Batman

Knightfall #6: Who Rules the Night

Nachdem Bane Batman besiegt hat, wirft er ihn in Gotham von einem Hochhaus auf die Straße und verkündet, über die Stadt zu herrschen. Bruce Wayne überlebt auch diesen Sturz, wird von Alfred, Tim und Jean Paul Valley mit einem falschen Krankenwagen abgeholt und in der Bathöhle medizinisch versorgt. Ihn ins Krankenhaus zu bringen, ist keine Option, weil dann – so Alfred – der Mensch Bruce Wayne sterben würde. Robin besorgt ein wichtiges Medikament, die Polizei hilft dabei. Und um Bruce Wayne glaubwürdig verunglücken zu lassen, verschrotten Robin und Alfred einen Porsche.

Bruce begeht einen fatalen Fehler: Mit seinem Segen wird Jean Paul Valley von Azrael zu Batman – und der übertreibt es gleich vom ersten Einsatz an mit der Gewalt. Parallel dazu sehen wir, wie Banes Schergen Gothams Unterwelt zusammenschießen und ihre Herrschaft ausbauen. Obwohl er sich von Bane fernhalten soll, nimmt der neue Batman die Herausforderung an. Er findet Bane, wird zunächst furchtbar verdroschen und geht dabei fast dabei drauf. Dann gibt er das alte Kostüm auf, legt sich eine Rüstung mit Klauen zu und bei der Revanche findet Bane seinen Meister …

Bruce Wayne ist innerhalb kürzester Zeit wieder fit genug, vom Rollstuhl aus böse Buben zusammenzuschlagen, auch wenn er dabei wieder fast draufgeht und nur mit Glück davonkommt. Die Bösen entführen nämlich Dr. Kinsolving und Jack Drake, Tim Drakes Vater. Der Grund liegt im Dunklen. Bruce folgt der Spur nach Santa Prisca, nur Alfred kommt mit. Bruce, du lernst es nie …

Zwei Tie-Ins behandeln Nebenschauplätze, die für die Handlung nicht wichtig sind: In einer Rückblende erfahren wir, dass Batman vor kurzem noch eine Begegnung mit Two-Face hatte, der ihn gefangen nahm und ihn vor ein selbst inszeniertes Gericht stellte. Ein Tie-in handelt davon, wie Scarecrow versucht, mittels Gedankenkontrolle sich die Stadt untertan zu machen und zum Gott der Angst aufzusteigen. Während Batman ihm nachjagt, entkommt Anarky aus dem Knast und versucht, nicht nur Scarecrow, sondern auch Batman auszuschalten, weil er ihn für den Ursprung des Bösen in Gotham hält. In beiden Geschichten werden die Entstehungsgeschichten der Schurken rekapituliert, wobei Autor Alan Grant sich dabei zu sehr bei der ersten Scarecrow-Story bedient.

Interessant ist, dass beide Nebenstorys das gleiche Thema haben: Batman ist der Böse. Und tatsächlich erbringt Jean Paul Valley auch den Beweis dafür. Allerdings bringt erst dessen Rücksichtslosigkeit Bane zu Fall. Das erste Drittel des Knightfall-Epos endet mit einem großen Finale, dessen Endkampf sich zwar von der Symbolträchtigkeit her nicht mit Bruce Waynes Niederlage messen lassen kann, dafür aber genauso spannend ist.

Knightfall: Who Rules the Night (Detective Comics #664-666, Batman #498-500, Showcase ’93 #7-8, Shadow of the Bat #16-18) ist vollständig im Paperback Knightfall Vol. 1 (2012) enthalten sowie in Knightfall Bd. 2 von Panini.

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Neues von Batman und Superman beim „DC Black Label“

DC hat eine neue Reihe von Comics angekündigt, in der bekannte Autoren und Zeichner Storys außerhalb der Continuity erzählen: DC Black Label. Im August soll es losgehen mit dem bereits erwähnten Superman: Year One von Frank Miller und John Romita Jr., einem Dreiteiler über die Anfänge des Helden.

