Comic

Christopher Reeve zurück im Comic

DC Comics

DC Comics

Titel: Superman – Secret Origin

Autor/Zeichner: Geoff Johns/Gary Frank

Erschienen: 2009-2010 (Mini-Serie #1-6, Paperback 2010), dt. Panini 2012 (Paperback)


„I don’t want to be different. I want to be Clark Kent.“

Wie fühlt es sich an, wenn man beim Heranwachsen entdeckt, dass man Superkräfte hat? Dass man damit nicht nur Menschen helfen, sondern ihnen auch wehtun kann? Dass man auf Sport mit Freunden verzichten muss, um keine Gefahr für sie darzustellen? Es muss ein schreckliches Gefühl sein. Dieser Konflikt ist der Ausgangspunkt für Supermans Secret Origin, einer Neuinterpretation der Entstehungsgeschichte von Geoff Johns. Und mit Zeichner Gary Frank findet die Story auch auf visueller Ebene die nötige Sensibilität: mit feinem Strich und lebensnah-dynamischen Figuren wird der Comic geradezu veredelt.

Inspirieren lässt sich Johns von der TV-Serie Smallville, in der Clark Kent bereits seit der Jugend Lex Luthor kennt (was aber streng genommen keine große Rolle spielt), Frank wiederum lässt mit seiner Superman-Interpretation den Schauspieler Christopher Reeve auferstehen, der 2004 gestorben ist. Im zweiten Kapitel bricht das Niveau jedoch gegenüber dem starken Auftakt ein: Clark Kent wird von seiner Mutter in das spätere blau-rote Kostüm gesteckt und agiert zunächst als Superboy, bis er kurz darauf Besuch von der Legion of the Superheroes aus der Zukunft bekommt. Sie nehmen ihn mit in ihre Zeit und zeigen ihm, wie toll es ist, ein Superheld zu sein, aber die Episode wirkt wie ein Fremdkörper in dieser sonst linear verlaufenden Geschichte. Zu allem Überfluss kommt noch der Superhund Krypto hinzu, was aber nur angedeutet wird, er ist nie im Bild zu sehen.

In Kapitel drei gibt es einen Zeitsprung: Clark fängt beim Daily Planet an und darf sich schon am ersten Tag mit Lois Lane auf eine Lex Luthor-Pressekonferenz einschleichen. Es kommt zu einem Unfall, Lois stürzt in die Tiefe, Superman rettet sie – und hat ein paar Freunde und mit Lex einen Feind gewonnen. Es folgen Begegnungen mit dem Parasiten und Metallo. Das ist alles nichts Neues, aber sehr frisch erzählt, sodass man auch kein Superman-Fan sein muss, um sich davon unterhalten zu lassen.

Batman stiehlt Joker die Show

DC Comics

DC Comics

Titel: The Crimes of Batman

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Bob Kane, Lew Sayre Schwartz

Erschienen: 1952 (World’s Finest Comics #61), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Look! It’s Batman and some clowns! Ha-ha! This must be a special act!“

Batman, der Verbrecher! Gleich drei Schandtaten begeht er hintereinander: er betrügt, stiehlt, tötet sogar! Wirklich? Natürlich nicht. Aber so hätte es der Joker gerne. Nachdem der Joker einmal unfreiwillig Batman dazu verholfen hat, eine Gangsterbande hochzunehmen, will sich der Schurke rächen und den Helden richtig in die Scheiße reiten.

Es beginnt damit, dass der Joker mal wieder aus dem Knast entlassen wurde. Schon wieder? Nach so kurzer Zeit? Angesichts des rigiden US-Justizsystems ist das eine beachtliche Leistung, für einen unverbesserlichen Räuber ständig wieder auf freien Fuß gesetzt zu werden. Ganz zu schweigen von den Morden im Golden Age … aber die scheinen in den 50ern bereits vergessen zu sein.

Aber ich schweife ab. Der Joker nimmt Robin als Geisel und verlangt von Batman, drei Verbrechen zu begehen: Betrug, Diebstahl und Mord. Aber Batman wäre nicht Batman, wenn er für das Problem nicht eine ausgefuchste Lösung parat hätte. Nein, nicht was ihr denkt: Ja, heute würde Batman einfach über den Joker und seine Handlanger herfallen und ein paar gebrochene Knochen später wäre Robin wieder frei. Aber wir sind hier im Silver Age, da lässt sich Batman auf solche Spielchen ein.

