses Flugzeug hat sogar ausfahrbare Krallen … Batman und Robin haben keine Ahnung, wohin sie geflogen sein könnte, folgen ihr aber trotzdem auf die richtige Südsee-Insel, wo sie gemeinsame Sache mit Juwelendieben macht.

Catwoman im Cat-Plane

Batman und Robin werden gefangengenommen, in Tarzan-Uniformen gesteckt und von einem Löwen, einem Leoparden und einem Panther gejagt. An einem Katzentempel entdecken sie noch mehr Tiere, die aus einem Zirkus stammen, bringen die Großkatzen in ihre Käfige. Doch dann wird es noch wilder: Robin wird von einem Gorilla mit King Kong-Ausmaßen angegriffen und nimmt es mit einem Löwen auf, Batman wird wieder in sein Kostüm gesteckt und gefesselt einen Wasserfall hinabgeworfen. Catwoman sagt, sie hätte alle Hilfsmittel aus seinem Gürtel entfernt. Hat sie aber nicht.

Batman und Robin gegen King Kong

Batman überlebt dank Klinge und Seil, fesselt Catwoman und nimmt die Diamantenbande hoch. Doch Catwoman kommt frei und reitet auf einem Tiger davon. Robin fragt sich, ob es Nachlässigkeit war, dass sie die Klinge und das Seil im Gürtel gelassen hat, Batman glaubt das nicht. „Murder isn’t in the Catwoman’s heart. Sentiment is her weakness — and that’s why we’ll catch her next time!“

Catwoman flieht auf einem Tiger.

Aber das nächste Mal wird erst in zwölf Jahren sein. So lange wird es dauern, bis Catwoman wiederkehrt. Die Schurkin fällt nämlich dem vorauseilenden Gehorsam des Comics Code zum Opfer. Was einerseits seltsam ist, weil sie Batman vom Verdacht befreien konnte, schwul zu sein. Andererseits ist eine Verbrecherin auch kein guter Umgang für einen Helden – und daher auch kein Vorbild für die Jugend.

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Die Katze lässt das Mausen nicht

Catwoman im Golden Age (Teil 15)

DC Comics

Titel: The Crimes of the Catwoman

Autor/Zeichner: Edmond Hamilton/Bob Kane

Erschienen: 1954 (Detective Comics #203)


„They say a leopard never chances its spots …“ (Catwoman)

Einblick in eine Zeitungsredaktion: Wenn gerade Nachrichtenflaute herrscht, berichtet man eben live aus dem Archiv. Und weil Batman und Robin die Straßen von Verbrechen befreien, bringt die Gotham Gazette einen Rückblick auf die größten Abenteuer des Dynamischen Duos. Als Selina Kyle die Zeitung liest, ist sie gar nicht erfreut. Obwohl sie ihr Leben als Catwoman aufgegeben hat, kommt ihr Ego durch. Batman gibt an, er wäre schlauer als sie? Na, der kann was erleben!

Kurz darauf sind alle guten Vorsätze vergessen und Selina trägt wieder ihr lila Kostüm. Catwoman kommt mit einem großen Auftritt wieder, angekündigt durch das Cat-Signal am Himmel stiehlt sie mittels eines Cat-apults Iridium aus einem fliegenden Hubschrauber.

Als nächstes setzt sie „Catbirds“ ein, um bei einer Löwen-Vorstellung in einem Zirkus die Einnahmen zu stehlen. Dabei bekommen ihre Komplizen Gelegenheit, Batman abzuknallen, aber da zeigt sich ihre alte Schwäche für ihn: „I couldn’t bear to see him killed!“ Sie nimmt ihn als Geisel.

Batman befreit sich, indem er seine Fesseln von Katzen aufbeißen lässt. Beim Showdown beweist Catwoman, dass sie keine Angst vor Wasser hat. Sie lässt sich von einem Millionär in einem Cat-Fish fangen und will ihn um einen Juwelen bringen. Bei einer Verfolgungsjagd verschwindet sie spurlos im Wasser.

