Batman

Wie Black Mask in die Welt kam

Titel: Black Mask: Losing Face/The False Face Society of Gotham/Ebon Masquery

Autor/Zeichner: Doug Moench/Tom Mandrake, Klaus Janson

Erschienen: 1985 (Batman #386, Detective Comics #553, Batman #387)


„Know that the mask destroys one identity while creating another. Know that the mask recreates its wearer.“ (Black Mask)

Batman ist auch eine Geschichte über Identitäten, über Gesichter und Masken. Batmans wahre Identität ist zwar Bruce Wayne, aber nur an der Oberfläche. In Wahrheit ist Wayne nur eine Maske, während die Batman-Maske sein wahres Gesicht ist. Und dennoch bedeckt seine Maske nur das halbe Gesicht, seine Mundpartie bleibt (meist) frei. Wir haben es also nur mit einer halben Maske zu tun. Batman ist eben nur zur Hälfte Fledermaus. Und damit ist er so gespalten wie Two-Face – und nicht mehr als ein Zerrbild wie Joker oder Clayface.

1985 kam ein neuer Schurke auf, der diese Masken-Thematik neu aufgriff: Black Mask (Roman Sionis). Erzählt wird seine Geschichte ganz altmodisch, nämlich von Anfang an, wie etwa bei Scarecrow. Es beginnt damit, dass Roman Sionis gleich nach der Geburt fallengelassen wird. Nur ein Versehen macht den Tag der Geburt gleich zum einem fatalen Datum, das sein restliches Leben bestimmt. Denn Roman wird ein Kind, das nie Gefühle zeigt, sondern bloß falsche Gesichter aufsetzt, um so zu tun als ob.

Dabei hat Roman sonst alles, was er braucht, denn seinen Eltern gehört der Kosmetikhersteller Janus. Als Erwachsener verliebt er sich in das Model Circe und stellt es ein, doch als seine Eltern gegen die Verbindung sind, ermordet er sie durch Brandstiftung. Er übernimmt das Unternehmen und richtet es mit iditotischen Entscheidungen zugrunde. Nachdem es wegen eines gesichtsschädigenden Make-ups vielfach verklagt wird, übernimmt Wayne Enterprises Janus.

Der verbitterte Roman Sionis schnitzt sich in der Familiengruft eine schwarze Maske aus dem Ebenholz-Sarg seines Vaters, macht ein paar Gauner zu seiner maskentragenden False Face Society und geht auf Rachefeldzug. Seine ehemaligen Vorstandskollegen werden mit Masken getötet, die mit dem zerstörerischen Make-up bestrichen sind, dann müssen auch die amtierenden Vorstandsmitglieder dran glauben. Black Mask entstellt Circe. Schließlich soll auch Bruce Wayne sterben – Sionis kannte ihn schon als Kind.

Batman lockt ihn in eine Falle, indem er ihn als Bruce Wayne zu einem Maskenball einlädt. Am Ende, nachdem Roman seine Kuscheltiere abfackelt, brennt sich die Maske in sein Gesicht – und Black Mask ist fürs Leben entstellt.

Black Mask hat eine Ideologie: die Maske dient als Mittel zur Reinkarnation. Sie zerstört die alte Identität und erschafft eine neue. Autor Doug Moench lässt sich viel Zeit, um seine Motivation zu erklären, eine ganze Ausgabe lang wird die tragische Vorgeschichte ausgebreitet. Aber wie so oft übertreibt er maßlos, wenn der junge Roman zum Beispiel inspiriert wird von einem Waschbär – weil der scheinbar eine Maske trägt. Dieses Waschbär-Motiv zieht sich durch die ganze Geschichte und wird damit überzogen, weil es schon am Anfang zu bemüht wirkt.

Bei aller Liebe zur Exposition – die Story erschöpft sich leider darin. Es folgt eine Reihe von Grausamkeiten, aber Empathie verspürt man bei diesem Rachefeldzug nicht für den Schurken. Denn er rächt sich für etwas, das er selbst zu verantworten hat. Roman Sionis ist ein unsympathischer Irrer, der sich bloß von seinen emotionalen Kurzschlüssen leiten lässt und das macht sein Verhalten schwer nachvollziehbar. Sein Ende kommt abrupt, denn er ist nicht einmal ein besonders gewiefter Gegner für Batman. Interessanter wird Black Mask erst später: im Vorspiel zu Knightfall, in War Games und Under the (Red) Hood.