Zu der ersten Welle von Comics gehören neben zwei Wonder Woman-Comics auch zwei Batman-Comics: Last Knight on Earth von Scott Snyder und Greg Capullo sowie Batman: Damned von Brian Azzarello und Lee Bermejo, die zusammen bereits Batman/Deathblow und Joker gemacht haben (von Bermejo stammt auch Batman: Noel).

Während Last Knight on Earth in einem postapokalyptischen Szenario spielt, in dem Batman in der Wüste aufwacht und den sprechenden Kopf des Jokers in einem Glas mit sich herumträgt, trifft Batman in Damned auf Constantine. Erscheinungsdaten wurden bislang nicht genannt.

Unter dem Black Label erscheint auf The Other History of the DC Universe von John Ridley (12 Years A Slave), in der es um Figuren wie John Stewart, Extraño, Vixen, Supergirl, Katana und Rene Montoya geht, die Minderheiten vertreten. Diese Miniserie ist für Winter 2018 angekündigt.

Überdosis schützt vor Rückenleiden

Fällt immer mit der Tür ins Haus: Bane.

Titel: Bane

Drehbuch: Mitch Brian

Erschienen: 1994 (Batman: The Animated Series, S02E10)


„Er hat meinen Wagen ruiniert, Alfred. So etwas regelt man unter Freunden am besten persönlich.“ (Batman)

Ein Jahr nach dem Knightfall, als Bane Batmans Rückgrat gebrochen hat, tauchte der Schurke schon in der Zeichentrickserie Batman: The Animated Series auf. Allerdings in einer entschärften Variante und ohne weitgehende Folgen für Batman.

Ein Fall für die Vollkasko.

Bane ist hier ein Auftragskiller, der für den Gangsterboss Rupert Thorne Batman ermorden soll. Preis: fünf Millionen Dollar in Diamanten. Zunächst nimmt er sich (wie im Comic) Killer Croc vor, um zu Batman zu gelangen. Croc landet mit gebrochenem Arm und Bein im Knast. Statt daraufhin Batman anzugreifen, zerlegt Bane zunächst eigenhändig das Batmobil. Es muss ja noch spannend bleiben.

Frankensteins Supersoldat: Banes Erschaffung.

Batman findet heraus, dass Bane aus einem Gefängnis für Lebenslängliche (Pena Dura) ausgebrochen ist, wo an ihm ein Serum für Supersoldaten ausprobiert worden war.

Kann nicht gesund sein: Bane auf Droge.

Der Zweite, der mit Bane konfrontiert wird, ist Robin. Der Sidekick schlägt sich zwar zunächst ganz gut, wird aber schließlich von Bane entführt. Batman verfolgt ihn auf ein Schiff von Thorne, wo es endlich zum Zweikampf kommt. Die Bewegungen erinnern sehr an einen Wrestling-Kampf, was bei Banes Aufmachung natürlich naheliegt. Batman schießt ihn über Bord, aber der kehrt zurück.

Batman hat Rücken.

Bane ist der überlegenere Kämpfer, aber Batman weigert sich, aufzugeben. Schließlich kommt es zu der Variation der ikonischen Szene, in der Bane Batman übers Knie legt. Aber bevor Batmans Rücken Schaden nehmen kann, überlädt der Held die Venom-Zufuhr und Bane erleidet eine Überdosis. Alles noch mal gut gegangen.

Finger weg von Drogen …

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Knightfall #5: Broken Bat

Bane bricht Batman in Knightfall. (DC Comics)

Bane befreit alle Insassen aus Arkham Asylum und in Gotham bricht das Chaos aus. Der angeschlagene Batman nimmt sich einen nach dem anderen vor: Mad Hatter, Ventriloquist (Bauchredner), Szasz, Firefly, Poison Ivy und noch ein paar Zweitligisten. Helfen lassen will er sich nicht, aus falschem Stolz heraus meint er, alles allein zu schaffen. So denkt übrigens auch Bane, der Batman für sich haben will, nur dass der besser in Form ist (auch dank der Droge Venom) und Hilfe von Handlangern in Anspruch nimmt. Joker und Scarecrow verbünden sich, entführen den Bürgermeister Krol und lassen ihn unter Einfluss von Angstgas noch mehr Unheil stiften. Auch die Polizei kommt nicht mehr hinterher. Am Ende, als Batman den Bürgermeister gerettet hat, steht Batman noch erschöpfter da als am Anfang. Dann lässt Bane auch noch seine Schergen Trogg, Zombie und Bird auf ihn los. (Zwischendurch wird noch Robin von Bane gefangen genommen, nachdem er sich befreit hat, überwältigt er den Riddler.)