Die Geschichte zeigt die ganze Tragik der Figur, aber auch wie Superhelden-Comics funktionieren: Am Anfang gibt es nichts zu berichten, was zwar gut ist für die Gesellschaft, aber schlecht fürs Printgeschäft. Also lässt man eine geläuterte Kriminelle rückfällig werden. Niemand will ewig nur Selina Kyle sehen.

Für Selina Kyle geht es ums Ego, sie handelt zwanghaft, alles, was sie tut, unterwirft sie dem Diktat ihrer Katzenmanie. Bloß von Katzen umgeben zu sein, hat ihr nicht gereicht. Zugleich erkennt man an den vielen Wortspielen mit „cat“, wie die Storys im Golden Age geschrieben wurden, nämlich mit einem Wörterbuch. Nicht nur alles, was mit Katzen zu tun hat, sondern auch, was die Silbe „cat“ enthält, wird hier bemüht. Damit verfallen die Autoren dem Diktat der Sprache, damit Catwoman auf ihre „cat-astrophe“ zusteuern kann, die tatsächlich einen Untergang bedeutet.

Die Geschichte von Catwoman zeigt exemplarisch, welchen Zwängen Helden, Schurken, Verleger und Autoren unterliegen. Daher muss bei Batman (und bei Superhelden überhaupt) immer alles zum Status quo zurückkehren, die Geschichten folgen einem unentrinnbaren Zyklus. Ein sinnloser Kreislauf? Nein, es geschieht alles zu unserer Unterhaltung.

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Catwomans Nachfolger

Catwoman im Golden Age (Teil 14)

DC Comics

Titel: The King of the Cats

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1952 (Batman #69), Hardcover 2015 (Catwoman: A Celebration of 75 Years)


Selina Kyle kommt einfach nicht zur Ruhe. Sie hat dem Verbrechen abgeschworen, doch schon wieder imitiert ein anderer ihre Methode, indem er Katzen Juwelen rauben lässt. Batman und Robin befürchten schon, dass Selina rückfällig geworden sein könnte, doch dann offenbart sich ihnen eine Überraschung: ein neuer Schurke, der sich King of the Cats nennt.

Der Mann trägt ein hautenges violettes Kostüm mit Katzenschwanz und fährt mit einem eigenen Kitty-Car davon. Bald darauf schlägt er immer wieder zu. Als das Dynamische Duo Selina Kyle dazu befragt, scheint sie darin involviert zu sein. Der King of Cats schickt ihr Blumen … Später stellen sie fest, dass sie tatsächlich von ihm weiß. Der Schurke will sie dazu überreden, seine Königin des Verbrechens zu werden. Batman geht dazwischen, doch Selina verhindert, dass er den King festnimmt. Sie versucht ihn lieber zu überreden, wieder ehrlich zu werden.

Spätestens hier könnte Batman Selina der Polizei übergeben. Doch es ist alles anders als man denkt. Als der King of Cats versucht, einen schwarzen Löwen zu kidnappen und er im Kampf mit Batman in ein Tigergehege fällt, rettet Catwoman den King und riskiert ihr Leben, um Batman zu schützen. Am Ende stellt sich heraus: der King of Cats ist Karl, Selina Kyles Bruder! Und er sieht ein, dass er sich bessern muss. Merkwürdig erscheint nur, dass in einem Panel zwischen den beiden viele Herzchen erscheinen. Aber Geschwisterliebe ist bekanntlich ein zweideutiger Begriff …

Diese Catwoman-Story erinnert (wie die vergangene) an das Prinzip von Two-Face im Golden Age. Nach einem Auftakt als Verbrecher wurde Two-Face ebenfalls resozialisiert und danach kamen drei Nachahmer, bis er selbst wieder rückfällig wurde. Catwoman wird das nächste Mal zur alten Gewohnheit zurückkehren …

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Batman surft mit Joker

Joker und Batman surfen

Titel: Surf’s Up! Joker’s Under (dt. Heiliges Surfbrett)

Drehbuch: Charles Hoffman

Erschienen: 1968 (Batman S03E10)


Nur Freunde: Skip und Barbara

In Gotham City kann man sogar surfen. Der Joker entführt den Surfer X, der zufällig Barbara Gordons Freund ist. Mit dem Surfing Experience & Ability Transferometer überträgt der Joker alles Wissen und alle Fähigkeiten auf sich. Doch wozu das? Joker will die Surf-Weltmeisterschaft von Gotham Point gewinnen: Ihn locken Ruhm und Ehre, Neid, Respekt und Bewunderung der Surfer. Sie würden ihm folgen, ihm gehorchen und für ihn Gotham plündern und verwüsten. Der Joker könnte mit dem Gerät natürlich auch seine Gier auf andere übertragen, aber wo wäre dann der Spaß?

