Digitale Serie in 14 Kapiteln: „Harley Quinn: Black + White + Red“ (DC Comics)
Die Kunst mag frei sein, aber wahrhafte Größe erreicht sie oft erst, wenn sie sich selbst enge Grenzen setzt: Batman: Die Anthologieserie Batman: Black and White (1996) führte das beispielhaft vor. Achtseitige Kurzgeschichten in Schwarz-weiß, geschrieben und gezeichnet von den besten Autoren – bis heute ein Klassiker mit drei Nachfolgebänden. Nun legt DC Comics nach mit einer neuen Serie nach einem ähnlichen Prinzip: Harley Quinn: Black + White + Red ist eine 14-teilige Serie, die zunächst digital erscheint, immer freitags (z.B. bei Comixology oder Amazon).
Die erste Story, die bereits erschienen ist, stammt von Stjepan Šejić, der mit Harleender Figur ein grandioses Update verpasst hat. (Eine Vorschau gibt’s bei DC.) Die Geschichte umfasst 19 Seiten und kostet bei Comixology 1,09 Euro. Zu den Erzählern der nächsten Ausgaben gehören neben Harley-Quinn-Co-Schöpfer Paul Dini, Amanda Conner, Jimmy Palmiotti und Tim Seeley. Außerdem sollen sich Zeichner erstmals als Autoren betätigen, dazu zählen: Mirka Andolfo (DC Comics: Bombshells), Dani (The Low, Low Woods), Joe Quinones (Dial H for Hero) und Riley Rossmo (Martian Manhunter).
Detective Comics #1027 von Andy Kubert (DC Comics)
Normalerweise feiert man Jubiläen bei schönen runden Jahreszahlen: Erst im vergangenen Jahr zum Beispiel wurde Batman 80 und dank geschickter Verlagstricks erschien dazu Detective Comics #1000 als extragroßes Special. (In diesem Jahr folgten ähnliche Specials zu Robin, Catwoman und Joker.)
Am 15. September erscheint nun Detective Comics #1027 und das müsste keinen besonders interessieren, aber weil die Zahl 27 eben eng mit Batmans erstem Erscheinen verbunden ist, nimmt DC das wieder zum Anlass, die Nostalgie mit einer 144-Seiten-Extra-Ausgabe zu bedienen.
Enthalten wird Detective Comics #1027 Kurzgeschichten mit Betonung auf „Detective“. Sie stammen von bekannten Größen, darunter vielen Batman-Veteranen, aber auch namhaften Autoren, die bisher noch nicht am Dunklen Ritter gearbeitet haben: Greg Rucka/Eduardo Risso, Grant Morrison/Chris Burnham, Tom King/Walt Simonson, James Tynion IV/Riley Rossmo, Peter J. Tomasi/Brad Walker, Dan Jurgens, Marv Wolfman/Emanuela Lupacchino und Bill Sienkiewicz, Brian Michael Bendis/David Marquez, Mariko Tamaki/Dan Mora, Scott Snyder/Ivan Reis, Kelly Sue DeConnick/John Romita Jr und Klaus Janson, Matt Fraction/Chip Zdarsky.
Darüber hinaus wird das Heft „Tribute-Art“ von Zeichnern wie José Luis García-López, Jamal Campbell, Lee Bermejo, Jorge Jiménez und anderen enthalten. Neben dem Cover von Andy Kubert erscheinen zehn Variant Cover.
Detective Comics #1027 soll 9,99 US-Dollar kosten.
Gefällt dir dieser Beitrag? Was ist er dir wert? Ich würde mich über jede Hilfe freuen, die Kosten für diese Seite zu decken (8 Euro im Monat, 96 Euro pro Jahr). Vielen Dank.
Ra’s al Ghul, Joker, Two-Face von Dennis O’Neil und Neal Adams. (DC Comics)
Der langjährige Batman-Autor und DC-Redakteur Dennis O’Neil ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das berichtet Gamesradar und beruft sich dabei auf O’Neils Familie. „Denny“ O’Neil hat seit den 60er-Jahren Comics geschrieben, zuerst für Marvel und Charlton, dann für DC.
O’Neil, geboren im selben Jahr wie der Dunkle Ritter, war der bedeutendste Batman-Autor der 70er. Zusammen mit Zeichner Neal Adams hat er den Joker und Two-Face modernisiert sowie die Figuren Ra’s al Ghul, Talia al Ghul, Leslie Thompkins und später auch Azrael geschaffen.