Man fragt sich: Was soll noch alles passieren? Kann es noch schlimmer werden? Ja, es kann: Bane will Batman brechen. Und beim Showdown in der Bathöhle passiert genau das. Das Finale ist dramatisch und furios: Alfred ist sein erstes Opfer, dann schlägt er Batman das letzte Bisschen Lebenskraft aus dem Körper und bricht ihm schließlich das Rückgrat. Dabei zerlegt Bane einige Symbole aus Wayne Manor und der Bathöhle, die alte Uhr, die Vitrine, in der Jason Todds Robin-Kostüm aufbewahrt wird, er lässt den Riesenpenny auf Batman fallen.

Nicht von ungefähr wurde der finale Stoß so ikonisch, dass er in den folgenden Jahren totzitiert wurde:

Azrael #37, Detective Comics #740, Batman: The Dark Knight #6. (DC Comics)

Aber auch über die Cover hinaus scheint es kaum einen Auftritt von Bane zu geben, bei dem er nicht jemanden übers Knie legt – oder selbst den Rücken gebrochen bekommt. Im Jahr 2012 wurde das Comic-Ereignis in The Dark Knight Rises verfilmt. Noch in I Am Suicide (DC Rebirth) springt er zunächst Batman ins Kreuz, dann revanchiert sich Catwoman mit der gleichen Geste. Bei aller Liebe zur Tradition und Verehrung für Figur: Dadurch nutzt sich die ikonische Szene zum Klischee ab.

Aber zurück zum Ursprung: Für Batman wird Bane zu einem Trauma so wie einst der Mord an seinen Eltern oder der Verlust von Jason Todd. Interessant ist, dass Bane im Gegensatz zu anderen Schurken keine Vorgeschichte mit Batman hat. Er ist einfach plötzlich da und rücksichtslos macht er Batman fertig, zuerst psychisch und dann körperlich, ohne persönlich einen Groll gegen ihn zu hegen. Bane hat schlimmer gelitten als Bruce Wayne und hat sich selbst daraus befreit, er ist ebenso besessen, er ist im geistig ebenbürtig und körperlich überlegen. Bane verkörpert damit die reine Willkür des Bösen und steht auch für Batmans Machtlosigkeit. So kommt es zur ultimativen Demütigung. Batman zu töten wäre zu einfach, deshalb lässt Bane ihn als gebrochenen Mann leiden. Ein denkwürdiges Stück Comic-Geschichte.

Knightfall: Broken Bat (Batman #491-497, Detective Comics #659-663) ist vollständig im Paperback Knightfall Vol. 1 enthalten sowie in Knightfall Bd. 1 von Panini.

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SubZero und Batman Ninja auf Blu-ray

Der Animationsfilm Batman & Mr Freeze: SubZero (dt. Eiszeit) wird laut Warner Bros. am 27. März 2018 in den USA auf Blu-ray erscheinen. Der 1998 erschienene Film ist der zweite, der sich an Batman: The Animated Series anschließt. Der erste, Mask of the Phantasm (dt. Batman und das Phantom, 1993), ist im im vergangenen Jahr auf Blu-ray herausgekommen. Eine deutsche Veröffentlichtung beider Filme ist noch nicht angekündigt. Der dritte Film, Mystery of the Batwoman (dt. Rätsel um Batwoman), ist bereits seit Jahren auf Blu-ray verfügbar – allerdings nicht in einer deutschen Fassung.

Der 67-minütige SubZero wird als Bonus unter anderem auch die vier Mr. Freeze-Folgen aus der Serie bzw. aus dem Animated Universe enthalten: „Heart of Ice“, „Deep Freeze“, „Cold Comfort“, „Meltdown“ (Batman Beyond). Damit werden mehr als 80 Minuten geboten, die zusammen mit dem Film eine mehr als zweistündige Saga bilden. Allerdings sollen sie nur in „Standard-Auflösung“ scheinen, heißt es in der Produktbeschreibung. Das ist insofern bedauerlich, als dass in diesem Jahr, so jedenfalls die Ankündigung, die Animated Series ebenfalls auf Blu-ray erscheinen soll.