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Batman auf der Anklagebank

Joker als Richter

Titel: Trial (dt. Der Prozess)

Drehbuch/Story: Paul Dini, Bruce Timm

Erschienen: 1994 (Batman: The Animated Series S02E03)


„Ich persönlich war ja mehr für einen Schuss zwischen die Augen, verlor aber beim Münzenwerfen.“ (Two-Face)

Die neue Bezirksstaatsanwältin, Janet Van Dorn, ist kein großer Fan von Batman. Sie will ihn aufhalten. Doch bevor es dazu kommen kann, wird sie von den Schurken nach Arkham entführt. Dort haben die Irren die Anstalt übernommen und halten einen Schauprozess über Batman ab. Joker als Richter, Two-Face als Staatsanwalt, die restliche Rogues Gallery als Geschworene. Van Dorn soll ihn verteidigen. Sie spielt mit – auch wenn das Spiel keinen Sinn ergibt, weil die Verrückten ohnehin tun, was sie wollen.

Verteidigung und Geschworene

Die Anklage: Batman hat Joker und Co. zu dem gemacht, was sie sind. Van Dorn kann das zwar widerlegen, die Geschworenen sprechen Batman frei – und trotzdem wird er verurteilt. Bevor er hingerichtet wird, soll er demaskiert werden, aber da erweist sich die Verteidigerin als Retterin in der Not.

Demaskierung vor der Hinrichtung

Die Episode hat einige witzige Situationen und starke Momente. Aber die größte Stärke dieser Folge besteht nicht nur im Spaßfaktor völligen Irrsinns und in dem All-Star-Ensemble der Schurken, sondern auch, dass die Figuren sehr kritisch hinterfragt werden – genauso wie Batman selbst. Dass am Ende nicht nur Van Dorn, sondern auch Batman für eine Stadt ohne Batman kämpfen wollen, ist ein perfekter Abschluss: Batman ist die Verneinung seiner selbst. Er ist da, um sich überflüssig zu machen.

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Knightfall #2: Sword of Azrael

DC Comics

Knightfall dreht sich um drei zentrale Figuren: Den Helden Batman (Bruce Wayne), den Schurken Bane und Batmans Nachfolger, Jean-Paul Valley. Die Figur wird noch vor Bane eingeführt: in der vierteiligen Mini-Serie Sword of Azrael (1992-1993).

Azrael ist zunächst ein Typ in einer aufgemotzten Ritterrüstung, der mit brennendem Schwert das Werk eines Racheengels auszuführen versucht. Als Anhänger eines mysteriösen Geheimbundes ehemaliger Kreuzritter (St. Dumas) will er den Verräter Carlton LeHah bestrafen, doch stirbt selbst dabei. Er kann sich gerade noch zu seinem Sohn schleppen, Jean-Paul Valley, und ihm noch genug sagen, um sein Erbe anzutreten. Jean-Paul fliegt in die Schweiz und erfährt, dass er schon als Kind indoktriniert wurde, um ein neuer Racheengel zu werden. Batman reist hinterher, Carlton LeHah hat dreht durch, hält sich für einen Diener des Dämons Biis und beginnt damit, ein Ordensmitglied nach dem anderen zu töten.

Der neue Azrael kämpft zwar zunächst gegen Batman, dann aber verbünden sie sich, um LeHah aufzuhalten – bis Batman vom Schurken entführt wird, um Bruce Wayne von seinem Vermögen zu erleichtern. Er wird gefoltert und unter Drogen gesetzt, aber Batman bleibt bis zuletzt hart. Schon vorher tritt Batman großkotzig auf, haut einen markigen Spruch nach dem anderen raus. Damit fällt er zwar etwas aus der Rolle, aber immerhin sorgt er für ein paar Schmunzler.

Jean-Paul Valley ist ein verwirrter junger Mann, der zunächst nicht weiß, wie ihm geschieht, dann eine wundersame Wandlung zum willenlosen Racheengel macht, sobald er seine Maske überzieht, und sich rücksichtslos nur um Rache kümmert. Am Ende aber gewinnt doch seine menschliche Seite und er rettet Batman.