Joker stiehlt Skips Surf-Skills

Während Batman und Robin den Batcopter starten, gehen Commissioner Gordon und Chief O’Hara undercover mit kurzen Hosen und schrillen Sonnenbrillen an den Strand, Decknamen: Buzzy und Duke. In dieser „unauffälligen“ Verkleidung treffen sie sich in einer Surferbar mit Batman und Robin, wodurch es nicht unbedingt unauffälliger wird. Aber Jokers Komplizin Undine spricht in ein Walkie-Talkie in Form eines Hot-Dogs, was durchaus bemerkenswert erscheint …

Cops Undercover

In der Bathöhle wird es noch seltsamer: Der Batcomputer spuckt ein Bild von zwei nackten Füßen aus. Eine von Alfreds Neuerungen: Statt eindeutiger Ergebnisse liefert der Computer Bilderrätsel. Batman und Robin lassen sich sofort drauf ein und schließen scharf auf den Ten-Toes-Surfboard-Shop, der schon lange leersteht und ein perfektes Versteck für den Joker wäre.

Hot-Dog-Walkie-Talkie

Batman und Robin machen sich auf und werden vom Joker gefangengenommen: Er und seine Handlanger werfen eine Handvoll Giftstacheln auf die beiden, doch statt sich die Dinger aus der Brust zu ziehen (immerhin könnten sie tödlich sein), schlägt Batman ein Bad in heißem Wasser und Epsom-Salz vor. Da beides gerade nicht zur Hand ist, fallen sie dem Joker in die Hände. Der lässt sie in Surfbretter verwandeln.

Batman, Robin und Giftstacheln

Zuerst werden sie mit flüssigem Schaumstoff übergossen, eine Werbepause später sind sie auf wundersame Weise platt wie Surfbretter. Doch dank eines Gürtel-Gadgets können sie sich freibrennen und kehren zur Ausgangsform zurück. Natürlich werden die beiden Komplizen nicht verfolgt, man hilft lieber dem Entführungsopfer.

Batman und Robin als Surfbretter

Jetzt könnte die Polizei den Joker festnehmen und der Fall wäre erledigt. Tut sie aber nicht, sie wartet lieber darauf, dass das Dynamische Duo etwas unternimmt. Und die spielen das Spiel mit: Batman surft gegen den Joker um die Weltmeisterschaft. Denn aus irgendeinem Grund gibt es keinen Wettbewerb ohne Batman. Man zieht sich in der Herrenumkleide um, das beudeutet jeder zieht sich eine Badehose über seine Hosen.

Joker surft

Obwohl weit und breit kaum Wellengang zu sehen ist, schaffen es die beiden trotzdem, sich auf den Brettern zu halten. Batman wirkt unsicher auf dem Brett, souverän wirkt er nur, als er zwischendurch einen Hai mit dem (aus dem Film) bekannten Spray abwehrt. Und obwohl der Joker besser surft (einmal sogar einbeinig), gewinnt Batman.

Batman vertreibt den Hai

Erst dann, wenn der Held seine moralische Überlegenheit bewiesen hat und wenn der Joker noch einer weiteren Entführung überführt wird, und natürlich erst nach der obligatorischen Prügelei, bei der spontan auch Batgirl mitmischt, nimmt ihn die Polizei endlich fest. Als hätte die bloße Tatsache, dass dieser Irre frei rumläuft, nicht gereicht, um ihn dingfest zu machen.

Schluss mit lustig, Joker!