Außerdem gibt es einen Starttermin für den ersten DC-Anime: Batman Ninja soll am 8. Mai 2018 in die Läden kommen. Auch dieser Film wurde noch nicht für Deutschland angekündigt.

DC Nation #0: Vorschau auf Batman, Superman und „No Justice“

DC Comics

Drei Tage vor dem Free Comic Book Day, am 2. Mai, kommt DC Nation #0 heraus, ein 32-seitiges Comicheft, das eine Vorschau auf drei kommende Höhepunkte bietet: Batman #50, die Mini-Serie Man of Steel von Brian Michael Bendis und Scott Snyders vierteilige Miniserie Justice League: No Justice. Bei Batman kehrt der Joker zurück und macht seinem Erzfeind und Catwoman wieder das Leben schwer. Die Superman-Geschichte, die als Prequel zu Man of Steel dienen soll, von Bendis soll von José Luis García-López gezeichnet werden.

DC Nation #0 soll im US-Handel 25 Cent kosten, zum digitalen Download wird es kostenlos angeboten. Das Heft soll am 6. Juni als Promo-Magazin fortgeführt werden.

Justiz mit dem Holzhammer

Richter mit Hammer

Titel: Judgment Day (dt. Der Richter)

Drehbuch: Rich Fogel, Alan Burnett

Erschienen: 1999 (The New Batman Adventures S01E24)


„Ich bin das Gesetz.“ (Der Richter)

Die letzte Folge von Batman: The Animated Series (bzw. The New Batman Adventures, wie die dritte Staffel heißt) führt einen neuen Gegner ein: den Richter. Ein gesichtsloser Unbekannter mit weißer Perücke und schwarzer Robe, der andere Schurken zur Rechenschaft zieht. Der Pinguin bekommt das Schwert zu spüren, Killer Croc den Hammer, Two-Face wird zum Erstickungstod verurteilt. Zwei Mal kann Batman das Schlimmste verhindern.

Richter mit Schwert

Der Richter hat Batmans Talent, aus dem Nichts aufzutauchen (auch auf einem fahrenden Auto) und eben dorthin wieder zu verschwinden (auch von einem Brückenpfeiler aus), er bekommt das Wohlwollen eines Staatsanwalts, der die lasche Gesetzgebung kritisiert, aber konsequent ist der Vigilant nicht. Denn keiner der Verurteilten wird hingerichtet. Auch wenn Batman nicht eingreift: Der Pinguin landet nur im Krankenhaus, ähnlich glimpflich kommt der Riddler davon. Na gut, wir haben es immer noch mit einer Kinderserie zu tun. Und auch im Comic dürfen die Erzschurken nicht draufgehen – man braucht sie noch.

Die Auflösung liegt nahe, ist aber gelungen, denn hier wird ein tragischer Charakter konsequent weiterentwickelt. Da macht es auch nichts aus, dass das Richter-Konzept stark an das Phantom aus dem ersten BTAS-Film, Mask of the Phantasm, erinnert.

Two-Face in Arkham

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Knightfall #4: Das zweite Vorspiel

Bevor wir endlich zum eigentlichen Knightfall-Epos kommen, schauen wir uns noch zwei Vorgeschichten an, die in Detective Comics #654-658 (1992 – 1993) erzählt werden. Auch diese waren bisher nicht im Paperback gesammelt worden und sind erstmals im Knightfall Omnibus Vol. 1 enthalten (einzeln kann man sie auch digital bei Comixology bekommen). (UPDATE: Diese Kapitel sind 2018 im US-Paperback Prelude to Knightfall erschienen.)

Die ersten drei Ausgaben handeln von Ulysses Hadrian Armstrong, einem Jungen, der aus einer Militärakademie ausbricht, um einen Bandenkrieg in Gotham zu starten. Ulysses wird von seinen Mitschülern geschlagen, Trost findet er in Büchern über Kriegsstrategien und nachdem er alles gelesen hat, fackelt er die Bibliothek samt Schule ab. Im Gotham arbeitet er sich in einer Gang hoch, indem er sie an Waffen kommen lässt, lässt sich „General“ nennen und übernimmt andere Gangs – dabei geht er über Leichen. Schließlich stürmt er das Polizeipräsidium, um an noch mehr Waffen und an Drogen zu kommen.