Dennis O’Neil erzählt eine rasante, actionreiche und spannende Geschichte, Zeichner Joe Quesada inszeniert die Story mit einem präzisen Stil und ausdrucksstarken Figuren. Um die Figur Azrael/Jean-Paul Valley besser zu verstehen, sollte man dieses Vorspiel zu Knightfall nicht auslassen. Nach der Lektüre bleiben nur zwei Fragen offen: Wozu braucht Azrael ein Feuerschwert und was sind das für seltsame Streifen, die von seinen Schultern abstehen? Wahrscheinlich gibt es dafür nur eine Antwort: Weil es cool aussieht.

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Mord ohne Stil

Batman mit Haken

Titel: Gotham by Gaslight

Drehbuch: Jim Krieg

Erschienen: 2018 (Direct-to-Video)


„Make something else. Something better.“ (Batman)

Der Comic Gotham by Gaslight ist ein Klassiker. Nicht nur, weil Batman gegen Jack the Ripper kämpfte, nicht nur, weil es die erste Elseworlds-Story war (wenn auch noch nicht unter diesem Label), sie war auch stilistisch einzigartig, dank Mike Mignolas noiresken, sperrigen Zeichnungen. 30 Jahre später ist ein Film daraus geworden und – na ja … ein Klassiker wird der definitiv nicht.

Die Produzenten geben sich Mühe, der Vorlage gerecht zu werden, auch wenn sich die Story nur grob daran orientiert: Jack the Ripper tötet Frauen in Gotham, Batman jagt ihn, wird selbst verdächtigt, schließlich wird Bruce Wayne verhaftet.

Wie schon beim Film The Killing Joke wird die Vorlage um einige Figuren und Plot-Elemente erweitert, was hier aber besser gelingt. In Gotham findet eine Weltausstellung statt, das ist aus der Fortsetzung Master of the Future entlehnt. Es gibt einen großen Showdown auf einem Riesenrad. Selina Kyle wird zu einer wichtigen Nebenfigur, die zwar mit Peitsche kämpft (Zirkusfrau), aber nie in ein Katzenkostüm schlüpft. Poison Ivy hat nur einen kurzen Auftritt – als erstes Mordopfer. Hugo Strange ist ein Verdächtiger, bis er von Arkham-Insassen zerrissen wird (so buchstäblich wie unnötig). Harvey Dent bleibt eingesichtig, auch wenn ihm eine Nähe zu Jekyll und Hyde nachgesagt wird, schließlich wendet er sich gegen seinen einstigen Freund.

Die Auflösung überrascht und funktioniert sogar ganz gut, auch wenn sie keinen so starken persönlichen Bezug zu Bruce Waynes Biografie mehr hat wie in der Vorlage. Der Mörder offenbart sich als fanatischer Frauenhasser, der sogar seine eigene Frau auf seiner Seite hat. Das ist aber auch schon das im besten Sinne Gruseligste an dem Film.

Jack und Selina im Schlachthaus

Der Film ist ziemlich brutal geworden – so brutal so ein Mainstream-Animationsfilm in den USA eben werden kann. Es wird viel gemetzelt, es fließt reichlich Blut, es gibt etwas Erotik und das alles in einer schaurigen Kulisse. (Eine Schlachthaus-Szene erinnert an Guy Ritchies Film Sherlock Holmes.) Und trotzdem wirkt dieses Gotham des späten 19. Jahrhunderts zu sauber und steril. Ich werde einfach nicht warm mit dem glatten Animationsstil, der stilistisch kaum eigene Akzente setzt. Nur in den Kampfszenen kommt Tempo und Dynamik auf, aber das Ganze wirkt trotzdem zu routiniert.

 

Wer steckt hinter der Maske?

Batman sieht zwar aus wie im Comic (man sieht seine Augen), aber er wird nicht gerade elegant eingeführt. Als er zum ersten Mal aus Schatten und Nebel tritt, kämpft er gegen drei Jungs. Kinder. Zwar kommt danach ein großer Typ mit Schlagringen, aber ein Batman, der es zunächst mit Kindern aufnehmen muss, das wird der Figur einfach nicht gerecht. (Auch wenn sie für drei Robins stehen.)