Batman betrügt, indem er seinen Tod vortäuscht. Er stiehlt, indem er der Joker-Bande einen Coup vermiest – er stiehlt also dem Joker die Show. Und am Ende erweist Batman sich als mehrfacher Mörder: er schlägt Zeit tot, haut das Publikum um und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe (im Original: „kill two birds with one stone“). Ihr seht: Batman lässt keinen, aber wirklich keinen Kalauer aus, um seinen Witz auszureizen.

Aber auch sonst ist unser Held in Topform: Zuerst schaltet Batman die Bande spielend mit Golfschläger und Football aus, dann führt er mit dem Joker Trapez-Kunststücke im Zirkus auf und schließlich verkleidet er sich sogar als Joker im Clownskostüm. Leider hat Zeichner Bob Kane letztere Szene zu bescheiden inszeniert. Aber sonst ist die Story ein mustergültiges Comic seiner Zeit: herrlich fantasievoll und schräg.

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Robin macht noch als Leiche Ärger

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman and Robin Vol. 6: The Hunt for Robin (dt. Die Jagd nach Robin)

Autor/Zeichner: Peter Tomasi/Patrick Gleason, Doug Mahnke, Andy Kubert

Erschienen: 2014 (Batman and Robin #29-34, Robin Rises: Omega #1); dt. Panini 2015 (Sonderband)


„If you try to take Damian’s body again I’m going to kill you and make sure you never come back.“ (Batman zu Ra’s al Ghul)

Damian und seine Mutter Talia sind immer noch tot, aber ihre beerdigten Körper sind verschwunden (siehe Batman Incorporated Vol. 1-2) – denn Ra’s al Ghul lässt nicht locker: er will Tochter und Enkel wiederbeleben. Obwohl Batman in einem Anfall von Wahnsinn selbst versucht hat, seinen Sohn von den Toten zurückzuholen (siehe Requiem for Damian), hat er etwas gegen die Grabschändung und versucht, die Damians Leiche wieder zurück in ihr Grab zu bringen.

Auch wenn es im Grunde um Robin geht, bleibt der sechste Band von Batman and Robin strenggenommen eine Mogelpackung. Schon in den letzten zwei Bänden kam Robin kaum bis gar nicht vor. In Teil fünf (The Big Burn) fiel das allerdings nicht auf, weil Two-Face in gewisser Weise die Rolle des Sidekicks übernahm, und hier stehen andere Helden Batman bei seiner Quest zur Seite: Zunächst Aquaman, dann Wonder Woman, dann wieder Frankenstein, schließlich andere Justice League-Mitglieder wie Lex Luthor, Shazam und Cyborg. Die Familienangelegenheit nimmt immer größere Ausmaße an.

Hellbat-Rüstung (Batman and Robin #33, DC Comics)

Hellbat-Rüstung (Batman and Robin #33, DC Comics)

Ra’s al Ghul versucht zunächst, eine Lazarusgrube auf der Paradiesinsel ausfindig zu machen – dagegen haben die Amazonen jedoch etwas. Nachdem der Versuch scheitert, nimmt er sich eine Grube unter der ehemaligen Tibet-Stadt Nanda Parbat vor, was übrigens ohne Widerstand funktioniert. Hier kann man sich fragen: Warum nicht gleich so? Aber die Antwort auf die Frage kann man sich denken: Sonst gäbe es keinen Konflikt mit den Amazonen und Wonder Woman. Weil Ra’s aber auch noch einen mysteriösen Energie-Kristall benutzt, den Darkseid haben will, wird Damians Sarkophag (nach einer Keilerei mit der Liga) nach Apokolips entführt – und Batman folgt ihnen in einem Mega-Kampfanzug als „Hellbat“. Holy Shit, sieht das cool aus! Doch plötzlich ändert sich Batmans Meinung wieder: er will Robin doch lebendig zurückbringen …

Abgesehen von diesen Löchern im Plot ist The Hunt for Robin eine vergnügliche und visuell ansprechende Lektüre (auch dank Andy Kubert). Der klassische Heldenreisen-Aufbau mit seinen verschiedenen Stationen und Weggefährten sorgt für viel Abwechslung und Action, und wegen der persönlichen Motive der Hauptfiguren wird die Jagd nach dem MacGuffin dramatisch aufgeladen. Seinen Höhepunkt bekommt die Story, wenn Batman Ra’s droht, ihn umzubringen, wenn er noch einmal Damian entführen sollte. Aber so weit kommt es dann doch nicht. Nein, Batman begnügt sich damit, andere anzuschreien, zu fluchen und um sich zu schlagen. Good old Batman …