Batman hat mit dem Jungen leichtes Spiel. Dennoch bricht er nach dem Einsatz erschöpft zusammen. Alfred zwingt ihn dazu, mehr Zeit als Bruce Wayne zu verbringen, aber auch da gibt es wieder etwas zu tun: er muss sich gegen Industriespionage wehren. Erst brechen Diebe bei Waynecorp ein, dann wird Lucius Fox von einem Mann (Cypher) bedroht, der ihn mit Psycho-Manipulation in den Suizid treiben will. Bruce Wayne muss wieder Batman werden, aber wie gut, dass Robin und Azrael ihm helfen.

DC Comics

Gegenüber den Batman-Ausgaben, die den ersten Teil des Vorspiels bilden, bleiben die Detective-Kapitel entbehrlich. Zwar ist die erste Story um den jungen General spannend erzählt, es geht ziemlich brutal zur Sache und es gibt auch ein zynisches wie verstörendes Ende. Aber weder diese noch die andere Story fügen der Rahmenhandlung etwas Wesentliches hinzu. Batmans Burnout ist nur am Rande Thema, im Grunde ist er hier noch ziemlich handlungsfähig. Es wirkt eher so, als hätte Lucius Fox wieder Urlaub nötig: Nach der Entführung durch Black Mask ist es das zweite Mal kurz hintereinander, dass er einem Verbrecher zum Opfer fällt.

Azrael erweist sich in Finale zwar als Retter in letzter Sekunde, aber auch als unberechenbarer Psycho, der Batman nicht gehorcht und Einbrecher mit einer Kettensäge traktieren möchte. Wir sehen auch kurz Bane, der Batman aus sicherer Entfernung beobachten lässt und beschließt, dass jetzt Schluss mit lustig ist. Davon später mehr.

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Two-Face unterm Messer

Harvey Dent soll operiert werden

Titel: Second Chance (dt. Sein schlimmster Feind)

Story/Drehbuch: Paul Dini, Michael Reeves/Gerry Conway

Erschienen: 1994 (Batman: The Animated Series, S02E15)


Two-Face ist auf dem Weg der Besserung. Harvey Dent hat seine böse Seite im Griff, jetzt soll er auch eine plastische Chirurgie bekommen. Bruce Wayne zahlt. Doch kaum liegt Harvey unterm Messer, kommen Typen mit Maschinengewehren in den OP und entführen ihn. Batman und Robin verfolgen die Entführer und finden zwei Spuren: Die eine führt zu Rupert Thorne, die andere zum Pinguin. Aber wer ist der Auftraggeber?

Two-Face mit Münze

Die deprimierende Antwort: Harvey Dents schlimmster Feind. Batman zieht allein los, um ihn zu fassen, Robin soll zuhause bleiben, denn es wird persönlich. Batman gerät in Gefangenschaft, Two-Face wirft eine Münze, die auf der Kante stehen bleibt. Immer wieder. Ein alter Trick, den wir schon aus den Comics kennen: Batman hat die Münze ausgetauscht.

Münze auf der Kante

Am Ende kommt es zu einer dramatischen Entscheidung: Two-Face hängt am Abgrund, Batman hält ihn an einer Hand fest, in der anderen hält Two-Face seine falsche Münze fest. Doch Überleben heißt nur Rückkehr nach Arkham. Armer Harvey. Manche wollen einfach nicht gesund werden.

Second Chance ist eine gelungene und tragische Fortsetzung des Zweiteilers Two-Face. Zusammen bilden sie eine Art Trilogie, die man auch als einen Film schauen kann. Die Episode zeigt drastisch die Hoffnungslosigkeit dieser gescheiterten Existenz.

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Knightfall #3: Das erste Vorspiel

Coverausschnitt aus Batman #484 (DC Comics)

Knightfall beginnt nicht erst mit Batmans Kampf gegen Bane. Das Besondere daran ist, dass das unerhörte Ereignis gut vorbereitet wird – und zwar mit langem Vorlauf. Nachdem Azrael (Jean-Paul Valley) und Bane eingeführt wurden, wurde Batman geschwächt. Das geschah zunächst in den Ausgaben Batman #484-490  (1992-1993).