Es gibt ein paar gute Einfälle in dieser Verfilmung, auch ein bisschen Humor, aber im Großen und Ganzen verpasst man nichts, wenn man es nicht sieht. Wieder hat DC eine Chance verschenkt, aus einem seiner Klassiker eine Adaption zu machen, die selbst Maßstäbe setzt. Das ist offenbar auch nicht gewollt. Man geht lieber keine Risiken ein – aber so entsteht keine Kunst, sondern nur Durchschnittsware am Fließband.

Warner Bros.

Auf der Blu-ray sind noch zwei ältere Cartoons zu finden: Die BTAS-Folge „Showdown“, die Jonah Hex im Wilden Westen zeigt, und die Batman: The Brave and the Bold-Episode „Trials of the Demon“, in der Batman zu Jason Blood/Etrigan in das victorianische England reist und das Kostüm aus Gotham by Gaslight anzieht.

Außerdem kann man sich einen ersten Eindruck vom nächsten Animationsfilm machen: Suicide Squad – Hell to Pay.

>> Liste der Batman-Filme

Batman-Killer wider Willen

Titel: The Man Who Killed Batman (dt. Der Mann, der Batman getötet hat)

Drehbuch: Paul Dini

Erschienen: 1993 (Batman: The Animated Series S01E51)


Der Kleinganove Sidney Debris will in Rupert Thornes Gang aufsteigen. Seine Mitstreiter halten nicht so viel von ihm, sie nehmen ihn bloß als Beute für Batman mit, damit sie ungestört ihr Ding drehen können. Doch als es zur Konfrontation mit dem Dunklen Ritter kommt, stürzt dieser durch Zufall vom Dach, ein Gastank explodiert – es sieht als, als wäre Batman tot. Daraufhin bekommt er unter dem Beinamen „The Squid“ den Ruf, der Mann zu sein, der die Fledermaus erledigt hat.

Jokers Sarg für Batman

Kurz darauf nimmt sich der Joker seiner an. Denn wenn Batman tot ist, dann ist nicht nur das Verbrechen keinen Spaß mehr, dann wurde er auch um das Vergnügen gebracht, seinen Erzfeind selbst zu erledigen. Bei einer Trauerfeier im ACE-Chemiewerk wird Sidney Debris im Säuretank versenkt …

Der Joker zeigt, wo es langgeht.

Wie immer bewahrheitet sich die alte Weisheit: Keine Leiche, keine Toten. Klar, Batman kann nicht sterben. Muss er auch nicht. Zwar fehlt er die meiste Zeit in dieser Folge, aber man vermisst ihn nicht. Seine Präsenz ist ständig spürbar, ob in der Betroffenheit der Polizei oder in dem Verhalten der Verbrecher. Allen voran der Joker, der ständig zwischen aufrichtiger Trauer um seinen Kontrahenten, Albernheit und Ärger changiert. Batman fehlt allen. Und ist dadurch ständig präsent.

Der eigentliche Held aber ist der kleine Sidney Debris, der tollpatschig von einer Klemme in die nächste gerät, nur weil er sich nach Anerkennung sehnt. Batman rettet ihn und macht ihn auf ungewöhnliche Weise glücklich. Eine rundum spaßige Folge.

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Knightfall #1: Vengeance of Bane

Die Knightfall-Saga beginnt mit Vengeance of Bane, der Vorgeschichte des Schurken, der Batman das Rückgrat bricht. Erschienen ist sie 1993 als 64-seitiges Special, geschrieben von Chuck Dixon und gezeichnet Graham Nolan.

Bane ist das Kind eines unbekannten Revolutionärs von dem Inselstaat Santa Prisca. In der Diktatur herrscht ein grausames Gesetz: Weil der Mann sich seiner Strafe entzogen hat, wird dessen schwangere Frau an seiner statt ins Gefängnis gesteckt. Nachdem das Kind zur Welt kommt, wächst es im Knast auf, nachdem die Mutter stirbt, wird er aus der Schutzhaft zu den anderen Verbrechern überstellt. Dort plagt ihm nach einem Sturz ein Alptraum von einer ungeheuren Fledermaus.