Am Ende bleibt nur die Frage offen, was diese Band soll, die mit grüngefärbten Haaren am Strand musiziert: Jonnie Green and the Green Men singen „Just A Little Bit Harder“. Zwischendurch fragt sich die Polizei, ob sie etwas mit dem Joker zu tun haben könnte, aber: nein. Es ist einfach so. Und das passt wunderbar zu dieser herrlich abgedrehten Folge, an der einfach alles toll ist, was man an dieser Serie feiern kann. Viele sehen „Surf’s up! Joker’s Under“ als lächerlich und peinlich an, weil ihr jeglicher Sinn abgeht. Ich denke aber, dass diesen Leuten das Konzept der Serie entgangen ist.

Johnnie Green and the Green Men

Fußnote: Diese Folge ist nicht das erste Mal, das Batman auf einem Surfbrett steht. Bereits auf dem Cover von World’s Finest #36 (1948) surfte er – zusammen mit Robin und Superman.

World’s Finest #36 (DC Comics)

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Catwomans Rückkehr?

Catwoman im Golden Age (Teil 13)

DC Comics

Titel: Catwoman – Empress of the Underworld

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1951 (Batman #65), Hardcover 2015 (Catwoman: A Celebration of 75 Years)


Selina Kyle ist geläutert. Nachdem sie ihre Erinnerung an ihr früheres Leben wiedererlangt hat, betreibt sie nun (wie ihr Vater) eine Zoohandlung, spezialisiert auf Katzen. Eines Tages kommt ein Gangster vorbei, Whale Morton, der ihr ein Angebot macht. Bruce und Dick sehen das und fragen sich, ob das etwas zu bedeuten hat.

Kurz darauf sind die Katzen los: Zuerst jagen Katzen Mäuse in einem Krankenhaus, dabei werden Medikamente gestohlen, dann dienen Löwen und Tiger als Ablenkungsmanöver, um an Pelze heranzukommen. Natürlich verdächtigen alle Catwoman, sie zweifelt an sich selbst. Dann kommt Whale Morton wieder und schlägt ihr erneut vor, sie zu einer Verbündeten machen. Sie sieht eine Chance, reich und mächtig zu werden – und sagt zu.

Doch obwohl sie in ihr Catwoman-Kostüm steigt und bei den nächsten Coups mithilft, erscheint auch zweimal ein Cat-Signal an den Tatorten. Batman ist sich nicht sicher, ob Catwoman wirklich gemeinsame Sache mit den Gangstern macht, bis sie ihn mit Robin mit ihrer Peitsche überwältigt und in eine Todesfalle bringt.

ACHTUNG SPOILER!

Nein, Catwoman ist nicht wieder kriminell geworden, sie hat es nur sehr geschickt angestellt, alle zu täuschen, um Whale Morton vor laufender Kamera dranzukriegen. Ende gut, alles gut. Vorläufig.

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Catwoman wird zu Selina Kyle

Catwoman im Golden Age (Teil 12)

DC Comics

Titel: The Secret Life of the Catwoman!

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1950 (Batman #62)


„The Catwoman has retired!“ (Selina Kyle)

Zehn Jahre lang gab es Catwoman, ohne dass man etwas über sie wusste. Weder ihre Vergangenheit, noch den Ursprung ihrer Katzenmanie noch ihren wahren Namen. Erst 1950 war es so weit: Catwoman bekam den Namen Selina Kyle. Sie war Stewardess bei Speed Airlines, bis ihr Flugzeug abstürzte und sie ihr Gedächtnis verlor. Zu Catwoman wurde sie durch eine unbewusste Erinnerung an die Zoohandlung ihres Vaters, alles, was sie über Katzen wusste, hatte sie von ihm.

Wie aber kommt es zu der Auflösung? Ein maskierter Ganove namens Mister X verbündet sich mit Catwoman, weil sie bei ihren Raubzügen niemanden tötet und er keine Mordanklage riskieren will. Wie gewissenhaft sie ist, stellt sie auch bei einer Konfrontation mit Batman unter Beweis. Als sie eine Mauer auf ihn einstürzen sieht, rettet sie ihm das Leben, bekommt aber einen Schlag auf den Kopf, der sie sich an ihr vergangenes Leben erinnern lässt.