Zu Beginn lässt Black Mask seine Gang an mehreren Orten Feuer legen – ein Rachefeldzug gegen Bruce Wayne, denn Roman Sionis gibt ihm die Schuld dafür, sein Unternehmen verloren zu haben. Batman tut sich schwer damit, ihm auf die Spur zu kommen. Lucius Fox wird entführt. Dann schleust sich Batman undercover in die False Face Society ein. Als Skullface gelingt es ihm, die Gang zu zerschlagen, aber Black Mask entkommt ihm.

DC Comics

Batman sieht sich gescheitert, was ihn noch mehr runterzieht. Er hat schon während des Falls Ermüdungserscheinungen gezeigt, hat kaum geschlafen und sich zur Höchstleistung angetrieben. Im Nachgang schont er sich nicht, sondern versucht, sein Versagen wiedergutzumachen. Sein Zustand bessert sich nicht, als er es mit einem gestachelten Freak namens Metalhead zu tun bekommt. Dann muss er auch noch ein Attentat auf Commissioner James Gordon verhindern.

Bruce Wayne geht zum Arzt. Dieser versichert ihm, es gehe ihm körperlich gut, nur psychisch nicht. Batman leidet unter einer Art Burnout – all die Strapazen haben ihre Spuren hinterlassen. Schließlich sucht er sich Hilfe bei der Psychiaterin Shondra Kinsolving, die es mit einem ganzheitlichen Ansatz versuchen will: Medikamenten und Gesprächen. Bruce legt sich ins Bett, träumt aber schlecht.

In Batman #489 tritt Bane erstmals öffentlich auf. Zugleich ist es auch das erste Mal, dass Jean-Paul Valley das Batman-Kostüm anzieht, während Bruce Wayne sich auszuruhen versucht. Nach einem ersten Training mit Robin, das er in einem schwarzen Kostüm (mit seltsamen Kopf-Fransen, vgl. Metalhead) absolviert, muss sich der Neuling gegen einen durchdrehenden Killer Croc beweisen. Doch das geht schief, er steckt mächtig Prügel ein. Da erscheint Bane und bricht Croc den Arm. Er besiegt ihn, um seine Würdigkeit zu beweisen. Mehr noch: Bane durchschaut, dass nicht der wahre Batman im Kostüm steckt.

Der wahre Batman kommt eine Ausgabe später wieder (Batman #490), obwohl noch längst nicht fit, und lässt sich auf den Riddler ein. Doch dem wird von Bane die Droge Venom verabreicht. Batman muss zweimal gegen einen „aufgepumpten“ Edward Nigma kämpfen, der mit seinen Aktionen die Stadt zu terrorisieren versucht. Schließlich sind es die Bane-Schergen Bird, Zombie und Trogg, die den Riddler zu Fall bringen, indem sie ihn anschießen.

knightfall-prelude1

DC Comics

In Batman #491 schließlich befreien Bane und seine Gang die Arkham-Insassen, was offiziell zwar auch noch zum Vorspiel zählt, aber womit die tatsächliche Handlung von Knightfall einsetzt; daher ist die Ausgabe auch in Band eins des Paperbacks von 2012 enthalten. Die Ausgaben 484 bis 490 sind erstmals gesammelt im Knightfall Omnibus Vol. 1 enthalten. (UPDATE: Diese Kapitel sind im September 2018 im US-Paperback Prelude to Knightfall erschienen.) Und man sollte sie unbedingt lesen, wenn man die ganze Story erfassen will. Denn sie zeigen nicht nur, dass Batman schon vor Banes Intervention psychisch zusammenbricht, sondern sie führen auch wichtige Figuren wie Dr. Kinsolving ein und erklären, wie Killer Croc zu seinem gebrochenem Arm kam und wie sich Bane in Batmans Leben einschleicht.

Wer noch früher ansetzen will, sollte auch Batman #386, Detective Comics #553 und Batman #387 lesen (in dieser Reihenfolge) – darin wird nämlich Black Mask eingeführt.

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