Der Junge wird zum Mörder. Er wird in eine Einzelzelle gesteckt, die regelmäßig mit Wasser geflutet wird. Zehn Jahre lang lebt er in völliger Isolation, ernährt sich von Fischen und meditiert. Nach dem Prinzip „Was mich nicht umbringt, härtet mich ab“ stählt Bane seinen Körper und schult seinen Geist, liest drei Bücher am Tag, lernt sechs Sprachen. Das Töten wird Alltag für ihn, er stumpft er emotional ab, findet aber drei Gefährten: Zombie, Trogg und Bird. Letzterer erzählt ihm von Gotham und Batman, der die Stadt beherrscht. Bane, der sich an seinen Dämon erinnert, findet seine Bestimmung darin, Batman zu brechen.

Bane wird zum Versuchskaninchen für die Droge Venom, die ihm Superkräfte verleiht und sie gegen Schmerz immun macht. Durch das Experiment wird er zum Junkie, der sich das Zeug ins Hirn einspeisen lassen muss. Indem er sich nach einem Versuch totstellt, bricht er aus dem Knast aus und fliegt mit seinen drei Spießgesellen nach Gotham, wo er mit gezielten Morden beginnt, die Unterwelt aufzumischen. In einer ersten Konfrontation mit Batman verschont er ihn: „You will know my name one day. And on that day you will beg for mercy.“ Bane will ihn beobachten, studieren und ihn erst dann besiegen, wenn der richtige Moment gekommen ist.

Die Entstehungsgeschichte von Bane ist so sehr auf Abhärtung getrimmt, dass sie in ihrer Übertreibung fast schon komisch wirkt. Seine Motivation, es mit Batman aufzunehmen, wird nicht ganz schlüssig. Zu weit hergeholt ist es, dass der Schurke den ganzen Aufwand betreibt, nur weil er mal als Kind schlecht geträumt hat. Mit Batman verbindet ihn nichts, außer einer willkürlichen Assoziation zwischen einer eingebildeten Fledermaus und einem Kerl, der sich wie eine anzieht.

Bane tut einem zunächst leid, dann wird er zu einem perfekten Widersacher. Seine Fähigkeiten machen ihn zu einer Art Anti-Batman. Furchterregend wirkt er durch hünenhafte Erscheinung und seine Maske mit ihren roten Augen, die ihm jegliche Menschlichkeit nimmt. Das Einzige, was die Geschichte nicht erklärt, ist, warum er sie trägt und sich wie ein mexikanischer Wrestler anzieht. Aber die wahre Erklärung lautet, wie so oft in Comics: weil es cool aussieht. Und darum geht es ja schließlich auch …

(Vengeance of Bane ist zweimal auf Deutsch erschienen: 1998 als Batman-Sonderband im Dino-Verlag und 2013 als „Batman gegen Bane“ im Panini-Verlag.)

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Knightfall #0: Einführung

DC Comics

Knightfall – das sind drei dicke Bände, fast 2000 Seiten (als Omibus sogar fast 2800) über den Fall von Batman, die Zeit ohne ihn und seine Rückkehr: Knightfall, Knightquest, Knightsend.

Die Story ist so dramatisch wie ereignisreich: Batman wird von Bane das Rückgrat gebrochen, er wird von Jean-Paul Valley (ehemals Azrael) ersetzt, wird geheilt und kehrt zurück, vorübergehend wird Dick Grayson Batman, bis Bruce Wayne wieder übernimmt.

Lange war Knightfall nicht vollständig verfügbar. Die ersten US-Paperbacks (1993-1995) waren lückenhaft, 1998 wurde noch das Nachspiel Prodigal gesammelt veröffentlicht. Seit 2012 gibt es drei Paperbacks von DC, die den größten Teil der Story erzählen, allerdings auch einiges weglassen. Im ersten Band fehlen die Ausgaben zur Vorgeschichte, im zweiten fehlt der Erzählstrang The Search, der von Bruce Waynes Heilung erzählt, im dritten die Nachspiele Troika, Nightwing: Alfred’s Return und Vengeance of Bane II: The Redemption (alle 1995).

DC Comics

Seit 2017 gibt es zwei Omnibus-Editions, die wirklich ALLES versammeln, was bisher gefehlt hat (außer der Mini-Serie Sword of Azrael), der dritte Band enthält auch Troika, Nightwing: Alfred’s Return und Vengeance of Bane II: The Redemption.