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Dark Knight III: Wieder kein Sechser im Lotto

DC Comics

DC Comics

Titel: Dark Knight III: The Master Race – Book 6

Autor/Zeichner: Frank Miller, Brian Azzarello/Andy Kubert, Frank Miller

Erschienen: 2016


„Let them know how fear tastes.“ (Batman)

Erinnert sich noch jemand an diese Mini-Serie, die es einmal gab: Dark Knight III? Ja, da war mal etwas – aber das letzte Heft ist schon ewig … drei Monate her. Also für eine Serie fast nicht mehr wahr. Worum ging es nochmal? Ach ja, Batman und Superman kämpfen gegen böse Kryptonier/Kandorianer. Und genau darum geht es immer noch.

Dank eines Kryptonit-Regens geben Batman und Superman den bösen Aliens Saures. Der Anführer Quar und seine Handlanger kriegen von den World’s Finest und ihren Alliierten ordentlich aufs Maul. Und auch der böse Baal, ein Freund von Super-Wonder-Girl Lara, der gerne Köpfe zermatscht, kriegt von Batgirl Carrie Kelley mit der Zwille ein Kryptonitsteinchen ins Gesicht geschossen, was daraufhin auch zu Matsch wird.

Völlig unklar bleibt aber, warum Batman Superman nicht einfach die Bande endgültig ausschalten lässt. Stattdessen lässt er sie abziehen, um ihre Wunden zu lecken und damit sie wissen, wie Furcht schmeckt. Der Grund liegt natürlich auf der Meta-Ebene: Es müssen noch drei Ausgaben erscheinen. (Ursprünglich sollten es insgesamt acht sein, dann haben die Autoren auf neun aufgestockt.)

Superhelden-Seifenoper

Der eigentliche Höhepunkt liegt dieses Mal im beigefügten Mini-Comic: Wonder Woman kämpft gegen ihre missratene Tochter Lara, nachdem Lara bereits ihren Vater um die Welt geprügelt hat. Der Kampf verläuft wie erwartet ohne größere Blessuren und Resultate, außer dass das goldene Lasso reißt, aber nicht das Band zwischen Mutter und Tochter. Das Drama bleibt oberflächlich wie eine Seifenoper.

Doch das lange Warten hat sich wenigstens für die Optik gelohnt: Wie immer zeichnet uns Andy Kubert spektakuläre Panels im Frank Miller-Stil, wir sehen, wie der Bat-Panzer aufgerissen wird (auch wenn wir das schon aus The Dark Knight Returns kennen) und wie am Ende Batman sterbend in Supermans Armen liegt – alles sehr prächtig. Und auch Frank Miller hat die Zeit gut getan: Plötzlich wirken seine Zeichnungen im Mini-Comic nicht mehr dahingeschludert, wie etwa in Teil 5, sondern in guter alter Qualität und mit einem besonderen Augenmerk auf runde Frauenhintern. Immerhin.

Ansonsten fragt man sich, warum man diese Serie noch liest, wenn einem schon lange die Lust darauf vergangen ist und es nicht mehr besser werden kann. Warum nicht einfach abbrechen und sich das Geld sparen, statt jedes Mal wieder sechs Euro pro Heft zu verschwenden? Ganz einfach: Der Sammler will Vollständigkeit und der Leser will wissen, wie es ausgeht – auch wenn vom Finale nicht mehr viel zu erwarten ist. Comics sind eine seltsame Leidenschaft.

Die Dark Knight-Saga:

Coverwahn #19

Tim Sale, einer der besten Batman-Zeichner, hat in den 90ern so wunderbare Werke geschaffen wie Haunted Knight, The Long Halloween, Dark Victory und Catwoman: When In Rome. Seit dem Neustart der Comicserien von DC Rebirth erlebt er ein kleines Comeback: er zeichnet die Variant Cover der Serie Batman. Und der Meister beweist, dass er es immer noch drauf hat.

Prassen mit Blüten

DC Comics

DC Comics

Titel: The Joker’s Millions

Autor/Zeichner: David Vern Reed/Dick Sprang

Erschienen: 1952 (Detective Comics #180), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„Ah, how the mighty have fallen!“ (Joker)

Auf einen Schlag wird der Joker reich – und das ganz legal. Bei der Testamentseröffnung des Gangsters Barlowe bekommt der Joker dessen Vermögen vererbt. Der Clown ist überrascht, weil Barlowe ihn einst gehasst hat. Aber die Freude über den unverhofften Reichtum überwiegt die Skepsis, also prasst der Joker drauflos. Seine größte Freude dabei: er muss nicht mehr rauben, um an Geld zu kommen.