Batman zeigt ihr, welche Verbrechen sie begangen hat und sie ist bestürzt. Selina will es wieder gut machen, indem sie Batman und der Polizei hilft, Mister X zu fassen. Sie tut nur so, als machte sie bei den Raubzügen mit, dann fliegt ihre Masche auf. Schließlich rettet Batman ihr das Leben, bevor sie an einen Traktor gefesselt in den Abgrund geschickt wird. Catwoman gibt ihr Leben als Verbrecherin auf.

Der Traktor erinnert an das Abenteuer „Nine Lives Has The Catwoman“ (Batman #35, 1946), da stürzt Catwoman nämlich auf einem in einen Abgrund. Batman nimmt selbst Bezug darauf, indem er ihr ein Bild daraus zeigt, wie sie eine Neunschwänzige Katze nach ihm schwingt. Genannt werden auch „The Duped Domestics„, „The Claws of the Catwoman“ und „The Lady Rogues„, man sieht Batman und Catwoman auf einer Riesenkatze mit einer Kontrabass. In der Geschichte war es allerdings eine Violine.

Das Beispiel zeigt, wie dynamisch das Batman-Universum ist. Zwar wird einerseits der Eindruck erweckt, dass alles eine übergreifende Geschichte bildet, aber diese Geschichte ist kein konsistentes Ganzes, sondern eine, die sich mit jeder Erinnerung an sie ändert. Daher passt es auch, dass Catwoman erst jetzt, nämlich rückwirkend, eine Vergangenheit und einen Namen bekommt. Die Geschichte ändert sich, wie es gerade passt. Und das ist das eigentlich Aufregende an Batman- und Superhelden-Comics überhaupt: Auf nichts ist Verlass.

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Catwoman gegen die Modewelt

Catwoman im Golden Age (Teil 11)

DC Comics

Titel: Fashions In Crime

Autor/Zeichner: Bill Finger/Bob Kane

Erschienen: 1948 (Batman #47)


Als Frau muss man auf dem Laufenden bleiben, was die Mode angeht. Denn wenn man aus dem Knast ausbricht und die anderen Frauen mittlerweile längere Röcke tragen, kann es schnell peinlich werden. So geht es Catwoman. Sie bringt sich auf den neuesten Stand und da kommt ihr eine Idee für ihre nächste Verbrechensserie.

Catwoman gründet ein eigenes Modemagazin („Damsel“). Doch obwohl die Modewelt darüber spricht, scheinen die Verkaufszahlen nicht zu genügen. Anders lässt es sich nämlich nicht erklären, warum Catwoman sich sich eine blonde Perücke aufsetzt und als Herausgeberin Madame Moderne ausgibt, um auf Raubzüge zu gehen.

Batman stürzt sich auf die falsche Catwoman, die echte stürzt sich auf ihn …

Zunächst ist ein Pelz dran, den sie vor laufender Kamera aus einem Fernsehstudio stiehlt. Batman und Robin sind sofort zur Stelle (auch wenn unklar bleibt, warum), doch Batman verwechselt einen verkleideten Mannequin mit Catwoman und sie entkommt. Madame Moderne taucht daraufhin auf und gibt Batman – einfach so – einen Kuss. Das ist das erste Mal seit langer Zeit, das die beiden Intimitäten austauschen. Offenbar hat Catwoman noch etwas für Batman übrig.

Nachdem Catwoman eine Kette stiehlt, hinterlässt sie eine Zeichnung von sich. Batman erkennt sofort: Statt einer Höhe von sieben Köpfen ist die Figur neun Köpfe groß, so wie Modezeichner es für gewöhnlich machen. Schlussfolgerung: Madame Moderne ist Catwoman! Aber das spielt für die Story keine Rolle.

Zum Showdown kommt es auf einer Mode-Ausstellung. Wie immer gibt es dort überdimensionales Zubehör: eine riesige Schere, eine Nähnadel mit Fingerhut, eine Nähmaschine. Letztere wird Catwoman zum Verhängnis. Bei einem Fluchtversuch nähen Batman und Robin sie in ein Stück Stoff. Am Ende trägt sie wieder schwarz-weiße Streifen im Knast … Wäre sie mal lieber beim Modemagazin geblieben.