Zum 25-jährigen Jubiläum (2018-2019) sind neun neue Paperback-Editionen erschienen, in denen das gesamte Omnibus-Material enthalten ist, zuerst das Prelude to Knightfall (Vengeance of Bane, Batman #484-491, Detective Comics #654-658), zuletzt Troika (enthält auch Nightwing: Alfred’s Return und Vengeance of Bane II – The Redemption).

DC Comics

Wer sich das Geld und den Platz im Regal sparen will, kann sich auch alle Bände auch digital kaufen.

Knightfall deutsch in vier Bänden. (Panini)

Die erste deutsche Ausgabe vom Carlsen-Verlag (ab 1995) brachte es auf zehn Bände, aber auch hier fehlten einige Kapitel. Zuletzt hat der Panini-Verlag die Saga in vier Bänden herausgebracht (2012-2015), wobei der gesamte Mittelteil (Knightquest: The Crusade/The Search) ausgespart wird, dafür im vierten Teil („Der verlorene Sohn“) Prodigal enthält. Ergänzend dazu erschien 2013 Batman gegen Bane, in dem auch die Vorgeschichte des Schurken, Vengeance of Bane, nachgedruckt ist (diese hatte bereits der Dino-Verlag 1998 in einem Sonderband herausgebracht).

Von 2021 bis 2022 sind bei Panini die drei Omnibus-Ausgaben als Deluxe Editions erschienen.

Die Besprechungen der einzelnen Storylines:

  1. Vengeance of Bane
  2. Sword of Azrael
  3. Prelude I
  4. Prelude II
  5. Knightfall: Broken Bat
  6. Knightfall: Who Rules the Night
  7. Knightquest: The Crusade
  8. Knightquest: The Search
  9. KnightsEnd
  10. Prodigal
  11. Troika
  12. Nightwing: Alfred’s Return
  13. Vengeance of Bane II – The Redemption

>> Bane in Batman TAS (dt. Kampf der Giganten)

>> Batman-Knightfall (Liste aller Comic-Ausgaben)

>> Batman 1990-1999

(Der Artikel wurde zuletzt am 27.8.2022 aktualisiert.)


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Brian Michael Bendis schreibt Superman

Man of Steel: Zwei Cover in einem (DC Comics)

Der langjährige Marvel-Autor Brian Michael Bendis ist zu DC Comics gewechselt, wie bereits im vergangenen Jahr bekannt wurde. Vor kurzem habe ich noch geschrieben, dass er eine Kurzgeschichte zu Action Comics #1000 beitragen wird, jetzt wurde bekannt, dass er zunächst bei Superman bleiben wird. Wie Forbes berichtet, wird er die Serien Superman und Action Comics schreiben, darüber hinaus hat Bendis eine sechsteilige Mini-Serie angekündigt: Man of Steel, die wöchentlich erscheinen soll. Als Zeichner werden Kevin Macguire, Ivan Reis, Doc Shaner und Jason Fabok genannt.

Bereits sein Beitrag zu Action Comics #1000 (gezeichnet von Jim Lee) soll mehr sein als eine beliebige Geschichte, sondern der Auftakt zu etwas Größerem: „It is a major chapter in what we’re doing, with some really big bombs we’re dropping in Superman’s life — and two of them happen right there in Action Comics #1000″, sagt Bendis. „So it’s a huge tease of what we’re doing and what’s coming up in Superman’s life.

Bei der Mini-Serie Man of Steel kommt ein Déjà-vu-Effekt auf: So hieß bereits das Reboot, das John Byrne 1986 nach der Crisis für Superman schrieb und zeichnete. (Ganz zu schweigen von dem Film von Zack Snyder von 2012.) Bendis‘ Man of Steel verspricht einen neuen großen Schurken, der tief mit Supermans Ursprung verwurzelt ist. „We’re going to dig in very hard, this is one of my goals, to be a additive to Superman as possible. The characters we debut right away, including this new villain, will send ripples of horror across the entire Superman family and beyond!“ Bendis verspricht, dass sein Superman-Ansatz – trotz neuer Wege – kein Reboot sein wird. Die erste Ausgabe soll am 30. Mai erscheinen.