Ebenfalls mit Neal Adams hat er Green Lantern und Green Arrow zusammengebracht und auf eine sozialkritische Reise durch die USA geschickt. Nach einer Rückkehr zu Marvel war er von 1986 bis 2000 als Redakteur für DC tätig.
Von O’Neil stammen auch mehrere klassische Storys aus der Serie Legends of the Dark Knight, darunter Shaman, Venomund Images. Zu seinen weiteren Werke gehören:
DC mourns the passing of Dennis “Denny” O’Neil, who co-created some of DC’s—and the industry’s—most important comics. Between revitalizing Batman and telling thoughtful stories that addressed addiction and racism, he told the stories we needed to hear. His voice will be missed. pic.twitter.com/1nIONELeNx
RIP Denny O’ Neil—one of visionary architects of DC Comics who helped revive Batman in the 1970’s and remains my favorite Green Lantern writer to date. Through his editing and writing, Denny was one of the earliest writers whose work and focus on social issues pushed comics 1/ pic.twitter.com/5zqmD4Wz7T
Words cannot express what Denny meant to me and so many others. I learned more in the short span of time that I was fortunate enough to work with both He, and Archie Goodwin, than perhaps the entirety of my years in the biz. https://t.co/ESbFVOBMBk
When I started in the business, there were certain editors who had my respect the instant I walked in the room, simply because of who they were, what they'd accomplished. Denny O'Neil was one of those editors. How fortunate I was to learn from one of the very best. pic.twitter.com/N1PV1at0Wz
Robin (Dick Grayson) in Star Spangled Comics #65 (DC Comics)
In diesem Jahr ist 80 Jahre alt geworden. DC hat das bereits mit einem 100-Seiten-Special gefeiert. Für den 1. September 2020 hat der Verlag eine neue Anthologie angekündigt: Robin: 80 Years of the Boy Wonderwird als Hardcover mit 416 Seiten erscheinen und 29,99 US-Dollar kosten.
Das Beste: In diesem Band wird sich bis auf den obligatorischen ersten Auftritt von Dick Grayson nichts mit der Anthologie doppeln, die vor fünf Jahren zum 75. Jahrestag herausgekommen ist. Der neue Band wird Robins erste Solo-Story in Star Spangles Comics #65 enthalten, den ersten offiziellen Auftritt von Jason Todd als Robin (1984) sowie das Special The Gauntlet (1997).
Seit Jahren nervt eine bestimmte Gruppe von Zack-Snyder-Fans das Netz mit #ReleasetheSnyderCut, der Forderung, endlich die Version des Justice League-Films zu veröffentlichen, die Regisseur Zack Snyder vorgesehen hatte. Immer wieder sollten Leaks belegen, um wie viel toller diese Urfassung sein soll, als das unbefriedigende Ergebnis, das im Kino zu sehen war. Es schien aussichtslos, jüngst hat der YouTube-Kanal Screen Junkies sich mit einen Honest Trailer zum Snyder-Cut über die überzogenen Erwartungen lustig gemacht.
Doch jetzt ist das Unglaubliche wahr geworden: Der Snyder-Cut kommtwirklich – im Jahr 2021 auf dem neuen Streamingdienst HBO Max. Kein Gerücht, kein Wunschdenken, die Nachricht kommt direkt von Snyder, DC und HBO Max.
Laut Hollywood Reporter soll der Film insgesamt vier Stunden lang sein und könnte auch in sechs Teilen einer Miniserie erscheinen. Allerdings existiert – anders als oft behauptet – noch kein fertiges Produkt: Es fehlen noch Spezialeffekte und Musik, vielleicht wird es sogar Nachdrehs geben. 20 bis 30 Millionen Dollar soll die Postproduction kosten.
Snyder verspricht etwas ganz Neues: „It will be an entirely new thing, and, especially talking to those who have seen the released movie, a new experience apart from that movie“, sagt er. Obwohl er die Kinofassung angeblich nicht gesehen hat, behauptet er, sie enthalte nur ein Viertel dessen, was er gedreht habe. Diesmal soll auch der Superschurke Darkseid darin vorkommen, Snyder verspricht aber auch mehr Tiefe, was die Entwicklung der Charaktere angeht. Dann dürften auch die Szenen zu sehen sein, die 2016 auf der San Diego Comic-Con gezeigt wurden.