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King Tut: Falscher Pharao, falsche Sphinx

Das ist nicht Peter Ustinov …

Titel: The Curse of Tut/The Pharaoh’s in a Rut

Drehbuch: Robert C. Dennis & Earl Barret

Erschienen: 1966 (Batman S01E27-28)


Die Menschen in Gotham müssen viel ertragen, wenn sie jede Woche von einem Superschurken terrorisiert werden. Anders kann man es sich nicht erklären, dass sie bei der kleinsten ungewöhnlichen Begebenheit in Panik verfallen. Kaum taucht eine goldene, ägyptisch anmutende Statue im Park auf, schreit eine Frau los – obwohl nichts passiert, außer dass aus der Statue eine Stimme spricht.

Doch auch die Polizei ist beunruhigt. Kurz glaubt Commissioner Gordon an einen Werbegag des Museums, aber nachdem ihn Bruce Wayne eines Besseren belehrt hat, ist er so verunsichert, dass er – ohne sich das Ding überhaupt anzusehen oder seine Leute darauf anzusetzen – sofort Batman anruft. Erst dann kommen alle auf die Lösung, dass hinter dem Rätsel könne nur einer stecken kann: King Tut, ein ehemaliger Professor, der sich nach einem Schlag auf den Kopf für einen Pharao hält. (Die Zuschauer kannten ihn 1966 noch nicht, er wurde erst für die Serie geschaffen, aber für Batman ist er – wie jeder Schurke – ein alter Bekannter.)

Das ist keine Sphinx …

Als Batman und Robin die Statue inspizieren, klassifiziert Batman sie als „Sphinx„, was völlig daneben ist, weil sie keinen Löwenkörper hat, aber da Robin es nicht besser weiß, bleibt es bei der Fehldiagnose. (Später soll Robin fragen: Gibt es eigentlich etwas, das du nicht weißt? Und Batman gibt zu, dass er Wissenslücken hat.) Das Dynamische Duo entdeckt einen Griff an der Seite, sie ziehen dran, sie befürchten das Schlimmste, doch da springt nur ein Messer heraus, das sie nicht einmal verletzt hätte, wenn sie nicht auf Abstand gegangen wären.

Täuschend echt: King Tut als Mumie.

King Tut, der offenbar überzeugt war von der Genialität seines Plans, ist außer sich, als er erfährt, dass er nicht aufgegangen ist. Also überlegt er sich was anderes, mindestens ebenso genial: Er verkleidet sich als Mumie und versteckt sich in einem Sarkophag im Museum. Als Bruce Wayne gerade eine Pressemeute hindurchführt, fällt die Pseudo-Mumie heraus, offenbart sich als noch lebend, Wayne kann es kaum glauben, tut es aber doch – und wird wegen seiner Leichtgläubigkeit in einem Krankenwagen entführt. Da aber King Tuts Komplizen nicht daran denken, Wayne für den Transport nicht ordentlich festzumachen, kommt er von selbst frei …

Später versucht es King Tut nochmal mit der Entführung, diesmal in Wayne Manor, aber da kommt ihm Batman zuvor: Er gibt sich selbst als Bruce Wayne aus. Nützt alles nix: Batman fliegt auf, wird zusammen mit King Tuts in Ungnade gefallener Komplizin Nofretete in Tonvasen gesteckt und mit herabfallenden Kieseln gefoltert. Als King Tut denkt, dass sie zu willenlosen Sklaven geworden sind, fordert er sie zum Tanzen auf. Batman rockt noch einmal den Batusi (wie schon in Folge 1), er gibt alles, springt wild herum und schwingt sein Cape, doch dann wird aus dem irren Tanz ein Kampf – Batman schlägt die Bande zusammen, Robin springt hinzu und es kommt zu einem Schwertkampf. Bemerkenswert: Ohne Blutvergießen.