Danach Bendis die beiden monatlichen Serien Superman und Action Comics übernehmen. Superman wird (schon zum fünften Mal!) neu gestartet; Ausgabe #1 erscheint am 11. Juli, Action Comics #1001 am 25 Juli. Während Superman den Schwerpunkt auf Abenteuer legt, soll es in Action Comics um Clark Kents Alltag gehen. (Wäre es andersrum nicht naheliegender?) Zwischen Action Comics #1000 und Man of Steel #1 soll am 2. Mai noch ein weiteres Kapitel erscheinen: DC Nation #0, gezeichnet von José Luis García-López. Darin sollen neue Figuren und Schurken eingeführt werden. Außerdem wird das Heft eine Batman-Story enthalten, in der der Joker von den Heiratsplänen mit Catwoman erfärt. 

 

Der Tag, an dem Robin starb (und Batman durchdrehte)

DC Comics

Titel: Robin Dies At Dawn

Autor/Zeichner: Bill Finger/Sheldon Moldoff

Erschienen: 1963 (Batman #156), Paperback 2009 (The Black Casebook), Hardcover 2015 (Robin, the Boy-Wonder: A Celebration of 75 Years)


„I’ve never felt so alone in all my life …“ (Batman)

„Why are you watching me?“ (Batman)

Als Batman für einen Geheimauftrag verschwindet, trifft Robin auf Ant-Man. Nein, natürlich nicht auf Marvels Ant-Man, der ein Jahr zuvor seinen ersten Auftritt hatte, aber auf einen anderen kleinen Helden, der dem von Marvel ziemlich ähnlich ist. Zweimal springt ihm das rote Kerlchen mit der Kraft eines ausgewachsenen Mannes zur Seite, als er es mit Räubern und Dieben zu tun hat. Doch dann macht sich Ant-Man mit dem Diebesgut davon. Robin findet den Wissenschaftler, der für das Schrumpfen verantwortlich ist und überlistet im Labor den kleinen Gauner, indem Robin sich selbst als Marionette spielt und sich seinen Gegner in den Fäden verheddern lässt.

Aber „The Secret of the Ant-Man“ ist nur der Prolog. Denn was Batman in der Zwischenzeit treibt, erfahren wir im zweiten Teil: „Robin Dies at Dawn“. Batman wird auf mysteriöse Weise ins Weltall gezogen und landet auf einem fremden Planeten. Die Stimmung mutet surreal an, wie in einem Traum: Eine gelb-grüne Wüste mit großen violetten Kratern und seltsamen anhänglichen Pflanzen, darüber schweben zwei Monde. Als sich eine der Pflanzen Batman schnappt, wünscht der sich seinen Partner herbei und kaum hat er ihn in seiner Verzweiflung gerufen, rettet er ihn.

Doch dann kommt es zum dramatischen Höhepunkt: Das Dynamische Duo wird von einem Steinriesen verfolgt, Robin wird übermütig und wird von einem Felsen erschlagen. Batman begräb ihn. Danach fühlt er sich beobachtet von Menschen, aber er kann niemanden sehen. An dieser Stelle fühlt man sich als Leser ertappt: den natürlich ist man es selbst, der Batman zuschaut, ohne dass er zurückschauen könnte. Nachdem er von einem roten Monster angegriffen wird, erfahren wir, was wirklich los ist: Batman hat sich einem Experiment ausgesetzt, bei dem er so isoliert war wie ein Astronaut im Weltall.

Batman halluziniert Monster

Diese Idee erinnert stark an die Pilotfolge der TV-Serie The Twilight Zone („Where is Everybody?“), die 1959 erschien. Darin findet sich ein Mann in einer verlassenen Welt wieder und die Auflösung ist die gleiche. Bei Batman werden die Halluzinationen mit der Angst vor der Einsamkeit erklärt. Batman bildete sich den Tod von Robin nur ein, weil er ohnehin in ständiger Sorge um ihn lebt.