Wer die letzte Episode unserer Joker-Reihe gelesen hat, wird sich wundern: In den 40ern hatte der Joker bereits einen riesigen Geldspeicher, gefüllt mit Geld und Juwelen, und er raubte nur zum Spaß. Hier fängt er offenbar wieder von vorn an, nachdem er aus dem Gefängnis entlassen wurde.

Der Joker ist also wieder sorglos. Aber zu früh gefreut: bald erkennt er, dass das meiste Geld und die meisten Juwelen gefälscht sind – Barlowe hat ihn reingelegt! Als dann auch noch das Finanzamt vorbeikommt und die Erbschaftssteuer kassieren will (zwei Mio), steckt der Clown Prince of Crime in einer Zwickmühle: Auch wenn er Batman nicht fürchtet, mit dem Finanzamt legt man sich besser nicht an. Aber den Irrtum zugeben will er auch nicht, da er sich nicht zum Gespött der Unterwelt machen will. Also begeht der Joker Verbrechen, allerdings möglichst unauffällige, die sich nicht mit ihm in Verbindung bringen lassen. Das nützt nix, denn wie der Zufall es will, erkennt Batman doch immer wieder die Handschrift des Jokers.

Der Joker leidet: einerseits kann er bei seinen Aktionen nicht den Künstler spielen, andererseits ist er dazu genötigt, auch wenn Batman die Masche durchschaut. Das Katz- und Maus-Spiel gipfelt im Zoo: der Joker sperrt Batman in einem Fledermauskäfig ein – zusammen mit Affen, die wie der Joker geschminkt sind. Aber Batman bleibt auch hier Herr der Lage.

Joker’s Millions wurde 1998 verfilmt. In der dritten Staffel der Animated Series (The New Batman Adventures, Episode 7) ist der Plot im Wesentlichen gleich, allerdings wird Joker unterstützt von Harley Quinn und dem Pinguin, während Batman mit Batgirl (statt Robin) zusammenarbeitet.

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Teufelskreis der Rache

DC Comics

DC Comics

Titel: Batman and Robin Vol. 5 – The Big Burn (dt. Batman und Two-Face)

Autor/Zeichner: Peter J. Tomasi/Patrick Gleason

Erschienen: 2013-2014 (Batman and Robin 24-28, Annual #2), Paperback 2015; dt. Panini 2014 (Paperback)


„I never considered myself a hero, Harvey. We’ve all got two sides and we’re always waging war against ourselves!“ (Batman)

Nachdem Robin tot ist, müsste auch die Serie Batman and Robin beendet sein. Aber sie geht weiter – auch wenn kein neuer Robin etabliert wird. Das wird später noch seinen Grund haben, aber Band 5 ist eine Ausgabe, die nur zu einem geringen Teil ihren Titel rechtfertigt. Im Zentrum steht Two-Face. Es ist das erste Mal seit dem Reboot von The New 52, abgesehen von einigen kurzen Auftritten. Hier bekommt der Schurke einen völlig neuen Origin angedichtet. (Die klassische Entstehungsgeschichte ist in The Long Halloween nachzulesen.)

Harvey Dent war, nach der neuen Continuity, zunächst nicht Staatsanwalt, sondern Strafverteidiger. Zwei seiner Klientinnen, die Zwillinge Erin und Shannon McKillen aus einer Gangsterfamilie, lassen ein Attentat auf James Gordon verüben. Nachdem das scheitert, bekommen die Schwestern lebenslänglich. Shannon bringt sich um, Erin kommt frei und rächt sich an Dent, indem sie seine Frau Gilda umbringt und ihm anschließend das Gesicht mit Säure verätzt.

Jahre später, als The Big Burn ansetzt, beschließen Erin McKillen und die Gangster Gothams, die Superschurken auszuschalten, und beginnen mit Two-Face. Der wiederum plant, Erin McKillen zu erledigen, um sich zu rächen. In diesem Teufelskreis der Rache bemüt sich Batman um Schadensbegrenzung und gerät dabei selbst in die Schusslinie.