Snyder hat nach seinem umstrittenen Man of Steelund dem verrissenen Batman v Superman eine provisorische zweieinhalb-stündige Version von Justice League fertiggestellt, als seine Tochter Suizid begangen hat. Daraufhin ist er von dem Projekt zurückgetreten und Joss Whedon (The Avengers) hat den Film beendet. Whedon schrieb das Drehbuch um und drehte Szenen nach. Auf Druck des Studios hin wurde eine Zwei-Stunden-Version erstellt.
Das Resultat war zwar ein besserer Film als Batman v Superman, aber kein befriedigendes Ergebnis. Ein langweiliger Schurke, eine uninspirierte Handlung, ein schlecht retuschierter Schnurrbart und ein Gefühl von Unausgegorenheit. Nach mäßigen Kritiken, enttäuschten Fans und einem mageren Einspielergebnis wurde der Plan einer Fortsetzung verworfen und Warner Bros. änderte seine Superhelden-Strategie zu Solo-Filmen wie Wonder Woman, Aquaman, Shazam und anderen.
Snyder ist derzeit auch mit der Postproduction des Zombiefilms Army of the Dead beschäftigt, den er für Netflix dreht.
Nachdem DC sämtliche Batman (& Robin) Adventures (aus den 90ern) in sieben Paperbacks neu aufgelegt hat, sind jetzt auch die Gotham Adventures dran. Zunächst angekündigt war ein erster Band mit den ersten sechs Ausgaben (eine Neuauflage der 2000er-Ausgabe), dann wurde er auf unbestimmte Zeit (bei Amazon steht „2080“) verschoben, also annulliert. Jetzt hat man sich eine neue Form überlegt: Nicht chronologisch sortiert, sondern nach Charakter: Batgirl, Nightwing, Robin bekommen eigene Bände.
Zunächst erscheint im August: Batman Adventures: Batgirl – A League of Her Own. Enthalten sein werden neben dem Special Batgirl Adventures #1 auch Gotham Adventures #8-9, #22, #38.
Im Oktober folgt Batman Adventures: Nightwing Rising. Darin wird zunächst die Mini-Serie The Batman Adventures: The Lost Years (#1-5) enthalten sein, die die Lücke zwischen den Zeichentrickserien Batman: The Animated Series und The New Batman Adventures (bzw. Staffel 3, auch als Staffel 4 bezeichnet) schließt. Darüber hinaus steckt noch Gotham Adventures #1 darin.
Im Januar 2021 soll Batman Adventures: Robin, The Boy Wondererscheinen und die Ausgaben #7, 19, 29, 42, 54 sowie Batman Adventures #9 (Vol. 2, 2004) enthalten.
Es entsteht also ein Flickenteppich mit vielen Lücken (#2-6, #10-18, #20-21 etc.), der hoffentlich durch spätere Bände gefüllt werden wird, allerdings kann das noch lange dauern, weil die Bände sehr dünn ausfallen werden und die Serie insgesamt 60 Ausgaben umfasst. Insofern ist das Ganze mal wieder eine dieser nicht nachvollziehbaren (und ärgerlichen) Entscheidungen des Verlags.
Die zweite Batman Adventures-Serie (2003-2004) wurde seit 2004 bisher nicht neu als Paperback aufgelegt – und noch nie vollständig. Der Panini-Verlag hat das immerhin in Deutschland nachgeholt, mit zwei Bänden, die 2016 und 2017 erschienen sind.
Alle Einzelausgaben der Gotham und Batman Adventures sind digital bei Comixology zu kaufen. Dort erscheint auch die aktuelle Nachfolger-Serie Batman: The Adventures Continue.
Im vergangenen Jahr stürzte Autor Tom Taylor das DC-Universum in die Zombie-Apokalypse: Seine Miniserie DCeasedwar beliebt bei Fans und Kritik (bei mir nicht so, aber wer bin ich schon?). Am 19. Mai erscheint der dritte und letzte Teil des Spin-offs DCeased: Unkillables, das von den Schicksalen der Schurken in der Krise erzählt.