Im dritten Akt zeigen sich die Spätfolgen dieses Experiments: Während Batman und Robin eine Bande in Affenkostümen jagen, wird Batman von Halluzinationen heimgesucht, die ihn an die eingebildete Alien-Welt erinnern. Batman schmeißt hin, Robin weint. Aber der Ruhestand dauert nur eine Seite. Als Robin gefangen genommen wird, eilt Batman mit Ace, dem Bat-Hound, zu Hilfe, verkleidet sich als Affe, überwindet seine Angst, rettet Robin, alles gut. Und doch: das letzte Panel wirkt mit seiner orangen Sonne und den dunkelvioletten Wolken irgendwie seltsam, als wären wir immer noch in der surrealen, verstörenden Traumwelt …

Was diese Story so spannend macht, ist nicht nur, dass sie eine gewisse psychologische Tiefe offenbart und Batman als psychisch kranken Mann zeigt, sie nimmt auch viele spätere Entwicklungen vorweg, vor allem den 23 Jahre später erschienenen The Dark Knight Returns: Robins Tod, Bruce Wayne gibt als Batman auf, Batman als Selbstzweifler, seine Rückkehr, um das Verbrechen zu bekämpfen. (Die Vorgeschichte ist nachzulesen in Last Crusade.) Grant Morrison bedient noch später sich bei seinem Epos Batman R.I.P. sehr stark bei dieser Story.

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Verlangen nach Vergeltung

Robin und Zucco

Titel: Robin’s Reckoning: Part I-II (dt. Robins Rache)

Drehbuch: Randy Rogel

Erschienen: 1993 (Batman: The Animated Series S01E32-33)


„I’m sure revenge can be deliciously sweet.“ (Alfred)

Die Flying Graysons

Robin war ab der zweiten Folge (Christmas With the Joker) ein Teil von Batman The Animated Series. Der Unterschied zu den Comics: Er war kein Kind, sondern ein junger Erwachsener. Erst in Folge 32 bekam er eine Vorgeschichte, wo erklärt wurde, wie er als Kind zu Batman fand. Die Story ist bekannt: Dick Grayson war mit seinen Eltern Trapezkünstler im Zirkus, als ein Schutzgelderpresser namens Zucco ihren Auftritt sabotierte und die Eltern starben. Bruce Wayne sieht den Sturz, als er im Publikum sitzt. So ist es auch hier. Der Tod wird nur angedeutet: durch ein reißendes Seil und die Reaktion des Publikums.

Bruce sieht den Tod der Graysons.

Die Geschichte steigt hier aber ein, als Robin nach neun Jahren eine Spur zu Zucco hat und endlich den Mörder seiner Eltern finden will. Batman verheimlicht ihm das zunächst und hält ihn zurück. Robin ist das egal und er macht sich trotzdem auf, um Zucco zu schnappen. Batman hat zwar Erfolg als Detektiv und Einschüchterer, aber beim Einsatz bricht er sich das Bein und tut sich folglich schwer damit, seine Zielperson zu fassen. Da kommt Robin gerade recht. Aber als der Zucco hat, droht Robin selbst zum Mörder zu werden.

Begrüßung von einer Fledermaus: Dick erreicht Wayne Manor.

„Lass dich nicht von deinen Gefühlen überwältigen“, sagt Batman. Robin kontert: „Spar dir die guten Ratschläge, Batman. Du und dein kaltes Herz. Du weißt ja nicht, was ich empfinde. Wie könntest du auch?“ Aber dann erkennt er, was für einen Unsinn er redet und besinnt sich eines Besseren.

Großes Kinderzimmer mit Robin Hood-Fresko.

Die Doppelfolge gehört zum Stärksten, was die Serie zu bieten hat: Sie nimmt sich viel Zeit, Robins Motivation einzuführen, sie lässt Raum für die Gefühle des verlorenen Jungen, der seine Eltern verloren hat, und der bei Bruce Wayne ein neues Zuhause zu finden versucht. Bruce ist aber abends oft weg, weil er Zucco sucht, aber dadurch vernachlässigt er seine Beziehung zu Dick. Wir sehen Batman undercover und als finstere Nachtgestalt in früherer Form, mit schwarzer Fledermaus auf der Brust, ohne das gelbe Oval.

Am Ende gibt es noch eine überraschende Wendung: Batman wollte nicht, dass Robin nach Zucco sucht, weil er nicht den Gedanken hätte ertragen können, dass Zucco auch Dick tötet.

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