Die Story funktioniert dank zweier starker Schurken, reichlich Action und einer ausführlichen Tiefe in der Vorgeschichte. Die Rückblenden beginnen beim frühesten Ereignis (Dents Trauma) und gehen rücktwärts in der Zeit. So erfährt man nach und nach mehr, wie es zu der Tragödie kam. Two-Face wurde bereits zuvor als ein kaputter Mann eingeführt, der mit seinem Leben abgeschlossen hat und täglich Russisch Roulette darum spielt. Bei so einer packenden Story vermisst man Robin nicht.

Aber die Fans des Wunderknaben bekommen im letzten Kapitel, einer Zugabe aus dem Annual #2, ihren Robin: Dick Grayson erzählt von seiner ersten Woche als Batmans Sidekick. Eine nette Anekdote mit sentimentalen Anklägen.

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Batman: Höhepunkte einer Karriere

Hier kommt was für Batman-Einsteiger: Drei Videos, in denen DC Batman-Comics vorstellt. Zwei listen die besten Momente der Batman-Geschichte auf. Die meisten habe ich schon besprochen: Year One/The Dark Knight Returns, The Killing Joke, Arkham Asylum, Venom, The Joker: Devil’s Advocate, No Man’s Land, Hush, The Court of Owls, Bloom.

Das dritte Video behauptet, Comics vorzustellen, die man nicht gelesen habe. Tatsächlich listet es einige der bekanntesten auf: The Laughing Fish, The Black Mirror, Trinity, The Cult, Gotham By Gaslight, Ego, Son of the Demon und Noel.

Coverwahn #18

In einer Woche erscheint Dark Knight III – The Master Race #6. Da wird es mal wieder Zeit für eine weitere Episode der allseits beliebten Reihe, in der wir nichts anderes tun, als schöne bunte Bildchen zu zeigen und uns daran zu erfreuen oder darüber zu ärgern. Die neuen Variants bieten nichts Neues, nur die alten, allzu gut bekannten Motive in neuem Gewand. Aber seien wir ehrlich: bei Comics geht es doch um nichts anderes.

Wir sehen mal wieder einen übel zugerichteten Batman von Frank Miller, der nur aus Falten und Blut zu bestehen scheint, aber auch einen prachtvollen Kampf zwischen Batman und Superman von Jim Lee. Und der Rest — ach, schaut einfach selbst.

Warum Robin nicht aufs College will

DC Comics

DC Comics

Titel: Rackety-Rax Racket!

Autor/Zeichner: Don Cameron/Dick Sprang

Erschienen: 1945 (Batman #32), Paperback 2014 (The Joker: A Celebration of 75 Years)


„One thing I’d enjoy more than killing the Batman – and that’s to make you both look ridiculous!“ (Joker)

Es gibt wahrscheinlich nichts Bescheuerteres als Initiationsriten bei Studentenverbindungen. Aber keine Masche ist zu bescheuert für den Clown Prince of Crime: Der Joker beschließt, seinen nächsten Juewelenraub als studentischen Jux zu tarnen. Doch als er von Batman (der wie immer zufällig danebensteht) erwischt wird, haut der Joker ihm einen Stuhl über den Kopf und entführt ihn.

Um Batman zu retten, muss Robin drei Aufgaben erfüllen, die ihn der Lächerlichkeit preisgeben: Schuhe putzen, Pelze im Sommer verkaufen, eine Puppe im Spielzeugladen kaufen. Für den Joker ist das nicht nur Spaß: es sind Maschen, mit denen er Raube begehen kann. Robin wird unfreiwillig zu seinem Handlanger. Dabei geht am Ende das Spielzeuggeschäft in Flammen auf, Kinder kommen in Gefahr – und der Joker erscheint als falscher Feuerwehrmann … Lange Rede, kurzer Sinn: Batman befreit sich selbst und revanchiert sich beim Joker mit roher Gewalt.

Der Joker hat sich gewandelt: Aus dem ruchlosen Killer ist ein harmloser Spaßmacher geworden, der es bloß auf Juwelen abgesehen hat. Nicht, dass er sie nötig hätte: Am Anfang sehen wir, dass der Joker in einem Haus mit einem riesigen Tresorraum lebt, der – wie bei Dagobert Duck – mit Geld, Gold und Juwelen gefüllt ist. Der Diebstahl ist für ihn bloß ein Hobby. Allerdings eines, das er mit Freiheitsentzug teuer bezahlt.

Ach so: Warum Robin nicht aufs College will? Das erklärt sich nach diesem Abenteuer wohl von selbst …

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