DC Comics
DC Comics
DC Comics
DC Comics
Jetzt hat Taylor im Hollywood Reporter eine Fortsetzung angekündigt: Die Miniserie DCeased: Dead Planethandelt davon, wie eine Generation von Superhelden nach fünf Jahren zur zerstörten Erde zurückkehrt, um auf einen Hilferuf zu antworten: Superman (Jonathan Kent), Batman (Damian Wayne) und Wonder Woman (Cassie Sandsmark) treffen auf Doctor Fate, Swamp Thing, Constantine und Zatanna. Zeichner ist wieder Trevor Hairsine. Die erste Ausgabe soll am 30. Juni 2020 erscheinen.
Taylor verspricht: „There will be despair, there will be heroic sacrifices, but there will also be comedy and triumph mixed in with, you know, all those shocking deaths of beloved heroes.“ Aber diesmal soll auch die Hoffnung nicht zu kurz kommen.
Eigentlich sollte am 9. Mai 2020 der Gratis Comic Tag stattfinden. Dieser wurde nun wegen der Coronakrise auf Herbst verschoben. Die Veranstalter wollen sich im Juli erneut beraten und Anfang August ein neues Datum verkünden. Bis zum 31. August sind Großveranstaltungen in Deutschland verboten.
Das diesjährige Angebot an Gratis-Comics steht schon länger fest: Zum Thema Batman bringt Panini ein Heft mit drei Leseproben heraus zu den Graphic Novels Harley Quinn: Breaking Glass, Batman: Nightwalker und Mera: Gegen den Strom. Daneben gibt es ein Heft namens Hallo Justice League mit drei Leseproben von Kinder-Comics.
Mehr geboten wird für Spider-Man-Fans: Die bekommen zwei komplette Storys in einem Heft. Ein Highlight dürfte auch ein Auszug aus Berserker Unbound von Jeff Lemire (Black Hammer/Justice League, Joker: Killer Smile) und Mike Deodato Jr. sein – aber das kann man sich wahrscheinlich auch kaufen, ohne vorher reingelesen zu haben. Alle Gratis-Comics findet ihr hier.
Sicher haben sich manche von euch schon gefragt, wo denn die Jubiläums-Specials zu Catwoman und Joker bleiben. Eigentlich sollten sie am 15. und 29. April erschienen sein – zum 80. Jahrestag von Batman #1 (1940), als die beiden ihre ersten Auftritte hatten. Aber die Coronakrise hat das Erscheinen dieser und auch anderer Comics verzögert.
DC Comics reagiert auf die Coronakrise, indem der Verlag sein Programm „DC Digital First“ ausbaut. Seit dem 20. April soll sieben Tage die Woche ein neues digitales Comic zu jeweils einem anderen Helden erscheinen. Den Anfang hat ein 24-seitige Story Superman: Man of Tomorrow gemacht, jetzt ist Batman: Gotham Nights dran.
Zwei Storys gibt es auf 18 Seiten: „Medal of Honor“ von Sal Giunta, Brad Meltzer, Jim Lee, Scott Williams und Alex Sinclair basiert auf der wahren Geschichte von U.S. Army Specialist Salvatore A. Giunta, der für seinen Dienst in Afghanistan eine Medal of Honor bekommen hat. Um Ehre und Militär geht es auch in der zweiten Geschichte: „Honor Code“ von Larry Hama, Mirko Colak und John Kalisz erzählt von Katherine Kane, bevor sie Batwoman geworden ist.
Bei Comixology.eu kostet jedes Comic 1,09 Euro. Die komplette Liste der „DC Digital First“-Ausgaben dieser Woche:
Superman: The Man of Tomorrow von Robert Venditti, Paul Pelletier, Drew Hennessy und Adriano Lucas
Batman: Gotham Nights von Sal Giunta, Brad Meltzer, Jim Lee, Scott Williams und Alex Sinclair; Larry Hama, Mirko Colak und John Kalisz
Wonder Woman: Agent of Peace von Amanda Conner, Jimmy Palmiotti, Inaki Miranda und Hi-Fi,
Aquaman: Deep Dives von Steve Orlando, Daniel Sampere, Juan Albarran und Adriano Lucas,
Flash: Fastest Man Alive von Gail Simone, Clayton Henry und Marcelo Maiolo
DC Super Hero Girls: Infinite Frenemies von Amanda Deibert und Erich Owen
Swamp Thing: New Roots von Mark Russell, Marco Santucci und John Kalisz