Am Ende kapert King Tut noch das Batmobil und das Dynamische Duo, mit Alfred zum Trio erweitert, darf in Tuts goldenem Laster fahren. Übrigens: In dieser Folge muss einmal Alfred das Batmobil fahren, weil Robin noch keinen Führerschein hat. Auch maskierte Rächer müssen sich ans Gesetz halten. Leider sehen wir aber nicht, dass Alfred sich beim Fahren irgendwie maskieren würde.

Und was wird aus dem verrückten Verbrecher? Der wird durch einen Schlag wieder normal. Aber nur bis zum nächsten Wiedersehen …

>> Batman 1966-1968

Batgirl trifft Catwoman

Batgirl und Catwoman (Warner Bros.)

Titel: Batgirl Returns (dt. Batgirls Rückkehr)

Drehbuch: Michael Reaves, Brynne Stephens

Erschienen: 1994 (Batman: The Animated Series S02E20)


Wenn Batman nicht in der Stadt ist, müssen die Mädels ran: Als eine Katzenstatue gestohlen wird, macht sich Batgirl auf die Suche – und trifft dabei (so ein Zufall) Catwoman. Natürlich ist die Katzendiebin sofort die Hauptverdächtige, doch die beteuert, unschuldig zu sein. Batgirl glaubt ihr und die beiden machen sich auf die Suche nach dem wahren Täter. Sie treffen auf einen alten Bekannten: Roland Daggett. Mit ihm hat Catwoman noch eine alte Rechnung offen …

Batgirls Rückkehr kann leider nicht mit dem furiosen Auftakt der Figur mithalten, allzu formelhaft verläuft die Story, inklusive der altbekannten Moral: Wir dürfen nicht töten, sonst sind wir nicht besser als die Verbrecher. Geschenkt. Trotzdem macht es Spaß, die beiden starken Frauenfiguren gemeinsam losziehen und auch gegeneinander kämpfen zu sehen. Batgirl ist in The Animated Series ein besonders liebenswerter Charakter.

Für Batman sogar sehr liebenswert. Am Anfang sehen wir, wie Batgirl ihn vor Joker, Two-Face und Pinguin rettet und er sich mit einem Kuss revanchieren will – aber das ist leider nur eine Traumsequenz …

>> Liste der Batman: The Animated Series-Episoden

Die größte Schurkin aller Zeiten

Catwoman im Golden Age (Teil 10)

DC Comics

Titel: The Lady Rogues

Autor/Zeichner: William Woolfolk/Charles Paris

Erschienen: 1948 (Batman #45)


„I’ll prove that the Catwoman is the greatest woman criminal of all time!“

Als Catwoman (nach einem weiteren Gefängnisausbruch) ein Buch über Schurkinnen liest, stellt sie fest, dass sie darin nicht erwähnt wird. Daraufhin will sie der Welt beweisen, dass sie die Größte ist, indem sie Adaptionen des Buches sabotiert.

Bei einer Theateraufführung über Circe lässt sie Wildschweine los und klaut die Perlen der Hauptdarstellerin, bei einer Verfilmung von Schneewittchen kommt sie mit ihren eigenen sieben Zwergen. Der Wachmann hätte bei der blonden Perücke misstrauisch werden müssen, denn eigentlich hat Schneewittchen schwarze Haare, aber gutes Personal ist bekanntlich schwer zu kriegen.

Batman als Samson

Zum Schluss ist Delilah dran. Batman verkleidet sich als Samson. Doch Catwoman kommt ihm zuvor, indem sie Robin als Geisel nimmt. (Bemühtes Wortspiel: cut off Samson’s hair, cut off Batmans heir.) Batman reißt die Säulen der Kulissen ein und überwältigt Catwoman und ihre Schurken.

Am Ende gibt sich Batman nicht mehr so große Mühe, seine Gegnerin zu bekehren: „Why don’t you reform, Catwoman?“ Daraufhin ist sie nur genervt: „Oh, stop crowing! You Men are all alike! Take me to jail and shut up!“ Doch im Knast erwartet sie eine Überraschung der Autor der Lady Rogues erzählt ihr, er plane ein Buch nur über sie …

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